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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 28. September 2003
Wolfgang Staudte war einer der renommiertesten deutschen Regisseure der Nachkriegszeit. Zu seinen gelungendsten Filmen gehört zweifellos "Der Untertan", die geradezu bahnbrechende Verfilmung des gleichnamigen Romans von Heinrich Mann.
Zunächst zu den Extras dieser DVD: Die Bio- und Filmographien über Staudte und Werner Peters, der mit der Darstellung des Dietrich Heßling sein Meisterstück ablieferte, sind arg lückenhaft und oberflächlich. Das knapp fünfzehnmütige Interview eines Historikers über die geschichtlichen Hintergründe wirkt inhaltlich ziemlich improvisiert und glänzt auch äußerlich mit schlechter Ton- und Bildqualität (Badezimmer-Sound vor holpriger Kulisse). Interessanter wäre wohl eine filmhistorische Betrachtung gewesen; die findet aber leider gar nicht statt. Dann sind da noch drei Wochenschauberichte ("Der Augenzeuge") zu Staudte-Filmen aus den Jahren 1943 ("Die Mörder sind unter uns"), 1951 ("Der Untertan") und 1953 ("Die Geschichte vom kleinen Muck") zu sehen. Zufälligerweise sind diese drei Streifen beim gleichen Verlag auf DVD erschienen, ansonsten aber durchaus interessant.
Für diese qualitativ insgesamt magere Zusatzausstattung gibt es einen Punkt Abzug. Es wäre ehrlicher und billiger gewesen, auf einige Pseudoextras zu verzichten und stattdessen den Preis der DVD abzurunden. Denn der Film selbst - das ist natürlich die Hauptsache! - wird in wohl bestmöglicher Bild- und Tonqualität angeboten. Er hätte den Alibi-Bonus gar nicht nötig gehabt. Ein glattes, sauberes Schwarzweißbild mit guten Kontrastabstufungen und ein hinreichend klarer, verständlicher Ton machen den Film zu einem Genuß. Die TV-Ausstrahlungen sind nach meiner Erinnerung von deutlich schlechterer Qualität.
Dieser Film wird auch nach fünfmaligem Ansehen nicht langweilig. Die filmische und dialogtechnische Detailtreue liefert dem Zuschauer immer wieder neue Denkanstöße und Entdeckungen. Leisten Sie sich den perfekten und stets humorvollen Einblick in das wilhelminische Deutschland um 1900, dem der Erste Weltkrieg dann ein jähes Ende setzte.
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am 7. Februar 2009
Der Untertan

Der Film "Der Untertan" nach dem gleichnamigen Roman ist eine kritische Betrachtung der Kaiserzeit.

Die Geschichte erzählt die Studienzeit des Antihelden D. Hessling, der sich in Berlin dem Corps Neu-Teutonia anschliesst um seine gesellschaftliche Stellung zu sichern und um sich in der Geborgenheit einer Befehlstruktur zu wissen. Mit der Person D. Hessling rechnet der Autor auf spitze und ironische Weise mit seinem Bruder ab, der selsbt einst Corpsstuden war.

Anschliessend wird auch der berufliche Werdegang von D. Hessling dargestellt, der sich selbst den aristokratischen Strukturen bedingungslos unterordnet und als Opportunist versucht seine persönlichen Ziele zu erreichen ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen.

Der Film behandelt alle Stereotypen der wilheminischen Zeit und stellt sie bloß. Ein grandioser Film mit vielen Szenen zum Nachdenk und ebenso vielen zum Schmunzeln. Er ist daher gut geeignet für Zuschauer, die geren einen kritischn Blick auf Sich und die Gesellschaft werfen und einen sarkastischen Humor zu schätzen wissen.
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TOP 1000 REZENSENTam 10. Mai 2015
Heinrich Manns Roman "Der Untertan" erschien 1918. Der Autor übertrug die Filmrechte der DEFA, er verstarb aber bevor der Film überhaupt gedreht wurde. Ursprünglich waren als Regisseure Falk Hanrack und sogar der große Erich von Stroheim im Gespräch. Dann bekam aber Wolfgang Staudte den Zuschlag und es gelang ihm nach "Die Mörder sind unter uns" und "Rotation" ein dritter sehr guter Beitrag zur deutschen Geschichte und der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

"Der Untertan" wurde sehr schnell zum Prestigeobjekt der DEFA und Staudte selbst nannte die Botschaft des Films wie folgt "Ich will die Bereitschaft gewisser Menschen um 1900 ziegen, die über zwei Weltkriege hinweg zum Zusammenbruch Deutschlands im Jahre 1945 führte. Es soll eine Weiterführung meiner Anklage gegen diese Kreise und eine Warnung vor diesen Menschen sein, wie es schon in "Die Mörder sind unter uns" ausdrücken wollte". Dieser moralische Anspruch brachte ihn bei Erscheinung des Films im Jahr 1951 auch sehr starke Kritik in Westdeutschland ein. Man warf dem Filmemacher vor, er stehe im Dienste kommunistischer Kulturpolitik und betreibe die Bolschewisierung der Welt. Die konserative Presse veriss den Film als boshaft und humorlos. Aus heutiger Sicht gilt der Film nicht nur als Prototyp einer zum einen werksgetreuen, zum anderen aber auch eigenständigen Literaturverfilmung, sondern vor allem als einer der ganz großen Meisterwerke des deutschen Nachkriegskinos.

Bis heute ist die Frage ungeklärt, wie und unter welchen Bedingungen Hundertausende Menschen die Schwelle der Inhumanität übertreten konnten, um einen großangelegten Völkermord zu organisieren, dessen Intensität und radikaler Wahnsinn immer noch einmalig und einzigartig in der Menschheitsgeschichte gesehen wird, obwohl ja auch andere Nationen dunkle Geschichte aufweisen und sich ebenfalls dem Thema "Genozid" stellen müssen.

Staudte erzählt die Geschichte des preußischen Bürgers Diederich Heßling (Werner Peters), der als Kind sehr weich war und am liebsten in die Welt der Träume flüchtete. Unter seinem autoritären Vater, Besitzer einer Papierfabrik und dem Drill in der Schule entwickelt sich der Junge zu einem Anpasser und später auch zu einem Denunzianten. Mit dem Eintritt in eine Studentenverbindung und später beim Militär, wo er nicht lange bleibt, wird er zum Mitläufer. Sein ganzer Werdegang steigert das reaktionäre Denken. Als sein Vater stirbt, erbt er dessen Fabrik und nimmt sehr schnell die Eigenschaften der Macht an. Er brüllt seine Bediensteten an, entlässt diese bei der nur kleinsten Verfehlung und weiß aus der Vergangenheit, dass man mit Macht dienen muss, wenn man selbst Macht ausüben will. Nach oben buckeln und nach unten treten, das wird die Devise von Diederich Heßling. Er verließ schon das Mädchen, dass ihn liebt (Sabine Thalbach), weil man ja keine Frau ehelichen kann, die sich schon vor der Ehe einem hingegeben hat und heiratet später eine sehr reiche Frau (Carola Braunbock). Nebenbei ist ihm inzwischen fast jede Empfindung abhanden gekommen. Heßling biedert sich der Kirche, dem Adel und jeder Obrigkeit an. Er denunziert Konkurrenten (Friedrich Richter), als er sich des Wohlwollens des Regierungspräsidenten von Wulkow (Paul Esser) sicher ist und schmiedet ein betrügerisches Komplott mit den Sozialdemokraten...

Am Schluß dieses galligen preußischen Bilderbogens soll er eine Festrede bei der Denkmalenthüllung des Kaisers halten. Aber ein Wolkenbruch vertreibt sämtliche Gäste. Allein steht der Untertan seinem riesigen Kaiser aus Bronze gegenüber, die Schlußmontage zeigt diesen Platz des Denkmals in den späteren Zeiten, am Ende zeigt das Bild die Stadt Netzig im Jahr 1945 in Trümmern. Darüberhinaus ist "Der Untertan" trotz seiner satirischen Machart vor allem durch den sarkastischen Einfluss eine entlarvende Charakterstudie geworden, der Hauptdarsteller Werner Peters spielt seine Rolle brillant. Durch die Überzeichnung von Mensch und Situation und durch raffinierte filmische Montagearbeiten wirken die daraus entstanden Kontraste.

So zeigt die Kamera beispielsweise die trinkenden Studenten durch ihre Biergläser, das Resultat zeigt sie verzerrt und lässt sie beinahe wie Monster aussehen. Eine weitere Einstellung zeigt Heßling, wie er devot neben einem Wagen des Kaisers hinterherläuft. Die Kamera fängt den Untertan von oben herab ein, er wirkt geschrumpft. Die Komik ist immer böse angelegt. In einer Szene wird Heßling im Zimmer des Regierungspräsidenten, der ihm den Rücken zudreht, von dessen Dogge attackiert. Das Tier beißt ihn immer wieder in den Fuß, Heßling bleibt standhaft vor der Obrigkeit stehen. Staudte hat die Entwicklung deutscher Tendenzen sehr gut erkannt und seine Geschichte ist bis heute eine treffende Analyse der Macht und er Anpassung geworden. Der Film legt Doppelmoral schonungslos bloß und teilt dem Spießertum eine bittere und bissige Absage.
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TOP 1000 REZENSENTam 10. September 2003
Wolfgang Staudte war einer der renommiertesten deutschen Regisseure der Nachkriegszeit. Zu seinen gelungendsten Filmen gehört zweifellos "Der Untertan", die geradezu bahnbrechende Verfilmung des gleichnamigen Romans von Heinrich Mann.
Zunächst zu den Extras dieser DVD: Die Bio- und Filmographien über Staudte und Werner Peters, der mit der Darstellung des Dietrich Heßling sein Meisterstück ablieferte, sind arg lückenhaft und oberflächlich. Das knapp fünfzehnmütige Interview eines Historikers über die geschichtlichen Hintergründe wirkt inhaltlich ziemlich improvisiert und glänzt auch äußerlich mit schlechter Ton- und Bildqualität (Badezimmer-Sound vor holpriger Kulisse). Interessanter wäre wohl eine filmhistorische Betrachtung gewesen; die findet aber leider gar nicht statt. Dann sind da noch drei Wochenschauberichte ("Der Augenzeuge") zu Staudte-Filmen aus den Jahren 1943 ("Die Mörder sind unter uns"), 1951 ("Der Untertan") und 1953 ("Die Geschichte vom kleinen Muck") zu sehen. Zufälligerweise sind diese drei Streifen beim gleichen Verlag auf DVD erschienen, ansonsten aber durchaus interessant.
Für diese qualitativ insgesamt magere Zusatzausstattung gibt es einen Punkt Abzug. Es wäre ehrlicher und billiger gewesen, auf einige Pseudoextras zu verzichten und stattdessen den Preis der DVD abzurunden. Denn der Film selbst - das ist natürlich die Hauptsache! - wird in wohl bestmöglicher Bild- und Tonqualität angeboten. Er hätte den Alibi-Bonus gar nicht nötig gehabt. Ein glattes, sauberes Schwarzweißbild mit guten Kontrastabstufungen und ein hinreichend klarer, verständlicher Ton machen den Film zu einem Genuß. Die TV-Ausstrahlungen sind nach meiner Erinnerung von deutlich schlechterer Qualität.
Dieser Film wird auch nach fünfmaligem Ansehen nicht langweilig. Die filmische und dialogtechnische Detailtreue liefert dem Zuschauer immer wieder neue Denkanstöße und Entdeckungen. Leisten Sie sich den perfekten und stets humorvollen Einblick in das wilhelminische Deutschland um 1900, dem der Erste Weltkrieg dann ein jähes Ende setzte.
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am 12. Mai 2014
Diederich ist ein Prototyp dessen, was die Kritische Theorie (Adorno, Horkheimer) später mit dem Begriff „autoritärer Charakter” umschrieben hatte. Dieser Charaktertypus ist nicht nur autoritär im eigenen Verhalten, in der konservativen bis völkischen und natürlich auch antisemitischen Gesinnung. Er ist auch autoritär im Sinne der unumschränkten Anerkennung der staatlichen Autorität. Im Volksmund beschreibt man solche Menschen als welche, die nach oben buckeln und nach unten treten. Die Feigheit Diederichs ist dabei „nur” die im Sinne des autoritären Charakters funktionierende Verhaltenweise, die es Diederich ermöglicht, alle Widerstände auf dem Weg zur (wenn auch noch so kleinen) Teilhabe an der Macht aus dem Weg zu räumen, um gleichzeitig seine absolute Vasallentreue zu den unantastbaren Mächten „da oben” zu beweisen.

Der Film selbst zeigt, dass dies auch einschließen kann, Angehörige der eigenen sozialen Klasse zu opfern – im Film etwa Lauer oder auch Agnes. Denn Liebe ist für Diederich nur eine Funktion der Macht – wie alles andere auch.

Neben „Rosen für den Staatsanwalt”, „Die Mörder sind unter uns” und „Rotation” gehört „Der Untertan” zu Staudtes Auseinandersetzung mit der (damals) jüngsten Vergangenheit. Und alle vier Filme gehören zum besten, was in Nachkriegsdeutschland je gedreht wurde – ob bei der DEFA oder auch nicht. Nicht zuletzt sind die genannten Filme auch heute noch sehenswert als eine Art Kulturgut, das seinen Wert nicht verlieren wird.
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am 25. März 2004
...sind zwei völlig verschiedene Dinge,die einander nicht bedingen-
Das jedenfalls scheint mir die Hauptaussage in Staudtes Literaturverfilmung zu sein,die vom gesellschaftlichen Auf- und dem damit einhergehenden charakterlichen Abstieg des Diederich Hessling und einer bis ins perverse reichenden Unterwerfung unter gesellschaftliche und wirtschaftliche Normen der Kaiserzeit handelt.
Der Film zeigt eindrucksvoll, wie der Charakterzwerg Hessling es trotz ( oder gerade wegen) seiner ausgeprägten opportunistischen Feigheit zum Fabrikanten und schließlich zu einigem Ansehen bringt; ebenso werden Obrigkeitstreue und sein unreflektierter Militarismus bis an die Grenze der Karikatur nachgezeichnet, bis der Film in einer großen Rede des Protagonisten endet, die in leicht hämischer, aber eindrucksvoller Weise mit dem gewaltsamen Ende des Kaiserreichs Verbindung gebracht wird.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. August 2015
Wolfgang Staudte (1906-1984) ist aus dem Blickfeld verschwunden. Wer kennt noch seinen Namen? Wer von den Nachgeborenen kennt noch seine Filme? Das öffentlich-rechtliche Fernsehen zeigt sie jedenfalls nicht mehr. Und das, obwohl es zu seinen besseren Zeiten dem fleißigen TV-Regisseur Staudte einiges zu verdanken hatte.

Die Nichtanerkennung, die Staudte widerfährt, ist aber nicht nur ein Problem der Gegenwart. Die mittlerweile ebenfalls verstorbene Filmregisseurin Helma Sanders-Brahms (1940-2014) sagte anlässlich des Todes von Staudte: »Ich habe etwas sehr Wichtiges versäumt, und das kann ich jetzt nie mehr einlösen. Ich habe diesem Mann nicht gesagt, was er für dieses Land, für den Film in diesem Land und für mich selbst bedeutet hat.«

Staudtes Meisterwerk ist wahrscheinlich »Der Untertan« nach dem von Heinrich Mann noch vor dem Ersten Weltkrieg geschriebenen, aber erst 1918 vollständig publizierten satirischen Roman. Staudte drehte den Film 1951 für die DEFA, also in der DDR. Das dürfte bereits für sich genommen Anlass genug gewesen, den Film mit Veröffentlichungsschwierigkeiten zu belegen. Erst sieben Jahre nach Fertigstellung konnte der Film auch in der BRD gezeigt werden, allerdings nur mit Schnittauflagen sowie mit einem vorangestellten Warnhinweis, dass das Gezeigte auf gar keine Fall sinnbildlich verstanden werden dürfe. Erst 1971 konnte der Film ungekürzt gezeigt werden.

Sieht man sich »Der Untertan« heute an, kommen einem das Verbot und die anschließende Verstümmelung grotesk vor. Wer mag sich aus welchem Grund derart auf den Schlips getreten gefühlt haben? Was immer es war, von heute aus betrachtet spricht es eindeutig für Staudtes Film.

Staudtes Adaption – das Drehbuch schrieb er gemeinsam mit seinem Vater, dem Schauspieler Fritz Staudte – trifft den Geist des Romans perfekt, übersetzt den Wortwitz aber in Bildwitz. Das ist eine beeindruckende Leistung. Staudte brennt ein Feuerwerk visueller Effekte ab, ohne dabei im Geringsten effekthascherisch zu werden. Alles ist der satirischen Absicht untergeordnet. Die ungeheure Dichte des visuellen Stils erstaunt noch heute.

»Der Untertan« war ein Prestigeprojekt der DEFA. Dementsprechend standen die besten Fachkräfte zur Verfügung. Staudte konnte nicht nur euf ein exzellentes Schauspielerensemble zurückgreifen – allen voran Werner Peters in Bestform –, sondern auch auf hervorragende Filmtechniker und Ausstatter.

»Der Untertan« ist ein Film, dessen bemerkenswertes Tempo auch heute noch sofort gefangen nimmt. Nichts an den verbalen und visuellen Pointen wirkt heute irgendwie altbacken. Der Film macht Spaß, obwohl der Persönlichkeitstypus des Untertanen wohl heute nur noch eine Randerscheinung ist. Aber kann man da sicher sein?

Die DVD liefert braucbares Zusatzmaterial, auch wenn sich nicht alles Material aus der DEFA-Wochenschau »Der Augenzeuge« auf den »Untertan«, sondern allgemein auf Staudte bezieht. Hilfreich auch das sehr schlicht gefilmte, aber pointierte Gespräch mit dem Historiker Jürgen Angelow.
Der Film selbst liegt in eher mittelmäßiger Qualität vor. Das Ausgangsmaterial scheint gut zu sein, aber eine neue digitale Abtastung, die mittlerweile verfügbar ist, tat Not. Für diesen Mangel, der die alte Veröffentlichung betrifft, ziehe ich einen Stern ab.

Fazit: Einer der ganz großen deutschen Filmklassiker, dem zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird.
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am 20. August 2009
Der Untertan;Ein klassisches Werk, es zeichnet sich durch einen realen,leicht überhöhten mit Zynismus gewürzten Blick auf das wilhelminische Deutschland aus. Dadurch sehr zeitbezogenes Werk mit hoher Aussagekraft und gut charakterisierten Personen. Der Film von Wolfgang Staude stellt das gut dar. Werner Peters als Dietrich Heßling ist die Idealbesetzung für diesen Charaktertypus.
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am 14. Dezember 2015
Was für ein Film! Es ist dem Regisseur Wolfgang Staudte aus meiner Sicht brillant gelungen, einen "Horrorfilm" ins Leben zu rufen inmitten des kleinbürgerlichen Alltags der Kaiserzeit. Ich sehe den Film immer mit einem gewissen Gruseln, ja ich muss sagen, dass ich einen Vampirfilm erträglicher finde. Der Dämon der Tritt und Getretenwerdenideologie wird hier so scharf umrissen, so konsequent im bürgerlichen Gewand veranschaulicht, dass man Heinrich Mann geradezu als Propheten seiner Zeit und großer Menschenkenner verstanden haben will.
Der Machtmensch von damals, der Opportunist, der Obrigkeitstreue und zugleich im großen Stil Versagende wird hier zum mittleren Rad einer größeren Machtmaschinerie. Ein apartes "Game of Thrones", nur realistisch und brutal vor Augen geführt. Und die Frage oder das ungute Gefühl, dass sich am Ende einschleicht ist folgendes: und was mit heute?
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am 27. Februar 2008
Toll, dass es solche alten Juwelen als DVD gibt! Es handelt sich um eine wirklich gelungene Umsetzung von Heinrich Manns Klassiker. Insbesondere Werner Peters, der mit der Darstellung des D. Heßling glänzt, überzeugt voll und ganz.

Der Film hätte allerdings für meinen Geschmack etwas länger ausfallen dürfen. Die einzelnen Handlungsstränge sind doch sehr komprimiert worden, für Leute die den Roman nicht kennen wird es sehr schwer sein der Handlung zu folgen bzw. zu verstehen wieso nun diese oder jene Aktion folgt. Ich nehmen an, dass ein anderer Rezensent der von einem Tiefpunkt des Defa Kinos spricht, den Roman nicht kennt und daher nicht mitkam. Mit gefällt der Umfang der Hörspielfassung etwas besser, die es auf 5 CDs gibt. Ansonsten kann ich mich nicht beschweren. Fans des Buchs werden sich köstlich amüsieren, wenn Heßling seine großen Reden schwingt.
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