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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker, 21. November 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Violinsonaten 1-10 (Ga) (Audio CD)
Zunächst eine Äußerlichkeit: Auf dem Cover und im Begleitheft sind Augustin Dumay und Maria Joao Pires neun mal gemeinsam abgebildet. Im Begleitheft bekennt Pires: "Ohne Augustin könnte ich nie mein Bestes geben, und genauso geht es ihm mit mir." Die persönliche Affinität der beiden wird damit reichlich penetrant vermittelt. Und doch lasse ich mir das gerne gefallen, weil hier tatsächlich ein Duo am Werk ist, das nicht nur je einzeln untadelige künstlerische Souveränität einzubringen hat, sondern eben auch durch ein persönliches Verstehen inspiriert und beflügelt ist.
Die Interpretation der Beethoven-Sonaten durch Dumay / Pires kommt überraschend entspannt, klar und fast schlicht anmutend daher. Damit geht aber nicht der große Bogen, der Zusammenhalt, das getreue Nachzeichnen jeder einzelnen Wendung verloren. Es gibt keine virtuosen Übersteigerungen, keine Dominanz des einen oder anderen Instruments, keine Irritationen in den Tempi, auch kein Ringen und gegenseitiges Übertrumpfen der Instrumente zumal dort, wo die kompositorische Absicht in Gleichklang und Balance besteht.
Sinnfällig wird dies besonders bei der 'Kreutzer-Sonate'. Häufig wird bei ihr der Charakter eines zerklüfteten, kontrastreichen Werkes zur Demonstration dessen genutzt, was so alles auf den beiden Instrumenten möglich ist. Das ist nicht die Sache von Dumay / Pires, die auch diese Sonate ausbalanciert und in zwingendem Zusammenhalt präsentieren, ohne zu nivellieren.
Die intensivsten Momente liefern durchgängig - bei den frühen wie bei den späteren Sonaten - die langsamen Sätze. Bei Dumay / Pires ist das lichte Musik, mit langem Atem in der Schwebe gehalten. Minimale Nuancen genügen den beiden, einen entrückten Kosmos auszumalen.
Im Begleitheft wird ein Vergleich mit Clara Haskil und Arthur Grumiaux angeboten, und das ist eine durchaus adäquate Einordnung. Pires erinnert ja schon solistisch in vielem an Haskil. Und bei Dumay bietet sich die Brücke zu Grumiaux an, weil er dessen Schüler war. Zusammen reichen sie tatsächlich an die Redlichkeit und Klarheit jenes legendären Duos heran.
Wenn so viel Positives über eine Einspielung zu sagen ist, interessieren eigentlich auch die Instrumente. Über die Violine (Violinen?) wird nichts gesagt. Die Hersteller der benutzten Flügel werden genannt. Hört man - nach der Arbeit des Tonstudios - die Unterschiede? Ich glaube - ja.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fünf Sterne (obwohl ich die Aufnahme gar nicht mögen wollte), 29. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Violinsonaten 1-10 (Ga) (Audio CD)
Ich kann der Rezension "Mein Klassiker" nur in allen Punkten zustimmen:

die Aufmachung der CDs hat mich sofort geärgert!
So viele Fotos der Musiker (versucht Dumay auszusehen wie Beethoven?), so viel auf mich wichtigtuerisch wirkenderer Text, "hochsensibel" im Stile von "ja wir sensiblen Künstler..." - wie anders dagegen viele Interpreten z.B. der alten Musik oder russische "Klassiker" (Oistrach, Nikolajeva u.a. sehen auf den Covers mancher CDs aus, als kämen sie gerade vom Kartoffelschälen - oder von der Kartoffelernte).
Und die idiotische Papp-Verpackung (von DGG auch nie wieder benutzt, soweit ich weiß) ist mir gleich eingerissen, weil ich nicht auf die Abspielseite der CDs fassen wollte beim Rausholen - jetzt sind sie in einer Extra-3-CD-Box.

Ich wollte diese Aufnahmen daher (beim Probehören) nicht mögen - war aber gleich so begeistert, ja "getroffen", dass ich sie kaufen musste!
Ich habe sie dann zuhause lange verglichen mit den Aufnahmen von Oistrach/Oborin, Kremer/Argerich, Faust/Melnikov, Mutter/Orkis, Grumiaux/Haskil (denen Dumay/Pires vom Stil am nächsten sind), Heifetz, Frank/Frank, Pasquier/Pennetier (diese Gesamtaufnahmen stehen bei mir im Schrank, und jede ist für sich "lohnenswert"), zuletzt mit Capucon/Braley bei Virgin (SEHR schön!) - aber Pires/Dumay bleiben meine Favoriten!
Zuerst einmal aufnahmetechnisch - Dumays Ton ist oft herrlich, PiresŽ oft sehr weicher, sehr variierter Anschlag eingefangen, als säßen sie im Wohnzimmer des Hörers (wie dünn, schneidend dagegen z.B. Oistrach, durch ihr Alter entschuldigt - aber auch z.B. Kremer/Argerich, auch von DGG, klingen lange nicht so klar, nah, natürlich und schön).
Und was die Aufnahme wirklich auszeichnet - nur Capucon und Grumiaux kommen dem auch nur nahe: die langsamen Sätze werden so langsam, so gelassen, z.T. wie "verzaubert", so berührend einfach und schön - ganz ungekünstelt - dargeboten, wie ich sie nie zuvor oder danach gehört habe. Viele jüngere Aufnahmen (Faust z.B., Ibragimova,...) sind kraft- und druckvoller - aber berühren mich viel weniger.
Dies ist eine Aufnahme für die einsame Insel - dürfte ich nur eine behalten, ich nähme diese ohne Zögern.
Die Kreutzer-Sonate (bei ihr geht es ja in erster Linie um den ersten Satz...) übrigens ist bei Dumay-Pires vielleicht etwas kontrollierter als bei anderen, etwas (ein wenig!) langsamer - aber Dumay entwickelt hier einen machtvollen, druckvollen Ton mit "kontrollierter" Grobkeit/Kratzigkeit (wenn ich das mal etwas hilflos so beschreiben darf), dass ich das Ende des ersten Satzes noch nie so packend erlebt habe - das ist einfach grandios! (Und ich wollte es nicht grandios finden...).
Die langsamen Sätze der frühen Sonaten, die 10. Sonate und vieles andere an dieser Aufnahme ist/sind einfach einzigartig, unerhört, wunderbar.
Reinhören könnte süchtig machen...
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5.0 von 5 Sternen Klasse!, 12. Dezember 2014
Von 
Elmar (Köln, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe zwar keine Ahnung von klassischer Musik, weiß allerdings, was mir gefällt. Diese CDs gefallen mir, sehr sogar! Kaufempfehlung!
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abzüge wegen Kreutzer, 7. Mai 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Violinsonaten 1-10 (Ga) (Audio CD)
Beethoven hat viele sehr spannende wichtige Violinsonaten geschrieben,ob es nun die Sonaten op. 12 oder op. 30 sind. Leider stehen alle diese Sonaten im Schatten der Sonate op. 5 und Nr. 9 -Frühling und Kreutzer-. Es ist sehr verdienstvoll, wie wichtig das Duo Dumay und Pires die kleineren Sonaten nimmt. Bestes gemeinsames Musizieren.Allerdings gibt es im eigenen Haus Konkurrenz. Kremer und Argerich sind vielleicht noch ein wenig intensiver, bei Beethoven immer ein Pluspunkt.Abzüge muss diese Gesamtaufnahme wegen der Aufnahme der Kreutzer-Sonate hinnehmen. Natürlich ist bei dieser Sonate-wahrscheinlich der berühmtesten Violinsonate überhaupt- die Konkurrenz sehr gross. Es ist auch einzuräumen, dass es im zweiten Satz berückend schöne Passagen gibt, sowohl von Dumay als auch von der Pires, aber insgesamt fehlt ausgerechnet dieser Sonate die Leidenschaft,ausgerechnet der Kreutzersonate, deren Leidenschaftlichkeit Tolstoi zu Gegenstand einer Novelle machte.Die nur klassisch herunterzuspielen, reicht nicht.Diese Sonate ist nun einmal bei einer Gesamtaufnahme der Lackmus-Test; wie ist sie bewältigt worden ?

Fazit: die kleineren Sonaten sind sehr spannend zusammen musiziert, die Kreutzer-Sonate wird nicht adäquat wiedergegeben.
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