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am 22. März 2007
Zu seinen Lebzeiten einer der meistbewunderten und einflußreichsten Komponisten, besitzt der Italiener Luigi Cherubini heute bedauerlicherweise nurmehr musealen Wert. Eine Wiederentdeckung seines Werks im Stile der erfolgten Barock - Renaissance wäre wünschenswert, zollte doch beispielsweise der übermächtige Beethoven dem Kollegen aus Florenz, der ihn durch seine "Befreiungsopern" zu seinem Geniewerk "Fidelio" inspirierte, unengeschränkte Bewunderung. Cherubini beeinflußte europaweit die Komponisten seiner und der nachfolgenden Generation, er war an jedem muskalisch bedeutenden Ort in wichtigen Positionen anzutreffen, obwohl er nie ein Günstling der Mächtigen war, komponierte in italienischer, französischer und deutscher Sprache und verfasste musiktheoretische Werke, die noch heute ihre Gültigkeit haben. Er komponierte in einem einfachen, doch kunstvollen und eingängigen Stil, der klar in der Tradition Christoph Willibald Glucks steht, leider sind seine Werke inzwischen fast völlig vergessen, nur seine Revolutionsoper "Les deux journées" (im Deutschen "Der Wasserträger") und die hier besprochene "Medea" (uraufgeführt 1797 in Paris) haben die Jahrhunderte überdauert und werden noch ab und an inszeniert.

Warum gerade eine so hervorragende Oper wie "Medea" so selten gespielt wird, ist hier sehr deutlich zu hören. Wie kein anderes Werk steht und fällt diese Oper mit der Hauptdarstellerin. Für Medea genügt es nicht, eine sehr gute Sopranistin zu sein, man braucht mehr, als eine große Stimme, um in dieser Partie zu überzeugen, diese Rolle muß gelebt werden, sonst bleibt sie eine hohle, rachsüchtige Furie ohne Innenleben. Wer wäre für die Darstellung dieser obendrein gesanglich immens anspruchsvollen Partie besser geeignet gewesen, als die junge Maria Callas? Sie war auf die beeindruckendsten Frauenfiguren der Opernbühne (Lady Macbeth, Tosca, Norma, Violetta Valéry, in früheren Jahren sogar Isolde, Kundry, Brünnhilde) spezialisiert und eine Herausforderung dieser Größenordnung kam der Callas gerade recht. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1953 und wurde unter der Leitung von Leonard Bernstein live an der Mailänder Scala aufgezeichnet. Maria Callas befand sich hier unbestritten auf dem Höhepunkt ihrer stimmlichen Leistungsfähigkeit, sie klingt noch völlig frei, ohne den kehligen Unterton und die Schärfe, die sich später in ihrer nicht wirklich schönen, aber einmaligen Stimme fanden. Nicht umsonst wird diese Aufnahme als eines der bedeutendsten Callas - Dokumente bezeichnet, an diesem Abend übertraf sich die bereits berühmte Sängerin ein weiteres Mal selbst und erhielt schon nach ihrer Auftrittsarie zehnminütige Ovationen. Jeder Ton wird nicht nur gesungen, sondern auch gefühlt, die Genialität der Darstellerin Maria Callas zeigt sich hier in jeder Szene und unterstreicht ein weiteres Mal ihren nach über 50 Jahren noch immer unangefochtenen Status als "primadonna assoluta". Nicht umsonst zählte Medea zu ihren Paraderollen, aber besser als an diesem Abend konnte selbst sie in der Partie nicht mehr werden.

Die übrige Besetzung ist durch die Bank solide, wird aber von der Callas mehr oder weniger kollektiv an die Wand gesungen. Einzig Fedora Barbieri in der Rolle von Medeas Amme Neris vermag noch einige Akzente zu setzen.

Leider gibt es hier aber auch viel Negatives zu bemerken. Zum einen ist da das für seine Neigung zum kreativen Chaos berüchtigte Orchester der Scala, das dem damals noch recht unerfahrenen Bernstein in einigen Passagen nach Belieben auf der Nase herumtanzt. Bernstein scheint mit dem eigenwilligen Verein ziemlich überfordert zu sein, noch dazu hatte er nur fünf Proben zur Verfügung, um die Partitur zu durchleuchten, was eindeutig zuwenig war.

Ein noch größeres Ärgernis ist, wie in fast allen Scala - Aufnahmen aus den 50er Jahren, die Qualität der Aufnahme. Die Geräte waren offenbar hoffnungslos veraltet, die Mikrophone wohl sehr ungünstig platziert, auf jeden Fall versteht man den Souffleur oft besser als die Sänger. Alles klingt nach einem illegalen Mitschnitt auf einem Diktiergerät, die Aufnahme setzt zeitweise sogar völlig aus.

Die Abteilung Tontechnik der EMI hat hier ihr Möglichstes getan, um den Mitschnitt zu retten, so daß er jetzt ein wenig entrauscht und mit den Sängerstimmen im Vordergrund daherkommt, was jedoch die Qualität nur ein wenig anheben kann.

Gäbe es hier nicht eine epochale Leistung der Jahrhundertsängerin zu bewundern, könnte man diese Einspielung getrost vergessen, aber so ist sie als einziges Dokument der Callas in dieser Rolle für den Fan unverzichtbar.
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