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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Malfitano und Terfel: Besser geht es kaum!!
Diese Aufführung war vor einigen Jahre mein erster Kontakt mit Strauss' Salome. Damals war ich sehr beeindruckt. Dieser erste Eindruck wird auf der DVD bestätigt. Besonders das Agieren von Catherine Malfitano ist imponierend: die Mischung von Kind und Dämon wird von ihr absolut glaubhaft dargestellt. Ihr Stimmtyp passt besser zur Rolle der Kindfrau Salome...
Veröffentlicht am 16. August 2004 von P. Scheid

versus
19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Thriller ohne Erotik
Was bleibt von Salomé, wenn man die Erotik einfach weginszeniert und aus dem Erotikthriller einen düsteren Krimi macht? Wen das interssiert, dem sei diese DVD empfohlen. Die anderen Salomé-Fans werden vielleicht mangels einer akustisch und interpretatorisch befriedigenden DVD-Alternative auf diese DVD zurückgreifen.
Luc Bondys Inszenierung...
Veröffentlicht am 1. Februar 2005 von Prospero


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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Thriller ohne Erotik, 1. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Strauss, Richard - Salome (Gesamtaufnahme) (DVD)
Was bleibt von Salomé, wenn man die Erotik einfach weginszeniert und aus dem Erotikthriller einen düsteren Krimi macht? Wen das interssiert, dem sei diese DVD empfohlen. Die anderen Salomé-Fans werden vielleicht mangels einer akustisch und interpretatorisch befriedigenden DVD-Alternative auf diese DVD zurückgreifen.
Luc Bondys Inszenierung taucht die gesamt Handlung in ein zwischen schwarz und mitternachtsblau changierendes Dunkel. Der Farbreichtum der Strauss'schen Instrumentationskunst und die Fantasiefülle der Dichtung von Oscar Wilde findet dabei keinen optischen Ausdruck. Anders als die vorherigen Reszensenten halte ich den Tanz der sieben Schleier für den optischen Tiefpunkt dieser Inszenierung. Ich sehe dort keinen erotischen Tanz eines Mädchens, ich sehe auch keine Ideen verwirklicht, wie man den Tanz anders auf die Bühne bringen könnte. Das einzige, was ich sehe, ist ein eher hilfloses Tapsen, Stampfen und Drehen einer Salomé, die Herodes und dem DVD-Zuschauer besser etwas vorgesungen als -getanzt hätte. Tänzerisch und inszenatorisch eine einzige Peinlichkeit.
Doch kommen wir zu den erfreulicheren Seiten der Aufnahme: Die Malfitano singt berückend schön; ihre Stzimme besitzt ein wunderbar junges Timbre. Bryn Terfel als Jochanaan sieht so gewaltig aus wie seine Worte klingen. Vielleicht schleudert er seine Flüche manchmal gar zu heftig hinaus, aber er ist auf jeden Fall eine mehr als respektable Besetzung. Wenn man Robert Gambill hört und sieht, wünscht man sich, Strauss hätte die Partie des Narraboth größer angelegt. Anja Silja singt und spielt zuverlässig gut die Zicke Herodias. Für meinen Geschmack das beste an dieser Aufführung ist jedoch Kenneth Riegel als Herodes. Riegel reizt das Komische der Rolle voll aus. Seine Stimme klingt dabei so hysterisch und zugleich so rein, daß es eine Wonne ist.
Fazit: gute Sänger, aber laue Inszenierung. Wir warten auf ein besseres Konkurrenzprodukt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Düstere "Dirty" Salome, 29. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Strauss, Richard - Salome (Gesamtaufnahme) (DVD)
DAS repräsentative Werk des "fin de siècle" und der "décadence" auf der Bühne des Musiktheaters zu sein gebührt ohne Zweifel Richard Strauss' Operneinakter "Salome" nach Oscar Wildes gleichnamigem Drama. Die Quellen dieses Stoffes liegen zum einen im Neuen Testament sowie in verschiedenen literarischen Werken des 19. Jahrhunderts. Kennzeichnend für die Behandlung dieses Sujets ist unter anderem die Einbettung in einen - wenn auch imaginierten - orientalischen Kontext. Luc Bondy, der Regisseur der dieser DVD zugrunde liegenden Aufführung am Royal Opera House in London aus dem Jahr 1996, macht keinen Hehl daraus (siehe Beiheft), dass er diese Oper im Grunde genommen gar nicht so sehr mag. In seiner Inszenierung verzichtet er auf jeglichen Orientalismus und macht aus dem Stoff eine Familiengeschichte, in der die Eltern ihre pubertierende, sexuell erwachende Tochter - "dirty" Salome - nicht mehr im Griff haben. Das Bühnenbild - ein Kellerraum - ist eher karg und über weite Strecken düster gehalten. Von der Farbigkeit der Partitur und dem ornamentalen Charakter der Sprache in Wildes Drama ist auf der Bühne so gut wie gar nichts zu sehen. Wer eine orientalisch schillernde "Salome" erwartet, wird hier enttäuscht.
Die weitaus größere Enttäuschung aber bildet die sängerische und darstellerische Leistung des Ensembles. Kenneth Riegel, dessen Stimme und gesangliche Gestaltung des Herodes meist unerträglich ist, und die doch sehr renommierte Anja Silja als Herodias bleiben eigentümlich blass. Herodes wirkt wie ein skurriler Schwächling, dessen erotisches Verlangen nach seiner Stieftochter und dessen Angst vor dem durch Jochanaan angekündigten Kommen des Messias man kaum wird nachvollziehen können. Bryn Terfel als Jochanaan beeindruckt zwar durch seine mächtige Stimme und wuchtige Gestalt, seine Rolle als heiliger Mann jedoch, nämlich als Prophet des Erlösers der Welt, nimmt man ihm nicht wirklich ab.
Catherine Malfitano kommt als Salome in der ersten Hälfte der Oper recht schwer in Schwung und verbreitet nur wenig Ausstrahlung. Mit Beginn des "Tanzes der sieben Schleier" steigert sie sich jedoch zunehmend und bietet in ihrer Auseinandersetzung mit Herodes und im Schlussbild in ihren langen Monologen mit dem Haupt des Jochanaan eine sängerisch wie darstellerisch eindringliche Leistung.
Das Orchester des Royal Opera House unter der Leitung von Christoph von Dohnányi spielt vom ersten bis zum letzten Akkord großartig auf und bietet einen transparenten, gut durchhörbaren Klang mit dramatischer Verve.
Besondere Erwähnung verdient das Beiheft, das neben einem Statement des Regisseurs L. Bondy drei ausführliche, sehr informative Texte (ohne Übersetzungen der engl. und franz. Originale) zur Stoffgeschichte der "Salome" in Bibel, Literatur, Theater und Malerei sowie zu Drama und Oper von Wilde bzw. Strauss enthält.

Fazit: Diese Aufnahme ist beileibe kein Muss. Die bessere Alternative bietet die Fassung von Götz Friedrich und Karl Böhm mit Teresa Stratas in der Hauptrolle (DGG).
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Malfitano und Terfel: Besser geht es kaum!!, 16. August 2004
Von 
P. Scheid "patscheid4" (Saarbrücken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Strauss, Richard - Salome (Gesamtaufnahme) (DVD)
Diese Aufführung war vor einigen Jahre mein erster Kontakt mit Strauss' Salome. Damals war ich sehr beeindruckt. Dieser erste Eindruck wird auf der DVD bestätigt. Besonders das Agieren von Catherine Malfitano ist imponierend: die Mischung von Kind und Dämon wird von ihr absolut glaubhaft dargestellt. Ihr Stimmtyp passt besser zur Rolle der Kindfrau Salome als ein hochdramatischer Sopran. Birgit Nilsson ist zwar stimmlich opulenter, klingt aber in dieser Rolle etwas zu reif. Die Stimme Malfitanos ist schlanker, jugendlicher und verfügt trotzdem über eine stets durchschlagkräftige Höhe. Allerdings ist anzumerken, dass ihr einige Töne etwas zu schrill geraten. Bryn Terfel zeigt als Jochanaan eine vor allem stimmlich herausragende Leistung. Die Stimme ist sehr voluminös, bestitzt den erzigen Klang eines echten Heldenbaritons und behält ihre berauschende Klangqualität bis in die höchsten Lagen. Hier findet man genau die stimmliche Potenz, die Fischer-Dieskau in dieser Rolle fehlte. Kenneth Riegel überzeugt in der Rolle des neurotischen Herodes stimmlich wie schauspielerisch. Anja Silja ist eine wunderbar dekadente Herodias. Bei lang gehaltenen hohen Tönen neigt ihre Stimme zu einem langwelligen Vibrato, das aber nicht weiter stört. Die übrigen Rollen sind adäquat besetzt.
Inszenierung und Bühnenbild verzichten weitgehend auf orientalische Einflüsse, sondern konzentrieren sich ganz auf die Darstellung der Verhältnisse zwischen den Personen. Dies ist kein Mangel, könnte aber nach meinem persönlichen Geschmack etwas sinnlicher sein. Der Tanz der Schleier (von Malfitano selbst getanzt) ist wunderbar umgesetzt. Christoph von Dohnanyi und das Orchester der Covent Garden Oper bieten eine gewohnt souveräne Leistung.
Bleibt noch anzumerken, dass die DVD ein sehr informatives Beiheft enthält.
Fazit: Die vorliegende DVD bietet einen wunderbaren Zugang zur Oper "Salome". Der Gesamteindruck macht die wenigen Schwachpunkte vergessen, deshalb: fünf Sterne!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Apokalyptische Drohungen, 26. Januar 2009
Von 
Axel Krämer (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Es gab bis dahin wohl keine andere Oper, in der eine Frau so ungeniert den Körper eines angebeteten Mannes anschmachten durfte. Ach, wie ist Salomé hingerissen von dem Leib des Jochanaan, wie Johannes der Täufer hier genannt wird. Von seinen Haaren! Von seinem Mund!
Oscar Wilde hat das biblische Motiv von der Stieftochter des Herodes, die sich nach einer Abfuhr rächt und den Kopf des Johannes auf einem Silbertablett servieren lässt, voll ausgekostet. Seine Handschrift ist auch in der Oper von Richard Strauss erkennbar, hat sich Strauss doch gar nicht extra um einen Librettisten bemüht, sondern das Originalbühnendrehbuch nur ein bisschen zusammengestrichen.
Die DVD eignet sich sehr gut zur Vorbereitung für einen Opernbesuch. Die Inszenierung von Luc Bondy fällt alles in allem recht traditionell aus, und doch ist das Bühnenbild auf eine ganz besondere Art einprägsam. Das Loch im Boden, aus dem die apokalyptischen Drohungen Jochanaans herausdringen - man wird es so schnell nicht vergessen. Genauso wenig den Jochanaan-Darsteller selbst, Bryn Terfel, der mit einer so wuchtigen Körperpräsenz daherkommt, dass man ins Staunen gerät.
Auch der Herodes-Darsteller Kenneth Riegel ist eine grandiose Besetzung. Bondy lässt ihn in Gestik und in seiner stimmlichen Präsenz wie eine tragische Witzfigur aus einem Cartoon erscheinen.
So gelungen die Inszenierung auch erscheinen mag: mehr als ein Appetizer für den echten Opernbesuch kann selbst die klanglich ausgereifteste DVD nicht sein. Für das Orchester sind über hundert Musiker vorgesehen. Dessen überwältigender Klang wird auch mittels DTS-Sound nicht annähernd vermittelt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The best Salome to date, 31. August 2008
This was my first experience of Strauss' opera. I've also read Wilde's work on which the opera is very closely based. Lachmann's is translation is almost word for word. Luc Bondy's direction remains faithful to the spirit of the original work despite the setting being neutral and modern.This Salome is truly a tour de force in every aspect.I've seen other productions since, but none came even close. The singers are absoultely wonderful,and so match the characters in one's head that it is almost eerie. They sing and act their hearts out.Catherine Mafitano is a Salome who is both child and woman at the same time: at times petulant,stubborn and totally obsessed with the indifferent object of her affections who only mocks and spurns her,being totally immersed in his hatred of the idle court of Herod and Herodias,and his blind religious fanatism. Prophet, yes. But definitely also one of the most cold hearted,cynical and man of God, who loves himself and his God only.As crazy as Salome surely, in his own way. The perfect match...for the man of God and the daughter of Sodom are no less evil in their own particular way.
Bryn Terfel is absolutely stunning in the role.For a brief moment he shows a flash of compassion which is soon surpassed by another fit of terrible rage at totally humiliated princess at his feet.
After the rejection Salome suddenly grows up: she is no longer the child-girl in awe and love, but a scorned woman who has become as cold and resolute as Jochanaan is. Exploiting the non too stepfatherly affections of Herod ( a superb Kenneth Riegel in the role of the petty, neurotic, weak and cowardly Herod)she demands Jokanaan's head on a silver platter. Her mother Herodias( a former Salome herself,Anja Silja is also brilliant in the role of the jealous, alcoholic and hateful Herodias) supports her demand all the way.
Salome's notorious final scene is not horror movie gore yet no less chilling.Malfitano is so convincing in her delirium and madness that you just cant help but fear for the sanity of the singer.
In her final moments Salome is perfectly happy,and dies a happy person, as with her last strength she crawls towards the cistern where the headless body of Jokanaan lies.
This is a superb performance of a masterpiece which is sure to be a blueprint for future productions. Breathtaking, chilling and thrilling this is not to be missed. The definite operatic version of Salome on film in my opinion.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Blut, vom Mond und vom Wahnsinn, 14. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Strauss, Richard - Salome (Gesamtaufnahme) (DVD)
Ich hatte schon die Befürchtung, daß sich eine Rezension vollkommen erübrigen würde. Diese Aufführung ist so gut und überzeugend, daß man vollkommen in der schön-schaurigen Geschichte versinken, an manchen Stellen fast schon selbst den Tod mit seinen Flügeln schlagen hören. Und fast nichts sticht so hervor, daß man es noch zusätzlich diskutieren bräuchte. Außer der Besetzung. Besonders einprägsam stapft natürlich Bryn Terfel als massiver Prophet Jochanaan über die Bühne; aber die wahre Attraktion ist Catherine Malfitano. Sie spielt sich beinahe die Seele aus dem Leib, findet für alle Gefühlslagen auch einen visuellen Ausdruck, und bringt ihre Salome erstaunlich jugendlich herüber. Höhepunkt ist erwartungsgemäß der Tanz der sieben Schleier, hier mehr der Tanz mit sieben Schleiern, und Catherine Malfitano bringt ihn unglaublich intensiv herüber, so daß die erotische Spannung nicht mehr allein musikalisch erfahrbar wird.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Luc Bondys Salome- fulminante Oper zuhause, 7. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Strauss, Richard - Salome (Gesamtaufnahme) (DVD)
Salome-die Geschichte der kindlichen, verwöhnten Stieftochter des judäischen Tetrarchen Herodes und ihrer, trotzig aus Rachsucht wegen nicht erwiderten Begehrens, blutrünstigen Forderung nach dem Kopf des Propheten Johannes des Täufers wurde von Oscar Wilde in Anlehnung an die Bibelgeschichte und durch Gemälde zum Thema von Gustave Moreau inspiriert, als schillerndes Theaterstück geschrieben. Die perfide Geschichte, ihre schwülstige Erotik und Dekadenz, als skandalös verschrien, hatte Wilde genial in Worte gefasst und Hedwig Lachmann kongenial ins deutsche übertragen. Eine solche Vorlage war geradezu ideal als Libretto für die speziellen musikalischen Fähigkeiten des Komponisten Richard Strauss.
Hofmannsthal hatte die Lachmannübersetzung leicht gekürzt und für die Vertonung überarbeitet. 1905 wurde der Einakter in Dresden unter Dirigent Ernst von Schuch uraufgeführt und sofort zum Publikumserfolg.
Die hier vorliegende DVD zeigt eine Aufführung aus dem Royal Opera House Covent Garden, London, aus dem Jahr 1997 in einer Inszenierung von Luc Bondy, der auf orientalische Farbenpracht und interpretatorische Modernismen verzichtet und sich ganz auf das Zusammenspiel von Musik und den darstellerischen Qualitäten seiner Sänger verlässt und das völlig zu Recht. Eine packende Inszenierung in jeder Hinsicht. Die unmittelbare, starke Wirkung und klar wahrnehmbare Theateratmosphäre wird sehr direkt aus dem Medium ins heimische Umfeld transferiert.
Catherine Malfitano in der Titelpartie liefert eine stimmlich wie schauspielerische Glanzleistung. Das Chargierende zwischen Staunen und Bewundern, Begehren und Verabscheuen ist von ihr bis in die kleinste Geste und jeden Ton grandios umgesetzt.
Terfels Jochanaan ist eine raumgreifende Wucht. Der kernige Bassbariton vereint kraftvolle Dramatik und sonore Klangfülle mit lyrischem Legato zu einem bewegten Gesamtportrait des Täufers, das man so eindringlich anderweitig nicht finden wird.
Kenneth Riegel als despotischer Tetrarch ist ein Genuss. Die Dekadenz und Lächerlichkeit, Gier, Geilheit und Angst, Riegel verkörpert es stimmlich wie darstellerisch zwingend überzeugend.
Anja Siljas Herodias ist das berechnende und kalt-kontrollierte Gegenstück des Herodes und ebenfalls eine sehr treffende Rollenbesetzung.
Mit Robert Gambills baritonal gefärbtem, strahlkräftig-ausdrucksstarkem Narraboth kann man mit fühlen-so überzeugend auch seine Darstellung.
Alle anderen Nebenrollen sind im Ganzen ohne Fehl und Tadel mit dem attraktiven Mezzo Ruby Philogene als Pagen im Besonderen ein durchweg erstklassiges Ensemble.
Straussfachmann von Dohnanyi bringt die Klangfülle und Farbenpallette mit souveräner Orchesterleitung zum klingen. Und so ereignet sich ein fulminanter Opernabend in herausragender Besetzung zuhause.
Die DVD enthält keine umfangreichen Ausstattungen oder filmisches Zusatzmaterial ausser einigen Informationen zu anderen Universal Produkten u.a. der Doku The Golden Ring zum Wagner-Ring Projekt mit Georg Solti-aber immerhin ein dreisprachiges und informatives booklet.
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5.0 von 5 Sternen Sehr überzeugend, 9. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Malfitano und Terfel - zwei großartige Sängerdarsteller! Sie eine furiose Salome, der im letzten Akt der Wahnsinn deutlich anzusehen ist (hervorragend dargestellt!) und er ein Jochanaan, der sehr glaubhaft Feuer und Schwefel auf die sündigen Häupter herabbeschwört und mit viel Kraft das Erscheinen des Messias verkündet. Insgesamt eine spannende großartige Aufführung. Unbedingte Kaufempfehlung!
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4.0 von 5 Sternen Spannend, 14. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Strauss, Richard - Salome (Gesamtaufnahme) (DVD)
Es gibt allgemein viel Gemecker über Malfitanos Salome. Sie sei nicht sinnlich, nicht erotisch genug. Wie soll eine Sängerin über eine der Salome angemessene Stimme verfügen und trotzdem das kindlich-naiv-lolitahafte Wesen besitzen, das diese Figur angeblich auszeichnet? Hier dürfen Abstriche gemacht werden. Und dann ist Malfitano plötzlich eine gute Besetzung, nicht nur optisch. Sie ist fasziniert von Jochanaan, seine Männlichkeit interessiert sie genau so wie sein Intellekt. In Herodes' Palast herrscht Verblödung, da kommt dieser Prophet gerade recht. Stimmlich ist Malfitano hier in einem Grenzbereich angekommen, da mag der eine oder andere Ton nicht so sauber sein, trotzdem kann ich nachvollziehen, was ihre Salome antreibt. Ihren Tanz finde ich spannend, ihre Tanzsprache völlig adäquat. Terfel ist ein fulminanter Jochanaan, welch eine Stimme, wie sie strömt. Ein Kraftpaket. Siljas Herodias natürlich vom Feinsten, Dohnanyis Dirigat erregt, Bondys Regie, da stimme ich zu, eher Krimi denn Dekadenz. Es gibt gute Salomes auf DVD, dies ist eine davon.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großer Wurf, 10. Dezember 2008
Ich kann es kurz machen: Auch wenn Malfitano keine ideale Salome ist, macht das überhaupt nichts. Mit einem Urgestein von Jochanaan an ihrer Seite werden kleine Mängel bestens kaschiert. Terfel ist ein Ereignis, Bondys kluge Inszenierung stößt niemanden vor den Kopf, erklärt aber exemplarisch das Geschehen. Herodes und Herodias sind exquisit besetzt, musikalische Leitung: Herrlich. Eine DVD zum Schwelgen, zum Atem anhalten, zum Seufzen. Das gibts Live so nicht alle Tage.
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Strauss, Richard - Salome (Gesamtaufnahme)
Strauss, Richard - Salome (Gesamtaufnahme) von Bryn Terfel (DVD - 2003)
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