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34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste Ring aus den späten Achtzigern/Neunzigern, 30. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Ga) (Audio CD)
Bei dieser CD-Box handelt es sich um die gleichen Aufnahmen wie bei der DGG bereits 1994 veröffentlichen Version dirigiert von Levine. Unterschied: Keine Librettos, sondern nur ein einzelnes Begeleitheft mit den einzelnen Opernzusammenfassungen und den jeweiligen Orchester- und Sängerbesetzungslisten. Wer also auf die Librettos verzichten kann oder diese sich beispielsweise als Reclam-Heft zulegt (die zusätzlich genaue Regieanweisungen enthalten), erhält mit dieser Box die gleichen Aufnahmen der Ausgabe von 1994 zu einem knapp 50 % günstigerem Preis.
Über das Werk braucht man sicherlich keine Worte verlieren. Was spricht für den Erwerb der Interpretation von Levine? Zuerst einmal spricht der homogene Klang für sich, der sich durch sämtliche Werke zieht. Für mich persönlich ist die vorliegende Aufnahme u.a. auch deswegen die beste aus dem digitalen Zeitalter. Ein weiterer Vorteil ist das sehr gefühlvolle Herangehen von Levine, Er nutzt den vergrößerten Orchesterapparat nicht nur um ihn bei den lauten Momenten hervorzutreten zu lassen um die offenkundige Dramatik zu unterstreichen, sondern benutzt hervorragend die gesamte Orchesterbandbreite, um sämtliche Aspekte des Werkes genau auszuleuchten und schafft genau damit die dramatischen Spannungsbögen, die bei Wagner so wichtig sind. Die Orchester- und Chorleistung ist durchaus exorbitant zu nennen, außerdem gefallen auch die Sängerbesetzungen, wo es in den Sechziger Jahren ja mal manch schwächere oder unglückliche Besetzungen bei den Einspielungen gab. Dagegen ist bei diesem Ring (im Gegensatz zum Karajan-Ring der späten Sechziger), nicht eine einziger Ausfall oder eine Durchschnittsleitung zu nennen. Für mich persönlich von Riesenvorteil ist die konstante Sängerbesetzung:, d.h. die Hauptpersonen, wie Wotan/der Wander werden nur von einem Sänger , in diesem Fall James Morris, gesungen. Diese Vorgehensweise verstärkt nur die Geschlossenheit dieses Ringes - und ein Ring selbst ist sowieso in sich geschlossen. Einzelne Gesangsleistungen in diesem hervorragendem Gesamteindruck hervorzuheben ist nur schwer möglich. Morris als Wotan, Behrens als Brünnhilde, die große Ludwig als Fricka, Jerusalem als Loge und auch Goldberg als Siegfried, sie allesamt erbringen hier keine nur solide Leistung sondern eine absolut mitreißende und technisch perfekte Performance. Die Leistungen der Sänger und des Orchesters sind so gut, dass man nicht bemerkt, dass es sich um eine "Studioaufnahme" und nicht um einen Livemitschnitt handelt. Von der Sterilität vieler klassicher Digitalaufnahmen ist hier glücklicherweise keine Spur. Für mich persönlich ist dieser Ring neben dem Rheingold und der Walküre von Karajan, sowie Teile des Rings von Böhm, im Gesamteindruck die beste Kompletteinspielung. Ein Reinhören kann in keinem Fall schaden und das Preis/Leistungsverhältnis ist bei dieser Box sowieso mehr als gewährleistet.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der MET - Ring: Eine Großtat von James Levine, 19. April 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Ga) (Audio CD)
Der Ring des Nibelungen - Wagners Monsterwerk, über 15 Stunden Musik, ein riesiges Orchester, 16 zu besetzende Hauptrollen, ständige Schauplatzwechsel und endlose Deutungsmöglichkeiten. Jeder Dirigent, jeder Regisseur wird davon träumen, einmal dieses Großprojekt in Angriff zu nehmen. Und nätürlich hatte jeder bedeutende (und so mancher weniger bedeutende) Dirigent seit Erfindung der Schallaufzeichnung den Ehrgeiz, seine Sichtweise von Wagners Weltendrama ganz oder wenigstens teilweise für die Nachwelt zu konsevieren. Theoretisch kann der Musikfreund sein ganzes Leben damit verbringen, kann wählen zwischen Furtwängler, Solti, Karajan, Böhm, Barenboim, Boulez, Sawallisch, Haitink, Janowski und noch unzähligen mehr.
Den Referenz - Ring gibt es meiner Kenntnis nach nicht. Jede Aufnahme, die ich gehört habe, hat ihre Stärken und Schwächen. Diese Gesamteinspielung, die in den späten 80er und frühen 90er Jahren entstand, hat zwar auch ihre (kleinen) Durchhänger, doch ist sie für mich die homogenste Aufnahme mit einem durchgehend hochkarätig besetzten Ensemble. Einzig Böhms Live - Einspielung von 1967 kann in punkto musikalischer Stringenz und Sängerqualität mithalten, leider krankt diese Aufnahme an zeitweise recht bescheidener Tonqualität.
Levine wählt, wie gewohnt, gemessene Tempi und gibt der Musik einiges an Weichzeichner mit auf den Weg. Dadurch gerät er nicht in Gefahr, dem schieren Bombast und dem berüchtigten "furor teutonicus" zu verfallen, was gerade beim "Ring" ein nicht zu unterschätzendes Risiko ist. Levine geht es darum, die Geschichte in Fluß zu halten, die zahllosen Motive in der Partitur mit den Motivationen der handelnden Personen zu verbinden, wodurch seine Interpretation größtmögliche Klarheit gewinnt. Hier wird nicht einfach wild drauflosgewagnert, das Werk wird durchleuchtet und so führt eins logisch zum anderen. Daß das keine intellektuell - akademische 16 - Stunden - Konsevatoriumsvorlesung zum Thema Ringkunde wird, liegt am blutvoll aufspielenden Orchester der Metropolitan Opera, sowie an den hervorragend musizierenden und (größtenteils) agierenden Sängern.
Da ist zuerst James Morris als Wotan zu nennen. Sein voluminöser Baß - Bariton passt ausgezeichnet zum Göttervater, er singt mit bester Textverständlichkeit und hat keinerlei Sprachschwierigkeiten. Es gelingt ihm, sein Rollenportrait über die gesamte Dauer des Werkes glaubhaft zu gestalten. Im "Rheingold" ist er ein fast jugendlicher Wotan, der, um die Welt nach seinen Vorstellungen beherrschen zu können, sich leichtsinnig in unlösbare Probleme verstrickt, in der "Walküre" ein desillusionierter, enttäuschter Wahrer sinnloser Verträge, im Siegfried schließlich der ruhelos nach der letzten Lösung suchende Wanderer. Ein rundum gelungene Darstellung.
Seine Fricka ist die große alte Dame des Wagnergesanges, Christa Ludwig. Doch klingt sie alles andere als alt, ihre Stimme zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Auch ihr gelingt eine vollauf überzeugende Leistung. Ihre Fricka ist eine energische Mahnerin und Hüterin der Ehe, ohne je tantenhaft oder gar hysterisch zu klingen.
Ekkehard Wlaschiha hat es etwas schwerer. Er singt insgesamt zwar einen recht glaubhaften Alberich mit charaktervoller, etwas rauher Stimme, doch fehlt ihm sowohl die Wollust gegenüber den Rheintöchtern, als auch der ultimative Wille, die Gier nach der Macht. Gegen den Über - Alberich des letzten Jahrhunderts, Gustav Neidlinger, verliert er einiges an Kontur, aber solche Vergleiche sind eigentlich unfair.
Als sein Nibelungen - Bruder Mime glänzt Heinz Zednik. Nicht umsonst hat er sich in dieser Rolle weltweit Ruhm erworben. Zednik bringt ein absolut glaubhaftes Rollenportrait des von Neid und Mißgunst zerfressenen Zwerges zu Gehör. Dabei verläßt er nie die Gesangslinie, wird nicht zum "Rapper" oder zur Karikatur, wozu diese Rolle schon so machen verführt hat. Eine ausgezeichnete Leistung.
Ein weiterer Glanzpunkt der Besetzung ist Kurt Moll, der hier gleich in drei Rollen überzeugt. Im "Rheingold" gibt er den melancholischen Riesen Fasolt, in der "Walküre" einen gefährlichen, grimmigen Hunding und im "Siegfried" einen gewaltigen, im Sterben wahrhaft weisen Fafner.
Weitere ausgezeichnete Auftritte im "Rheingold" liefern Siegfried Jerusalem als Loge, Siegfried Lorenz als Donner, Brigitta Svedén als Erda, sowie Hei - Kyung Hong, Diane Kesling und Meredith Parsons als perfekt aufeinander eingespieltes Rheintöchter - Trio.
Die neuen Stimmen in der "Walküre" erfreuen durch die Bank. Als Wälsungenpaar glänzen Jessye Norman und Gary Lakes. Die Sieglinde der Norman besticht durch genaue, bewegende und stimmlich wundervolle Darstellung mit hervorragender Sprachgestaltung. Der Siegmund Gary Lakes kämpft zwar ein wenig mit der deutschen Diktion, doch wartet er mit einer prächtigen und machtvollen Stimme, die nie ins Brüllen verfällt, auf, und gestaltet den unglücklichen Helden sehr glaubhaft. Fünf Sterne für beide.
Hervorragend auch die Brünnhilde von Hildegard Behrens. Nach der "Salome" unter Karajan und der "Leonore" unter Solti liefert sie wieder ein energiegeladenes und überzeugendes Rollenportrait ab. Was ihr an stimmlicher Leistungsfähigkeit fehlt (eine neue Brigitte Nilsson ist sie nicht wirklich), macht sie durch darstellerische Intensität wett. Auch der berüchtigte S - Fehler stört kaum, die Behrens ist die bislang überzeugendste Brünnhilde des digitalen Zeitalters.
Mit ihrem Gegenpart Reiner Goldberg sieht es etwas anders aus. Zwar besticht sein Siegfried durch stimmliche Schönheit und Textverständlichkeit, nur wirkt er irgendwie etwas unbeteiligt, kommt an einige Altvordere (Windgassen, schon wieder so ein gemeiner Vergleich!!) bei weitem nicht heran. Einen wirklichen Ausfall kann man ihn nicht nennen, aber warum der damals in vollem Saft stehende Siegfried Jerusalem die Rolle nicht gesungen hat, ist mir ein Rätsel.
Auch in der "Götterdämmerung" gibt es hervorragende Sänglerleistungen zu hören. Altmeisterin Helga Dernesch, sowie Tatiana Troyanos und Andrea Gruber bestechen als Nornen - Trio. Die Gibichungen sind mit Bernd Weikl (Gunther) und Cheryl Studer (Gutrune) ausgezeichnet besetzt. Komplettiert wird das Ensemble durch einen wirklich pechschwarzen Hagen (Matti Salminen) und eine bewegende Waltraute (Hanna Schwarz).
Wer also einen "Ring" in selten gehörter Klarheit und musikalischer Schönheit ohne allzuviel "teutsches" Gedröhne sucht, der greife zu dieser ausgezeichneten Aufnahme.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr gelungen, 12. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Ga) (Audio CD)
Unter den neueren Ring-Einspielungen ist dies sicher die beste; auch wenn sie mit Soltis Besetzung nicht mithalten kann, sprechen doch viele ausgezeichnete Sängerleistungen, die tolle Leistung des MET - Orchesters, Levines spannungsvolles, wenn auch sehr weiches und zuweilen extrem langsames Dirigat und vor allem: der wunderbare Klang für diese Aufnahme.

Die Sänger - Pluspunkte: Morris mächtiger Wotan, Behrens' leidenschaftliche Brünnhilde (trotz des etwas dünnen Tons) Jessye Norman und Cheryl Studer als Luxus-Sieglinde und -Gutrune, Jerusalems erstklassiger Loge und Wlaschihas legendärer Alberich sowie Heinz Zedniks bekannt phänomenaler Mime.

Minuspunkte: Christa Ludwigs leider fünfzehn Jahre zu spät aufgenommene Fricka (Alas !), Gary Lakes qualliger Siegmund und Goldbergs säuerlicher Siegfried sowie stimmlich und idiomatisch zweitklassige Rheintöchter und Walküren : Hier hätten sich Importe aus Europa doch gelohnt (und ein anständiger language coach). Trotzdem sehr hörenswert - aber Solti bleibt Referenz !
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0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mal kurz und knapp - wer keine langen Rezensionen mag, 17. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Ga) (Audio CD)
Diese Aufnahme ist sehr gut.

Mehr muss gar nicht gesagt werden. Wer sich überlegt, eine Aufnahme des Rings zu kaufen, der sollte sich für diese entscheiden. Es sei denn, er ist willig, mehr auszugeben, dann sollte er zu der aktuellen Solti Aufnahme greifen.

Orchester und Sänger finde ich überzeugend, vor allem Siegmund und Erda.

Was mich etwas stört, ist, dass die Aufnahme ein wenig zu leise ist, daher muss man die Anlage etwas weiter aufdrehen.

Aber: Ich kann dieses Produkt nur empfehlen.
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3 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, doch leider weniger wagnerisch, 9. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Ga) (Audio CD)
Ich finde den Ring von James Levine sehr schön, doch es gibt da auch nach meiner Sicht ein kleinen Nachteil:
Die Hörner sind mir etwas zu weich aufgetragen, bei Wagner kommen die Hörner eher stärker zum Ausdruck. Da hört man auch, dass man es hier mit der MET und nicht mit den Bayreuther Festspielen zu tun hat. Alle Sänger sind in Ordnung, habe nichts auszusetzen. Der Walkürenritt ist sehr schwungvoll und nicht gehakt wie bei Solti. Trotz leichter Mängel ist diese Aufnahme sehr empfehlenswert, vor allem wegen dem Tempo.
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3 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wagners Meisterwerk!, 18. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Ga) (Audio CD)
Mit dem ersten Basston in Rheingold hat man das Gefühl etwas grosses, etwas immens grosses, tiefes, beinahe archaisches zu erfahren: Der Aufbau in diesem einen Dreiklang über mehrere Minuten hinweg, mit immer mehr einsetzenden Instrumenten, hat eine unglaubliche Spannung und baut immer mehr Spannung auf. Hier bekommt man eine Ahnung davon, was wahre Grösse bedeutet. Diese Grösse geht mit dem plötzlichen Einsatz der Sänger nicht verloren: Man merkt deutlich, dass man eine Aufnahme mit dem Wagner-Orchester schlechthin, hört, mit den besten am Markt befindlichen Sängern und einem Dirigenten, der als Deutscher direkt dieser Epoche entstammt. Dass diese Aufnahme ein Live-Mitschnitt ist, begünstigt die Lebendigkeit der Musik: Man merkt, hier wurde nicht in einminütigen Tracks zusammengeschnitten, wie bei vielen Studio-Produktionen üblich, sondern es entsteht der grosse Zusammenhang, die grosse Linie.
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