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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tief bewegender film, 26. Juli 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Frances (DVD)
Er erzählt klug und berührend von der destruktiven Macht der sogenannten Erziehung - einer Mutter, die ihre Tochter nicht liebt, sondern sie brutal für ihre Zwecke benutzt, einem Vater, der untätig daneben steht und einer unmenschlichen Psychiatrie, die es fertig bringt das Zerstören von Emotion und Phantasie, die körperliche Folter und Vergewaltigung als Heilung eines kranken Geistes zu bezeichnen.

Es ist unmöglich nicht fassungslos vor den Entwicklungen dieser Geschichte zu stehen und vor dieser Frau, die soviel Stärke und Mut zeigt in ihrem Anspruch auf Freiheit, die sich so lange und hartnäckig dagegen wehrt in ihrer Lebendigkeit gebrochen zu werden.

Eine fantastische, unvergleichliche Jessica Lange und ein Aufruf die Liebe der Eltern nicht mit Manipulation zu verwechseln!

Unbedingt ansehen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Dafür gehst du geradewegs in die Hölle" ..., 12. Mai 2013
Von 
Isabelle Klein "vintage books" (Würzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Frances (DVD)
Regie: Graeme Clifford, mit Jessica Lange, Sam Shepard, Kim Stanley, EMI, USA 1982, 133 Min. (Kamera: László Kovacs)

... ruft eine Matrone der 16-jährigen Frances Elena Farmer (Lange), am Ende ihres Vortrages zu. Frances vermag schon damals zu polarisieren. Sie schafft es mit ihrem Aufsatz "God dies" (inspiriert von Nietzsches "Gott ist tot"), der in einem bundesweiten Aufsatzbewerb einen Preis gewinnt, sogar in die Wochenschau, die ansonsten von den traurigen Realitäten der Depression geprägt ist. Doch Frances will mehr: Sie, möchte dem engen Seattle entfliehen und Theater-Schauspielerin werden. Auf dem Rückweg eines Aufenthaltes in der damaligen Sowjetunion, stoppt sie an der Ostküste, um ihre Theaterpläne in New York zu verwirklichen. Doch an Land zieht sie nur einen 7-Jahres-Vertrag bei Paramount. Erste Erfolge stellen sich ein: "Rhythm on the Range" (A-Film mit Bing Crosby) und "Come and Get It" (nach einem Roman Edna Ferbers). Frances heiratet und ist ein gefeierter Star. Doch Hollywood engt sie ein und sie verlässt Tinseltown mit Ziel Westchester, New York. Es soll ihre glücklichste Zeit werden, in Clifford Odets glaubt sie ihre große Liebe gefunden zu haben. Das Ende der Affäre mit dem Playwrite lässt sie extrem melancholisch, verbittert und rastlos zurück, zumal sie durch eine finanzstärkere Schauspielerin ersetzt wird. Ihr Leben liegt in Scherben und sie findet keinen Ausweg aus der unhaltbaren Situation. Ein beispielloser Leidensweg nimmt seinen Lauf, beginnend mit einer Trunkenheitsfahrt an der Westküste, der in einer medienträchtigen Verhaftung gipfelt und elf Jahre unvorstellbaren Leidens zur Folge hat.

FRANCES ist ein Biopic über das Leben der Schauspielerin FRANCES FARMER (1913-1970), die zu ihrer Zeit polarisierte, wie kaum eine andere. Ein frühreifes Früchtchen, das sich durch Nietzsche zu Gedanken inspirieren lässt, die wohl kaum typisch für eine 16-Jährige in den frühen depressionsgeplagten 30er Jahren sind. Sie lernt den jungen Journalisten Harry York kennen, der sie zeit ihres Lebens begleiten wird, immer für sie da ist, in jeder noch so ausweglosen Situation.
Frances ist ein Mensch, der seiner Zeit voraus ist. Sie erinnert in ihrer Intelligenz, Eigenwilligkeit und ihrem Individualismus an Louise Brooks. Beides Frauen, die Hollywood, sein rigides Studiosystem, das einem alles vorschrieb, aber nichts erlaubte, hassten

Jessica Lange, die für ihre Darstellung oscarnominiert wurde, (ebenso wie Kim Stanley als Besten Nebendarstellerin in der Rolle ihrer Mutter), spielt die Rolle der unbequemen Frances so eindringlich, dass man über weite Strecken vollkommen gebannt ist. Lediglich als junge, 16-jäjrige Schülerin, überzeugte die damals 33-Jährige nicht so wirklich. Sam Shepard spielt ihren langjährigen Freund, der bereit ist, ihr alles zu geben, seine Liebe und sein Leben, der aber immer zum falschen Zeitpunkt auftaucht, ebenfalls großartig. Sein Mienenspiel ist sparsam, aber umso wirksamer. Übertroffen nur noch von der herausragenden Leistung Stanleys, die die Rolle der bösen Mutter, die ihre Träume auf ihre Tochter projiziert, so glaubwürdig spielt, dass man ihr über weite Teile am liebsten nur dem Hals umdrehen würde.

Dazu eine großartige Artdirection. Unvergessen die Szene, in der Frances ein Bad nimmt. Da ist alles aufeinander abgestimmt, sogar die Goldfische in ihrem Glas leben extremely lavish. Oder aber der blütenbestickte Vorhang, der auf dem nackten Rücken Langes im Morgenlicht seine Schatten wirft. Oder aber kleine Symbole, wie der traurige Hund, in der sich ihr Seelenzustandes spiegelt oder aber Chaplin himself als Comic-Parodie auf man-weiß-schon-wen. Man taucht über 133 Minuten in die Welt der 30er und 40er Jahre ab, begegnet illustren Personen, wie dem Paramount-Boss, Clifford Odets oder dem jungen Regisseur Elia Kazan und erhält Eindrücke in die Maschinerie und Unmenschlichkeit Hollywoods.
In einigen Szenen erinnerte mich FRANCES an "A Star ist Born", es gibt eine Szene am Meer in der Frances mit Harry Ehebruch begeht. Während Frances Stern steigt, ist ihr Mann auf dem absteigenden Ast. Frances wird hier als aufrichtiger und unbequemer Mensch gezeichnet, der mit Vielem aneckt. Sie hasst Hollywood und seine Einschränkungen schon damals: "Ich will mir selbst in die Augen sehen können." Sagt`s und verschwindet nach Westchester, NY: Sie tritt in "The Petrified Forrest" und "Golden Boy" auf Dort findet sie in Clifford die Liebe. Doch er spielt nur mit ihr. Als sie durch eine finanzstärkere Schauspielerin ersetzt wird, ist sie am Ende. Theater ist ihr Leben. Clifford verrät sie und bleibt bei seiner Frau - keine andere als Luise Rainer ("The Great Ziegfeld"). Frances ist am Ende, sie trinkt. Die tragischen Verwicklungen beginnen, als sie nach einer Party bei Louella Parsons, angeekelt das Fest verlässt und bereits diverse Drogen eingeworfen hat. Sie wird wegen Trunkenheit am Steuer auf Bewährung verurteilt. Danach befindet sie sich in einer ausweglosen Spirale. Man kommt nicht umhin sich zu fragen: Wie konnte es soweit kommen? Denn verrückt war die Dame keinesfalls, eine elfjährige Hölle mit Elektroschocks und Insulin-Kuren waren absolut unangebracht. Schizophrenie? Neurose? Manisch-depressiv? Blödsinn! Unbequem. Temperamentvoll. Drogenabhängig. Über die Stränge schlagend. Individualistisch. Freiheitsliebend. Zu direkt und impulsiv? Sicherlich, aber mehr auch nicht.
Der Film vermittelt diese Ausweglosigkeit, die vielleicht schon von früher Kindheit an, beginnend mit den endlosen Streiteren mit der Mutter, in Teilen vorgezeichnet ist. Frances hat einfach Pech. Eine unglückliche Verkettung von Umständen (Trunkenheit, Angriff auf Stylistin, Auftreten in der Öffentlichkeit, ihre Ausbrüche, Unzuverlässigkeit, der unkluge Angriff auf die Mutter...) führt dazu, dass sie eine unglaubliche Odyssee erleben muss, die über elf Jahre andauert und unvorstellbares Leid mit sich bringt.

Doch so sehr der Film dies auch eindringlich darstellt und den Zuschauer anregt, sich mit dem Gesehenen auseinanderzusetzen. so hat er doch Schwachstellen, die vermeidbar gewesen wären, hätte man mehr Wert auf Authentizität gelegt. Erstens: Harry ist fiktional. Zweitens: der Konflikt mit der Mutter, der zeitlebens vorhanden war, wird über weite Stellen ignoriert. Drittens und am Schwersten wiegend: Es wurde NIE eine Lobotomie an Frances durchgeführt! Clifford selbst sagt in dem Audiokommentar: "We didn't want to nickel and dime people to death with facts."[Der Film beruht in Teilen auf der fiktiven Bio SHADOWLAND von William Arnold]. Viertens: Die Darstellung einer gebrochenen Frances, wie sie am Ende gezeigt wird, ist unzutreffend, da drittens ja nie durchgeführt wurde!
Es gibt einen TV-Film, der sich realitätsnaher mit dem Leben Farmers auseinandersetzt.
Nichtsdestotrotz ist und bleibt der Film ein eindrucksvolles und erschütterndes Zeugnis eines Lebens, das ab einem Punkt aus dem Ruder lief. Gelungen zeigt er dabei auf, dass niemand die Schuld zu geben ist: Der Film macht es uns eben nicht einfach, indem wir die Schuld auf eine Peron abschieben können. Stattdessen vermittelt er uns eine trostlose, düstere Lebenstragödie einer Frau, die alles hatte, aber letztlich nie die Chance zu sein, wer sie sein wollte und zu tun, was sie tun wollte. Sie hatte alles, bis auf Glück, Freunde und das Talent sich selbst zurückzunehmen, sozusagen Überlebensinstinkt!

Zur DVD: Leider nur ein schwaches Bild - keinerlei Überarbeitung seit den 80ern. Am augenscheinlichsten wird dies bei weißem Hintergrund, hier ist ein solch extremes Bildrauschen sichtbar, dass man an die gute alte VHS-Zeit erinnert wird. Diverse Tonspuren und UT vorhanden. Zudem ein Audiokommentar G. Cliffords.
Nachtrag 29.09.13: Der Film sollte definitiv im BD-Player abgespielt werden, insofern vorhanden. Durch das Upschaling ist das Bild einwandfrei!

Nebenbei: Frances hat es geschafft, ein musikalisches Denkmal gesetzt zu bekommen: Nirvanas "Frances Farmer Will Have Her Revenge on Seattle". Der Text stammt vom Landsmann aus Seattle Kurt Cobain und ist Teil des 1993 erschienen "In UTERO-Albums".

Fazit: eindringlich, abgründig, bildgewaltig. Ein über weite Strecken ein düsterer, hoffnungsloser und deprimierender Film, der lange nachhallt und einen gedankenschwer zurücklässt. Großartig!
Knapp an 5 Sternleinchen vorbei*!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie konnte die "Verrückte" so normal werden?, 1. Oktober 2013
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Frances (DVD)
Wer oder was verrückt worden ist, muss ja nicht gleich verrückt sein, was einen der alte Juristenwitzspruch vom "verrückten Grenzstein" lehrt. Frances Farmer verrückte für sich persönlich Konventionen und wurde für verrückt gehalten, was sie nicht war. Dabei leistete sie sich schon 1931 als sechzehnjährige Schülerin einen bemerkenswerten Aufsatz, in dem sie an Gott zweifelte und zumindest eine traditionelle Gottesvorstellung, angelehnt an ein berühmtes Nietzsche-Wort, für tot erklärte. Hierfür gewann sie zwar einen Aufsatzwettbewerb, machte sich aber beileibe nicht nur Freunde in ihrer Heimat Seattle. Der Film nimmt den Zuschauer bereits in dieser frühen Szene für Frances Farmer ein, ohne plump zu sein. Denn wenn die vorgelesenen Auszüge tatsächlich aus Farmers Aufsatz stammen, sind sie in der Tat beachtlich und weisen weit über traditionelle Gottesleugnung hinaus. Der Text hat eine Mischung aus geistig hellwacher Kritik und eigenständiger Spiritualität, die sich Gott eher als körperlich und die Nähe zu Gott als körperliche statt konservativ-moralische Reinheit vorstellt. Die Schauspielerin Jessica Lange sieht etwas zu alt und zu abgeklärt für eine Sechzehnjährige aus - und trifft damit genau die Aussage: Frances ist kein normaler pubertierender Teenager, jedenfalls nicht nur. Sie ist reif in jeglicher Hinsicht, ihrem Alter voraus. Gleichwohl - auch hier ein großes Kompliment an den Film - deuten die bitterschöne halbdunkle und halb verschwommene herbstliche Landschaft und das ebenso gefilmte Elternhaus, unterlegt von einer oft von Kindern geübten Klavier-Etüde, bereits eine im wahrsten Sinne des Wortes getrübte Sehnsucht an. Eine Sehnsucht nach einer heilen Welt im Elternschoß, nach einer unbeschwerten Kindheit, die für Frances vielleicht nie existiert hatte, es sei denn als fernes Ideal. Die Realität: Das Zerrbild von Kindheit, das Frances` dominante Mutter wie einen Heiligensch(r)ein noch über Jahre im Hause konservieren wird. Bilder, bestimmte Klaviernotenblätter und andere Accessoires werden die Illusion der Mutter aufrechterhalten, aus Frances sei ein großer glücklicher Star geworden. Bilder sind es auch, auf denen sich die Mutter immer in den Vordergrund drängt, während der gute, aber schwache Vater im Hintergrund bleibt. Ein Bild soll sich die Öffentlichkeit von Frances und ihrer Mutter machen, von einer heilen Familie. Doch, wie gesagt, es ist getrübt. Frances wird Theaterschauspielerin, wird aufgerieben in Hollywood, auch wenn sie dort ein paar Erfolge erzielt. Die Mutter meint, stolz auf Frances zu sein, und sie meint in nicht zu überbietender Egozentrik doch nur sich selbst - so wie eine Frau des Ortes, die sich begeistert über ihren Filmerfolg gibt, aber früher Frances wegen ihres angeblich gotteslästerlichen Aufsatzes in die Hölle gewünscht hatte. Bezeichnend, dass diese Mutter noch zu der erwachsenen Frances, wenn sie sie ausschimpft, "Kind" sagt. Frances soll Kind sein und ist es doch nie gewesen.

Frances hat hohe Ideale, wenngleich es eigentlich nur um etwas gleichsam Elementares wie Schwieriges geht: Aufrichtigkeit. Auf geniale Weise bedient sich der Film durchgängig einer bildhaften Sprache, um den Verlust von / den Verrat an Idealen zu zeichnen. So wie die Mutter lauter Bilder von Frances als Filmstar im Hause stehen hat, fällt bei dem Dramatiker Clifford Odets ein Bild von Lenin auf - seine kommunistischen Ideale wird er aber sehr zum Leidwesen von Frances verraten (sie wird gegen eine Schauspielerin ausgetauscht, die im Gegensatz zu Frances die Theaterproduktion sponsern kann). Einzig ihr lebenslanger guter Freund Harry (Sam Shepard) geht aufrecht durch eine seelisch korrumpierte Welt. Es ist vielleicht konsequent, dass dieser Mann eine Erfindung in einem ansonsten auf realen Personen beruhenden Film ist. Er ist griechischer Chor, Frances` Gott, nachdem der christliche Gott ja tot ist, ihre innere seelische Stütze. Ob die beiden je miteinander schlafen, ist unklar. Am Ende verschwinden sie fast geisterhaft aus dem Bild und es heißt, Frances sei später gestorben, wie sie gelebt habe: allein. Auch ein Harry kann darüber nicht hinwegtäuschen, dass diese Frau immer schon bei ihrem Streben nach Autonomie allein war.

Frances, darin ist der Film dicht an den Tatsachen, war brutal ehrlich, ehrlich brutal, eckte an, konnte verbal ausfallend sein, trank ab und an zuviel - und ein minder schwerer Angriff gegen eine Stylistin und einen Polizisten genügte einem bigotten Klüngel aus Gesellschaft und Justiz, sie als Verrückte in diverse "Heilanstalten" einzuweisen. Dass dies völlig überzogen war, ist historisch geklärt. Dass Frances schließlich lobotomiert wurde, hingegen eine dichterische Freiheit. So oder so, sie war nach verschiedenen Behandlungen eines Teiles ihres eigenständigen Willens beraubt worden, war gefügig gemacht, angepasst worden. Ich fand in der konkreten Darstellung im Film nicht nur legitim, sondern geradezu genial, diesen schleichenden Prozess dramatisierend mit der Lobotomie auf den Punkt zu bringen. Zumal der durchführende Arzt noch auf eine fiese, suggestive Weise einer Gruppe von Zuschauern (und damit uns) erklärt, dass man heutzutage eine Entindividualisierung am Fließband betreiben könne und mit einem schnell durchzuführenden Verfahren Kreativität und Phantasie abgetötet würden, aber der Betroffene dann endlich wieder ein "normales" Leben führen könne. Und genau darum ging es, ob nun historisch korrekt ohne Lobotomie oder mit ihr. Der Film hinterfragt in Bild und Dialog permanent die etablierten bigotten Grenzen, bei denen man sich durchaus fragen kann, ob es nur diejenigen der USA in den 1930er und 1940er Jahren sind. Der scheinbar paradoxe Satz: "Ich frage mich, wie ich bei solchen Eltern so normal werden konnte", von Frances wütend, aber weise gesprochen, bringt es auf den Punkt. Und die Darstellung der geltungssüchtigen, egozentrischen Mutter (Kim Stanley) ist nicht nur schauspielerisch gelungen, sondern vielleicht auch das Zeitloseste an dem ganzen Drama. Eltern, die ihre Kinder als Projektionsfläche für die Selbstverwirklichung missbrauchen, gibt es immer noch und wird es immer geben. Gleichwohl macht der Film es sich mit einer monokausalen Anklage nicht zu leicht, wie Roger Ebert zu Recht betont hat. Er zeigt nämlich auch andere Einflüsse, die wie der künstliche Oberflächenglanz von Hollywood und die kommunistischen Ideale des "Group Theatre" unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Thema "Unaufrichtigkeit" eint sie aber alle, und das Drama der Frances ist, dass sie nicht nur an ihrer Rebellion hiergegen leidet, sondern vor allem darunter, dass sie sich eben auch ein Stück weit nach der Nestwärme sehnt, die sie doch augenscheinlich zurückweist. Nach allem was man weiß, historisch akkurat oder zumindest sehr plausibel dargestellt. Jessica Lange meistert die verschiedenen Stadien mit jeder Faser ihres Körpers; sie lässt am Schluss bewundernswert offen, ob in ihr zumindest noch ein Stück der Rebellin übriggeblieben ist. Alle anderen sind ebenfalls zu rühmen; die künstlerische Gestaltung ist es sowieso, auch wenn John Barrys Harmonien in seinen späteren Werken immer ein bisschen nach den elegischen Teilen seiner Bond-Filmmusiken klingen (wie z.B. "Moonraker").

Ein bewegendes, authentisches, vielschichtiges und emotional intensives, aber nie billiges Drama, das über alle genannten Punkte hinaus auch für diejenigen einen hohen Wert hat, die an "Hollywood in Hollywood" interessiert sind, an einem Period Picture über Hollywoods Goldene Jahre sowie die New Yorker Theaterszene der 1930er Jahre (das Group Theatre war enorm wichtig und brachte neben Odets solch Große wie Karl Malden, Marlon Brando, Elia Kazan sowie das u.a. von Lee Strasberg gegründete Actors` Studio hervor). Aber auch für den, dem dies alles Neuland ist: Die Entdeckungsreise lohnt sich! Zumal sie auf einer DVD in guter Qualität und mit dem üblichen Sprach- und Untertitelangebot (aber ohne nennenswerte Extras) vorliegt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Definitiv Jessica Langes beste Darbietung!!! ^^, 29. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Frances (DVD)
Ich habe den Film schon so oft gesehen, und immer wieder berührt mich das Schicksal dieser armen Frau, welche Jessica Lange brillant verkörpert. Für ihre Eindrucksvolle Darbietung erhielt sie damals eine Oscarmominierung. Ich persönlich finde, sie hat den goldenen Mann allemal verdient. Durch den wunderschönen Score, komponiert von John Barry, wird einem ebenfalls ganz warm ums Herz. Frances muss man auf jeden Fall gesehen haben. Ganz grosses Schauspielkino. Es wäre jammerschade sich den entgehen zu lassen. ;-)
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen My favourite movie, 30. Mai 2002
Rezension bezieht sich auf: Frances (DVD)
"Frances" is without doubt my favourite movie. Jessica Lange is stunning as Frances Farmer and her performance is one of the greatest female screen acting deliveries of all time. The movie itself has some script problems (the tragic life of the main character is not rendered very precisely), but the depressing and disturbing power of the true story, the beautiful cinematography, the haunting score and the first class actors make it a rewarding inspirational experience.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inselflm., 26. Juni 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Frances (DVD)
"Frances" ist mit Sicherheit einer der 10 Filme, die ich mit auf die einsame Insel nehmen würde (vorausgesetzt es gäbe dort 220 Volt, einen Flat-TV und eine DVD-Player).
Die Geschichte des Filmstars Frances Farmer, die sich partout nicht dem Hollywood-System unterordnen wollte, gegen Windmühlern kämpft und sich in einer Nervenheilanstalt wiederefindet, wird von Jessica Lange so authentisch dargestellt, dass es einem die Tränen in die Augen treibt.
Wer großes Erzählkino liebt, gute Schauspieler sehen möchte und Wert auf feine Dialoge legt, dem sei diese Filmperle unbedingt zu empfehlen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss - eine fabelhafte Jessica Lange, 8. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Frances (DVD)
Der Film zeigt das Leben der Schauspielerin Frances Farmer. Die hochbegabte, aber sehr eigenwillige junge Dame bekam mit 16 Jahren einen Preis für Essay über Gott, wobei sie seine Exsistenz negierte, was in prüden Westen der USA fast ein Sakrieleg war. Sie war schauspielerisch begabt, bekam schnell einige grössere Rollen in Hollywood. Da konnte sie aber mit ihrem "Freigeist" nicht Fuss fassen, wollte eigentlich an Broadway spielen. Für kurze Zeit war sie in NY glücklich, aber Hollywood wollte eine schöne junge Schauspielerin nicht so leicht verlieren. Wenn schon, dann für immer, und zwar ohne Möglichkeit, sich anderswo zu etablieren.
Frances wollte keine sprechende Puppe sein, zerstörte sich immer mehr mit Alkohol und Tableten. Ihre Ehe ging schnell in die Brüche.
Da übernahm die Übermutter die Hauptrolle im Leben der Tochter. Alles, was sie nicht hatte, wollte sie durch Frances erreichen. Kein Preis war zu hoch. Sie lies die Tochter entmündingen, es folgten einige Einweisungen in die Psychiatrie.
Schrecklich die Bilder der jungen Francis nach Insulin-schock, nach EKT. Eine Lobotomie, wie es im Film gab, hatte die richtige Francis zum Glück nicht. Aber ihr Wille war gebrochen, sie wurde seelisch krank, obwohl sie nie psychotisch war. In die Psychiatrie wurde eine traurige, alkoholabhängige, sensible, unangepasste Person eingeliefert. Nach allen Behandlungen blieb vom Frances Farmer eine Frau, die irgendwie durch das Leben ging. Ohne Freunde, im Film hatte sie wenigstens einen.
Nie konnte sie sich von der Mutter wirklich trennen, so stark waren die Schuldgefühle, die ihr die Mutter vom Anfang an übermittelte. Der Vater war zwar da, aber eine schwache Person, der seiner Tochter ausser Liebe keine Sicherheit bot.
Hollywood frisst die besten, die sich nicht einordnen können, oder keine reiche Gönner haben. Das war besonders in der Zeit, in der Frances Farmer dort spielte, sehr ausgeprägt.
Alleine konnte sie nichts machen. Zwar spielte sie nach langen Klinikaufenthalten noch in einem Film, war im Fernsehen zu sehen, aber, Frances aus den 30 - Jahren gab es nie mehr.
Ein Film über eine sehr tapfere junge Frau, die leider nicht im richtigen Leben zu Recht kam, die Rollen bekam, die sie nicht mochte, die nie eine Diva sein wollte. Eine Frau, die gegen Filmbosse und eine Mutter keine Chance hatte. Eine Frau, die der Grausamkeit der psychiatrischen Anstalten ausgeliefert wurde.
Meisterhaft gespielt vom J. Lange. Danke, Frances, du warst sehr sehr gut, die Filmindustrie wollte dich klonieren, wie viele andere vor und nach dir. Der Preis war hoch. Aber die Siegerin warst DU.
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5.0 von 5 Sternen O.K., 24. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Frances (DVD)
Fand den Film früher irgendwie besser. Würde ihn nicht mehr kaufen. Aber die Qualität ist gut man kann nicht meckern
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Excellent, 14. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Frances (DVD)
An excellent movie; I had it on video and now wanted it on DVD. Watching it on my new BluRay player made it pristine clear. Of course I knew the story and of course I cried again. But I'm a fan of Jessica Lange, an great actress.
It also arrived quickly and was well packed. I am completely satisfied.
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Frances
Frances von Graeme Clifford (DVD - 2002)
EUR 12,14
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