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am 1. Juni 2009
Im November 1932 findet sich im Gosford Park, dem Landsitz von Sir William McCordle (M. Gambon) und seiner Frau Lady Sylvia (Kristin Scott Thomas), ein illustrer und elitärer Kreis aus wohlhabenden Snobs zusammen, um ein Wochenende lang an der alljährlichen Jagdgesellschaft teilzunehmen. Niemand ahnt, dass einer von ihnen an diesem Wochenende gleich zweimal (!) ermordet wird.

Robert Altman studiert in diesem Sittenpanorama mit kritischem Blick das hierarchische englische Klassensystem der 30er Jahre bestehend aus Snobs und ihren Bediensteten. Es sind zwei Welten die in Gosford Park in Symbiose miteinander leben. Auf der einen Seite das strenge, rigide, bis ins letzte Detail durchorganisierte und immer wie ein Uhrwerk funktionierende Leben der Dienerschaft. Auf der anderen Seite die auf Hochglanz polierte Scheinwelt des Establishments. In einer Art Modus Operandi werden vor dem Hintergrund eines Verbrechens die Verhaltensweisen und Muster der englischen Upper Class und ihrer Butler, Zofen, Köche gegenübergestellt. Jeder der komplexen Charaktere upstairs wie downstairs kommt für den Mord in Frage. Der Mord wird dabei von Altman lediglich als Staffage benutzt, um hinter die verwobenen, diffusen und auf den zweiten Blick tiefer gehenden Beziehungen der einzelnen Figuren zueinander, seien sie nun sexueller, finanzieller oder verwandtschaftlicher Art, zu sehen. Fast hinter jeder der zahlreichen Figuren verbirgt sich ein nebulöses zweites Gesicht. Und doch sind sich die einzelnen Charaktere "oben" wie "unten" ähnlicher als man auf den ersten Blick denkt. Der einzige Unterschied besteht im Abhängigkeitsverhältnis der Bediensteten zur Upper Class und deren Machtposition, die genutzt wird, um Konflikte der Vergangenheit zu vertuschen und zu beseitigen. Worin auch letztendlich die Ursache des Mordes zu finden ist, nämlich als Vergeltung für ein Verbrechen, dass unter den normalen Mechanismen dieser Gesellschaft nie bestraft werden würde. Die Charakterstruktur der Vertreter beider Gruppen ist so trotz des hierarchischen Verhältnisses gleichermaßen affin für Intrigen und Spielchen jeglicher Art. Altman hält keine Moralpredigt, sondern er durchlöchert die künstlich aufgebauten gesellschaftlichen Barrieren und assimiliert beide Gruppen über den menschlichen Kontext.

Es ist ein scharfsinniger, sensibler, detailliert inszenierter, manchmal mit ein paar Längen versehener Altman-Film, der mehr Milieustudie als Krimi ist und oft an James Ivorys "Was vom Tage übrig blieb" erinnert. Altman arbeitet mit wenigen Schnitten und läßt die Kamera meist ausgiebig die einzelnen Sets abfahren, was die Leistung des Ensembles nochmal aufwertet. Das Cast bietet alles auf, was man an Qualität bringen kann (Helen Mirren, Stephen Fry, Dame Maggie Smith etc.). Gosford Park brachte Altman zurecht noch einmal zahlreiche Oscar-Nominierungen ein.
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am 26. März 2012
Wer eine Abwechslung zu Jane Austens schönen, heilen, englischen Adeltswelten braucht, ist hier genau richtig! Die "Goldenen Zeiten" der "feinen Gesellschaft" sind allerdings endgültig vorbei - der Kapitalismus hat sich auch in das, in eine liebliche Landschaft eigebettete, ehrwürdige Anwesen eingeschlichen und ganz nebenbei nimmt auch die Emanzipierung derjenigen ihren Anfang, die als Diener ihrer Lord- u. Ladyschaft in vielerlei Hinsicht nur "benutzt" wurden. Das Familientreffen auf dem stillen Landsitz offenbart mit klassischem englischen Humor menschliche Abgründe und bildet gleichzeitig die imaginäre Handlung für eine neunen Charlie Chan Krimi. Hier geht es aber nicht um Spannung sondern um das fein gezeichnete Psychogramm einer überkommenen Gesellschaftsform.
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am 24. April 2003
Ausnahme-Regisseur Robert Altman entführt uns mit "Gosford Park" in das England des Jahres 1932 und gewährt uns einen umfassenden Einblick in Etikette, Konventionen und Äußerlichkeiten der damaligen High Society. Als Rahmen für diese tragische Milieustudie dient ein exquisiter Landsitz, auf dem ein paar englische Aristokraten samt Personal ein Wochenende verleben. Was der Zuschauer hier zu sehen bekommt, ist eine Gesellschaftsschicht, die angestrengt und fast schon verzweifelt versucht ihren privilegierten Status an der Spitze zu behaupten und um jeden Preis ihr Gesicht wahren will. Parallel dazu erhält man Einsicht in das Alltagsleben der angestellten Dienerschaft, die zwar auch einer genauen Hierarchie unterworfen ist, aber insgesamt doch ein sehr viel natürlicheres Leben führt und ein immer weniger zurückhaltendes und reserviertes Verhältnis gegenüber den sie beschäftigenden 'Herrschaften' pflegt.
Was zu Beginn des Films am meisten verunsichern mag, ist die Tatsache, dass man nur mühsam einen Überblick über die einzelnen Gäste und ihre Namen/Titel gewinnen kann, da diese alle gleichzeitig auf dem Landsitz eintreffen. Erst nach und nach gelingt es einem die verschiedenen Verbindungen der Charaktere untereinander zu sortieren. Dem Film gelingt es aber auf intelligente Weise die vielen Verhältnisse und Abhängigkeiten der einzelnen Personen zu entflechten, was beim Zuschauer den einen oder anderen Aha-Effekt auslösen könnte. Der vornehmliche Interessenschwerpunkt des Films liegt auf der Interaktionsebene zwischen Adel und Personal. Durch das Aufzeigen verschiedener Situationen wird enthüllt, wie durchlässig die Grenze zwischen diesen beiden gesellschaftlichen Schichten mittlerweile geworden ist. So wird zum Beispiel einerseits aufgezeigt wie sich die jeweiligen Lords und Ladies gegenüber den Bediensteten verhalten und andererseits, was für ein enges, teilweise ins Intime gehende Verhältnis dominiert, wenn die förmliche Maske der Aristokraten abgefallen ist.
Im Ganzen hat mir der Film sehr imponiert. Robert Altmans instinktives Empfinden für den passenden Moment, die komplexe, in vielen kleinen Schritten erfolgende Entwicklung der einzelnen Motive für den am Ende von "Gosford Park" stattfindenden Mord und der vielschichtige, dicht gestrickte Handlungsaufbau sind einfach beispielhaft. Für Anhänger dieses Genres bietet der Film alles, was man sich wünschen kann. Besonders auch die guten Schauspieler, allen voran Maggie Smith als Countess Constance sowie Ryan Phillippe (Eiskalte Engel) in einer Nebenrolle, können überzeugen. Alles in allem ein sehr anspruchsvolles Gesellschaftsdrama, das trotz seiner Länge sehenswert bleibt.
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am 30. April 2003
Über den Spielfilm selbst will ich wenig sagen, das haben andere vor mir getan. Ich jedenfalls liebe ihn. Brilliant besetzt bis in die kleinsten Rollen gefällt er mir von mal zu mal besser. Man sollte sich unbedingt mal das englische Original anschauen. Man kann Snobismus in der Stimme nie so gut ins deutsche übersetzen. Was die zusätzlichen Sachen auf der DVD angeht. Superoberaffengeil!!! Die rausgeschnittenen Szenen. Klasse, sie erklären viel, gehen auch noch mehr auf die Beziehung Regisseur/Schauspieler/Novello ein und auf andere Kleinigkeiten (sind bösartiger) Das "Making Of" ist klasse, auch wenn man das ja schon gesehen hat als der Film rauskam. Nur die Art, wie Altmann Regie führt, die kannte ich noch nicht und war fasziniert. Superklasse sind zwei Sachen
1. die Authentizität hinter "Gosford Park" - auch eine Art Making Of, aber eine ganz besondere. Dort wird nämlich gezeigt, dass es für den Film drei Berater gab - einen Butler, ein Dienstmädchen und eine Köchin alle über 80 Jahre und zur Handlungszeit "in Diensten". Total interessant. Kann man sich immer anschauen.
2. nach einer Preview saßen Altman, Mirren, Northam u. a. auf der Bühne und haben Fragen beantwortet. Sehr witzig, sehr spannend und mit diversen neuen Infos.
Der Kino-Trailer rundet das ganze ab. 19,90 EUR die sich wirklich lohnen!!!
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am 26. Juni 2014
Es stimmt, der Film hat, wenigstens teilweise, seine Längen. Es stimmt auch, das wer nur auf den Kriminalfall versessen ist, sich diesen Film vielleicht besser nicht zulegt.

Mir ist es so ergangen, das ich den Film das erste mal gesehen habe. Ich bin von Eindrücken überschwemmt worden. Die ganzen mir bekannten Schauspieler (neben Maggie Smith, Helen Mirren und Michael Gambon waren da noch Kristin Scott Thomas (Four weddings and a Funeral), Kelly Macdonald (Eine zauberhafte Nanny), Richard E. Grant (Jack und Sarah), Sophie Thompson (Four weddings and a Funeral), Derek Jacobi (Eine zauberhafte Nanny) und eine ganze Latte mir nicht bekannter Schauspieler, die ich aber dennoch Interressant und teilweise sympathisch finde. Dann war es für mich auch wichtig hinter die Abläufe zu schauen.
Man mußte blind und taub sein, um auch nach dem ersten Mal, nicht mitzubekommen, wer Sir William wie umgebracht hat, da Mary Maceachran die entsprechenden Personen zum Ende des Films zur Rede stellt.
Aber erst ab dem zweiten mal sehen erschließen sich einem die Feinheiten. Die Worte, die Blicke, die Gesichtsausdrücke. Alles ergibt ein Bild.

"Gosford Park" ist ein Film, der sich einerseit für die englische Gesellschaft bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts interessiert, und andererseits auch willens und in der Lage ist, sich auf die einzelnen Charaktere und ihre Beziehungen zu den anderen Charakteren einzulassen und einzufühlen.

Etwas an dem Film hat mir allerdings wirklich nicht gefallen, nämlich das in diem Film furchtbar viel geraucht wurde.
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am 19. Juli 2010
Den perfekten Film gibt es wahrscheinlich genauso wenig wie das perfekte Fußballspiel, aber Gosford Park ist meiner Meinung nach verdammt nah an dieser Auszeichnung.
Jemandem die Faszination, die von Gosford Park ausgeht , zu erklären, ist schwierig, da die Handlung an sich nicht das ist, was man angesichts heutiger Event-Movies als spektakulär bezeichnen würde. Am wenigsten zutreffend ist es, den Film mit Agatha Christies Krimirätseln zu vergleichen. Klar, es passiert ein Mord, aber der scheint viele Anwesende relativ wenig zu interessieren, und der Inspektor ist kein Superhirn wie Hercule Poirot, sondern ein ziemlicher Trottel.
Wie in vielen seiner Filme sind Robert Altman auch hier die Charaktere wichtiger als die eigentliche Story. Dass diese Herangehensweise so gut funktioniert liegt zum einen an dem brillianten Ensemble, das zum großen Teil aus Britischen Charakterdarstellern besteht. Der wirkliche Star ist allerdings Drehbuchautor Julian Fellowes. Er liefert ein Drehbuch, dass nicht nur einen ungeheuren Umfang besitzt, sondern vor allem einen brillianten Dialog nach dem anderen abfeuert. Damit wird erreicht, dass selbst Szenen, die eigentlich wenig dramatisch erscheinen, eine ungeheure Stärke und Wucht erhalten, sei es in Sachen Komik oder in Sachen Dramatik. Dabei pendelt das Drehbuch immer wieder zwischen elegant servierten Bösartigkeiten und emotionalen Elementen. Beides funktioniert perfekt.
Gosford Park ist mit Sicherheit kein Film für die breite Masse. Wenn man Filme vor allem zur Zerstreuung nutzen möchte und nicht bereit ist, die kleinen grauen Zellen zumindest teilweise aktiviert zu lassen, wird man große Schwierigkeiten haben, die Beziehungen der Charaktere untereinander zu verstehen oder die einzelnen Rollen auch nur auseinander halten zu können. Falls einem aber der Sinn nach intelligenter aber keinesfalls verkopfter Unterhaltung steht, dann findet man in Gosford Park eine Abfolge großartiger und erinnerungswürdiger Szenen und Momente.
Wie gesagt, nahe an der Perfektion.
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am 22. Juni 2003
Zu seinem Filmschaffen sagte Robert Altman, ihm sei ein kleiner guter Film lieber als ein großer schlechter Film. Für diese Aussage ist sein Film "Gosford Park" ein gutes Beispiel! Der Film ist sehr gut in Szene gesetzt und das Genre des Krimis wird einmal aus einer anderen Perspektive beleuchtet; nämlich in der Gegenüberstellung von Dienerschaft und Herrschaft in einem englischen Herrenhaus Anfang des letzten Jahrhunderts.
Die Ausstattung, die Darsteller, die Kamaraführung ist glänzend und das Drehbuch hat zu recht einen Oskar bekommen, da es sehr originell ist. Dennoch könnte der Film etwas spannender und weniger oberflächlich sein. Wer Spannung und Rätselraten im Stile eines Agatha Christie Films erwartet, dürfte etwas enttäuscht werden. Es gibt zwar deutliche Bezüge zu Agatha Christie und es findet ein Mord statt der aufgeklärt wird, allerdings dient der Mord eher als Mittel zum Zweck, um die Personen und das damalige Herrschaftsverhältnis zu beleuchten.
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am 16. Januar 2015
Der Film ist hübsch anzuschauen, tolle Aussattung, sehr gute Schauspieler.
Doch wer einen klassischen How-Done-It Krimi erwartet wird enttäuscht sein. Die Phase der Verdachtsmomente nimmt den halben Film in Anspruch, der Mord geschieht fast beiläufig und die Ermittlungen sind kaum der Rede wert, am Ende..... Schaut einfach selbst!
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Ich habe vor knapp zwei Jahren schon mal kurz etwas zum Film hier losgelassen, und damals ziemlich verärgert: Angekündigt als Agatha-Christie- plotlike, stellte er sich als endloses Gebrabbel heraus, in das so ganz nebenbei ein Mord eingewoben ist, der am Ende beiläufigerweise auch noch geklärt wird. Enttäuscht verbannte ich die DVD für knapp zwei Jahre aus meinem Sichtfeld, bis mich vor kurzem die Langeweile und wiedererwachte Neugier doch dazu trieb, den Film nochmal anzuschauen. Und: Mittlerweile hat er wohl schon fünf Durchläufe in meinem Player erlebt, oder anders gesagt: Ich bin begeistert!
Nachdem ich mir "Gosford Park" jetzt unvoreingenommen angesehen habe, konnte der Film auch seine ganze, überaus beeindruckende Wirkung entfalten. Die Story ist an sich mehr ein Fluss, ein Ausschnitt aus einem Leben, das sich für diesen Film nur ein wenig zusammengerafft zu haben scheint. Auf dem Landsitz Sir William McCordles (Michael Gambon) trifft sich eine illustre Gesellschaft zur Jagd (und zu einem hohen Prozentsatz auch zur Bittstellerei): Die Gräfin Trentham (wunderbar: Maggie Smith), Lord und Lady Stockbridge, Commander Meredith und seine Frau, der Schauspieler Ivor Novello (umwerfend: Jeremy Northam) nebst Regisseur, Freddie Nesbitt und seine Frau Mabel und einige andere bilden einen munteren, versnobten, intriganten Haufen. Ein Stockwerk weiter unten fechtet die Dienerschaft ihre eigenen Dramen aus...
Ob der versammelten Schar großartiger und nahezu perfekt gecasteter Darsteller möchte man schon allein mit der Zunge schnalzen: Neben den schon genannten interpretieren unter anderem Helen Mirren, Alan Bates, Clive Owen, Ryan Philippe ihre Rollen derart pointiert, dass man sie absolut mit denselben identifiziert. Dazu lassen Dekors, Dialog und vor allem auch die musikalische Untermalung den Zeitrahmen- die Handlung spielt im Jahre 1932- dezent und eindringlich lebendig werden. Und auch wenn mancher- wie ich zuerst- "Gosford Park" im Nachhinein als Enttäuschung empfinden wird, entfaltet sich doch sein unnachahmlicher Reiz, so dass der Film beim zweiten oder dritten Sehen noch viel besser wird. Erst dann kann man alle Beziehungen, Prozesse, Reaktionen, Winke, Zuckungen verorten, einordnen, sich am virtuos inszenierten multilokalen Zusammenspiel der Schauspiellerriege erfreuen.
Ein Highlight- vielleicht DAS Highlight des Films stellt die minutenlange, den Mord begleitende Parallelmontage dar. Ivor Novello am Klavier intoniert unglaublich stimmungs- und effektvoll, zugleich aber zurückgenommen seine Songs ("Land Of Might-Have-Been", "What A Duke Should Be" und andere), während die Kamera einzelne Schau- oder besser: Kampfplätze abwandert. Allein diese Sequenz fesselt derart, dass man sie mehrmals genießen muss. Und die Lösung des Mordes ist dann zum Schluss im Grunde nur mehr das Tüpfelchen auf dem i. Und mir fällt gerade auf: Ich habe Kristin Scott Thomas vollständig vergessen, die Lady Sylvia McCordle spielt. Und da sie das so vorzüglich tut- in wohldosierten Maßen versnobt, hysterisch, gelangweilt- soll sie auch nicht unerwähnt bleiben.
"Gosford Park" ist sicher kein Film, der Zuschauererwartungen gefällig bedient. Man muss sich auf das großzügige und doch streng durchkomponierte Gemälde einer Welt einlassen. Doch- meine Erfahrung zeigt: Es lohnt sich ;-)
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am 22. August 2013
Eine Landhausgesellschaft 1932: Reiche Adlige, Snobs und Hochwohlgeborene versammeln sich in einem prächtigen Landhaus zu einem Jagdausflug. Im Schlepptau natürlich jede Menge Gefolge, wie Butler, Zimmermädchen, Diener, Kammerdiener und andere Zuträger. Der Film ist eigentlich eine Studie über zwei völlig verschiedene Klassen: Die Elite, die oberen Zehntausend und ihr durchaus dekadenter Lebensstil im ausklingenden britischen Empire wenige Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg und die englische Arbeiterklasse. Die Besucher aus Amerika, eingeschworene demokratische Bürger sind zutiefst irritiert oder amüsiert über das Benehmen, sowohl der einen wie auch der anderen Klasse.

Und dann passiert auch noch ein Mord an einem Lord, dem Hausherren, der von einem trotteligen Inspector (hier überzeichnet der Regiesseur meiner Meinung nach) aufgeklärt werden soll, sehr zum Mißfallen der Lords und Ladies.

Dieser Film ist ein must-have, für alle die sich für diese Zeit interessieren. Er enthält viele Symbole und Symptome der damaligen Zeit (Die Amis sind laut, tolerant, aufgeklärt und viel liberaler als die Engländer) und veranschaulicht das gesellschaftliche Leben. Der Mord ist auch köstlich, weil es von Verdächtigen nur so wimmelt, die alle ein Motiv und die Möglichkeit hätten.

Es ist auch deshalb ein toller Film, weil viele Schauspieler zusammengebracht werden, die man so selten oder gar nicht in einem Film: Ryan Philippe, Clive Owen, Kristin Scott-Thomas, Maggie Smith.

Uneingeschränkt sehenswert!
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