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51 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kammermusikalischer Wagner
Die neuste Aufnahme von Wagners Tannhäuser reiht sich sehr eigenständig in die Reihe der großen Aufnahmen ein. Barenboims Interpretationsansatz setzt weniger auf Effekthascherei und kraftvollen Wagnersound um jeden Preis. Selbst die großen Szenen an den Aktschlüssen verkommen nicht wie in anderen Aufnahmen zu einem Klangbrei bei dem jeder...
Am 17. März 2002 veröffentlicht

versus
25 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nur zwei Sterne - für Seiffert und Pape
Die vielen positiven Reaktionen auf Barenboims "Tannhäuser" überraschen mich. Sind seine merkwürdig uneinheitlichen, sprunghaft wechselnden und überwiegend zu langsamen Tempi, eine gänzlich uninteressante und hoffnungslos mit der deutschen Sprache kämpfenden Elisabeth (Jane Eaglen)sowie eine stimmlich leider unsinnliche Venus (Waltraud...
Veröffentlicht am 25. März 2003 von Schnick


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51 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kammermusikalischer Wagner, 17. März 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Die neuste Aufnahme von Wagners Tannhäuser reiht sich sehr eigenständig in die Reihe der großen Aufnahmen ein. Barenboims Interpretationsansatz setzt weniger auf Effekthascherei und kraftvollen Wagnersound um jeden Preis. Selbst die großen Szenen an den Aktschlüssen verkommen nicht wie in anderen Aufnahmen zu einem Klangbrei bei dem jeder Sänger nur noch lauter sein möchte als der andere: Barenboim geht hier einen bislang kaum vorhandenen Weg und lässt die Individualität der Einzelcharaktere auch in den Ensemblesätzen deutlich den Effekten überwiegen. Selten hat man das Finale des ersten Aktes so durchsichtig und textverständlich gehört wie. Die Besetzung der Partien ist größtenteils sehr gut gelungen, allen voran der brilliante Peter Seiffert. Waltraud Meier gibt eine betörende Venus, die zwar in den Ausbrüchen nicht mit einer Christa Ludwig oder Agnes Baltsa vergleichbar ist, aber der Rolle doch eine sehr eigenständige Interpretation verleiht. Wunder bar auch Rene Pape als Landgraf. Zwiespätlig die Rollengestaltung von Thomas Hampson (Wolfram): Schön gesungen, jedoch bisweilen etwas angestrengt und nich so engagiert wie Andreas Schmidt oder Eberhard Wächter. Auch die Besetzung der Nebenrollen ist sehr gut geglückt. Einzige Fehlbesetzung der Aufnahme ist Jane Eaglen: mit walkürenhafter Stimme gestaltet sie die Elisabeth viel zu voluminös und undifferenziert; ihre Textverständlichkeit sowie die Technik lassen insbesondere im Duett mit Tannhäuser zu Beginn des 2. Aktes zu wünschen übrig. Die Orchesterleistung ist sehr solide, genauso die Leistung des Chores. Ingsgesamt schlägt Barenboim eher ruhige Tempi an. Mit ihrer Eigenart wird sich die Aufnahme im Repertoire sicher ihren Platz erobern. Den fünften Stern verhindern lediglich die Aufnahmetechnik sowie die Fehlbesetzung von Jane Eaglen.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sängerensemble der Spitzenklasse, 5. Februar 2005
Von 
C. Holst (Bremen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Daniel Barenboim ist als Wagner-Dirigent nicht unumstritten. Wenn man diese Aufnahme hört, muss man sich allerdings fragen, warum. Das einzige, was man negativ anmerken könnte ist, dass das Orchester gegenüber den Sängern etwas in den Hintergrund gerät. Der Vorteil daran ist wiederum eine gute Textverständlichkeit. In sich ist das Orchester aber stimmig und ausgewogen disponiert, Barenboim entwickelt die Bögen in großer Ruhe, ohne die Tempi zu verschleppen, gestaltet Nuancen aus, ohne sich im Detail zu verlieren. Das Ensemble ist durchweg großartig, allen voran Peter Seiffert mit einer Tannhäuser-Interpretation, die im nicht gerade kleinen Katalog an Tannhäuser-Aufnahmen ihresgleichen sucht. Mit strahlender, leichter, dabei doch energischer Stimme bewältigt er souverän die große Partie, technisch wie gestalterisch. Thomas Hampson gestaltet seinen Wolfram in warmen, manchmal leicht manierierten Tönen. Waltraud Meiers grandiose Venus lotet das Spannungsfeld zwischen zügelloser Leidenschaft und sanfter Verführung, das ihre Rolle bietet, voll aus. Einzig Jane Eaglen als Elisabeth fällt in diesem Ensemble insofern etwas ab, als ihr englischer Akzent gelegentlich durchzuhören ist, was in musikalischer Hinsicht freilich nicht ins Gewicht fällt. Auch die kleineren rollen sind mit Rene Pape (Hermann) oder Dorothea Röschmann (Hirt) absolut hochkarätig besetzt. Eine Aufnahme mit echtem Referenzstatus.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Knaller., 13. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Hier kann man bedenkenlos zugreifen: Der weltbeste Wagnerdirigent dirigiert die bestens disponierte Staatskapelle Berlin. Das Ergebnis ist phänomenal. Von ersten Takt an denkt der Hörer, dass Wagner genau so und nicht anders klingen sollte.

Hinzu kommte eine gute Sängerbesetzung. Hier ist zunächst Peter Seiffert zu nennen, der mit Stralkraft und einigen netten Verzierungen den Tannhäuser bestens interpretiert. Hinzu kommt die unvergleichliche Waltraud Meier, die seit Jahrzehnten zur Spitze des Wagnergesangs gehört. Ebenso ist auf den Bass Rene Paspe hinzuweisen - wer ihn schon einmal live erlebt hat, weiss dass es nur wenige Sänger diesen Kalibers gibt.

Ein Komplettausfall ist allerdings die Besetzung der Elisabeth mit Jane Eaglen. Auch auf Thomas Hampson hätte ich ohne weiters verzichten können.

Dessenungeachtet: zugreifen und genießen!
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tannhäuser - remixed, 19. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Barenboim versetzt hier die Dresdner Fassung des "Tannhäuser" mit einer Szene aus der Pariser Fassung. Unzulässig? - Nein, sinnvoll. Denn die Venus - Waltraud Meier in ausgezeichneter Form - erhält so den Stellenwert, den sie verdient und der die Handlung verständlicher macht. Janet Eaglen hat für die Elisabeth vielleicht eine etwas zu wuchtige Stimme, dafür besticht sie durch Klangschönheit.
René Pape legt wieder einmal mehr als nur eine Talentprobe hin, Thomas Hampson einen etwas selbstgefälligen Wolfram. Großartig Peter Seifferts Tannhäuser - wortdeutlich, emotional und beim Sängerstreit mit der nötigen "Erdigkeit".
Insgesamt wieder eine großartige Arbeit von Barenboim und seinem Berliner Team.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...........fast eine referenzaufnahme !, 27. April 2008
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Dass es derzeit in Sachen Wagneraufführungen zur Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim keine (echte) Alternative gibt, ist bekannt - ich will gar nicht mehr näher darauf eingehen. Dass Peter Seiffert noch immer ein sehr, sehr guter Tannhäuser ist, konnte man erst kürzlich (April 2008) in Barcelona am Liceu erleben. Ich will nun den einzigen Punkt benennen, der mich an dieser Aufnahme stört: das ist die Sängerin Jane Eaglen. Ihr Text ist kaum (unmöglich) zu verstehen! Das trübt den Hörgenuss gewaltig, zumal man bei Seiffert und Hampson jedes Wort versteht. Trotzdem die beste Tannhäuser Aufnahme bisher.

( J. Fromholzer )
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4.0 von 5 Sternen Referenz mit Schönheitsfehlern, 22. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Daniel Barenboim hat sich nicht umsonst den Rang eines der besten Wagner-Dirigenten erarbeitet. Diese Position manifestiert sich unter anderem auch hier in dieser Tannhäusereinspielung. Mit dem bestens disponierten Klangkörper der Deutschen Staatsoper Berlin setzt er auf eine relativ transparente Lesart der Partitur. Das kommt einerseits den Sängern sehr zu gute, erleichtert es dem Zuhörer aber auch, der Handlung ohne allzu häufige Blicke ins Libretto zu folgen. Ihm stehen zudem fast durch die Reihe weg hervorragende Solisten zur Verfügung, die diese Einspielung zu mehr machen, als lediglich zu einer Bestandsaufnahme des Wagnergesangs in Deutschland im ausgehenden 20. Jahrhunderts.
Einen so gut disponierten Tannhäuser wie Peter Seiffert ihn singt, bekommt man selbst auf CD bzw. Schallplatte nicht immer zu hören. Seine Stimme ist nicht besonders baritonal eingefärbt (was auch sicherlich gerade im ersten Akt für den Tannhäuser sehr gefährlich ist), besitzt aber um einiges mehr an "Appeal" als mit Verlaub der ebenfalls großartige Wagnersänger Rene Kollo, dessen Stimme für manche Hörer doch einen ziemlich weißen, trockenen Klang besitzt.
Rene Pape ist ein hervorragend singender Hermann, der sehr durchdacht singt, ohne seine Partie herunterzubuchstabieren.
Waltraud Meiers Mezzo ist für die Partie der Venus vielleicht ein bißchen zu üppig ausgestattet, aber auch sie kann durchaus überzeugen.
Thomas Hampsons Wolfram ist da schon etwas zwiespältiger; sicher ist seine Interpretation des Lieds an den Abendstern von liedhaftem Wohlklang, aber er interpretiert mir den Wolfram doch etwas zu sehr aus sängerhaftem Selbstzweck heraus und kommt in den dramatischeren Regionen doch in etwas zu gefährliche stimmliche Fahrwasser.
Warum man die Elisabeth ausgerechnet mit Jane Eaglen besetzt hat, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Sicher, rein tonal hat sie wenig Probleme mit der Partie, aber eine Elisabeth mit so wenig Farbreichtum in der Stimme und zudem noch mit dieser ziemlichen laxen Herangehensweise an die Textverständlichkeit ist doch eher eine Enttäuschung.
Die anderen Partien können von der Besetzung her wiederum überzeugen, wobei mir ganz besonders die herrliche Dorothea Röschmann in der kleinen Rolle des Hirten gefällt.
Eaglen ist ein wie gesagt ein ziemlicher Wermutstropfen in einer ansonsten ausgezeichneten Einspielung, die es als Alternative sicherlich in viele Sammlungen schafft.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gelungener Tannhäuser, 2. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Nachdem ich bereits verschiedene Tannhäuser Versionen (Solti, Haitink, Gerdes) mein Eigen nennen darf, kann ich der hier vorliegenden Version ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Von der Orchstrierung und Instrumentalisierung kann diese Version mit den allerbesten mithalten. Ideale Tempi und sehr gut mit den Singstimmen abgestimmt. Hier passt m.E. alles. Auch die Sänger können überzeugen. Peter Seyffert als grossartigen Tannhäuser, Rene Pape als beeindruckender Landgraf und auch die Rolle von Wolfram Eschenbach ist mit Thoimas Hampston sehr gut besetzt. Und dann ist da ja auch noch eine hervorragende Venus in der Person von Waltraud Meier. Dieser Tannhäuser darf sich deshalb mit Fug und Recht in die Reihe der Referenzaufnahme von Solti etc. stellen
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr moderne 'Beziehungkiste' - knappe vier Sterne, 10. April 2011
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Diese recht junge Aufnahme von Tannhäuser (in der ursprünglicheren Dresnder Fassung, außer Akt 1 Szene 2 in der Pariser) ist dem Alter entsprechend eine sehr moderne Interpreation. Die 150 Jahre alte Geschichte mit ihrem mythisch-zeitlosen Ansatz wird hier zur modernen Beziehungsarbeit in Beziehungen, die in der Neuzeit angesiedelt sein könnten. Das ist ein interessanter Ansatz, der aufhorchen lässt und auf jeden Fall einen eigenen Platz Charakter und nicht nur einen 'unnötige', weitere Aufnahme.

Barenboim lässt sehr modern spielen. Das Orchester klingt wenig feierlich, sondern eher intellektuell und distanziert. Fast klingt es wie ein Beobachter der Szenerie (wie ein Therapeut, der am Rande sitzt und die Geschehnisse kommentiert). Das Klangbild ist sehr differnenziert, lotet dabei aber eher die intellektuelle Seite des Themas aus, weniger seine emotionale (was Barenboim z.B. noch in seiner Holländer-Aufnahme gemacht hat). Das ist alles in allem nicht packend, aber sauber und sehr interessant.

Ein ähnlichen Grundcharakter haben die Chöre, die blitzsauber singen, aber zuweilen wie nicht recht involvierte, eher distanziert Akteure der Szenerie wirken.

Peter Seifferts Tannhäuser ist ein moderner Mensch. Ein Mann Anfang 40, der sich selber sucht, intellektuell über den Widerstreit von Lust und Tugend reflektiert und an sich den Anspruch hat, dem Widerstreit innerlich nicht auszuweichen, sondern zu stellen, zu bearbeiten und irgendwie zu lösen. Er wirkt dabei weitestgehend kopflastig, durchaus aber mit punktuellen Ausbrüchen von urtümlicher Lust und Kraft und sehr viel Männlichkeit. Man könnte ihn sich gut in einer Männererfahrungsgruppe vorstellen, die viel reden, aber auch mal mit der Harley durch die Gegend fahren oder halbnackt durch den Wald hüpfen. So sind seine Begierde für Venus und seine schwärmerische Liebe zu Elisabeth denn auch weniger ein tiefer menschlicher Grundkonflit, sondern eher zwei Themen, mit denen er sich emotional auseinandersetzt. Ein sehr moderner Mensch eben.

Thomas Hampson als sein Kumpel Wolfram (und man spürt hier tatsächlich eine moderne 'Kumpelhaftigkeit', kein altmodisches Ritter-zu-Ritter-Verhältnis) ist eher der, der seine innere Erkundungsreise in klösterlichen Exerzitien sucht. Er steht voll im Leben und kann sicher die Drecksau sein, die man als Mann in der Welt nach vielfältiger Meinung manchmal sein muss, aber er spürt den Drang nach sensibleren Anderssein in sich und zieht sich dann innerlich ins Schwärmerische zurück. Seine Liebe zu Elisabeth wirkt nicht ganz überzeugend, sondern (ähnlich Tannhäuser) eher wie ein mögliches Empfinden, das er auf seiner Reise zu sich selber ausprobiert.

Sowhl Hampson als auch Seiffert sind in ihrem Gesang deutliche als 'Sänger' zu erkennen. Sie werden nicht zu den verkörpernden Figuren, sondern bleiben Opernsänger, die technisch blitzsauber und mit viel Wohlklang singen, aber eben doch etwas artifizill wirken und immer Sänger bleiben. Seiffert klingt dabei etwas opernhafter, Hampson ist die Liebe zum Kunstlied deutlich anzumerken.

Der große Schwachpunkt der Aufnahme ist Jane Eaglen als Elisabeth. Da sind zum einen die unklare Textartikulation, die v.a. im Vergleich zu den anderen und zum sehr differenzierten Klangbild stört. Schwer wirkt aber noch ihr sehr dramatischer Gesang. Manchmal meint man, Brünhilde oder Isolde hätten sich in den Tannhäuser verirrt. Sie wirkt denn auch wenig tugendhaft, sondern eher ebenso sexuell aufgeladen wie Venus, nur verklemmter und sich zerrissener, wobei sie diese innere Zerrissenheit äußerlich als Dominanz auslebt. Sie wirkt nicht wie das tugendhafte Mädchen, zu dem Tannhäuser zuückkehren möchte, sondern eher wie die Zicke, mit der er früher zusammen war, und von der er irgendwie nicht los kommt, obwohl man ihm es wünschen würde. Der im Vergleich zum zweiten Akt romantischere und schönere Gesang von Eaglen im dritten Akt (der eigentlich berühren könnte), wirkt dann auch eher 'falsch' und man hat Angst, dass Tannhäuser auf die bösartig betörenden 'Hexe' reinfällt.

Die Venus (Waltraud Meier) erscheint dem gegenüber wie eine erwachsene, reife Frau, die gut durchdacht ihre Sexualität lebt und gestaltet und dabei Tannhäuser teilhaben lässt. Eine im Grundsatz starke Frau, die aber, als Tannhäuser sie verlässt, auch ihre Schwachheit und Sehnsucht spürt und dazu steht. Sie ist eine verführerische Venus, aber keine dominante, sondern gleichberechtigte. Eigentlich wünscht man Tannhäuser recht eindeutig, dass er dort bleiben soll, weil er dort die viel hochwertiger Beziehung bekommt als bei der Zicke Elisabeth.

Rene Pape als Landgraf singt sehr lyrisch und eindrucksvoll, nimmt mir aber ein bisschen zu viel Platz ein. Ich finde, seiner Rolle wäre ein bisschen mehr Zurückhaltung angemessen.

Fazit: Eine interessante Interpretation, die den Transfer des menschlichen Grundkonflikts des Tannhäusers ein Einzelaspekten treffend und packend in die Neuzeit transportiert und damit auch für den modern denkenden Menschen interessant macht. Dies trifft aber eben eher nur Einzelaspekt zu, in der Gesamtschau funktioniert es nicht ganz, weil Tannhäuser zwischen den in ihrer Eigenart nicht überzeugend genug dargestellten Frauenfiguren nicht ausreichend zerrissen und im ganzen zu distanziert ist. Diese Schwäche und die Problematik der Jane Eaglen würden auch drei Sterne rechtfertigen. Aufgrund des technisch guten und durchdachten Gesangs des Restensemble habe ich mich aber doch für vier Sterne entschieden.
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25 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nur zwei Sterne - für Seiffert und Pape, 25. März 2003
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Die vielen positiven Reaktionen auf Barenboims "Tannhäuser" überraschen mich. Sind seine merkwürdig uneinheitlichen, sprunghaft wechselnden und überwiegend zu langsamen Tempi, eine gänzlich uninteressante und hoffnungslos mit der deutschen Sprache kämpfenden Elisabeth (Jane Eaglen)sowie eine stimmlich leider unsinnliche Venus (Waltraud Meier)wirklich so preisenswert?
Lobenswertes ist allerdings auch zu berichten: Peter Seiffert in der Titelrolle ist in der Tat sehr beeindruckend und auch René Pape als Landgraf ist ein Ereignis (auch wenn mir persönlich sein König Heinrich in Barenboims "Lohengrin"-Einspielung noch besser gefiel). Auch die Gruppe der Minnesänger um den Landgraf sind überzeugend besetzt. Thomas Hampsons Wolfram ist Geschmackssache - ich jedenfalls konnte mich mit seinem "Schöngesang" durchaus anfreunden. Aber dennoch ist diese Aufnahme insgesamt viel zu uneinheitlich geraten, um wirklich gelungen zu sein.
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5.0 von 5 Sternen Bewertung, 2. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Sehr schnelle Lieferung. Die Aufnahme hat mir weiter geholfen bei der Stücke Wahl für ein Konzert. Wir haben den Einzug der Gäste auf der Wartburg aus der Oper Tannhäuser gespielt.
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