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75 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte einer verlorenen Jugend
Der Film basiert auf einem Roman von J.G. Ballard, in dem er seine traumatischen Kindheitserinnerungen verarbeitet. Ballard wurde 1930 in China geboren und nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges, zwischen Japan und den USA, in ein japanisches Internierungslager gesperrt. Nach dem Krieg wurden er und seine Familie befreit und kehrten nach Europa zurück. Fast...
Veröffentlicht am 29. Januar 2007 von Alex Winter

versus
12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter aber (noch) nicht herausragender Spielberg
Als „Empire of the Sun“ erschien war Spielberg zwar durchaus schon bekannt für seine grossartige Arbeit, jedoch nicht speziell für seine Tiefgründigkeit oder Ernsthaftigkeit. Mit diesem Antikriegsfilm wollte er dies ändern, doch, wie wir sehen werden, gelang ihm dies hier im Gegensatz zu späteren Geniestreichen nur mässig...
Veröffentlicht am 28. November 2006 von Simon Egli


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75 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte einer verlorenen Jugend, 29. Januar 2007
Der Film basiert auf einem Roman von J.G. Ballard, in dem er seine traumatischen Kindheitserinnerungen verarbeitet. Ballard wurde 1930 in China geboren und nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges, zwischen Japan und den USA, in ein japanisches Internierungslager gesperrt. Nach dem Krieg wurden er und seine Familie befreit und kehrten nach Europa zurück. Fast vierzig Jahre später entschloß er sich einen Roman über diesen Abschnitt seines Lebens zu schreiben, den er 1984 veröffentlichte. Der Autor Tom Stoppard ("Shakespeare in Love") adaptierte den Roman zu einem Drehbuch und Steven Spielberg realisierte 1987 den Film.

Inhalt: Der 11-Jährige Jim Graham (Christian Bale) lebt mit seinen Eltern im Shanghai des Jahres 1941. Die Japaner haben weite Teile Chinas unter ihre Kontrolle gebracht, unter anderem auch die Hafenstadt Shanghai. Jims Eltern stehen, wie alle Briten in Shanghai, unter diplomatischem Schutz, da sich Japan und Großbritannien noch nicht im Krieg befinden.
Nach Ausbruch der Kampfhandlungen auf der Insel Pearl Harbor ist diese Zeit aber vorbei und die Grahams müssen aus der Stadt fliehen. Jim verliert im Gewühl einer Menschenmenge seine Eltern aus den Augen und muss sich nun durch die ihm fremde Stadt durchschlagen. Dabei begegnet er dem opportunistischen Kriegsgewinnler Bassie (John Malkovich), der für ihn eine Art Vorbild wird.
Sie landen beide in einem japanischen Internierungslager, in dem alliierte Zivilisten gefangengehalten werden. Dort entwickelt sich Jim im Laufe der Jahre zu einem Experten für Überlebens-Strategien.

Spielberg baut sein fast drei Stunden langes Epos didaktisch sehr durchdacht auf. In wunderschönen, aber auch teils erschreckenden Bildern erzählt er die Geschichte. In der ersten halben Stunde wird das Leben der Grahams fast wie ein Traum gezeigt, so als ob die drohende Gefahr ihrer kleinen Welt nichts anhaben könnte.
Erst als der Krieg ausbricht, wird das Bild schärfer und bekommt mehr Konturen. Die starke Musik von John Williams trägt ihren Teil dazu bei.

Hauptdarsteller Christian Bale ("American Psycho", "Batman Begins"), damals erst 13 Jahre alt, spielt seine Rolle sehr überzeugend. Es ist deutlich der Reifeprozess, aber auch der Schrecken über den Krieg in seinem Spiel zu erkennen. Es ist kein Wunder, dass er heute, nach wie vor, ein begehrter Schauspieler ist. Aber auch die Nebendarsteller, allen voran der wie immer großartige John Malkovich, sind mehr als nur Statisten und fügen dem Film ihre persönliche Note hinzu.

Auf der Bonus-Disc findet sich die Dokumentation "Odyssee in China", welche von den Dreharbeiten in der Volksrepublik China berichtet, in der auch der Autor der Romanvorlage zu Wort kommt.

Fazit: Zuvor habe ich keinen Film gesehen, der ein so ernstes Thema mit der richtigen Kombination aus Leichtigkeit und Schwernis erzählt hat. Für mich ist "Reich der Sonne" Steven Spielbergs bestes Werk. Ein Mann, der normalerweise immer die Jugend in seinen Werken feiert, zeigt hier auf eindringliche Weise den Schrecken, den die harte Realität einem Heranwachsenden zufügen kann.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spielbergs unterschätztes Juwel, 24. November 2011
Von 
Florian Hoffmann (Homburg/Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
"Das Reich der Sonne" war nach "Die Farbe Lila" sozusagen der zweite Teil des Reifeprozesses von Steven Spielberg, der sich verstärkt von Science-Fiction und kindlichen Themen distanzieren wollte. Der Film wurde zunächst von David Lean entwickelt und Spielberg wollte nur als Produzent fungieren, doch während ersterer sein Interesse verlor, verliebte sich zweiterer sehr in den Stoff. Heraus kam ein epischer und bewegender Film, der mit viel Aufwand für ca. 35 Millionen US-Dollar produziert wurde, jedoch nur bedingt erfolgreich war, sowohl bei Zuschauern (nur ca. 65 Millionen Dollar Einnahmen), als auch bei Kritikern. Trotz sechs Oscar-Nominierungen genießt "Das Reich der Sonne" längst nicht den Klassiker-Ruf wie andere Spielberg-Filme und wurde von Warner erst 2005 auf DVD veröffentlicht.

Jedoch hat der Film über die Jahre viele Fans dazugewonnen. Es handelt sich um eine autobiografische Story des flugbegeisterten 12-jährigen Engländer Jamie Graham (Stellvertreter für Autor J.G. Ballard, gespielt von Christian Bale), der mit seiner wohlhabenden Familie 1941 in Shanghai lebt. Durch die japanische Invasion wird er von seinen Eltern getrennt und landet gemeinsam mit dem opportunistischen Fagin-artigen Amerikaner Basie (John Malkovich) in einem japanischen Arbeitslager mit benachbartem Flugplatz. Umgegeben von Elend, Krankheiten und chronischem Essensmangel sorgt der aufgeweckte Jamie mit seiner nimmermüden und begeisterten Art für eine etwas positivere Stimmung, während er damit auch aus seiner grausamen Realität entflieht.

Besonders zu Beginn erweist sich "Das Reich der Sonne" als großartiger Film. Die Stimmung wird wunderbar rüber gebracht, speziell durch das sehr schöne walische Stück "Suo Gan", das ein Jungenchor inklusive Graham am Anfang singt, und die Aufnahmen von Shanghai sorgen dafür. Das Shanghai der 40er Jahre wurde zudem vom Produktionsteam grandios und atmosphärisch in Szene gesetzt. Wie bei Spielberg nicht unüblich, sehen wir die Welt aus den Augen eines Kindes. Der junge Jamie denkt eigentlich nur ans Fliegen und bewundert die Japaner für ihren Mut. Als der Krieg ausbricht, muss sich der Junge, der bislang in purem Wohlstand lebte, abgekapselt vom Elend auf Shanghais Straßen, plötzlich ganz schnell zum Erwachsenen entwickeln.

Mit Christian Bale hatte Spielberg natürlich ein Ass im Ärmel. Der damals 13-Jährige, der erst in einem Spielfilm (Mio mein Mio) mitgewirkt hatte, trägt den Film wacker auf seinen Schultern und kreierte eine der größten Kinderdarstellungen aller Zeiten. Die Rolle von Jamie Graham ist sehr anspruchsvoll und komplex, doch Bale spielt das mit größter Bravour und einer Sicherheit und Selbstverständlichkeit, die weit über sein Alter hinausragt. Er hat eine enorme Palette an unterschiedlichsten Emotionen zu spielen, besonders großartig sind die Momente, als er nach der Trennung von seinen Eltern durch Menschenmassen in den Straßen Shanghais drängt und danach ihr Haus menschenleer vorfindet. Immer wieder bringt Bale eine große Euphorie und Überzeugungskraft in die Rolle ein, die seine Mitmenschen mitreißt und ihn aus manch einer brenzligen Lage rettet.

Der Stoff passt natürlich gut zu Spielberg. Er sieht die Welt aus den Augen eines Kindes, das viel schneller zum Erwachsenen werden muss, als es eigentlich wollte. Auch geht es hier um Eskapismus, in diesem Fall durch die Magie der Luftfahrt, die Spielberg mit ganz großen Augen wunderbar einfängt. Durch diese euphorische Sichtweise wirkt das Gefangenenlager gar nicht mal so schrecklich, alles ist irgendwie ein Stückweit ein großes Abenteuer.

Während die erste Hälfte des Films sehr überzeugend erzählt und wunderbar gefilmt ist, kann man der zweiten Hälfte des Films, die größtenteils in dem Gefangenenlager spielt, vorwerfen, etwas zu langatmig und ereignisarm zu sein. Dennoch strahlt auch "Das Reich der Sonne" die typische Spielberg-Magie aus und wird besonders durch die lebhafte und mitreißende Art von Christian Bale und Spielbergs Auge fürs Detail zu etwas Besonderem und Unvergesslichem.
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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz vorn in der Spielberg-Collection, 21. November 2005
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Das Reich der Sonne" war offenbar (für Spielberg-Verhältnisse, nach u. a. "Der weiße Hai", "E.T." und zwei Indiana-Jones-Kloppern) ein wirtschaftlicher Flop, und das dürfte Warner Brothers auch veranlasst haben, den Film jahrelang im DVD-Programm zu vernachlässigen. Wie schade. Gottseidank gibt es jetzt eine Neuausgabe, und jeder kann jetzt einen der definitiv besten Spielberg-Streifen genießen, der zu Recht als erster Teil einer anspruchsvollen Kriegs-Trilogie (mit "Schindlers Liste" und "Der Soldat James Ryan") gehandelt wird.
DRDS beschreibt auf Basis des gleichnamigen Buches von J. G. Ballard die Erlebnisse des jungen Jamie Graham (= J. G. [Ballard]), dargestellt von einem absolut genial aufspielenden jungen Christian Bale, der ebenso sorgenfrei wie behütet und arrogant in der diplomatisch geschützten internationalen Zone im Shanghai der späten 30er/frühen 40er Jahre aufwächst, bis die japanischen Truppen der "Idylle" ein Ende machen.
Der Film (wie das teils autobiografische Buch) begleitet Jamie nach der unfreiwilligen Trennung von seinen Eltern bei der Suche nach diesen, wo er von dem amerikanischen Schwarzhändler Basie (John Malkovich) unter die Fittiche genommen und fortan gut amerikanisch Jim genannt wird. Gemeinsam landen sie in einem japanischen Gefangenenlager bei Shanghai, erleben Tod und Verzweiflung unter den Mitgefangenen ebenso, wie sie es schaffen, sich in der Situation durch Schwarzhandel und Anpassung komfortabel einzurichten, bis die (bis aufs chinesische Festland sichtbare) Atombombe auf Nagasaki der Gefangenschaft ein Ende macht.
Ebenso wie das Buch wird der Film durchgehend aus der Sicht von Jamie/Jim erzählt. Das führt dazu, dass zunächst eine naive Begeisterung für die japanischen Aggressoren einerseits, ein Herabsehen auf die chinesischen Dienstboten andererseits die vermeintlich rassistische Botschaft des Films zu sein scheinen. Aber die Erzählung will nicht objektiv und politisch korrekt sein, sondern die Eindrücke und Gefühle eines vom Krieg kalt erwischten Kindes möglichst treffend wiedergeben. Jamie/Jim ist später von den amerikanischen Fliegern ("P51 - Cadillac of the Skies") genauso kindlich begeistert wie anfänglich von den Mitsubishi-Zero-Piloten der Japaner.
Wenn es an dem Film etwas zu kritisieren gibt, dann nur, dass der "amerikanische" Faktor gegenüber dem Buch erheblich aufgewertet wurde - aber selbst Spielberg muss sehen, wo er sein Geld und sein Publikum herbekommt. Basie spielt im Buch eine erheblich geringere und auch noch weniger sympathische Rolle, und der "Statusgewinn" im Lager durch Kungeln mit den Amis ist auch eine Erfindung des Drehbuchautors Tom Stoppard. Richtig stören tut das aber erst, wenn man das Buch gelesen hat.
Ansonsten ist alles da, was einen großen Film auszeichnet, nicht zuletzt ein brillanter Score von (Überraschung!) John Williams. Herausragend ist der Einsatz des walisischen Liedes "Suo gan" und schließlich eines Orff-mäßig anmutenden (und doch von John Williams stammenden) Liedes in lateinischer Sprache, "Exsultate justi". Wer dabei angesichts der Erlebnisse von Jamie nicht mindestens Mühe hat, eine Träne zu verdrücken, sollte sich in der Tat ein anderes Film-Genre suchen.
Die Umsetzung des immerhin 18 Jahre alten Filmes ist mindestens in der OF (Dolby 5.1) makellos. Obwohl ich noch nicht einmal angefangen habe, die offenbar zahlreichen Extras auf der zweiten DVD anzusehen, kriegt die Special Edition schon für den Film allein von mir fünf Sterne.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Krieg durch die Augen eines Kindes, 27. Oktober 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Reich der Sonne [VHS] (Videokassette)
Nahezu unvergleichlich schildert "Das Reich der Sonne" ein Kinderschicksal, stellvertretend für Millionen von Menschen im 2.Weltkrieg.
China in den 1940ern. Viele Europäer leben wie in einstigen Kolonialzeiten im Land, sorgsam behütet und geschützt in Abbilden ihrer fernen Heimat, die mit dem teilweise ärmlichen Leben der Chinesen nichts zu tun haben. So auch der junge Jim, dessen Welt und Weltbild jedoch urplötzlich mit einem Schlag zerbrechen, als der tobende Krieg auch vor der Oberschicht nicht mehr länger Halt macht. Von seinen Eltern getrennt, schlägt er sich an der Seite zweier überlebenstougher "Gauner" durch die nunmehr ziemlich chaotischen Zeiten, die er fast bis zur Kapitulation Japans ausschließlich in einem Arbeiterlager zum Bau einer Landebahn für Kampfflieger zubringt, wo aus dem einst verweichlichten Oberklassebengel ein gewiefter Überlebenskünstler wird, der sich neben dem Alltag des reinen Überlebens auch immer noch kleine Illusionen (oder Hoffnungrn) von längst vergangener und zukünftiger Normalität bewahrt, wo andere schön längst aufgegeben haben.
Ohne viel Blut und Gewalt (verglichen mit anderen [Anit-]Kriegsfilmen) und ohne kitschig-sentimental zu sein, schuf Spielberg mit diesem Film ein ehrlich-offenes aber gleichzeitig bewegendes Meisterwerk, das durch erstklassige Schauspieler, die die Transformation ihrer Charaktere blendend darstellen, sowie mitreißender Musik und Kameraführung glänzt. Nichts wird romantisiert, nichts stereotypisiert - die Tatsache, dass manche Szenen auf den Zuschauer vielleicht geringfügig unreal und "entrückt" erscheinen, liegt allein daran, dass wir uns fast gar nicht mehr vorstellen können, was Krieg - vor allem auch für die Seele und den Geist jedes einzelnen - wirklich bedeutet.
Wer diesen Film nicht gesehen hat, hat ein Meisterwerk verpasst, das auch heute noch völlig zu Unrecht vielfach unterbewertet wird.
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43 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr guter Film auf leider immer noch schwacher DVD, 6. Februar 2006
Von 
realkenai & family (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Handlung:
1941 – Jamie, ein 12jähriger englischer Junge, lebt in Shanghai das privilegierte Leben eines verhätschelten Reiche-Leute-Kids, während um die westliche Enklave herum die Welt im chinesisch-japanischen Krieg versinkt. Die Japaner stehen bereits vor den Stadttoren, sind aber wegen der starken westlichen Besiedelung Shanghais noch nicht in das “Paris des Ostens“ eingedrungen. Viele der klügeren und/oder vorsichtigeren Europäer sind denn auch bereits Richtung Heimat, Singapur oder Australien abgereist, als die Japaner Amerika angreifen und prompt auch in die heile Welt der weißen Upper Class Gesellschaft Shanghais einmarschieren. Die Stadt versinkt im Chaos und Jamie wird während der Flucht von seinen Eltern getrennt.
Auf sich allein gestellt schlägt sich der Junge mehr schlecht als recht durch, bis er Frank und Basie trifft, zwei amerikanische Matrosen, die ihm erst mal - alles andere als uneigennützig – weiterhelfen.
Doch dann geraten alle in Gefangenschaft und ein täglicher Kampf ums Überleben beginnt.

State:
Regisseur Steven Spielberg drehte “Das Reich der Sonne“ 1987 an Originalschauplätzen und hielt sich dabei weitgehend an das gleichnamige autobiographische Buch von J. G. Ballard, dichtete allerdings noch einige historisch stimmige Episoden hinzu.
Selten habe ich einen in dieser Hinsicht so genau recherchierten und bis in kleinste Details korrekt umgesetzten Film gesehen.
Aber genau da liegt sein Problem.
Es ist ja schön, dass Tatsachen wie die dekadente Haltung der Europäer (Fahrt zum Maskenball zwischen Chinesen, die um ihr Leben flüchten), die tatsächlichen Gefühle der Einheimischen (Ohrfeige), etc. beleuchtet werden. Auch gut ist der detaillierte Blick auf die Psyche eines unerfahrenen und “verlorenen“ Jungen, der trotz aller Miseren immer wieder Zeit und Lust zum spielen (Fahrrad, Flugzeuge) findet, sehr schnell lernt (Sprache, Handel), begeisterungsfähig schnell seine Vorbilder verändert und in seiner Not sogar bereit ist aus Dankbarkeit unsägliches als Normal hinzunehmen (Versuchter Verkauf in die Quasi-Sklaverei). Doch gerade diese sehr intensiven und Detailverliebten Szenen brachten bereits in den 80ern den Action-Fans nichts als Langeweile und in den heutigen Zeiten von MTV, VIVA und Vorabendserien, bei denen einzelne Szenen nie länger als 3 Minuten dauern dürfen, ist der Kreis derer, die sich ein derart anspruchsvolles, nahezu actionfreies Werk mit der notwendigen Aufmerksamkeit widmen können, wohl weiter geschrumpft.

Cast:
Jamie – Christian Bale
Aus der seinerzeit 13jährigen Neuentdeckung ist einer der wenigen bekannten Darsteller geworden, die in Actionrollen auch Charakter verkörpern können. Interessant dabei – dieses Potenzial erkannte Spielberg bereits damals. Bei den Extras sagt er in einer Szene zu einem Mitarbeiter „Der Junge wird der neue De Niro“. Ob er endgültig Recht behält wird die Zeit zeigen, aber Bale ist mit seinen überzeugenden Darstellungen in Filmen wie “Shaft“, “American Psycho“, “Equilibrium“ und “Batman Begins“ durchaus auf dem richtigen Weg.
Basie – John Malkovich
Zeigte bereits damals in der Rolle des konsequent egomanisch handelnden Tricksers seine darstellerischen Qualitäten. Zumindest sein Gesicht dürfte heute fast allen Cineasten aus so unterschiedlichen Filmen wie z. B. “Con Air“, “In the Line of Fire“, “Being John Malkovich“, “Ladies Room“ oder “Knockaround Guys“ bekannt sein.
Frank – Joe Pantoliano
Stellt den tumben, sich bis auf den Tod ausnutzend lassenden Begleiter Basies perfekt dar. Auch er ging einen erfolgreichen Weg, überzeugte in Filmen wie “The Goonies“ (vorher), “Auf der Jagd/Flucht“, “Bad Boys 1+2“, “Matrix und “Memento“. Seine beste persönliche Darstellerleistung bringt er allerdings in “Bound-Gefesselt“ in der Rolle des an der hinterhältigen Weibern verzweifelnden Caesar.
Ansonsten dabei und heute bekannt: Ben Stiller, Miranda Richardson, Burt Kwouk
Für alle Darsteller gilt: Optimal besetzt und agierend.

Die DVD:
Code 2, 2 x DVD 9, Doppel Amaray Case, Hauptfilm ca. 140 Min. ohne Abspann, Doku ca. 49 Min.
Das Bild liegt in anamorphen Widescreen im Verh. 1.85:1 vor.
Tonspuren finden sich in DD2.0 auf Deutsch, Englisch und Spanisch, sowie Englisch DD5.1
Gut lesbare Untertitel in 18 Sprachen, u. a. Deutsch und Englisch
DVD1 verfügt über keinerlei Extras, hier vermisst man insbesondere einen Audiokommentar und eine der englischen ebenbürtigen deutsche DD5.1 Tonspur.
DVD2 beinhaltet nur den US-Trailer und die englischsprachige, überaus interessante Dokumentation “China Odyssee“. Hier finden sich Impressionen von den Dreharbeiten, Interviews und States, u. a. mit Spielberg, Ballard und chinesischen Zeitzeugen, sowie kommentierte historische Originalaufnahmen – alles geschickt aufeinander abgestimmt.
Der Doku sind ebenfalls UT in 18 Sprachen zuschaltbar.
Damit verbleibt eine Menge Platz auf der 2ten DVD. Warum der nicht zumindest für die üblichen Gimmicks, wie z. B. Filmografien, Kurzinterviews oder weitere historische Information zur japanischen Okkupation Chinas – und sei es nur auf Texttafeln – genutzt wurde…? Eine Versäumnis, das einen schalen Nachgeschmack hinterlässt.
Fakt ist – in der vorliegenden Form hätten die beiden DVDs auch auf eine gepasst. Mogelpackung!
Fazit: Film 4-5 Sterne, Cast: 5 Sterne, DVD (Bild und Ton) 3 Sterne, DVD-Doku 4 Sterne
Für mich einer der besten Filme Spielbergs. Ein Werk, das anspruchsvollen Cineasten uneingeschränkt empfohlen werden kann.
Doch Action-Fans und Ungeduldige müssen bedenken, dass hier eine Kriegsgeschichte allein aus der Sicht der Opfer recht detailliert und langatmig erzählt wird. Sie könnten enttäuscht werden.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das erste Aufblitzen einer späteren Supernova, 18. Juli 2008
Der Film handelt im Wesentlichen von einem 11- oder 12jährigen Jungen, gespielt von Christian Bale, der in Shanghai Ende der 30er und Anfang der 40er-Jahre lebt. Anfangs ein wohlbehüteter englischer Bengel, wird er, als Japan in China einmarschiert, in den flüchtenden Massen von seinen Eltern getrennt und muss fortan sehen, wie er zurecht kommt. Anfangs ist er völlig unfähig, selbständig irdendetwas auf die Beine zu stellen, dann lernt er zwei amerikanische Opportunisten kennen und wird mit ihnen gemeinsam gefangen genommen.
Der weitere Film behandelt die Entwicklung des jungen Mannes in den Lagern bis hin zur Beendigung der japanischen Kriegsbeteiligung am zweiten Weltkrieg (da gab's wohl irgendwo einen Übergang, bin in asiatischer Geschichte nicht so bewandert) durch die beiden A-Bomben. Es wird im Grunde dargestellt, wie der verzogene Bengel anfängt, lebensfähig zu werden, sich durchzusetzen, selber zum Opportunisten wird und wie er sich doch noch einige seiner kindlichen Wertvorstellung behält. Und wie er, stellvertrend für viele seiner Generation, seine kindliche Unschuld verliert.
Wertung: Die Geschichte selber ist eine von vielen Kriegsgeschichten, recht gut und solid verfilmt. 3 von 5 Punkten dafür.
Christian Bale. Ich habe inzwischen schon einiges von ihm gesehen, von American Psycho über The Machinist und Batman begins bis zu The Prestige. Und schon seit langem sage ich, das ist der Marlon Brando, der Orson Welles, der Humphrey Bogart, Al Pacino und Robert DeNiro der Zukunft. In fünfzehn Jahren wird er alles überstrahlen, was Filme macht. Er wird der Größte sein.
Für seine Leistung in diesem Film bekommt er den vierten Stern von mir. Es gibt ja viele Filme, in denen Kinder herausragende Leistungen zeigen, aber für eine derart brillant dargestellte Charakterentwicklung hat z.B. ein Robert DeNiro in "Wie ein wilder Stier" einen Oscar bekommen.
Ja, das wollte ich nur sagen. Großartig, Mr. Bale.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dokumentation ist interessant, 4. Dezember 2005
Wie viele andere habe ich lange auf eine Veröffentlichung dieses wirklich hervorragenden Filmes als DVD gewartet.Ich freue mich erst einmal, dass dies nun möglich war.Die Bild- und Tonqualität ist sehr gut.Gerade bei der Filmmusik läßt sich dies hören.Im Gegensatz zu manch anderen Rezensenten kann ich der Dokumentation auf der zweiten Disc einiges abgewinnen.Sie zeigt u.a. , dass es damals etwas besonderes war als Ausländer in der VR China Spielfilme zu drehen.Was da auch immer geholfen haben mag - Spielbergs Ruf und Ruhm, gute connections oder eifach "nur" das liebe, Völker verbindende Geld.Wer nicht nur ein making of sehen will, was bei den meisten Neuproduktionen heutzutage eher wie ein erweiterter trailer daherkommt, der wird sich nicht enttäuscht von dieser Dokumentation abwenden.Im Gegenteil: Hier gibt es ein Stück Zeitgeschichte.In 20 Jahren wird uns dies noch klarer vor Augen sein.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswert - Prädikat sehr, sehr wertvoll! Eben ein echter Spielberg!, 10. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Reich der Sonne (DVD)
Eigentlich müsste einen schon der Name Spielberg dazu verleiten, diesen Film zu kaufen.
Hier war es aber eher das Thema, das mich und meinen Mann reizte.

Zunächst einmal vorweg: Mein Mann und ich sehen uns sehr gerne Dokus und Spielfilme der Zeitgeschichte an, gerade das dritte Reich, Kriegs- und Nachkriegszeit betreffend.
Wir hatten uns den Film ganz spontan gekauft, da wir ein Schnäppchen machen konnten und hätten niemals gedacht, dasss er uns so packen würde.

Es ist ein Film, der den Krieg mit Kinderaugen beschreibt.
Dieser Film hat einfach Alles. Von Gefühl, Tragik bis hin zu hintergründiger geschichtlicher Dokumentation.
Der Film hat durchweg einen ehrlichen, echten und vor allem glaubhaften Faden, ohne sich in Tragik zu verheddern. Es musste auch keine typische Liebesgeschichte drumherum gesponnen werden um diesen Film sehenswert zu machen.
Kurz und gut:
Für alle Fans des guten, anspruchsvollen Films absolut empfehlenswert!!!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traumhaft schöner Film der zum Nachdenken anregt, 3. Juni 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Reich der Sonne [VHS] (Videokassette)
Hier beweist Steven Spielberg wahrhaft sein Talent. Das Reich der Sonne ist ein trauriger und bewegender Film, der wirklich unter die Haut geht. Ich habe ihn vor Jahren gesehen und habe ihn nie vergessen. Jetzt habe ich ihn endlich wieder. Ein Film der zeigt, was der Krieg bei Kindern anrichten kann, wie sich die Menschen verändern. Die Geschichte des 11 Jahre alten Jim geht einem wirklich ans Herz. Gut und wohlbehalten lebt er mit seinen reichen Eltern im britischen Viertel von Shanghai im Jahre 1941. Dort leben sie in Saus und Braus. Schnell erkennt man wie luxuriös die Familien dort leben und es sich gut gehen lassen. Die Einheimischen sind nur "Pöbel" für die feinen Briten. Jim, dementsprechend aufgewachsen ist ein verwöhnter kleiner Junge. Doch auf einmal ziehen dunkle Wolken auf über Shanghai, die Japaner greifen an. Sofort werden die britischen Viertel geplündert, die Engländer müssen fliehen. Da wird Jim von seinen Eltern getrennt. Kaum kann er begreifen was geschehen ist und schlägt sich wieder zurück nach Hause durch. Doch dort angekommen, steht bereits alles leer und niemand kommt. Und so verwildert der kleine Jim, jetzt ist alles Geld nichts mehr wert und er muss sich allein durchschlagen um nicht zu verhungern. Da trifft er auf zwei Amerikaner, die ihm helfen und ihn durchfüttern. Doch die Japaner werden immer härter und Jim und seine beiden Freunde werden in ein Lager abtransportiert. Hier lernt Jim noch mehr Grauen und Tod kennen und bald ist er nicht wiederzuerkennen. Aus dem kleinen fröhlichen Jungen ist ein ernster, harter junger Mann geworden. Die Geschichte Jims geht ums nackte Überleben, er lernt alle Charakterschwächen des Menschen kennen, denn wenn es ums Verhungern geht, ist sich jeder selbst der nächste. Ich finde den Film sehr wahrheitsgetreu und interessant, aber auch traurig und schockierend. Vor allem aber sehr traurig. Sobald Jim sein "Lied" anstimmt, müssen die Taschentücher parat gehalten werden. Diesen Film kann ich nur jedem ans Herz legen. Das ist Steven Spielberg von einer ganz anderen - und nicht schlechteren Seite!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mal eine außerwöhnliche rührende Möglichkeit einen Kriegsfilm zu drehen, 3. Oktober 2006
Also ich kann diesem Film ohne Bedenken volle 5 Sterne geben. Er hat mich tief bewegt und in seinen Bann gezogen. Er ist weit ab von den heutigen Filmen anzusiedeln - weit weg von diesem kitschigen, ohne Inhalt und Sinn gedrehten Fantasie und Hero-Epochen.

Es ist ein Film voller Erzählungen über das Leben des kleinen Jamie, der trotz harter Zeiten den Lebenswillen nicht verliert und auch hart fürs Überleben kämpft. Alle Achtung! Ich finde es sehr beeindruckend. Gott sei Dank gibt es auch ein Happy End.

Für mich ist dieser Film ein absolutes muß - er ist trotz seiner Länge (2,5 Std) nicht langweilig, statt dessen bewegend, herzergreifend, mitreißend und sehr interessant. Einen solchen Film kann man mehr als einmal anschauen.
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Das Reich der Sonne
Das Reich der Sonne von J. G. Ballard (DVD)
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