Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug b2s Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
51
4,2 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 29. Januar 2007
Der Film basiert auf einem Roman von J.G. Ballard, in dem er seine traumatischen Kindheitserinnerungen verarbeitet. Ballard wurde 1930 in China geboren und nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges, zwischen Japan und den USA, in ein japanisches Internierungslager gesperrt. Nach dem Krieg wurden er und seine Familie befreit und kehrten nach Europa zurück. Fast vierzig Jahre später entschloß er sich einen Roman über diesen Abschnitt seines Lebens zu schreiben, den er 1984 veröffentlichte. Der Autor Tom Stoppard ("Shakespeare in Love") adaptierte den Roman zu einem Drehbuch und Steven Spielberg realisierte 1987 den Film.

Inhalt: Der 11-Jährige Jim Graham (Christian Bale) lebt mit seinen Eltern im Shanghai des Jahres 1941. Die Japaner haben weite Teile Chinas unter ihre Kontrolle gebracht, unter anderem auch die Hafenstadt Shanghai. Jims Eltern stehen, wie alle Briten in Shanghai, unter diplomatischem Schutz, da sich Japan und Großbritannien noch nicht im Krieg befinden.
Nach Ausbruch der Kampfhandlungen auf der Insel Pearl Harbor ist diese Zeit aber vorbei und die Grahams müssen aus der Stadt fliehen. Jim verliert im Gewühl einer Menschenmenge seine Eltern aus den Augen und muss sich nun durch die ihm fremde Stadt durchschlagen. Dabei begegnet er dem opportunistischen Kriegsgewinnler Bassie (John Malkovich), der für ihn eine Art Vorbild wird.
Sie landen beide in einem japanischen Internierungslager, in dem alliierte Zivilisten gefangengehalten werden. Dort entwickelt sich Jim im Laufe der Jahre zu einem Experten für Überlebens-Strategien.

Spielberg baut sein fast drei Stunden langes Epos didaktisch sehr durchdacht auf. In wunderschönen, aber auch teils erschreckenden Bildern erzählt er die Geschichte. In der ersten halben Stunde wird das Leben der Grahams fast wie ein Traum gezeigt, so als ob die drohende Gefahr ihrer kleinen Welt nichts anhaben könnte.
Erst als der Krieg ausbricht, wird das Bild schärfer und bekommt mehr Konturen. Die starke Musik von John Williams trägt ihren Teil dazu bei.

Hauptdarsteller Christian Bale ("American Psycho", "Batman Begins"), damals erst 13 Jahre alt, spielt seine Rolle sehr überzeugend. Es ist deutlich der Reifeprozess, aber auch der Schrecken über den Krieg in seinem Spiel zu erkennen. Es ist kein Wunder, dass er heute, nach wie vor, ein begehrter Schauspieler ist. Aber auch die Nebendarsteller, allen voran der wie immer großartige John Malkovich, sind mehr als nur Statisten und fügen dem Film ihre persönliche Note hinzu.

Auf der Bonus-Disc findet sich die Dokumentation "Odyssee in China", welche von den Dreharbeiten in der Volksrepublik China berichtet, in der auch der Autor der Romanvorlage zu Wort kommt.

Fazit: Zuvor habe ich keinen Film gesehen, der ein so ernstes Thema mit der richtigen Kombination aus Leichtigkeit und Schwernis erzählt hat. Für mich ist "Reich der Sonne" Steven Spielbergs bestes Werk. Ein Mann, der normalerweise immer die Jugend in seinen Werken feiert, zeigt hier auf eindringliche Weise den Schrecken, den die harte Realität einem Heranwachsenden zufügen kann.
0Kommentar| 78 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. November 2005
"Das Reich der Sonne" war offenbar (für Spielberg-Verhältnisse, nach u. a. "Der weiße Hai", "E.T." und zwei Indiana-Jones-Kloppern) ein wirtschaftlicher Flop, und das dürfte Warner Brothers auch veranlasst haben, den Film jahrelang im DVD-Programm zu vernachlässigen. Wie schade. Gottseidank gibt es jetzt eine Neuausgabe, und jeder kann jetzt einen der definitiv besten Spielberg-Streifen genießen, der zu Recht als erster Teil einer anspruchsvollen Kriegs-Trilogie (mit "Schindlers Liste" und "Der Soldat James Ryan") gehandelt wird.
DRDS beschreibt auf Basis des gleichnamigen Buches von J. G. Ballard die Erlebnisse des jungen Jamie Graham (= J. G. [Ballard]), dargestellt von einem absolut genial aufspielenden jungen Christian Bale, der ebenso sorgenfrei wie behütet und arrogant in der diplomatisch geschützten internationalen Zone im Shanghai der späten 30er/frühen 40er Jahre aufwächst, bis die japanischen Truppen der "Idylle" ein Ende machen.
Der Film (wie das teils autobiografische Buch) begleitet Jamie nach der unfreiwilligen Trennung von seinen Eltern bei der Suche nach diesen, wo er von dem amerikanischen Schwarzhändler Basie (John Malkovich) unter die Fittiche genommen und fortan gut amerikanisch Jim genannt wird. Gemeinsam landen sie in einem japanischen Gefangenenlager bei Shanghai, erleben Tod und Verzweiflung unter den Mitgefangenen ebenso, wie sie es schaffen, sich in der Situation durch Schwarzhandel und Anpassung komfortabel einzurichten, bis die (bis aufs chinesische Festland sichtbare) Atombombe auf Nagasaki der Gefangenschaft ein Ende macht.
Ebenso wie das Buch wird der Film durchgehend aus der Sicht von Jamie/Jim erzählt. Das führt dazu, dass zunächst eine naive Begeisterung für die japanischen Aggressoren einerseits, ein Herabsehen auf die chinesischen Dienstboten andererseits die vermeintlich rassistische Botschaft des Films zu sein scheinen. Aber die Erzählung will nicht objektiv und politisch korrekt sein, sondern die Eindrücke und Gefühle eines vom Krieg kalt erwischten Kindes möglichst treffend wiedergeben. Jamie/Jim ist später von den amerikanischen Fliegern ("P51 - Cadillac of the Skies") genauso kindlich begeistert wie anfänglich von den Mitsubishi-Zero-Piloten der Japaner.
Wenn es an dem Film etwas zu kritisieren gibt, dann nur, dass der "amerikanische" Faktor gegenüber dem Buch erheblich aufgewertet wurde - aber selbst Spielberg muss sehen, wo er sein Geld und sein Publikum herbekommt. Basie spielt im Buch eine erheblich geringere und auch noch weniger sympathische Rolle, und der "Statusgewinn" im Lager durch Kungeln mit den Amis ist auch eine Erfindung des Drehbuchautors Tom Stoppard. Richtig stören tut das aber erst, wenn man das Buch gelesen hat.
Ansonsten ist alles da, was einen großen Film auszeichnet, nicht zuletzt ein brillanter Score von (Überraschung!) John Williams. Herausragend ist der Einsatz des walisischen Liedes "Suo gan" und schließlich eines Orff-mäßig anmutenden (und doch von John Williams stammenden) Liedes in lateinischer Sprache, "Exsultate justi". Wer dabei angesichts der Erlebnisse von Jamie nicht mindestens Mühe hat, eine Träne zu verdrücken, sollte sich in der Tat ein anderes Film-Genre suchen.
Die Umsetzung des immerhin 18 Jahre alten Filmes ist mindestens in der OF (Dolby 5.1) makellos. Obwohl ich noch nicht einmal angefangen habe, die offenbar zahlreichen Extras auf der zweiten DVD anzusehen, kriegt die Special Edition schon für den Film allein von mir fünf Sterne.
0Kommentar| 37 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Oktober 2004
Nahezu unvergleichlich schildert "Das Reich der Sonne" ein Kinderschicksal, stellvertretend für Millionen von Menschen im 2.Weltkrieg.
China in den 1940ern. Viele Europäer leben wie in einstigen Kolonialzeiten im Land, sorgsam behütet und geschützt in Abbilden ihrer fernen Heimat, die mit dem teilweise ärmlichen Leben der Chinesen nichts zu tun haben. So auch der junge Jim, dessen Welt und Weltbild jedoch urplötzlich mit einem Schlag zerbrechen, als der tobende Krieg auch vor der Oberschicht nicht mehr länger Halt macht. Von seinen Eltern getrennt, schlägt er sich an der Seite zweier überlebenstougher "Gauner" durch die nunmehr ziemlich chaotischen Zeiten, die er fast bis zur Kapitulation Japans ausschließlich in einem Arbeiterlager zum Bau einer Landebahn für Kampfflieger zubringt, wo aus dem einst verweichlichten Oberklassebengel ein gewiefter Überlebenskünstler wird, der sich neben dem Alltag des reinen Überlebens auch immer noch kleine Illusionen (oder Hoffnungrn) von längst vergangener und zukünftiger Normalität bewahrt, wo andere schön längst aufgegeben haben.
Ohne viel Blut und Gewalt (verglichen mit anderen [Anit-]Kriegsfilmen) und ohne kitschig-sentimental zu sein, schuf Spielberg mit diesem Film ein ehrlich-offenes aber gleichzeitig bewegendes Meisterwerk, das durch erstklassige Schauspieler, die die Transformation ihrer Charaktere blendend darstellen, sowie mitreißender Musik und Kameraführung glänzt. Nichts wird romantisiert, nichts stereotypisiert - die Tatsache, dass manche Szenen auf den Zuschauer vielleicht geringfügig unreal und "entrückt" erscheinen, liegt allein daran, dass wir uns fast gar nicht mehr vorstellen können, was Krieg - vor allem auch für die Seele und den Geist jedes einzelnen - wirklich bedeutet.
Wer diesen Film nicht gesehen hat, hat ein Meisterwerk verpasst, das auch heute noch völlig zu Unrecht vielfach unterbewertet wird.
0Kommentar| 22 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 24. November 2011
"Das Reich der Sonne" war nach "Die Farbe Lila" sozusagen der zweite Teil des Reifeprozesses von Steven Spielberg, der sich verstärkt von Science-Fiction und kindlichen Themen distanzieren wollte. Der Film wurde zunächst von David Lean entwickelt und Spielberg wollte nur als Produzent fungieren, doch während ersterer sein Interesse verlor, verliebte sich zweiterer sehr in den Stoff. Heraus kam ein epischer und bewegender Film, der mit viel Aufwand für ca. 35 Millionen US-Dollar produziert wurde, jedoch nur bedingt erfolgreich war, sowohl bei Zuschauern (nur ca. 65 Millionen Dollar Einnahmen), als auch bei Kritikern. Trotz sechs Oscar-Nominierungen genießt "Das Reich der Sonne" längst nicht den Klassiker-Ruf wie andere Spielberg-Filme und wurde von Warner erst 2005 auf DVD veröffentlicht.

Jedoch hat der Film über die Jahre viele Fans dazugewonnen. Es handelt sich um eine autobiografische Story des flugbegeisterten 12-jährigen Engländer Jamie Graham (Stellvertreter für Autor J.G. Ballard, gespielt von Christian Bale), der mit seiner wohlhabenden Familie 1941 in Shanghai lebt. Durch die japanische Invasion wird er von seinen Eltern getrennt und landet gemeinsam mit dem opportunistischen Fagin-artigen Amerikaner Basie (John Malkovich) in einem japanischen Arbeitslager mit benachbartem Flugplatz. Umgegeben von Elend, Krankheiten und chronischem Essensmangel sorgt der aufgeweckte Jamie mit seiner nimmermüden und begeisterten Art für eine etwas positivere Stimmung, während er damit auch aus seiner grausamen Realität entflieht.

Besonders zu Beginn erweist sich "Das Reich der Sonne" als großartiger Film. Die Stimmung wird wunderbar rüber gebracht, speziell durch das sehr schöne walische Stück "Suo Gan", das ein Jungenchor inklusive Graham am Anfang singt, und die Aufnahmen von Shanghai sorgen dafür. Das Shanghai der 40er Jahre wurde zudem vom Produktionsteam grandios und atmosphärisch in Szene gesetzt. Wie bei Spielberg nicht unüblich, sehen wir die Welt aus den Augen eines Kindes. Der junge Jamie denkt eigentlich nur ans Fliegen und bewundert die Japaner für ihren Mut. Als der Krieg ausbricht, muss sich der Junge, der bislang in purem Wohlstand lebte, abgekapselt vom Elend auf Shanghais Straßen, plötzlich ganz schnell zum Erwachsenen entwickeln.

Mit Christian Bale hatte Spielberg natürlich ein Ass im Ärmel. Der damals 13-Jährige, der erst in einem Spielfilm (Mio mein Mio) mitgewirkt hatte, trägt den Film wacker auf seinen Schultern und kreierte eine der größten Kinderdarstellungen aller Zeiten. Die Rolle von Jamie Graham ist sehr anspruchsvoll und komplex, doch Bale spielt das mit größter Bravour und einer Sicherheit und Selbstverständlichkeit, die weit über sein Alter hinausragt. Er hat eine enorme Palette an unterschiedlichsten Emotionen zu spielen, besonders großartig sind die Momente, als er nach der Trennung von seinen Eltern durch Menschenmassen in den Straßen Shanghais drängt und danach ihr Haus menschenleer vorfindet. Immer wieder bringt Bale eine große Euphorie und Überzeugungskraft in die Rolle ein, die seine Mitmenschen mitreißt und ihn aus manch einer brenzligen Lage rettet.

Der Stoff passt natürlich gut zu Spielberg. Er sieht die Welt aus den Augen eines Kindes, das viel schneller zum Erwachsenen werden muss, als es eigentlich wollte. Auch geht es hier um Eskapismus, in diesem Fall durch die Magie der Luftfahrt, die Spielberg mit ganz großen Augen wunderbar einfängt. Durch diese euphorische Sichtweise wirkt das Gefangenenlager gar nicht mal so schrecklich, alles ist irgendwie ein Stückweit ein großes Abenteuer.

Während die erste Hälfte des Films sehr überzeugend erzählt und wunderbar gefilmt ist, kann man der zweiten Hälfte des Films, die größtenteils in dem Gefangenenlager spielt, vorwerfen, etwas zu langatmig und ereignisarm zu sein. Dennoch strahlt auch "Das Reich der Sonne" die typische Spielberg-Magie aus und wird besonders durch die lebhafte und mitreißende Art von Christian Bale und Spielbergs Auge fürs Detail zu etwas Besonderem und Unvergesslichem.
22 Kommentare| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Februar 2006
Handlung:
1941 – Jamie, ein 12jähriger englischer Junge, lebt in Shanghai das privilegierte Leben eines verhätschelten Reiche-Leute-Kids, während um die westliche Enklave herum die Welt im chinesisch-japanischen Krieg versinkt. Die Japaner stehen bereits vor den Stadttoren, sind aber wegen der starken westlichen Besiedelung Shanghais noch nicht in das “Paris des Ostens“ eingedrungen. Viele der klügeren und/oder vorsichtigeren Europäer sind denn auch bereits Richtung Heimat, Singapur oder Australien abgereist, als die Japaner Amerika angreifen und prompt auch in die heile Welt der weißen Upper Class Gesellschaft Shanghais einmarschieren. Die Stadt versinkt im Chaos und Jamie wird während der Flucht von seinen Eltern getrennt.
Auf sich allein gestellt schlägt sich der Junge mehr schlecht als recht durch, bis er Frank und Basie trifft, zwei amerikanische Matrosen, die ihm erst mal - alles andere als uneigennützig – weiterhelfen.
Doch dann geraten alle in Gefangenschaft und ein täglicher Kampf ums Überleben beginnt.

State:
Regisseur Steven Spielberg drehte “Das Reich der Sonne“ 1987 an Originalschauplätzen und hielt sich dabei weitgehend an das gleichnamige autobiographische Buch von J. G. Ballard, dichtete allerdings noch einige historisch stimmige Episoden hinzu.
Selten habe ich einen in dieser Hinsicht so genau recherchierten und bis in kleinste Details korrekt umgesetzten Film gesehen.
Aber genau da liegt sein Problem.
Es ist ja schön, dass Tatsachen wie die dekadente Haltung der Europäer (Fahrt zum Maskenball zwischen Chinesen, die um ihr Leben flüchten), die tatsächlichen Gefühle der Einheimischen (Ohrfeige), etc. beleuchtet werden. Auch gut ist der detaillierte Blick auf die Psyche eines unerfahrenen und “verlorenen“ Jungen, der trotz aller Miseren immer wieder Zeit und Lust zum spielen (Fahrrad, Flugzeuge) findet, sehr schnell lernt (Sprache, Handel), begeisterungsfähig schnell seine Vorbilder verändert und in seiner Not sogar bereit ist aus Dankbarkeit unsägliches als Normal hinzunehmen (Versuchter Verkauf in die Quasi-Sklaverei). Doch gerade diese sehr intensiven und Detailverliebten Szenen brachten bereits in den 80ern den Action-Fans nichts als Langeweile und in den heutigen Zeiten von MTV, VIVA und Vorabendserien, bei denen einzelne Szenen nie länger als 3 Minuten dauern dürfen, ist der Kreis derer, die sich ein derart anspruchsvolles, nahezu actionfreies Werk mit der notwendigen Aufmerksamkeit widmen können, wohl weiter geschrumpft.

Cast:
Jamie – Christian Bale
Aus der seinerzeit 13jährigen Neuentdeckung ist einer der wenigen bekannten Darsteller geworden, die in Actionrollen auch Charakter verkörpern können. Interessant dabei – dieses Potenzial erkannte Spielberg bereits damals. Bei den Extras sagt er in einer Szene zu einem Mitarbeiter „Der Junge wird der neue De Niro“. Ob er endgültig Recht behält wird die Zeit zeigen, aber Bale ist mit seinen überzeugenden Darstellungen in Filmen wie “Shaft“, “American Psycho“, “Equilibrium“ und “Batman Begins“ durchaus auf dem richtigen Weg.
Basie – John Malkovich
Zeigte bereits damals in der Rolle des konsequent egomanisch handelnden Tricksers seine darstellerischen Qualitäten. Zumindest sein Gesicht dürfte heute fast allen Cineasten aus so unterschiedlichen Filmen wie z. B. “Con Air“, “In the Line of Fire“, “Being John Malkovich“, “Ladies Room“ oder “Knockaround Guys“ bekannt sein.
Frank – Joe Pantoliano
Stellt den tumben, sich bis auf den Tod ausnutzend lassenden Begleiter Basies perfekt dar. Auch er ging einen erfolgreichen Weg, überzeugte in Filmen wie “The Goonies“ (vorher), “Auf der Jagd/Flucht“, “Bad Boys 1+2“, “Matrix und “Memento“. Seine beste persönliche Darstellerleistung bringt er allerdings in “Bound-Gefesselt“ in der Rolle des an der hinterhältigen Weibern verzweifelnden Caesar.
Ansonsten dabei und heute bekannt: Ben Stiller, Miranda Richardson, Burt Kwouk
Für alle Darsteller gilt: Optimal besetzt und agierend.

Die DVD:
Code 2, 2 x DVD 9, Doppel Amaray Case, Hauptfilm ca. 140 Min. ohne Abspann, Doku ca. 49 Min.
Das Bild liegt in anamorphen Widescreen im Verh. 1.85:1 vor.
Tonspuren finden sich in DD2.0 auf Deutsch, Englisch und Spanisch, sowie Englisch DD5.1
Gut lesbare Untertitel in 18 Sprachen, u. a. Deutsch und Englisch
DVD1 verfügt über keinerlei Extras, hier vermisst man insbesondere einen Audiokommentar und eine der englischen ebenbürtigen deutsche DD5.1 Tonspur.
DVD2 beinhaltet nur den US-Trailer und die englischsprachige, überaus interessante Dokumentation “China Odyssee“. Hier finden sich Impressionen von den Dreharbeiten, Interviews und States, u. a. mit Spielberg, Ballard und chinesischen Zeitzeugen, sowie kommentierte historische Originalaufnahmen – alles geschickt aufeinander abgestimmt.
Der Doku sind ebenfalls UT in 18 Sprachen zuschaltbar.
Damit verbleibt eine Menge Platz auf der 2ten DVD. Warum der nicht zumindest für die üblichen Gimmicks, wie z. B. Filmografien, Kurzinterviews oder weitere historische Information zur japanischen Okkupation Chinas – und sei es nur auf Texttafeln – genutzt wurde…? Eine Versäumnis, das einen schalen Nachgeschmack hinterlässt.
Fakt ist – in der vorliegenden Form hätten die beiden DVDs auch auf eine gepasst. Mogelpackung!
Fazit: Film 4-5 Sterne, Cast: 5 Sterne, DVD (Bild und Ton) 3 Sterne, DVD-Doku 4 Sterne
Für mich einer der besten Filme Spielbergs. Ein Werk, das anspruchsvollen Cineasten uneingeschränkt empfohlen werden kann.
Doch Action-Fans und Ungeduldige müssen bedenken, dass hier eine Kriegsgeschichte allein aus der Sicht der Opfer recht detailliert und langatmig erzählt wird. Sie könnten enttäuscht werden.
0Kommentar| 44 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. März 2014
Das der Krieg nicht nur Erwachsene betrifft, sondern insbesondere auch Kinder, war und ist bekannt. Aber was eine Kinderseele ertragen kann, das wird in diesem Film sehr intensiv geschildert. Mir jedenfalls standen Tränen in den Augen und liefen auch teilweise. Meisterhaft, brillant und fesselt beim Zusehen des Überlebenskampfes des kleinen Jungen. Ansehen!!!!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. November 2015
Ich habe diesen Film schon oft gesehen und bin sehr froh über die bluray veröffentlichung. Hier ist das Restaurieren des Bildes wirklich gelungen, besser als bei vielen anderen bluray releases.
Den Film kann ich wärmstens empfehlen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Oktober 2014
Das Reich der Sonne

Vorbemerkungen
„Krieg ist Politik mit anderen Mitteln“ ist die bisher dümmste Ausrede für politisches Versa-gen auf Kosten der Menschheit. Aber ebenso typisch wirkt die Taktik der meisten Normativen, die kommenden Ereignisse abzuwarten: Erst mal Fakten sammeln, dann sieht man weiter. Die Geschichte lehrt, dass jedes Hinauszögern des Versuchs, der organisierten Mordlust zu ent-kommen, meistens tödlich, zumindest mit dem Zerbrechen familiärer Halteseile, endet. Selbst im Falle eines „Überfalles“ und der nötigen Verteidigung, wenn sie dann noch Sinn macht, kann der Friedfertige nichts tun, außer die Dinge hinzunehmen, die man ihm zumutet. Der Krieg ist die Kapitulation der Vernunft, der Ethik und der Ehrfurcht vor dem Leben.
Das Werk
Jim – von den Eltern Jamie gerufen – lebt 1941 im britischen Bezirk in Shanghai, als die Japaner China heimsuchen und Stellung beziehen. Jim ist Chorknabe und auch sonst ein aufgewecktes Kind, das nach Gott und dem Steuerbaren dieser Erde fragt, aber von der Mutter allein gelassen wird. Vater spielt Golf und ist mit seiner Arbeit zufrieden. Jim ist auf Entdeckungsreise in das Leben. Als die Japaner angreifen, trennen sich in der Panik die Wege der Familie. Jim schließt sich U.S.amerikanischen Abenteurern an, die auf Beute aus sind, und als Jim sie zum Hause seiner Eltern führt, weil sie dort einiges fänden, werden sie von den japanischen Besatzern kassiert.
In einem Lager nahe eines Militärflugplatzes beginnt Jim, sich die Taktik des Überlebens anzueignen. Er profiliert sich als Kurier unter den Gruppen der Gefangenen, hat sogar einen japanischen Halbwüchsigen zum Freund, der ihn aus Todesgefahr befreit, und erringt die Anerkennung der Mitgefangenen, deren Leiden ihn nicht unberührt lassen. Hass gegenüber den Japanern hat er auch keinen, erkennt ihr Streben nach Sieg an, freut sich aber auch, als der Flugplatz endlich angegriffen und zerstört wird. Verzweifelt tobt der Junge, als man seinen japanischen Freund niederschießt, weil man dessen Freundlichkeit missversteht.
Als Jim endlich seine Eltern wiedersieht, braucht er Minuten des Sammelns und sich neu Orientierens, bis er die Eltern in sein Leben wieder aufnehmen kann.
Zum Titel ein Hinweis: „Im“ Reich der Sonne hätte ein Film sein müssen, der sich mit innerjapanischen Verhältnissen während des Krieges hätte befassen müssen.
„Das“ Reich der Sonne ist doppeldeutig:
1. Wenn sich Japan als Befreier, als göttlicher Überbringer des Lichtes der Erkenntnisse verstanden haben sollte, so lag die Parallele zu dem germanischen Wahnsinnigen wohl zu nahe, um noch ernst genommen zu werden.
2. Mit dem „weißen Licht“, das Jim gesehen hat und von dem er meint, Gott könne ein Foto gemacht haben, (nicht für sich – für unsere Alben!) ist Japan im Zentrum dieser Hölle geraten, und der Spuk hatte ein Ende – vorerst und nur für Japan – der Terror geht ja ungehindert weiter.
Der ethische Aspekt
Spielberg demonstriert durch Herausgreifen eines besonderen Falles das Phänomen der Kriegsführung, die sich als militärisch berechenbar ausgibt und das Problem der Zivilbevöl-kerung nur als lästiges Störelement zur Seite schieben möchte. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wir erkennen, dass in Wahrheit jeder Krieg unter Soldaten gegen die Zivilbevölke-rung gewinnt, denn zu allen Zeiten hatte sie den Wahnsinn materiell und ideell zu stützen. In diesem Film müssen wir allerdings kaum patriotische oder parteipolitische Parolen ertragen; nur exemplarisch erfahren wir Grundsätzliches: Auch hier wird man nicht anders Partei er-greifen als für die eigenen Interessen. Es ist natürlich richtig, dass Jim versucht, den Soldaten zu demonstrieren, dass er sich in sein Schicksal fügen und sich ihrer Hoheit unterstellen will, damit der Hunger und die Drangsaliererei aufhöre, aber damit wäre ja der Hauptspaß bei der Kriegsführung verdorben.
Dass es dennoch anders geht, bewiesen die Briten, als sie 1945 in unser Dorf einrückten. Die meisten Familien waren ins Moor geflohen. Aber es gab keinerlei Willkür. Der Kommandant, der einen Teil unserer Wohnung belegt hatte, hielt Gericht über Personen, über die Klage zu führen war, im Namen der Gerechtigkeit für die deutsche Bevölkerung und die Menschlich-keit, und als Ordnung eingekehrt war, zogen sie weiter, und es war kein Unschuldiger zu be-klagen. Gewalttätigkeiten gab es nicht, allenfalls Zähmungen jener, die immer noch nichts begriffen hatten. Davon bekamen wir als Kinder natürlich nichts mit.
Jim hingegen muss mit ansehen, wie die Soldaten mit unmenschlicher Brutalität Gefangene misshandeln und ihre Wut an ihnen auslassen. Man merkt auch, dass das Lager keine Selbst-verwaltung besaß, die von den Japanern als Instrument der Beruhigung und Entspannung in der Notlage hätte genutzt werden können. Es herrschte die rohe Gewalt. An ihr vorbei so etwas wie Lebensqualität zu signalisieren, war auch Jims Verdienst, der nicht ruhen mochte, sondern Sorge um die kleinen, meist erfüllbaren Wünsche zur Alltagsbewältigung trug. Innerlich erstarkt, begriff der Junge auf dem Wege zu einer neuen Unterbringung, dass die Kindheit für ihn zu Ende war. So schleuderte er seinen kleinen Koffer mit den persönlichen Erinnerungen ins Wasser, und mit diesem schaukelnden Zeugnis der Zerstörung der Glaubens an das unzerstörbare Gute endet auch der Film.
Der schöpferische Vollzug
Wenn ich betone, Jim sei Chorknabe, also Kathedralschüler gewesen, dann schon mit dem Bewusstsein, ein Reizwort in das Denken geworfen zu haben. Ist doch „Chorknabe“ das Hauptschimpfwort für „Weicheier/Warmduscher/Memmen“ etc. Nun beweist uns Spielberg in der Charakteristik dieses Jungen, dass körperliche Kraft nicht per se über die Überlebens-chance entscheidet. Bei Jim kommt diese Kraft von innen. Er muss eine gute Schule gehabt haben, die der sicheren Analyse und der Konflikterkennung und –bewältigung. Wenn er bei Ausfällen gegen sein Leben durch Taten der Erwachsenen zunächst inne hält, dann nur, weil er mit dieser Form der Verrohung noch nicht konfrontiert worden ist. Aber der Junge lernt schnell und für sein Leben. Er wird nicht zum Hysteriker und nicht zum Egozentriker, sondern sieht Menschen zusammenbrechen, die unter „normalen“ Bedingungen gewohnt waren, Befehle zu erteilen und über Schicksale Untergebener zu entscheiden. Jim kann nicht anders als in der praktischen Hilfestellung seinen Nächsten Mut zu machen und ihnen Hoffnung für ein glückliches Ende zu geben, indem er, wie sein Idol Schweitzer, nicht darüber redet, sondern zupackt und beweist, was alles noch machbar ist. Und als ihm der Arzt sagt, er solle die Maden mit essen, weil sie nötige Nährstoffe enthalten, zählte er sie zuvor und führte darüber Tagebuch, aber er aß sie und blieb bei Kräften. Und als ihm der japanische Freund jenseits des Zaunes das Leben gerettet hatte und Jim aus dem Schlamm gesund und gegen die Wetten, die auf seine Erschießung gesetzt waren, unverletzt ins Lager zurückkehrte, salutierten die Männer, in deren Haus er jetzt einziehen durfte. Jim singt bei der feierlichen Verabschiedung hinter dem Zaun mit den Soldaten und den Kamikaze-Fliegern, und er springt vor Enthusiasmus auf dem Dach herum, als die Befreier aus der Luft den Flugplatz bombardieren, weil das die Erlösung bedeutet. Als die Proviantbombem niedersegeln, greift er zu, aber zerrt dann den Sack ins Lager.
Dieser Chorknabe ist Bote einer Schöpfung, die jenseits dieser Barbarei ihr Wort gegeben hatte, was des Menschen sei, was des Himmels und was des Schöpfers. Und als das große weiße Licht der Bomben von Hiroshima und Nagasaki bis in diese Kloake menschlicher Erniedrigung leuchtete, beschreibt es Jim als: „Gott hat ein Foto gemacht.“ Es ist die Momentaufnahme aus der gesamten Menschheitsgeschichte, und seine Evolution, zurück zu den Anfängen, hatte Jim miterlebt und sie überstanden, ohne an ihr verzweifelt zu sein. Aber fast die Besinnung hätte er verloren, wenn ihn der Arzt nicht vom Dache zurück in Sicherheit geholt hätte.
Kein Feindeshass – keine Verachtung für die menschlichen Zusammenbrüche – kein Entset-zen über die Engführung politischer Anschauungen: Ein Kind überlebt dies und wird Bote des Grauens, ohne seine Stimme eingebüßt zu haben. Christian Bale verkörperte dieses Wunder der Standhaftigkeit, und wir danken seiner schauspielerischen Leistung, denn sie erlaubt jetzt, nach Schicksalsparallelen zu suchen, um nicht an der species Mensch verzweifeln zu müssen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Dezember 2005
Wie viele andere habe ich lange auf eine Veröffentlichung dieses wirklich hervorragenden Filmes als DVD gewartet.Ich freue mich erst einmal, dass dies nun möglich war.Die Bild- und Tonqualität ist sehr gut.Gerade bei der Filmmusik läßt sich dies hören.Im Gegensatz zu manch anderen Rezensenten kann ich der Dokumentation auf der zweiten Disc einiges abgewinnen.Sie zeigt u.a. , dass es damals etwas besonderes war als Ausländer in der VR China Spielfilme zu drehen.Was da auch immer geholfen haben mag - Spielbergs Ruf und Ruhm, gute connections oder eifach "nur" das liebe, Völker verbindende Geld.Wer nicht nur ein making of sehen will, was bei den meisten Neuproduktionen heutzutage eher wie ein erweiterter trailer daherkommt, der wird sich nicht enttäuscht von dieser Dokumentation abwenden.Im Gegenteil: Hier gibt es ein Stück Zeitgeschichte.In 20 Jahren wird uns dies noch klarer vor Augen sein.
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. September 2005
Wie lange suche/erwarte ich schon eine Wiederveröffentlichung dieses Films. Aber jetzt zeigt sich erneut: Geduld zahlt sich aus!
Statt Unsummen für die Erstauflage auszugeben (z. T. wurden weit über 100 Euro verlangt), bekommt der gediegene Käufer nun eine zwei DVDs umfassende Special Edition dieses kleinen Meisterwerks zu einem absolut fairen Preis.
Neben dem hervorragenden Score von Altmeister John Williams (Star Wars, Indiana Jones, etc.), überzeugen die Darsteller John Malkovich (Gefährliche Liebschaften, In the line of fire) und der damals noch sehr junge, dennoch nicht minder talentierte Christian Bale (American Psycho, Batman Begins), sowie Steven Spielberg als Regiesseur (zu diesem Mann brauche ich wohl nichts mehr zu schreiben).
Zur Story:
Der elfjärige Jamie (kurz Jim) lebt 1941 mit seinen Eltern im britischen Viertel von Shanghai. Bei einem Angriff der Japaner auf die Stadt, wird die Familie getrennt und Jim muß, von nun an auf sich allein gestellt, um sein überleben kämpfen. Schließlich gerät er in ein japanisches Internierungslager, wo er nach und nach seine kindliche Unschuld verliert und sich zu einem gerissenen Geschäftsmann entwickelt, der mit Dingen des täglichen Lebens handelt um am Leben zu bleiben.
Meine Meinung zu diesem Film:
Spielberg gelingt es, mit stimmungvollen Bildern und gefühlvoll portraitierten Charakteren, eine bewegende Geschichte zu erzählen, die schon damals zeigte, daß er absolut in der Lage ist, ernsthafte und anspruchsvolle Themen umzusetzen.
0Kommentar| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

5,00 €