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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sperriges und Virtuoses, 13. April 2002
Von 
Marcel Bartnik (Luxemburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Leopold Godowsky: Sonata Passacaglia (Audio CD)
Die rege Aufnahmetätigkeit Marc-André Hamelins im Verbund mit seiner immensen Neugier hinsichtlich der (Wieder)Entdeckung abseitigen Repertoires beschert den geneigten Hörern regelmäßig äußerst lohnenswerte Begegnungen mit Werken relativ unbekannter Komponisten. Nach seiner aufsehenerregenden Einspielung aller Studien über die Chopin-Etüden widmet sich der Kanadier nun erneut Leopold Godowsky - diesmal mit dessen umfangreichsten Eigenkompositionen. Diese sind von ihrer Anlage her durchaus unterschiedlich - die monumentale, knapp 50 Minuten lange Klaviersonate ist überwiegend in zurückhaltenden Tempi geschrieben und gibt dem Pianisten nur selten Gelegenheit zu virtuosem Auftrumpfen; die Passacaglia ist dagegen extrovertierter angelegt und teilt die immensen manuellen Schwierigkeiten dem Hörer deutlich mit.
Bezüglich der Klaviersonate besteht die Schwierigkeit vor allem im Gestalterischen; der Pianist muß einen langen Atem besitzen, um das umfangreiche Werk nicht auseinanderfallen zu lassen. Dies gilt insbesondere für den letzten Satz, der fast 20 Minuten lang äußerst leise und in langsamen Tempi gespielt werden muß. Hamelin beweist dabei seine exzellenten Fähigkeiten, auch im unteren dynamischen Bereich noch differenzieren zu können und musikalische Strukturen über einen längeren Zeitabschnitt darzustellen. Auch seine herausragende Pianistik kann aber über gewisse kompositorische Schwächen des Werks nicht hinwegtäuschen: Die Sonate ist nicht gerade ein Ausbund an melodischem Reichtum und wirkt mitunter langatmig. Es fehlt auch ein wenig an Gegensätzen, die ebenso sperrige Werke wie die Klaviersonaten von Brahms auszeichnen. Dies gilt weniger für den ersten Satz, der mit gelegentlichen dramatischen Ausbrüchen für Spannung sorgt oder den wirkungsvoll lyrischen zweiten, sondern insbesondere für die drei letzten Sätze. Hamelins durchdachtes und nuancenreiches Spiel macht das Werk dennoch hörenswert - wenn auch erst nach mehrmaligem Anhören. Eine ebenso gelungene, im Gestus schwerere, kraftvollere Einspielung ist die ebenfalls kürzlich erschienene von Scherbakov (Marco Polo).
Die Passacaglia hat Hamelin vor 14 Jahren schon einmal eingespielt; schon damals beeindruckte er durch Virtuosität und technische Meisterschaft auf höchstem Niveau. Die vorliegende Aufnahme läßt darüber hinaus eine gereifte musikalische Persönlichkeit erkennen, die diese 44 Variationen im Zusammenhang darstellt, gleichzeitig aber auch jeder einzelnen ihren eigenen Charakter verleiht. Sie stellt einen gelungenen Gegensatz zur vorangehenden Sonate dar und ist meiner Ansicht nach das eigentliche Highlight dieser CD. Die Klangqualität ist wieder hervorragend, ebenso wie das ausführliche Booklet mit Anmerkungen von Hamelin selbst.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Godowsky der anderen Art, 29. Januar 2002
Rezension bezieht sich auf: Leopold Godowsky: Sonata Passacaglia (Audio CD)
Der Virtuose Godowsky war und ist v.a. als Virtuose bekannt. Wer hat sie noch nicht gehört, seine zahlreichen Bearbeitungen, Transkriptionen und Arrangements, die für jeden Pianisten eine Herausforderung darstellen. Auch Hamelin hat sich seines Werkes inzwischen angenommen. Seine Einspielung der Bearbeitung der Chopin-Etüden haben Jahrhundertcharakter. Nun legt er seine dritte CD mit Werken Godowskys vor, diesmal jedoch eine mit weitgehend unbekannten Originalkompositionen: Der Sonate und der Passacaglia.
Die Sonate wurde jüngst von Scherbakov wiederentdeckt. Hamelin beschreibt im Begleittext sein Anliegen, auf diese Sonate, die als vielleicht die grandioseste ihrer Art nach Brahms' f-moll-Opus zählt, dieses Werk wieder präsenter zu machen in der Hoffnung, man könne sie bald wieder in den Konzertsälen der Welt hören. Hamelin, der selber behauptet, dieses Werk sei nicht schwerer als die Konzerte Rachmaninoffs, schafft es vorzüglich, die Unterschiede zwischen Godowsky dem Virtuosen und dem Poeten herauszuarbeiten. Die Sonate wirkt nicht überhastet (obwohl Scherbakov fast 8 Minuten länger braucht!) und ist sehr klar strukturiert. Von vielleicht noch größerem Wert ist die Passacaglia mit 44 Variationen, Kadenz und Fuge über Schuberts "Unvollendete". Hier zeigt Hamelin sein wahres Können. Mühelos gelingen ihm, wie immer, die halsbrecherischsten Passagen, wunderschön sein Piano und in keinem Moment unterläßt er es, das Klavier zum singen zu bringen.
Eindrucksvoller könnte diese Wiedergeburt des "wahren" Godowskys nicht sein!
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die vielleicht längste Klaviersonate der Welt, 7. Februar 2002
Von 
T. Baack (MUC, BY) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Leopold Godowsky: Sonata Passacaglia (Audio CD)
Wieder einmal hat sich Marc-Andre Hamelin zweier Meisterwerke angenommen, die wegen ihrer exorbitanten Schwierigkeit für 90% aller professionellen Pianisten schlicht unausführbar sind. Auch wenn Hamelin in seinem Cover-Text behauptet, die Sonate wäre technisch leichter als die Rachmaninoff-Konzerte, vergisst er in diesem Zusammenhang, daß der Pianist in den Konzerten nicht fast 50 Minuten am Stück gefordert ist, und daß kleine Unsauberkeiten durch das Orchester verdeckt werden.
Stilistisch bewegt sich die 1909/11 entstandene Sonate zwischen den Polen Brahms und Chopin bei allerdings avancierterer Harmonik, die gelegentlich an den frühen Scriabin, Reger und Medtner erinnert. Der Kopfsatz verwendet ähnlich wie Bruckner in seinen Symphonien 3 Themen gegenüber den üblichen zwei der klassischen Sonatenform und besteht aus 5 anstatt der üblichen 3 bis 4 Sätze. Hierin folgt sie dem Modell der Brahmsschen f-moll Sonate. Durch die Wiederaufnahme und Umformung von Themen aus dem ersten Satz im Finale entsteht eine Bogenform. Dieses Finale enthält neben einem abschließenden Trauermarsch eine Fuge über B A C H - quasi als Anknüpfungsunkt an die Linie Bach-Liszt-Reger.
Das zweite Werk dieser Einspielung ist eine Passacaglia über den Anfang der Unvollendeten von Schubert, die sich in die Ahnenreihe Bach (c-moll für Orgel, Violinchaconne), Beethoven(32 Variationen), Liszt (Weinen, Klagen), Reger würdig einfügt und durch eine außerordentlich Phantasie in der Verarbeitung dieses Materials hervorsticht. Horowitz lehnte es ab, dieses Werk zu spielen, weil man dafür eigentlich sechs Hände bräuchte, was aber von den Autoren des Beiheftes als Schutzbehauptung für Übeunlust aufgefasst wird.
Insgesamt eine der besten Klavierplatten der letzten Zeit mit einem sehr informativen Boolklet. Wer ein Faible für virtuose romantische Klaviermusik mit tieferer Aussage hat, sollte diese CD unbedingt besitzen.
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Leopold Godowsky: Sonata Passacaglia
Leopold Godowsky: Sonata Passacaglia von Marc-André Hamelin (Audio CD - 2002)
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