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64 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Politisch brisant
Im Sommer 1970 wurde die Berlinale wegen der politischen Sprengkraft eines deutschen Films vorzeitig abgebrochen: Michael Verhoevens "O.K.". Die Internationalen Filmfestspiele steckten in einer Krise. Wovon aber handelt "O.K."? Der 80minütige Schwarzweißfilm erzählt von der Entführung und Vergewaltigung eines vietnamesischen Mädchens durch...
Veröffentlicht am 5. Februar 2002 von Jochen

versus
7 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht durchgängig gelungen - Morricone übertreibt
Ein guter Film mit ein paar gehörigen Dämpfern, die den Gesamteindruck etwas nach unten drücken. Zunächst einmal ist Michal J. Fox unglaublicherweise großartig. Er gibt seiner Figur eine zusätzliche Dimension, die ihn zu etwas mehr macht als den bilderbuchmäßigen integren Helden, der sich am Ende doch durchsetzt. Sein innerer...
Veröffentlicht am 18. April 2005 von Riyad Salhi


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64 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Politisch brisant, 5. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Verdammten des Krieges (DVD)
Im Sommer 1970 wurde die Berlinale wegen der politischen Sprengkraft eines deutschen Films vorzeitig abgebrochen: Michael Verhoevens "O.K.". Die Internationalen Filmfestspiele steckten in einer Krise. Wovon aber handelt "O.K."? Der 80minütige Schwarzweißfilm erzählt von der Entführung und Vergewaltigung eines vietnamesischen Mädchens durch amerikanische Soldaten. Inspiriert wurde Verhoeven durch einen Zeitungsartikel von David Lang. Die Schilderungen des Films basieren also auf wahren Begebenheiten. Im geteilten Berlin ein US-kritischer Film im Wettbewerb? Die damaligen Reaktionen sind leicht nachvollziehbar, man vergegenwärtige sich wie momentan in den USA mit Leuten umgegangen wird, die sich öffentlich gegen Bushs Kriegspolitik äußern.
19 Jahre später kam ein Film weltweit in die Kinos, der die gleiche Geschichte erzählt. In den Hauptrollen Michael J. Fox und Sean Penn: "Casualties of War" (deutscher Titel: "Die Verdammten des Krieges"). Hinter der Kamera: Brian De Palma. Das Drehbuch schrieb der Vietnam-Veteran David Rabe.
Sean Penn spielt den 20jährigen Sgt. Meserve. Er kämpft für seine Kameraden mit großem Einsatz und glaubt an die Richtigkeit dieses Krieges. Nachdem sein bester Freund durch einen hinterhältigen Angriff des Vietcong stirbt, kidnappt er mit seinem Platoon ein junges Mädchen nachts aus einem kleinen Dorf. Die Männer vergehen sich an ihr und bringen sie schließlich um. Der einzige, der sich gegen diesen Akt der Barbarei auflehnt, ist Erikkson (Michael J. Fox). Als er nach beendeter Mission gegen die Tat Anklage erheben will, versucht das Militär, die Angelegenheit unter den Teppich zu kehren.
"Casualties of War" bekam aus einem einzigen Grund grünes Licht: Wegen des Erfolgs von Oliver Stones "Platoon". Außerdem traute man De Palma zu diesem Zeitpunkt einiges zu, schließlich hatte er mit "The Untouchables" gerade erst den erfolgreichsten Sommerblockbuster des Jahres 1987 abgeliefert. Man hatte - wie es früher der Fall gewesen war - wegen seiner Person keine Bedenken mehr. Er war mainstreamtauglich geworden.
"Casualties of War" ist jedoch alles andere als ein Mainstreamfilm. Die Misshandlung des jungen Mädchens (beängstigend authentisch: Thuy Thu Le) ist nicht leicht mitanzusehen. Rabe und De Palma wollen im Gegensatz zu Oliver Stones oder Michael Ciminos Filmen kein allgemeingültiges Bild über das Grauen des Krieges, über die Sinnlosigkeit des Vietnamkrieges oder über die fehlgeleitete US-Politik zeichnen. "Casualties of War" ist vielmehr am Individuum interessiert, das in einen Konflikt zwischen Militärhierarchie, dem code of conduct, und ethischen Grundwerten gerät.
ZUR DVD
Das BILD ist hervorragend. Das Breitwandformat kommt mit dem neuen anamorphen Bild richtig zur Geltung. Die Farben sind kräftig, es gibt kein Rotbluten, das Schwarz ist stets sehr tief. Die Bildqualität ist meines Erachtens sogar besser als bei manch aktuellem Film.
Der TON kann nicht so hoch punkten. Zwar schlüsselt der neue englische 5.1-Mix die Junglegeräusche gut auf und vermittelt einem zeitweise das Gefühl selbst inmitten der Flora und Fauna Vietnams gefangen zu sein, aber die Dialoge sind unterschiedlich laut abgemischt. Manchmal musste ich deshalb sogar die Lautstärke neu regulieren. Etwas mehr Bass wäre auch nicht schlecht gewesen. Das beste am Audiotrack ist jedoch Ennio Morricones Score: Seine Panflöte ist sauber über die beiden Frontboxen verteilt und durchfließt den Klangraum gleichmäßig. Den ebenfalls auf der DVD befindlichen englischen 2.0-Mix habe ich nicht auf Herz und Nieren getestet. Ferner befinden sich noch ein französischer, spanischer und portugiesischer 2.0-Track auf der Platte. Untertitel gibt es englische (zusätzlich für Schwerhörige), französische, portugiesische, spanische, chinesische, koreanische und thailändische.
Und wieder einmal kann man Laurent Bouzereau dafür danken, dass er einen De Palma Film, der voraussichtlich äußerst abgespeckt auf DVD erschienen wäre, mit einer ordentlichen Portion SPECIAL FEATURES ausgestattet hat.
In einem etwa 18minütigen Michael J. Fox-Interview mit dem Titel "Erikkson's War", erzählt dieser unter anderem wie er mit dem ganzen Projekt in Berührung kam, wie sich die Zusammenarbeit mit Sean Penn und Brian De Palma gestaltete und was er über die zwiespältige Reaktion der US-Presse denkt.
Eine zusätzliche halbstündige Dokumentation mit dem tollen Titel "The Making of Casualties of War" lässt auch andere Beteiligte zu Wort kommen. Insbesondere Regisseur und Produzent dürfen ihre Gedanken zum Film loswerden. Beide Dokus wurden von Bouzereau extra für diese DVD angefertigt. Es handelt sich hierbei nicht um grässliche Standard Making Ofs wie sie im Nachtprogramm von Vox laufen, sondern um liebevoll gemachte Informationsfilmchen.
Außerdem gibt es noch fünf Deleted Scenes in unbearbeiteter Qualität. Die meisten davon sind Verhörszenen, die am Ende des Films ihren Platz gefunden hätten. Die wohl beste hiervon ist "Erikkson's Interrogation": Hier wird Erikkson von zwei unabhängigen Ermittlern in die Mangel genommen. Die etwa anderthalb minütige Schwarzweiß-Szene wartet mit einer wundervollen Kreis-Kamerafahrt um den auf einem Schemel sitzenden Erikkson auf und hätte meines Erachtens gut in den Film gepasst, während die anderen vier Szenen nichts wirklich neues vermitteln und ihr Wegfall deshalb nicht als tragisch angesehen werden muss.
Hinzu kommen drei Kinotrailer ("Casualties of War", "Birdy", "Bridge on the River Kwai") und Biographien zu Filmemachern und Schauspielern.
FAZIT
Wer diesen Film kennt und mag, der sollte zugreifen, wenn am 5. Februar in Deutschland die DVD erscheinen wird, die die gleichen Ausstattungsmerkmale haben wird wie die von mir rezensierte US-DVD. Wer sich nur noch dunkel an den Film erinnern kann, der sollte einen zweiten Anlauf nehmen. Viele Leute, das konstatiert auch Michael J. Fox im Interview, haben "Casualties of War" beim zweiten Mal mit ganz anderen Augen gesehen.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schockierend!, 10. April 2001
Von Ein Kunde
Als ich den Film gesehen habe,kamen mir die Tränen. Nach strapazierenden Einsätzen im Dschungel und dem Verlust eines Freundes,befiehlt der verbitterte Sergeant Meserve (dargestellt von Sean Penn) ein junges Mädchen während eines Einsatzes zu kidnappen.Die Männer sind bis auf den "Grünschnabel" Private Erikkson (Michael J. Fox) von der Idee begeistert.Der allerdings hält es für einen Scherz, bis am Morgengrauen wirklich ein Mädchen aus einem Dorf einfach ihrer Mutter und ihrer Schwester entrissen wird.Erikkson sieht hilflos zu und kann auch nicht verhindern,dass sie von dem 5-köpfigen Trupp verschleppt, vergewaltigt und ermordet wird.Als er den Vorfall melden will sieht er sich von Resonanz der Militärs umgeben. Dieser Vorfall ereignete sich tatsächlich 1966 während des Vietnamkrieges. Daniel Lang berichtet zum ersten Mal in der "Times" darüber. Meiner Meinung nach ist es eines der besten Filme zum Thema Vietnamkrieg überhaupt. Die Darsteller, ganz besonders Sean Penn, sind grandios. Wie sich der Krieg auf das Verhalten der Soldaten auswirkt wird hier realistisch und schonungslos dargestellt.Allzu sensible Menschen sollten sich diesen Film nicht ansehen...
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessanter Kriegsfilm basierend auf wahre Begebenheiten, 22. Juni 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Verdammten des Krieges (DVD)
Handlung:

---------

Während des Vietnam Krieges hat Sgt. Tony Meserve (Sean Penn) eine abscheuliche Idee. Um die Moral seiner Kameraden zu steigern soll eine Dorfbewohnerin von den Soldaten entführt und vergewaltigt werden. Eriksson (Michael J. Fox), ein Soldat dieser Gruppe hat sich jedoch dem Ganzen wiedersetzt und will seine Kameraden wegen dieser Tat vor Gericht bringen. Der Truppe gefällt dies allerdings weniger und sie versuchen nun dies zu verhindern.

Kritik:

------

In diesem 1989 entstandenen Kriegsdrama zeigt Brian De Palma in harten Bildern einen Film der auf wahren Begebenheiten beruht.

Er zeigt auf brilliante Art und Weise den Kampf für Gerechtigkeit des jungen Eriksson und den Hindernissen die er dabei begegnet.

Michael J. Fox in der Rollen von Eriksson ist wie für diese Rolle geschaffen. Durch sein jünglisches und unschuldiges Aussehen verleiht er der Figur dieses Soldaten die nötige Glaubwürdigkeit.

Obschon ich jetzt nicht unbedingt ein großer Fan dieses Schauspielers bin muß ich schon sagen, daß er durch diese Rolle meinen Respekt gewonnen hat. Fox agiert wunderbar in diesem Film und zeigt daß er schauspielerisch mehr drauf hat wie somancher glaubt (ich gehörte auch dazu).

Der absolute Highlight war aber Sean Penn. Er spielt den kaltblütigen Sgt. Tony Meserve einfach Meisterhaft. Im Verlauf des Filmes entwickelt man regelrecht einen Hass gegen Penn obschon er ja "nur" seine Rolle spielt und das ist für mich ein Zeichen dafür, daß hier ein Genie am Werk ist. Jede Sekunde seiner Präsenz ist mit viel Feingefühl und Talent gespielt und obschon man die Figur von Meserve hasst, ist man von dem damals 29 jährigen Sean Penn einfach nur fasziniert.

Der Rest des Casts konnte auch Gefallen jedoch muß ich sagen, daß sie wegen Fox und Penn ein wenig in den Hintergrund gelangen da es für jeden der Nebendarsteller unmöglich war aber auch nur in der geringsten Weise an die beiden heranzukommen.

An dieser Stelle möchte ich aber Thuy Thu Le hervorheben, die die Rolle des jungen vietnamesischen Mädchen spielt. Man merkt es ihr nicht an, daß dies ihre erste Rolle war (info imdb), stattdessen sieht man eine gute Schauspielerin die sich in ihrer Rolle wohlzufühlen scheint.

DVD:

---

Ausstattung:

Die Ausstattung ist durchaus OK und bietet einige interessante Features.

Folgende Extras sind enthalten:

- Making of

- Trailer

- Kapitelanwahl

- Szeneanwahl

- Deleted Scenes

- Interview mit Michael J. Fox

- Filmographien

Bild

Das Bild war für ich ganz in Ordnung und zeigte keine Verschmutzungen.

Ton

Bei dem englischen O-Ton fehlte es ein wenig an Dynamik und Räumlichkeit die gerade bei dieser Sorte Film wichtig ist (Schußwechsel, Bombeneinschläge, etc). Die Dialoge waren allerdings perfekt

Meine Wertung:

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Film: 7.5/ 10

DVD: 7/ 10

Fazit:

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Wer den Film noch nicht gesehen hat sollte dies so schnell wie möglich nachholen und sich den Film schnappen. Allerdings würde ich die Extended Version empfehlen da hier ca. 6 Minuten mehr zu sehen sind.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Opfer des Krieges., 20. März 2008
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Verdammten des Krieges (DVD)
Der Vietnamkrieg tobt 1969 in vollen Zügen. Eriksson ist neu in dem Patoon, das in einen Hinterhalt gerät. Der leitende und erfahrene Sergant Meserve handelt umsichtig in dieser Situation. Der Verlust eines Kameraden erzeugt in dem Serganten Meserve ein tiefes Zerwürfnis. Beim nächsten Einsatz befiehlt er die Entführung eines Mädchens aus einem vietnamesischen Dorf. Der Trupp führt den Befehl aus. Eriksson ist schockiert und stellt Meserve zur Rede. Dieser ist nicht dialogbereit, oder -fähig und die junge Frau folgt dem Trupp als Gefangene. Der Trupp steht nicht einheitlich hinter Meserve, aber die gemeinsamen Erlebnisse der Vergangenheit erzeugen einen Kollektivzwang, dem sich nur Eriksson entziehen kann. Als Meserve die Vergewaltigung des Mädchens befiehlt greift Eriksson erneut ein, kann die Tat aber nicht verhindern.

Bei einem anschließenden Scharmützel wird das Mädchen getötet und der Trupp mit Hubschraubern ausgeflogen. Eriksson macht über die Geschehnisse Meldung und muss um sein Leben fürchten. Dennoch kommt es zu einer Verhandlung und zur Aburteilung der Schuldigen.

Der Film schildert spannend und authentisch die Gefahren des Krieges. Neben physischen Maßnahmen droht eine psychische Verrohung, eine Abkehr vom Menschsein. Der Protagonist Meserve ist Opfer einer Kriegsmaschinerie, die ihn entseelt und ihn selbst zum Täter werden lässt. Lehrreich für alle Kriege, alle Nationen und alle Menschen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend, kraftvoll, schockierend, menschlich, virtuos, unterschätzt - Brian De Palmas großartiger Vietnam-Kriegsfilm, 28. September 2012
Von 
Florian Hoffmann (Homburg/Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Verdammten des Krieges (DVD)
Es ist schon seltsam mit Brian De Palmas "Die Verdammten des Krieges": Obwohl es sich hierbei um einen der Filme in seiner Filmografie handelt, die am wenigsten auf dem Papier zu seiner exzentrischen und hochstilisierten Art passt, die Filme wie "Phantom of the Paradise", "Dressed to Kill", "Scarface", "Body Double" oder "The Untouchables" ermöglicht hat, ist "Die Verdammten des Krieges" vielleicht tatsächlich sein komplettester und in gewisser Hinsicht sogar bester Film. De Palma macht hier praktisch zum ersten Mal in seiner Karriere richtig ernst, er stellt seine Eigenarten größtenteils hinten an, um eine sehr persönliche Geschichte mit großem Gefühl umzusetzen. So zutiefst menschlich war De Palma seit "Blow Out" (ein weiterer Kandidat auf De Palmas besten Film) nicht, heraus kam ein erschütternder, zutiefst bewegender und kompromissloser Film, der wohl zu den Besten des Kriegsfilmgenres gehört.

Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten, die 1969 im New Yorker Magazine journalistisch aufbereitet wurden. Diese ereigneten sich 1966, als vier US-Soldaten im Vietnam-Krieg eine junge Frau aus ihrem Dorf gekidnapped, vergewaltigt und ermordet haben. Ein fünfter Mann names Eriksson, der hier von Michael J. Fox herausragend dargestellt wird, stellt sich jedoch quer und verweigert die Teilnahme an der grausamen Tat. Er ist der machtlose Aussenseiter einer Gruppe durch den Krieg in den Wahnsinn Getriebener in einer aussichtslosen und unmenschlichen Situation, die er jedoch nicht so stehen lassen kann und will.

De Palma gelang ein zutiefst erschütternder Film, der einem tief unter die Haut geht und lange nachhallt. Gerade wenn man De Palmas Werk durchläuft, stellt man fest, wie er sich kontinuierlich als Künstler weiterentwickelt hat und mit "Die Verdammten des Krieges" den (vorläufigen) Höhepunkt seines Reifeprozesses und filmischen Schaffens erreicht hat. De Palma ist einer der technisch und stilistisch versiertesten Filmemacher überhaupt, doch selten hatte er in seinen diversen (großartigen) Genre-Filmen die Chance diese Fähigkeiten zum ultimativen Nutzen einzusetzen. Seine Virtuosität gepaart mit tiefgründigem und "wichtigem" Material zeigt seine wahre Meisterklasse, "Die Verdammten des Krieges" ist ein lebendiger und persönlich empfundener Film, ein brilliantes Moralstück, bei dem es oft schwer fällt, überhaupt hinzusehen.

Im Mittelpunkt steht die enorm bewegende und vielleicht sogar beste Darstellung des wunderbaren Michael J. Fox, der mit dieser Rolle damals alle überrascht hat, da er vorwiegend für sein TV- und Komödienwerk bekannt war. Vielleicht ist seine Performance gerade deswegen so effektiv und ergreifend. Er bietet das perfekte Identifikationsbild, man steckt in seinen Schuhen, De Palma intensiviert diesen Eindruck durch eine herausragende Inszenierung, die über Kamera, Schnitt, Ton und Musik ein unglaublich subjektiv empfindbares Erleben des Films ermöglicht. Sein Eriksson verkörpert natürlich das offensichtlich "Gute" des Films, das Gewissen, ein junger Mann mit klaren Moralvorstellungen, die auf grausame Weise getestet werden. Wie so oft in De Palmas Filmen sehen wir hier einen idealistischen machtlosen Protagonisten, ähnlich wie John Travolta in "Blow Out", William Finley in "Phantom of the Paradise" oder Craig Wasson in "Body Double".

Ihm gegenüber gestellt ist Sergeant Meserve, das "Böse" des Films, der unglaublich wuchtig und überlebensgroß von Sean Penn verkörpert wird. Penn spielt sich hier in einer schockierenden und enorm presenten Darstellung die Seele aus dem Leib, er ist eine schreckliche, aber auch faszinierende Figur, die aber dennoch nachvollziehbar und damit menschlich ist. Es handelt sich um einen guten Soldaten, einen echten vorbildlichen Anführer, der durch den Wahnsinn des Krieges vom rechten Weg abgekommen ist und nun das Spektrum der Menschlichkeit zeigt, das wohl jeder in sich hat, aber nur in solchen Extremsituationen zum Vorschein kommt. Penn ist hier ein echtes Naturereignis, der perfekte Gegenpol zu Fox.

Don Harvey, der Penns rechte Hand Corporal Clark spielt, ist eine furchteinflößende Präsenz, die zwar deutlich weniger charakterisiert wird als die beiden Hauptfiguren und keinen offensichtlichen Wandel durchläuft, doch dafür sehr effektiv ist. Der immer sehenswerte John C. Reilly gibt genau wie John Leguizamo sein Spielfilmdebüt in den Rollen der beiden anderen Soldaten der Einheit, die der Gruppendynamik zum Opfer fallen. Sie repräsentieren überzeugend menschliche Schwächen wie Manipulierbarkeit und Mitläufertum. Nicht zu vergessen ist natürlich auch Thuy Thu Le, die das vietnamesische Mädchen herzzerreißend und aufrichtig spielt.

Obwohl De Palma größtenteils auf seine visuellen Spielereien zu Nutzen der Geschichte verzichtet, ist "Die Verdammten des Krieges" faszinierenderweise unverkennbar ein De Palma. In typisch meisterhafter Manier inszeniert er mehrere raffinierte Suspense-Sequenzen, etwa als Eriksson im Boden feststeckt, nach Hilfe ruft und nicht weiß, dass sich unter ihm ein Tunnel des Vietcongs befindet. Auch setzt er eine seiner typischen Plansequenzen aus subjektiver Sicht ein, als sich Clark zwecks Attentat an Eriksson heranschleicht. Der Film überzeugt mit herausragender und enorm dichter Atmosphäre, klassischen De Palma Gewaltausbrüchen und natürlich toller Kameraarbeit, aber auch Ennio Morricones unglaublich bewegender und kraftvoller Filmmusik.

Man spürt "Die Verdammten des Krieges" einfach an, wie persönlich der Film De Palma war, der mit allen Mitteln versucht hat, dem Wehrdienst in Vietnam zu entgehen und dabei erfolgreich war. Seine Gefühle dazu hat er bereits 1969 in dem satirischen Gesellschaftsstück "Greetings" preisgegeben, im selben Jahr las er den Artikel von Daniel Lang, der ihn nicht mehr losließ. Zwanzig Jahre später war es soweit, ihm gelang ein wütend-brodelnder, zutiefst empfunder Film, der für viele Zuschauer wohl zu unbequem war und ist, weshalb der Film immer noch zu den unterschätztesten Werken des Genres gehört, das dem Vergleich mit anderen Klassikern wie "Platoon", "Apocalypse Now", "Full Metal Jacket" oder "The Deer Hunter" definitiv nicht scheuen braucht.

Die DVD überzeugt auf ganzer Linie:
Im Bereich der Bildqualität gibt es nichts zu mäkeln. Das Bild erscheint in knackigen Farben, ist konstraststark, detailreich und fast komplett ohne Verschmutzungen oder größere Altersspuren.

Der englische Originalton in Dolby Digital 5.1 ist kraftvoll abgemischt, gerade bei den Kriegsszenen, die sehr wuchtig und räumlich rüberkommen. Die Dialoge erweisen sich als klar und deutlich und laut genug. Auch die Musik ertönt kräftig und atmosphärisch. Deutsch liegt leider nur in Dolby Surround vor, die französische Tonspur ist wiederum der Vollständigkeit halber in 5.1 erhältlich.

Im Bereich der Extras gibt es zwei sehr gute Featurettes aus dem Jahr 2001, die von Making-Of-Meister Laurent Bouzerau erstellt wurden. In Featurette Nummer Eins "Erikssons Krieg" (15 Minuten) kommt Micheal J. Fox in einem sympathischen und informativen Interview zu Wort. Dann gibt es noch ein ebenso interessantes Making-Of (31 Minuten) und Verschiedene Trailer dazu.

Die hier vorliegende "Extended Version" beinhaltet noch zwei zusätzliche Szenen mit Erikssons Verhör und der Verhandlung vorm Militärgericht am Ende des Films, die den Film tatsächlich bereichern.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schockierender Kriegsfilm, 6. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Verdammten des Krieges (DVD)
Als ich diesen Film zum ersten Mal gesehen hatte, war ich schon etwas schockiert darüber, was ein Mensch dem Anderen antun kann. Dieser Anti - Kriegsfilm handet vom Vietnam - Krieg und zeigt in schonungsloser Härte die Vergewaltigung einer Vietnamesin.
Die Hauptrolle ist mit Micheal J. Fox bestens besetzt worden, leider muss er sich Heute mit einer schweren Krankheit herumschlagen und kann deswegen auch nicht mehr richtig schauspielern. Auch Sean Penn (Mystic River) ist mit von der Party.
Brian de Palma schuf einen kontroversen Film, in dem es weniger um den Krieg selbst, sondern hauptsächlich um die Vergewaltigung einer jungen Vietnamesin geht. Noch Heute hat der Film nichts von seiner Wirkung verloren.
Die Extended Version bietet gegenüber der Alten 5 Minuten mehr Film. Diese Szenen wurden jedoch nicht in Deutsch nachsynchronisiert - man muss sich mit deutschen Untertiteln zufrieden geben. Extras wurden hinzugefügt, Bild und ton der DVD ist jedoch mit der "Alten" identisch.
Faszit: Wer auf eine schöne Verpackung steht, sollte hier zugreifen. Allen Anderen dürfte die alte Fassung genügen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Flashback zurück in die Hölle..., 15. Februar 2014
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die verdammten des Krieges (DVD)
Irgendwann, Anfang der 70er Jahre in den USA: In einem Bus erinnert sich der Vietnam Veteran Max Eriksson (Michael J. Fox) an seine Zeit im Krieg. Im November 1966 ist er Teil einer Truppe von amerikanischen Soldaten auf Patrouille, als sie plötzlich von den Vietcong angegriffen werden. Eriksson fällt mit den Beinen in ein Loch unter der Erde, mit dem Oberkörper kann er sich nicht befreien. Er steckt in einem der berüchtigen Vietcong-Tunnels fest, kann aber in letzter Sekunde von Sergeant Tony Meserve (Sean Penn) vor einem Messerstecher gerettet werden. Wenig später macht die Mannschaft eine Pause bei einem Dorf im zentralen Hochland. Während sie sich entspannen und Schwerze machen, werden sie plötzlich von den gegenüberliegenden Gebüschen beschossen. Meserves Freund Brownie (Erik King) wird getroffen und stirbt wenig später im Lazarett. Die Männer sind geschockt und hasserfüllt gegenüber dem Feind. Für Brownie kommt Private Antonio Diaz (John Leguizamo) als Ersatz. Beim nächsten Einsatz befiehlt Meserve seinen Soldaten in ein Dorf einzudringen und ein vietnamesisches Mädchen (Thuy Tu Le) zu entführen. Sie soll während des Marsches im Feindesgebiet den Männern als Sexsklavin zu Diensten sein. Corporal Thomas E. Clark (Don Patrick Harvey) und Private Herbert Hatcher (John C. Reilly) sind von Meserves Idee sehr angetan, Eriksson ist schockiert als er von dem Plan erfährt. Er vertraut sich seinem Freund Rowan (Jack Gwaltney) an, der eher glaubt, dass Meserve dies einfach nur aus Frust so sagt, aber es niemals in die Tat umsetzen wird. Doch da hat sich dieser geirrt. Tatsächlich entführen die Soldaten vor den Schreien der weinenden Familie eine junge, hilflose Frau. Ein entsetzliches Verbrechen bahnt sich an..
Brian de Palmas Film "Die Verdammten des Krieges" ist vielleicht sehr reisserisch, aber auch ein sehr emotionaler Antikriegsfilm, der in seinem besten Momenten total unter die Haut geht. Das Schicksal der jungen Tran Thi Oanh ist extrem erschütternd, ebenso die Lage des sensiblen Soldaten Eriksson, der von Michael J. Fox sehr glaubwürdig dargestellt wird. Ihm zur Seite ein großartig aufspielender Sean Penn als Killer Sergeant Tony Meserve, dem das Unrechtsempfinden völlig abhanden kam und durch den Krieg zur eiskalten, unbarmherzigen Bestie wurde. Genauso beängstigend, wenn nicht noch viel schlimmer als das Monster selbst sind seine beiden Mitläufer, die im Laufe der Dynamik um "Männlichkeit" zu einem Trio anwächst. Kurz zuvor kam mit Oliver Stones "Platoon" ein ähnlich gelagerter Kriegsfilm in die Kinos, der Oscartriumphe feiern konnte. De Palma kam da einfach mit seinem qualitativ gleichwertigen Vietnamschocker einfach ein paar Monate zu spät. Die Musik steuerte der große Ennio Morricone bei, der durch sich selbst und durch seine Italowestern-Themes inspiriert wurde. Für mich ein echter Kriegsfilm-Klassiker.
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5.0 von 5 Sternen Beklemmender Vietnam-Reißer, 2. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die verdammten des Krieges (DVD)
Vorab: Die Story um die Entführung einer Vietnamesin als "Sexsklavin" durch einen Soldatentrupp wurde bereits 1970 von Michael Verhoeven in seinem Film 'o.k.' verfilmt. Sie soll auf einer wahren Begebenheit, die sich im November 1966 im Vietnamkrieg zugetragen habe, beruhen.

Neben 'Apocalypse Now' und 'Platoon' zähle ich diesen Film zu den besten mit Vietnam-Szenario. Die Geschichte hätte aber auch in jedem anderen Krieg spielen können. Gewisse Parallelen zu 'Platoon' sind auch unzweifelhaft vorhanden. In beiden Filmen stehen sich zwei Protagonisten gegenüber: Auf der einen Seite der kampferfahrene Truppführer (verkörpert durch Sean Penn), dem der Krieg jedes Mitgefühl, jede Menschlichkeit geraubt zu haben scheint; andererseits der Außenseiter (Michael J. Fox), der sich diese Attribute bewahrt hat, sich dem menschenverachtenden Geschehen widersetzt, aber dafür aber bald um sein Leben fürchten muss.

Ein beklemmender, dramatischer und actionreicher Antikriegsfilm mit überzeugenden Akteuren in allen Rollen. Ich hoffe, er kommt irgendwann auch auf Blu-Ray.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schockierend, aber wahr!, 5. Juli 2005
Von 
Gudrun Willms "jamesbondfan" (Kirchberg in tirol) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Verdammten des Krieges (DVD)
Bevor ich den Film "Die Verdammten des Krieges" sah, dachte ich mir es währe bestimmt wieder so ein Film in dem die amerikanischen Soldaten als Helden dargestellt werden (zB.: Der Soldat James Ryan).
Ich hatte mich getäuscht. Es sind einige etwas schockierende Szenen dabei. Man lebt den Film richtig mit. Vor allem wenn man bedenkt, dass sich so etwas schon wircklich zugetragen hat.
Erstklassiges Meisterwerk von Brain De Palma!
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4.0 von 5 Sternen Gut kommt aber nicht an Platoon dran.., 17. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Verdammten des Krieges (DVD)
Der Film ist gut und auch sehr brutal, die Schauspieler zeigen ebenfalls eine grundsolide Leistung. Weiterhin kann man sagen, dass dieser Film wahrlich ein ANTI- Kriegsfilm ist, er hat mich wirklich sehr schockiert!

Dennoch ist seine einzigste kleine Schwäche, dass er nicht an die ganz Großen wie Platoon oder Soldat JAMES RYAN rankommt; Liegt aber auch einfach daran, dass er eigentlich eher über die Vergewaltigung als über den Krieg selbst erzählt.

Wahrlich ein harter Kriegsfilm den man nur gucken sollte, wenn einem klar ist auf was man sich einlässt.

Sehr gelungen finde ich auch das Ende und Micheal J. Fox ist sowieso ein cooler Kerl.
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Die Verdammten des Krieges
Die Verdammten des Krieges von Brian De Palma (DVD - 2002)
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