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am 10. Februar 2009
Ich habe sie noch nicht alle gesehen. Einige hoch gelobte Perlen fehlen noch (Broadway Danny Rose, Radio Days, Zelig, September). Aber von allen Allen-Fimen, die ich bisher gesehen habe, ist mir dieser der liebste. Keines seiner anderen Werke war so obszön, wild und durchgeknallt (zumindest seit den 80er Jahren). "Harry außer sich" wirkt wie eine bunte Zusammenfassung aller bisherigen Filme von Woody Allen. Zahlreiche Themen und Motive früherer Werke werden erneut aufgegriffen:
- Die Liebe zu einer jüngeren Frau ("Manhattan")
- Ehen, Scheidungen, die Beziehung zu Ex-Frauen ("Hannah und ihre Schwestern", "Ehemänner und Ehefrauen", "Alle sagen: I love you",...)
- Schreibblockade, Künstler in der Schaffenskrise ("Stardust Memories")
- Der Sensenmann tritt auf ("Love and Death")
- Ein Mann begehert die Schwester seine Frau ("Hannah und ihre Schwestern")
usw.
Allen präsentiert all dies jedoch so frisch und cool, dass man nicht den Eindruck hat, es schon einmal gesehen zu haben. Grandios auch die beiden Erzählebenen: Die "reale" Welt um Harry Bloch und die fiktive Welt seiner Geschichten. Der Film hat keine Längen, da immer wieder zwischen diesen beiden Ebenen hin und hergesprungen wird und er so wie eine launige, nie langweilige, Sketch-Comedy wirkt. Das Ensemble, das Allen hier präsentiert, sucht seinesgleichen. In noch so kleinen Rollen tummeln sich erstklassige Schauspieler (Julie Kavner, Mariel Hemingway, Robin Williams).

Dieser Film ist ein großartiges Potpori an Ideen und Kreativität. Mein Favourit-Woody Allen....bis jetzt!
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am 11. November 2005
Dieser Film ist ungewohnt schroff, vulgär und herb. Der Zynismus und Sarkasmus, die hier an den Tag gelegt werden, sind bitterböse. Und gleichzeitig ist Harry, die Hauptfigur, ganz mitleiderregend tragisch. Harry ist ein Narzißt, wie er im Buche steht, und alles andere als sympathisch.
Ähnlich wie im Stadtneurotiker werden Zeitabläufe durcheinander gebracht, es gibt Rückblenden und Fantasiegespräche mit den Romanfiguren, aus Harrys Fantasie. Und wir sehen hier ein großes Staraufgebot, von Billy Crystal über Kirstie Allen zu Demi Moore und so weiter. Und sie alle sind spitze besetzt mit ihrer Rolle.
Was ich an diesem Film so schätze, ist, dass sowohl die Ideen zur Handlung als auch die Umsetzung mit verschiedenen Stilmitteln so kreativ ist wie kaum ein anderer Allen-Film. Deshalb rangiert er für mich auch ganz knapp unter dem Stadtneurotiker und sogar über Manhattan und Hannah.
Große Empfehlung!
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am 18. September 2006
Super-kreatives Alterswerk, variantenreich und doppelbödig verstrickt W. Allen hier Realität und Fiktion.
Harry Block, ein desolater, saufend-sarkastischer Schriftsteller, verarbeitet seine persönlichen Lebenserfahrungen mit zwischenmenschlichen Beziehungen, dürftig kaschiert, in seinen Büchern und zieht,wie zu erwarten war, den Zorn der Menschen seiner unmittelbaren Umgebung auf sich.Aus einem Wulst von Selbstzweifeln und penetranten Auseinandersetzungen, formt sich am Ende die Erkenntnis, für die Realität völlig ungeeignet zu sein und allein in der Kunst überleben zu können.
Der Film ist derartig einfallsreich und komplex, das man selbst nach mehrmaligen anschauen, immer wieder neue Details endeckt, die das Gesammtverständnis formen.Ein unglaublich witziger und gleichzeitig bitterböser, zynischer Woody Allen Streifen, der
nicht nur mit seinen alten Meisterwerken mithalten kann, sondern diese teilweise in den Schatten stellt, ohne Zweifel!
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Ein Autor namens Harry Block bekommt sein Leben nicht auf die Reihe. Wenn er eine Beziehung hat, zerstört er sie, wenn möglich durch Seitensprünge, wenn nicht, dann durch Selbstmitleid und philosophische Ergüsse. Wenn er keine Beziehung hat, ist er unglücklich verliebt und erfreut sich der käuflichen Liebe. Mit seiner Umgebung kommt er ohnehin nicht zurecht, also beschimpft er sie in seinen Büchern. Aber auch das macht ihn nicht glücklich.

Es ist die große Kunst von Woody Allan, dass er diese eigentlich traurige Geschichte höchst unterhaltsam erzählt. Man hat viel zu lachen, besonders bei einem Besuch in der Hölle und bei einer Ehrung des Schriftstellers an seiner Universität, zu der er mit einer Leiche, einer Prostituierten und seinem entführtem Sohn anreist. Aber immer merkt man auch die Unruhe des Protagonisten, immer spürt man, dass er im eigenen Leben eigentlich nicht zu Hause ist und auch nicht sein will. Bis zum nächsten Lachanfall jedenfalls.

Formal bietet der Film auch neues. Er lässt das Leben des Romanautors mit seiner Fiktion zusammen fließen. Immer wieder sehen wir Szenen aus seinen Romanen, und dann wieder sehen wir die Figuren in der Wirklichkeit die entsprechenden Szenen nachspielen. Mit kleinen, aber wichtigen Unterschieden natürlich. Einem Schauspieler in der Fiktion steht ein anderer Schauspieler in der realen Welt gegenüber. Künstliche Schnittfehler symbolisieren, dass alles irgendwie außer Kontrolle ist. Zwei Figuren fließen zu einer zusammen. Und am Ende müssen die fiktionalen Figuren dem Schriftsteller die Wirklichkeit erklären, so durcheinander ist er.

Verwirrend, humorvoll, bösartig und unterhaltsam. Eine brillante Mischung.
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am 31. Januar 2008
Das hier ist ein typischer Woody Allen-Film udn auch einer seiner besten.

Ich glaube ich werde niemals folgenden Dialog vergessen:
Frau: Wieso haben Sie soviel Geld im Haus?
Allen: Das ist mein Nuttengeld. Ich habe immer ein bisschen Nuttengeld im Haus für den Notfall...

Dieser Film ist eine Klasse Komödie...ein intelligenter Film....ein verschrobener Film....ein phantasievoller Film....ein verrückter Film...

Es reicht, dass man sich durchließt, wovon der Film handelt....denn genau das sieht man auch und man wird nicht enttäuscht. Woody Allen zeigt in diesem Film von allen seinen Künsten etwas und er ist einfach grandios darin...

Wer auch nur einen einzigen Woody Allen-FIlm mag, der wird diesen hier lieben, da er hier alle Register seines Könnens zieht und alle Facetten hervorholt.

Er spielt in dem Film einen Autor, der Bücher über sein Leben schreibt; vor allem über seine Ehen und Beziehungen....und da man parallel immer Auszüge aus seinen Büchern sieht, die dann von anderen gespielt werden, schafft Allen es elegant, eine einfache Geschichte über ein Mann und sein Leben zu zeigen. Hierbei unterscheidet sich der Film von jedem anderen, da er die Geschichte des Mannes von allen Seiten zeigt, oftmals dargestellt durch ander Darsteller.
Und am Ende, tja, da verknüpft sich wieder alles so perfekt miteinander...
Niemand anderes schafft es wie Allen, für jeden seiner Filme ein Staraufgebot an Schauspielern zu holen...

Gut, die DVD ist nicht so toll, aber der Film ist ein Gedicht...
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am 3. November 2010
Wann erscheint diese DVD endlich in einer neuen Auflage? Warum wird man dafür bestraft, nicht erahnen zu können, wann eine DVD nicht mehr erhältlich ist? Filme sind Kulturgüter und gehören dementsprechend auch kontinuierlich angeboten. Mittlerweile gibt es schon die Unsitte (siehe Warner), daß manche Titel nach vier Jahren(!) nicht mehr erhältlich sind. Und die, die sich gleich alle DVDs leisten können, wenn sie erscheinen, lachen sich ins Fäustchen denen gegenüber, die durch die Finger sehen.
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am 25. August 2007
Der Film gehört sicherlich zu den etwas gewagteren Woody-Allen-Filmen, nicht zuletzt aufgrund der derben Sprache, denn es wird geflucht was das Zeug hält, und Hauptfigur Harry Block (ein Romanautor der das Privatleben von Freunden und Familienangehörigen mehr oder weniger ungeniert in seinen Romanen verwurstet, nun aber an einem "writer's block" leidet) hält sich hauptsächlich mit Tabletten und Prostituierten über Wasser. Zusätzlich verwendet der Regisseur Jump Cuts, die dem Film eine unruhige Grundstimmung verleihen und die grosse Anzahl von Darstellern und "fliegenden Wechseln" zwischen Fiktion und Realität (die Romanfiguren und ihre realen Vorbildern werden jeweils von unterschiedlichen Schauspielern dargestellt) machen es auch nicht unbedingt leichter dem Film zu folgen. Zweimal ansehen ist empfehlenswert, damit man die vielen unterschiedlichen Episoden richtig zuordnen kann.

Selten sind in einem Allen-Film gleich soviele Hollywoodstars vor der Kamera gestanden (u.a. Robin Williams, Billy Crystal, Elisabeth Shue, Demi Moore, Kirstie Alley und Tobey Maguire) und selten war Woody Allen direkter und zynischer als hier - so wird die Clinton/Lewinsky-Affäre und die puritanische Vermklemmtheit in den USA gndadenlos aufs Korn genommen.
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am 18. Januar 2010
Im Rückblick muß man "Harry außer sich" wohl als Woody Allens Meisterwerk der Neunziger betrachten, sein bester Film seit "Der Stadtneurotiker", den er quasi als Variation wie auf Speed noch einmal gedreht hat. Woody nimmt keine Rücksichten mehr auf irgendwelche Tabus, es darf geflucht, gegeifert und geschimpft werden mit Fäkalsprache, der Film ist sein schwarzhumorigster überhaupt, und in keinem hat er seine oft wiederkehrenden Themen (Sex, Tod, Liebe und das ganze verdammte Zeug...) so kollektiv hineingepackt wie in diesen: es gibt permanente Seitenhiebe auf den Kulturbetrieb, auf den jüdischen Glauben, auf Familientraditionen, Beziehungsfragen. Ich mußte den Film dreimal sehen, weil ich im Kino durch dauernde Lachanfälle Pointen verpaßt habe. Ein noch nie gesehener Rundumschlag Allens, der sich auch selbst (zum ersten Mal) jeglicher Sympathien des Zuschauers entzieht und damit den Blick noch freier gibt auf ein Sammelsurium von menschlichen Schwächen und Neurosen, die er alle gekonnt durch den Kakao zieht.
Und er wagt es auch, mit Tod und Teufel seine herrlich absurden albernen Spiele zu treiben, sogar mit seinem großen Vorbild Ingmar Bergman: die Reise des Harry Block zu seiner Ex-Universität, in der er geehrt werden soll (und wo er in Begleitung einer Nutte (mit Herz) und eines auf der Fahrt verstorbenen Freundes ankommt) ist eine Persiflage auf Ingmar Bergmans Professor Isaakson aus "Wilde Erdbeeren".Ein absurder Gag folgt dem anderen, die fiktiven Figuren aus Blocks stories verschmelzen glaubhaft mit den realen Begebenheiten und Personen, durch einige sehr geschickte Schnitte, die an die absichtlichen "Verkürzungen" in Filmen wie Godards "Außer Atem" erinnern, wird noch mehr "Rasanz" in die Handlung eingebracht, von der man wie so oft wie bei Allen das Gefühl hat: hier gibt es keine Szene, keine Sequenz zuviel! Und dann endet dieser wunderbare Film mit einem Kunstgriff und einer tröstlichen Erkenntnis, die auch uns irgendwie beruhigt zurückläßt: Höre auf, an dir selbst zu zweifeln, auch wenn du das Gefühl hast, mit der realen Welt nicht zurechtzukommen...du hast dir (als Schriftsteller) längst deine Fantasiewelt geschaffen, laß sie einfach zu und akzeptiere, daß dies dein Ding ist. In diesem Moment, als Harry Block von seinen lebendig gewordenen Romanfiguren auf einer Party gefeiert wird, löst sich seine Schreibblockade und er beginnt sich selbst an der Schreibmaschine zu therapieren, indem er einfach über seine Sinnkrise schreibt: das reale Leben, das ihm Chaos und Kummer bereitet, wird projiziert in die Welt, wo er sein darf... und zur Kunst erhoben - und damit wieder lebenswert für einen Mann, der endlich erkennt, daß das Schreiben seine Berufung und sein Lebenssinn ist. Surreale und groteske Einzelszenen bleiben im Gedächtnis: der "unscharfe" Robin Williams, die abstruse jüdische Mörder-Mär, die herrlichen Abschlußszenen in der Hölle. Ein Film, in dem viele Altersgrimm und Zynismus sehen werden, der aber immer wieder von Allens skurrilen Humor-Ideen durchbrochen wird und uns bei aller Ernsthaftigkeit, die hinter seinem furiosen Gag-Feuerwerk steht, uns mit einer großen Hoffnung zurückläßt.Eine Hoffnung allerdings wird bei mir immer kleiner: wann wird man diesen Film endlich auf einer erschwinglichen DVD bekommen?
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am 6. Juni 2005
"Ein New Yorker Schriftsteller, der unter einer Schreibblockade leidet, erlebt den Einbruch des Chaos, weil es ihm nicht mehr gelingt, durch den Akt des Schreibens sein Leben zu ordnen. Seine Erinnerungen verselbständigen sich, von ihm erfundene Figuren halten ihm den Spiegel vor Augen, & am nächsten Tag will ihn ausgerechnet jene Universität ehren, von der er als Student geflogen ist...
Ein vor Einfällen, Anspielungen & mitunter derbem Humor überschäumendes Werk, das mit vielen Charakteren & bekannten Darstellern aufwartet."
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VINE-PRODUKTTESTERam 13. September 2010
© Tonio, filmkritik99.jimdo.com

Im Gegensatz zu vielen Kritikern, denen die 1990er Jahre als schwächere Dekade Woody Allens gelten, liebe ich sie besonders. "Harry außer sich" (1997) scheint mir unterm Strich am Gelungensten und in jeder Hinsicht der extremste Allen zu sein. Der Film ist bitterböse, saukomisch, derb-zotig, todtraurig, wütend, sehnsüchtig, sprunghaft, nachdenklich, und noch viel mehr. Tatsächlich ist Allen das Kunststück gelungen, dass nicht das Motto "weniger ist mehr", sondern "mehr ist mehr" gilt. Allen hat sich noch nie so radikal entäußert, seziert, offenbart, analysiert. Er war selten so komisch und wohl nie so gallig. Als die öffentliche Schelte wegen der Scheidungsschlacht mit Mia Farrow noch nicht ganz verklungen war, führte Allen einen wütenden und politisch mitunter sehr inkorrekten filmischen Angriff gegen alles Bigotte. Geschickt verknüpft er z.B. die Hetzjagd auf ihn selbst mit der seinerzeit noch aktuelleren auf Bill Clinton, wenn er sein alter ego gegenüber einem Psychiater äußern lässt: "I mean, I'm always thinking of f***ing every woman I meet. (...) I ... see guys I know that are lawyers, and doctors, they have families and houses. They're not so... Does the President of the United States want to f*** every woman he may, you know. Bad example, you know...". Das hat 1997 im Kino für einen echten Brüller gesorgt, weist aber deutlich darüber hinaus. Genauso sind verschiedene Episoden über jüdische Bräuche skurril-witzig und gleichsam von ätzendem Spott wie von Selbsthass geprägt. Judentum ist (mal wieder eine kleine aktuelle Anspielung) nicht genetisch, aber eben auch nicht nur religiös, sondern kulturell und abstammungsbedingt. Woody Allen entstammt dieser Kultur und kann es weder durch sein Atheist-Sein noch durch sein Lästern jemals ganz ablegen. (Nur mal nebenbei: Dass er Atheist ist, hilft ihm genausowenig wie seinem alter ego im vorliegenden Film, wenn er sich eines Vorwurfs mit einem "Ich schwöre bei Gott" erwehren will. "Du - bist - Atheist", schreit seine Ex-Freundin ihn da nur an.)

So schonungs- und gnadenlos, wie Allen das Schwert in "Harry außer sich" führt, so geht er auch mit sich selbst um. Der Titel ist passend, im Englischen noch passender: "Deconstructing Harry", das klingt fast wie eine Baukastenanleitung, "wie man Harry auseinandernimmt". Harry, das ist natürlich Woody Allen selbst, nicht nur, weil er ihn selbst spielt. Woody Allen liefert ein Meisterwerk des Zorns und Selbstzorns ab, er nimmt sich wirklich auseinander und scheut sich nicht, das vor Publikum zu zeigen. Man könnte eigentlich noch gemeiner sagen, dass jede seiner messerscharfen Sottisen und Pointen ein Messerstich in Allens eigenes Fleisch ist. "Deconstructing Harry" ist schon eher ein Auseinandernehmen mit Skalpell und Seziermesser als mit Heimwerkerausrüstung. Und Allen lässt das ohne Anästhesisten abgehen. Das kann verdammt schmerzlich sein!

Doch das Ganze ist mitunter auch sehr lustig - worum geht es? Der Nachname "Block" stand schon Clint Eastwoods blockiertem Cop in "The Gauntlet" gut an; nun ist Woody Allen also Harry Block, ein Schriftsteller mit Schreibblockade. Schon der Beginn des Filmes stimmt uns auf einen besonders nervösen, aggressiven Allen-Film ein: Der Jazz ist für Allen-Verhältnisse reichlich modern und cool (Gesang: "My analyst told me / That I was right out of my head..."). Eine offenbar stinkwütende Frau (Judy Winter) geht auf eine Wohnung zu, immer wieder unterbrochen von Credits (was bei den ansonsten immergleichen, nüchternen Credits in Allen-Filmen eine Revolution ist). Und das Ganze wird durch jump cuts (die es noch öfter geben wird) sprunghaft und nicht ganz linear montiert, mal springt der Film ein paar Sekunden vor, mal ein paar Sekunden zurück. Das "Auseinanderschneiden" Harrys, das schon im Titel zum Anklang kommt, findet seine filmkünstlerische Entsprechung. Dann erfahren wir den Grund der Aufregung: Block hat einen Schlüsselroman geschrieben, in dem er mit kaum veränderten Namen reale Personen und wenig schmeichelhafte Intimitäten aus deren und Blocks Leben verwurstet hat. Maxim Billers in Teilen zensierter Roman "Esra", der selbst das Bundesverfassungsgericht beschäftigt hat, scheint harmlos dagegen! Harry lebt so sehr in seiner Kunst-Welt, dass Figuren aus seinen Erzählungen munter in die Handlung eingreifen. Zunächst sehen wir das nur als kleine Filme im Film, die meist sehr lustig sind und ein paar Klassiker des Allen-Universums aufgreifen (der Sensenmann!). Aber Allen geht weiter, er verschleift Blocks Leben und Fiktion miteinander, auf dass die Verbindungen immer enger und die Ebenen immer ähnlicher werden. Dies führt natürlich zu einer dritten Ebene im Kopf: Wenn Blocks Fiktion ein Zerr-, aber auch Abbild von Blocks Realität ist, so ist Blocks Realität auch Allens Fiktion und als solche ein Zerr- und Abbild von Allens Realität. Allen gelingt das Kunststück, zugleich einen besonders künstlerisch-künstlichen und besonders autobiographischen Film zu schaffen. Mehr ist mehr: "Harry außer sich" hat im Vergleich mit anderen Filmen des Meisters sowohl die brutalere Nabelschau als auch die größere und wildere kreative Energie.

Irgendwann scheint die Barriere zwischen Kunst und Welt völlig aufgehoben. Ein Nebenbuhler Allens (Billy Cristal) erscheint gar als der Leibhaftige. Selbst in der "realen" Ebene fragt sich Block nach jedem Auftreten dieses Mannes, warum es auf einmal so nach Schwefel rieche. In der "fiktiven" Ebene macht Allen Ernst mit dem Spaß und lässt Block zur Hölle fahren. Doch so ausweglos Blocks psychische Höllenfahrt scheint, treibt die künstlerische Entsprechung mit Entsetzen Scherz: Block hört sich im Fahrstuhl an, wer in welchem Stockwerk der Hölle untergebracht ist - eines ist komplett für die NRA reserviert... Und Block findet sich schließlich in einer sehr opulenten Laster-Hölle zu den kraftmeierischen Klängen von Gene Krupa wieder, wo sich der Sexmaniac pudelwohl fühlt und mit Billy Cristal herrlich politisch inkorrekte Gespräche führt (u.a. darüber, wie fantastisch Sex mit Behinderten, z.B. Blinden, sei). Das zeigt: Alles scheinbar Gegensätzliche ist sich hier besonders nah und prallt manchmal ungeschützt aufeinander: Lachen und Schrecken, Erlösung und Verdammnis, Realität und Fiktion. Die Realität, die hält für Block nämlich keine ausschweifenden Orgien parat, sondern zeigt ein reichlich verpfuschtes Leben. Block hat eine Schaffenskrise, Stress mit seiner Ex-Freundin, mit seiner Ex-Frau (Kirstie Alley) und Knatsch um den gemeinsamen Sohn; seine neue Freundin (Elisabeth Shue) droht ihm wie gesagt von Billy Crystal ausgespannt zu werden. Irgendwann findet er sich mit einer Nutte, einem Freund und dem kurzerhand ins Auto gezerrten Sohn auf einer allegorischen Odyssee zu seiner alten Uni, die ihn ehren möchte (ein Motiv, das Allen von seinem Idol Ingmar Bergman und dessen "Wilde Erdbeeren" abgekupfert hat). Er wird Ärger bekommen, weil er juristisch im Grunde eine Kindesentführung begangen hat, wie dies tatsächlich ab und an bei Scheidungsvätern vorkommt und bei allem Verständnis für deren missliche Lage nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist. Wenn er am Ende fast nicht in der Lage ist, seinen Ehrenpreis entgegenzunehmen und ihn schließlich doch noch ein applaudierendes Publikum auf die Bühne hievt, möchte man fast weinen: Man stellt fest, dass nur noch die Personen aus Blocks Erzählungen zu sehen sind. Er müsse ihnen die Ehre erweisen, denn er habe sie doch alle erschaffen, heißt es. Ein unendlich trauriger Moment, Harry kann nur noch in seiner Fantasiewelt leben.

Darum geht es bei Allen öfter einmal. Ernst ist das Leben, heiter die Kunst. "So your writing saved your life", sagt Harrys Psychiater einmal - Harry hatte seiner Ex-Freundin, die ihn erschießen wollte, eine seiner Kurzgeschichten erzählt und sie damit zum Lachen gebracht. Das und der Satz sagen viel über Allen als Künstler aus. Er kann nur mit der und durch die Kunst leben. "Harry außer sich" stellt bei aller komischen Satire besonders eindringlich die Frage, ob Harry/Allen noch schlimmer dran ist und nur IN der Kunst leben kann, so wie Harry schließlich nur durch seine Fantasiegestalten geehrt wird. Fest steht jedenfalls: Nur, wer den Schmerz kennt, kann ein Künstler sein. In Allens freundlicherem und romantischerem "Sweet and Lowdown" (1999) musste ein Musiker (Sean Penn) erst eine Enttäuschung erleben, um gefühlvolle Musik zu erschaffen. Allen verwöhnt und versöhnt uns am Ende von "Sweet and Lowdown" mit der Aussage, die letzten Platten des fiktiven Jazzgitarristen Emmett Ray seien wunderschön. In "Harry außer sich" hingegen ist der Schwerpunkt des "Lebens nur in der Kunst" eher auf dem Nur als auf dem Leben. So deftig und voller satirischem Biß Allens/Harrys Kunst ist, so sehr kann mitunter das Lachen im Halse steckenbleiben.
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