Kundenrezensionen

4
4,3 von 5 Sternen
Mozart: Don Giovanni (Gesamtaufnahme)
Format: Audio CDÄndern
Preis:18,22 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

54 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Oktober 2003
Karl Böhm und die Wiener Philharmoniker bilden ein verläßliches Fundament für eine gelungene Aufnahme von Mozarts "Don Giovanni".
Das Solistenensemble ist mit Tomowa-Sintow, Zylis-Gara, Mathis, Schreier, Berry und Milnes prominent und rollendeckend besetzt.
Da es sich um einen (klangtechnisch sehr guten) Live-Mitschnitt der Salzburger Festspiele handelt, sind Schwächen der Solisten nicht zu leugnen: Anna Tomowa-Sintow singt mit dramatischer Verve, aber technisch unsicher; Sherill Milnes singt energisch, voluminös, aber zu grob; Peter Schreier interpretiert den Ottavio mit makelloser Stimme; Edith Mathis ist eine herausragende Zerline; Teresa Zylis-Gara gibt eine tonschöne und ausdrucksvolle Elvira und Walter Berry ist ein grandioser Leporello!
Insgesamt eine stimmige Aufführung mit sehr guten und guten Einzelleistungen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Eigentlich hatte Karl Böhm im Rahmen seines Projekts, für die Deutsche Grammophon die "großen" Mozart-Opern aufzunehmen, bereits 1966 einen Don Giovanni vorgelegt, der jedoch von der Kritik wenig gnädig behandelt wurde. Dies mag der Grund dafür sein, dass er 11 Jahre später eine Aufführungsserie der Oper bei den Salzburger Festspielen mitschneiden ließ. Um es vorab zu sagen, das Ergebnis ist nicht wirklich besser:

Schon aufnahmetechnisch überzeugt der Live-Mitschnitt nicht wirklich - viel Hall, viele Nebengeräusche und nicht optimal eingefangene Stimmen. Das hätte eigentlich 1977 besser möglich sein müssen, wie nicht nur der Vergleich mit dem von Böhm dirigierten legendären Tristan von den Bayreuther Festspielen 1966 (!, auch DGG) zeigt.

Böhm selbst war live meist inspirierter und temperamentvoller als in seinen sehr präzisen, aber oft auch trockenen Studioaufnahmen. Dieser Don Giovanni bestätigt diesen Trend nur teilweise - der 83-jährige Dirigent lässt einen sehr langsamen, melancholischen Mozart spielen, was zu einigen magischen Momenten führt, den heiteren Seiten des "dramma giocoso" aber viel von ihrem Charme nimmt und einige Darsteller zum Chargieren veranlasst.

Bei den Sängern gibt es Licht und Schatten:

Teresa Zylis-Gala ist eine innig-melancholische Donna Elvira, deren Trauer sehr überzeugt. Anna Tomowa-Sintows weiche und volle Stimme leidet noch nicht unter dem ausufernden Vibrato, das einen in der Karajan-Aufnahme von 1985 oft zweifeln ließ, welchen Ton sie eigentlich singen wollte. Einschränkungen gibt es nur bei den Koloraturen, die sie aber dank Böhms langsamen Tempi bewältigt.

Auch Peter Schreiers Don Ottavio gefällt erheblich besser als in Böhms 66-er Aufnahme - nicht nur, weil sein italienisch besser ist und seine Stimme mehr Kraft hat. War er damals nur Stichwortgeber, ist er hier ein ausdrucksvoller Interpret der Rolle.

Edith Mathis als Zerlina leidet am meisten unter den langsamen Tempi, die gerade ihre beiden Arien sehr zerdehnen. Trotzdem ist sie mehr als das Püppchen, das Reri Grist in der 66-er Aufnahme präsentiert.

Walter Berry in der Form der Klemperer-Aufnahme von 1965 wäre eigentlich die Idealbesetzung für den Leporello gewesen. Hier ist er leider stimmlich nicht in Topform. V. a. aber lässt er sich zum hemmungslosen Chargieren hinreißen - schade. Der Masetto von Dale Duesing tut es ihm nach. John Macurdys Komtur ist schlicht schwachbrüstig.

Der größte Einwand betrifft leider den Hauptdarsteller: Sherrill Milnes dürfte der unerotischste aller Don Giovannis sein. Seiner mächtigen Bariton-Stimme fehlt die Wärme, die zärtliche Ausstrahlung eines Cesare Siepi oder Ruggiero Raimondi. Er ist in keinem Moment erotisch erregt, sondern nur zornig und brutal - ein Jago, der sich in die falsche Oper verirrt hat.

Damit fehlt der Oper das Zentrum, der eigentliche Beweggrund. Und damit kann sie nicht gelingen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. April 2013
Dieser "Don Giovanni" war mein allererster - 1985 zu Weihnachten auf LP - und ist deshalb irgendwie für mich "der echte". Er hat mir damals gut gefallen und tut es noch heute. Karl Böhms Mozart-Opern aus den 1970er-Jahren sind allesamt Volltreffer. Seltsamerweise entwickelte er jenseits der 80 Jahre eine Lebendigkeit und Spannung, die vielen früheren Aufnahmen (zum Beispiel seinen betulichen "Zauberflöten" von 55 und 64) fehlt. Das gilt auch für diesen "Don Giovanni", der zwar nicht schnell, aber mit einer unerhörten Transparenz, Klangschönheit und Dramatik musiziert ist. Man höre etwa die kribbelnde Orchesterbegleitung im Sextett "Sola, sola in buio loco" oder die wahrhaft haarsträubenden Schockeffekte beim Höllenfahrt-Dinner.

Das Ensemble verströmt nicht mehr den Glanz der goldenen 50er, ist aber dennoch sehr gut - vor allem die Damen. Anna Tomowa-Sintow ist hier noch eine prachtvolle, mühelose Anna, Teresa Zylis-Gara eine gereifte Elvira mit betörend süßem, dunklem Timbre und Edith Mathis eine ideale Zerlina. Sherill Milnes als Don Giovanni und Walter Berry als Leporello spielen unter der Regie von Jean-Pierre Ponelle ein eigenwilliges Duo: ein kalter, böser Machtmensch mit der Ausstrahlung eines Scarpia und sein unterdrückter alter Diener. Peter Schreier kommt mit der Ausstrahlung eines Bachschen Evangelisten nicht dagegen an, singt den Ottavio aber sehr schön.

Interessanterweise hat die DG in dieser CD-Ausgabe des Live-Mitschnitts den Applaus nach den Arien wieder eingefügt, der auf LP geschnitten war. Allerdings warten die Leute ganz brav, bis der letzte Ton verklungen ist - wahrscheinlich hatte der Produzent ihnen Schlimmes angedroht. Leider treten durch das digitale "Ambient-Remastering" aber auch einige Schwächen des Masterbandes hervor, die auf LP nicht zu hören waren: z.B. Übersteuerungen in der zweiten Strophe von Elviras "Ah che mi dice mai" und zu Beginn der Scena ultima. Dennoch ist der Klang insgesamt ordentlich, besonders die Wiener Philharmoniker kommen gut zur Geltung.

Neben den Spitzenaufnahmen unter Fricsay und Krips kann sich dieser "Don Giovanni" nicht ganz behaupten, als preiswerter Einstieg in diese Oper aller Opern ist er aber immer noch erste Wahl.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Juli 2011
I have very many versions of "Don" on LP and CD and has visited opera performances at home an abroad since 1972. I don't hesitate a moment when I say that this is the best of all recordings of Don Giovanni. There is no weak link. Milnes is fantastic, so are all the others and Dr. Böhm perhaps more than ever shows his mastership in Mozart. He is inspired to say the least. My list for at-the-top Don Giovannis goes like this: 1)Böhms recording as above, 2)Leinsdorf's, now out on a new label 3) Klemperer's majestic version on EMI.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Don Giovanni (Ga)
Don Giovanni (Ga) von Thomas Hampson (Audio CD - 2009)

Don Giovanni (Ga in Deutscher Sprache)
Don Giovanni (Ga in Deutscher Sprache) von Hermann Prey (Audio CD - 2009)

Don Giovanni-Fassung für Streichquartett
Don Giovanni-Fassung für Streichquartett von Artis-Quartett Wien (Audio CD - 2006)