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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dahinter müssen sich viele verstecken!, 8. März 2010
Von 
Bernd Grill "b_grill" (Königsbronn, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Beethoven: Sinfonien Nr. 3 & 8 (Audio CD)
Trotz des Überangebots an konkurrierenden Aufnahmen mit Beethoven-Symphonien kann man bei der Interpretation Günter Wands der "Eroica" das Wagnis eingehen, zu behaupten, daß es sich um eine herausragende Deutung handelt.
Schon die ersten Takte lassen aufhorchen: der satte, aber nie breiige Klang, sowie die deutlich wahrnehmbaren - im Gegensatz zu vielen anderen Aufnahmen! - Synkopen in der 1. Violine gleich zu Beginn verdeutlichen rasch, daß es sich hier um etwas ganz und gar Besonderes handelt. Zudem wiederholt Wand glücklicherweise die Exposition und steht damit recht einsam in der Diskographie der Eroica da.
Doch auch ohne diese vergleichsweise unbedeutenden Details ist diese CD als superb zu bezeichnen. Wand wählt in beiden Symphonien im allgemeinen recht straffe Tempi, behält aber alles unter Kontrolle und dient vor allem einfach der Musik. Anstatt wie so viele andere Dirigenten heutzutage setzte Wand seinerzeit nicht auf exzentrische Effekte, die oft die Intentionen des Komponisten ignorierten oder konterkarierten (wie z.B. bei Mikhail Pletnev), sondern auf Natürlichkeit, Schlichtheit, spieltechnische Brillanz und Ausgewogenheit. Es läßt sich kaum in Worte fassen, wie Wand beispielsweise die gigantische Coda des Kopfsatzes in immer neuen Spannungswellen unerbittlich und stringent auf das große Finale drängt. Nicht selten profitiert er ungemein von der Präsenz der tiefen Streicher, die ihrer Stimme an den wichtigen Stellen immer sehr viel Kontur verleihen.
Der Trauermarsch läßt genügend Raum für romantischen Schmelz und kommt bei Wand sicherlich als ein Satz daher, der die nachfolgende Epoche schon ein wenig vorwegzunehmen scheint. Speziell die Vorschlagsnoten kostet Wand genüßlich aus und strukturiert den Satz ohne jede Hast in sinnfällige Abschnitte. Das Scherzo ist sehr flott und filigran geraten, ohne aber jemals gehetzt zu wirken. Besonders gelungen ist auch die exponierte Stelle in den Hörnern zu Beginn des Trios, die bei anderen Aufnahmen immer wieder wenig überzeugend gerät, weil das Tempo plötzlich deutlich langsamer genommen oder die Stelle einfach schlecht gespielt wird. Der schnelle Teil des Finales gerät ebenfalls recht zügig, beeindruckt aber enorm durch seine traumwandlerische Sicherheit und den strahlenden Klang. Dem langsameren Teil fehlt es ein klein wenig an rhythmischer Präzision, doch das ist ein kleiner Preis angesichts der vielen offenkundigen Vorzüge dieser CD. Noch effektvoller war das Finale bislang nur bei George Szell zu hören - eine der klassischen Referenzaufnahmen, die allerdings aufgrund des ein wenig matteren Klangs nicht ganz so prächtig daher kommt.
Die Achte schneidet kein bißchen schlechter ab: der Einstieg in dieses grundfröhliche Werk ist mitreißend und stringent - Wand hält die Spannung mühelos über etliche Takte und löst diese erst mit dem Übergang in die D-Dur-Zwischengruppe auf. Während die mittleren beiden Sätze sich nicht so sehr vom Profil anderer Einspielungen unterscheiden, kann dies schwerlich vom Finale behauptet werden. Das Tempo ist rasend schnell, und dennoch werden die schroffen dynamischen Einschnitte so effektvoll in Szene gesetzt, daß einem der Atem stockt. Die schiere Präzision der Streicher ist wohl das hervorstechendste Merkmal dieser CD überhaupt.
Wands Beethoven-Zyklus wird oftmals als der homogenste überhaupt bezeichnet und vorbehaltslos empfohlen. Selbiges gilt auch für diese Auskopplung, die man nicht mehr missen möchte; sie stellt ein Musterbeispiel für die Ästhetik der Wiener Klassik an einem herausragenden Werk dar und sollte all denen nahegelegt werden, die meinen, Beethoven stets aufs Neue mit manierierten Darbietungen verunstalten zu müssen. Kurzum: toller Klang, schnörkellos und herausragend gespielte Werke!
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Beethoven: Sinfonien Nr. 3 & 8
Beethoven: Sinfonien Nr. 3 & 8 von Ludwig Van Beethoven (Audio CD - 2001)
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