Kundenrezensionen


30 Rezensionen
5 Sterne:
 (21)
4 Sterne:
 (5)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial!!!!
James Ivory hatte sich nach "Howards End" wieder einmal einer Literaturvorlage bedient - diesmal setzte er Kazuo Ishiguros Roman "The Remains Of The Day" (dt. "Was vom Tage übrig blieb") mit großen Darstellern um. Anthony Hopkins spielt grandios den Chefbutler Stevens, der am Landsitz Darlington Hall für eine Vielzahl an Bediensteten verantwortlich ist...
Veröffentlicht am 3. April 2004 von A. Wolf

versus
25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Paraderolle für Sir Anthony Hopkins.
Was ist es das einen Menschen dazu bewegt sich bis zur vollkommenen Selbstaufgabe aufzuopfern? Dieser Film gewährt einen Blick in die selbst gewählte Aufopferung eines Butlers, der sein Selbst aufgibt um die traditionell vorgegebenen Erwartungen zu erfüllen, die man in England an einen loyalen Dienstboten stellt.

Und so verbietet es ihm die...
Veröffentlicht am 23. Januar 2007 von Sub_Rosa


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial!!!!, 3. April 2004
Von 
A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Was vom Tage übrigblieb - Special Edition [Special Edition] (DVD)
James Ivory hatte sich nach "Howards End" wieder einmal einer Literaturvorlage bedient - diesmal setzte er Kazuo Ishiguros Roman "The Remains Of The Day" (dt. "Was vom Tage übrig blieb") mit großen Darstellern um. Anthony Hopkins spielt grandios den Chefbutler Stevens, der am Landsitz Darlington Hall für eine Vielzahl an Bediensteten verantwortlich ist. Sein Leben gilt seiner Arbeit, eine Meinung macht er sich nicht; Gefühle duldet er nicht; immer korrekt sein, das ist sein Credo. Doch als Miss Kenton (Emma Thompson), die Stevens nicht nur Paroli bietet, sondern auch Gefühle für den betont sachlichen Butler empfindet, ihre Anstellung antritt, beginnt Stevens nachzudenken. Der Schauplatz bietet dazu reichlich Gelegenheit, denn im Sitz seines Dienstherrn Lord Darlington verkehren regelmäßig politische Exzellenzen, deren Themen Fragen nach dem Für und Wider der britischen Appeasement-Politik der 30er Jahre sind.
Es gibt sicher nicht viele Filme die ganz ohne Effekte, ganz ohne große Dramaturgie einen kleinen melancholischen Erkenntnisprozess zu Tage fördern, der dennoch so bedeutungstragend ist. Stevens wird sich am Ende des Tages - also am Ende seiner Tage - die Frage stellen, was blieb. Die Leute, so heißt es im Film, freuen sich am meisten auf den Abend - doch Stevens, nach beinahe 20 Jahren, wird sich die Frage stellen, was ihm geblieben ist...
The Remains Of The Day verdient eigentlich nur ein Prädikat: GRANDIOS! Anthony Hopkins agiert in Bestform, vielleicht in der Rolle seines Lebens, Emma Thompson spielt nicht minder grandios, doch durchlebt sie den Konflikt, die Ambivalenz zwischen repressiver Arbeitsauffassung und individuellen Empfindungen besonders heftig und nicht so subtil wie Stevens. Und schließlich glänzt James Fox in der Rolle des Lords, dessen pro-deutsche Gesinnung ihm schließlich zum Verhängnis wird; doch auch Hugh Grant und Christopher Reeve - der eine als britischer Lebemann, ein Überbleibsel aus Dandy-Zeiten, der schließlich sein freches Mundwerk erheben wird; der andere als amerikanischer Politiker, der es zu etwas gebracht hat, doch auch er bleibt wie alle zweifelhaft in seinem Charakter. Hier tritt der Schöpfer des Romans, Kazuo Ishiguro, in den Vordergrund, der den Begriff der Wahrheit nicht als letztgültiges moralisches Etwas begreift, sondern jeder Person eine eigene Wahrheit zugesteht - somit hat alles ein Für und Wider, alles Ursache und Wirkung. Somit ist Ishiguro auf angenehme Weise frei von anti-deutschen Gemeinplätzen, Sticheleien oder Vorurteilen (wie man sie aus so vielen britischen Romanen und Filmen kennt), wie sie vielleicht der historische Hintergrund der story anbieten könnte, sondern ist letztlich wertfrei, da so viele Wertungen zu Wort kommen.
Die DVD ist allerbestens ausgestattet und verdient eigentlich mehr als 5 Sterne, der Film ohnehin! Ich kann nur eine hunderprozentige Kaufempfehlung aussprechen - niemand wird von diesem höchst anspruchsvollen Meisterwerk enttäuscht sein. Der Film überzeugt voll und ganz und regt zum Nachdenken an!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Subtiles Psychogramm, 24. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Was vom Tage übrigblieb - Special Edition [Special Edition] (DVD)
Auf dem Anwesen Darlington Hall versammelt sich Anfang der 30er Jahre die englische Aristokratie heimlich zu Verhandlungen mit den Nazis. In Selbstaufopferung und Loyalität zu seinem Herren, Lord Darlington (James Fox), und getrieben von Pflichtgefühl, Würde und Prinzipientreue verschließt der stets wie ein präzises Uhrwerk funktionierende Butler Stevens (Anthony Hopkins) vor dem drohenden Ungemach die Augen und gestattet sich weder Emotionen noch eigenständiges Denken. So unterdrückt Stevens auch seine aufkeimenden Gefühle für die neue Wirtschafterin Kenton (Emma Thompson). Was am Ende des Tages übrig bleibt, ist ein Leben der verpassten Chancen und ausgelassenen Gelegenheiten. Mehr als 20 Jahre später versucht Stevens, Miss Kenton zu einer Rückkehr auf das Anwesen zu bewegen und seine Fehler wiedergutzumachen. Die Fahrt zu einem verabredeten Wiedersehen quer durch England wird zur Reise in die eigene Vergangenheit, die in Rückblenden eine Auseinandersetzung mit schmerzhaften Erinnerungen mit sich bringt.

James Ivory hat eine besondere Gabe, die ihn als Regisseur so einzigartig macht. Er kann, ohne in Klischees und Kitsch zu verfallen, ganz subtile Psychogramme zeichnen. Wie schon bei Howards End kommt ihm auch hier sein Hang zu Hilfe, untergegangene und nostalgische Bilder der Vergangenheit aufleben zu lassen, um letztendlich mit einem voyeuristischen Blick hinter den Vorhang der bröckelnden Gesellschaftsfassade diese Schweinwelten leise zum Einsturz zu bringen. Keiner lässt seine sentimental und liebevoll aufgebauten Welten so wundervoll in sich zusammenfallen wie Ivory. Er zelebriert den Reiz dieser Epoche nicht kritiklos, sondern zeigt wie viele sich bescheiden mussten, damit wenige sich selbst verwirklichen können. So ist die bourgeoise Behaglichkeit von Darlington Hall genauso zum Untergang verdammt wie das liberale Ideal vom freien Menschen, dass die Herrschaftsverhältnisse unterhöhlt, auf denen es beruht. Gefühle brechen in die Welt der rationalen englischen bürgerlichen Gesellschaft der 30er Jahre ein und offenbaren deren Schwächen. Mutig ist vor allem, dass Ivory hier ein für einen Briten wie ihn heikles Thema anreißt, nämlich das Sympathisieren von Teilen der englischen Aristokratie mit den Nazis und deren Ideen. Dabei baut Ivory nach der Buchvorlage von Kazuo Ishiguro wieder geschickt einen Kosmos an gesellschaftlichen Figuren um die beiden Protagonisten herum auf, die beide jeweils im manischen Festhalten an der alten Ordnung unfähig sind, aus dem Korsett des Pflichtgefühls auszubrechen und sich ihre Gefühle einander zu offenbaren. Er kommt dabei ohne primitive Schwarz/Weiss-Zeichnungen von Charakteren aus. Zwar gibt es natürlich die typischen Upstairs/Downstairs Verhältnisse zwischen der Dienerschaft und ihren Herren. Aber Ivory vermeidet in dieser kongenialen Inszenierung antagonistische Darstellungen. Auch wirkt der Film nie überladen, obwohl er soviel versteckte Thematik in sich trägt. Oft umreißt Ivory die Nebenfiguren nur vage, deutet vieles aber unmissverständlich an und gibt ihnen so eine gewisse mysteriöse Tiefe und Bedeutung. Die beiden Hauptdarsteller zeichnet er sehr nuancenreich. Passend ausgewählt wurde dafür das Cast, das die filmische Vision Ivorys perfekt umsetzt und trägt. Die Ausstattung fällt wie immer bei Ivory sehr detailliert aus, ohne überfrachtet zu wirken.

Interessant bei der Special Edition sind das Making Of und die Filmdokumentationen. Zudem haben sich James Ivory, Produzent Ismail Marchant und Emma Thompson zum Audiokommentar eingefunden, der mit deutschem Untertitel versehen ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ivorys schönster Film, 3. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Was vom Tage übrigblieb - Special Edition [Special Edition] (DVD)
The Remains of the Day ist vielleicht Ivorys schönster Film - und das nicht zuletzt wegen eines überragenden Anthony Hopkins. Es gibt eben Schauspieler, die entfalten erst im Alter ihr ganzes Talent. Nach einer miesen und völlig überzogenen Rolle in Silence of the Lambs, mit dem der erst sehr spät berühmt gewordene Hopkins über Nacht zum Superstar wurde, beweist er erst in Ivorys Filmen, daß er einer der ganz großen Schauspieler unserer Zeit ist. Wie in einem japanischen Film, ist Hopkins Interpretation des zurückhaltenden Butlers gerade in dieser Zurückhaltung so ergreifend. Die Tragödie eines alternden Mannes der zu spät entdeckt, daß er nie richtig gelebt hat, wird von Hopkins mit großer Intensität dargestellt. Dabei ist Hopkins nur ein Element in einem Film, wo viele gute Elemente zusammenkommen: die hervorrafende Cinemascope-Fotographie, die vielleicht beste Regieleistung Ivorys, ein ausgezeichnetes Drehbuch und eine Ausstattung, die nie einfach dekorativ, sondern immer wieder kleine versteckte Beziehungen zwischen den Figuren und ihrer Umgebung schaffen. Und wie alle guten Filme, kann man The Remains of the Day immer wieder sehen und wird immer wieder neue Details entdecken. Im Übrigen ist diese DVD auch ein Genuß, nicht nur wegen der guten Bild-und Tonqualität, sondern auch wegen den Bonus-Tracks. Überflüssig zu erwähnen, daß man sich auch diesen Film unbedingt im englischen Original ansehen muß. Die Subtilität von Thompson, Fox oder Hopkins verliert in der deutschen Fassung ihre Wirkung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen the sound of silence, 18. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Was vom Tage übrigblieb - Special Edition [Special Edition] (DVD)
Wahrscheinlich wurde hiermit erstmals die Arbeitswelt eines Butlers - die zugleich auch seine Lebenswelt ist - verfilmt. Und das äußerst gut. Der Film lebt sehr stark von dem was nicht passiert. Will sagen: von seiner Stille und Bescheidenheit. Das Leben eines Butlers (England, dreißiger Jahre) scheint an sich nicht besonders aufregend. Dennoch vermochte es der Regisseur, meines Erachtens, aus dem Thema das beste herauszuholen und dem Film eine sehr subtile Spannung und Atmosphäre zu verleihen. Die Spannung wird einerseits durch eine Haushälterin erzeugt, welche versucht die Fassade des mit seinem Beruf verschmolzenen Butlers zu durchbrechen und gefühlsmäßig an ihn heranzukommen. Andererseits durch die Frage wie weit Loyalität gehen darf, da des Butler's Lord sich (irrtümlicher - oder naiverweise) auf eine Zusammenarbeit mit den Nazis einläßt, was auch hautnahe Konsequenzen zur Folge hat.

Anthony Hopkins als Butler: einfach einzig. E. Thompson ein ebenbürtiger Gegenpart.

Die DVD ist einer VHS vorzuziehen, da es auf ihr Sprachen - und Untertitelauswahlen gibt. Auch "Making of" und andere specials.

Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein hervorragender Film!, 4. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Was vom Tage übrigblieb - Special Edition [Special Edition] (DVD)
Der durch und durch untadeliger Butler Stevens lebt nur für seinen Beruf. Eigenen Bedürfnisse und Emotionen unterdrückt er völlig und lebt sie nicht einmal ansatzweise aus. Sein ganzes Leben ist nur auf die Bedürfnisse seines Herrn, Lord Darlington, ausgerichtet, dessen Lebensweise und Entscheidungen er nicht im geringsten in Frage stellt. Er gestattet sich auch nicht, die Zuneigung der Wirtschafterin Miss Kenton zu erwidern.

Ein fesselnder, feinsinniger und absolut sehenswerter Film!

Anthony Hopkins und Emma Thompson spielen ihre Rollen mit einer unüberbietbaren Subtilität.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Top Literaturverfilmung **** wunderschön ****, 9. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Was vom Tage übrigblieb - Special Edition [Special Edition] (DVD)
Eine der besten Literaturverfilmungen der letzten Jahre. Der Autor Kazuo Ishiguro schreibt im Stil berühmter Vorgänger wie z.B. Edward Morgan Forster und läßt sich durchaus mit Verfilmungen wie "Wiedersehen auf Howard`s End" oder "Zimmer mit Aussicht" vergleichen.
Übrigens ebenfalls in Szene gesetzt von meinem Lieblingsregisseur James Ivory.
Er hat in "Was vom Tage übrigblieb" die Dekadenz jener Zeit, gepaart mit unfreiwilliger Komik wunderbar umgesetzt. Antony Hopkins und Emma Thompson ergänzen sich in ihren Wortgefechten perfekt. Erinnerte mich manchmal an die Wortakrobatik von Jane Austen.
Und die DVD kann sich wirklich sehen lassen. Wer den Film kennt, möchte bestimmt die "entfallenen Szenen" sehen. Lohnt sich !!! Ebenso die Filmdokumentationen: Die Reise der Filmemacher, Blinde Loyalität - Wertlose Ehre, The Making of !
Also:
Auf keinen Fall verpassen. Wer das Video kennt, wird die DVD lieben.
Viel Spaß beim sehen wünsche ich !
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Paraderolle für Sir Anthony Hopkins., 23. Januar 2007
Von 
Sub_Rosa - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was vom Tage übrigblieb - Special Edition [Special Edition] (DVD)
Was ist es das einen Menschen dazu bewegt sich bis zur vollkommenen Selbstaufgabe aufzuopfern? Dieser Film gewährt einen Blick in die selbst gewählte Aufopferung eines Butlers, der sein Selbst aufgibt um die traditionell vorgegebenen Erwartungen zu erfüllen, die man in England an einen loyalen Dienstboten stellt.

Und so verbietet es ihm die selbst auferlegte strenge Disziplin, seine ureigensten Gefühle im Angesicht von Tod und Liebe nach Außen zu zeigen. So ist es nur logisch konsequent, dass der eigene Vater einsam auf dem Totenbett stirbt während der Sohn unten im Haus seiner Pflicht gehorchend Suppe serviert und Stühle rückt. Das ist psychische Selbstkasteiung in reinster Form und zeichnet ein Bild von Herr/Diener-Beziehungen des traditionellen Englands. Sir Anthony Hopkins spielt wie immer brillant, erfüllt seine Rolle mit Tiefe und Ernst. Pflicht und Normerfüllung sind Lebenszweck seiner Butler-Rolle, Liebe und Emotion Versuchungen denen es auszuweichen gilt. Und so enden auch die unübersehbaren Liebesbeweise der Haushälterin an seiner Mauer aus Selbstverneinung und angelerntem Pflichtgefühl. Beide wissen genau um den Preis, den ihnen ihr Beruf abverlangt. Beide sind trotz aller innerer Konflikte bereit ihn zu zahlen - jedoch am Ende der Butler mehr als die Haushälterin. Die findet zwar nicht zu dem Mann den sie tatsächlich liebt, aber doch zu einem erfüllten Leben mit Ehemann, Kindern, Enkelkindern. Der Butler jedoch bleibt letztlich allein zurück - das eigene Leben verschenkt an den Dienst an der Herrschaft statt an die Liebe zu nahestehenden Menschen.

Ein stiller Film, der auf stille Weise wirkt und zum Nachdenken anregt. Voll ruhiger Szenen, die ganz von Mimik und Gestik leben und das Ambiente des riesigen herrschaftlichen Anwesens einfach wirken lassen. Ein Werk, das von seinen vorzüglichen Schauspielern lebt. Eine DVD auf die man sich einlassen muss, die einem den Zugang nicht eben leicht macht - aber nur Wertloses bekommt man geschenkt, alles andere bedarf etwas Mühe.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sir Anthony Hopkins und Emma Thompson - grandios!, 24. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Was vom Tage übrigblieb - Special Edition [Special Edition] (DVD)
Ein wunderbarer, aber kein einfacher Film! Nichts für die, die alles auf schnelle Art wollen. Dringend empfehle dieses Meisterwerk allen Zuschauern, für die zwischenmenschliche Beziehungen interessant sind, die in den Augen lesen können! Das Paar Anthony Hopkins - Emma Thompson lässt keinen unzufrieden. Die beiden begeistern mit ihrer Schauspielkunst! Vor allem, natürlich, Sir Anthony Hopkins, der gar nicht zu sprechen braucht, so gefühlvoll sind seine Augen!

Allen, die es noch besser wollen, rate ich diesen Film ( wie auch jeden anderen mit Hopkins ) auf Englisch zu gucken, da der deutscher Sprecher kann Stärke und Gefühl seiner Stimme nicht übermitteln. Keiner kann ihn nachmachen - daran erkennt man den GROSSEN Schauspieler!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterdrückte Leidenschaft auf allen Ebenen, 30. Oktober 2009
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Was vom Tage übrigblieb - Special Edition [Special Edition] (DVD)
"Was vom Tage übrig blieb" haben schon sooo viele rezensiert, ich schenke mir mal die Inhaltsangabe, auf den einleitenden Amazon-Text und diverse Mitrezensenten verweisend. Der Film ist wirklich großartig. Man kann sich natürlich zurücklehnen und ihn über den Bauch genießen, aber auch dem Analytiker mag das eine oder andere auffallen, ohne dass das das wohlige Bauchgefühl stört. Nun ist das eine mir eigentlich ganz und gar fremde Welt, in der das spielt, aber der Film bringt einem das eben nahe: Er macht sein Ambiente und die Konventionen der Kreise, in denen das spielt, zum eigentlich Hauptthema, und das ist genial: Es geht doch hier um unterdrückte Leidenschaften. Es gibt einen echten Butler, der bei "Gosford Park" Berater war und im Interview immer sagt, ein Butler würde dies und jenes niemals in echt tun. Und genau das sehen wir in "Was vom Tage übrig blieb" tatsächlich. In Umkehrung des Westerners ist der Butler ein Mann, "der nicht tut, was er nicht tun darf". Der Butler ist hier ein Vertreter dieser (aussterbenden?) urenglischen Gattung der Contenance. Nicht nur bei dem von Anthony Hopkins gespielten Mann, sondern auch bei dessen Film-Vater ist das zu sehen: Er ruiniert sich lieber die Gesundheit, als zuzugeben, dass er die körperliche Leistungsfähigkeit nicht mehr hat. Man merkt auch, dass der sich ein Leben außerhalb des Butler-Seins nicht mehr vorstellen kann (ich denke an Morgan Freeman in "Die Verurteilten", es heißt ja gelegentlich, wer 40 Jahre im Knast war, möchte ganz gern dort bleiben...). Die von Emma Thompson gespielte Frau bricht diese Starre maßvoll, aber intensiv auf, und der Film leistet sich nicht den Fehler, sie als Brutalo-Emanze chargieren zu lassen. Die Thompson wirkt immer aufrichtig und wahrhaftig. Daraus entspinnt sich eines meiner Lieblingsthemen im Film: Beinahe-und-irgendwie-doch-Liebesgeschichten ohne großes Geknutsche und Gerammle, hier zwischen Thompson und Hopkins. Winzigste Worte, Gesten, Bewegungen sagen alles, am Ende hat sie seinen Panzer ja recht unspektakulär, aber darum umso schöner geknackt, doch beim Ende nach dem vorläufigen Ende sind alle schon wieder "auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Meisterhaft natürlich nicht nur das wehmütige Ende, sondern auch die Szenen unmittelbar vor diesem Wiedersehen von Thompson und Hopkins. Wie der Hopkins übers Land fährt und sich in Pubs nach dem Weg erkundigt, ist eine unglaublich starke Szene: Er hat andere Klamotten an als alle, er fühlt sich sichtlich unwohl, er fühlt, nicht in diese Welt und diese Zeit zu passen, er denkt, überhaupt keinen Platz mehr in dieser Welt (außer bei Emma Thompson) zu haben, er verleugnet sich ja auch. Hier sitzt jedes Detail, jeder Blick, jede Zuckung, jedes Dekor, das ist großes Kino: Der Krieg ist aus, der angesehene Hausherr von gestern ist der Nazi-Kollaborateur von heute, und der Hopkins, der Ex-Diener dieses Herren, muss sichtlich darunter leiden. Er kann keinen neuen Platz in einer Welt finden, in der die alten Plätze leergefegt wurden vom Sturm des Kanonendonners und dessen, was man so gesellschaftlichen Fortschritt nennt.

Optisch handelt es sich übrigens ebenfalls um einen herausragenden Film. Er zeigt das Herrenhaus in seiner ganzen Schönheit, aber auch symmetrischen Strenge mit Spiegeln, Gucklöchern etc., Geborgenheit gebend und gleichzeitig nehmend, wie ich es mal subjektiv nennen möchte. Damit gelingt dem Film das Kunststück, diese mir so fremde Welt mit Liebe, aber nicht blind machender Liebe zu zeigen, mit wachem Blick auch für die kritischen Untertöne. Paradox: So seltsam diese Welt letztlich auch für die Protagonisten ist, und so sehr sie dies im Grunde ihres Herzens merken: Sie haben keine andere und wollen auch keine andere. Der Film liebt, ohne zu verklären, das ist eine große Leistung.

Und ihm gelingt - was selten genug klappt - eine Symbiose des Privaten mit dem Politischen, denn es geht ja auch noch um die Nazis und das Für und Wider der Appeasement-Politik. Und auch hierbei entwickelt sich die ganze Tragik aus nichts anderem als aus dem, was die eher intimen Probleme auslöst: klassenbewusste Contenance. Dieser Hausherr, der ist ja nicht "böse" und auch nicht feige, sondern er hat einfach eine Denke, nach der nicht sein kann, was nicht sein darf. Aus dem Volke der Dichter und Denker KÖNNEN einfach keine solchen Barbaren in höchste Staatsämter kommen, und selbst wenn - die Würde des Staatsamtes, ja die Würde des homo sapiens, die MUSS sie einfach von den übelsten ihrer Schurkereien abhalten. Diese Haltung, natürlich in der Rückschau als falsch und naiv offenbar, denunziert der Film niemals, obwohl er sie schon kritisch zeigt (und es ist vielleicht kein Zufall und hier mal ein kleines bißchen klischeehaft, dass gerade ein US-Ami aus dem Lande der Freien und Gleichen für die andere Ansicht steht). Und wenn der Hopkins am Ende nicht zugeben will, dass er seinen inzwischen als Nazi-Kollaborateur geltenden Herrn noch immer verehrt und für einen guten Menschen hält, hat man niemals den Eindruck, der Film möchte auch nur ein einziges Quäntchen rechtslastig sein. Das ist wunderbar. Der Film ist wunderbar. Das sagt zwar jeder, aber man kann ja nochmal Eulen nach Athen tragen.

Kleine Bemerkung am Rande, obwohl das Obige es kaum suggeriert: Es gibt auch herrliche Lacher. Wie der Hugh Grant über "die Sache mit den Blumen und den Bienen" aufgeklärt werden soll, ist ein Kabinettstück feinen und sehr britischen Humors, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Was soll ich noch sagen? Ein auf allen Ebenen überzeugender Film!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am Ende des Tages zählt nur das eigene Empfinden, 15. November 2009
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Was vom Tage übrigblieb - Special Edition [Special Edition] (DVD)
Menschen, deren Verhalten weit abseits des Gewöhnlichen liegt, provozieren in der Regel eine seltsame Mischung aus Abneigung und Bewunderung bei anderen. Dieser Film zeigt uns einen solchen Menschen. Butler Stevens steht in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Angestellten von Lord Darlington vor. Mit seinem Dienstherrn verbindet ihn ein unterwürfiges, aber würdevolles Vertrauensverhältnis, das in unserem Kulturkreis schwer zu verstehen ist, weil es eigentlich so nur in England vorkommt.

Der Dienst an seiner Lordschaft steht bei Stevens im Mittelpunkt seines Lebens. Da bleibt kein Spielraum für nach außen zu tragende Gefühle oder ein Privatleben. Aber Stevens fühlt sich offenbar wohl in diesem Leben. Zweifel daran lässt er nicht aufkommen. Aber ganz sicher können wir uns dennoch nicht sein, denn Stevens ist verschlossen, verschwiegen und ein wenig arrogant, eben ein typischer Butler.

Sein Gegenpart in diesem Film ist die Haushälterin Miss Kenton, die Stevens gleichzeitig bewundert und sich an ihm reibt. Sie stört, dass er nie Emotionen zeigt und sich immer unter Kontrolle behält. Ihre Gefühle für Stevens verbirgt sie hingegen nicht, doch sie bleiben unbeantwortet. Während der Film uns diesen Spannungsbogen, das Leben in der englischen Aristokratie und die Funktionsweise eines englischen Herrenhauses dieser Zeit mit großer Eindringlichkeit und Liebe zum Detail vorführt, zeigt er uns auch die damalige politische Stimmung in weiten Teilen der englischen Oberschicht. Insofern ist dieser ruhige und stimmungsvolle Film ein Gemälde dieser Zeit, das bei den meisten Zuschauern wohl Begeisterung auslösen wird.

Vielleicht war es die Gleichförmigkeit der Handlung, vielleicht aber auch die starke Konkurrenz, die diesem Film keinen Oscar einbrachte, obwohl er in vielen Kategorien dafür nominiert wurde. Möglicherweise ist er aber auch einfach nicht amerikanisch genug, denn fast alle Rollen wurden mit britischen Schauspielern besetzt. Allen voran spielt Anthony Hopkins den Butler Stevens, und Emma Thompson schlüpft in die Rolle der Haushälterin Kenton. Hopkins spielt einfach unübertroffen. Ihn umgibt wie in vielen seiner Rollen auch hier eine Aura der Unberührbarkeit und einer geheimnisvollen Stärke.

Doch was will uns der Film am Ende mitteilen? Dass blinde Loyalität wertlos ist und dass die Butlerehre nichts zählt? Das mag für viele Menschen stimmen. Aber stimmt das auch für Stevens? Das kann nur er selbst entscheiden, genau so wie nur er am Ende des Tages entweder das Gefühl hat, er habe sein Leben vergeudet oder eben nicht. Zur Toleranz gehört schließlich auch, dass man fremde Leben respektiert, denn schließlich möchte niemand selbst in eine Form gesteckt werden, in die er nicht passt.

Fazit.
Ein hervorragender, vielleicht etwas zu langer, aber eindringlicher Film über das Leben eines loyalen englischen Butlers im England vor, während und nach dem 2. Weltkrieg. Sehr detailgetreu und stilsicher. Die Frage, ob Butler Stevens sein Leben vergeudet hat, mag man sehen wie man will, wenn man nicht Stevens selbst ist. Letztlich kann dies nur Stevens allein für sich entscheiden, denn nur für ihn hat diese Frage eine wirkliche Bedeutung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Was vom Tage übrigblieb - Special Edition [Special Edition]
EUR 9,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel