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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele Stilrichtungen verschmelzen zu einem Ganzen
Noch auf ihrem ersten Album war die musikalische Ausrichtung der Band auf den Blues und bestenfalls auf den Jazz fixiert und damit recht eingeschränkt. Nachdem für Ian Anderson aber klar wurde, dass er auch andere stilistische Einflüsse in die Musik einfliessen lassen würde, da er als Kind mit Klassik, Jazz, Folk und ethnischer Musik aufgewachsen ist,...
Veröffentlicht am 27. Mai 2003 von Thomas K-Bär

versus
7 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der beste Tull-Song überhaupt und eine traurige Qualität
Ich wollte nur darauf hinweisen, dass sich auf dieser remasterten Cd (die diesen nach toll aufgepeppten Sound klingenden Namen nicht verdient - der Klang ist, wohl weil die Originalbänder nichts besseres Hergaben, mies),als Bonus Track der m.E. beste Tull-Song überhaupt befindet: 17.
Das Ding hört leider auf, als es so schön losgehen könnte:...
Am 19. Januar 2006 veröffentlicht


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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele Stilrichtungen verschmelzen zu einem Ganzen, 27. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks] (Audio CD)
Noch auf ihrem ersten Album war die musikalische Ausrichtung der Band auf den Blues und bestenfalls auf den Jazz fixiert und damit recht eingeschränkt. Nachdem für Ian Anderson aber klar wurde, dass er auch andere stilistische Einflüsse in die Musik einfliessen lassen würde, da er als Kind mit Klassik, Jazz, Folk und ethnischer Musik aufgewachsen ist, und der Rest der Band sich bereit erklärte, ihm zu folgen, feuerte man kurzerhand den Gitarristen Mick Abrahams, der lieber beim Blues geblieben wäre und stellte den etwas weltoffeneren Martin Barre ein, welcher Anderson bis zum heutigen Tage treu geblieben ist. STAND UP ist das eigentliche erste Tull-Album, da es mehr als THIS WAS die
bandtypischen Markenzeichen enthielt. Für Anderson ist dies DAS
Tull-Album schlechthin, immerhin spielte er hier nicht nur die Querflöte, und dies besser als auf THIS WAS, sondern auch Klavier, Hammondorgel, Balalaika, Mandoline und Akustikgitarre. Gesanglich konnte er sich ebenfalls steigern. STAND UP verschmolz daher alle stilistischen Einflüsse, die durch Andersons Kopf geisterten zu einem innovativen und absolut neuen, dennoch aber verträglichen und soliden Sound und landete kurzerhand auf Platz Eins der Charts in England, während Tull mit Led Zeppelin durch die USA tourte. Absolut unvergessen ist die geniale und einfallsreiche Bach-Adaption BOUREE mit seinem jazzigen Grundgerüst und Glen Cornicks dynamischen Bass-Solo in der Mitte, welches sich hervorragend in den Song einfügt, bevor Anderson seine Seele in die Flöte hineinzupusten scheint. Sehr unterhaltsam, dennoch aber glaube ich, dass der gute J.S. Bach sich im Grabe umdrehen würde, wenn er Tulls BOUREE hören könnte.
Weitere unverzichtbare Songperlen sind... schwer zu sagen...
eigentlich alle. Sowohl die bluesangehauchte Nummer A NEW DAY YESTERDAY als auch die abwechslungsreiche und beschwingte schwere Heavy-Rock-Nummer NOTHING IS EASY, bei dem Clive Bunker die Schlagzeugfelle zu zerreissen droht und Martin Barre fast so spielt, wie später Tony Iommi von Black Sabbath oder Jimmy Page von Led Zeppelin, fordern den Hörer auf, die Lautstärke auf Maximum zu drehen. Dennoch kommt in diesem Song die Flöte nicht zu kurz. Doch auch das fernöstlich folkloristische und lustige FAT MAN und das von Orchester unterlegte REASONS FOR WAITING rechtferigen ebenso einen Kauf des Albums wie die traurige
Folk/Blues-Nummer LOOK INTO THE SUN oder das unbekümmert fröhliche JEFFREY GOES TO LEICESTER SQUARE. Weiterhin sind auch die Bonustracks absolute Hingucker, oder besser gesagt Hinhörer, welche aber mit Ausname von SEVENTEEN schon zuvor auf LIVING IN THE PAST zu finden waren. Das lustige Cover unterstreicht noch einmal den Spassfaktor, der von der Band gross geschrieben wurde und den auch der Hörer dieser Innovation zweifelsohne erfahren wird. Zwar klingt das Album nicht so progressiv und avantgardistisch wie später BENEFIT, THICK AS A BRICK, A PASSION PLAY oder WARCHILD und auch nicht so heavy und bipolar wie AQUALUNG oder MINSTREL IN THE GALLERY, dennoch beschreiten Tull hier neue Wege, was sie nun mit jedem weiteren Album fortan immer tun werden und sie so zu einer der einfallsreichsten und intelligentesten und technisch perfektesten Band des Planeten werden lässt. Daher bleibt mir nur noch, den Kaufbefehl zu erteilen, den jeder Musikinteressierte zu befolgen hat.
CHEERS.
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erster großer Charterfolg von Jethro Tull, 25. Februar 2005
Von 
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks] (Audio CD)
"Stand Up" erreichte die Spitzenposition der englischen LP-Hitparade! War auch in Deutschland einflussreich. 1969 schien die erste Generation der neuen Jugendszene / Beatmusik noch jung, frisch und für Neues offen zu sein.
- A New Day Yesterday: Martin Barre eröffnet mit einem harten Gitarrenmotiv die LP, Mundharmonika & der seltsame greisenhaft-verzerrte Gesang Andersons. Der Track erinnert als einziger noch etwas an das stark bluesbetonte Debüt "This Was".
- Jeffrey Goes To Leicester Square: typischer Sound der frühen Jahre; verspielt, folkig, allerlei akustische Percussion und Zupfinstrumente und die Flöte, damals neu in der Beatmusik. .
- Bouree ist am bekanntesten. Die Melodieführung von J.S. Bachs Stück trägt Andersons Flöte. Clive Bunkers Schlagzeug und der Bass von Glenn Cornick bringen feine Soli.
- Back To The Family ist einer der ersten Heavyrock-Stücke der modernen Musikgeschichte, 1 Jahr vor Deep Purple in Rock. Der Text ist eine humorvolle Gegenüberstellung von den Vorteilen bei Eltern und Geschwistern zu wohnen (nobody can ring me in the morning) versus der ersten eigenen Bude. Hier angekommen, merkt der Hörer, daß Jethro Tull mit dem neuen Gitarrenjungen Martin Lancelot Barree einen guten Fang gemacht hatten. Sowohl sein Akustik-, als auch der E-Gitarrestil (an Jeff Beck angelehnt) klingen wie von einem Alten gespielt.
- Look Into The Sun ansprechende akustische Ballade, Gitarren mit dem Flötenmotiv gekonnt verwoben.
- Nothing Is Easy hat überraschende Melodie- und Tempowechsel. Er ist mit "Back ..." der einzige Hardrock-Track, am Schluss eine ausgedehnte Flöten- und Rhytmusorgie. Damals ungewohnt flippige Klänge, mit denen man die Eltern in die Flucht schlagen konnte.
- Fat Man: klingt orientalisch, Clive Bunker war (wie Steve Took von Tyrannosaurus Rex) ein begabter experimentierfreudiger Percussionist der Londoner Szene. Bongos, Balalaika, Mandoline und eine ironische Anspielung auf Mick Anderson?
- We used To Know, schöne Ballade, wehmütiges Wah-Wah Solo von Barree im Fade Out.
- Reasons For Waiting: der ruhigste Song. Flöten, akustische Gitarren, plus (unbenanntem) Orgelspieler. Hier verwendet Jethro Tull das erste Mal Streicher-Einlagen, die zusätzliche Dramatik und Farbe geben.
- For A Thousand Mothers ist ein lauter letzter Track. Hats off to Clive Bunker. - Die 3 Boni sind klasse:
- Living In The Past war eine erfolgreiche Single im 5/8 Takt. Sie wurde ein paar Monate vor "Stand Up" veröffentlicht und oft im Radio gespielt. Der altertümliche Text trug wieder zum Methusalem-Image der Gruppe bei. Wäre ein guter Opener für "Stand Up" gewesen.
- "Sweet Dream" - eine weitere gute 45-er. Für 1968/69 ungewöhnlich hartes Crescrendo, das klassische Bläser- und Violinen-Ensemble spielt ein majestätisches Fade-Out.
- 17 war (ich glaube) eine B-Seite. Bisher unbekannt, die anderen Boni gibt es auch auf der CD "Living in the Past".
"Stand Up" machte die Welt auf Jethro Tull aufmerksam. Die ungewönliche Gruppe schien Charisma zu haben. Und Disziplin: früh schlafen gehen, wenig private Kontakte zu (drogen- und alkoholkonsumierenden) Musikerkollegen, ständiges Proben und Erlernen von neuen akustischen Instrumenten. Trotz ihres wilden langhaarigen Äußeren - Andersons Vater wechselte deshalb jahrelang mit Sohn Ian kein Wort - würdigte auch die seriöse Tagespresse Jethro Tull. Die Gruppe hatte schon damals ein erwachsenes Publikum, das z.T. auch aus Klassik- und Folkloreliebhabern bestand.
- Mein Kaufmotiv waren die zahlreichen eher ruhigen Songs und die Boni. Wem "Stand Up" gefällt bestelle gleich "Benefit" (und evtl. "Living in the Past") mit. Danach, ab "Aqualung", machten Jethro Tull nie mehr Platten in diesem Stil.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen fortschrittlich und vorbildlich, 12. Januar 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks] (Audio CD)
Das zweite Jethro Tull-Album "Stand up" aus den späten Sechzigern bietet in gleichem Maße anspruchsvollen wie gefälligen Rock, der zwar schon von ausführlichen Solo-Passagen und folkigen Klängen gekennzeichnet ist, jedoch noch nicht mit den komplexen Epen späterer Tull-Alben zu vergleichen ist.
Die prägnanten, zum größten Teil recht schwungvollen Songs sind bescheiden, aber präzise arrangiert (Gitarren, Bass, Schlagzeug und natürlich Ian Anderson's Querflöte) und vermitteln eine erdige und heimliche Atmosphäre. Man fühlt sich gleich "in dem Album zu Hause" und assoziiert die Songs mit dem angenehmen Leben in einer beschaulichen Stadt. Dieses Flair ist noch nicht mittelalterlich zu nennen, aber auf jeden Fall fühlt man sich in eine Welt versetzt, die noch in Ordnung ist, die einem wohlbekannt und vertraut ist und in der "noch alles mit der Hand gemacht wird". Klasse, wie Ian Anderson es immer wieder hinbekommen hat, eine so klar umrissene und zu Wohlgefallen führende Atmosphäre auf seinen Alben zu schaffen.
Die Songs an sich sind durchgehend stark; die Höhepunkte sind der kraftvolle Opener "A new day yesterday" mit seinen prägnanten Kicks und Akzentuierungen, die interessante Bach-Hommage "Bourée", bei der aus meiner Sicht nicht unbedingt Flöten-Solist und Frontmann Ian Anderson, sondern vor allem Bassist Glen Cornick überzeugt sowie die wohl bekannteste Nummer "We used to know", bei der sich Schlagzeuger Clive Bunker mit Recht in den Vordergrund spielt.
Die allerschönsten Nummern sind jedoch die beiden akustisch gehaltenen Folk-Stücke "Look into the sun" und vor allem "Reasons for waiting", bei denen Ian Anderson über seine majestätischen Akustik-Gitarren-Akkorde voller Poesie und Gefühl von der Liebe singt und dabei immer wieder von geschickten Melodieeinwürfen von Gitarre, Holzbläsern oder Streichern unterstützt wird - großartig.
Doch auch die anderen Stücke überzeugen. Einziger leichter Kritikpunkt ist für mich die Tatsache, dass einige Instrumentalsoli, gerade von den beiden bekanntesten Tull-Köpfen Ian Anderson (Flöte) und Martin Lancelot Barre (E-Gitarre) sehr ausführlich in den Songs vertreten sind, ohne diese wirklich voranzutreiben. Die Qualität der Stücke von Jethro Tull liegt für mich stets in den Kompositionen, dem Songgefüge und den festen Melodien, trotz der unumstrittenen enormen instrumentalistischen Fähigkeiten der Bandmitglieder hätte man meiner Meinung nach einige improvisierte Soli in der Bandgeschichte streichen sollen.
Doch dies ist nur ein kleiner mir negativ aufgestoßener Bestandteil eines faszinierenden Rock-Albums, das für die 60er Jahre schon enorm fortschrittlich klingt und mit Sicherheit für viele Musiker Vorbildfunktion inne hatte und hat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Den Stil gefunden, 30. Juni 2008
Von 
V-Lee (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks] (Audio CD)
Diese einzigartige Mix auch Folk, Rock, Jazz, Klassik und - ja, teilweise auch - Soul, der später scherzhaft auch schon mal ,Waldschratt-Rock' genannt wurde, war auf Jethro Tull's 2tem Album zum ersten mal und gleich in seiner perfektesten Form vorhanden.

Natürlich kann man jetzt darüber streiten, ob nicht doch Aqualung ihr bestes Album war, Fakt bleibt aber daß dieses Album das in den Charts erfolgreichste (Nr. 1 in UK) war. Das ist wegen des openers ,A New Day Yesterday' umso verwunderlicher, denn er wurde zwar einem der großen erfolgreichen Songs von Tull, präsentiert aber einen im 7/4 Takt daherpolternden aber trotzdem ungemein rockenden Blues. Eigentlich gibt's hier kein Füllmaterial, die Höhepunkte aber sind sicherlich A New Day', ,Bouree', ,Back To The Family', ,Nothing Is Easy', und ,Fat Man'. Schön auch daß sich bei den Bonus Tracks dieser Remastered Edition mit ,Living In The Past' (kompositorisch einer der genialsten Tull Songs ever), ,Sweet Dream' und ,17' gleich 3 wirklich große Tull Songs anfinden.

Stilistisch ist dies eines der vielfältigsten Tull Alben, und dadurch sehr kurzweilig obwohl sehr anspruchsvoll. Außerdem rocken Sie hier genauso wie auf Aqualung. Wenn man kein Fan von Best Of Alben ist und sich zumindest 1 klassisches Tull Album kaufen will - voilà mit diesem Teil ist man bestens bedient - auch ohne Locomotive Breath und Aqualung.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bestes Jethro Tull Werk der Endsechziger, 7. Juli 2000
Von 
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Stand Up (Audio CD)
Der Sound hatte sich verändert: "This was" bot éinen bluesigen Sound mit Flöte (ganz neu in der Pop-Welt), Mundharmonika und dem Gitarrenspiel von Mick Abrahams. Auch "Stand Up" klingt noch etwas ungeschliffen. Der sich an Jeff Beck orientierende talentierte Gitarrist Michael Barree paßte sich gut in die Gruppe ein. Seine unaufdringlichen Heavy- und Akustikeinlagen präsentieren den 20-jährigen als würdigen Ersatz. Mir gefällt der Sound dennoch: Die Flöte ist in den ruhigeren Tracks sehr dominant (manchmal auf 2 Kanälen) abgemischt, manchmal schaut schon der Heavy Rock um die Ecke ("Back to the Family"), der erst ein Jahr später mit "Black Sabbath" eingeführt wurde. Wem "Stand Up" gefällt sollte auch mal in "Benefit" reinhören, das etwas komplexer ist und mit John Evan Jethro Tull Musik unaufdringlich mit dem Keyboard anreicherte. Thomas Richter
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Früher Meilenstein, 8. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks] (Audio CD)
Mit diesem Album setzten Jethro Tull ihre erste wirklich große Duftmarke. Stand up ist bei weitem noch nicht so ausgereift wie spätere Meisteralben, aber das Songwriting ist hervorragend. Es ist auch das erste Album, wo Jethro Tull's Dauergitarrist Martin Barre zu hören ist. Auf dem Vorgängeralbum spielte noch Mick Abrahams, der noch gleichberechtigt neben Ian Anderson Songs schrieb. Lang ist's her, seit dem bestimmt Ian Anderson ganz allein die musikalische Richtung bei Jethro Tull. Dies hat insbesondere auch zur Folge, dass vielleicht außer Martin Barre sich niemand sicher sein kann, dauerhaft bei Jethro Tull als Musiker angestellt zu sein. Dies dürften ganz aktuell Andy Giddings und Jon Noyce erfahren haben. Auf Stand up finden wir erste echte Perlen. Nothing is easy wird bis heute bei den meisten Konzerten gespielt und ist live nur zum Ende des Songs ein bisschen länger und umarrangiert. A new Day yesterday ist ein richtiges Bluesstück und wird in regelmäßigen Abständen immer mal wieder live aufgeführt und dabei in der Mitte mit einem langen Flötenteil versehen. Zu den Zeiten von 1969 bis 1970, als Stand up live aufgeführt wurde, war die Vorgruppe von Jethro Tull die damals für viele unbekannten Eagles. Der spätere Superhit dieser Gruppe war Hotel California. Nun hört Euch mal die Akzentuierung der Gitarre, die Melodielinie und auch das Gitarrensolo außerhalb des Refrains an und vergleicht mit We used to know. Da werden starke Parallelen offenbar, die auch Ian Anderson nicht verborgen geblieben sind. Wie sagte er noch im Rahmen der Roots to Branches Tour, wenn er für Tantiemen im Nachhinein das Geld bekommen würde, dann lüde er sein Publikum zum Essen ein. Auf Stand up ist weiterhin mit Boureé die Version, die ich bis heute für die Beste halte, mit dem legendären Basslauf von Glenn Cornick. Auch gibt es hier einen der ersten Hits mit Fat Man, den Ian, obwohl selber inzwischen deutlich beleibter, immer noch sehr gerne im akustischen Teil der heutigen Konzerte spielt. Ich frage mich manchmal, ob Marius Müller-Westernhagen sich bei seinem Lied Dicke hier hat inspirieren lassen. Bei den übrigen Songs sind weiterhin tolle Stücke dabei, die heute nicht mehr zum Repertoire zählen, aber intensive und klasse Songs sind. For a thousand Mothers oder Reasons for waiting. Und damals war es noch üblich, B-Seiten oder ähnliches nicht auf den Alben zu platzieren, oder wie sonst erklärt man sich, dass solche Spitzensongs wie Living in the Past und Sweet Dream nicht auf Stand up waren. Sie wurden zwar später auf dem Album Living in the Past veröffentlicht, sind aber bei den Sessions zu Stand up entstanden. Es ist ein wunderbar nostalgisches Stück Musikgeschichte hier auf dem Album vereint, das Remastering hat ebenfalls sehr gut getan.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frisch wie am ersten Tag, 24. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks] (Audio CD)
"Stand up" ist definitiv das Highlight aus der Frühphase der Band.
Ian Anderson und seiner neuer Mitstreiter Martin Barre hatten damals gerade die ausgefahrene Bluesschiene endgültig verlassen und sich in Richtung Artrock in seiner bodenständigsten Form aufgemacht.
Manches von dem was die Band im Laufe ihrer langen Karriere veröffentlicht hat mag sich zwischenzeitlich überkommen anhören, "Stand up" aber klingt heute noch so frisch wie am ersten Tag.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 4 Gründe:, 10. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks] (Audio CD)
Nun, allein das wunderschöne Basssolo in "Bourée" ist es Wert dieses Album zu besitzen...die Qualität, nicht gerade den heutigen Standards entsprechend, aber das soll sie gar nicht, die 70er leben auch durch ihren unverwechselbaren matten Sound...Nummer 3: Hits wie Nothing is Easy, Fat Man, Sweet Dream und das bereits erwähnte Bourée, welche jeder eingestandene Tull - Fan kennen sollte...4tens und letztens: kompositorische Genialität, wie man sie von "Thick as a Brick", "Aqualung", "Minstrel in The Gallery" und den anderen 70er Tull Alben kennt und liebt - ein Must für Tull und 70er Fans, auch wenn "Stand Up" ein Kind der End60iger ist
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bestes Jethro Tull Werk der Endsechziger, 7. Juli 2000
Von 
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Stand Up (Audio CD)
Der Sound hatte sich verändert: "This was" bot éinen bluesigen Sound mit Flöte (ganz neu in der Pop-Welt), Mundharmonika und dem Gitarrenspiel von Mick Abrahams. Auch "Stand Up" klingt noch etwas ungeschliffen. Der sich an Jeff Beck orientierende talentierte Gitarrist Michael Barree paßte sich gut in die Gruppe ein. Seine unaufdringlichen Heavy- und Akustikeinlagen präsentieren den 20-jährigen als würdigen Ersatz. Mir gefällt der Sound dennoch: Die Flöte ist in den ruhigeren Tracks sehr dominant (manchmal auf 2 Kanälen) abgemischt, manchmal schaut schon der Heavy Rock um die Ecke ("Back to the Family"), der erst ein Jahr später mit "Black Sabbath" eingeführt wurde. Wem "Stand Up" gefällt sollte auch mal in "Benefit" reinhören, das etwas komplexer ist und mit John Evan Jethro Tull Musik unaufdringlich mit dem Keyboard anreicherte. Thomas Richter
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5.0 von 5 Sternen der neue Kapitän übernimmt das Ruder, 4. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks] (Audio CD)
Das zweite Jethro Tull-Album stellt eine musikalische Veränderung und auch einen Neubeginn dar.
Für viele (angeblich auch Ian Anderson) ist es das erste "richtige" JT-Album.
Auf dem Debut "This Was" von 1968 waren Anderson und der damalige Gitarrist Mick Abrahams ungefähr gleichberechtigt am Songwriting beteiligt.Abrahams wollte weiterhin Bluesrock machen,Anderson sich neuen Stilen öffnen,breitbandiger musizieren.
Der Streit darüber führte schließlich zum Ausscheiden Abrahams aus der Band,fortan sollte Anderson für das Komponieren praktisch allein zuständig sein;sein Werdegang zum absoluten Mastermind war eingeleitet.
Außerdem stieß Gitarrist Martin Barre zur Band,der zum (einzigen) langjährigen Weggefährten Andersons werden sollte.
Ansonsten war die Fluktuation an Bandmitgliedern bei JT immer geradezu inflationär groß.
Hier werden Barre und Anderson von Glen Cornick am Baß und Clive Bunker am Schlagzeug unterstützt.

Tatsächlich ist eine deutliche musikalische Weiterentwicklung zu verzeichnen.Ian Anderson führte die Band (nicht ganz) weg vom
Blues und hin zu progressiveren Klängen,Einflüsse des Folk,des Jazz kamen hinzu und es "rockte" jetzt mehr.
Mit "Bourree" enthält die Platte einen absoluten Bandklassiker,der auf keinem Konzert fehlen darf.
Angelehnt an eine Suite von J.S.Bach in E-Moll,mit Flöte und Baß eingeleitet,gleitet das Stück über in eine jazzige Improvisation,die auch heute noch Kultstatus genießt.
"Stand Up" gilt für viele als eines der besten Tull-Alben,für Anderson ist es eines der wichtigeren,eines,mit dem er sich auch heute noch identifizieren kann.
Die Band spielt hier locker,leicht,wie von Zwängen befreit auf,die Musik macht einfach Spaß.
Aufgrund der Vielzahl von Einflüssen und deren geschickten Umsetzung,gilt "Stand Up" allgemein als wichtiges Album der Rockgeschichte und für viele ist es geradezu legendär gelungen.

Das Album profitiert klanglich von einer im Vergleich zum Vorgänger entscheidend teureren und besseren Produktion.
Wirklich gut klingt es zwar nicht,aber für eine Aufnahme von 1969 geht der Sound in Ordnung.
Die LP klang dementsprechend OK,die ersten CDs leider überhaupt nicht.
Eine deutliche Besserung brachte das Remastering von 2001,zudem enthielt die Remaster-Edition auch noch vier interessante Bonustracks.Super.
Die klanglich beste Version ist aber die 1989 erschienene MFSL-Gold-CD,welche klar die Referenz darstellt.
2010 kam eine Jubiläumsedition heraus,welche zwar kein neues Remastering bot,dafür aber viel Bonusmaterial und eine nette Aufmachung.Ob man die Liveaufnahmen und die anderen Extras braucht,muß jeder selbst entscheiden.
Auch beim Artwork hatte man sich damals Mühe gegeben.Die erste Vinyl-Auflagen hatten POP-UP-Bilder der Musiker,welche sich folgerichtig aufstellten,wenn man das Cover öffnete.
Dieses Gimmick bieten auch die Jubiläumsedition und natürlich die großartige MFSL-Gold-Version.
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