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4.0 von 5 Sternen Münchener Underground aus frühen Krautrocktagen, 23. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Siloah (Audio CD)
Wenn ich an die Zeit damals zurückdenke, dann fällt mir natürlich in erster Linie Amon Düül ein, die Band, die München und Landshut und mich und viele andere prägte. Aber dann ist es nur ein Schritt weiter, hin zu den Sit-In's im Englischen Garten, wo manchmal bunt, manchmal völlig normal und manchmal auch nur spärlich bekleidete junge Menschen all denen lauschten, die sich musikalisch verwirklichen wollten. Die Bandbreite derer reichte von total freakig und verquer bis hin zu echten Talenten.
Manche kamen nur einmal, manche waren öfter zu sehen, die einen blieben für eine Weile im Gedächtnis hängen, die anderen gingen in der Masse unter.
Neben den Düüls blieben mir nur zwei Bands aus dieser Zeit bis heute im Gedächtnis: Siloah und Ejwuusl Wessahqqan.

>"Siloah kamen aus München und waren das Geschöpf eines gewissen Thom Argauer. Sie veröffentlichten zwei äußerst seltene Privatpressungen, die zum Ausgeflipptesten in der deutschen Undergroundszene gezählt werden. Einige Plattenhändler beschrieben ihre erste LP als 'noch wilder als Kalacakra', und es ist nicht schwer, dieser Einschätzung zuzustimmen, wenn man die sechs Stücke gehört hat. Es ist ein akustischer Folk-Psychedelic-Trip. Wenn du Siloah kennenlernen willst, halte jeweils 500.-- DM bereit, um ihre LPs zu erwerben."<
schreibt Dag Erik Asbjornsen in seinem (Kult-)Buch 'Cosmic dreams at play'.

Ich kann Dag nur stellenweise zustimmen. Klar, die echten Siloah Scheiben sind wirklich extrem selten und dürften nur noch dann am Markt auftauchen, wenn ihr Besitzer mal die 'Hufe zieht' und seine Erb-Banausen die mühsam aufgebaute Sammlung verscherbeln. Für 500 DM dürfte man sie dann allerdings auch nicht mehr bekommen. Da dürften selbst 500 EURO nicht mehr reichen...
Was ich ebenfalls nicht nachollziehen kann, ist der Hinweis 'noch wilder als Kalacakra'. Das dürfte aus heutiger Betrachtungsweise eher zu Missverständnissen führen, denn die damalige Wildheit ist mit heutiger (wo man zur Not auch mal ein paar Tiere auf der Bühne opfert) nicht zu vergleichen. Kalacakra waren, aus meiner Sicht eher manisch und von ihrer Musik bessenen, spielten sich in einen wahren Rausch.
Das gab es bei Siloah (die sich nach einem Quellbrunnen in Jerusalem benannten) in dieser Form nicht. Die Band pflegte auf ihrer ersten Scheibe einen ruhigen, überwiegend akustischen Folkrock, der zwar einen psychedlischen Touch aufwies, in erster Linie aber auf hippie'esquen Grundzügen beruhte. Stellenweise durfte, völlig zwanglos, ein jeder machen und spielen, was er wollte. Das war und ist vor allem beim Longtrack 'Aluminium Wind' zu hören und zu spüren. Natürlich spielte sich die Band damit auch in einen regelrechten Rausch, aber der Vergleich zu Kalacakra hinkt trotzdem.
Auch die anderen Stücke boten eine völlig flippige aber auch entspannte Musik, die man, mit etwas Unterstützung passender Rauschmittel, geradezu vergöttern konnte.
Natürlich wird heute, nach sovielen Jahren quer durch die Musikszene, nichts mehr 'vergöttert'. Nicht mit Rauschmitteln und auch nicht ohne, und wenn, dann überhaupt nur ganz ganz wenige...
Dem wird aber jeder, der eine Verknüpfung in die Frühsiebziger Jahre pflegen kann, beipflichten, denn es relativiert sich halt alles einmal.

Die CD, wieder einmal vom rührigen Label Garden of Delights veröffentlicht, bietet neben den sechs Originaltitel noch zwei Bonustracks, deren einer 'Mit Tiny nach Tanger' einem Single-Einzelstück entstammt, das Thom Argauer zusammen mit Tiny Stricker aufnahm. Die Single war nie zur Veröffentlichung bestimmt (was man auch ein bissl hört...) und vervollständigt Siloah's Output genauso wie die zweite Bonus-Nummer 'Lady Jane - Lord X'. Letztere ist eine, wohl zufällige, Anhäufung musikalischer Fragmente und kommt in etwa so wie ein LSD-Trip (nur nicht solange...).
Als Anspieltips würde ich nach wie vor das wunderbare 'Road to Laramy' und 'Krishna's golden Dope Shop' nennen.

Sicherlich war und ist Siloah's Erstling kein Meilenstein. Weder in der Krautrockhistorie, noch sonstwo. Aber die Band gehört genauso zu München wie die Düüls, wie SUB, die Wessahqqan's oder von mir aus auch die Spider Murphy Gang.
Was mir besonders gefällt, ist, dass man mit Siloah's Musik durchaus noch heute die Freude und den Zeitgeist von damals nachempfinden kann. Das ist etwas, was mit Geld nicht zu bezahlen ist!
Dem Krautrock-Sammler und -Freund spreche ich hiermit meine Empfehlung aus. Für alle anderen gilt: Reinhören und ein eigenes Urteil bilden.
Objektiv gibt's für die Scheibe drei Sternchen. Ihr seid mir aber nicht böse, wenn ich das Ergebnis mit einem lokalpatriotischen Zusatz-Sternchen aufrunde...;-)
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Siloah
Siloah von SILOAH (Audio CD)
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