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5.0 von 5 Sternen Schneemensch
Ich hatte erwartet, daß "Vespertine" gut wird. Ich hatte nicht erwartet, daß alle zwölf Tracks einem das Gänsefell über die Ohren ziehen. Kurz nach der Veröffentlichung anno 2001, saß ich vor den Boxen und konnt's nicht fassen. Offener Mund und alles.
Das dunkle "Hidden Place", erste Single und Kate...
Veröffentlicht am 11. April 2006 von coastliner

versus
1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Meisterwerk - Nur für Björkmaniacs!
Nach dem ersten Hören von "Vespertine" war ich entäuscht, den ersten Eindruck könnte man mit "Arm an Höhepunkten" und "Einheitssoundbrei aus alten Björk-Alben" beschreiben.
Nach mehrmaligen Hören hat sich das allerdings relativiert.
Die ungewöhnlichen "Instrumente" (Geräusche wie Fingertippen, manipuliert und...
Veröffentlicht am 21. März 2003 von Frank


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32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schneemensch, 11. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Ich hatte erwartet, daß "Vespertine" gut wird. Ich hatte nicht erwartet, daß alle zwölf Tracks einem das Gänsefell über die Ohren ziehen. Kurz nach der Veröffentlichung anno 2001, saß ich vor den Boxen und konnt's nicht fassen. Offener Mund und alles.
Das dunkle "Hidden Place", erste Single und Kate Bush-kompatibel, eröffnet Björks einstündigen Selbstbergungsversuch aus ihrer Gletscherspalte. Ein unheimliches Stück, das klarstellt, daß man's mit einer klirrend kalten Platte zu tun hat, auch wenn die Meisterin einen vom Gegenteil überzeugen will, wenn sie auf dem Cover nur mit einem Schwan bekleidet in der Sonne döst. "Vespertine" bricht traditionelle Songstrukturen auf, verliert aber nie den Faden, ist vielschichtig, aber homogen, birgt die merkwürdigsten Geräusche, die man nicht für möglich gehalten hat, klingt vertraut und doch völlig strange. Man kriegt ihn nicht zu fassen, diesen Eisblock. Einmal gehört, möchte man sie jedenfalls nicht mehr missen, die Intimität der puren Stimme in "Cocoon", den einschmeichelnden Pop von "It's not up to You", die Chöre in "Undo", die Schreie in "Pagan Poetry", die Folk-Melodien in "Aurora", den blanken Horror von "An Echo, A Stain", die groovende Direktheit des dissonanten "Heirloom" und die katharsische Positivität von "Unison", wenn alle Björks (ja, mehrere!), die uns im Laufe der Platte begegnet sind, für den letzten Chorus zu Hilfe kommen, um in einer einzigen Gestalt aufzugehen und metaphysisch zu entschweben.
Die Grande Dame des Naiven zeigt sich hier so zerbrechlich wie nie, benutzt die Musik aber nicht als teenageröse Selbst-Therapie. Sie hat vielmehr ihre Zaubersprüche gelernt und kennt die Knöpfe, die sie drücken muß, um den Hörer aus der Bahn zu werfen. Eine Künstlerin also, die keineswegs mit ihrer Kunst zu verwechseln ist, sondern stark und unberührbar drübersteht.
Auch die Vorgängermusiken "Debut", "Post", "Homogenic" und "Selma Songs" waren groß, doch "Vespertine" ist der Höhepunkt. Diese Höhle im Eis beweist endgültig, daß die Isländerin völlig abgepfiffen ist und nicht nur so tut. Eine große Herausforderung für die Durchschnittshörer, die damals reihenweise an der Genialität von Frau Bushs "The Dreaming" scheiterten, ganz weit draußen und doch gerade noch Pop. Vorläufig Björks Magnum Opus und eine der besten Platten des neuen Jahrtausends. Danach kamen noch die extrem schwierigen "Medulla" und "Drawing Restraint 9" - doch das ist eine gaaanz andere Geschichte. :-)
Anspieltips: Hidden Place, It's Not Up To You, Pagan Poetry
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Björk dringt tief!, 6. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Ich habe von elektronischer Musik nie viel gehalten, aber nach einer Björk-Doku auf "arte" habe ich mir dieses Album sofort gekauft, und ich werde mir auch die anderen noch zulegen!! Björk ist mit nichts vergleichbar, was ich kenne. Ihre Musik ist zunächst wenig einprägsam und klingt fremdartig, aber wenn man sich auf sie einläßt, muß man sie lieben. Diese Musik tut den Ohren schon alleine deshalb so gut, weil wir uns schon so an den Einheitsbrei gewöhnt haben. Geben Sie dieser CD unbedingt eine Chance, hören Sie sich die songs mehrmals an... Ihre gelangweilten Ohren - und ihre Seele - werden es Ihnen danken!
Uneingeschränkt zu empfehlen!
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk voller irisierender, kristallener Schönheit, 4. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Fast 2 Jahre liegt Björks Album "Vespertine" mittlerweile vor. Anfangs waren die Kritiken nicht immer überschwänglich. Manche Rezensenten fühlten sich beim ersten Hören kaum angesprochen, andere hörten zuviel Bekanntes wie etwa Kate Bush oder irgendwelche Meditationsmusik heraus.
Mittlerweile gewinnt aber "Vespertine" mehr und mehr an Wertschätzung. Die Musik verlangt ein genaues Zuhören und Sich-Öffnen. Dann erst entfaltet sie sich. Das hat manche Parallelen zur klassischen Musik, die man auch nicht als "Hintergrund-Lalala" gebrauchen kann.
Aber keine Angst - "Vespertine" ist keineswegs schwierig. Läßt man sich auf dieses Meisterwerk ein, wird man mit einer zauberhaften, fein durcharrangierten Musik belohnt.
Man kann das Album gut wie eine alte LP in zwei Teilen hören, zunächst die ersten fünf Stücke: "Hidden Place", eine wunderbare, allseits bekannte Einleitung, dann das unglaublich feine "Cocoon", das bodenständige "It`s Not Up To You", das ruhige "Undo" und schließlich "Pagan Poetry", dieses unglaublich intensive, nuancierte Stück über wahre Empfindung von Liebe. Hier sei noch eine Lanze vor allem für "Cocoon" gebrochen: auch von Björk-Fans oft "spröde" oder "langweilig" genannt, ist es in Wirklichkeit doch ein Stück mit so ungehörten Gestus, wirklich fein gesponnen - und alles paßt zusammen, Björks Gesang, die Begleitung, das Rhythmusmuster - ich glaube, Björks Stolz auf dieses Stück ist voll gerechtfertigt!
Ich mache nach "Pagan Poetry" gerne eine Pause. Der zweite Teil, eingeleitet mit den kristallenen Klängen der "Frosti"-Musikspielbox, kommt mit "Aurora" zum ersten Höhepunkt. Ein Stück, das wieder Björks einmalige Fähigkeit widerspiegelt, abseits ausgetretener Pfade Stimmungen und Bilder widerzugeben: man fühlt geradezu die isländische Landschaft, ihr exotisches Ambiente mit Nordlichtern über schneebedeckter Landschaft versetzt. Man bleibt in einer sehr intensiven, feierlichen Stimmung zurück. Jetzt ist Zurückhaltung geboten, um diese Stimmung weiterzutragen. Die beiden nächsten, ruhigen Stücke "An Echo, A Stain" und "Sun In My Mouth" leisten genau das - selten genug werden Songs auf Alben aufeinander abgestimmt, sondern bloß aneinandergereiht.
Erst "Heirloom" bringt dann den Kontrapunkt. Eine wunderbare, humorvoll warme Petitesse, minimalelektronisch instrumentiert und mit einem Tritonus garniert - einfach genial. Wer außer Björk kommt schon auf die Idee, "Heiserkeit" in einen Song aufzunehmen?
Die beiden letzten Stücke, "Harm Of Will" und "Unison", bilden dann den grandiosen Abschluß. Für meinen Geschmack zwar etwas zu üppig orchestriert, bleiben sie doch meisterhafte Musik, wobei die Ballade "Harm Of Will" sich schon fast einem klassischen Musikstück annähert. "Unison" ist mit eingängem Rhythmus und Melodik versehen - und ein echter Ohrwurm, der einen stundenlang im Gedächtnis bleibt und für ein positives Grundgefühl sorgt.
Björk mußte schon zu Zeiten der Sugarcubes durch einen Kritiker, dessen Namen mir entfallen ist, für einen Vergleich herhalten, der damals etwas weit hergeholt schien: "mit ihrer quirligen, fiepsenden Simme" (...) "erinnert sie an die künstliche Pop-Elfe Kate Bush" (...) "aber doch aggressiver - wie ihre kleine, aber vitalere Schwester". In Nachhinein betrachtet - wie wahr! Björk hat in "Vespertine" vielleicht auch etwas vom Gefühl der 80er Jahre aufgenommen, Dinge, die der musikalische Zeitgeist der 90er, den gerade auch Björk mitgeprägt hat, nicht wollte. Aber es ist keine abgekupferte Reminiszenz, sondern weiterverarbeitet, und weist nach vorne. Und daher ist und bleibt "Vespertine" als ein Meisterwerk empfehlenswert für alle Freunde der kunstvollen Popmusik
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cross the border, 10. Januar 2002
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Ist das neue Album von Björk dem Bereich der unterhaltenden Musik zuzuordnen? Man zögert bei der Bejahung dieser Frage, denn besonders populär hören sich die zwölf Songs der CD "Vespertine" nicht an. Neben zeitgemäßen Computerklängen hat sich Björk auch diverser Elemente der musikalischen Hochkultur bedient und auf eklektizistische Weise - im positiven Sinne des Wortes - zu einer Art "postmoderner" Soundsymbiose verschmolzen. Das Ergebnis ist ein ernstes, über weite Strecken geradezu düsteres Album, das auf dem derzeitigen Musikmarkt wohl als einzigartig bezeichnet werden darf. Klingt der erste Song "Hidden Place" noch so, als würde er von dem 1997er "Homogenic"-Album stammen, umspannt "Cocoon" den Hörer mit einem schwebenden Klangteppich, der entfernt an Radioheads "Kid A" oder Ambient-Altmeister Brian Eno erinnert. Björks Vocals klingen dabei so unverstellt, als würde einem die Ausnahmekünstlerin direkt ins Ohr singen. In "Pagan Poetry" erfährt der Song gegen Ende eine Zäsur, in der Björk in mehrfacher Wiederholung eine der abgegriffensten Phrasen der Popmusik singt ("I love you"), die aus dem Mund jeder anderen Sängerin zu unerträglichem Kitsch geworden wäre. Nicht so bei Björk: Sie zelebriert diese Textzeile in einer Mischung aus Sehnsucht und Schmerz, um sie dann in einen mit ihrer Stimme geschaffenen Chor übergehen zu lassen. Auf anderen Kompositionen wie "Frosti" und "Aurora" ist die Harfinistin Zeena Parkins zu hören, ferner ein Musikautomat, der zuweilen an ein Glockenspiel erinnert und die elegische Klangatmosphäre der Isländerin unterstreicht. Bemerkenswert ist auch "An echo, a stain", dessen düsteres Chor-Arrangement die Assoziation an Morton Feldmans "For Stefan Wolpe" aufkommen läßt. Spätestens hier scheint Björk den Weg zur Neuen Musik eingeschlagen zu haben. Eine zukünftige Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten wie Ligeti oder Stockhausen wäre vorstellbar, vielleicht sogar wünschenswert und fruchtbar, doch dürfte es dazu nicht kommen, da Björk ihre musikalische Selbständigkeit in den letzten Jahren konsequent ausgebaut hat.
"Vespertine" jedenfalls realisiert das von Leslie Fiedler 1969 proklamierte Postulat: "Cross the border - close the gap", das auf eine Überwindung der traditonellen Grenzziehung von "popular culture" und "hoher Kunst" zielt, auf vortreffliche Weise: Das "Überschreiten der Grenze" hat hier zu einem schöpferischen und individuellen Klangkosmos geführt, der sich wohltuend von der sonst weitgehend unkreativen kommerziellen Musikproduktion abhebt. Superlative werden in heutigen Plattenrezensionen geradezu inflationär verwendet, bei Björk sind sie jedoch unvermeidbar.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heißer Kakao vor dem Kamin + Winter = Vespertine, 19. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Also ich habe schon einige Rezensionen über dieses Album gelesen und teilweise war ich erstaunt, wie schlecht es abgeschnitten hat. Waren die Kritiker taub? Haben sie einen schlechten Tag gehabt?Dann aber bitte nicht an Vespertine auslassen.

Vespertine ist irgendwie (wie jedes Album von Madame Extravaganz)kein einfaches Album.... es scheint als ob Björk sich Lied für Lied ausziehen würde und ihre zerbrechliche Gestalt kommt zu vorschein mit ihren mächtigen und einzigartigen Instrument: ihre Stimme.

Mal leise und fragile,dann wieder laut und ehrlich, begleitet von einem Chor, sanften Streichern, Harfenklängen mit elektronisch ausgefeilten Beats und verrückten, verspielten Klängen. All dies zusammen bildet diese bekannte, unbeschreiblich emotionale Atmosphere dieser Platte .

Besonders hervorzuheben, finde ich, ist der Song "An Echo, A Stain". Hier unterscheidet sich Björk von anderen Künsltern. Wieso Strophe- Refrain- Schema? Einfach der Musik freien Lauf lassen. Viele finden sich an diesem Punkt vor den Kopf gestoßen und bleiben verwirrt zurück. Was will mir dieses Lied sagen? Irgendwann mitten im Hören ist dies aber nicht mehr wichtig und man verliert sich in der mehrschichtigen Klangwelt.

Dieses Album überzeugt durch Björks Kompositionsfähigkeit und ihre Wandlung (sehr introvertiert, im Gegensatz zu Homogenic). Sie ist wirklich etwas einzigartiges und dies beweist sie wieder einmal mit dieser wunderbaren CD.

Achtung:

Nix für Mainstream Pop- Fans, dafür aber viel mehr für offene,kreative Musikliebhaber.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbar, 25. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Ich bin absolut Björks Stimme verfallen, und verfolge sie seit ihrem Album "Debut". Seither war ich hin und weg von jedem einzelnen Nachfolger, vor allem vom Remix-Album "Telegram" (Headphones bleibt der beste Song von Björk!). Und natürlich wartete ich, nachdem ich schon das Konzert in Stuttgart verpasst habe, ungeduldig auf "Vespertine". Beim ersten Anhören war ich enttäuscht. Wo blieb der übliche aggressive Song, der die anderen Björkscheiben bisher immer so außergewöhnlich machte? Er war nicht vorhanden. Aber mit der Zeit hörte ich mich in die Platte "rein" und mittlerweile finde ich sie brillant, auch wenn sie ein bisschen aus dem Rahmen fällt. Angeblich hat ja Miss Gudminsdottir aus aller Welt Klänge und Töne auf ihrem Laptop, auf dem das Album auch entstand, zusammengewurschtelt und diese seltsam fremden Klangwelten geschaffen. Das klingt schließlich und endlich doch sehr gefällig, aber 5 Sterne kann ich "Vespertine" nicht geben, da mir das aggressive Moment einfach fehlt und zum anderen für meine Begriffe zu wenig natürliche Elemente (sprich Instrumente) verwendet wurden, was das Vorgängeralbum auszeichnete. Trotz allem ist der Nachfolger von "Homogenic" eine äußerst gelungene Mischung aus elektronischer Musik und dem wunderbaren Klang von Björks Stimme.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer wieder Björk, 28. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Vespertine könnte ich so oft auflegen wie ich vespere (das ist schwäbisch und steht fürs nachmittägliche Speisen). Eine CD, die sich musikalisch je nach eigener Stimmung immer wieder neu erschließt, hat die Höchstwertung verdient. Ich will auf eine seltsame Beobachtung hinweisen, die vielleicht typisch für die deutsche Rezeption von Björk ist: Ihre Texte sind schwach und beinahe nichtssagend. Jaja, sie sind Poesie, doch von welchem Geist zeugen sie? Sind sie nicht verstörend unverständlich? Kaum einer spricht von Björks verbalem Surrealismus, vielleicht, weil man glücklich ist, sich ob der ausgefeilten Arrangements nicht darum kümmern zu müssen. Und so sind auch die Zeichnungen auf der CD von einer Qualität, für die mich mein Kunstlehrer auf der Oberstufe mit einem "mangelhaft" abgestraft hätte. Ich behaupte nun: Würde Björk nur unter Ausnutzung ihrer Stimmgewalt seufzen und glucksen, die CD wäre beinahe genauso schön.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Who would have known a beauty this immense..., 3. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Lange Zeit konnte ich mich mit Björks Meisterwerk "Vespertine" nicht anfreunden. Sogar das komplexe Album "Medulla" erschien mir zugänglicher als "Vespertines" sanfter, kribbelnder, ätherischer Retortensound
Aber Zeiten ändern sich.

Heute liebe ich "Vespertine" über alles und gehe auch so weit zu sagen, dass sich dieses Album den ersten Platz mit dem Vorgänger "Homogenic" teilt. "Vespertine" ist komplex, intim, undurchsichtig, geheimnisvoll und doch einfach nur wunderschön. Die Platte beginnt mit dem hypnotischen "Hidden Place", ein unglaublich eingängiger Track, der ähnlich wie der "Hunter" von "Homogenic" sich schleichend und stetig aufbaut.
Mein persönlicher Favorit "Cocoon" folgt sogleich, ein wunderschönes Liebeslied...angereichert mit knisternden Beats... Björk flüstert eher als das sie singt. Das beschwingte "It's not up to you" und das beruhigende "Undo" leiten zum allseits beliebten Björk-Oldie "Pagan Poetry" über.
Ein unheimlich kraftvoller Track in dem sich die ganze Leidenschaft und Stimmgewalt der isländischen Pop-Königin entfaltet. Zum Abkühlen gibt es anschließend das Instrumentalstück "Frosti", dem sich das winterliche "Aurora" anschließt.
"An Echo An Stain" wirkt stellenweise ein wenig beängstigend, aber bevor der Zuhörer auch nur die Zeit gefunden hat die Stirn zu runzeln, folgt "Sun in my Mouth" (die Björk-Version eines Gedichtes von E.E.Cunnings). Ein sehr schönes Stück.
Die darauffolgenden Tracks "Heirloom" und "Harm of Will" sind liebevolle Stücke von unglaublicher Sanftheit. Wie kann man Björk nur Eiskönigin nennen, wenn sie so schöne Songs schreibt?
"Vespertine" endet schließlich mit dem fantastischen "Unison", welches im Endeffekt zu "Make Love not War" auffordert. Fantastisch.

Fazit. Dieses Album ist ein Meisterwerk und man sollte sich von dem anfangs sehr synthetischen und komplexen Klang der Tacks nicht abschrecken lassen. "Vespertine" erschließt sich dem Zuhörer, wenn dieser entspannt ist und Zeit mitbringt. Viel Zeit und Ruhe.
Also dann: Undo... Undo... Just Undo...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Björk entwickelt sich weiter, 28. August 2001
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Man kann es nicht von vielen behaupten, die von der Musik leben, von ihr schon. Björk entwickelt sich weiter! Das neue Album Vespertine ist weder "leicht konsumierbar" noch "schnell verdaulich". Übrigends: Björk war es nie und wird es wohl auch nie sein. Die Stimme der Isländerin ist faszinierend schön und beeindruckend in welcher Bandbreite sie ihren Songs Ausdruck verleiht. Wenn man versuchen sollte Vespertine zu kategorisieren käme einem vielleicht "New Age" in den Sinn, aber das trifft es nicht. Dafür sind die Stücke einfach zu sehr - na ja - Björk! Sphärische Synthesizerklänge bilden die Grundlage. Ein wichtiges Instrument ist die Harfe (Zeena Parkins). Mein Lieblingsstück ist "Pagan Poetry". Der Einfluß mittelalterlicher Melodien wird hier sehr deutlich. Die Spiritualität von Björk spiegelt sich in jedem einzelnen Stück wieder. (sogar im Titel; Vespertine wird hergeleitet von vesper = Abendstern)
Allein die Tatsache, daß ihre wunderbare Stimme gerade in lauten Passagen so selten zu hören ist und somit eine ihrer schönsten Klangfarben etwas zu kurz kommt, läßt mich diesem Album keine Höchstnote vergeben.
Trotzdem, für jeden Björk Fan ein Muß!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klanglandschaften, 30. März 2004
Von 
Matthias Lukasczik (Würzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Auf „Vespertine" hat Björk einen faszinierenden und einzigartigen Klangkosmos entworfen. Es ist ein Album von sanft-melancholischer Stimmung und atmosphärischer Vielschichtigkeit; die fast durchgehend eher ruhigen Songs durchzieht eine dunkle, aber nicht düstere Stimmung - ein bisschen so wie die letzten Sonnenstrahlen, die sich in der abendlichen Dämmerung zwischen den Ästen und Zweigen des Waldes verlieren. Mein Favorit unter den allesamt guten Björk-Alben. Anspieltipps: „Hidden place", „Pagean poetry", „An echo, a stain".
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Vespertine
Vespertine von Björk (Audio CD - 2001)
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