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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Nonplusultra, 20. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Rosenkavalier (Audio CD)
Elisabeth Schwarzkopf als Marschallin mit bravouröser Stimmführung und einer herrlich leichten Ironie, die blutjunge Christa Ludwig auf dem Weg zur Weltkartiere als exzellenter Octavian, der souveräne Otto Edelmann mit sängerisch und darstellerisch allen Nuancen der Partie und die stimmschöne und sehr mädchenhafte Sophie von Teresa Stich-Randall liefern auch nach einem halben Jahrhundert noch immer die beste Aufnahme des Rosenkavaliers, die jemals entstanden ist. Die kleinen Rollen sind luxuriös und absolut rollendeckend besetzt
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Legendärer Rosenkavalier, 5. Oktober 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Rosenkavalier (Audio CD)
Im Schaffen von Richard Strauss stellt "Der Rosenkavalier" musikalisch wie dramatisch einen Wendepunkt dar. Nach seinem Frühwerk "Feuersnot", das sich noch sehr stark im Fahrwasser Richard Wagners bewegte, wagte sich der Komponist hier erstmals wieder an einen komischen Stoff. Hugo von Hofmannsthal, seit dem großen Erfolg der "Elektra" Strauss' Stammlibrettist (bis die Nationalsozialisten dieser äußerst fruchtbaren und wertvollen Zusammenarbeit von Dichter und Komponist ein gewaltsames Ende bereiteten), begann im Mai 1909 mit dem Textbuch zu dieser Kömodie aus dem Wien des 18. Jahrhunderts, die sich wohl auch ohne Musik problemlos auf den Bühnen der Welt behaupten könnte. Der Dichter schuf um die frei erfundene "alte Tradition", der zukünftige Ehemann aus hochadeligen Kreisen sende zum Zeichen seiner Werbung einen Rosenkavalier ins Haus der Braut, eine turbulente, durchweg mit lebensprallen Figuren bevölkerte Komödie, läßt das Wien der Rokoko - Zeit mit seinen prachtvollen Sälen, Gewändern, den heute grotesk anmutenden Zeremonien (das "Lever" der Marschallin) und den Intriganten und Emporkömmlingen wiederauferstehen. Zweifellos eines der besten Textbücher, die für eine Oper je geschrieben wurden.

Szene für Szene schickte Hofmannsthal sein neues Werk an Strauss und der Komponist war sofort Feuer und Flamme. Er schuf zu diesem Thema eine Musik, die sich von seinen früheren Bühnenwerken vollständig unterscheidet. Waren seine ersten Gehversuche "Guntram" und "Feuersnot" noch vom übermächtigen Wagner geprägt, vollzog er mit "Salome" und "Elektra" einen Schnitt hin zu krassem Naturalismus, zur Musik der puren Emotion, zur Atonalität. Diesen Weg verläßt er mit dem "Rosenkavalier" wieder, läßt sowohl die Neutöner als auch Wagner links liegen und wendet sich der "Wiener Klassik" zu. Diese Oper klingt tätsächlich so, als sei sie ein Werk eines Zeitgenossen von Mozart und Haydn. Trotzdem ist natürlich die Handschrift des Richard Strauss, der nicht ganz im Unernst einmal verkündete, er könne selbst das Einschenken eines Bierglases so vertonen, daß man die Marke heraushöre, unverkennbar. Der Komponist zeigt sich hier einmal mehr als Meister im musikalischen Schildern der Situation und der inneren Vorgänge seiner Figuren. Die Liebe zwischen Octavian und Sophie keimt im Orchestergraben schon beim ersten Zusammentreffen der beiden auf. Meisterhaft sind die Charakterisierungen der Marschallin, die bei aller Lebensfreude einen tief melancholischen Zug in sich trägt, die selbstlos ihren "Quinquin" freigibt, weil sie dem Geliebten das gönnen will, was sie selbst nie erfahren hat: das wahre Glück der Liebe; ebenso großartig gelungen ist die Zeichnung des Barons Ochs auf Lerchenau, der einige historische Vorbilder hat: ein falstaffscher Schwerenöter, der sich selbst für Gottes Geschenk an die Menschheit und insbesondere die Frauen hält, dabei aber nie wirklich unsympathisch wirkt. Hervorrangend gelingt es Strauss, die Atmosphäre der Zeit im Musik umzuwandeln, besonders herauszuheben wäre da die turbulente Szene des "Levers", die um die stilsichere Arie des italienischen Tenors herumgebaut ist, sowie die herrliche Szene mit Octavians Auftritt als Rosenkavalier im Hause Faninal.

Die Oper wurde am 26. Januar 1911 in Dresden mit sensationellem Erfolg zum ersten Mal gegeben und brachte Hofmannsthal und Strauss endgültig Weltruhm ein. Zwar gab es von der Seite der "Fortschrittsfraktion" viel Häme, da sie sich von ihrem Idol durch dessen Hinwendung zum "Konservatismus" (man stelle sich vor, man kann sich diese Oper anhören, ohne Ohrenschmerzen zu kriegen, unerhört!) verraten fühlte, der Erfolg gab dem Komponisten jedoch recht und bis heute ist "Der Rosenkavalier" die am häufigsten aufgeführte Oper des 20. Jahrhunders und fast an jedem größeren Opernhaus im Repertoire zu finden.

Auch bei den Aufnahmen hat man einmal mehr die Qual der Wahl. Viele "Rosenkavaliere" tummeln sich in gut sortierten CD - Geschäften, und die meisten sind von hoher Qualität (nur von Karajans zweiter Einspielung kann man mit gutem Gewissen ganz abraten). Die hier besprochene Aufnahme gilt allerdings bis heute als Mustereinspielung und hält sich nicht umsonst seit 50 Jahren im Handel. Herbert von Karajan war schon immer ein glühender Bewunderer von Richard Strauss, er setzte die erste "Salome" - Inszenierung seit ewigen Zeiten bei den Salzburger Festspielen durch und hinterließ viele Aufnahmen von Werken des Komponisten, die noch heute jedem Anspruch genügen. "Der Rosenkavalier" begleitete Karajan durch seine gesamte Karriere, er dirigierte die Oper erstmals bereits 1932 in Ulm und 1952 gab es eine legendäre Aufführungsserie unter seiner Leitung an der Mailänder Scala, von der dieses Tondokument (entstanden 1956 und erstmals in Stereo) ein beeindruckendes Zeugnis ablegt. Einmal mehr überzeugt die schwungvolle Leitung, sowie die genaue Kenntnis der Absichten des Komponisten des jungen Karajan, meilenweit entfernt sind noch die breitgetretenen Tempi späterer Jahre und die oft so geschmähte "Klangregie", die gerade komischen Opern jedes Leben nahm. 1956 gab es noch den Karajan, der sich jenseits von Selbstvergöttlichung in den Dienst des Werks und des Theaters stellte, der wertvollste Karajan, den es geben konnte.

Auch das Sängerensemble läßt keine Wünsche offen.

Elisabeth Schwarzkopf wirkt in der Rolle der Marschallin, als wäre ihr die Partie auf den Leib geschrieben worden. Großartig gelingt ihr die Darstellung dieser erfahrenen Frau, die selbstlos ihren jungen Liebhaber aufgibt, damit er sein Glück finden kann. Gewitzt und raffiniert wirkt sie, der melancholische Zug dieser Rolle ist bei ihr jedoch immer unterschwellig vorhanden und macht ihre Marschallin zur lebensechten, in ihrer Verwundbarkeit großen Figur. Stimmlich gibt es keinerlei Abstriche zu machen, die Schwarzkopf war zu ihrer Zeit eine der besten und zuverlässigten Sängerinnen der Welt.

Auch für Otto Edelmann in der Rolle des Baron Ochs auf Lerchenau ist kein Lobeswort zu hoch. Der polterige, unverschämte Landedelmann, der sich für den begehrenswertesten Junggesellen Wiens hält, ist für Edelmann (auch ein ausgezeichneter Sachs und Leporello, nebenbei bemerkt) eine Partie, in der er seine vielseitigen Qualitäten voll einsetzen kann. Er bringt sowohl das erforderliche Stimmaterial, als auch die schauspielerischen Fähigkeiten mit und als gebürtigem Österreicher wirkt auch ihm die dialektbefrachtete Rolle wie auf den Leib geschneidert.

Auch das junge Liebespaar ist exquisit besetzt. Christa Ludwig stand 1956 noch relativ am Anfang ihrer großen Laufbahn, zeigt sich hier in der Rolle des Octavian aber bereits auf Augenhöhe mit den damaligen Größen Schwarzkopf und Edelmann. Bereits in dieser frühen Aufnahme hört man das gewaltige Potential der Ludwig, die später selbst eine großartige Marschallin und v. a. Wagner - Interpretin war.

Teresa Stich- Randall wirkt in der Rolle der Sophie ein wenig blaß, macht diesen Eindruck aber durch stimmliche Schönheit und sehr gute Technik mehr als wett. Die Duette Octavian / Sophie sind von außerordentlicher Schönheit.

Eberhard Wächter verleiht mit seiner unverkennbaren Stimme dem Enporkömmling Faninal die nötige Kontur. Die komischen Seiten der Rolle spielt er als begabter Schauspieler voll aus.

Ausgezeichnet besetzt sind die kleinen Rollen: Ljuba Welitsch als Faninals Hausmamsell Marianne, Nicolai Gedda als italienischer Sänger, Paul Kuen als Valzacchi und Gerhard Unger in der winzigen Rolle des Haushofmeisters bei Faninal - ein solches Ensemble bekommt man nicht in jeder Aufahme geboten.

Inspiriert und präzise spielt das von Karajan souverän geleitete Philharmonia Orchestra. Ursprünglich war für die Einspielung das Orchester der Mailänder Scala geplant, was allerdings an der Gagenforderung scheiterte. Kennt man den Hang dieses Orchesters zum kreativen Chaos, ist man im nachhinein dankbar.

Die Tonqualität ist für das Alter der Aufnahme hervorragend (Produktion: Walter Legge, mehr muß man nicht sagen), die Stereotechnik stand aber noch sehr am Anfang, weswegen es beizeiten kleine Aussetzer (mal Mono, mal nicht) gibt, was den Hörgenuß jedoch keineswegs schmälert.

Diesen "Rosenkavalier" kann man uneingeschränkt empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast perfekt, 8. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Rosenkavalier (Audio CD)
Über diesen Rosenkavalier sind schon so viele Worte verloren worden; wo macht man da weiter? Erstmal verdient diese Einspielung wie kaum eine andere den Titel "Great recording of the century", gehört doch die Besetzung zur Creme des damaligen Straussgesangs in Wien.
Sei es die blutjunge Christa Ludwig als teils hitzköpfiger Oktavian, die Schwarzkopf die mir im ersten Akt soooo gut gefällt und im dritten doch wieder in ihre üblichen Manirismen verfällt. Teresa Stich-Randall mit lyrisch-leichtem Tonfall, deren nicht immer perfekte Wortverständlichkeit diese Sophie etwas unnahbar macht. Oder Otto Edelmann als herrlich polternder aufgeplusteter Depp Ochs. Auch alle anderen Rollen sind überwiegend prominent und zumindest gut besetzt.
Karajan streicht mir persönlich ein wenig zu viel im zweiten und dritten Akt, lässt aber das Orchester leuchten und behält selbst in vertrackten Momenten der Partitur den Überblick.
Eine wichtige Aufnahme.
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5.0 von 5 Sternen Unübertrefflich, 7. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Rosenkavalier (Audio CD)
Es gibt zwei Szenen, die zum Schönsten gehören, was jemals für die Opernbühne komponiert wurde: die Übergabe der Rose und das Schlussduett im "Rosenkavalier". Ich habe viele Einspielungen dieser Oper gesammelt, aber Christa Ludwig und Teresa Stich-Randall sind unübertrefflich. Wie sich die Stimme von Stich-Randall nach der Übergabe der Rose in die höchsten Höhen erhebt und dabei völlig rein und zart bleibt, das ist einfach zum Abheben. Man muss es gehört haben!

Es gibt übrigens zwei Editionen dieser Einspielung unter Karajan. Die neuere (wesentlich preiswertere) besitzt kein Libretto.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen leise Kritik, 3. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Rosenkavalier (Audio CD)
Ich gebe zu bedenken, dass die Schwarzkopf bei allen Meriten doch leicht maniriert agiert und den Verlust ihres jungen Geliebten nicht wirklich mit der nötigen Tiefe und echten Trauer versieht.
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