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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Après tout, j'suis con!" (Michel)
Ausser Atem (À bout de souffle) ist zweifellos das definitve Manifest der Nouvelle Vague. Diese Bewegung war zwar schon vor diesem Entrée von Jean-Luc Godard entstanden, wie die Zeitschrift L'Express 1957 in einer vieldiskutierten Untersuchung feststellte und darin Lebensstil, Moden, Ängste und Vergnügungen der heranwachsende Generation zum ersten...
Vor 7 Monaten von express veröffentlicht

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ist "Ausser Atem" richtige Titel für den Film?
Es ist schon ein einzigartiger Film. Interessant sind auch die Auszeichnungen, die dieser Film bekommen hat. Die Jump Cuts", die Jean-Luc Godard in diesem Film einige Male benutzte, machen den Film zwar schnell, also auch Ausser Atem", aber ich finde sie auch störend, und sie wirken zum Teil amateurhaft. Wie wahrscheinlich immer, ist auch dieser Film von Godard eher...
Vor 14 Monaten von Revilo Sier veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Après tout, j'suis con!" (Michel), 14. Oktober 2014
Ausser Atem (À bout de souffle) ist zweifellos das definitve Manifest der Nouvelle Vague. Diese Bewegung war zwar schon vor diesem Entrée von Jean-Luc Godard entstanden, wie die Zeitschrift L'Express 1957 in einer vieldiskutierten Untersuchung feststellte und darin Lebensstil, Moden, Ängste und Vergnügungen der heranwachsende Generation zum ersten Mal als "la nouvelle vague" bezeichnete. Den Zeitgeist hatte Françoise Sagan in ihrem Bestseller Bonjour Tristesse ausführlich und pikant beschrieben.

Godard war tatsächlich der letzte der fünf Cahiers du cinéma Kritiker, der einen Spielfilm in voller Länge vorstellte. Jacques Becker und Louis Malle waren Godard vorausgegangen. In den Jahren 1958 und 1959 war Claude Chabrol mit Le Beau Serge und Les Cousins äusserst erfolgreich. Auch François Truffaut mit Les quatre cents coups und Tirez sur le pianiste sowie Alain Resnais mit Hiroshima mon amour sorgten für grosses Aufsehen. Es war dann À bout de souffle vorbehalten, dieser Bewegung blitzartigen Aufschwung zu verleihen, die gleichzeitig aggressiv und nochchalant, jugendlich und intellektuell verfeinert auftrat. Auch nach über fünfzig Jahren ist der Esprit dieser jungen Generation von auteurs-cinéastes hier noch spürbar.

Godard bekennt sich ganz offen zum US-amerikanischen Film Noir der 1940er Jahre, der damit einen entscheidenden Anteil an der Erneuerung des europäischen Kinos trägt. Jedoch war die Herangehensweise von Godard vollkommen neu und innovativ. Manches war auch von finanziellen Zwängen bestimmt, Drehgenehmigungen in Paris waren schon damals teuer, weshalb das Team illegal einfach auf die Boulevards ging und Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo möglichst unauffällig und ohne Tonaufnahmen filmte, Schienen für Kamerafahrten konnten ebenfalls nicht verlegt werden, weshalb sich Raoul Coutard mit einer leichten Handkamera in einen Rollstuhl setzte der von einem Assistenten geschoben wurde. Vor allem Jean Seberg, die von Otto Preminger amerikanische Professionalität gewohnt war, musste sich umstellen, da auch kein wirkliches Drehbuch existierte. Es gab lediglich einen Zeitungsartikel den François Truffaut als Basis für die Rohfassung der Handlung diente, aber Godard hatte täglich neue Einfälle. Auch die Montage aus der die berühmten "Jump Cuts" resultieren, waren teilweise dem knappen Budget zuzuschreiben, Diese Technik wurde bereits in der Stummfilmära benutzt, jedoch entwickelte sie Godard zum Stilmittel das er gezielt und bewusst über die volle Länge des Films einsetzte. Der Film war etwa 27 Minuten zu lang, also begann Godard alles herauszuschneiden, was er für langweilig oder unnötig hielt. Passender als "schneiden" wären eigentlich Begriffe wie "montieren oder "editieren", dadurch vermied es Godard, die Kontinuität der Handlung zu unterbrechen, sondern dem Film eine zusätzliche Dynamik zu verleihen. Im Jazz spricht man dann von "Drive". Der am Cool Jazz orientierte Soundtrack von Martial Solal ist entsprechend intens und lebendig, selbst wenn die Snare-Drum nur von Besen "gerührt wird.

Die Handlung ist angelehnt an typisch amerikanische Gangsterfilme und doch unerwartet, sie beginnt im Vieux Port von Marseille. Der kleine Ganove Michel Poiccard (Jean-Paul Belmondo) der etwas linkisch die Manierismen von Humphrey Bogart als Marlowe oder Sam Spade zu kultivieren versucht, ständig eine Gauloise im Mundwinkel oder den Borsalino verwegen in die Stirn gezogen hat, betätigt sich als Carjack und schliesst auf ein Zeichen seiner Komplizin einen Oldsmobile kurz. Trotz ihrer Bitte, sie mitzunehmen, lässt er sie stehen und fährt über Landstrassen Richtung Paris. Bereits hier zeigt sich eine ungewohnte Verve die den gesamten Film bestimmt. Am Steuer des schnell gefahrenen Oldmobile beginnt Michel einen Monolog und reimt: "Maintenant je fonce, Alphonse!" Man erlebt die filmische Dekonstruktion konventioneller Sehgewohnheiten da die Kontinuität der Bilder nicht mehr gegeben ist, die Tonspur jedoch ohne Bruch weiterläuft. Michel geniesst eine Freiheit, die er unvermittelt uns mitteilen möchte indem er direkt in die Kamera spricht.

Im Handschuhfach findet er einen Revolver, im Gegenlicht erkennt man einen Wald, Michel schiesst in die Bäume, plötzlich tauchen zwei Motorrad-Polizisten auf, die ihn verfolgen und kurz danach erschiesst er einen Polizisten - il fonce. Personnage und Auteur verschmelzen miteinander. Michel, nun ein Mörder und vrai gangster flüchtet über ein Feld und gelangt per Autostop vom südlichen Rand des Hexagons ohne einen Sous in der Tasche ins Zentrum von Paris, la cathédrale de Notre Dame, les Champs Élysées und endlich Montparnasse mit der Brasserie Le Select und der Closerie des Lilas. Hier verschmelzen avangardistische Vergangenheit geprägt von Picasso, Man Ray, Marcel Duchamps und der Lost Generation von Fitzgerald und Hemingway mit der Gegenwart. Godard bringt die Anarchie in das Herz von Paris, und hier wird der Nihilist Michel, verfolgt von der Polizei, sein Leben aushauchen - à bout de souffle.

Zuvor verführt er aber noch Patricia (Jean Seberg), eine amerikanische Studentin und angehende Journalistin, die als Herald Tribune Girl auf den Champs Élysées Zeitungen verkauft, er bestiehlt eine andere Freundin Minouche (Liliane Robert) und sucht Tomatchoff (Richard Balducci) der ihm Geld schuldet. Belmondos Persona ist leicht zu durchschauen, ein junger Mann der vorgibt etwas zu sein, was er nicht ist und nicht hat. Aber er begreift, dass er schnellstens Geld beschaffen muss. Sebergs Patricia erscheint zwiespältiger, in einem Gespräch mit einem befreundeten Journalisten der die Geschichte einer Abtreibung erzählt, sagt sie, "Ich weiss nicht, ob ich unglücklich bin, weil ich mich nicht frei fühle, oder mich nicht frei fühle, weil ich unglücklich bin." Diese Andeutung scheint Patricia als schwanger und unsicher zu beschreiben, wie sie mit einer solchen Situation umgehen möchte. Patricia weiss noch nicht was sie will, wird aber von einer grossen Sehnsucht getrieben zu leben, während Michel der nie gelernt hat, seiner Freiheit einen Sinn zu geben, ein tragisches Ende finden wird.

Um Patricia zum Büro der Herald Tribune in der rue de Berri zu bringen, stiehlt Michel ohne ihr Wissen ein Auto. Während der Fahrt hören wir die Unterhaltung der beiden, sehen aber nur die vorübergleitenden Häuserfassaden. Vor dem Büro erkennt ein Passant (von Godard selbst gespielt) Michel und verrät ihn der Polizei. All dies wird mit Jump Cuts und fortlaufendem Dialog dargestellt. Danach eilt Patricia zu einem Interview mit dem Bestseller Autor Parvulesco gespielt vom Regisseur Jean-Pierre Melville, der damit zum personifizierten Zitat für das Autorenkino wird, denn er war für seine Unabhängigkeit bekannt, er verfasste seine Drehbücher selbst, besass ein eigenes Studio und kontrollierte jedes Stadium der Filmentstehung, denn für ihn bedeutete Film ein Handwerk, das man durch und durch beherrschen musste. Im Kreis der Journalisten kann sich Patricia kaum durchsetzen, schliesslich fragt sie ihn: "Wonach streben Sie in Ihrem Leben am meisten?" Sie erhält eine für die Zeit bezeichnende Antwort: "Nach Unsterblichkeit. Unsterblich werden - und dann sterben." In der Zwischenzeit ist aber Michels Bild in den Zeitungen erschienen und die Polizei setzt Patricia unter Druck.

Godard interessiert sich weniger für die Liebesgeschichte zwischen Michel und Patricia, sondern vielmehr für die Sprunghaftigkeit von Zuneigung und problematische Kommunizierbarkeit von Gefühlen. Auch wird er von dem Prinzip "alles ist möglich" bestimmt. Einstellungen werden normabweichend miteinander verknüpft, zusätzlich auch Bild und Tonspur gegeneinander versetzt, dass ein bisher beispielloses es Tempo des Erzählens entsteht. Dieses Tempo scheint Ausdruck eines modernen Lebensgefühls zu sein, eines Spiels mit Möglichkeiten und ist so ein offenes Kunstwerk in das er sowohl Literatur, Malerei, Musik und nicht zuletzt die Impressionen der Alltagskultur integriert.

Susan Sontag identifizierte Godard in einem Essay von 1968 als einen bewussten Zerstörer des konventionellen Films und führte ihn in ihrer Liste ihrer 50 Liebligsfilme als einzigen Regisseur gleich vier Mal. Godards Dekonstruktion cinematischer Technik entwickelte sich als beispielhaft für die Zukunft. Fast in einem Collagen-Rausch benutzte Godard À bout de souffle in seinem späteren Film Made in U.S.A. (1966) in dem Godard auf seine eigene Regel zurückgreift: "Um einen Film zu machen, genügen eine Waffe und ein Mädchen." Es ist sehr leicht, diesen selbstironischen Tribut an den amerikanischen Gangsterfilm zu unterschätzen, aber das Verständnis steigt einorm wenn man mit À bout de souffle vertraut ist.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wendepunkt in der Geschichte des frz. Kinos, 8. Februar 2001
Rezension bezieht sich auf: Breathless [VHS] [UK Import] (Videokassette)
Godards 1959 gedrehter Film 'Außer Atem' (À bout de souffle) markiert den Beginn einer neuen Ära des französischen Kinos: der 'Neuen Welle' (Nouvelle Vague), zu deren Protagonisten neben Godard weitere ehemalige Filmkritiker der Fachzeitschrift 'Cahiers du Cinéma' wie Truffaut, Chabrol u.a. gehören.
Godard hatte rund zehn Jahre als Kritiker bei den 'Cahiers' verbracht, bis er den Versuch unternahm, alles, was er als Regisseur zu sagen hatte, in seinem Erstlingwerk auszudrücken. Daß dies eine Milchmädchenrechnung sein mußte, war ihm klar, und doch hinterließ der Streifen deutlichere Spuren als jeder andere französische Film in den Jahren zuvor. Seine bewußt 'falschen' Schnitte, der Verzicht auf zusätzliche Beleuchtung, die unorthodoxe Arbeitsweise ohne festes Drehbuch, die Spontaneität der Hauptfiguren sowie seine Verarbeitung amerikanischer Einflüsse machten diesen Film zu einem Klassiker. Die ungewöhnlich dichte Atmosphäre sowie die nahezu ideale Besetzung (Seberg, Belmondo) sind in dieser Form von ihm nicht wieder erreicht worden.
Nach dem unbesonnenen Mord an einem Polizisten in Südfrankreich hetzt der junge Michel (Jean-Paul Belmondo) durch das Paris der späten Fünfziger, versucht seine amerikanische Geliebte Patricia (Jean Seberg) zu überreden, ihm nach Italien zu folgen, stiehlt Geld bei einer Freundin, versucht, einen ungedeckten Scheck einzulösen, schwängert seine große Liebe und landet schließlich in den Armen der Polizei - verraten von eben dieser Geliebten, die dem Fahndungsdruck nachgibt, als sie um die Verlängerung ihres Visums fürchten muß.
Mit einer Kugel im Rücken stolpert er die Straße bis zur nächsten Kreuzung herunter, wo er zusammenbricht. Fassungslos sieht Patricia ihren Geliebten sterben, als dieser flüstert, das sei doch alles zum kotzen. Da sie ihn nicht versteht, erklärt der Polizist, "er hat gesagt, Sie sind wirklich zum kotzen". Noch immer benommen von den Ereignissen dreht sie sich frontal zur Kamera und fragt mit scharfem amerikanischem Akzent, "was heißt das, 'zum kotzen'"?
Die Thematisierung des Lebens als Abenteuerroman, als Krimi und als schnelles, unbedarftes Glück verleihen Godards Debut den Hauch einer Form der Schnellebigkeit, die im Hier und Jetzt aufgeht und sich in der Annahme, nur das Auskosten des Moments erzeuge Authentizität, nicht darum schert, über den Tellerrand der Unmittelbarkeit hinauszuschauen. In Michels Worten, "il faut tout ou rien".
Unbedingt empfehlenswert!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen StudioCanal Collection: sehr edel!, 14. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie alle Ausgaben der "StudioCanal-Collection" wurde auch Godards Meisterwerk der Nouvelle Vague in ein äußerst edles & sehr elegantes Mediabook mit Originaltitel ("Á bout de souffle") auf dem Cover verpackt. Das Mediabook steckt in einem dünnen Pappschuber, auf dem der deutsche Filmtitel ersichtlich ist. Auf diesem ist auch ein nicht ablösbares FSK-Logo angebracht (wen dies stört, der kann den Schuber auch weglassen - fällt rein optisch überhaupt nicht auf).
Bild- & Ton-Qualität sind - wie nicht anders zu erwarten - tadellos & interessantes Bonusmaterial ist zu Genüge vorhanden: Einführung von Colin MacCabe, Interviews mit Crew & Darstellern, der Kurzfilm "Luc und wie er Jean-Luc sieht", Trailer, eine Fotogalerie sowie das Featurette "Godard, Made in USA".
Weiters enthält die Edition ein recht informatives 20seitiges Booklet mit einem Text von Yves Alion, dem Chefredakteur von "L'Avant-scène Cinéma".
Fans des Films sollten bei dieser tollen Blu-ray unbedingt zugreifen!
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine coole Sau von Film, 7. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem - Arthaus Collection (DVD)
Mit "Meisterwerken" ist das immer so eine Sache. Entweder man reiht sich stillschweigend in die Reihe der Verehrer ein und verweigert die eigene Meinungsbildung oder man pfeift auf allgemeine Urteile und macht sich selbst ein Bild.
Godard hat bei seinem Film scheinbar ähnlich operiert. Er schmiss alle gängigen Konventionen über Bord und drehte mit "Außer Atem" einen revolutionären Film. Sein offensichtlichstes Instrument hierbei war der Schnitt. Beim Jump-Cut werden Anschlussfehler ignoriert bzw. bewusst in Szene gesetzt. Selbst heute wirkt das noch erfrischend und neu. Mir wollte, abgesehen von Woody Allens "Harry außer sich", auch kein zweiter Film einfallen, bei dem diese Schnitttechnik eingesetzt wurde.
Mal abgesehen von solch technischen Stilmitteln stellt der Film auch in seiner Dramaturgie und Naration ein Bruch mit gängigen Methoden dar. So gibt es zwar einen groben Plot, der im Verlauf des Filmes immer wieder kurz aufgeriffen wird; im Zentrum steht jedoch die Beziehung von Belmondo und Seberg.
Der Film macht Spaß. Vor allem, weil er selbst heute noch erfrischend anders wirkt. Belmondo ist verdammt cool, Seberg extrem bezaubernd. Ob es ein "Meisterwerk" ist, kann ich nicht sagen. Aber Anschauen lohnt, soviel steht fest.
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32 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Forever Young, 28. November 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem (DVD)
Zu den filmtechnischen Meriten dieses Streifens ziehen Sie bitte ein x-beliebiges Filmlexikon zu Rate, dort werden Sie seitenweise Sekundärmaterial zu diesem Klassiker finden.
Was mir aber noch vor allem anderen auffällt, ist die Jugendlichkeit des Films, nicht nur jene der beiden begnadeten Darsteller, sondern der Stimmung, die aus jedem Kamerawinkel sprüht. Man ist als Zuschauer wirklich dabei, weniger in einem naturalistischen Sinne des neoverismo, als vielmehr in einer Reflexion seines eigenen Ichs, seiner Erfahrungen, Sehnsüchte und Ängste. Das tragische Ende, das sich schon bald abzeichnet bzw. das man aus eigener Erfahrung ahnt, trifft hart in eine Realität, der man schon fast entronnen scheint. Doch es bleibt keine negative Stimmung zurück, und das Geschehen läuft in einem Spiegel ab, in den man ohne drohende Langeweile immer wieder schauen kann, weil Godard es fertig gebracht hat, daß der Film
immer jung bleibt.
Zudem ist dies ein idealer Einstieg in das Werk dieses Regisseurs, da er zwar kompromißlos aber leicht zugänglich ist,
nicht so schwere Kost wie manches, das noch folgen sollte.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ist "Ausser Atem" richtige Titel für den Film?, 14. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem (DVD)
Es ist schon ein einzigartiger Film. Interessant sind auch die Auszeichnungen, die dieser Film bekommen hat. Die Jump Cuts", die Jean-Luc Godard in diesem Film einige Male benutzte, machen den Film zwar schnell, also auch Ausser Atem", aber ich finde sie auch störend, und sie wirken zum Teil amateurhaft. Wie wahrscheinlich immer, ist auch dieser Film von Godard eher ein Dialog-Film als ein Actionfilm. Und diese Dialoge sind manchmal auch etwas fremd. Scheinbar ging ihm in dieser Zeit manches durch den Kopf, das er dann auf seine Rollen in diesem Film übertrug. So zeigen zum Beispiel Michel (Jean Paul Belmondo), Patricia (Jean Seberg) und auch der am Flughafen interviewte Autor zu verschiedenen Zeiten in dem Film mit den Händen an, wieviel Geliebte sie schon hatten oder man haben müsste. Naja, man kann ja auch sagen, so habe ich dann wenigstens etwas im Kopf behalten von den vielen Dialoge in diesem Film, die man vielleicht gar nicht gebraucht hätte. Zusätzlich wurde oft mitten in der Stadt gedreht ohne Absperrung. Man sieht wie Statisten in die Kamera sehen. Mehr noch die Darsteller ansehen, die gerade ihre Rollen spielen. Auch das finde ich etwas störend. Aber ich denke der Regisseur wollte es so. Die eigentliche Handlung des Filmes ist sehr gut und die Schauspieler bringen es auch sehr gut herüber. Vor allem Jean-Paul Belmondo muss man sehr loben. Meiner Meinung nach trägt er den ganzen Film. Das scheint auch das Glück oder auch das Können von Jean-Luc Godard zu sein, dass die Schauspieler in seinen Filmen oft zu großen Leistungen auflaufen.
Abschließend muss ich sagen, dass ich hier alle Wertungen respektieren würde.
Ich gebe ihm 3 Sterne, weil ich auch ein klein wenig froh war, als der Film zu Ende war. Vielleicht ist das Herbeisehnen von dem Ende dieses Filmes auch eine Form von Ausser Atem.

Meine Schulnote: 3-
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen AUSSER ATEM - Godard's Meisterwerk auf Blu-ray, 15. März 2012
Von 
j.h. "corleone29" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 100 REZENSENT)   
Es gibt Filme, die schon vom Titel her Legende sind. Jean-Luc Godard hat gleich mit seinem Debütfilm eine solche Legende geschaffen. Der Film wirkte stilbildend sowohl für die französische Novelle Vague ("Neue Welle") als auch international bis nach Hollywood. Noch in den 80er Jahren versuchte sich Jim McBride mit BREATHLESS - ATEMLOS an einem Remake mit Richard Gere in der Hauptrolle - ohne damit das Original auch nur zu erreichen.
A BOUT DE SOUFFLE präsentiert Jean-Paul Belmondo als Anti-Helden Michel, der unterwegs mit einem gestohlenen Luxuswagen eher durch Zufall in eine Polizeikontrolle gerät und zum gesuchten Polizistenmörder wird. In Paris trifft er er die Amerikanerin Patricia (Jean Seberg, seit Otto Premingers Sagan-Verfilmung BONJOUR TRISTESSE schon ein Star), die ihn dann zu lieben glaubt und am Ende verraten wird. "Du bist wirklich zum kotzen" sind Michels letzte Worte ...
Die Geschichte ist einfach erzählt - das interessante ist vielmehr, wie Godard sie erzählt in bewusst dokumentarischem Stil mit unzähligen Zitaten und Anspielungen. In einer kleinen Rolle als Star-Autor ist der Regisseur Jean-Pierre Melville zu sehen.
Über 50 Jahre nach der Premiere legt STUDIOCANAL den Film in respektabler Qualität auf Blu-ray vor. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut - vor allem in Anbetracht des oft mit Handkameras gedrehten Schwarz-Weiss-Materials (Kamera: Raoul Coutard). Als Bonusmaterial sind einige Interviews sowie der Original-Kinotrailer enthalten.
Die in der Reihe Blu Cinemathek erschienene Blu-ray ist identisch mit der bereits 2010 in der Studiocanal-Collection veröffentlichten. Nur das informative Booklet ist in dieser Edition nicht enthalten.
Eine Blu-ray, die in keiner besser sortierten Sammlung fehlen sollte! Ebenso bei Studicanal auf Blueray veröffentlicht wurden die Godard-Filme ELF UHR NACHTS und LE MEPRIS - DIE VERACHTUNG.
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5.0 von 5 Sternen Wer außergewöhnliches sucht., 6. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem - Arthaus Collection (DVD)
Godard verzichtet auf Konventionelles. Er lässt den Film einfach irgendwann, irgendwo beginnen. Sein Einsatz des sogenannten Jump Cuts ist zeitweise exzessiv, doch dienen diese nicht nur einem loseren, verschärften Tempo und bewusst gesetzter Inkohärenz zwischen einzelnen Szenenfolgen, sondern eben auch absichtlich als gegenpolige Kraft wider den gängigen Konventionen.

"Außer Atem" ist ein durch die Intention des Regisseurs hektischer Film, der mit vielen Ortswechseln und Blitzhandlungen aufwartet. Einen roten Faden zu erkennen ist schwer, außer einzig der Erkenntnis, dass es keinen gibt. Die Dialoge sind der Hammer: Ich will den oder die sehen, die vorausahnen können, was die Charaktere als Nächstes sagen werden. Hier offenbart sich das unberechenbare Element, das Radikale bei Godard ganz extrem. Allein, wer sich etwas mit seinen Filmen beschäftigt, weiß, dass zum Schluss oft ein Knall die Show beendet. Nun, bei seinem Erstling ist das fast schon harmlos und logisch im Sinne des Kausalen. "Außer Atem" ist sicher kein Film für Erzkonservative, aber für den geneigten Fan der Nouvelle Vage des französischen Kinos unumgängliches Pflichtprogramm.

Übrigens: Belmondo imitiert Bogart, deswegen raucht er Kette. Seine rotzfreche Darstellung des Kleingangsters Michel, der in den Tag lebt und nimmt, was er gerade kriegen kann, ist ein Hymne an die Respekt- und Orientierungslosigkeit... und macht mordsmäßig Spaß.

Man sollte nichts spezielles erwarten. Lassen sie die 86 Minuten einfach konzentriert auf sich einwirken.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einer der bedeutendsten Wegbereiter der "Nouvelle Vague", 11. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem (DVD)
Der Film "Außer Atem" (frz. "A bout de souffle", 1960), einer der Vorreiter der Ende der 1950er Jahre entstandenen Filmrichtung "Nouvelle Vague" in Frankreich ist vor allem aufgrund seiner innovativen filmischen Mittel berühmt geworden (häufige Verwendung von Handkameras, "Jump Cuts", direkter Blick in die Kamera). Zu den inszenatorischen Regelverstößen gehören nicht nur die eingebundenen Vulgärausdrücke (Der Film endet mit Patricias Frage: "Was ist kotzen?") in die oftmals sinnentleerten Diaologe, der Film wurde auch ausschließlich (und das war für den Film der 50-er Jahre wirklich ein Novum) an Originalschauplätzen gedreht; die Alltagsgesräusche der Metropole Paris werden nicht ausgeblendet, sie sind den ganzen Film hindurch eine bewusst bewahrte Geräuschkulisse.

Der Film handelt von einem französischen Kleinkriminellen namens Michel, der, nachdem er einen Polizisten erschossen hat, kurzzeitig Unterschlupf bei der emanzipierten amerikanischen Studentin Patricia findet. Patricia, die sich zwischen Karriere und Liebehaber entscheiden muss, liefert ihn schließlich der Polizei aus. Es ist von Anfang an klar, dass Michel, der Ganove und die ehrgeizige und selbstbewusste Patricia nicht zusammenpassen. Doch Michel ist sich dessen bis zum Ende nicht bewusst.

Godard imitiert bei Michel den klassischen amerikanischen Gangstertypus, macht jedoch einen Verlierertyp daraus. Die berühmte Schluss-Szene, die sehr innovativ für diese Filmrichtung war, wurde unzählige Male von nachfolgenden Regisseuren kopiert.
Die beiden Protagonisten richten sogar während ihrer Dialoge Fragen an den Zuschauer, was als Verweis auf Brechts episches Theater, bei dem die Vermeidung der Identifikation mit Protagonisten eine große Rolle spielt, angesehen wird.

Dieser Film ist weniger der Handlung wegen, sondern aufgrund der filmischen Mittel und Darstellung wirklich sehenswert.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen alte geschichte-unkonventionell und modern erzähl, godard und die neue welle!, 20. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem - Arthaus Collection (DVD)
natürlich ist die handlung dieses films uns schon so oder ähnlich unzählige male untergekommen. kleingangster, femme fatale, paris bei tag und nacht, coole sprüche flotte autos... ein mann auf der flucht, und am ende liegt ein toter im rinnstein.
aber wie godard das erzählt und filmt ist doch das eigentlich grandiose an diesem ungewöhnlichen film. da kommuniziert belmondo mit dem zuschauer, da springt und flattert die kamera und verlässt plötzlich die protagonisten, schnittfehler werden eingebaut, die schnitte und blenden greifen den rhytmus des films auf und verändern ihn wieder, der film reflektiert seine technischen und erzählerischen möglichkeiten, die kamera scheint zu leben, und die personen brechen durch ihr unkonventionelles verhalten die klischees, in denen sie gefangen zu sein scheinen...
jean pierre melville referiert in einer scheinbar nicht in die handlung passenden nebenepisode über das wesen der kunst und des films! die popkultur der 60er lebt in diesem stets frischen film richtig auf, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.
alles in allem war godard seiner zeit weit voraus! wie der junge belmondo die mythen des kinos und seiner eigenen filmischen vorgänger (bogart, james cagney, gary cooper...) entzaubert und neu erfindet, undd abei immer wieder die film geschichte zitiert, das hat godard früh zu einem klassiker des modernen films gemacht.
und das ende ist doch immer wieder sehenswert, und wer glaubte, tarantino sei der erfinder des popkulturellen dialogs im film, wird hier staunen, was 1960 (!) für cooles und komisches zeug gelabert wurde.
"pierrot le fou", die spätere zusammenarbeit der beiden, geht noch ein stück weiter in ihrer selbstreflektion und im einbeziehen der medien... aber das ist eine andere story!
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Außer Atem von François Truffaut (DVD - 2001)
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