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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitloser, virtuoser "Golem"-Klassiker in "DeLuxe"-Ausgabe
Bei dem vorliegenden Film handelt es sich um Paul Wegeners dritten, im Jahr 1920 erschienenen "Golem"-Film mit dem Titel "Der Golem, wie er in die Welt kam". Diesem Film gingen der mit Henrik Galeen als Co-Regisseur gedrehte "Der Golem" (1914) und "Der Golem und die Tänzerin" (1917) voraus.
Wegeners Film liegt die jüdische Legende vom Golem zugrunde, jenem...
Veröffentlicht am 18. September 2004 von Norbert Raetz

versus
72 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Da wäre mehr möglich gewesen...
Verwöhnt von anderen Ausgaben der Transit Film / Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung hatte ich mich auf den "Golem" gefreut.
Leider ist das Ergebnis in diesem Fall weniger überzeugend ausgefallen.
Zunächst fällt auf, dass es sich bei diesem Film offenbar erst um die dritte Verfilmung des Golem-Stoffes mit dem eigentlichen Titel "Der Golem - wie...
Veröffentlicht am 18. Juni 2005 von Gereon Stein


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72 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Da wäre mehr möglich gewesen..., 18. Juni 2005
Von 
Gereon Stein (Bottrop) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Golem [Deluxe Edition] (DVD)
Verwöhnt von anderen Ausgaben der Transit Film / Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung hatte ich mich auf den "Golem" gefreut.
Leider ist das Ergebnis in diesem Fall weniger überzeugend ausgefallen.
Zunächst fällt auf, dass es sich bei diesem Film offenbar erst um die dritte Verfilmung des Golem-Stoffes mit dem eigentlichen Titel "Der Golem - wie er in die Welt kam" handelt. Paul Wegener hatte - als Golem-Darsteller - offenbar so einen Bezug zu dem Thema aufgebaut, dass er es auch Regie-führend noch einmal "richtig" machen wollte.
An der filmischen Umsetzung gibt es auch nichts zu deuteln - aber das soll nicht der Kern dieser Bewertung sein. Die Kritik gebührt der DVD-Fassung:
In den Begleitunterlagen und dem Vortext wird angemerkt, dass insgesamt drei historische Kopien massgeblich an der Schaffung der DVD-Fassung beteiligt waren. Insofern ist es auch okay, dass am Ende die stimmungsunterstreichende Einfärbung des Films beibehalten wurde. Aber: Über weite Strecken erscheint es, als sei das Material bei der Digitalisierung zu stark beleuchtet worden, so dass Details, die dunkel sein dürfen, schon hell rauskommen, und helle Stellen im Film z.T. nicht mehr erkennbar sind (ganze Gesichtshälften sind weiss etc...) - durch die übertriebene Helligkeit geht viel vom expressionistischen Flair dieses Films wieder verloren, was sehr schade ist.
Auch die Beseitigung von Filmfehlern (Streifen, Flecken) ist bei anderen Transit-Film Übertragungen erheblich besser gelungen, ich denke nur an das Paradebeispiel bei "Dr. Mabuse - Der Spieler" (immer noch Referenzklasse, was die Aufarbeitung klassischen Kinos angeht).
Das "Featurette" über den expressionistischen Film in Deutschland ist zwar nett gemacht, aber angesichts anderer Leistungen auf diesem Gebiet doch erheblich zu oberflächlich geraten. Immerhin ist es dazu geeignet, einen Überblick über andere Filmkreationen der Zeit zu geben und damit Geschmack auf mehr zu machen - natürlich immer vorausgesetzt, dass die Umsetzungen auf DVD dann wieder überzeugender daherkommen. Die Filmausschnitte in der Featurette sind z.T. sehr unscharf, was nur darauf hoffen lässt, dass es an der Kompression des Extras-Teils auf der DVD liegt, und die tatsächliche DVD-Fassung später besser wird. Zumindest bei "Dr. Mabuse" und "Metropolis" kann ich das bestätigen - dort wurde erstaunliches vollbracht!
Um dem "Golem" aber noch zu seinem Recht zu verhelfen: Für den Liebhaber des expressionistischen Kinos der 20er Jahre ist dieser Film wirklich ein Leckerbissen. Die Charaktere waren Vorbild für viele Produktionen späterer Jahre, die dennoch das Original an Wirkung nie erreicht haben, und bei der Kulisse des Prager Ghettos wurde eine Atmosphäre geschaffen, die von geheimnisvoll über bedrückend bis hin zu beängstigend alles abzubilden vermag. Aus heutiger Sicht ist es immer wieder verblüffend, wie damals die Nichtverfügbarkeit von Ton und Farbe durch derartige Gestaltung mehr als wettgemacht wurde.
Der Film ist für jede Sammlung ein Muss - die Umsetzung dieser DVD ist leider nicht perfekt, aber am Ende ist es doch immer noch besser, als den Film gar nicht zu besitzen.
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72 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nur eine Neuauflage der britischen DVD, 4. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Golem [Deluxe Edition] (DVD)
Die beiden bisherigen Stummfilme von Transit Classics waren echte Sahnestückchen für Sammler und Cinephile: Eine Top-Restauration, schöne Extras sowie eine edle Verpackung verliehen den Releases von METROPOLIS und DER LETZTE MANN umgehend bei Kritik und Cinephilen den Ruf der "final edition": Scheiben für die Ewigkeit.
Mit der Veröffentlichung von Paul Wegners DER GOLEM - neben Filmen wie DER STUDENT VON PRAG (ebenfalls Wegner) und NOSFERATU (Murnau) einer der Wegbereiter des Gruselfilms und darüber hinaus ein Klassiker des expressionistischen Stummfilms des Kinos der Weimarer Republik - wird diese Tradition leider nur bedingt fortgeschrieben. Zwar ist die Edition rein äußerlich auf dem Niveau der Reihe anzusiedeln, will meinen: Exquisites Cover, informatives Booklet, nobler Pappschuber und Digipack sind auch diesmal wieder vorhanden. Doch die inneren Werte kranken ein wenig: Bei der zugrunde liegenden Restauration handelt es sich nämlich leider nur um die der bereits hinlänglich bekannten britischen DVD aus dem Hause Eureka, die der eine oder die andere vielleicht schon zuhause im Regal stehen hat. Diese ist nun schon etwas älteren Datums und kann sich beileibe nicht mit den beiden bisherigen Releases der Classics-Reihe messen: Das Alter des Films ist ihm definitiv anzusehen und das Bild weist zahlreiche und deutliche Altersspuren und ist zum Teil (beispielsweise während einiger Aufnahmen aus der Totalen, wo in Gesichtern bisweilen kaum noch Konturen auszumachen sind) etwas ausgeblichen. Auch Menu und Extras entsprechen der britischen DVD, wer diese also bereits besitzt, kann sich den Kauf dieser Edition sparen, insofern ihn die exquisite Verpackung nicht interessiert oder ihm deutsche Zwischentitel nicht wichtig sind. Hier immerhin liegt eine Stärke der DVD im Vergleich zur britischen: Mittels seamless branching können unterschiedliche Versionen des Films mit unterschiedlichen Inserts angewählt werden, wobei die der deutschen Version so gut es eben ging den originalen Inserts nachempfunden sind.
Zum Film selbst lässt sich natürlich nichts negatives sagen. Seine filmhistorische Relevanz ist unbestritten, die aufwändigen Bauten und die Gestaltung sind von hohem ästhetischen Wert. Wer sich bislang gedulden konnte und noch nciht zur britischen DVD gegriffen hat, ist natürlich gut beraten, zu dieser Edition zu greifen, sollte allerdings auch seine Erwartungen aufgrund der bisherigen Restaurationswunder aus dem Hause Transit etwas runterschrauben. Wer die britische DVD bereits als Import besitzt, sollte sich die erneute Investition indes gut überlegen.
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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitloser, virtuoser "Golem"-Klassiker in "DeLuxe"-Ausgabe, 18. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Golem [Deluxe Edition] (DVD)
Bei dem vorliegenden Film handelt es sich um Paul Wegeners dritten, im Jahr 1920 erschienenen "Golem"-Film mit dem Titel "Der Golem, wie er in die Welt kam". Diesem Film gingen der mit Henrik Galeen als Co-Regisseur gedrehte "Der Golem" (1914) und "Der Golem und die Tänzerin" (1917) voraus.
Wegeners Film liegt die jüdische Legende vom Golem zugrunde, jenem Geschöpf aus Lehm, das durch kabbalistische Magie zum Leben erweckt wird. Mit überirdischen Kräften ausgestattet, verheisst er einem Volk, dem Unheil droht, Hoffnung und Heil. Jedoch hat der nicht unmittelbar göttliche, sondern durch magische Formeln abgeleitete Geist des Golems auch dämonische Züge. Gerät er ausser Kontrolle, wird aus dem vormals treuen Diener und Heilsbringer ein unberechenbares Monstrum.
Der Film spielt im Prag des 16. Jahrhunderts, wo Rabbi Löw, der geistliche Führer der jüdischen Gemeinde, in den Sternen liest, dass seinem Volk Unheil droht. Er beschliesst, einen Golem zu erschaffen, der das kommende Schicksal abwenden soll. Das Unheil nimmt bald Gestalt an, als der Junker Florian, ein Abgesandter des Kaisers, erscheint und verkündet, die Juden hätten binnen eines Monats wegen unchristlicher Bräuche die Stadt zu verlassen. Junker Florian ist beeindruckt von der Schönheit von Löws Tochter Miriam und bemüht sich ungeniert um ihre Gunst, während der Rabbi und sein Famulus (Assistent) den Golem vollenden und ihn mit einem magischen Amulett, dem Schem, auf dessen Brust zum Leben erwecken. Zum Fest der Rosen zieht der Rabbi mit seinem Geschöpf zum kaiserlichen Hof, um Verständnis und Sympathie für sein Volk zu wecken. Die Visionen und Warnungen des Rabbis sorgen nur für Gelächter, aber die Lacher werden bestraft: der Palast erzittert in seinen Grundfesten und beginnt einzustürzen. Dank der übermenschlichen Kräfte des Golems kann das Leben des Kaisers gerettet werden, der daraufhin seinen Erlass zurücknimmt. Wegen einer folgenden ungünstigen Sternenkonstellation muss der Rabbi seinen treuen Diener wieder zu einer leblosen Statue werden lassen, da dieser mordlüstern zu werden droht. Doch sein Famulus, der die vom Junker Florian umworbene Miriam anbetet, erweckt ihn in rasender Eifersucht wieder zum Leben. Der nicht mehr kontrollierbare Golem tötet daraufhin den verhassten Nebenbuhler, steckt das Ghetto in Brand und schleift Miriam an den Haaren hinter sich her. Erst ein kleines Kind, das dem Golem einen Apfel schenkt und ihm den Schem von der Brust nimmt, wird zum Retter in der Not und Erlöser des Ungetüms.
Der Film lebt vom ausdrucksstarken Spiel seiner Darsteller, allen voran der "Golem" Paul Wegener (Regie und Titelrolle), und den expressionistischen, teils jugendstilartigen Filmbauten Hans Poelzigs, die die suggestiven Bilder und unheilvolle Atmosphäre massgeblich unterstützen. Poelzigs aus Lehm geknetete, organisch anmutende Ghettostadt mit den windschiefen Häuschen, bizarren Dächern und engen Gassen ist eine architektonische Ausgestaltung des Themas "Golem", der die mit ihm verbundene Umgebung geradezu zu atmen scheint. Die hohe Virtuosität dieser "Architektur-Dichtung" im 1920er "Golem" ist wohl bis heute einzigartig in der Filmgeschichte.
Mit dem 1920er "Golem" fügen die Murnau-Stiftung/Transit Film ihrer "Transit Classics" DVD-Reihe ein weiteres Glanzlicht des deutschen (Stumm-)Films hinzu. "Der Golem" kommt, wie die anderen Filmklassiker der Reihe, in edler Verpackung mit Pappschuber und informativem Beiheft, sowie einer ausführlichen filmhistorischen Dokumentation und Bildergalerie auf der DVD. Die Bildqualität des Films dieser DVD erreicht zwar nicht das hohe Niveau der Restaurierung des Welthit-Klassikers "Metropolis" aus gleichem Hause, ist aber angesichts seines Alters auf jeden Fall als gut zu bezeichnen.
Diese "Golem"-DVD ist ein echter Kauftipp für alle Klassiker-Freunde, sowie für alle, die das zeitlose Thema "Golem" und künstliche Menschen generell interessiert - Zugreifen und geniessen!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The most underappreciated of the classic silent horror films, 28. April 2005
Von 
Amazon Customer (The Zenith City, Duluth, Minnesota) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Golem [DVD] (DVD)
This 1921 version of "The Golem" ("Der Golem, wie er in die Welt kam") is a remake of a 1915 silent film. In both the Golem is played by Paul Wegener, who also played the title character in the 1917 "The Golem and the Dancing Girl" ("Der Golem und die Tänzerin"). The Jewish legend of the goldem is set this time around in 16th century Prague, which is supposedly when Rabbi Loew (Albert Steinrück) created the giant golem from clay to defend the Jews from the persecution by the local despot. However, the rabbi's assistant, Famulus (Ernst Deutsch) takes control of the golem and sends it forth to do his nefarious bidding, which includes abducting the beautiful Miriam (Lyda Salmonova), the Rabbi's beloved daughter. However, the Golem's will can not be perverted in such a manner. Much is made of "The Golem" being one of the first monster movies, and certainly this film incorporates a lot of elements that would become basic components of a lot of classic horror films. But I think "The Golem" deserves to be considered the first superhero film. After all, the creature was not created to be a monster, but to be a heroic figure of deliverance, and I would suggest that is the more important reading of the film in the long run.

None of this detracts from the point that "The Golem" is a classic silent monster movie, that deserves to be mentioned in the same breath with "Nosferatu" and "The Phantom of the Opera." I would agree that "The Golem" is a lesser example of German expressionism; certainly it is not as textbook as "The Cabinet of Dr. Caligari" or "Nosferatu." Certainly Wegner, his figure esconced in "clay," is not capable of over emoting in any way. This leads me to another coment: Granted, there are strong similarities between the Golem and Karloff's performance in "Frankenstein" and it would not be surprising if Karloff had seen this silent film. But I would like to point out that the shuffling movements of both performances are logical consequences of being either a figure made out of clay or reanimated dead body parts. Karloff was a fine enough actor to have figured this out, even without the inspiration offered by this film.
Ultimately, I am more concerned over the attempts to make a political reading of the film, premised on the fact that this is a German film (read "proto-Nazi"). In terms of the film this idea is premised on the contrast between the shabby, dark-haired children of the Jewish ghetto shown throughout most of the film with the happy, blonde-haired children that surround the Golem at the end. For the latter, of course, there is a temptation to read the children as being Aryan and to comment on the irony of the impending Holocaust given such the visual oxymoron. But the simpler explanation to me is the contrast between the dark and the light as reflecting the oppressive Dionysian part of the film with its happier Apollian conclusion. Besides, I would have a hard time arguing a film where the main characters are Jewish can be rightly characterized as Anti-Semetic. The film employs stereotypes, but that was a cultural commonplace that extended beyond Jews at that time in popular culture (cf. the novels of Edgar Rice Burroughs). Certainly the Emperor Luhois (Otto Gebühr) is a stereotypical despot.
There are lots of ways of reading "The Golem," so in the final analysis the important thing would be that you see it for yourself and make up your own mind on these issues. I think that however you read this film, it will end up high on your list for silent films in this genre.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Stummfilm-Klassiker als Augenweide, 8. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Golem [Deluxe Edition] (DVD)
Die DVD bietet den Film "Der Golem - Wie er in die Welt kam" (1920) in restaurierter Fassung dar. Seinerzeit ein Welterfolg, ist dieser Film in mehreren Kopien und in mehreren Sprachen erhalten. Anscheinend gehen alle Kopien auf ein einziges Kameranegativ zurück. Das Ergebnis der Restaurierung ist eine Augenweide. Nur sehr selten "springt" der Film innerhalb einer Bewegung. Öfter scheint eine zu starke Beleuchtung - oder Altersschwäche der Kopie? - die Konturen der Gesichter auszulöschen. Ansonsten stören keine technischen Mängel.
Für die deutsche Fassung mußten viele Texttafeln (Vorspann, Zwischentitel, Inserts) rekonstruiert werden. Die ergänzten Texte stehen in nüchterner moderner Typographie, zum Glück sind aber einige Tafeln in der originalen Kalligraphie erhalten. Entsprechend dem Wechsel von Ort, Tageszeit und Beleuchtung wurde der Film - nach dem Vorbild einer erhaltenen Kopie - mit fünf Farben viragiert.
Die Partitur der originalen Begleitmusik ist verschollen, aber die von Aljoscha Zimmermann neu komponierte Musik für ein Trio (Violine, Cello, Klavier) läßt kaum Bedauern darüber aufkommen; sie folgt genau dem Rhythmus der Auf- und Abblenden und dem szenischen Gestus und hält eine schöne Balance zwischen historistischer Annäherung und modernem Standpunkt.
Der Film wird hier nach Möglichkeit so dargeboten, wie es ursprünglich die Künstler und Produzenten für ihr Publikum vorsahen. Deshalb die Bewertung mit fünf Sternen. Aber es gibt Mängel bei den Zugaben und den Äußerlichkeiten:
Das Menü ist mittels Figuren und Motiven aus dem Film animiert: Kitsch. Eine schlichte Gebrauchsgraphik mit sachlicher und deutlicher Typographie wäre benutzerfreundlich.
Die Texte (Kurzbiografien) und vor allem die wertvollen Fotos ließen sich besser studieren, wenn sie nicht auf der DVD, sondern im Begleitheft präsentiert würden.
Der Übersetzer des Menüs und der Texte hat englische Reste stehenlassen. In einer Film-Dokumentation weist R. Dixon Smith (mit wenig Schärfe des Begriffs) dem "Golem" seine Stelle unter den expressionistischen Filmen und den Filmen über künstliche Menschen zu. Die deutsche Übersetzung enthält einen schweren sachlichen Fehler: Wegeners Golem-Filme werden hier als Verfilmungen von Gustav Meyrinks Roman "Der Golem" ausgegeben (der Übersetzer meint, es sei eine "Novelle"), statt richtig als freie Film-Variationen der Golem-Legende.
Die literarischen Quellen für Wegeners Golem-Geschichte werden nicht eruiert, die von ihm verwendeten hebräischen Wörter und Symbole nicht erläutert, das Thema "Judentum im Film" nicht behandelt - dabei ist dieser Film doch auch eine Phantasie über das jüdische Ghetto und jüdische Spiritualität. Auch fehlt eine Sammlung der Fragmente, Photos und Daten, die von Wegeners früheren beiden Golem-Filmen überliefert sind.
Schließlich sollte auf der Hülle der vollständige Filmtitel stehen (nicht nur "Der Golem", sondern auch "Wie er in die Welt kam"). Ansonsten ist die Verpackung der DVD nobel und stilsicher gestaltet. Die Kombination von Hochglanz-Pappe (Außenhülle), Papier (Begleitheft) und Plastik (DVD-Halterung) ist einladend fürs Auge und praktisch für die Hand.
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5.0 von 5 Sternen Der Vorfahre aller Film-Monster!, 18. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Golem [DVD] (DVD)
Im selben Jahr wie DAS CABINET DES DR. CALIGARI, also 1920, erfand Paul Wegener das Genre des „Monster-Films“. Frankensteins Vorfahre war also ein jüdisches Monster namens DER GOLEM…

Im Prag des 16ten Jahrhunderts erlässt der Kaiser einen Befehl, worauf alle Juden in Prag ihr Ghetto zu räumen haben. Der Rabbi Löw weiß nicht ein noch aus. Er möchte sein Volk retten! In seiner Not wendet er einen alten Zauber an, mit welchem man toter Materie Leben einhauchen kann. Er tut dies bei einer selbstgebauten Lehmfigur, die fortan sein Diener werden soll. Er stellt diesen monströs großen Diener auch dem Kaiser vor, welcher so angetan von der Vorstellung ist, dass er seinen Erlass aufgibt.
Nun wird der Golem allerdings immer mehr zur Gefahr, denn er ist mit seiner Diener-Rolle nicht mehr einverstanden und rebelliert. Löw erkennt die Gefahr und löst den Schem von des Golems Brust, was ihn augenblicklich wieder zu Lehm werden lässt.
Aus Eifersucht zu des Rabbis Tochter Mirjam, welche mit dem Junker des Kaisers, Florian, eine Nacht verbringt, steckt Löws Famulus den Schem wieder in des Golems Brust, um den Nebenbuhler zu vertreiben, was in einer Tragödie endet…

Wie DAS CABINET DES DR. CALIGARI, setzt auch DER GOLEM voll auf den Stil des Expressionismus. Allerdings erzählt dieser Film eine gänzlich andere Geschichte: Menschen erwecken Kräfte zum Leben, die sie nicht kontrollieren können. Nun, der Golem wird erschaffen um das jüdische Volk zu retten, was seinen „Schöpfer“ ein bisschen entschuldigen mag. Außerdem gerät der Golem ja erst durch Löws Famulus Eifersucht außer Kontrolle. Dieses ist das Hauptkriterium, in welchem sich der Film von seinen späteren Monster-Kollegen unterscheidet. Victor Frankenstein zum Beispiel, spielt direkt Gott in dem er sein Monster aus Leichenteilen zum Leben erweckt, um Berühmt zu werden, KING KONG ist eine Abhandlung auf die zerstörerische Kraft der Natur, welcher der Mensch schutzlos ausgeliefert ist, GODZILLA ist die personifizierte Atombombe, die Angst vor der gedankenlos angewandten schöpferischen Kraft des Menschen und John Hammonds Dinosaurier in seinem JURASSIC PARK, sind der direkte Eingriff in die Natur, der schöpferische Mensch, der Mensch der sich selbst zu Gott macht.

Nun würde ich den Golem aber auch keine tragische Figur nennen, wie es einige tun. Freilich kann man hineininterpretieren, dass der Golem, also diese von Menschenhand erschaffene und zum Leben erweckte Figur, eine Daseinsberechtigung jenseits seiner erfüllten Aufgabe, also der Rettung der Juden, sucht und viele wohl auch denken möchten, dass er ein Leben ohne die Ketten seiner Schöpfer verdient habe. Jedoch finde ich, dass dies zu weit geht. Dafür gibt es im Film einfach zu wenig Szenen, die dies suggerieren. Diese Thematik ist einfach besser bei BLADE RUNNER oder GHOST IN THE SHELL angebracht.

Was ist es also, das Paul Wegeners Schinken noch heute sehenswert macht? Mit Sicherheit nicht, der nicht gerade latente Antisemitismus! Natürlich hatte er in den 1920er noch eine Unschuld, wie man sie heute nur noch schwer verstehen kann. Dennoch ist es auffällig, wie schlecht die Juden in diesem Film wegkommen!

Ganz profan würde ich sagen: Die Spezialeffekte, vor allem die Bauten und das erzählerische Tempo des Films sind es, die ihn den Legendenstatus geben, den er zweifelsohne verdient. Erstgenannte sind vor allem in der Szene hervorragend, in welcher Löw das Wort herausfindet, mit welchem er den Golem zum Leben erweckt. Diese „Lichtringe“ werden nahezu 1:1 in FAUST, METROPOLIS und FRANKENSTEIN wieder auftauchen…

Die Bauten sind wirklich eindrucksvoll, das jüdische Ghetto zum Beispiel. Es ist so windschief (dem Expressionismus geschuldet) krumm und verwinkelt, dass man beinahe Angst haben muss, es fiele in sich zusammen. Vor allem aber, dass es sich um tatsächliche Bauten handelt und nicht etwa um nur aufgemalte Hintergründe wie bei DAS CABINET DES DR. CALIGARI ist schon eine richtige Fleißarbeit für die 1920er Jahre.

Das Bild der DVD sieht richtig gut aus (bitte aber kein zweites METROPOLIS oder CALIGARI erwarten, der Film wurde bereits 2004 renastered). Als Extras gibt es eine 15-Minütige Doku (sehr sehenswert) und Bilder.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine filmische Geschichtsstunde, 2. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Golem - Cult Classic Horror Movie DVD-KOSTENLOSE LIEFERUNG (DVD)
Der Golem - Akte-X-Fans und sonstige Mystery-Thriller-Anhänger haben das Wort schon mal vernommen. Doch hier wird nicht Mystery hochstilisiert sondern eine Legende wiedererzählt. Der Sage nach schuf im 16. Jahrhundert ein Rabbi aus Prag nach uralten Formeln aus Lehm ein menschenähnliches Wesen zum Schutz seiner jüdischen Mitmenschen im Ghetto. Und es gelang wirklich! Doch zu welchem Preis! Der Rabbi, der Filmbetrachter (nach Genuss des Films) und der Eingeweihte wissen eh wem es alleine zusteht Menschen oder ähnliches zu erschaffen. Gut gemeintes verkehrt sich ins Gegenteil. In Zeiten wichtiger Klon-Diskussionen ein filmisches Meisterwerk mit gefährlicher Aktualität.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen tevreden, 29. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Golem [Deluxe Edition] (DVD)
Ik ben heel tevreden over de leversnelheid en tevens over de geleverde dvd.
Voorts ben ik natuurlijk ook heel tevreden over de kwaliteit van de verpakking.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toller Klassiker mit interessanten Effekten, 30. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Golem [DVD] (DVD)
Der Golem hatte mich von der Story her immer schon mal interessiert.

Der Film ist sehr interessant gedreht,
mit damals typischen Kapitel-Unterteilungen des Films.
Ein wirklich interessantes Filmerlebnis.

Auch sind die Effekte im Film für damals sehr gut gemacht.

Auch toll ist die Doku, die als Bonus dabei war!

Für jeden Film klassischer "Horrorfilme" eine klare Kaufempfehlung,
um eine kleine Zeitreise zu unternehmen.
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4 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen kein "Deluxe", 18. Dezember 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Golem [Deluxe Edition] (DVD)
Aufwendig restorierter Stummfilmklassiker in sehr guter Bild- und Tonqualität (viragiert).Bonus Dokumentation über den deutschen expressionistischen Horrorfilm, Fotos, Werbeplakaten und die ubliche spärlich ausfallenden Künstler Bio- und Filmographien, die man vom Herausgeber (Friedrich Willhelm Murnau Stiftung eigentich ausführlicher erwarten dürfte und so von mir nur als mangelhaft bewertet werden können. Haben studierte Filmhistoriker nicht mehr zu bieten?
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