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69 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein verdammt harter Brocken
"Lateralus" war mein Einstieg in die Welt von Tool. Es war ein harter Einstieg, als würde man ins eiskalte Wasser springen. Doch genauso wie sich der menschliche Körper mit der Zeit an die Temperatur des Wasser gewöhnt, gewöhnt man sich an dieses einzigartige Stück Musik.
Zuerst besticht natürlich das geniale Artwork des Albums. Fotos...
Veröffentlicht am 2. Mai 2004 von Julián Carax

versus
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schicke Aufmachung, akustisch aber gewöhnungsbedürftig
Eins vorweg, diese Rezension bezieht sich auf die Picture LP. Das Lateralus Album im Allgemeinen bekommt von mir 5 Sterne. Die besagte Vinylausgabe kommt als Doppel-LP daher, jede Plattenseite ist mit einem Bild des menschlichen Körpers versehen. Sieht schick aus. Das Gatefold-Cover ist holografisch gestaltet. Nun ist allgemein bekannt, dass Picture LP qualitativ...
Veröffentlicht am 15. Februar 2013 von volvisti


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69 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein verdammt harter Brocken, 2. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Lateralus (Audio CD)
"Lateralus" war mein Einstieg in die Welt von Tool. Es war ein harter Einstieg, als würde man ins eiskalte Wasser springen. Doch genauso wie sich der menschliche Körper mit der Zeit an die Temperatur des Wasser gewöhnt, gewöhnt man sich an dieses einzigartige Stück Musik.
Zuerst besticht natürlich das geniale Artwork des Albums. Fotos der Band oder Songtexte fehlen im Booklet, stattdessen findet man einige abstrakte Bilder, die auf Folie gedruckt sind. Es tauchen Parallelen zur Musik auf: zunächst findet man die Bilder, die einen systematischen "Scheibenschnitt" eines Menschen zeigen, etwas abstoßend, doch später entdeckt man die vielen kleinen Geheimnisse, die in ihnen versteckt sind (Beispielsweise steht das Wort "God" auf einer der Folien im Gehirn des Mannes).
Zur Musik: Der Hörer wird mit einem großen achtminütigen Brocken willkommen geheißen. "The Grudge" nennt sich dieser Song und zeigt auch sogleich, was einen erwartet. Breaks, Taktwechsel, Refrain Fehlanzeige, harter Gesang, gefühlvoller Gesang, genialer Bass, Wutausbrüche und Songverästelungen, die einen aber meistens wieder auf den Ausgangspfad zurückbringen. Genial, aber sehr komplex und schwer zu erschließen. Aber wenn man "The Grudge" einmal verstanden hat, macht es doppelt Spaß. Wenn man genau weiß, wann der nächste Break kommt, was jetzt passiert. Dieser Aspekt macht den Reiz der Tool-werke aus. Mit "Eon Blue Apocalypse" folgt ein knapp einminütiges Instrumental, das sofort verzaubert, die erzeugte Spannung aber in Hoffnungslosigkeit ausufern lässt. "The Patient" dann beginnt für Toolverhältnisse sehr langsam und ruhig. Doch in Maynards Stimme schwillt wieder diese Bedrohung an. Mit einer Explosion explodiert nach 2 Minuten dann die Bombe, die Verzweiflung nimmt ihren Lauf. Der Song rollt weiter über den Hörer hinweg, gegen Ende laufen sogar zwei verschiedene Gesangslinien übereinander, die dem Hörer einiges an Aufmerksamkeit abverlangen. Danach wird es wieder leiser, aber die mystischen perkussiven Trommeln sind garantiert keine Befreiung. Es geht weiter nach unten. "Mantra" verstärkt die Hilflosigkeit des Hörers durch Klänge, die an Walgesänge erinnern. Sehr mystisch. Nach einer Minute setzt dann "Schism" ein, das meiner Meinung nach einer der genialsten Songs aller Zeiten ist. Das Bassriff befremdet und der Gesang Maynard James Keenans jagt einem kalte Schauer über den Rücken. Die Worte "We discover communication" vefolgen einen. Nach drei Minuten wird es dann leise. Der Schrecken nimmt seinen Lauf. Klänge, von denen man gar nicht wissen will, wo sie herkommen, dringen ans Ohr und später setzt Maynard mit einem unheimlich gefühlvoll-verzweifelten "From Silence held" ein. Erneuter Spannungaufbau folgt, harte Gitarrenriffs. Der Song kehrt aufden ursprünglichen Pfad zurück. Doch etwas hat sich verändert. Keine Verzweiflung mehr, eher Wut. "Oh-oh, gleich kommt der Weltuntergang" denkt man nur noch und der Double-Bass hämmert auf den Hörer ein. Vorbei. Nach 7 Minuten. Bei "Parabol" glaubt man zunächst, auf der sicheren Seite zu sein. Ruhig und gemächlich singt Maynard vor sich hin. Bei dem Hörer erzeugt dies zunächst ein Gefühl des Wohlseins. Denkste. "Pain is an illusion" und dann setzen wieder die brachialen progressiven Powergitarren ein. "Parabola" heißt die Fortsetzung von "Parabol". Der geniale Song wird getragen von unerwarteten Kehrtwendungen, Hoffnungen (die auf dem Album ziemlich selten sind) und dem poetischen Text. "Dieser Körper hält mich hier unten fest, und er erinnert mich an meine eigene Vergänglichkeit. Schmerz ist nur eine Illusion." Nach 5 Minuten klingt "Parabola" dann langsam aus und lässt den Hörer mit den Fröschen (!) im Wald allein. Im Horrorwald. Wo an jeder Ecke ekelhafte Viecher lauern, die nur eines wollen: Blut. Zecken und Blutegel, die dich aussaugen und kraftlos zurücklassen. Aber wer würde sich einfach so aussaugen lassen? Etwa der kleine, unscheinbare Mann, der dort in der Ecke kauert und vom Schmerz singt? Nein, garantiert nicht. Und so nimmt dieser Mann, namentlich Maynard James Keenan, noch einmal seine letzte Lebenskraft zusammen und lässt einen Schrei fahren, der durch Mark und Bein dringt. "Ticks & Leeches" ist der aggressivste Track des Albums und erzeugt mit seiner Dreiteilung eine unheimliche Atmosphäre. "Lateralus" nimmt sich dann wieder die Wissenschaft zum Thema und erinnert daher etwas an "Schism", immerhin geht es um eine parallele Bewusstseinsebende, um das seitliche, laterale Denken. Der Zwischenteil ist mehr als imposant, hier erinnert Maynards Gesang sehr an "A Perfect Circle". Nach 9 Minuten ist "Lateralus" dann vorbei und öffnet die Pforte für den experimentellen Progressivteil des Albums. Dieser besteht aus einem 22-minütigen Song, der zwecks der besseren zugänglichkeit in drei Teile unterteilt wurde. "Disposition" ist sehr leise und baut langsam Atmosphäre auf. Die perkussiven Klänge und das gegen Ende an Peter Gabriel erinnernde Getrommel wirken sehr dumpf, begeistern aber auf jeden Fall. In "Reflection" kommt dann zu den Trommeleinlagen eine orientalische Melodie hinzu, auch der Gesang überzeugt. Das epische Ende dieses 11-minütigen Tracks bereitet den Weg für die instrumentale Donnerwalze "Triad". Dieser Song erschlägt den Hörer mit Brachialgitarren, verzerrten Schreien im Hintergrund und orientalischen Melodien. Wenn die Spannung dann unerträglich wird, setzen plötzlich harte Gitarrenriffs ein und "erlösen" den Hörer. Überlegter Double-Bass-Einsatz und intelligente Improvisationen, die aber trotzdem sehr durchdacht wirken, lassen beim Hörer das Gefühl eines "Finale Grande" aufkommen. Super Ausleitung. Dann Stille. Kommt noch was? Oder wars das nach 73 Minuten etwa schon? Der Hörer stellt sich Fragen und lässt in der zweiminütigen Pause, die nach "Triad" folgt, das Album nochmal Revue passieren. dabei sollte er diese Pause eher nutzen, um sich auf das folgende Feuerwerk einzustellen. Leise Töne streicheln das Ohr. Langsam wird es lauter, verkratzt, verzerrt, ein Drumsolo, Maynard mit verzerrter, schmerzerfüllter Stimme. "Faaip de Oiad" heißt das Outro und bedeutet soviel wie "Stimme Gottes". Für den Hörer ist all dies nur schwer erträglich. Es tut beim ersten Mal richtig weh. Erst nach mehrmaligem Hören dieses schmerzenden Stückes legt sich die Verstöhrtheit. Am besten krallt man sich im Sessel fest und hofft, dass alles schnell vorbei geht. Dann bleibt nach zweieinhalb Minuten dieses Gefühl, an etwas Epischen teilgenommen zu haben, das die meisten nicht verstehen und auch nicht verstehen können. Musik, die schmerzt und den Chrakter des Hörers nicht unverändert lässt. Garantiert nicht. Und sollte sie den Charakter des Hörers doch nicht verändern, so wird er auch keinen Gefallen an der CD finden. Das eine führt unausweichlich zum anderen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: "Lateralus" als Meisterwerk hinnehmen und darin aufgehen oder "Lateralus" in die Ecke schmeißen und diesen Alptraum so schnell wie möglich vergessen. Dazwischen gibt es nichts.
Für alle, die aud harte emotionale Musik am Rande der verzweiflung stehen und die Musik nicht nur nebenher hören (das geht bei Tool sowieso nicht), kann ich eine klare Empfehlung aussprechen. Das Album braucht sehr viel Zeit. Aber am Ende wird man reich belohnt. Versprochen.
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65 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen We barely remember what came before this precious moment, 16. März 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Lateralus (Audio CD)
Worte finden. Wirkung zeigen. Was ist hier eigentlich gerade passiert? Oder noch besser: Was passiert hier gerade?
Das Telefon klingelt. Zum weißdergeierwievielten Male. Mein Finanzoptimierer will mir erklären, dass ich eine höhere Rendite bei niedrigeren Beiträgen haben könnte, wenn ich meinen Rentenversicherungsträger wechsle. Wichtig. Eigentlich. Aber zum Teufel mit der Rendite. Hier singt Maynard James Keenan. Prioritäten setzen. Denn das ist wirklich wichtig! Das Telefon wird ausgestöpselt, das Handy ins Kissen eingenäht und die Türklingel abgeschraubt. Kopfhörer auf und Volume Richtung Max. gedreht. Wo war ich stehengeblieben? Richtig. Bei wichtig. Revolutionen fordern eben Opfer. Auch musikalische. Der nächste, der stört, kommt auf die Guillotine. Oder darunter. Oder wo auch immer eine Köpfmaschine wehtut. Maynard James Keenan. Tool. A Perfect Circle. Deftones. Stationen musikalischer Vollkommenheit und der Befreiung von Zwängen. Wen 'Parabol' zu 'Parabola' kalt lässt, wird mit No Angels, Bon Jovi oder Phil Collins nicht unter zehn Stunden bestraft. Industrial? Nu Metal? Alles Kasperkram. Hier ist von Tool die Rede. Nicht von unsinnigen Schubladen, die keiner braucht. Depressiv? Quatsch. Depressiv machen die Charts mit millionen Platten, die musikalisch Schwachbegabte an mediengeleitete Lemminge verkaufen. Tool. Für die Emotionen, die ein Song wie 'Ticks & Leeches' freilegt, gibt es kein Wort in niemandes Sprache. Überhaupt. Worte zu finden, während Maynard James Keenan seine Visionen intoniert, ist ungefähr so, als versuche man, die Wirkung von Starkstrom zu erklären, in dem man an die Leitung fasst. Kurz, ganz ganz kurz wird jedem klar, wie es wirkt. Aber nachvollziehen kann es niemand, der nicht selbst anfasst. Wie 'Triad' beschreiben? Ein Song, der auf mich durch und durch befreiend wirkt, lässt andere Menschen in positiver Beklemmung erstarren. Welche Faszination auch immer von 'Lateralus' ausgehen mag ist nicht wichtig. Wichtig ist allein die Tatsache, dass dieses Album Faszinationen ausstrahlt. Maynard James Keenan und seine Mitstreiter sind keine Revolutionsführer. Sie sind die Philosophen, die die Ideen vorgeben. Der Revolutionsführer steckt in jedem von uns. Wie diese Revolution dann vonstatten geht, ist Mentalitätssache. Was passiert hier also wirklich? 'Lateralus' verändert nicht die Welt da draußen, aber für eine Albumlänge erlebe ich meine ganz private Revolution, meine Gedanken kreisen auf einem entfernten Orbit aus berauschenden Klängen und Tönen, und nach gut 80 Minuten kann ich sagen: ich habe die Perfektion gehört! Auch das geschieht wirklich...
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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk... nicht mehr und vor allem nicht weniger, 19. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Lateralus (Audio CD)
Lateralus war mein Einstieg in das Phänomen Tool, das eigentliche Meisterwerk Aenima hörte ich erst später und vielleicht lag es daran, weswegen mir Aenima nur sehr wenig gibt, was Tool so sehr auszeichnet. Wenn ich manche Rezensionen lese, merke ich bei einigen fans sowas wie Ratlosigkeit und auch Enttäuschungen, weil sie einerseits Lateralus zu abgehoben finden bzw. vollkommen am MUsik-Fan vorbeigeschrieben oder auch viel zu rätselhaft. Ja meine Güte, genau das ist es doch was Tool von anderen Bands so auszeichnet. Lateralus ist ein Werk, daß sich mit jedem einzelnem Hördurchlauf neu im Zuhörer entfaltet, da werden neue Aspekte "freigeschaltet" die man vorher so nicht "gesehen" bzw. erlebt hat... genau wie das Booklet schon andeutet... mehrmals umblättern, mehr Perspektiven und weitere Geheimnisse werden aufgedeckt. Um nun diese Perspektiven und Geheimnisse visuell im Booklet zu zeigen wäre wohl nicht ausreichend... was für ein Schinken von Buch müßte dazugeliefert werden... oder auch Worte bzw. Texte können das kaum widergeben, denn dieses akustische Werk bietet jedem Fan etwas anderes. Abgehoben? Ich meine eher, die Band läßt einfach ihrer schwergezügelten Krerativität freien Lauf. Das mag man gern als akustisches Tohuwabohu betiteln, zeigt aber eher auf eine Unlust, sich von der akustischen Freiheit treiben zu lassen. Rätselhaft? Ich meine eher, jedem Fan wird es selbst überlassen, was er mit dieser Musik für Erlebnisse entwickelt, ich sehe zum Beispiel bei jedem einzelnen Werk Bilder vor meinem Auge... und das mag für jeden Hörer anders erscheinen. Akustisches Durcheinander? Das mag man sehen wie man will... zum Glück läßt sich über Geschmack nicht streiten... man kann aber auch die Vielfalt und das Experimentelle, welches sich klar von anderen Alben anderer Bands mit ihrem vorhersehbaren Stil abspaltet, erkennen und wo bitte findet man das noch woanders?

Kurzum: Lateralus ist Tool und zwar von ihrer kreativsten Seite. Daß das nun nicht jedermanns Sache ist, und auch bei Tool-Fans zu unterschiedlichen Meinungen führt, ist vollkommen klar, da Lateralus zu vielschichtig ist und jedem etwas anderes mitgibt. Fakt ist aber nunmal... ein Werk dieser Machart findet man wirklich in der Szene nicht so schnell ein zweites und meiner Meinung kann auch Aenima in diesem Bezugspunkt nicht mithalten.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen davon sollte es mehr geben!!!, 1. Februar 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Lateralus (Audio CD)
ich finde nicht, dass die musik von tool schwere kost ist. die cd ist einfach eine schweinegeile mischung aus allen gefühlen die es gibt. die musik saugt einen auf, fesselt, und wenn die cd zu ende ist, spuckt sie einen wieder aus und man ist nach einer kurzen orientierung wieder in der gegewart. für leute, die sehr niveauvolle rockmusik lieben, die nicht nach einem regelmuster verläuft ist diese cd nur zu empfehlen! diese vielfältige struktur kenne ich sonst nur aus moderner jazzmusik. da ich aber lieber rockmusik höre, da sie mehr reinhaut, aber die komplizierte songstruktur nicht missen möchte, ist tool genau das richtige. als ich die cd zum ersten mal gehört habe, war ich fasziniert, weil man nie wusste was als nächstes kommt. an der vstelle, wo in anderen liedern von anderen band der refrain zu erwarten wäre setzten tool ein mit künstlerischen einlagen, die man so noch nie gehört hat.
nur zu empfehlen
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lateralus - - - einfach göttlich!, 17. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Lateralus (Audio CD)
Gleich Vorweg, ich finde alle Toolalben spitze. Jedes Album dieser Band ist traumhaft schön, sehr ausgereift und vor allem musikalisch auf höchstem Niveau.

Lateralus, das Album das vielen nicht allzusehr gefallen hat, da es eine Art Umschwung war, ist meiner Meinung nach mit eines der genialsten Platten die es gibt. Perfektionistische Meldoien, Tracks die sich vom ruhigen, hypnotischen immer mehr und mehr erweitern. Songstrukturen gibt es hier nicht - und das ist gut!

Die ALben von Tool, sind alle eine ganz eigene Entdeckungsreise, tiefgründige und trotzdem paradoxe texte, gepaart mit den wohl ausbalnciertesten Drumparts, die man errreichen kann, mit genialem Sänger, nettem Basseinsatz und nicht zuletzt genial einsetzender Gitarre.

Lateralus ist wie ein Fluss, der in einem Wasserfall mündet und anschließend ruhig weiterfließt. So könnte man auch gut die einzelnen Lieder beschreiben, die alles in allem ein göttliches Gesamtwerk abgeben.

Für mich ist Lateralus schlicht und einfach genial.

So hypnotische und fesselnde Musik wird heute nur noch selten produziert.

Und live ist die Band auch der Hammer! ! !
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk moderner Kompositionstechnik, 22. Januar 2007
Von 
Julian Lennartz (Viersen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lateralus (Audio CD)
Als ich "Lateralus" von Tool das erste mal in meinen CD Player gelegt habe, wusste ich in keinster Weise was mich erwartet, aber ich war überrascht, als sich die ersten mechanisch und klinisch reinen Klänge von Tool wie gewaltige Lavawalzen in meine Gehörgänge prügelten um dort ewig zu verweilen.

Das ist mittlerweile knapp fünf Jahre her und die Begeisterung für Lateralus hat in keinster Weise abgenommen. Zugegebenermaßen ist es schwer einen Zugang zu den pompösen und komplexen Klangstrukturen zu finden, doch wer diesen erst einmal hat, wird seine helle Freude daran haben. Es lohnt sich auf jeden Fall sich mit Tool zu beschäftigen.
Aber was bietet Lateralus wirklich? Klinisch reine Sounds wie Krankenhauskacheln, gewaltige Groovemonster mit komlipzierten, aber ebenso eingängigen Rhythmen, die man nie wieder vergisst, egal wie sehr man es versucht, intelligente Spannungsbögen die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen, Höhepunkte die keine Erwartung unbefriedigt lassen und vorallem eins: Derben Gitarrensound und Drumsalven voll auf die Zwölf. Dazu Maynard James Keenans unverwechselbares Goldkehlchen, das in allen Ton- und Stimmungslagen einfach perfekt mit der Musik harmoniert. Hier unterstreicht sich alles gegenseitig und kürzt sich doch gegenseitig weg. Eins baut auf dem anderen auf und stürzt es gleichzeitig in den Abgrund.
Wer Lateralus kauft, bekommt ein Klangerlebnis, das sogleich verstörend wie intensiv ist und das man so nie wieder vergessen wird.

Der Stil der auf dem Vorgängeralbum "AEnima" vorgelegt wurde, wird hier bis ins Detail verbessert und erschafft ein Klangwerk, dass mir mehr als einmal die Tränen in die Augen getrieben hat. Die Texte sind einfach göttlich.

Man kann Tool Größenwahn vorwerfen, oder behaupten ihre Musik sei unzugänglich und nicht nachvollziehbar. Doch wer ein wenig Geduld aufbringt, wird diese Musik nie wieder loslassen können.

Zusätzlich habe ich mir vor kurzem auch noch die Vinylversion dieser Platte gekauft. Soundmäßig wird hier nochmal eins drauf gelegt. Die Tracks machen auf Platte nochmal um einiges mehr her und das Hörerlebnis wird angenehm verfeinert. Leider gab es auch einige Kritikpunkte an der LP-Version.

So war bei der ersten Scheibe, das Mittelloch zu klein und musste erst noch größer geschnitten werden. Ausserdem war es anscheinend durch die begrenzte Spielzeit pro Seite nicht möglich die beiden Tracks "Disposition" und "Reflection" hintereinander zu packen, wodurch der gut arrangierte Übergang natürlich dahin ist.
Trotzdem kann ich das Ding allen Leuten empfehlen, die mit Tool auch nur ein bisschen was anfangen können und natürlich auf Vinyl stehen.
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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die beste CD, die mir je zu Ohren gekommen ist!, 10. Dezember 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Lateralus (Audio CD)
Diese CD ist in allen Kriterien, mit der man ein Album bewerten kann auf allerhöchstem Niveau und ist sowohl musikalisch als auch soundmäßig gesehen, das Beste, das ich bisher gehört habe.
Tool an sich ist eine, zugegeben, gewöhnungsbedürftige progressive Rockband, da man normale Rhythmen, Songstrukturen und Titellängen oftmals vergeblich sucht.
Grundsätzlich bei allen Songs überzeugt der Schlagzeuger mit Polyrhythmen, die auf aller höchsten technischem Niveau liegen und wirklich so komplex sind, dass sie auch nach 500X hören immer noch Überraschungen zeigen.
Die Gitarrenarbeit ist, abgesehen vom rhythmischen, nicht ganz so virtuos, jedoch technisch absolut solide gespielt und zu jedem Zeitpunkt songdienlich.
Der Bassist beeindruckt mit interessanten Wendungen und Riffs, die alles andere sind als stures Grundtonspielen im Takt der Bassdrum.
Letztendlich ist der Gesang absolut überzeugend und mitreißend.
Jeder Song für sich ist ein Epos.
Das Album fängt mit dem grolligen "The Grudge" an, das in einem fast unerkennbaren 5/4 Takt steht.
Dann kommt "The Patient", dass einem Wechselbad von Gefühlen gleichkommt und bei dem sich ruhige Teile mit krachigen Gitarrenriffs abwechseln.
Dann kommt "Schism". Ein Titel der wirklich so gut ist, dass es wert wäre, nur für diesen Titel die CD zu kaufen. Ein geniales Bassriff wird von interessanter Gitarren und Drum arbeit begleitet und mit interessantem Gesang gekrönt. Wirklich jede Sekunde dieses Songs, bis zum phänomenalen, krachenden Ende zieht einen in den Bann.
"Parabol" und "Parabola" sind im Grunde ein Song, einmal ganz ruhig und einmal rockig. Der rockige Part bietet dabei wunderschöne Gitarrenmelodien und einen Gesang, der sogar zum Mitsingen animiert.
"Ticks and Leeches" kracht einfach drauf los, hat aber einen interessanten Instrumentalzwischenteil, der sich dann zum genialen, rockigen Ende hin steigert.
"Lateralis" (könnte ein Druckfehler auf dem Cover sein) begeistert mit sehr coolem Gesang, unnachahmlichen Schlagzeugrhythmen und ist ein geniales Gesamtwerk.
"Disposition" ist ein ruhiges, relativ kurzes (5 min.) Stück, dass mit einer exotischen Bassmelodie (inklusive Bass Flageoletts, die ich noch nie gehört habe) und interessanten Bongo Rhythmen überzeugt.
Dieser Titel geht dann zu "Reflection" über, einem extrem langen Stück, das mit einem fast meditativen Percussion Intro, das aber keinesfalls langweilig ist, beginnt und dann irgendwann in einen relativ harten Teil mit genialem Gesang übergeht.
"Triad" ist ein Instrumentalstück, das mit eingängigen Riffs und interessanten Drums fesselt.
Soundtechnisch betrachtet stellt "Lateralus" alles in den Schatten, was ich bisher gehört habe. Der Sound ist 100% glasklar, jedes noch so kleine Detail eines jeden Instruments ist absolut naturgetreu zu hören und zu genießen. Der Drum-Sound ist eine Wucht, aber zu jeder Zeit definiert und jedes Teil des riesigen Drum Kits ist differenziert zu hören. Die Base klingt genial, Snare und Toms absolut perfekt und die vielen Becken sind ein Hörgenuss.
Die Gitarre und der Bass klingen absolut genial und der Sound passt immer zum Song. Man hört an manchen Stellen selbst das Verstärkerrauschen des Gitarrenamps. Das ist jedoch kein schlechtes Zeichen, sondern zeigt wie naturgetreu alles aufgenommen ist. Der Gesang ist glasklar, alle zusätzlichen Synthie-Sounds kommen überzeugend (wer einen guten Subwoofer besitzt sollte sich den Anfang von "The Grudge" mal richtig laut anhören!). Das Stereo Panorama ist ausgewogen und alles ist passend verteilt.
Abschließend gesehen ist "Lateralus" die CD, die ich mir kaufen würde, wenn ich mir in meinem Leben eine CD kaufen könnte.
Die Musik wird nicht Jedem gefallen, vor allem nicht dem, der „normale" Musik, wie sie im TV kommt, erwartet. Aber wenn man sich drauf einlässt, wird die CD auch nach 5 Jahren hören nicht langweilig, man entdeckt immer wieder Neues und ist immer wieder aufs neue fasziniert!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen please mind the universe, 25. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Lateralus (Audio CD)
Schon damals als Tool's Aenima erschien, begann im Musik-Olymp das große Stühlerücken. Im Prinzip hätte das schon den Abstieg dieser Band einleiten müssen, da nach menschlichem Ermessen kein perfekteres, wahnsinnigeres Album geschaffen werden konnte. Aber Tool gähnten angesichts dieser läppischen Vorbehalte nur kurz und gingen unter Berücksichtigung der Weinlesesaison wieder ins Studio.

2001 erschien dann also mit Lateralus der Nachfolger, woraufhin das menschliche Ermessen erweitert werden musste. Dieses Album teilt seither für viele die Musikgeschichte in vorher und nachher ein, nicht wenige haben sich inzwischen das Album physisch nachkaufen müssen, nachdem die erste Scheibe nach jahrelanger Dauerrotation den Geist aufgab. Im Musik-Olymp wurde ärgerliches Gemurmel laut als man nach so kurzer Zeit schon wieder aufstehen musste. Manche auf Erden behaupten ja, das Wasser sei seitdem klarer und der Himmel blauer, auf jeden Fall sei aber das Ende der musikalischen Geschichte erreicht. Selbst wenn man soweit nicht gehen möchte (der Himmel war auch vorher schon ziemlich blau) muss man doch anerkennen, dass für viele die Welt nach Lateralus einfach eine andere war. Natürlich wurden auch noch neue Bands und Alben entdeckt und geliebt, aber das waren eben nur Entdeckungen. Lateralus aber war eine Offenbarung. Niemals zuvor, und ' soweit können wir bereits mit der gebotenen Vorsicht sagen ' auch niemals danach hat und wird ein Album den geneigten, speckhaarigen Alternative-Fan derart gnadenlos in seinen Bann ziehen und ihn während der Dauer des Hörens vergessen machen, ob er Männlein oder Weiblein ist.

Als dann mit 10.000 Days der Nachfolger herannahte, packte viele erneut die Angst, dass es eigentlich nur noch bergab gehen könnte, dass nie mehr ein Album, nicht einmal eines von Tool selbst, die Größe von Lateralus erreichen würde. Um ehrlich zu sein, hatten meine Freunde und ich auch Angst, aber eher davor, dass es Tool tatsächlich gelingen würde sich noch einmal zu übertreffen. Ernstzunehmenden Gerüchten zufolge bestand in dem Fall nämlich die Gefahr, dass dann das Universum implodieren würde. Glücklicherweise ist 10.000 Days schließlich nur eine (nach Tool-Maßstäben) ganz okaye Platte geworden, so dass der Praxistest dieser These nie erfolgte.

Tja was soll man noch sagen. Genaugenommen müsste man vom akustischen Verzehr dieses Albums eigentlich abraten, denn dann hat man viel mehr Freude an anderer Musik. Irgendwann wenn ich mal zu viel Zeit habe werde ich Tool auf musikalische Opportunitätskosten verklagen, weil mir dadurch so viel anderer musikalischer Genuss genommen worden ist, da vieles jetzt nur noch so klingt wie es sich anfühlt wenn man sich in lauwarme Grützwurst setzt. Aber ich will auch nicht undankbar sein, immerhin ist mir musikalische Erleuchtung zuteil geworden. In diesem Sinne: rock on!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein musikalischer Quantensprung!!!, 27. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Lateralus (Audio CD)
Wie ausgeprägt sich eine Band doch entwickeln kann...
Bei den Jungs von Tool baut alles in irgendeiner Form aufeinander auf, mit jedem Album werden die Melodien komplexer, die Songs länger und die Löcher, die ins Innerste dieser Klangkonstrukte vordringen, werden immer tiefer gegraben. Und bei der Genialität der Arrangements übertreffen sie sich jedes mal selbst aufs Neue.
Keines der Alben klingt wie das andere, aber der Spirit ist allgegenwärtig und jagt wohlige Schauer über den Rücken.
Was also soll man nun vom dritten, echten Streich dieses Quartetts erwarten, als einen Longplayer, der die 5 Jahre Wartezeit von 1996 bis 2001 mehr als nur entschädigt? Die Erwartungen wurden sogar noch übertroffen...
Mit "The Grudge" als Opener haben Tool gleich einen Track an den Anfang gesetzt, der so ziemlich das komplette Arsenal an krummen Takten, knallhart-melodischen Riffs, raffinierter Schlagzeugarbeit und dem allseitsbekannten Sturm-im-Wasserglas-mit-Gänsehaut-Garantie-Orkan-Effekt auf einmal abbrennt; der Hörer wird sofort mit alten Suchtgefühlen konfrontiert. Diesen Track kann man getrost als Prolog des gesamten Albums interpretieren, denn die nachfolgenden Tracks gehen viel mehr auf die einzelnen "Themenbereiche" ein, wenn man es denn so nennen kann. So ist die gesamte Atmosphäre des Mittelteils düster, düster, düsterererererer. Beispielhatf hierfür sind Songs wie "Schism", "Lateralus" oder "Reflection". Es baut sich der Tool-typische Spannungsbogen auf, der von Song zu Song stärker gespannt wird - um sich mit dem letzten richtigen und komplett instrumentalen Track "Triad" schließlich mit aller Kraft zu entladen. Spaßig hierbei zum Schluss die Vertonung des Anrufs eines angeblich ehemaligen Angestellten aus AREA 51 bei einem amerikanischen Radiosender, der von Aliens und Gehirnwäschen berichtet und dessen Leitung und zufällig auch die Hälfte aller Anschlüsse der USA von einer auf die andere Sekunde mitten im Gespräch ausfallen. Der Track endet so abrupt wie das Gespräch, der Hörer (zumindest ich) bleibt mit einem mulmigen Gefühl zurück.
Was hier geschaffen wurde, übertrifft ein weiteres Mal das erwartet Unerwartete. Dieses Album sollte für jeden Zweifler nun der endgültige Augenöffner sein und beweisen, dass hier eine Musik geschaffen wird, der nun noch nichteinmal mehr der Begriff "Progressive" gerechtzuwerden vermag. Es klingt von Mal zu Mal mehr, als ob die Band ihre Einflüsse und Eingebungen aus einem Paralleluniversum beziehe. Umso beachtlicher ist es, dass es sich hierbei doch um ganz normale Menschen handelt, die ihre gerufenen Geister nicht durch Produzenten und wechselnde Plattenverträge vertreiben, sondern sich nur noch mehr in tiefsinnige Beschwörungen verstricken. Allein das zollt gewaltigen Respekt...
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lateralus, 7. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Lateralus (Audio CD)
Tool entwickeln sich nicht weiter. Natürlich sind da gewisse typisch "toolische" Elemente, die sind aber eigentlich eher konstant und finden sich sowohl auf "Opiate", als auch auf "Undertow", "AEnima" und "Lateralus". Ansonsten machen Tool aber auf jedem Album was anderes und erfinden sich eher neu, statt sich weiterzuentwickeln. Am ehesten lässt sich das Album aber wahrscheinlich mit AEnima vergleichen.
Zuerst mal die Eckdaten: 78 Minuten, längster Song 11 Minuten, 14 Tracks inkl. Hidden Track.
Der Musikstil auf diesem Album lässt sich schwer beschreiben. Prog-Metal? Art-Metal? Es ist jedenfalls teilweise orientalisch angehaucht ("Disposition"/"Reflection"/"Triad"). Sehr atmosphärisch, spirituell angehauchte Texte und hypnotisierende Rhythmen und mehr als je zuvor werden Effekte eingesetzt. Die Tracks haben alle Überlänge oder hängen zusammen, das laut-leise Spiel, das hier perfekt inszeniert wird und das häufige Wiederholen von Melodien tragen nur zum hypnotisierenden Effekt bei.
Die Melodien sind komplex, die Lyrics kryptisch. Man wird aus dem Album zunächst nicht schlau und wird davon eher abgeschreckt. Man muss es einfach ein paar mal hören, um Zugang zu finden. Außerdem sollte man sich voll auf die Musik konzentrieren, das ist nichts für's Auto oder zum nebenbei Quake zocken oder so.
Die Produktion ist im Vergleich zu den anderen Alben kristallklar und makellos. Das muss so sein, weil alles andere nicht zur Musik passen würde. Die Musik ist nämlich nicht nur hypnotisch und atmosphärisch sondern auch mathematisch präzise. Alles scheint durchdacht. Manche sagen "Das ist kalte, seelenlose Musik".
Ja, die Durchdachtheit und Präzision mögen jetzt nicht so direkt von einer Seele in der Musik zeugen, aber warum werde ich dann so mitgerissen von dieser Musik?
Man muss einfach das Gesamtbild betrachten. Der Gesang von Maynard James Keenan ist zum Beispiel sowas von emotional, da kann mir keiner erzählen, dass das kalte Musik ist. Erst wunderschöner Gesang, dann auf einmal ein Wutausbruch - auch hier der gekonnte Einsatz von laut und leise und der Spannungsbogen. Ja, der Typ kann singen. Ist vielleicht nicht jedermanns Sache, dieser Gesang, aber ich halte ihn für genial.
Bei den Instrumenten ist zwar alles sehr präzise und durchdacht, gleichzeitig sind aber Schlagzeug und Gitarre so abgemischt, dass Präzision mit Urgewalt verbunden wird. Besonders das Schlagzeug von Danny Carey ist extrem geil... wer "Ticks & Leeches" gehört hat, weiß wovon ich rede. Wow.
Tool schaffen es sehr gut, sowohl leise als auch laute Musik zu machen. "Ticks & Leeches" kommt zum beispiel eher brachial daher, während "Reflection" sehr leise ist und einen in andere Sphären entführt. Auch der Wechsel zwischen laut und leise innerhalb der Songs ist einfach nur erstaunlich ("The Patient"/"Schism"/"Parabol/Parabola")
Es ist ganz einfach die ganz große Musik, die einen einsaugt, plattwalzt und wieder ausspuckt. Wunderschöne Musik, die unter die Haut geht. Eines der ganz wenigen Alben, die ich so oft hören kann wie ich will und wo man herausfinden will, was mit den Texten gemeint ist, wo man gerne ruminterpretiert. Maynard James Keenan singt über spirituelle Themen, über große Themen.
Das ist wohl auch einer der großen Kritikpunkte, die viele haben: Die Texte seien pseudo-intelligent und wen interessiert's, was Keenan über Gott denkt? Gegenfrage: Wen interessiert's, was John Lennon über Krieg denkt oder was Eric Clapton über Frauen denkt? Texte sind nunmal Texte und Lateralus hat halt enigmatische Texte, deren Schönheit nicht sofort offenbar wird.
Und was pseudo-intelligent angeht: Es sind halt philosophische Themen, da gibt's nix handfestes. Und richtig: _Die_ intelligente Botschaft vermittelt keiner von Keenans Texten. Ja, irgendwo ist das vielleicht "pseudo-intelligent", ihr habt ja sooo recht. Mich jedenfalls sprechen die Texte an und regen mich zum nachdenken an.
Ich will jetzt gar nicht anfangen, die Songs einzeln zu bewerten, weil dieses Album - mehr als je zuvor bei Tool - eher als Gesamtwerk anstatt als Ansammlung von einzelnen Liedern betrachtet werden sollte.
Vielen gefällt diese Musik nicht und so sehr ich die Kritik verstehen kann - ich finde, dass Lateralus einfach ein Meisterstück ist. Basta.
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Lateralus-Picture Lp [Vinyl LP]
Lateralus-Picture Lp [Vinyl LP] von Tool (Vinyl - 2005)
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