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Kundenrezensionen

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am 3. März 2006
Diese Platte ist ein Kuriosum in der Diskografie von Muddy Waters. Zwar hatte sein Label, Chess Records, bereits Anfang der 60er Jahre mit THE FOLK SINGER aus kommerziellen Gründen Muddy bewogen, ein Album im Stile der damals populären, auf akustischen Instrumenten gespielten Folkmusik und des Country-Blues aufzunehmen. Heraus kam eine für Muddy eher untypische Platte, da er selbst eigentlich für den elektrischen Blues stand. Dennoch war diese Platte eine seiner besten überhaupt.
ELECTRIC MUD geht nur wenige Jahre später in die entgegen gesetzte Richtung: Um auf den Psychedelia- und Blues Rock-Zug aufzuspringen, heuerte Chess für Muddy Waters eine Band an, die hinter ihm ein Feuerwerk an elektrisch verstärkten Wah-Wah und Fuzz-Sounds abbrennt. Muddy selbst fasst auf dieser Platte gar kein Instrument an sondern heult und jault vor diesem Hintergrund. Ironischer Weise wird hier die Musik von damals populären Bands imitiert, die sich auf Muddy Waters als Vorbild bezogen. Bespielsweise gibt er eine Version des Stones-Songs "Let's Spend The Night Together" zum Besten, aber auch aufgemotzte Interpretationen seiner alten Hits "Mannish Boy" und "Hoochie Coochie Man". Das Experiment hatte durchaus kommerziellen Erfolg und resultierte in einem der meistverkauften Alben von Muddy. Er steckte sich das Geld sicher gerne in die Tasche, fand das musikalische Ergebnis aber bestenfalls eigenartig und hatte in der unmittelbaren Zeit danach Schwierigkeiten damit, dass sein durch ELECTRIC MUD neu dazugewonnenes junges, weisses Publikum auf Konzerten genau diese Musik von ihm hören wollte, zu der er selbst aber überhaupt nicht stand und daher auch mit seiner Stamm-Band weder spielen konnte noch wollte.
Dennoch hat diese Platte ihren Reiz. Zwar ist sie keineswegs authentischer Blues. Aber gerade durch die schrille Kombination des alten Haudegens Muddy Waters mit einer außer Rand und Band geratenen Gruppe junger Hunde, die versuchen sich im Erzeugen abgefahrener Sounds gegenseitig zu übertreffen, entwickelt sich enorme Reibungswärme. Mag sein, dass dies nur ein Strohfeuer ist. Blues-Puristen rümpfen hier angewidert die Nase, aber für tolerante Hörer, die auch in der Lage sind einmal augenzwinkernd zuzuhören, bietet sich hier eine kleine Perle, an der man durchaus seinen Spaß haben kann.
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am 15. Januar 2003
1968. Flower Power, psychedelische Gitarren mit Fuzz und Wah. Das Label CHESS wollte Muddy Waters auch auf modern trimmen und hat dieses Album aufgenommen, was von der Absicht her völlig missraten ist. Muddy Waters spielt nicht mal selbst Gitarre. Ich mag die Scheibe trotzdem über alles, weil neben dem Gesang permanent ein bis zwei Klampfen herheulen. Die Wirkung auf mich ist ähnlich grandios wie die der Hendrix-Zusammenstellung mit dem Titel: BLUES.
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am 30. April 2009
Das Album brachte Chuck-D von Public Enemy dazu, sich eingehender mit Blues als Wurzel von Hiphop, R'n'B, Soul, Funk usw. zu beschäftigen, wie in der Doku "Godfathers and Sons" berichtet wird. Chuck war denn zunächst auch von dem lahmen Zeug irritiert, das Muddy zuvor gemacht hatte und es brauchte ein bisschen, bis er richtig verstand, dass er es bei 'electric mud' mit einem frühen crossover-Projekt zu tun hatte. Und was für einem! Manchmal harmonieren Muddy und Band zwar nicht richtig, aber die gejammten Tracks reflektieren hervorragend den damaligen Zeitgeist. Dass die Aufnahme ein Leib- und Magenprojekt des Sohns von Leonard Chess (dem kürzlich mit dem Film "Cadillac Records" ein Denkmal gesetzt wurde, während dessen Sohn, Marshall, nicht einmal erwähnt wird...) war, verwundert kaum; war er doch in den 1970ern executive producer der Rolling Stones... Marshall Chess erklärte immer wieder, dass 'electric mud' gar kein Blues-Album werden sollte. Es sollte ein Album mit aktueller Musik werden, bei dem der große alte Mann des Chicago-Blues, Muddy Waters, singt. Und das ist es. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Tolles und spannendes Zeitdokument.
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VINE-PRODUKTTESTERam 14. Januar 2014
Im Oktober 1968 erschienen im Abstand nur weniger Tage "Electric mud" und Electric Ladyland von Jimi Hendrix.
Zuerst "Electric Mud" - von Muddy Waters nicht mit seinen üblichen Begleitmusikern, sondern mit der bei der gleichen Plattenfirma unter Vertrag stehenden & als hip geltenden "Rotary Connection" aufgenommen. Waters ging es vorrangig ums Geld verdienen: "Quite naturally, I like a good-selling record. I was looking at it because I played for so many of these so-called hippies that I thought probably I could reach them." Herausgekommen ist etwas, das wie ein Fremdkörper im Gesamtwerk wirkt, aber trotzdem noch gut gehört werden kann.

Knapp 14 Tage später wurde "Electric Ladyland" veröffentlicht, da ging es natürlich auch ums Geld, aber es ist eben zugleich auch eine Herzensangelegenheit gewesen. Und den Unterschied hört man! Den Kuriositätensammlern sei Electric Mud empfohlen, den anderen Electric Ladyland.
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Tief aus dem Delta war er gekommen. Aus den sumpfigen Arealen des Mississippi, nach denen sich McKinley Morganfield auch nannte. Muddy Waters gehörte zu jener Generation von Bluesmusikern, die aus dem fernen Süden mit der Gitarre nach Norden, genauer gesagt, nach Chicago zog, um dort sein Glück zu suchen. Dass es ihm gelingen sollte, zusammen mit anderen schillernden Figuren wie Howlin Wolf, Willy Dixon und Sonny Boy Williamson ein neues Genre zu begründen, war ihm Ende der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts wohl kaum klar gewesen. Muddy Waters gehörte zu denen, die den Chicago Blues etablierten, eine Form, in der sich die Tradition des Südens mit der Urbanität des Nordens vereinte. Ziemlich genau zwanzig Jahre nach seiner Ankunft in Chicago setzte Muddy Waters allerdings erst zu seinem entscheidenden Schlag in der Geschichte des Blues an: Es erschien das Album Electric Mud.

Mit Erscheinen des Albums war die Welt erschüttert. Das Cover zeigte eine Voodoo-Kobra, im Inlay waren Bilder eines Muddy Waters zu sehen, auf denen er aussah wie heutige Rapper. Das Entscheidende jedoch waren die acht Songs, die die Genetik des Electric Rock festlegten. Die Stücke waren nicht einmal alle neu, aber sie wurden von Walters und Band komplett und durchgängig mit elektrischen Gitarren gespielt und bestachen durch die knorrigen, provokativ in die Rhythmik gesetzten Riffs, die zuweilen den Eindruck erweckten, in den Straßen Chicagos habe es gerade einen Car Crash gegeben. Und alle Titel wurden zu Fanalen für die neue Musik. Tausende von Bluesmusikern spielten sie seither nach, und wenn I Just Want To Make Love To You anklingt, und dort nur die ersten zwei Takte, dann löst das euphorische Stürme aus. I'm Your Hoochie Coochie Man bewirkt dasselbe und beide Texte zeugen von einer Zeit ungebrochener Maskulinität, in der das Womanizing mit der Rhythmik des Electric Blues assoziiert wurde. Let's Spend The Night Together suggeriert da nichts anderes, und Mannish Boy schon gar nicht. Allenfalls bei Tom Cat schwingen leise Selbstzweifel mit, die allerdings nicht ernst gemeint sind.

Das Entscheidende an Electric Mud ist jedoch die Instrumentierung, die durchgehende steinerne Einhaltung des II-V-I-Schemas, die erbarmungslosen Riffs, die Härte wie Sanftmut auszudrücken in der Lage sind und die Souveränität, mit der diese Revolution präsentiert wurde.

Revolutionäres beweist sich absurderweise in der Geschichte danach in einer Kategorie wie Bestand. Aber den letzten Esprit erhält die historische Revolte in einem Dasein, in dem auch spätere Erneuerungsbewegungen darauf zurückgreifen. Und die Songs von Electric Mud, die leben weiter im Rap. Und die Kontinuität ist auch hier begründet im Affront: Der Blues wurde nicht nur elektrisch, er wurde mit Electric Mud, so lasziv da auch vieles rüber kam, zu einer Tonart der Rebellion.
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am 24. November 2012
Ja, ich weiss, dass die Aufnahmen sehr umstritten sind.
Ich hatte als Kind die LP »Experiment In Blues«, die mit dem Frosch-Cover. Leider ist auf der CD nur die zweite LP des Doppelalbums. Würde sonstwas geben, um auch noch mal die erste hören zu können. Schöne Erinnerungen - man wiss ja, wie das sein kann. Ganz laut hören! Suchtgefahr.
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am 11. Januar 2016
Zu der lp muss ich glaube ich nicht mehr viel sagen. Allerdings fand ich es super, dass der Verkäufer gleich noch eine innen und aussenhülle mit Versand hat. Wie viele neue Pressungen kam auch diese lp mit einem billigen Papier innersleeve und musste dementsprechend gründlich gewaschen werden!
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am 4. August 2005
Ob Muddy Waters mit seiner 1968 erschienenen LP Electric Mud selbst jemals so ganz glücklich gewesen ist? Ich möchte es bezweifeln. Muddy wirkt hilflos in einer schrillen, für diese Session zusammengestellten Studioband, deren Mitglieder versuchen, sich gegenseitig an Lautstärke zu überbieten. Der Psychedelic-Sound erinnert sehr an Iron Butterfly. Diese Platte wurde von der Firma Chess aufgenommen um Käufer jenseits der Blues-Gemeinde zu erreichen. Electric Mud ist weit entfernt von den Highlights früherer und späterer Tage.
Klappcover und Bocklet sind gut aufgemacht, eine CD für die Muddy-Waters-Sammlung.
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