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Kundenrezensionen

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am 21. August 2002
Kaufen! Kaufen! Auch heute noch ist dieser Zyklus einer der besten, bei aller harten Konkurrenz, die natürlich bei den Beethoven-Sinfonien vorhanden ist. Norrington musiziert ungeheuer frisch, dramatisch, durchsichtig, belebt, als wäre es eben geschriebene Musik. Insbesondere bei den " kleinen" Sinfonien ist er ziemlich unschlagbar. Die zweite, der letzte Satz der vierten, die achte, das will erst einmal besser gemacht werden. Bei den " Großen" fehlt vielleicht etwas die Größe- an die 7te mit Kleiber kommt Norrington nicht heran, aber wer kann diese Aufnahme schon toppen ? Von einer besten Aufnahme des Zyklus kann man natürlich nicht reden. Erst einmal die Frage, alte Instrumente oder nicht? Wenn alte Instrumente haben Hogwood, Gardiner, Brüggen und Norrington wunderbare Aufnahmen vorgelegt. Gardiner eine herrliche Eroica, Hogwood eine überragende Egmont-Ouvertüre. Aber dann gibt es noch die Überfülle konventioneller Musiker oder von Musikern, die mit Orchestern musizieren, die nicht der historischen Spielweise verpflichtet sind, wie Zinman oder Harnoncourt. Von diesen wunderbaren Werken sollte man sich möglichst einen umfassenden Eindruck verschaffen. Es ist ein Kosmos, der von einem Musiker und einem Orchester nur schwer zu umgreifen ist. Aber in diesem Kosmos spielt Norrington eine wichtige Rolle. Und für diesen Spottpreis bekommt man viel hervorragend musizierten Beethoven !
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am 26. November 2002
Wirklich ein Klassiker, diese Beethoven-Sinfonien, die nach ihrem Label-Wechsel (anfangs bei EMI) ein echtes Schnäppchen sind, bei deren Anschaffung man keinen cent bereut.
Roger Norrington gelingt mit den London Classical Players auf Originalinstrumenten eine ungemein packende und mitreißende Einspielung. Man wird unmittelbar ins musikalische Geschehen eingehüllt und von der frischen und musikantischen Interpretation mitgerissen. Norrington bewegt sich dabei sehr nah an der Partitur, vor allem was Tempi und Dynamikvorschriften betrifft. Man hat ein untrügliches Gefühl von Authentizität und Direktheit, eben weil dem Werk hier keine gewollt individuelle Note aufgedrückt wird, sondern "einfach nur" Beethoven gespielt wird. Das sehr sorgfältig ausbalancierte und akzentuiert musizierende Orchester erzeugt einen transparenten und lebendigen Klangeindruck und vielfältige Farbigkeit.
Die Aufnahme zeugt von hohem Aufwand und großer Sorgfalt, denn auch die Sauberkeit und Exaktheit des Klangkörpers sind außerordentlich. Man findet keine Abstufungen oder gar Brüche durch Schnitte oder über einige Zeit verteilte Aufnahmesitzungen. Unterstrichen wird dieser Gesamteindruck durch die ausgezeichnete Aufnahmetechnik, die eine hohe Auflösung des Orchesters in Breite und Tiefe vermittelt und den Hörer schnell seinen Platz vor den Lautsprechern vergessen läßt und in die erste Reihe hinter dem Dirigenten versetzt.
Wer also bei den Beethoven-Sinfonien mit der Bestückung seiner CD- oder Platten-Sammlung noch nicht zufrieden ist, findet hier die lohnende Alternative.
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am 7. Mai 2011
Dirigent/Orchester
Das Orchester kann nur lobende Erwähnung finden, da gibt es keinen Kritikpunkt. Die Interpretation durch Norrington muss (wie die durch jeden anderen Dirigenten) natürlich Geschmackssache sein. Objektiv kann man aber sagen, dass Beethoven leidenschaftlich und engagiert interpretiert wird, und dass Norrington eine neue und eigene Interpretation entwickelt. Ich hatte bislang verschiedene Aufnahmen der Beethoven-Symphonien, als Referenz nehme ich (wenn auch konservativ) Karajan mit den Berlinern. Bei Karajan wirken die Beethoven-Symphonien auf mich in erster Linie erhaben, tiefgründig, ernst und von unglaublicher Perfektion. Bei Norrington steht dagegen Leidenschaft, die Betonung der Gegensätze und Widersprüche und im Kontrast das Schwelgen in ruhigen und harmonischen Sequenzen im Vordergrund. Wenn ich es auf den Punkt bringen möchte: Karajans Beethoven ist klassisch, Norringtons Beethoven ist romantisch. Für mich gibt es da kein besser oder schlechter, für mich ist die Unterscheidlichkeit der Interpretationen faszinierend.

Aufnahmequalität
Die Aufnahmequalität ist zunächst bestechend. Der Klang ist hell uznd strahlend, die Tiefen (v.a. tiefe Streicher und Pauken) wirken nicht wie bei vielen schlechteren Aufnahmen basslastig, brummig oder verwischt, sondern bleiben kraftvoll, differenziert und sind nicht zu dominant.
Offensichtlich wurden viele Mikrofone bei der Aufnahme verwendet und es wurde aufwendig abgemischt. Das führt dazu, dass die Aufnahme unglaublich trennscharf ist. Ich glaube ich habe noch nie eine Aufnahme eines Symphonie-Orchesters gehört, bei dem in diesem Ausmaß selbst bei schnellen tutti-Sequenzen in forte wirklich jede Instrumentengruppe deutlich herauszuhören ist. Der Gesamtklang wird dadurch etwas dünner und etwas weniger warm als bei anderen Aufnahmen, stellenweise kann der Klang auch etwas synthetisch wirken. Dennoch begeistert es mich. Die alten Karajan-Aufnahmen sind wunderbar warm, aber die Tiefen gehen sehr schnell in einem brummigen Klangbrei unter und bei tutti hört man nur die hohen Instrumente deutlich raus. Dadurch ist das Klangbild geschlossener. Aber für meinen persönlichen Geschmack genieße ich die sehr differenzierte Aufnahme bei Norrigton mehr. Noch dazu: die leidenschaftliche und emotionale Interpretation Norringtons vermittelt trotz der etwas synthetischen Aufnahme viel Wärme. Und nochmals: ich konnte noch nie bei einer CD einer Symphonie so faszinierend alle einzelnen Gruppen heraus hören. Alleine dadurch wird Beethoven zum neuen Erlebnis: ich höre im Hintergrund ganze Akkorde oder Läufe, die ich bei anderen Aufnahmen nicht heraushören kann.
Einzige Einschränkung: die tiefen Blechbläser sind an einzelnen Stellen (komischerweise wirklich nur manchmal, meistens nicht) so extrem einseitig abgemischt, dass sie anscheinend nur aus dem linken Lautsprecher kommen. Dadurch wirken die Blechbläser an wenigen Stellen ein bisschen so als würden sie gar nicht zum Orchester gehören, sondern sich unaufgefordert einmischen. An diesen wenigen Stellen ist es wirklich störend.

Fazit
Ich bin begeistert.
Diese Aufnahme ist sicher nicht DIE Aufnahme der Beethoven-Symphonien. So gut sie mir gefällt habe ich nicht das Gefühl, dass diese Interpretation das Maß der Dinge ist.
Es ist EINE sehr gute Interpretation der Beethoven-Symphonien. Ich weiß nicht welche Aufnahme ich empfehlen würde als erste Anschaffung einer Aufnahme der Beethoven-Symphonien. Wer aber schon Aufnahmen der Beethoven-Symphonien hat, dem würde ich (noch dazu für den günstigen Preis) auf jeden Fall zusätzlich diese Aufnahme empfehlen. So romantisch kennen Sie Beethoven vermutlich bislang nicht, und mit der Aufnahmequalität können ebenfalls sehr viele andere Aufnahmen nicht mithalten.
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am 12. Februar 2003
Dies ist Beethoven in seiner ursprünglichsten Form und ein wahres Hörerlebnis. Roger Norrington hat mit dieser Einspielung mit den London Classical Players eine sich stark an Beethovens Vorgaben orientierte Aufnahme erschaffen, die ohne weiteres im selben Atemzug mit den namhaften und zu Recht viel gelobten Interpretationen eines John Elliot Gardiner oder David Zinmann genannt werden kann.
Selten zuvor habe ich eine so gefühlvolle Einspielung der Beethoven-Sinfonien gehört, was sicherlich auch auf Norringtons Wahl, auf Originalinstrumenten zu spielen, zurückzuführen ist. Die Sinfonien sind bis ins kleinste Detail perfekt, was nicht zuletzt an der guten Aufnehmetechnik liegt, welche es dem Zuhörer erlaubt, den unglaublich reinen Klang zu genießen und die Möglichkeit bietet, auf Einzelheiten zu achten.
Norrington findet die nötige Balance zwischen den getragenen, sanften Passagen und den, vor allem durch die beeindruckenden Bläser hervorgehobenen, kraftvollen Passagen und baut dadurch eine außergewöhnlich emotionale Spannung auf. Obwohl alle Sinfonien erwähnenswert wären, sei hier auf die "Pastorale" (Sinfonie Nr. 6) oder aber das Allegretto (2. Satz) der 7. Sinfonie verwiesen, wo dieser Spannungsaufbau besonders zur Geltung kommt.
Schließlich soll hier noch die 9. Sinfonie erwähnt werden, die zwar auf den ersten Blick mit relativ unbekannten Solisten besetzt ist, welche jedoch bei genauerer Betrachtung ihres Lebenslaufs alle eine durchaus beeindruckende Karriere vorzuweisen haben, was sich letztlich auch in den Stimmen wiederspiegelt.
Dieser Aufnahme merkt man die ganze Zeit über an, mit wie viel Gefühl Norrington an dieses Werk herangegangen ist. Dies überträgt er auch auf das hervorragend agierende Orchester, welches in beeindruckender Harmonie und ohne erkennbare Fehler musiziert.
So ist schließlich jeder einzelne Ton ein Erlebnis und man sollte sich zurücklehnen, die Augen schließen und dieses Werk in vollen Zügen genießen.
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am 31. Oktober 2009
Für Freunde kurzer Rezensionen, die nach einer kostengünstigen Gelegenheit suchen mit sehr guten Aufnahmen einen Einstieg in die Beethoven-Symphonien zu finden: hier liegen Sie prinzipiell goldrichtig! Weltklasse zum Spottpreis. (Für manchen vielleicht eine) Einschränkung: eher unkonventionelle Aufnahmen und es gibt bessere.

Etwas ausführlicher und den Vergleich mit allen mir bekannten Einspielungen beschreibend:

Norrington und die London Classical Players haben sich extrem intensiv mit Beethoven beschäftigt, studierten intensivst die Praxis zu Beethovens Zeiten gängigen Streicherspiels, gingen Phrase für Phrase durch die Partitur, schenkten den Tempo-Angaben des Komponisten endlich glauben, verwendeten alte Instrumente und brachten so einen völlig anderen Beethoven auf den Markt: transparent, klar artikuliert, detailverliebt und auch in ungewohntem Tempo.

Die Symphonien im Einzelnen und im Vergleich mit meinen Lieblingsaufnahmen:
Die 1. Symphonie ist vorzüglich gelungen: transparent, schön phrasiert, schwungvoll und mit jeder Menge Temperament, nahe an meiner persönlichen Referenz-Aufnahme (Järvi, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen) dran.

Die ersten 3 Sätze der 2. Symphonien sind ähnlich gut gelungen wie die Erste, lediglich im Finalsatz fehlt mir etwas die Frische. Hier erzeugen die alten Instrumente ein für meinen Geschmack etwas zu dunkles Klangbild, dennoch sehr gut.

Die Eroica (3. Symphonie) ist gut gelungen, aber für meinen Geschmack nicht herausragend: es fehlt etwas der Schwung und das Temperament. Auch kleinere musikalische Details werden von anderen Gespannen intensiver herausgearbeitet. Hermann Scherchens Aufnahme mit dem Wiener Staatsopernorchester ist hierbei zu nennen. Mein absoluter Favorit ist und bleibt aber auch hierfür Järvi mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Bei der 4. Symphonie komme ich zu einem ähnlichen Ergebnis, insbesondere im 1. Satz: es geht einfach noch viel tänzerischer, dynamischer und freudiger bei gleicher Transparenz (Järvi). Dennoch: insbesondere ab dem 2. Satz eine sehr gelungene Vierte.

Bei der 5. Symphonie gefällt mir der erste Satz nicht besonders. Hier fehlt mir etwas die Akzentuierung und Dynamik. Altmeister wie Kleiber und auch Karajan (letzter Zyklus) schätze ich hier sehr, Järvi mit seiner ganz anderen Art, die sicher von Norrington inspiriert ist, ist auch hier absolute Spitze und überflügelt Norrington für meinen Geschmack. Der 2. Satz wird von den London Classical Players ganz vorzüglich gespielt.

Zur "Pastoralen" (6. Symphonien): die ersten beiden Sätze sind ganz große Klasse, klingen wunderschön, auch im Detail. Im dritten Satz gefallen mir die Hörner und stellenweise die Klarinetten überhaupt nicht, sonst ist er gut. Das Gewitter verdient diesen Namen, ist schwungvoll, mit dynamischem Paukenspiel (das merkwürdigerweise viele Orchester in diesem Satz eher unterdrücken), auch ansonsten sehr schön, wobei mir die Blechbläser hier teilweise zu grell klingen. Der letzte Satz ist wieder wunderschön.

Der 7. Symphonie kann ich in der Spielweise des LCP nichts abgewinnen. Der erste Satz ist vergleichsweise träge - wie schön tänzelt ein Järvi durch diesen Satz! Fehlen mir bei Järvi stellenweise die Hörner, die Kleiber und Karajan hier sehr schön einsetzen, so sind sie mir bei Norrington zu laut und aufdringlich. Der 2. Satz ist insofern gut als ihn Norrington eben nicht als langsamen Satz behandelt, wie es vor ihm üblich war, sonst aber nichts besonderes - weder im Guten noch im Schlechten. Der dritte Satz ist gut gelungen. Der 4. Satz ist für meinen Geschmack in dieser Einspielung träge und temperamentlos - nein, für die Siebte gehört Norrington mit den London Classical Players nicht meinen Favoriten (sondern Järvi, Kleiber und mit leichten Abstrichen Karajan).

Bei der achten ist der erste Satz gut gelungen, aber es fehlt mir der letzte Pepp. Auch hier höre ich lieber Järvi. Der zweite Satz ist schön feinfühlig und insgesamt sehr gelungen. Im dritten Satz klingen die Bläser bisweilen leicht schräg, was sich hier aber irgendwie gar nicht schlecht anhört. Auch der vierte ist in Ordnung, aber an Järvi reicht diese Version nicht heran.

Die 9. Symphonie ist sehr eigen und gegen alle Hörkonventionen. Wer vielleicht vom Gigantismus eines Karajan kommt wird vielleicht sogar meinen, es handle sich um ein anderes Stück. Es klingt fast wie Kammermusik. Klingt es gut? Ja, wobei mir vor allem im 2. Satz und im 4. einfach ein wenig das Volumen und die Kraft fehlen. Welches Tempo für den 4. Satz zu wählen ist, ist sehr kontrovers, Beethovens Angaben wohl nicht klar interpretierbar. Während es Zinman hier furchtbar eilig hat und seine Version stellenweise fast an Jazz erinnert, wählt Norrington ein sehr langsames Tempo, arbeitet die Details sehr feinfühlig heraus. In jedem Fall interessant, aber ich will letztlich doch mehr Tempo und Dynamik bei der Neunten. Alle 4 Solisten überzeugen mich nicht. Anders hingegen der Chor. Das "Gebrülle", das insbesondere Karajan bisweilen veranstaltet hat, wird hier unterlassen. Der Chor ist wohl dünner besetzt, was dem Klang gut tut. Sehr lobenswert ist, dass Norrington den 3. Satz der 9. straffer und schneller spielen lässt. Bei Furtwängler, Fricsay und Karajan zieht sich dieser Satz ins gefühlt unendlich und ist streckenweise schlichtweg langweilig.

Ebenfalls auf der CD finden Sie die Ouvertüren zu "Coriolan", "Die Geschöpfe des Prometheus" und "Egmont". Die Coriolan-Ouvertüre ist sehr gut gelungen, angenehm weich und nicht gehackt wie Karajan das beispielsweise macht. Prometheus ebenfalls sehr gut. Egmont: ich liebe das Karjan'sche Temperament bei der Egmont-Ouvertüre halt sehr, Norringtons Version ist lieblicher, verspielter und weniger düster. Ob das für Egmont wirklich passt, wäre zu fragen, aber es klingt gut. Wäre nicht mein notorisches Problem mit den Hörnern, würde ich sagen, ganz vorzüglich.

Fazit: großen Respekt für die Pionierleistung im Bereich "Historisch informiert"! Außerdem als Box-Set angesichts dieses Preises ein absoluter Traum. Das vorderste Vorderfeld belegt Norrington für meinen Geschmack allerdings nur bei den ersten beiden Symphonien, er bietet aber sehr gute und spannende Symphonien, einzig die Siebte ist für mein Ohr misslungen.
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TOP 1000 REZENSENTam 25. April 2010
Es gibt wenige Dirigenten internationalen Ranges, die sich nicht wenigstens einmal im Laufe ihrer Karriere einer Gesamtaufnahme aller Beethoven Sinfonien annehmen. Der Zyklus Norringtons hätte tatsächlich ein ganz großer werden können, denn schließlich ist er schon allein deswegen interessant, weil Norrington mit seinen London Classical Players auf Originalinstrumenten spielen lässt.

Die Einspielung der ersten beiden Sinfonien ist famos. Norrington verleiht diesen eher unspektakulären Werken Würze, Anmut und Biss. Das flotte Tempo der London Classical Players mündet nicht selten in einen Freudentaumel, der den Hörer zu berauschen vermag.

Das Tempo des Kopfsatzes der Eroica empfinde ich als sehr angenehm, da trotz der Schnelle die Erhabenheit dieses Satzes nicht verloren geht. Zu wenig Zeit lässt sich Norrington aber für den tief empfundenen, hoch emotionalen Trauermarsch des zweiten Satzes. Der Rest der Sinfonie ist dann aber wieder gelungen.

Auch die vierte Sinfonie, die ja eher ein Schattendasein fristet, erfährt eine liebevolle, rigoros zügige Aufführung, ohne dass aber das herrliche Adagio in Mitleidenschaft gezogen würde.

Selbst das grenzwertig schnell gespielte Allegro con brio der fünften Sinfonie wirkt nicht überzogen oder übertrieben, denn Norrington gibt dem Orchester zwischen den anfänglichen Tuttischlägen genügend Zeit, um nicht abgehetzt zu scheinen - ganz im Gegensatz zu Herbert von Karajan! Überhaupt ist die Einspielung der Fünften vielleicht das Highlight schlechthin dieser Box: Wie erhaben das Andante, wie düster das Scherzo, wie strahlend das Finale!

Abgehetzt wirkt dagegen die Pastorale. Norrington scheint es nicht daran gelegen, am Bach zu verweilen; auch scheint ihm das Landleben eher zu träge, wenn man hört, wie harsch er es durchs Orchester hasten lässt.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Siebte. Norrington beweist, dass das Allegretto des zweiten Satzes durchaus majestätisch und feierlich sein kann, ohne es zu langsam zu spielen. Selbiges demonstriert er im Trio des Scherzos. Voller Dynamik, Energie und Rhythmik kommen die beiden Kopfsätze daher. Alles fügt sich wundervoll ins andere, es entsteht ein prächtiges Ganzes. Bravo, da capo!

Nimmt es uns jetzt noch wunder, dass auch die Achte zu einem Meisterwerk aufgestriegelt wird? Wohl eher nicht bei diesem vollen, energischen Orchesterklang. Norrington beweist, dass auch die verschmähte Achte nicht minder ein Meisterwerk Beethovens ist.

Ein großes Manko allerdings ist die Einspielung der größten aller Sinfonien, der Neunten: Norrington lässt auch hier nicht von seiner Maxime ab, Beethoven durch raschere Tempi zu entschlacken. Das Problem ist nur, dass der erste Satz der neunten Sinfonie so, wie er es spielt, beinahe lächerlich wirkt und seiner musikalischen Aussagekraft beraubt wird. Ganz anders das furiose Scherzo, das wohl beste je komponierte Scherzo: Hier trifft Norrington jede Nuance, jede Tendenz wird herausgearbeitet und auch das Trio tönt, wie es tönen muss: frisch, munter und fröhlich. Im dritten Satz bewahrheitet sich Leonard Bernsteins Verdacht, dass viele Dirigenten Adagio molto cantabile statt Adagio molto e cantabile läsen. Diesen hehren Satz eilt Norrington zu Tode. Auch dem Finale geht ein Teil seiner Majestät ab, da es ihm an klarer Strukturierung und Liebe zum Detail in der Interpretation gebricht. Die sängerische Leistung des Chores und der Solisten ist solide, aber nicht überwältigend.

Neben den Sinfonien finden sich die beiden Ouvertüren "Egmont" op. 64 und "Die Geschöpfe des Prometheus" op. 43 auf diesem Box Set. Das gehende Tempo Norringtons verleiht vor allem ersterer etwas Neues, Frisches. Auch letzterer tut das rasche Tempo gut.

Der Klang der Originalinstrumente führt in neue Klangssphären und versetzt uns zurück in das Wien zur Zeit Mozarts und Beethovens. Die Aufnahme überzeugt durch (aufnahme)technische Brillanz und Vielgestaltigkeit. Ärgerlich finde ich das spärliche Booklet und die billige Aufmachung der Box.

Fazit: Die Sinfonien Nr. 1, 2, 4, 5, 7 und 8 liegen in einer hervorragenden Einspielung vor und rechtfertigen zusammen mit den beiden Ouvertüren schon alleine den Kauf dieser Box - insbesondere zu diesem unschlagbaren Preis! Der Sinfonie Nr. 3 und besonders den Sinfonien Nr. 6 und 9 hätte etwas mehr Zeit und Verständnis durchaus nichts geschadet. Damit muss man Norrington leider attestieren, dass er die Chance auf eine wirklich große Gesamteinspielung aller Beethoven Sinfonien vertan hat.
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am 20. Februar 2006
Tatsächlich wirkt alles ein wenig unausgewogen, aber irgendwie echt.
Auf alle Fälle ist diese Interpretation von hohem Interesse.
Etwas für Individualisten.
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am 28. August 2003
Ich frage mich, was an diesen Einspielungen so toll sein soll. Norrington nutzt einen zusammengewürfelten Haufen von Musikern, die - hörbar - kaum Zeit hatte, zusammen zu proben oder gar zu spielen. Alles Symphonien sind von Harnoncourt, Brüggen oder Gardiner deutlich dramatischer, überzeugender, vor allem aber technisch besser interpretiert worden. Wer sich mit Zweitklassigkeit zufriedengeben will, greife zu dieser Box, wer auf Norrington nicht verzichten will, wähle seine neuen Einspielungen mit dem RSO Stuttgart. Diese sind eine Klasse besser als das in London produzierte Mittelmaß, dem jegliche Frische und Vitalität fehlt - und das auf historischen Instrumenten!
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am 1. November 2002
This has to be the ultimate Beethoven recording. There are simply no words to describe how Norrington is able to open ears and completely turn-around my preconceptions of these symphonies.
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