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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts, wie es scheint ...
... in den dunklen Gassen eines Noir-Venedig.
Zum Plot sage ich nichts, der ist hier schon gut beschrieben.
"Wenn die Gondeln Trauer tragen" (eigenartige Titelinterpretation von "Don`t look now") ist ein 70er-Film. Dementsprechend ist auch die Optik etwas schlicht und auch auf spektakuläre Effekte wartet man vergebens ... Gott sei Dank! Wer Splatter-Horror...
Veröffentlicht am 4. Februar 2012 von Liston Sativa

versus
49 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kult-Thriller der 70er...aber die DVD?
"Wenn die Gondeln Trauer tragen" - oder "Don't look now" der wesentlich tiefgründigere Titel des Films in OV - ist ein Cineastisches Glanzstück, welches sich in einer Rezension nur unzureichend beschreiben läßt - dennoch der Versuch, die Einzigartigkeiten des Films herauszustreichen.
Aktuell werden wir von mittelmäßigen bis schlechten...
Veröffentlicht am 13. August 2002 von robotgeorgie


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts, wie es scheint ..., 4. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Gondeln Trauer tragen (DVD)
... in den dunklen Gassen eines Noir-Venedig.
Zum Plot sage ich nichts, der ist hier schon gut beschrieben.
"Wenn die Gondeln Trauer tragen" (eigenartige Titelinterpretation von "Don`t look now") ist ein 70er-Film. Dementsprechend ist auch die Optik etwas schlicht und auch auf spektakuläre Effekte wartet man vergebens ... Gott sei Dank! Wer Splatter-Horror der Machart mag, dass auf eine plötzlich hervorschießende Monsterklaue auch ein lauter Musikakzent folgt, der macht um diesen Film bitte einen großen Bogen. Der Horror ist viel subtiler, viel weniger greifbar und spielt sich bis kurz vor Schluss fast ausschließlich in der Gefühlswelt des ZUSCHAUERS ab - Kino, wie es heutzutage doch selten geworden ist.
Anfangs mag man irritiert sein, wirkt das Spiel der Protagonisten doch ungewohnt bzw. ungeschönt ... bis man erkennt, wie sehr man schon vom überproduzierten Hollywood-Einheitsbrei mit seinen Klonschauspielern manipuliert ist. Spätestens nach zwanzig Minuten spielt der Film aber genau damit seine größte Karte aus: Glaubwürdigkeit. Keine Szene ist übertrieben, keine Szene ist ein Filmklischee. Wir sehen zwei Durchschnittsmenschen, die in Dinge verstrickt werden, die sie nicht begreifen, die von Menschen umgeben sind, die irgendwie alle mehr zu wissen scheinen als sie selbst.
Das Leitmotiv des Films ist dabei deutlich subtiler, als es den Anschein hat. Es ist nicht der Tod, wie man denken könnte, noch ist es die Esoterik. Es ist die FÄLSCHUNG.
Überall begegnen wir ihr. Die vielen Einstellungen, in denen die Figuren im Spiegel zu sehen sind, also nur deren Imitation. Die Kirche, die sich statt als Ort des Friedens fast als Todesfalle herausstellt. Der "falsche" Priester, der mehr an Geld als an Gott Interesse findet. Die falschen Fährten, auf die uns der Regisseur führt (der Sex ... die hämisch lachenden Schwestern ... der Kommissar, dem man auch nicht mehr traut als allen anderen, windigen Figuren ...), die Engelsstatuen ohne Kopf als groteske Antithese des liebeserfüllten Venedigs. Und natürlich die fatale Fälschung, der der Protagonist aufsitzt und die am Ende zum blutigen Finale leitet.
Eine irrwitzige Fahrt in diffusem, mysteriösem Nebel zwischen Präkognition, Hoffnung und Horror. Für Fans ehrlich anspruchsvollen Grusels.
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59 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörendes Meisterwerk der Schocker-Filmgeschichte, 8. März 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Gondeln Trauer tragen (DVD)
Ich habe den Film zum ersten Mal Anfang der 80er Jahre an einem düsteren Samstagabend im Fernsehen gesehen - das war ein schwerer Fehler!!! Damals war ich nämlich erst 12 Jahre alt und konnte (wie auch meine Freunde) nach dem "Genuß" des Streifens wochenlang nicht mehr richtig einschlafen - er hatte abrupt ein Stück unserer Kindheit zerfetzt. Wie sollte ich auch ahnen, daß er von verstörender Kraft war, als z.B. ein Dracula oder ein x-beliebiger anderer Gruselfilm je hätte sein können. Seit dieser Zeit hat mich dieses Meisterwerk nicht mehr losgelassen - so etwas hat bislang kein anderer Psychoschocker oder Horrorfilm der Neuzeit schaffen können - und ich kenne viele Schocker... Ein bildgewordener, nicht mit Worten zu fassender und zu beschreibener Alptraum, aus dem es jedenfalls für den Hauptprotagonisten (Donald Sutherland in der Rolle des John Baxter) kein Erwachen gibt. Jeder, der Psychothriller und Horrorfilme nicht gleich mit einer "blutigen Metzelorgie" gleichsetzt, muß hier unbedingt zugreifen. Übrigens: Wenn man sich den Film des öfteren anschaut, wird man als aufmerksamer Zuschauer alle Puzzleteile, aus dem er besteht, auch zusammensetzen können - sinnlos ist dieser Schocker dann bestimmt nicht mehr, wie leider eine ältere Rezension hier behauptet! Am besten kann man ihn dann mit "The Sixth Sense" vergleichen, der am Schluß jeden aufgeschlossenen Zuschauer ebenfalls wie ein Hammerschlag trifft - allerdings etwas versöhnlicher und nicht so brutal wie dieser Film hier. Auf visueller Ebene schafft er ebenfalls Unglaubliches: noch nie sah Venedig so düster und hoffnungslos schön aus, wirkt jede Person, die dem vom Schicksal schwer getoffenen Ehepaar (Christie und Sutherland) in der Lagunenstadt begegnet, so undurchsichtig und verdächtig, wie in diesem Thriller. Nicolas Roeg hat sich als Regisseur hiermit ein filmisches Denkmal gesetzt. Ein Klassiker, den man nie mehr vergessen wird und beileibe kein "alter Schinken" der nunmehr schon 32 Jahre "auf dem Buckel" hat... - am besten des Nachts in aller Ruhe konzentriert ansehen!!! Ich wünsche Ihnen danach gutes Gelingen beim Einschlafen - während des Films dürfte dieses sowieso ausgeschlossen sein ;). PS.: Wem sich die Story nach Betrachtung der DVD nicht völlig erschließt, dem soll an dieser Stelle noch die Kurzgeschichte in Buchform von Daphne du Maurier "Spätestens in Venedig" ans Herz gelegt werden...
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörendes Meisterwerk, 2. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Gondeln Trauer tragen (DVD)
" Sehen heißt glauben" Wenn man diesen Film gesehen hat, ist man sich bei diesem Satz allerdings selbst nicht mehr sicher. Alles entpupt sich als Lug, Trug und Schein. Sämtliche Personen wirken undurchschaubar und hinterhältig (Der Inspektor, der Hoteldirektor usw.). Die Farbdramaturgie ist einmalig. Und Roeg hat in dem Film so viele Symbole (Die Farbe Rot am laufenden Meter, das Kaminfeuer, der Blutfleck, der rote Regenmantel usw aber auch die ausgehenden Kerzen in der Kirche oder die zertretenen Mosaiken) eingebaut das man sie gar nicht alle entdecken kann. Verstörend vom Anfang bis zum Ende
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49 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kult-Thriller der 70er...aber die DVD?, 13. August 2002
Von 
robotgeorgie "robotgeorgie" (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Gondeln Trauer tragen (DVD)
"Wenn die Gondeln Trauer tragen" - oder "Don't look now" der wesentlich tiefgründigere Titel des Films in OV - ist ein Cineastisches Glanzstück, welches sich in einer Rezension nur unzureichend beschreiben läßt - dennoch der Versuch, die Einzigartigkeiten des Films herauszustreichen.
Aktuell werden wir von mittelmäßigen bis schlechten "Horror"-Filmen ja geradezu überschwemmt, die nach dem Schema X oder Y funktionieren: Man nehme ein paar Teenager, einen schlitzwütigen Psychopathen mit schwarzem Cape und Fratzen-Maske, füge ein paar billige Schockeffektchen hinzu und fertig ist das Produkt für die breite Masse, die sich an anspruchslosen Serienproduktionen aus Hollywood zu ergötzen vermag.
"Wenn die Gondeln Trauer tragen" ist Welten und Lichtjahre davon entfernt. Dieser Film lebt von seiner subtilen Erzählweise, die das Grauen und den Grusel im Kopf entstehen läßt anstatt auf der Leinwand oder den Surround-Boxen. Regiesseur Nicolas Roeg schuf - in Großbritannien wohlgemerkt, nicht in Hollywood - ein zeitloses Meisterwerk, eine Refenenz für "akademischen Horror", wie etwa auch Roman Polanski mit "Rosemaries Baby".
"Wenn die Gondeln Trauer tragen" spielt mit hintergründigen Codes - etwa der Farbe rot - der Gnom, der Regenmantel des kleinen Tochter; zwei Schwestern von denen eine blind ist, aber dennoch "sehen" kann - solche Filme werden heute einfach nicht mehr produziert - leider.
Die ineinander verwobenen Geschichten verschiedener Zeitebenen (z.B. das Dia, auf dem "etwas" mit roter Kaputze zu sehen ist als Vorwegnahme späterer Ereignisse, das umgeworfene Trinkglas als Metapher für das Ertrinken der Tochter im See). Dazu spielen Donald Sutherland (damals wirklich gut, heute begnügt er sich damit, den ewigen Unsympathler zu spielen) und Julie Christie ("Dr. Schiwago" !) derart glaubwürdig ein Ehepaar wie selten jemand nach ihnen - insgesamt ein höllisch guter Trip ins Unterbewußtsein, ein Film, der auch bei abgehärteten Thriller-Fans für schlaflose Nächte sorgen dürfte (und man wird danach Venedig mit ganz anderen Augen sehen ;-) ).
Weshalb man diese DVD dennoch - und schweren Herzens - abwerten muß, ist die sagenhaft lieblose Aufmachung, die Kinowelt da geliefert hat: Gerade mal durchschnittliche Filmqualität, aber dem Ganzen die Krone setzt die mieserable englische OV-Tonspur auf, die derart schrill und kratig klingt, daß man kaum ein Wort der Dialoge - die nicht zuletzt zentraler Bestandteil des Films sind. Dazu kein "Making of...", lediglich ein Kinotrailer...das hat dieser Film wirklich nicht vedient.
5 Sterne für den Film (oder auch mehr), gerade mal einen für die DVD - und die Hoffnung auf einen würdigeren Re-release...
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn die Gondeln Trauer tragen, 21. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Gondeln Trauer tragen (DVD)
Familienidylle steht zu Beginn im Vordergrund. Das Ehepaar Baxter ist im trauten Heim und die Kinder spielen draußen. Der Sohnemann fährt Fahrrad und die Tochter ist mit einem Ball am See beschäftigt. Kurze Zeit später zieht der Vater die Leiche seiner Tochter aus dem nahegelegenen Gewässer.
Szenenwechsel:
Man befindet sich nun in Venedig. John Baxter hat den Auftrag eine Kirche zu restaurieren. Seine Frau Laura begleitet ihn und der Sohnemann ist in England in einem Internat untergebracht. Man versucht über den Tod der Kleinen hinweg zu kommen. Zwei ältere Damen kommen durch einen Zufall ins Gespräch mit Laura. Eine der Damen ist blind aber dennoch kann sie "sehen". Sie erzählt ihr von ihrer Tochter ohne sie zu kennen und teilt der trauernden Mutter mit, das es ihr gut gehen würde und das sie bei Ihnen wäre. Bei der nächsten Begegnung mit den beiden hat sie eine ganz andere Nachricht von der verstorbenen Tochter: Sie sollen Venedig auf dem schnellsten Weg verlassen. Zur gleichen Zeit treibt ein Mörder in der Stadt sein Unwesen.

Nicolas Roeg erschuf im Jahre 1973 ein fieses Drecksstück von einem Film. Als Kind war ich auf jeden Horrorfilm fixiert den ich in die Finger bekommen konnte. "Wenn die Gondeln trauer tragen" war in der Fernsehzeitschrift als solcher deklariert, weshalb ich mich auf gepflegten Grusel einstellte. Das war ein Fehler. Ich gruselte mich nicht, ich hatte panische Angst. Warum konnte ich mir allerdings selbst nicht erklären. Es passierte nicht viel, es gab keine Schockmomente und alle normalen Konventionen im Umgang mit Spannung blieben aus. Es kam schleichend, hinterhältig, packte mich und ließ mich nicht mehr los.

Viele Jahre später begriff ich erst das es die einzigartige Atmosphäre war die mich unwissend in den Abgrund zog. Venedig ist nicht die Stadt der Verliebten, die mit "O sole mio" singenden Gondelfahrern wirbt, sondern ein Moloch. Ein düsterer Morast aus kleinen engen Gassen. Die Stadt der Schatten. Die grau-braunen Farbtöne werden nur von einem knalligen Rot unterbrochen. Der Farbe die der Regenmantel der kleinen Christina an ihrem Todestag hatte. Die gesamte Spieldauer hat der Film etwas bedrohliches, aber nichts greifbares. Genau davor hat man Angst. Alle Nebencharaktere wirken nicht unfreundlich aber irgendwie unheimlich. Allerdings ohne das man es erklären könnte. Wie bei einer Verschwörung, aber es gibt keinerlei Indizien oder Beweise dafür. Man hat einfach nur ein ungutes Gefühl. Hinzu kommen die Visionen von John Baxter, der kleine Mädchen mit roten Regencapes wegrennen sieht. Oder sind diese Bilder keine Visionen und passieren real?
Immer wieder baut Roeg Bilder aus der Vergangenheit ein und legt sie über die Bilder der Gegenwart. Den Meisterschnitt legt er aber bei der Sexszene hin. Vorspiel, Sex und nachträgliches Anziehen in einem. Die Bilder wechseln immer wieder und entziehen dem Zuschauer dadurch die Möglichkeit, sich als reiner Voyeur zu betätigen. Aber warum? Bietet die Szene mehr als Sex? Ein Hinweis das sich die Vergangenheit mit der Gegenwart und der Zukunft mischt? Ein Tipp des Regisseurs wie man sich "Don`t look now" ansehen sollte? Aber es verläuft doch alles linear. Oder vielleicht doch nicht?

Für mich ist der Film ein kleines paranoides Meisterwerk das mir viel Kopfzerbrechen bereitete. Er drang in mein Unterbewußtsein und hat sich dort verankert. Er verarbeitet das Thema Angst und bereitet auch welche. Ich habe allerdings auch vollstes Verständnis für jeden der darin nur einen langweiligen Thriller sieht, in dem überhaupt nichts passiert. Das ist einfach eine Sache der Wahrnehmung. Ich habe einiges wahrgenommen.
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der rote Zwerg kriegt auch Dich!, 1. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Gondeln Trauer tragen (DVD)
Nicolas Roegs legendärer(O)Kult-Thriller ist einer der wenigen Filme, die nicht über die Handlung, den Plot, funktionieren, sondern über Stimmungen, Andeutungen, über die Atmosphäre. Die Handlung von "Wenn die Gondeln Trauer tragen" ist fragmentarisch und vollzieht sich jenseits von Logik und Kausalität.
Nichts ist hier, wie es scheint. Alle Wahrheiten lösen sich auf in den labyrintischen Eingeweiden des herbstlichen Venedig, wo das englische Ehepaar Baxter nach dem Unfalltod ihrer Tochter eintrifft. John Baxter (Donald Sutherland) restauriert eine mittelalterliche Kirche (eine Fälschung, wie sich herausstellt), während sich seine Frau (Julie Christie) mit zwei mysteriösen älteren Schwestern anfreundet. Die eine, blind, "sieht" die tote Tochter der Baxters. John hat unheimliche Visionen; sein Schicksal scheint sich zunehmend mit einem roten Zwerg zu verknüpfen, der in den düsteren Gassen umgeht.
"Don't look now" lautet der Originaltitel dieser poetischen Alptraum-Erzählung (nach Daphne Du Maurier). Wer genauer hinschaut, entdeckt überall nur Fälschungen, Täuschungen, Halbwahrheiten, Visionen, Träume. Alle Sicherheiten lösen sich auf, der Film schafft eine lyrisch-traumhafte Atmosphäre voller Zweideutigkeiten.
Roeg, in den 60ern der führende Kameramann in England ("Lawrence von Arabien"), kreiert in unvergesslichen Bildern eine beklemmende Welt - stets unterstützt von der großartigen, dynamischen Musik Pino Donnagios. Donald Sutherland und Julie Christie tragen den Film und geben ihm ein emotionales Zentrum. Ihre legendäre Liebesszene (gerüchterweise nicht simuliert) und ihr famoses Zusammenspiel bilden die Basis dieser filmischen Erzählung, die - ohne ihre Hauptdarsteller - vielleicht in einen geschmäcklerischen Ästhetizismus abgeglitten wäre. Erst die "Chemie" zwischen den beiden sorgt dafür, dass uns der Film bis zu seinem tragischen Ende berührt und bewegt.
Wer "Wenn die Gondeln Trauer tragen" kennt, wird Venedig immer auch durch die Augen Nicolas Roegs sehen: ein mythisches Labyrinth, das die Sinne verwirrt, ein Zwischenreich, in dem die alten Gewissheiten und Regeln nicht mehr gelten. Konsequenterweise demontiert der Film daher auch die Institution Kirche, deren Bauwerke und Repräsentanten hier mehr als zweifelhaft wirken und die die Kulisse für das mörderische Finale abgibt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sometimes it is good to look, 4. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Gondeln Trauer tragen (DVD)
Ich habe den Film zum ersten Mal - tatsächlich, o Gott! - vor mittlerweile über 30 Jahren gesehen. Auch die Vorlage von Daphne du Maurier habe ich vor langer Zeit gelesen. Beides hatte mich damals sehr gepackt. Neulich sah ich den Film wieder und fand, das er von seiner Eindringlichkeit nichts verloren hat. Für mich ein zeitloser Klassiker und es ist mir vollkommen wurscht, ob er für heutige Sehgewohnheiten zu langatmig oder sonst was ist: gute Geschichten, gute Schauspieler und gute Regie tragen das.

Andere Rezensenten haben hier den Inhalt schon ausführlich beschrieben, also spare ich mir das. Meine Empfehlung: Sehenswert und lesenswert. 'Don''t look now' ist nach wie vor einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Eine traurige Geschichte, an die ich nicht nur in Venedig immer wieder gedacht habe. Weil sie mich einfach berührt hat. Und natürlich, weil Julie Christie so unglaublich schön war ;-)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Botschaften aus dem Jenseits, 22. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Gondeln Trauer tragen (DVD)
Selten gab es titelmäßig eine größere Diskrepanz zwischen Original und deutscher Fassung. Und dabei steht die deutsche mit ihrem lyrischen Potential auch noch turmhoch über der englischen. Die an sich einfache wenn auch tragische Geschichte vom Tod eines Kindes lässt die Eltern (Julie Christie und Donald Sutherland) traumatisiert zurück. Auch die Flucht der Mutter in spiritistische Sitzungen sprengt nicht den Rahmen des Üblichen. Gut, dass der übliche Weg in Horror oder Mystery nicht eingeschlagen wurde. Allein der Schocker am Ende trifft Sutherland fast genauso unvorbereitet hart wie die Zuschauer.
Regisseur Nicolas Roeg verhilft aus zwei Gründen seinem Film zum Klassiker: die ungewöhnliche Bildersprache (Er ist schließlich ‘gelernter‘ Kameramann.): Blutlachen breiten sich z.B. über Dias aus und der genial geschnittene Schluss (Roeg war auch Cutter /Editor), in dem er bezugnehmend auf Julie Christies legendäre Fahrt auf dem Trauerboot (Wir sind in Venedig!) blitzschnell die wichtigsten Stationen der Geschichte nochmals ablaufen lässt – wie es bei Sterbenden vorkommen soll. Dabei vermischt er die üblichen Zeitebenen und bietet kommentarlos dreierlei Lösungen an: für Realisten ist es lediglich eine zeitlich verschobene Wirklichkeit, andere sehen darin eine Ausgeburt von übersteigerter Fantasie, aber es könnte auch eine Botschaft aus dem Jenseits sein (Darum geht es ja letztlich im Film.)
Über die damalige Aufregung der freizügigen Liebeszene kann man heute nur schmunzeln, ebenso wie über Sutherlands Frisur. Es bleibt ein Genuss mit Schrecken.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Venedig sehen und..., 18. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Gondeln Trauer tragen (DVD)
Joe Hembus hat einmal über diesen Film geschrieben, daß man als Betrachter die ganze Zeit wüsste, wohin die Reise ginge, nur wie der Film an sein Ziel käme, das wüsste man nicht und darin läge die einzige Spannung. In gewissem Sinne muß man Hembus recht geben, spannend im herkömmlichen Sinne ist die Geschichte nicht. Sie erzählt sozusagen eine Tragödie, da man immer ahnt, daß diese Sache nicht gut ausgehen kann, auch wenn man es immer hofft. Dabei nutzt Nicolas Roeg eine ruhige, distanzierte Bildsprache und legt ein langsames Tempo vor, was dem Film von Anfang an die Atmosphäre einer Elegie gibt.

(SPOILER)
John (Donald Sutherland) und Laura (Julie Christie) Baxter reisen im Herbst nach Venedig, wo John an der Restaurierung einer Kirche mitarbeitet. Beide sind traumatisiert durch den Tod ihrer Tochter, die im Teich des Gartens ihres Hauses in England ertrunken ist. John konnte nur noch den Leichnam bergen, eingewickelt in den roten Anorak des Mädchens. Jetzt, in Venedig, stürzt er sich in die Arbeit, während Laura, fast schlafwandlerisch, durch die Gassen der Stadt streift. Immer wieder werden sowohl sie als auch John mit den herrschenden Schlagzeilen konfrontiert: Ein Serienmörder scheint die Lagunenstadt heimzusuchen. Einmal werden sie sogar Zeugen, wie eines der Opfer geborgen wird. Laura macht schließlich die Bekanntschaft der beiden schottischen Schwestern Heather und Wendy, die ihr mitteilen, es ginge ihrer Tochter gut, sie seien im Kontakt mit dem Jenseits und wüssten Bescheid über den Verlust der Baxters. John lehnt die "Hellseherei" der Schwestern ab, Laura jedoch ist immer mehr auf deren Aussagen angewiesen, um mit ihrer Trauer klar zu kommen. Schließlich eröffnen die Schwestern ihr, daß auch John über die Gabe des 2. Gesichts verfüge, ohne diese zu verstehen: mal könne man in die Zukunft, mal in die Vergangenheit blicken, manchmal einfach nur Ahnungen haben. Wahr ist, daß John nicht hätte wissen können, daß seine Tochter gerade ertrinkt, ein umgekipptes Weinglas, welches ein Dia einfärbte, erinnerte farblich an den roten Mantel der Kleinen - dadurch wurde bei ihm eine Ahnung ausgelöst. John lehnt auch diese Aussage ab. Laura muß zurück nach England, ihr Sohn hat Probleme in seinem Internat. John bleibt aus arbeitstechnischen Gründen in Venedig, sieht Laura jedoch auf einem Boot in Trauer, begleitet von den Schwestern. Er sucht die Polizei auf, nach deren Erkenntnissen Laura wirklich in England ist. John will sich bei den Schwestern, die er des Kidnappings seiner Frau verdächtigt hatte, entschuldigen, trifft jedoch unterwegs auf eine kleine Gestalt in einem roten Mantel. Jetzt doch immer mehr überzeugt, im Besitz der übersinnlichen Fähigkeit zu sein, folgt er der Gestalt, sicher , daß es sich um seine Tochter handelt. Er stellt die kleine Person, die sich dann allerdings als Zwerg entpuppt, eben der Frauenmörder, der Venedig heimsucht. John überlebt die Begegnung nicht und so wird sein "Gesichte" der trauernden Laura doch noch wahr: begleitet von den Schwestern, fährt sie auf einer Gondoliere, die den Sarg transportiert.

Womit hat man es hier zu tun? Ist es ein Horrorfilm? Eine Geistergeschichte? Ein Requiem? Der Film läßt jede Menge Spielraum für Interpretationen. Wie einige der besten Filme der 70er Jahre, die das Label "Horror/Sci-Fi/Fantasy" bekamen - darunter so unterschiedliche Arbeiten wie "Long Weekend" (Colin Eggleston - 1978), "Picnic at Hanging Rock" (Peter Weir - 1975) oder der spätere "Quiet Earth" (Geoff Murphy - 1985) - scheint auch Roeg weniger Wert auf das Spektakuläre und Außergewöhnliche zu legen. Seine Erzählung bleibt im Ungefähren, er schreckt nicht davor zurück, den Zuschauer im Ungewissen zu lassen. Er grenzt sich dadurch klar gegen Reisser wie "Der Exorzist" von William Friedkin aus dem selben Jahr ab. Hier geschehen die Dinge langsam und eher nebenbei. Das Grauen besteht auch eher in der Atmosphäre: Die Leere Venedigs (heute kaum mehr denkbar) in Herbst und Winter, das leere Hotel, die Distanz, die die Kamera zum Geschehen schafft (vor allem, als die beiden am Fundort der Leiche vorbeifahren); dann Roegs Neigung, uns Szenen zu präsentieren, die auf den ertsen Blick keinen oder nur wenig Sinn machen: Die Baxters verlassen das Hotel um auswärts zu essen und der Hotelmanager scheint sie - natürlich auf Italienisch, so daß jene von uns, die diese wunderbare Sprache nicht beherrschen, in Unkenntnis des Gesagten bleiben, da es keien Untertitel gibt, was aber eben auch zu weiterer Entfremdnung beiträgt, denn wir sehen einmal mehr, daß unsere Hauptfiguren in einer fremden Umgebung sind - anzuflehen, ihm irgendwie mitzuteilen (entnehmen wir Johns Antworten, die teils in Englisch sind), wie lange sie bleiben wollen. Überall im Foyer sehen wir abgehängte Möbel; als die Baxters das Hotel längst verlassen haben, verharrt die Kamera auf dem schimpfenden(?) Manager. Ähnlich ist es mit einem Umschnitt auf die Schwestern, nachdem sie mit Laura gesprochen haben und diese sie verlassen hat: Die beiden werden gezeigt, wie sie hysterisch lachen. Erklärt wird das nicht, sie werden auch nicht als feindlich dargestellt. Warum also dieses Lachen?

Gerade diese Szenen verunsichern den Zuschauer enorm. Sie sorgen für das Gefühl von Gänsehaut, das der Film durchaus zu erzeugen vermag. Erklärt wird nichts: nicht der Zusammenhang mit den Morden, die Venedig heimsuchen, nicht, woher John seine Fähigkeiten hat, nicht, warum gerade diesen beiden Trauernden diese Schwestern begegnen, die Nornen gleich das Schicksal zu steuern scheinen.

Kontrovers war der Film aus zwei Gründen: Einmal war der Einsatz eines Zwerges als Mörder umstritten. Diskriminierung vermuteten einige. Das kann man allerdings getrost vergessen. Es macht Sinn im engeren Handlungsablauf.

Für größeres Aufsehen sorgte da schon eine Szene, die zur Mitte des Films einen wahren Kontrapunkt setzt zu all dem Schweren, das der Film dem Zuschauer zumutet: Es ist eine Liebens-, ja, es ist eine recht explizite Sexszene zwischen Sutherland und Christie, die gegengeschnitten wird zum anschließenden Anlegen ihrer Kleider. Unterlegt mit einem der schönsten Scores der Filmgeschichte, glaubt man diesen beiden trauernden Menschen, daß sie sich wirklich lieben. Gemunkelt wurde, daß man es hier nicht mti einer gespielten Szene zu tun hätte. Nun ja, das kennt man: Jack Nicholson und Jessica Lange standen ja ebenfalls im Verdacht, es für "The Postman Always Rings Twice" (Bob Rafelson - 1981) wirklich miteinander getrieben zu haben. Wie dem auch sei - sollte es hier, bei "Wenn die Gondeln Trauer tragen" so gewesen sein, dann müssen diese beiden wirklich enormen Spaß daran gehabt haben, denn dies ist in meinen Augen eine der schönsten, vielleicht DIE schönste Liebes/Sexszene in einem Film. Und sie verdeutlicht im Kontext der Narration, daß diese Trauernden schon Zugang zum Leben haben/hatten, daß sie das Leben auch zu genießen wissen/wussten.

Warum also nur 4 Sterne? Bei allem, was "Wenn die Gondeln Trauer tragen" zu einem fesselnden Film macht, muß man doch konstatieren, daß er irgendwie unentschlossen bleibt. Joe Hembus' Kritik trifft schon ins Schwarze. Wir können annehmen, daß wir der Geschichte exakt so zuschauen, wie sie vor unseren Augen abläuft, doch ebenso kann es sein, daß alles schon vor Beginn des Films entschieden ist: Vielleicht ist John längst tot? Vielleicht haben wir es mit der Phantasmagorie Lauras zu tun? Und wer sind diese beiden schottischen Frauen, die so viel zu wissen scheinen und so wenig preiszugeben bereit sind? Und was hat es mit diesem kleinwüchsigen Mörder auf sich?

Gerade diese Auflösung wirkt bei allem Schrecken, den der Moment auslöst, wenn sich die Gestalt im roten Mantel umdreht, konstruiert, aufgesetzt, gewollt. Daß man es hier natürlich mit einer Anspielung auf Hitchcocks "Psycho" von 1960 zu tun hat - auch dort entlarvt uns ja erst der Moment, wenn Vera Miles "Mrs. Bates" umdreht, daß es sich bei selbiger um eine Mumie handelt - mag daran liegen, daß Roegs Film auf eine Vorlage Daphne du Mauriers basiert, eben jener Autorin, auf deren Werke auch Hitchcock gern zurückgriff ("Rebecca", "The Birds"). Eine Reminiszenz sozusagen. Aber zu vieles in diesem Film wirkt dann eben doch zu zufällig, als daß es eine in sich geschlossene Narration ergäbe.

"Wenn die Gondeln Trauer tragen" bleibt jedoch einer dieser atmosphärisch extrem dichten Filme, die auch 30 Jahre nach ihrem Erscheinen noch funktionieren und zu fesseln vermögen.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 3. Februar 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Gondeln Trauer tragen (DVD)
Wasser schlägt über dem Kind in dem roten Regenmantel zusammen und begräbt es unter sich. Der verzweifelte Vater kommt aus dem Haus gelaufen und versucht, seine Tochter zu retten. Doch er kommt zu spät.
Das englische Ehepaar John (Donald Sutherland) und Julia Baxter (Julie Christie) trifft der furchtbare Verlust hart. Sie lassen England hinter sich und reisen nach Venedig, wo John seinem Beruf als Kirchen - Restaurateur nachgeht. Doch da setzt sich der Alptraum fort...
Der britische Regisseur Nicolas Roeg führt den Zuschauer auf eine schaurige und todbringende Irrfahrt, die einige Rätsel in sich birgt. Kaum in der Lagunenstadt angekommen häufen sich die mysteriösen Vorfälle und Vorzeichen: Ms. Baxter hat eine Begegnung mit zwei alten Frauen, von denen eine paradoxer weise blind und Seherin zugleich ist. Sie erzählt Ms. Baxter, sie könne deren verstorbene Tochter sehen und erhalte Botschaften von ihr. Die anfangs skeptische Ms. Baxter glaubt nur zu gern, daß es ihrer Tochter im Jenseits gut gehe und kann von da an besser mit dem Tod umgehen. Ihr Mann ist dagegen nicht so schnell vom Übersinnlichen zu überzeugen und wehrt sich heftig dagegen, der Geschichte der seltsamen Dame Glauben zu schenken. Seine Sturheit wird ihm noch zum Verhängnis, denn er verschließt fortan Augen und Ohren vor allen Warnungen, er solle Venedig schnell verlassen. Auch vermag er seine eigenen Visionen nicht zu deuten.
Roeg weiß sehr geschickt verschiedene filmische Mittel einzusetzen, um mehr und mehr eine unheilvolle Atmosphäre zu kreieren. Jede Alltagsbegebenheit scheint bei ihm bedeutungsschwanger zu werden. Nichts ist mehr Zufall, nichts ist mehr sicher. Selbst ein Geistlicher wirkt hier eher unheimlich und nicht vertrauenerweckend.
Auffallend ist die durchdachte Farbkomposition: In fast jeder Einstellung ist das hell - leuchtende Rot zu sehen, welches man zuerst am Regenmantel des ertrinkenden Kindes sehen konnte. Oft wird das Rot z.B. mit Kleideraccessoires ins Bild gebracht. So wird der Zuschauer geradezu auf diese Farbe konditioniert.
Es gibt Wiederholungen, Spiegelszenen, Orte werden zweimal besucht.
Nicht erst seit Thomas Manns Erzählung ist klar, daß der Tod und Venedig eine sich ergänzende Einheit bilden. Diese wunderschöne, langsam verfallene Stadt ist wie geschaffen für morbide Poesie. Roeg gibt sie zusätzlich die Gelegenheit, das Element Wasser als eine Art Leitmotiv zu entwickeln. Es bietet sich auch der Bootsmann aus der griechischen Mythologie an, der hier - ganz ähnlich wie bei Manns Tod in Venedig- Julia Baxter nicht an den Ort bringt, zu dem sie hinwollte.
Besonderes Stilmittel von Roegs Filmen ist die "Verrätselung". Durch gekonnte Schnitte und Montagen wird der Zuschauer systematisch auf eine ansprechende und anregende Weise "verwirrt". Allerdings gehören Roegs Werke nicht zu der Art von Filmen, bei denen sich der Zuschauer verschaukelt vorkommt, da ihm Informationen vorenthalten werden und er ewig im Dunkeln tappt. Vielmehr fällt es bei Roegs Filmgeschichten leicht, sich darauf einzulassen und das Unerklärliche als eben dieses zu akzeptieren. Einiges bleibt bis zum Schluß offen und doch ist es nicht weiter störend.
Beide Hauptdarsteller sind definitiv sehenswert und verkörpern glaubwürdig die Höhen und Tiefen eines Ehelebens. Sutherland spielt routiniert gut, und Julie Christie sieht einfach blendend aus. Dabei gibt es zwischen den beiden eine bemerkenswert zärtliche Szene. Sie sieht im Gegensatz zu den meist gekünstelt wirkenden Hollywood - Sex-Szenen einfach natürlich und entspannt aus.
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Wenn die Gondeln Trauer tragen von Nicolas Roeg (DVD - 2001)
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