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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mrs. Robinson...
Dustin Hoffman's Reifeprüfung war gewissermaßen sein Durchbruch als international anerkannter Schauspieler, 1967 gerade mal dreißig Jahre alt, konnte er schon eine Oscar-Nominierung für sich verbuchen. Dustin Hoffman als Protagonist eines ausgezeichneten Spielfilms aus Hollywood, erfreulicherweise ohne hollywood'schen Pathos, und wer bloß...
Veröffentlicht am 13. Februar 2004 von robotgeorgie

versus
12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Vorsicht-HD-DVD absolut gleich zu DVD-Ausgabe
Wer sich von der DVD-Ausgabe dachte, dass die HD-DVD-Ausgabe so aufwendig hergestellt wurde wie Kubriks 2001 (neue HD-Abtastung des Originalfilmmaterials), der wird hier enttäuscht werden. Ich habe DVD und HD-DVD direkt verglichen. Sie sind identisch. Dasselbe Pixeltexturgewabber wie bei der DVD. Für DVD-Verhältnisse ok, für HD-DVD nicht gut genug...
Veröffentlicht am 17. März 2008 von Zöpa


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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mrs. Robinson..., 13. Februar 2004
Von 
robotgeorgie "robotgeorgie" (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Reifeprüfung (DVD)
Dustin Hoffman's Reifeprüfung war gewissermaßen sein Durchbruch als international anerkannter Schauspieler, 1967 gerade mal dreißig Jahre alt, konnte er schon eine Oscar-Nominierung für sich verbuchen. Dustin Hoffman als Protagonist eines ausgezeichneten Spielfilms aus Hollywood, erfreulicherweise ohne hollywood'schen Pathos, und wer bloß aufgrund des Titels Harmonie erwartet, wird eines besseren belehrt.
"Die Reifeprüfung" von Mike Nichols gilt nicht ohne Grund als Schlüsselfilm der späten 60er, als einer der ersten der 'new Hollywood' Generation, mit einem Rebell gegen die Elterngeneration im Mittelpunkt. Eine filmische Reflexion dessen, was zu dieser Zeit sich gesellschaftlich anzubahnen deutete, ein Thematisierung von der Auflösung von Strukturen, mehr noch, ein schonungsloses Aufräumen mit Biederheit, Heuchelei, Verlogenheit. Die klassische, wohlbehütete amerikanische Mittelstandsschicht war Geschichte nach diesem Film, nur mehr ein Abziehbild ihrer selbst, und viele hätten diesem Film gewiß den Tod an den Kinokassen an den Hals gewünscht. Doch es kam natürlich anders, und im Falle von "Die Reifeprüfung" in höchst unterhaltsamer und ironischer Weise.
Ben (Dustin Hoffman) wird von der älteren Mrs. Robinson in einem Hotel verführt, und der junge Knabe ist diesen prickelnden Erlebnissen nicht abgeneigt, jedenfalls so lange, bis er Mrs. Robinsons Tochter Elaine kennen lernt... .
Nur der Beginn des Zerbrechens einer amerikanischen Mittelstandsfamilie ist die Folge, wie wir dreißig Jahre später auch bei Sam Mendes' "American Beauty" Zeuge wurden. "Die Reifeprüfung" verblüfft aber auch noch über fünfunddreißig Jahre nach seiner Entstehung mit ausgeklügelter Kameraarbeit und Schnittechnik, die zeitlose Eleganz besitzen, exzellenten Dialogen (so freilich nur in der Originalfassung zu genießen) und natürlich seiner Vertonung: "Mrs. Robinson" (Anne Bancroft) ist aber nicht nur Schlüsselfigur in diesem Film, sondern auch Titel eines Songs von Simon & Garfunkel, die den Soundtrack zu diesem Film beisteuerten.
Die vorliegende DVD bietet gemessen am Alter eine ordentliche Bildqualität frei von Verschmutzungen, ein farblich ausgewogenes Cinemascope-Bild. Als Bonusmaterial bietet sich eine retroskektive Betrachtung der "Reifeprüfung" an, sowie ein Interview mit Dustin Hoffman. Rundum eine empfehlenswerte DVD, und ein Film, der in keiner Sammlung fehlen sollte.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bewertung der Blu Ray, 15. September 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Den Inhalt des Klassikers setze ich als bekannt voraus.
Hier geht es um die Bewertung der Blu Ray Umsetzung, die wohlgemerkt subjektiv ist.
Die Farben auf meinem LCD-Fernseher erscheinen mir bei gleicher Einstellung kräftiger als auf der DVD.
Auf der DVD sind die Farben etwas zurückgenommener als auf der Blu Ray, was für mich besser zum Film paßt.
Jedoch läßt sich dieser Farbeindruck auch mit der Blu Ray erreichen, wenn man im Farbmenü des Fernsehers eine kühlere Farbeinstellung wählt.
Die deutsche Tonspur liegt in Stereo und 5.1 DTS vor. Die Stereo-Tonspur hat eklatante Mängel, die sich bei den Liedern von Simon & Garfunkel zeigen: Sie klingen wie auf einem alten Kassetten-Rekorder der Gleichlauf-Schwankungen hat. Bei den Dialogen fällt der Fehler nicht auf. Die 5.1 Tonspur und die englischen Stereo-Tonspur sind dagegen in Ordnung. Die anderen Tonspuren habe ich nicht getestet.
Das Bild ist keine wesentliche Verbesserung zur DVD. Allerdings muß man sagen, daß das DVD-Bild von "Die Reifeprüfung" für so einen alten Film fast Referenz ist und viele Blu Ray Umsetzungen gleich alter Filme locker schlägt.
Mein Fazit: Die Blu Ray ist für alle, die den Film noch nicht besitzen oder an dem Bonus-Material interessiert sind. Ein Umstieg allein wegen des Bildes macht für mich nicht viel Sinn. Zur Information: Das Bild wurde auf einem Bildschirm mit 117 cm Diagonale verglichen.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der schönsten Filme der 60er Jahre, 10. Februar 2009
"Hello darkness, my old friend; IŽve come to talk with you again,
because a vision softly creeping, left its seeds while I was sleeping,
and the vision that was planted in my brain - still remains -
within the sound of silence."(Simon & Garfunkel)

Nach 40 Jahren gibt es jetzt eine wunderbare Sonder-Edition des legendären Klassikers THE GRADUATE (Die Reifeprüfung). Damit liegt einer der schönsten und amüsant charmantesten Liebesfilme" der Filmgeschichte endlich wieder im originalen Cinemascope-Kinoformat von 2,35:1 vor; darüber hinaus ist er farblich digital bereinigt und erblüht im schönen neuen Gewand. Bildschärfe und Kontrast sind brillant, solange man das Originalformat beibehält. An die Freunde großer Bildschirme: Bitte nicht aufs 16:9-Format zoomen, dann lieber mit Letterbox-Streifen schauen oder auf dem Beamer, denn die Bilddramaturgie ist ein bedeutender und wichtiger Aspekt des Films!

Auch der Ton - nicht nur die Sprache, besondere die herrliche Musik von Simon & Garfunkel - wurde vom stumpfen Mono" in ein sanft räumliches 5.1." kunstvoll und stimmig übertragen. Die Toningenieure von Arthaus haben sich mit der Soundaufbereitung eine Riesenarbeit gemacht: Es gibt neben der alten Monofassung und dem englisch originalen Dolby-Stereo, sogar noch eine DTS und eine Kopfhörerfassung - so etwas hat Seltenheitswert.

Präsentation und Aufbereitung dieser Doppel-DVD sind perfekt. Das Bonusmaterial ist sehr umfangreich: auf der ersten DVD gibt es neben dem Film, zusätzlich die Musik - separat anwählbar, ein kurzes Interview mit Dustin Hoffmann + einen mehr als hörenswerten Audiokommentar von Deutschlands vielleicht kompetentesten Filmexperten, Professor Thomas Koebner; Trailer sind selbstverständlich.

Die zweite DVD beinhaltet drei sehr interessante Dokumentationen aus den 90ern:
a)Die Reifeprüfung - 25 Jahre später",
b) Die Featurette: The Graduate: Looking Back - Ein Film der 60er Jahre",
sowie ein längeres Interview mit dem Romanautor Charles Webb. Zusätzlich gibt es zwei Originalbeiträge auf deutsch (sic!): Eine Szenenanalyse der Kernfilmsequenzen mit Prof. Thomas Koebner und eine Featurette mit Prof. Helga de la Motte, zur Rolle der Musik im Film; die üblichen Starinfos und Filmografien zu den Darstellern bzw. dem Regisseur; Fotogalerie, Filmplakate und die Auflistung aller Auszeichnungen, die der Film erhalten hat. Herz was willst Du mehr...

Was macht nun diese ungeheure Qualität von THE GRADUATE aus? Ich würde kurz und bündig sagen: ALLES! Selbst nach 40 Jahren wird der Zuschauer jeden Alters noch amüsant, ansprechend und humorvoll unterhalten. Für die jüngere Generation sind es sicherlich die Aspekte eines quasi Musikfilms, der in vielerlei Hinsicht zurecht als eine Art Vorläufer des Musikvideos bezeichnet werden kann, obwohl Mike Nichols die Musik nicht - wie heute oft üblich - zu zerhackten und kurzgeschnittenen Bildern präsentiert, sondern eher ruhig und phantasievoll, mehr wie eine dramaturgisch notwendige Sinfonietta einsetzt.

Für mich persönlich ist der Chart-Renner Mr. Robinson" eher beiläufig, obwohl er zum Welthit und Millionenseller wurde. Mein Favorit und Lieblingshit ist jener wunderbare Titelsong The Sound of Silence", denn er entspricht exakt der Syntax filmischer Kernszenen; angefangen von der Titelsequenz, in der Benjamin auf einem Transportband schier lautlos an der Wirklichkeit vorbeischwebt, später ist es die Einsamkeit und Stille im Taucheranzug, weg vom Geschnatter der Partygäste in die ruhige Tiefe des Pools, oder der geniale Schluß, wenn sich unser Held verzweifelt ins quasi Kriegsgetümmel des Hochzeitsszenarios stürzt, taub für die Beschimpfungen der empörten Familienmitglieder, deren stummes Zähneklappern wie das lautlose Fauchen von Raubtieren hinter einer Glaswand wirkungslos bleibt. Begleitende Reprise dann wieder in der tollen Schlußsequenz, als die beiden - jeder hat für sich die eigene Reifeprüfung bestanden - im rappelvollen Bus auf der Rückbank plaziert in besinnlicher Ruhe, ungeachtet der glotzenden Fahrgäste, kurzfristig ihren Frieden finden: Hello darkness, my old friend...".

Über die geniale Regie von Mike Nichols (Wer hat Angst vor Virginia Wolf) und die bestechende Arbeit des vieldekorierten Kameramanns Robert Surtees (Quo Vadis, Ben Hur, Meuterei auf der Bounty, Sweet Charity, der Clou u.v.a.) gab es unzählige Seminare und wurden viele Fach-Bücher geschrieben, denn sie sind bereits Legenden hollywoodschen Filmschaffens. Daher gehört die Auseinandersetzung mit ihnen zum Pflichtprogramm, nicht nur für junge Filmstudenten, sondern eigentlich für alle Cineasten...einiges davon leistet diese DVD.

Zwar sollte man den Film politisch nicht überbewerten, aber in ihm ist durchaus ein sanfter Anfang der 68-Bewegung spürbar, geradezu rührend geht es hier nicht nur um das Freischwimmen eines jungen Mannes aus den krakenhaften Fängen seiner Eltern, sondern auch um das Auflösen von Traditionen, jenem weg vom Establishment" (hier der typisch amerikanischen 60er Jahre Middle-Upper-Class); und zumindest filmisch hat die sexuelle Revolution in der Darstellung einer für Hollywood geradezu kühnen Symbolik (siehe auch Plattencover & Filmplakat), offenen Bildsprache und moralischen Liberalität immerhin angefangen.

Darüberhinaus sind die schauspielerischen Leistungen (Dustin Hoffmann war mit seinen 29 Lenzen gerade 6 Jahre jünger als Anne Bankroft) einfach fabelhaft und die Musik ist brillant - für Grufties meiner Generation absolut unsterblich!

Fazit: Ein Edelstein auf meiner persönlichen Liste der 100 bezauberndsten Filme aller Zeiten" - den würde ich mit auf die einsame Insel nehmen! Schön daß dieses Kunstwerk neu-aufpoliert wieder erhältlich ist. Die Firma ARTHAUS (nomen est omen !) wird ihrem anspruchsvollen Namen gerecht!

Peter Bilsing
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51 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dustin Hoffman, Anne Bancroft, Simon & Garfunkel - KULT !, 18. Mai 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Reifeprüfung (DVD)
Eines vorneweg: Dies ist wohl einer der athmosphärisch und zeitgeistlich stimmigsten Filme, die Hollywood jemals hervorgebracht hat. Hier passt einfach alles: Besetzung, Bilder Musik, Timing, Dialoge - UMWERFEND; man muss allerdings die "Reife" dafür haben, dieses auch zu erkennen ...
Zur Story:
Ben (Dustin Hoffman) hat gerade das College hinter sich gebracht. Der im spießigen Mief des gutsituierten Mittelstandes im Amerika der späten 60er Jahre aufgewachsene Junge (Hoffman war beim Dreh bereits 30 Jahre alt, was praktisch nicht zu merken ist) langweilt sich tödlich zwischen den Geschäftspartnern und Freunden seiner Eltern auf den obligatorischen, ewig gleichen Cocktailparties und wird - für ihn selbst am überraschendsten - von der deutlich älteren Mrs. Robinson (Anne Bancroft) eines Tages zu einer rein sexuellen Affäre verführt. Ben wird zusehends erwachsen und fängt in der Folge an, sich den kleingeistigen Regelementierungen seiner bornierten Umwelt zu widersetzen - bis er sich ernsthaft in Mrs. Robinsons Tochter Elaine (Katharine Ross) verliebt.
Gegen alle familiären und gesellschaftlichen Widerstände ist Ben nun entschlossen, seinen eigenen Weg - mit Elaine an seiner Seite - zu gehen.
Statement allgemein:
Ich habe diesen Film zum ersten Mal im Alter von zwölf Jahren gesehen und konnte überhaupt nicht begreifen, was daran - mit Ausnahme des für mich schon damals umwerfenden Sounstracks von Simon & Garfunkel - "so toll" sein sollte. Mit Mitte zwanzig habe ich "Die Reifeprüfung" erneut entdeckt und habe - mittlerweile selbst deutlich "gereift" - diese temporeiche und ur-amerikanische Gesellschaftssatire umso mehr zu schätzen gelernt. Die Gesellschaft im radikalen Wandel - gewollt oder ungewollt -, porträtiert an der sich rasant wandelnden und zunehmend aufrührerischer werdenden Figur des Ben. Das Angehen gegen alle gesellschaftlichen Konventionen, der Glaube an sich selbst, die Selbst-Emanzipation einer jungen, unkonventionellen Generation, das staub-konservative Gebahren des Establishments im Bemühen die sich offenbarenden Brüche zu kitten - alles findet seinen Widerhall in Mike Nichols Regiearbeit von 1967 "THE GRADUATE", für die er 1968 vollkommen zurecht mit dem OSCAR ausgezeichnet wurde. Vier GOLDEN GLOBES im gleichen Jahr für die Zentralfiguren Hoffman, Bancroft, Ross und eben Regisseur Nichols sprechen darüber hinaus eine unmißverständliche Sprache hinsichtlich der vor allem darstellerischen Qualität dieses zeitgeist- und gernerationenüberdauernden Klassikers.
In weiten Teilen genau für DIESEN Film geschrieben, fangen die traumwandlerisch schönen Balladen von Paul Simon und Art Garfunkel das Gefühl und die innere Zerrissenheit der Epoche sicher ein und wurden - im Gleichschritt mit dem Film - zu All-Time-Classics von unerreichter Harmonie. Selbst auf ihrer Reunion-"Old Friends"-Tour von 2003/04 verzichteten die beiden Barden sogar während der Live-Auftritte nicht auf Filmausschnitte aus "The Graduate".
Statement DVD:
Die DVD bietet das originale Cinemascope-Bild (16:9 im Verhältnis 2,35:1 / anamorph codiert) in erfreulicherweise optisch frischer Qualität, ohne dass ein digitales "Post-Production-Herumpfuschen" erkennbar wäre - schön !
Der Ton ist ebenfalls im Original gehalten, soll heißen, dass die englische Tonspur als einzige (lediglich) in STEREO verfügbar ist. Alle anderen Spuren sind sogar nur in MONO verfügbar. Da muss man mit dem Heinkino schon tricksen, um gerade den tollen Soundtrack wirklich genießen zu können. Als Sprachen werden neben Englisch auch Deutsch, Italienisch und Spanisch angeboten, Untertitel sind in Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Türkisch verfügbar.
Die Special Features, sprich das Bonusmaterial ist nicht unbedingt "üppig dimensioniert" aber zufriedenstellend.
Bewertung/Fazit:
Die "Anleihen", welche Hollywood über die Jahrzehnte hinweg immer wieder bei "The Graduate" genommen hat, stellen dieses gesellschaftssatirische Meisterwerk ohne Zweifel in die Reihe der "ganz großen" Filme der Traumfabrik. Die zentralen Figuren sind im zeitlichen Kontext sauber gezeichnet und spigeln die Scheinheiligkeit und Bigotterie einer in der Zerreissprobe befindlichen Gesellschaft wider. Die Satire ist subtil, die Dialoge sind spritzig, die Schnittfolge der Szenen war wegweisend ... - Dieser Film ist ein MUSS.
"And here's to you, Mrs. Robinson. Jesus loves you more than you will know ..."
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Blu-ray des US-Klassikers im Test, 25. Mai 2013
Von 
D. Model "ILuvNY05" (Berlin, Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Reifeprüfung [Blu-ray] (Blu-ray)
--- Inhalt ---

Der zwanzigjährige Benjamin Braddock (blutjung: Dustin Hoffman) gönnt sich gerade eine Auszeit vom College. Er steuert in eine fade Leerlaufphase herein, die sinnloses Herumliegen am Pool und Herumfahren in der Gegend beinhaltet, weil der Einserstudent nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll.
Am Abend seiner Willkommensfeier macht ihm die verheiratete Mrs. Robinson (Anne Bancroft) Avancen, auf die er wenig später eingeht. Nun hat Benjamin etwas gefunden, wegen dem er morgens aufstehen kann.
Seinen Eltern ist die allgemeine Lustlosigkeit Bens nicht entgangen. Zur Ablenkung vom Nichtstun drängen sie ihn dazu, mit der Tochter der Robinsons (Katharine Ross) auszugehen. Natürlich können die beiden nicht wissen, dass Ben eine Affäre mit Elaines Mutter hat. Noch verzwickter wird es, als er erkennt, was für ein tolles Mädchen sie ist. Das gefällt Mrs. Robinson natürlich überhaupt nicht...

--- Kritik ---

Die Verfilmung von Charles Webb' Roman THE GRADUATE trifft haargenau die schnelle Dialogabfolge, die im Buch eine ganz eigene Art von Humor verströmt. Manchmal wiederholt Benjamin einfach nur ungläubig, was ihm Mrs. Robinson gerade gesagt hat und verpackt es in eine Gegenfrage, auf die sie leicht gereizt reagiert. Das hitzige Spiel zwischen den beiden wird von Dustin Hoffman und Anne Bancroft wirklich mit Bravour gemeistert. Die Chemie stimmt einfach.
Aber das ist eigentlich nicht der Hauptgrund, weswegen DIE REIFEPRÜFUNG zu einem Klassiker wurde. Es ist die Thematik ums plötzliche Aufwachen, dass man nun kein Kind mehr ist und sich einen Kopf darum machen muss, was man für einen Beruf ausüben soll. Dieses Thema ist schlichtweg zeitlos. Und obwohl DIE REIFEPRÜFUNG nicht zuletzt durch den bekannten Soundtrack von Simon & Garfunkel 60er-Jahre-Flair verströmt, können sich Jugendliche bis dato mit diesem Problem identifizieren, weswegen es kaum verwunderlich erscheint, dass die Romanvorlage mitunter abiturrelevant ist. DIE REIFEPRÜFUNG ist deshalb kein schmutziger Film über eheliche Untreue, sondern über einen sehr erschreckenden Prozess im Leben eines jungen Menschen, den man gemeinhin als Erwachsenwerden bezeichnet.

--- Zur Blu-ray ---

Nachdem der Klassiker bereits einige Male in HD-Auflösung im Fernsehen lief, gibt es ihn jetzt endlich auf Blu-ray. Zugegebenermaßen war die DVD schon ein Kracher, weil man qualitativ wohl so alles aus dem nahezu 46jährigen Film herausgeholt hat, was ging. Die Blu-ray kann leider keine bemerkenswerte Steigerung bescheinigen. Es liegen zwar einige Szenen vor, die recht sauber und ordentlich wirken, aber so richtig scharf wird das Bild nie. An Referenzanwärter wie VOM WINDE VERWEHT und 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM kommt DIE REIFEPRÜFUNG längst nicht heran. Ein der Detailschärfe störender, wenngleich natürlich wirkender Rauschefilm ist über die gesamte Dauer des Films auszumachen. Nun könnte man sich darum streiten, ob das Verbrauchte nicht zum Charme dieser alten Kamelle hinzugehört. Ich persönlich störe mich nicht an Verschmutzungen oder Rauschen, solange das HD-Feeling nicht auf der Strecke bleibt. Dies ist hier jedoch der Fall.
In Punkto Ton sieht es nicht anders aus. Trotz der zusätzlichen Ausführung der deutschen Tonspur in 5.1 DTS HD Master Audio kann diese kaum punkten. Ganz schwach verirrt sich zum Beispiel im hinteren Bereich das Geschnatter der Leute, während Ben inmitten des Feiergeschehens steht, aber Kraft und Volumen fehlen vollkommen. Sehr enttäuschend ist die Abmischung der Filmmusik ausgefallen. THE SOUND OF SILENCE und MRS. ROBINSON werden nur sehr dünn an die Zuschauer getragen. Der Subwoofer kommt nicht wirklich zum Einsatz. Allerdings ist es vorbildlich, dass sich der Vertrieb Studiokanal entschlossen hat, der deutschen Synchronisation gesonderte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und nicht dem englischen Original. Immerhin wird dieses auch mit HD-Boost präsentiert, wenngleich nur in Stereo. In Zukunft werde ich noch die deutsche Tonspur im gleichen Format testen, in der Hoffnung mehr Dynamik darin vorzufinden. Die Qual der Wahl in der deutschen Synchronisation zu haben, ist jedoch schon einmal vorbildlich.
Auf der Hülle der Blu-ray steht geschrieben, dass auf der Scheibe "mehr als 2 Stunden Bonusmaterial" vorliegen. Zählt man den Audiokommentar von Prof. Thomas Koebner hinzu, der sich über die gesamte Länge des Films erstreckt, stimmt das auch. Ansonsten kann man sich durch fast anderthalb Stunden Zusatzmaterial zum Film in Standardauflösung klicken. Besonders pikant empfinde ich das Interview mit dem Autor Charles Webb, hatte ich einmal gelesen, dass er sich von der Verfilmung seines Meisterwerkes distanziert hat. Davon ist in der zwanzigminütigen Frage-und-Antwort-Runde nichts zu spüren... Es liegen sogar einige Extras in deutscher Sprache vor, unter anderem das Featurette zur Musik, die von einer Professorin, die an der TU Berlin lehrt, in den geschichtlichen Kontext gesetzt wird. Als Sahnehäubchen bekommt der Filmsammler ein Wendecover ohne FSK-Flatschen obendrauf.

--- Fazit ---

DIE REIFEPRÜFUNG muss man einfach gesehen haben. Dieser Film hat seinen Eingang in die (amerikanische) Popkultur längst gefunden. Selbst nach mehr als vierzig Jahren finden sich noch Referenzen in neuen US-Serien, die sich um diesen Film drehen (z.B. DIE SIMPSONS oder GILMORE GIRLS). Wenn man die DVD schon sein Eigen nennen kann, bedarf es kein Update zur Blu-ray, es sei denn, man möchte mehr Fakten und Deutungen zum Film sehen, die im umfangreichen Bonusmaterial offenbart werden. Alles in allem verdient diese Blu-ray vier Sterne, obwohl dieser Film, der irgendwo zwischen Komödie und Drama angelegt wurde, bei Weitem mehr Wert ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Filme aller Zeiten auf Blu-ray, 12. April 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Reifeprüfung [Blu-ray] (Blu-ray)
"The Graduate" oder "Die Reifeprüfung" ist eine Liebeskomödie von 1967, die völlig zurecht zu den großen Klassikern der Film-Geschichte gehört.
Die Handlung ist wohl weitgehend bekannt, es geht um den jungen Benjamin (gespielt von Dustin Hoffman), der am College graduiert und nicht weiß, was er nun mit seinem Leben anfangen soll.

Die schauspielerischen Leistungen sind herausragend, der Film lohnt sich schon wegen des legendären Soundtracks von Simon & Garfunkel, bemerkenswert ist auch die Kameraführung.
Nicht nur in diesem Punkt war der Film seiner Zeit weit voraus.

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--> BLU-RAY:
Bild- und Tonqualität der Blu-ray sind gut, gerade auch angesichts des Alters des Filmes.
Die Blu-ray enthält neben dem deutschen auch den englischen Original-Ton (und einige weitere Sprachen).
Außerdem werden ein paar (kleine) Extras mitgeliefert, u.a. zur Filmmusik.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach nur wundervoll - trotz der DVD-Mankos!!!, 2. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Reifeprüfung (DVD)
"Die Reifeprüfung" ist einer der besten Filme die jemals gedreht wurden. Selbst heute erscheint die Geschichte nicht antiquiert. Denn obwohl mittlerweile über 30 Jahre vergangen sind, könnte die Geschichte auch noch heute passieren.
Besonders schön ist, dass in dem Film nicht alles "totgeredet" wird. Viele Eindrücke werden einem allein durch die Bilder vermittel (Ein Gesichtsausdruck sagt mehr als tausend Worte). Auch die Schnitte im Film sind einfach nur - WOWH.(Z.B. Wenn Ben auf der Luftmatratze liegt und von Mrs. Robinson träumt) Und der Text trifft die Situation auch immer genau auf den Punkt. Von der Wirkung der Filmmusik Paul Simons ganz zu schweigen.
Für einen so alten Film ist die Bild- und Tonqualität auf der DVD mehr als überraschend gut.
Die Extras sind jedoch enttäuschend. Die sogenannte Fotogalerie enthält hauptsächlich ein paar Filmplakate und drei oder vier Fotos. Das wars dann auch schon.
Das Kurz-Interview mit Dustin Hoffman kann man sich eigentlich sparen, wenn man sich das Special zum 25-jährigen Jubiläum ansieht. Denn dort wird dasselbe Interview verwendet.
Weshalb es im Special kein Interview mit Anne Bancroft gibt - immerhin ist sie die Hauptdarstellerin - bleibt auch unverständlich. Ansonsten ist das Special ganz nett, zumal einige interessante Informationen geliefert werden.
Einziges wirklich überzeugendes Extra ist der 3-Minuten lange Trailer.
Alles in allem lohnt es sich einen Blick in die DVD zu werfen.
Schon alleine wegen des Filmes, den man wirklich gesehen haben muß.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr liebevoll zusammengestellte 2DVD Edition des 60er Jahre Filmklassikers, 23. Februar 2007
Als alter Dustin Hoffman Fan steht DIE REIFEPRÜFUNG natürlich ganz oben in meiner Rangliste. Denn The Graduate (Die Reifeprüfung) war nicht nur sein Schauspiel-Debüt, sondern auch seine Glanzrolle. In der Rolle als Benjamin Braddock verkörperte er den Zeitgeist der End60er Generation. Gefolgt von der großartigen Anne Bancroft als Mrs. Robinson. Um so mehr freute es mich, als ich endlich diese wunderschön gestaltete 2DVD Edition in den Händen halten konnte. Denn neben dem Film liegt ein sehr informatives Booklet mit bei und auch das Bonusmaterial auf der Extra DVD ist exzellent. Vor allem das 23 Minuten lange Interview mit Dustin Hoffmann sowie der Kurzfilm LOOKING BACK runden diese Premium Edition ab. So macht DVD’s kaufen wieder Spaß.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hat trotz der Jahre nichts an Reiz verloren, 6. März 2006
Von 
Stephan Kleiber "buchtippse.de" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Reifeprüfung (DVD)
°
´Die Reifeprüfung´ lohnt sich zu sehen, selbst wenn man normalerweise nicht auf Filme aus der Zeit steht. Benjamin Braddock (Dustin Hoffman) hat das College beendet und weiß noch nicht so recht, was er mit seiner Zukunft anfangen soll. Da lernt er auf einer Party Mrs. Robinson kennen, eine Bekannte seiner Eltern, und beginnt mit ihr ein Verhältnis. Rein sexuell und dermaßen abgeklärt, als würden sich die beiden zum Kartenspielen treffen. Bejamins Versuche, Mrs. Robinson näher kennen zu lernen, wehrt diese regelmäßig ab und beschränkt sich die Aktivitäten im Bett. Wenig später geht Benjamin, auf Drängen seiner Eltern, mit Mrs. Robinsons Tochter Elaine aus und verliebt sich in sie. Das wiederum gefällt der ehrenwerten Mutter überhaupt nicht und sie vereitelt die Beziehung, verkuppelt Elaine anderweitig und arrangiert deren Hochzeit. Benjamin erfährt leider zu spät davon … ein Happy End gibt’s trotzdem.
Für die damalige Zeit (1967) ganz sicher ein sehr gewagter und offener Film, zeigt er doch ungeschminkt die Beziehung des jungen Benjamin mit der wesentlich älteren und noch dazu verheirateten Mrs. Robinson. Bei manchen Szenen bleibt einem schlicht die Luft weg, so gut spielen die beiden. Dazu passend und immer perfekt abgestimmt ist der Soundtrack von Simon & Garfunkel. Einfach kultig und sehenswert, ich war positiv überrascht.
~
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schwelgerisch-schöner Film-Traum, 19. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Reifeprüfung (DVD)
Arthur Penns "Bonnie & Clyde", Michelangelo Antonionis "Blow Up", Stanley Kubricks "2001", Sergio Leones "Spiel mir das Lied vom Tod", Dennis Hoppers "Easy Rider" und Mike Nichols' "Die Reifeprüfung" waren jene Filme der ausgehenden 60er Jahre, dem ein neuer Zeitgeist inne wohnte, die eine neue Sprache sprachen, eine neue Gangart pflegten.

Penn hatte mit seiner Gewaltballade das erste blutige Road-Movie geschaffen, Antonioni europäisches Arthaus-Kino mit der Beatnik-Bewegung überein gebracht, Kubrick den Science-Fiction-Film neu erfunden, Leone den wohl elegantesten Western aller Zeiten gedreht, Hopper Drogen- und Freiheitserfahrung zur amerikanischen Tugend erklärt und Mike Nichols hatte den ersten amerikanischen Film gedreht, in dem es ganz offen darum ging, dass ein junger College-Absolvent mit einer viel älteren, verheirateten, Frau in's Bett geht um am Ende mit deren Tochter zusammen zu kommen. Ein höchst skandalöses Thema. Gegenwärtig jedoch wäre "Die Reifeprüfung" ein harmloser Film. Jede Vormittags-Talk-Show oder Nachmittags-Soap wäre eine weitaus ordinärere Begegnung mit selbigen Thema.

Abseitig seines hochinteressanten zeitlichen und filmhistorisch bedeutsamen Kontexts ist "Die Reifepüfung" eines der sensibelsten Meisterwerke über eine große Anzahl von Aspekten, die äußerst stimmig miteinander verwoben sind. Das ist es auch, was diesen Film in meinen Augen so unvergleichlich perfekt macht. Es ist eine Geschichte über einen, der irgendwie im "Dazwischen" gefangen ist und nicht so recht weiß ob sein Leben auch weiterhin streng in eine Richtung verlaufen soll. Es ist aber auch eine Persiflage und kritische Beäugung der Gesellschaft, die in ihrer Durchschnittlichkeit keine Optionen oder vielleicht sogar zu viele Optionen offen lässt. Hinter den Wohlstands-Fassaden lauern mittelmäßige Lebensentwürfe und mittelmäßige Floskeln ("Nur ein Wort: Plastik!"). Benjamin Braddock hat erkannt wozu seine Mitmenschen aufgrund ihres Luxus und ihrer Dekadenz nicht mehr in der Lage sind: Er hat erkannt wie sinnlos und leer das gesellschaftliche Versteckspiel bürgerlicher Lebens-, Wohn- und Wertevorstellungen verläuft.

In einem Hotel wird er ständig für einen anderen gehalten und später gesteht er Elaine: "Ich komme mir vor als spiele ich irgendein Spiel dessen Regeln ich nicht verstehe. Sie kommen mir vor als wären sie von den falschen Leuten gemacht. Nein. Die macht ja Niemand, die scheinen sich selbst zu machen."

Es ist gerade das tragisch-schmerzliche Gesicht von Dustin Hofmann, dass der Figur des Benjamin Braddock eine solche Desilliusion, eine solch unterdrückte Trauer verleiht. Wenn "Simon & Garfunkle" (einer meiner Lieblingsbands) erklingt und Benjamin Braddock einsam vor seinem Aquarium hockt, sich als der sympathisch-angepasste Querdenker nicht zu irgendeiner Entscheidung in der Lage sieht, dann sind das magische Augenblicke, in denen ich jedes Mal erstaunt bin wie großartig es Nichols gelungen ist gerade jenes Gefühl (auch gegenwärtiger) Lethargie und Orientierungslosgkeit visuell dezent und mitfühlsam auf den Punkt zu bringen.

Ohnehin besteht Nichols Meisterwerk aus Sequenzen, welche Einsamkeit, Verlorenheit und Melancholie darstellen, wie es vielleicht erst wieder Sofia Coppola Jahrzehnte später mit "Lost in Translation" so kongenial gelungen ist.

Einstellungen wie jene, als der unscharfe Fokus auf Elaines Gesicht plötzlich scharf wird und ihre Tränen offenbart werden, der einsame Gorilla während Braddock am Affengehege gelehnt ist, der Einsatz des Zooms im Flur vor Elaines' Zimmer als Mrs. Robinson Ben "Lebewohl" sagt, der Schnitt, als er auf seine Luftmatratze springt um auf Mrs. Robinson zu landen oder wie er ein dutzend Mal "Elaine" auf seinen Block schreibt und an die Decke starrt...jede Minute dieses Film ringt mir ein erstauntes Lächeln ab weil er so ungeheuer detailverliebt auf den ersten Blick banale aber dadurch umso wahrere Momente einfängt, die im Einklang mit den Figuren stehen. Über die Tatsache hinaus, dass der Film eine subtile Anklage gegen bürgerliche Idealvorstellungen und sensibeles Potrait eines angepassten Unangepassten ist, bietet Nichols aber auch einfach eine romantisch-schwelgerische Love-Story und die spannend inzenierte Darstellung einer Sexaffäre.

Für mich ist "Die Reifeprüfung" in erster Linie ein schwelgerisch-schöner Film-Traum, mit dessen Protagonisten ich mich einfach einmalig identifizieren kann, der aber auch, wie bereits erwähnt, die unterschiedlichsten Genre-Zutaten stimmig zu vermischen weiß. Ein echtes Meisterwerk, der meine Höchstwertung voll verdient hat.
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Die Reifeprüfung
Die Reifeprüfung von Dustin Hoffman (DVD - 2001)
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