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56 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Achtung! Opernskandal, intelligent gemacht!
Ahhh, eine Skandalaufführung auf DVD! Moderne Inszenierungen gibt es ja nun eine ganze Menge, und nur wenige haben das Zeug, einen echten Skandal zu produzieren - auch wenn Peter Konwitschny in dieser Disziplin zugegenermaßen recht erfolgreich ist ("Rosenkavalier"). Was macht nun aber das Skandalöse an dieser Produktion aus? Kann man mit einigen Requisiten...
Veröffentlicht am 20. Dezember 2002 von MRuhnke

versus
37 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Musik - Grauenvolle Inszenierung
Die musikalischen Darbietungen, sowohl des Orchesters als auch der Saenger entsprechen ganz dem, was man von der Hamburger Staatsoper erwarten darf, hoechste Qualitaet. Ingo Metzmacher dirigiert den Freischuetz schwungvoll und dynamisch und das Orchester folgt praezise. Ebenso so zeichnen sich die Saenger durch eine gelungene Vorstellung aus. Insbesondere die...
Veröffentlicht am 11. November 2002 von Markus Doer


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56 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Achtung! Opernskandal, intelligent gemacht!, 20. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Weber, Carl Maria von - Der Freischütz (DVD)
Ahhh, eine Skandalaufführung auf DVD! Moderne Inszenierungen gibt es ja nun eine ganze Menge, und nur wenige haben das Zeug, einen echten Skandal zu produzieren - auch wenn Peter Konwitschny in dieser Disziplin zugegenermaßen recht erfolgreich ist ("Rosenkavalier"). Was macht nun aber das Skandalöse an dieser Produktion aus? Kann man mit einigen Requisiten dieses Werk tatsächlich "beschädigen"? Wohl kaum. Dichtet der Regisseur die Handlung komplett um? Auch nicht. Gibt es Obszönitäten auf der Bühne? Nein...
Viel schlimmer: Konwitschny übt Werkkritik mit seiner Inszenierung, und das am "deutschen Heiligtum", dem Freischütz! Er legt den Finger in die Wunden des dramatisch unschlüssigen und passagenweise banalen Textbuches. Beispiele gibt es viele:
1. Der Text des Jägerchores, der sonst im Blech und großen Chor untergeht, wird vor der Schlußszene von einem Sprecher (Samiel) vorgelesen und der Lächerlichkeit preisgegeben.
2. Die Figur des Eremiten, des "Deus' ex machina", der das Werk ohne dramatische Notwendigkeit zum Happy End führt, wird von der Bühne in das Publikum verlegt, mithin "in eine andere Welt". Das personifizierte Wunschdenken des Zuschauers manipuliert das eigentlich unglücklich endende Stück hin zu einem glücklichen Ende der allgemeinen Versöhnung.
Das sind nur die prägnantesten Beispiele, Belegstellen finden sich wie Sand am Meer. Doch der Regisseur kritisiert nicht nur, er interpretiert auch: Die Allgegenwart des Teufels in Gestalt von Samiel wird uns in jeder Szene in Erinnerung gerufen. Das Bratschensolo in der 1. Szene des 3. Aktes wird "vom Teufel persönlich" auf der Bühne gespielt. Bei aller Überfrachtung der Handlung mit pantomimischen Details und "kleinen Gags" wirkt die Regiearbeit dabei sehr durchdacht, die Personenregie glaubwürdig, das handwerkliche Element fehlt also keineswegs. Der weitgehende Verzicht auf Bauten und Kulissen stellt den Freischütz dabei schonungslos als das dar, was er eigentlich ist: Ein Volksstück zur Unterhaltung.
Ingo Metzmacher hat das Orchester der Hamburgischen Staatsoper hervorragend im Griff, es spielt schwungvoll und dynamisch. In einigen Passagen greift er zu eher langsamen Tempi, was diesem Werk eigentlich nicht so gut tut, aber das ist letztendlich Geschmackssache. Besonders die Wolfsschluchtszene habe ich selten mit soviel dramatischer Kraft gehört wie hier.
Die Sängerbesetzung ist erstklassig. Albert Dohmen gibt einen glaubwürdigen wie dämonischen Caspar, dem nur das letzte Quentchen Kraft fehlt. Die beiden Solistinnen Sabine Ritterbusch und Charlotte Margiono überzeugen weniger optisch, haben aber die sehr schwierigen Partien, die (bei Sopranistinnen gefürchtet) immer wieder zwischen dramatischen Passagen und schwierigen Koloraturen changieren, hervorragend im Griff. Jorma Silvasti ist ein idealer Weber-Tenor, der nicht den Fehler macht, die Partie zu schwer anzulegen; einzig die schlechte Aussprache bei den gesprochenen Dialogen könnte man ihm ankreiden.
Bei der Technik der DVD gibt es auch nur positives zu vermelden: Ein anamorphes 16:9-Bild und glasklareren Stereoklang.
Fazit: Wer die DVD kauft, sollte sich darüber im Klaren sein, was ihn erwartet, eine Überdosis modernes Regietheater und einige Szenen, wo der eher konservative Opernfreund sich vor den Kopf gestoßen fühlt. Dies ist keine DVD zum Kennenlernen der Oper, auch nicht zum schnellen Genuß, sondern hier ist man gezwungen, sich mit dem Stück und der Inszenierung auseinanderzusetzen. Leider wird der Zuschauer damit ziemlich allein gelassen, das Booklet verheißt keinerlei Aufklärung. Das Buch von Frank Kämpfer über Konwitschnys Regieideen ist übrigens sehr hilfreich dabei. Spätestens dann bin ich sicher, daß die DVD den Zuschauer in ihren Bann ziehen wird...
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37 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Musik - Grauenvolle Inszenierung, 11. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Weber, Carl Maria von - Der Freischütz (DVD)
Die musikalischen Darbietungen, sowohl des Orchesters als auch der Saenger entsprechen ganz dem, was man von der Hamburger Staatsoper erwarten darf, hoechste Qualitaet. Ingo Metzmacher dirigiert den Freischuetz schwungvoll und dynamisch und das Orchester folgt praezise. Ebenso so zeichnen sich die Saenger durch eine gelungene Vorstellung aus. Insbesondere die Hauptfiguren Max, seine zukuenftige Braut Agathe und deren Zofe Aennchen sind ausgezeichnet besetzt.
Grauenvoll jedoch die Inszenierung, was am Ende auch vom Publikum mit Pfiffen quittiert wird. Ein undurchsichtiger Wirrwarr von modernen Requisiten die in keinem erkennbaren Zusammenhang zur Handlung stehen werden eingesetzt. Die Saenger erscheinen in einem modernen Fahrstuhl auf der Buehne und der Chor fuchtelt mit Taschenlampen herum. Ein Fernseher mit Feuer auf dem Bildschirm dient zum Kugel giessen. Wer auch darueber hinweg sehen kann wird durch die Musik voll entschaedigt, wer jedoch Wert legt auf ein ansprechendes Buehnenbild, sollte diese DVD besser nicht kaufen.
Technisch ist die DVD einwandfrei, glasklarer unverzerrter Stereoklang und eine exzellente Bildqualitaet stehen zur Verfuegung. Insgesamt ist das Buehnenbild fuer den Fernseher etwas zu dunkel geraten, aber da die Handlung vorwiegen nachts spielt ist dies wohl hinzunehmen.
Fazit: Wer Wert legt auf Musik und Saenger und ueber das Buehnenbild hinwegsehen kann ist mit dieser DVD ganz gut bedient.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Polarisierend - parodistisch - paradox - phantasievoll, 29. Juni 2012
Von 
Hans-Georg Seidel "opera" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weber, Carl Maria von - Der Freischütz (DVD)
Peter Konvitschny ist in seinen Inszenierungen so etwas wie der große Aufreger für alle traditionellen Wahrnehmungsmuster.
Die Realität dieser Inszenierung, die ja auch hier bereits zu hefiger Ablehnung geführt hat, bietet einen Strauß an paradox-parodistisch-satirischen Ideen, die alle in diesem Inszenierungskonzept untergebracht sind. Es bricht mit gewohnten Bildern, die das Sujet immer wieder zum Anlaufpunkt für banal romantische Vereinnahmung macht. Die Nationaloper für die "deutsche Seele" wird hier vom Kultobjekt in prall lebendiges Interaktionstheater überführt. Nicht alle Ideen überzeugen mich. Insbesondere die Jägerchor-Szene ist aus meiner Sicht auf plumpe Provokation angelegt. Damit wird aber auch ein musikalisches Highlight demontiert. Wie man den Chor süffisant, das Sujet brechend, in Szene setzen kann, haben Achim Freyer in Stuttgart (siehe Rezension) und Robert Wilson in Baden Baden 2009(noch nicht auf DVD) in ihren Inszenierungen gezeigt, dabei aber die musikalische Anmutung gewahrt.
Die Inszenierung bietet die Brechung des trivialen Librettos, ist somit ein Greuel für rein traditionelle Seher.

Sängerisch wird auf ganzer Breite solide interpretiert. Herausragend die Agathe von Charlotte Margiano mit feinstrahlig fokussiertem Sopran. Auch Sabine Ritterbusch als Ännchen interpretiert hervorragend.

Insgesamt also ein abwechslungsreiches, konzeptionell phantasievoll vernetztes Sammelsurium an Ideen, die ein nie langweiliges Musiktheater bieten, aber rein traditionellen Vorstellungen keinesfalls entsprechen.

Inszenierungskonzepte im Wandel:
Gerade diese Oper, eine deutsche "Nationaloper", ist Ankerpunkt von vielen optisch fixierten, interpretatorischen Vorstelllungen. Dabei ist die traditionelle Umsetzung wie sie Rolf Liebermann in Hamburg 1968 geboten hat, auch nur die romantisierende Darstellung der Realität aus dem 17.Jahrhundert in Böhmen. Auch Tradition und Naturalismus sind Interpretation und natürlich nicht die einzig legitime Annäherung an die Umsetzung von Werkkonzepten. Was Traditionelle sehen wollen, sind denn auch keine werkgerechten Inszenierungen, die sie stets anmahnen, sondern die ästhetisierte Umsetzung in naturalistischer Bildsprache, also des bürgerlichen Realismus des 19.Jahrhunderts.
Werktreue als reines Vollzugsprodukt der Tradition im Naturalismus zu sehen, geht an den realen Gegebenheiten des Musiktheaters, wie auch einer langen Rezeptionsgeschichte von Werken, in immer neunen Variationen und Schwerpunktsetzungen vorbei. Diese Art von Erwartungshaltungen sind museal statisch und nicht der Tatsache Rechnung tragend, daß Oper immer schon auch Spiegel gesellschaftlicher Gegebenheiten und Prozesse war.

Vielleicht besänftigt es einige Traditionelle, daß z.B. schon Goethe und Schiller für ihre eigenen Inszenierungen von anderen Werken am Weimarer Nationaltheater, den Begriff der Werktreue ablehnten. Sie nahmen sich das Recht heraus Textvorlagen fremder Autoren nach Gutdünken zu bearbeiten und auf die Bühne zu bringen. Also alles schon dagewesen, nichts wirklich Neues, was Interpretationstheater der heutigen Zeit bietet und schon gar nicht die Empörung und Ablehnung verdienend, die in Schimpftyraden Platz greift, damit eine eher arge Horizontbegrenzung der Wahrnehmung, insbesondere des Wissens dokumentiert. Ungeachtet dessen, ist es natürlich legitim, nur traditionelle Inszenierungen zu lieben.
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11 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißender Freischütz, 19. Januar 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Weber, Carl Maria von - Der Freischütz (DVD)
Ich habe den Hamburger Freischütz in der Premiere live erleben dürfen. Max wurde in der Premierenaufführung noch von Herrn Elming gesungen (der übrigens irrtümlicherweise auch im Booklet der DVD benannt wird). Die Aufnahme der DVD stammt von einer späteren Aufführung.Die sängerische Leistung des Herrn Elming war am Premierenabend wirklich mager, so dass diese Aufnahme in Bezug auf die Besetzung des Max wesentlich besser ist.
Insgesamt war die musikalische Leistung eine sehr ordentliche von allen Beteiligten. Hervorzuheben ist allen voran natürlich Herr Metzmacher, der Sänger, Chor und Orchester souverän geführt hat. Aber nicht nur das, er schaffte es alle Mitwirkenden für diese Produktion zu begeistern und mitzureißen.
Die Inszenierung ist sicherlich für einige Zuschauer gewöhnungsbedürftig. Doch eines vermag sie, und das ist ganz im Sinne des Komponisten: Sie lässt das Publikum keine Sekunde los, sie reißt alle mit: Darsteller, Orchester und Publikum. Wer würde heute gefesselt im Sessel sitzen weil in der Wolfsschluchtszene Holzpferde über die Bühne geschoben würden und Klappergeräusche im Hintergrund erzeugt würden? Es wäre geradezu lachhaft. Konwitschny schafft es jedoch, dass ich beispielsweise immer wieder am Ende dieser Szene wie gebannt auf dieses Bühnenbild starre.
Was mir als Erlebnis fehlt sind die heftigen Publikumsreaktionen der Premiere. Das Publikum war regelrecht gespalten, insbesondere beim Jägerchor. Doch durch die DVD mit ihrer hervorragenden Klangqualität werde ich gerne immer wieder an mein Opernerlebnis in Hamburg erinnert.
Die DVD kann ich nur bedingungslos empfehlen und vergebe 5*****.
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10 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Abzulehnender Regieunsinn, 1. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Weber, Carl Maria von - Der Freischütz (DVD)
Wenn man diese Aufnahme mit der soeben Gott sei Dank wieder bei Arthaus erschienenen Hamburger "Freischütz-Produktion" von Rolf Liebermann vergleicht, werden einem die Augen für werkgerechte Inszenierungen geöffnet. Konwitschny bietet unverständlichen Regieunsinn mit geradezu zwanghaftem Hang zur Modernisierung um jeden Preis. In der Liebermann Produktion wird packende, romantische Opernatmosphäre vom ersten Takt an verwirklicht. Bei der Wolfschluchtszene stockt einem geradezu der Atem. Der im Grunde naive Kern der Oper wird exemplarich herausgearbeitet. Dazu ein herrliches Bühnenbild, schöne Kostüme und hervorragende Personenführung. Auch die Sänger bieten allerhöchstes Niveau. Herausragend dss reizende Ännchen von Edith Mathis und die Inkarnation des dämonischen Bösewichts Kaspar durch Gottlob Frick. Diese beiden Rollenproträts sind Lisa Otto und Karl Ridderbusch in jeder Beziehung haushoch überlegen. Insgesamt auch im Abstand der Jahre betrachtet ein Meilenstein in der filmischen Realisation von Opern. Unbedingt zu empfehlen.
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Weber, Carl Maria von - Der Freischütz
Weber, Carl Maria von - Der Freischütz von Felix Breisach (DVD - 2000)
EUR 32,74
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