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am 5. Mai 2015
Das amerikanische Kino der 70er hatte -nach der Hippiebewegung und ihrem verheerenden Untergang in der Hölle von Vietnam- gegen Ende des Jahrzehnts eine universelle Grösse und humane Gültigkeit erreicht, die selbst zuvor nach dem zweiten Weltkrieg in Hollywood nicht wirklich erkennbar gewesen war. Denn 1945, sofort nach dem Sieg der Alliierten, trampelte auch schon das nächste US-Propaganda-Programm kontra Stalinismus alles politisch nieder. Erst die rebellische Generation der 60er/70er erzwang in sämtlichen Künsten eine Perspektive der generellen Kritik an Staat, an Pseudo-Demokratie und Vaterlands-Gehorsam.
Michael Cimino - heute eine 76-jährige Frau - erschuf zwischen 1978 und 1986 mit den drei gigantomanischen Filmen "The Deer Hunter", "Heaven`s Gate" und "The Year of the Dragon" eine Testosteron-Trilogie von tiefster Melancholie und zu Tränen rührendem Pessimismus.
"Die durch die Hölle gehen", ein herrlich pathetischer deutscher Titel für diesen großen Film, ist mit seinen drei Stunden eine atemberaubende Achterbahnfahrt durch Männer-Freundschaften, verklemmte Liebes-Sehnsüchte, gemeinsame Gesänge beim Billardspiel ("I love you Baby"!!) und durch eine alles sprengende Kriegserfahrung, die nur noch Tote oder/und geschredderte Biographien hinterlässt.
Als 1979 bei der Berlinale-Premiere am Ende des Films die Überlebenden die "Star-spangled Banner"-Hymne anstimmten, da marschierten die Film-Delegationen der Warschauer-Pakt-Staaten samt ihren mitgebrachten Werken geschlossen nach Hause. Und die Linke der Frontstadt tobte. Kommentar damals vom Theater-Regisseur Peter Stein: "Ein Schweinefilm, aber gut". Immerhin.
Heute ist dieser Film -noch mehr als das großartig zerborstene Coppola-Monument "Apocalypse now"- die letztgültige Beschreibung einer US-Generation. Cimino ist es gelungen, mit wundervollen Darstellern eine Atmosphäre der Zärtlichkeit und des Verlusts zu beschreiben, die mehr in Blicken und Momenten zu liegen scheint als in konkreten Dialogen und szenischen Manifestationen. Sehen Sie auf der Hochzeit -und der Verabschiedungs-Feier zugleich- von John Savage die unglaublichen Blickduelle zwischen Merryl Streep und Robert de Niro. Und sehen Sie einen jungen Christopher Walken, der mit jeder seiner Bewegungen wahrhaftig den Vogel abschiesst. Wie Walken die kleine Bierflasche betrunken und unter allgemeiner, jubelnder Anteilnahme überspringt, und dann: wie er die finale, kaum mehr überbietbare Showdown-Russisch-Roulette-Szene mit de Niro im untergehenden Saigon spielt! Wenn es einen Jahrhundert-Oscar gäbe - nur diese 3 hätten ihn verdient: Streep, de Niro, Walken.
Hollywood hat oft in seiner Geschichte hell geleuchtet. Aber die erdige Lebensliebe, in der Cimino mit seinen 3 grossen Filmen wühlte, ist in dieser Exzessivität vorher und nachher niemals mehr erreicht worden.
Überstrahlt wird der ganze Film noch von der Musik. Die "Cavatina" von Stanley Myers ist in ihrer raffinierten Schlichtheit eine Guideline durch die Gefühle des Films: wir sind zwar alle rettungslos verloren, aber wir sehnen uns so unendlich.....zum Beispiel nach einer Schönheit und Unschuld wie sie in dieser Melodie aufschimmert.
Natürlich sind "Heaven`s Gate" und "Year of the Dragon" ebenfalls grandiose Fresken- der eine ein bitterer ausladender epischer Western im Schlamm, der andere ein Traktat über das Irrewerden eines Cops (Mickey Rourke) an der eigenen Moral im chinesisch dominierten New York der 80er (Buch: Oliver Stone). Aber "Deer Hunter" wird dann wohl doch das glamouröse und gleichzeitig Tolstoi`sche Meisterwerk dieses Kino-Genies gewesen sein, vielleicht weil Cimino eine derart liebevolle Figurenzeichnung nie wieder erreichte.
Michael Cimino wird im heutigen Produzentenkino als böses Menetekel angesehen, weil er mit seiner künstlerischen Unerbittlichkeit während "Heaven`s Gate" die Firma United Artists killte. Aber wir müssen ihn eigentlich als Helden ansehen. Denn es gelang ihm, mit seiner Mix aus existentiellster, ambivalentester Menschlichkeit und düsterer US-Siedler-Mythologie, die all seinen Fantasien innewohnt, zumindest mit "Deer Hunter" den disaströsen Total-Sieg des Popcorn-Kinos noch ein paar Jahre ein wenig aufzuhalten. Sehen Sie auf der neuen englischen DVD von "Heaven`s Gate" wie Ciminos Mitarbeiter beispielsweise von seiner Geduld beim nervenzerrenden Warten auf eine stimmige Wolkenformation erzählen. Für eine einzige charismatische Kamera-Einstellung, in der die Erde den Himmel spiegeln soll.
Zehn Sterne. A Masterpiece among Masterpieces.
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am 8. Februar 2015
Dieser Film begleitet mich schon mein ganzes Leben.Als kleines Kind gesehen und nie vergessen.Es ist ein Film der die Gräuel zeigt wie sie nur Menschen begehen können.Besonders die Szene die Christopher Walken zeigen wie er russisches Roulette spielt....Ich WEiSS dass es auf beiden Seiten(Amerika) und (Vietnam)ganz schlimme Sachen passiert sind.Ich kenne mehrere Vietnamveteranen die völlig kaputt nach Hause zurück gekommen sind.Selbstmord begangen haben,Depressionen,Drogensucht sind keine Seltenheit.Das ist der beste Film NICHT in den Krieg zu gehen,Patriotismus hin o.her.Es wurden Teenager in den Kampf geworfen die keine Ahnung davon hatten was ein Krieg ist!!Nun gut,zurück zum Film.Natürlich muss man sich auf diesen Film einlassen.Mitschauen und nachdenken.So nebenher beim Bügeln würde ich ihn nicht laufen lassen.Zusammen mit Platoon und Apokalypse now ist das DER BESTE Film.Anschauen lohnt sich wirklich!!Kaufempfehlung!!
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am 30. März 2015
Habe mir einige Rezensionen durchgelesen,die meissten ja sooo was von lang.
Ich mache es kurz.Für mich der absolut beste Film den ich je gesehen habe!Wer sich über die lange "Einleitung" beschwert und meint,diese hätte man ja auch weglassen können,der hat entweder keine Geduld,oder ist einfach mit dem Anspruch den dieser Film hat überfordert und sollte weiter Rambo schauen.
Alle Charaktere sind perfekt besetzt und umgesetzt,wobei Robert de Niro hier seine unfassbare Glanzvorstellung abliefert
Die Story an sich ist ja schon ausreichend erläutert worden,von dem her spare ich das aus.
Es gibt jedenfalls keinen Film,der mich annähernd so berührt wie dieser,und genau wie ich mir bestimmte Schallplatten immer wieder anhören,so kann ich mir diesen Film auch immer und immer wieder ansehen.
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am 24. August 2006
"Deer Hunter" ist kein politischer Film, dieser Anspruch wurde ihm jedoch von Anfang an aufgezwungen. Er zeigt, was der Krieg aus Menschen macht: Seelische und physische Krüppel. Die Erfahrungen in Vietnam - das zeigt die letzte Stunde überdeutlich - zerstört Kommunikation. Es fehlen passende Worte für den fahlen Alltag nach der Grenzerfahrung: Dieses Nichtweiterwissen wird durch Michael (de Niro) absolut glaubwürdig und hervorragend transportiert. Aus Nick, gespielt von einem Christopher Walken, den man kaum mehr erkennt (so ganz anders war er in dieser seiner ersten wirklich wesentlichen Rolle), wird ein Drogensüchtiger, festgehalten in einer Wett-Kaschemme für Selbsttöter. Davor: Eine sehr lange Hochzeit, die großartig fotografierte Jagd, dann das kurze Mittelstück in Vietnam, das unvergesslich bleibt. Ich kann überhaupt nicht verstehen, was die damalige Diskussion um Wahrheit oder Fiktion der Russisch-Roulette-Szenen bitte schön soll: Es handelt sich nicht um einen Film "based on a true story". Cimino, der danach nichts Erwähnenswertes mehr vollbracht hat (ja, genau das meine ich, auch wenn die lobenswerte Zeitschrift Steadycam seinem folgenden gigantomanischen FlopFlop eine ganze Ausgabe gewidmet hat), sagt zu Recht in den letztendlich wenig erbaulichen Extras auf DVD, dass er nach einer Verdichtung der Kriegserfahrung gesucht hat, die mehr ist als Warten und schnelles, blitzartiges Feuergefecht. Die psyschiche äußerst grausame Folter in Vietnam, aus der nur Michael (eher vermeintlich) unbeschadet entrinnt - durch seine enorme Charakterstärke und seinen verzweifelten Mut - ist das perfekte Abbild, was Krieg eben ist. Damit wird der gesellschaftliche Ruin (das Ergebnis jedes Krieges, der per se immer unmenschlich ist, und dieser war es besonders) zum Kammerspiel von äußerster Intensität. Ob diese Spielchen nun stattgefunden haben oder nicht, interessiert mich dabei überhaupt nicht. Dass Michael, Nick und Steve Kinder von Exilrussen sind, dürfte auch nur wenigen aufgefallen sein (Ende der 70er Jahre noch äußerst ungewöhnlich). Die intensive und letztendlich doch zurückhaltende Darstellung von de Niro macht "Deer Hunter" letztendlich zum Meisterwerk. Michael meine ich zu kennen. Und auch Nick. Die Szene vor der letzten Jagd in ihrem Einfach-Bungalow sehe ich mir immer wieder gerne an: "Du musst den Hirsch mit einem Schuss erledigen." Michael ist ein Einzelgänger, und Nick das Verbindungsstück zu den anderen, auch zu Meryl Streep (die sich zu beiden hingezogen fühlt), zum chaotischen Stan (gespielt von John Cazale, der kurze Zeit später an Krebs starb) und den anderen. Michael mag ein Prinzipienreiter, ein Erzieher (vor allem in Bezug auf Stan) und dabei nicht in jeder Nuance sympathisch sein, aber er ist der mental Stärkste des gesamten Männerbundes, eine der komplexesten Figuren des amerikanischen Kinos. Und trotzdem wird er an der Kriegserfahrung scheitern und wahrscheinlich seines Lebens nicht mehr froh werden. Der zunächst aus Verlegenheit angestimmte Gesang ("God bless America") hat durchaus etwas Fragwürdiges als Abschluss dieses stillen Epos. Ich denke, dass der fragile Patriotismus dieser Menschen (der Film ist übrigens überhaupt nicht patriotisch durchtränkt) die Befangenheit beim Leichenschmaus ein wenig übertünchen soll im gemeinsamen Anstimmen dieses Liedes. Die Hymne ist demnach der Wunsch, stark zu sein in einem starken Land, aber die Schauspieler zeigen, dass es nicht so ist - die Figuren machen sich etwas vor. Und mit dieser Lesart ist der Schluss schon wieder sehr originell. Die Musik von Stanley Myers ist in der Regel dezent und enthält einen kleinen Klassiker der Filmmusik, die "Cavatina". Nur diese russichen Chöre während der Jagd stören. Auch wenn sich "Deer Hunter" anfangs sehr viel Zeit nimmt, die Figuren einzuführen, eine ausgelassene Hochzeitsfeier zu zeigen... Das Timing stimmt, auch wenn der Film beim ersten Sehen womöglich etwas zu lang erscheint. Dabei ist er es ganz und gar nicht.
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am 9. Februar 2010
Film:
Über den Film muss man nicht mehr viel Worte verlieren. Ein Klassiker des Antikriegsfilms und nach wie vor eine der eindrücklichsten und nachhaltigsten Schilderungen der Auswirkungen von Kriegshandlungen auf Menschen, sowohl physisch wie psychisch. Anders als in anderen bekannten Filmen des Genres wird in "Deer Hunter"(Originaltitel) weitaus mehr Wert auf die Chrakterzeichnung der Protagonisten gelegt als auf endlose Schlachten. Dementsprechend kurz, dafür aber umso verstörender, sind die Kampfhandlungen in Vietnam dargestellt - gerade mal rund 5 Minuten in dem dreistündigen Werk. Dafür lässt sich Regisseur Michael Cimino im ersten Drittel des Filmes sehr viel Zeit die Hauptpersonen und deren Umfeld zu beleuchten, um im mittleren Teil mit einem harten Schnitt auf das Kriegsgeschehen und die traumatisierenden Erfahrungen der Gefangenschaft einzugehen. Im dritten Akt des Filmes blickt er auf eine desillusionierte Gesellschaft und gebrochene Menschen, die teils irreparable Schäden an Körper und Psyche zu verkraften haben.

Beeindruckend die Riege der Schauspieler: Robert De Niro, Meryl Streep, Christopher Walken (Oscar für diese Rolle), John Savage und ganz besonders: John Cazale. Man sieht ihn hier in seiner letzten Rolle. Er war bei den Dreharbeiten bereits todkrank und starb kurz nach den Dreharbeiten. Aufgrund seiner Konstitution wurden sämtliche Szenen, in denen er beteiligt war, vorgezogen.

Bild:
Wer die bisherigen DVD-Veröffentlichungen kennt, wird angesichts des Bildes in wahre Jubelschreie ausbrechen (falls das bei dem Thema des Filmes angebracht erscheint). Endlich sieht man den Film in einer Schärfe, die man lange missen musste. Lediglich in dunklen Passagen lässt das Bild Wünsche offen, ist aber um Längen besser, als die Bildqualität der Kinowelt-DVD aus dem Jahr 2000.

Ton:
Offensichtlich liegt die deutsche Synchronisation nach wie vor nur in Form einer Monospur vor, der zudem das Alter deutlich anzumerken ist. Sehr mitten- und höhenbetont, wenig Bässe. Der Ton kommt teilweise recht "wackelig" und scheppernd rüber, stellenweise gibt es sogar kurzzeitige Unterbrechungen. Schade, schade !
Deutlich besser hört sich die englische Tonspur an (Stereo 2.0 bzw. DTS-HD 5.1) .

Extras:
Erhellende und überaus interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Filmes und des Drehbuches sowie zu den teilweise abenteuerlichen Umständen der Dreharbeiten geben Regisseur Michael Cimino, Kameramann Vilmos Zsigmond und ein sehr bewegter John Savage. Unbedingt empfehlenswert auch der Audiokommentar von Michael Cimino ! Eine 45-Minuten Doku zeichnet die chronologischen Abläufe des Vietnamkonfliktes nach.

Meine Gesamtwertung:

Film: *****
Bild: ****
Ton: **
Extras: *****

Macht im Durchschnitt glatte 4 Sterne. Insgesamt eine sehr erfreuliche Blu-Ray Veröffentlichung !
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am 25. Dezember 2006
The Deer Hunter ist sehr wohl ein politischer Film, sofern man das Politische nicht vordergründig als negatives oder womöglich positives Statement zum Krieg der USA in Vietnam versteht. Wenn ein Film zeigt, wie ein Krieg »Kommunikation zerstört«, und zwar die allerletzten Ansätze davon, hat das eine politische Dimension um so mehr, als diese Kommunikation vorher ja nicht etwa sonderlich funktioniert hat, sondern sich immer schon am Rande des Scheiterns befand. Worum es den Figuren dieses Films geht, was sie empfinden, wonach sie sich sehnen, können sie nicht ausdrücken. Eine Sprachschablone nach der anderen schiebt sich vor ihre Seele. Weniges ist bezeichnenderweise als die Frageformel: »Bist Du o.k.?« Die Protagonisten gebrauchen sie immer dann, wenn sie für das, was gerade geschieht, keine Worte haben, aber eine unverständliche Leere spüren, die dann durch die Formel zugedeckt wird.
Das Einzigartige dieses Films von Michael Cimino besteht meiner Ansicht nach in seiner Verknüpfung von zwei Elementen, von denen man zunächst denken sollte, daß sie völlig unvereinbar sind: von sozialer Analyse und epischer Darstellung. Wer die Hochzeitsszene als »zu lang« empfindet, hat nicht verstanden, daß es hier um die Physiognomie sozialer Verhaltens- und Redeformen geht. Nicht im Sinne eines politischen Programms, sondern durch präzise sinnliche Beobachtung. Die Fotos der drei Jungmänner etwa hängen an der Wand schon so, als ob es sich um Tote handelte. Oder die untergründige Bereitschaft zur Gewalt, die sich an den nichtigsten Kleinigkeiten entzünden kann.
Aber jede einzelne analytische Szene ist eingebunden in den Atem einer großen Filmerzählung. Besonders eindrucksvoll die zwei so verschiedenen Jagdszenen. Den Hirsch mit einem Schuß töten heißt hier irgendwie auch: Es darf kein Geheimnis geben; wer die Natur sozusagen nackend erwischt, muß sie sogleich als Trophäre mit nach Hause tragen. Aber dann kommt unmittelbar nach der Jagd die Szene in der Kneipe, wo der eine Dicke auf dem Klavier verzweifelt Chopin zu klimpern versucht, so wird auf einmal die Kunst zum neuen Träger der Sehnsucht nach dem Geheimnis, das soeben zerstört worden ist. Die zweite Jagdszene hat ein beinahe theologisch-utopisches Moment: ich meine den Augenblick, in dem der Hirsch auf Michaels »O.K.« gleichsam antwortet, indem er den Mund verzieht. Ein schöneres Bild für die Utopie einer Kommunikation zwischen Mensch und Tier kann ich mir nicht vorstellen. Auch das gehört dazu: Die Darstellung der Zerstörung von Kommunikation lebt auch von der überschwenglichen Idee einer solchen, diese ist das Maß, welches erlaubt, die Zerstörung zu zeigen.
Die Leistung der Schauspieler ist so grandios, daß man nicht versteht, warum ein vielversprechendes, schönes Gesicht wie das von Christopher Walken, mit Ausnahme von »Heaven's Gate« hinterher praktisch in keinen wirklich großen Film mehr mitgewirkt hat. Robert de Niro, John Savage, Meryl Streep, sie alle haben hier einen Höhepunkt ihres Lebens erreicht.
Die Schlußszene mit »God bless America« als »fragwürdig« abzutun, scheint mir deplaciert zu sein. Sie zeigt ja nicht etwa an, daß die Leute »rechts« geworden seien: Nur Jane Fonda in der Hochzeit eigener ideologischer Verblendung konnte Michael Cimino, den Protegé Clint Eastwoods, als »Faschisten« beschimpfen. Nein, das »Singen« ist ja überhaupt nicht von seiner Ärmlichkeit und Kläglichkeit zu trennen. gerade das macht die Szene ja auch zu einem ergreifenden Moment. Dem Einsatz geht unmittelbar voraus, daß Angela, die die Sprache verloren hatte, wieder spricht: »Es wird aber gar nicht hell heute.« Aber gerade dadurch wird es hell. Für diese Leute ist alles zusammengebrochen, was zusammenbrechen konnte. Und so geben sie ihrer Sehnsucht nach etwas Ausdruck, das mehr wäre als das eigene Leben. Ist das nicht absolut angemessen in diesem Augenblick, über den eben dadurch hinausgeht?
Ich denke, »The Deer Hunter« ist ein Film, der für ein Leben reicht. Er allein wäre Michael Ciminos »Tor zum Himmel« gewesen. Vielleicht ist »Heaven's Gate« insgesamt nicht ganz so stringent und dicht wie »The Deer Hunter«. Die Story ist auch eine ganz andere. Aber mit beiden Filmen hat sich Cimino in die Geschichte des Kinos machtvoll eingeschrieben und viele andere Namen, auch ganz große, deklassiert.
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am 6. Dezember 2013
Leider verstehen viele den Film nicht, weil sie falsche Vorstellungen haben. Auch bedingt durch die Werbung, die den Film gerne in die typische Kriegsfim-Ecke stellt. Es geht vielmehr um die Darstellung von Menschen, die pariotisch verblendet von der Wirklichkeit eines besseren belehrt werden. Gerade die ausführliche Schilderung des Alltags der Protagonisten ist wichtig um die Veränderungen zu verstehen, die der Kriegseinsatz mit sich bringt. Natürlich ist die Darstellung der Vietnamesen tendenziell gefärbt, betrifft aber lediglich die speziele Episode, die zu den Kriegsneurosen führt und ist somit gerechtfertigt.
Technisch wurde alles herausgeholt was möglich war. Das Bild ist überwiegend ruhig, scharf und farbecht.
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am 28. Januar 2012
Was für ein aussergewöhnlicher Film, aus dem Jahr 1978! Kein Kriegs-oder Vietnam-Film wie man sie kennt. Der Film ist quasi in 3 Abschnitte unterteilt. Die Phase vor dem Kriegseinsatz der Protagonisten samt intensiver Skizzierung derer, der Einsatz selber mit wahrhaft atemberaubenden Szenen und der Part nach der Rückkehr mit sehr viel Gefühl und einem Wahnsinns-Finish. Die Athmosphäre ist düster und hart. Was mich am meisten begeistert: Robert de Niro, damals ca.34/35, seine schauspielerische Leistung (dazu die perfekte bekannte Synchro von Christian Brückner) und, noch viel mehr, die Rolle die er spielt, die Hingabe für Menschen die man liebt, hier seinen besten Freund, Christopher Walken. Wow!!!
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am 21. August 2003
Wer sich diesen Film ansehen möchte, sollte auf zwei Dinge achten: Erstens muss man sich für diesen Film wirklich Zeit nehmen, denn anders als viele 3-Stunden-Filme der letzten Jahre wie beispielsweise "Titanic" oder "Gangs of New York" wartet "Die durch die Hölle gehen" nicht jeden Augenblick mit Spezialeffekten etc. auf. Stattdessen sieht man vor allem triste Bilder. Zweitens darf man auf gar keinen Fall einen typischen Kriegsfilm erwarten. Die Bilder vom eigentlichen Krieg nehmen in diesem 3 stündigen Epos etwa 20 Minuten ein und auch während dieser Zeit konzentriert sich Michael Cimino auf nichts anderes als den langsamen "Verfall" der Charaktere.
Irgendwann während des Vietnamkrieges in einer Industriestadt an der Ostküste der USA: Die drei Freunde Michael, Nicholas und Steven müssen ihre Heimat verlassen und der Army in Vietnam dienen. Kurz bevor sie aufbrechen, heiratet Steven und das lebendige Hochzeitsfest dient nicht nur dazu Steven und seine Frau Angela zu feiern sondern auch, um Abschied zu nehmen von den drei "Helden", die sich absolut nicht darüber bewusst sind, dass Vietnam sie und ihr Leben von Grund auf verändern wird.
Im Krieg selbst erleben Nick, Michael und Steven die Hölle. Beim sadistischen Russischen Roulette scheint es für die inzwischen von den Vietcong Gefangengenommenen keine Überlebenschance mehr zu geben, nur durch eine gewagte List gelingt ihnen im letzten Moment die Flucht. Auf dieser trennen sich ihre Wege.
Während Michael ohne sichtbare Verletzungen, aber als gebrochener Mann in seine Heimat zurückkehrt, hat Steven beide Beine verloren. Nick ist noch immer in Saigon, wo er nun gegen Geld Russisches Roulette spielt...
Der Film lebt von seinen ruhigen Bildern und langen Szenen. Die Einleitung mit der Hochzeitsfeier und der Jagd ist recht ausgedehnt, aber das ist nötig für den Film, um die Chraktere, ihre Beziehungen zueinander und ihr Umfeld genau zu zeichnen und das krasse Vorher - Nachher umso intensiver und nachvollziehbarer für den Zuschauer zu gestalten.
Jedoch wäre der ganze Film ohne seine großartigen Darsteller nur halb so viel wert. Christopher Walken (für seine Rolle als Nick oscarprämiert), Robert De Niro und John Savage sind in ihren Rollen einfach perfekt besetzt und überzeugen als "Jungen von nebenan" die mit der Verarbeitung ihrer Kriegserlebnisse durchweg überfordert sind.
Die DVD bietet allerdings wenig. Bis auf einen Trailer ist auf der Silberscheibe nichts weiter vorhanden. Allerdings finde ich Ton und Bild des Films völlig ok und man sollte sich von kleinen Mängeln wie der Tatsache, dass die deutsche Version nur in Mono ist, keinesfalls vom Kauf der DVD abbringen lassen.
Michael Cimino schuf mit diesem Antikriegsfilm eine einzigartige Charakterstudie, die den Zuschauer auch nach dem Abspann noch lange beschäftigt.
Die DVD bietet allerdings wenig. Bis auf einen Trailer ist auf der Silberscheibe nichts weiter vorhanden. Allerdings finde ich Ton und Bild des Films völlig ok und man sollte sich von kleinen Mängeln wie der Tatsache, dass die deutsche Version nur in Mono ist, keinesfalls vom Kauf der DVD abbringen lassen (abgesehen davon, kann man ja immernoch auf die kostengünstigere Alternative VHS zurückgreifen).
Ich kann diesen unvergesslichen Film nur jedem wärmstens empfehlen!
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am 25. Dezember 2006
The Deer Hunter ist sehr wohl ein politischer Film, sofern man das Politische nicht vordergründig als negatives oder womöglich positives Statement zum Krieg der USA in Vietnam versteht. Wenn ein Film zeigt, wie ein Krieg »Kommunikation zerstört«, und zwar die allerletzten Ansätze davon, hat das eine politische Dimension um so mehr, als diese Kommunikation vorher ja nicht etwa sonderlich funktioniert hat, sondern sich immer schon am Rande des Scheiterns befand. Worum es den Figuren dieses Films geht, was sie empfinden, wonach sie sich sehnen, können sie nicht ausdrücken. Eine Sprachschablone nach der anderen schiebt sich vor ihre Seele. Weniges ist bezeichnenderweise als die Frageformel: »Bist Du o.k.?« Die Protagonisten gebrauchen sie immer dann, wenn sie für das, was gerade geschieht, keine Worte haben, aber eine unverständliche Leere spüren, die dann durch die Formel zugedeckt wird.

Das Einzigartige dieses Films von Michael Cimino besteht meiner Ansicht nach in seiner Verknüpfung von zwei Elementen, von denen man zunächst denken sollte, daß sie völlig unvereinbar sind: von sozialer Analyse und epischer Darstellung. Wer die Hochzeitsszene als »zu lang« empfindet, hat nicht verstanden, daß es hier um die Physiognomie sozialer Verhaltens- und Redeformen geht. Nicht im Sinne eines politischen Programms, sondern durch präzise sinnliche Beobachtung. Die Fotos der drei Jungmänner etwa hängen an der Wand schon so, als ob es sich um Tote handelte. Oder die untergründige Bereitschaft zur Gewalt, die sich an den nichtigsten Kleinigkeiten entzünden kann.

Aber jede einzelne analytische Szene ist eingebunden in den Atem einer großen Filmerzählung. Besonders eindrucksvoll die zwei so verschiedenen Jagdszenen. Den Hirsch mit einem Schuß töten heißt hier irgendwie auch: Es darf kein Geheimnis geben; wer die Natur sozusagen nackend erwischt, muß sie sogleich als Trophäre mit nach Hause tragen. Aber dann kommt unmittelbar nach der Jagd die Szene in der Kneipe, wo der eine Dicke auf dem Klavier verzweifelt Chopin zu klimpern versucht, so wird auf einmal die Kunst zum neuen Träger der Sehnsucht nach dem Geheimnis, das soeben zerstört worden ist. Die zweite Jagdszene hat ein beinahe theologisch-utopisches Moment: ich meine den Augenblick, in dem der Hirsch auf Michaels »O.K.« gleichsam antwortet, indem er den Mund verzieht. Ein schöneres Bild für die Utopie einer Kommunikation zwischen Mensch und Tier kann ich mir nicht vorstellen. Auch das gehört dazu: Die Darstellung der Zerstörung von Kommunikation lebt auch von der überschwenglichen Idee einer solchen, diese ist das Maß, welches erlaubt, die Zerstörung zu zeigen.

Die Leistung der Schauspieler ist so grandios, daß man nicht versteht, warum ein vielversprechendes, schönes Gesicht wie das von Christopher Walken, mit Ausnahme von »Heaven's Gate« hinterher praktisch in keinen wirklich großen Film mehr mitgewirkt hat. Robert de Niro, John Savage, Meryl Streep, sie alle haben hier einen Höhepunkt ihres Lebens erreicht.

Die Schlußszene mit »God bless America« als »fragwürdig« abzutun, scheint mir deplaciert zu sein. Sie zeigt ja nicht etwa an, daß die Leute »rechts« geworden seien: Nur Jane Fonda in der Hochzeit eigener ideologischer Verblendung konnte Michael Cimino, den Protegé Clint Eastwoods, als »Faschisten« beschimpfen. Nein, das »Singen« ist ja überhaupt nicht von seiner Ärmlichkeit und Kläglichkeit zu trennen. gerade das macht die Szene ja auch zu einem ergreifenden Moment. Dem Einsatz geht unmittelbar voraus, daß Angela, die die Sprache verloren hatte, wieder spricht: »Es wird aber gar nicht hell heute.« Aber gerade dadurch wird es hell. Für diese Leute ist alles zusammengebrochen, was zusammenbrechen konnte. Und so geben sie ihrer Sehnsucht nach etwas Ausdruck, das mehr wäre als das eigene Leben. Ist das nicht absolut angemessen in diesem Augenblick, über den es eben dadurch hinausgeht?

Ich denke, »The Deer Hunter« ist ein Film, der für ein Leben reicht. Er allein wäre Michael Ciminos »Tor zum Himmel« gewesen. Vielleicht ist »Heaven's Gate« insgesamt nicht ganz so stringent und dicht wie »The Deer Hunter«. Die Story ist auch eine ganz andere. Aber mit beiden Filmen hat sich Cimino in die Geschichte des Kinos machtvoll eingeschrieben und viele andere Namen, auch ganz große, deklassiert
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