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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen190
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Die Idee, alle 27 UK- u. US-Nr. 1-Hits der Beatles von 1962-1970 auf einer CD zusammen zu stellen, war ebenso einfach wie genial. (1982 gab es schon mal den Ansatz, diese Idee auf der LP "20 Greatest Hits" zu verwirklichen; leider scheiterte er an der limitierten Spielzeit einer LP.) Ich bin nicht sicher, ob die Beatles damit die ersten waren; sicher aber folgten ihnen weitere, z.B. Elvis zwei bis drei Jahre später ("30 #1 Hits" und "2nd to none"), Michael Jackson etc.

Ein Kuriosum ist die Tatsache, dass die erste Beatles-Single, Love me do (UK Nr. 17), auf "1" gelangte, weil sie es im Zuge der Beatlemania 1964 in Amerika in irgendeiner Hitparade auf Platz 1 schaffte, die ausgereiftere 2. Single dagegen, Please please me (in einigen UK-Hitparaden auf Platz 1, in anderen aber eben "nur" auf Platz 2), auf Grund niedrigerer US-Chartnotierungen leider nicht; zum Trost muss gereichen, dass es bei 79 Minuten Laufzeit eh nicht mehr gepasst hätte. Day Tripper/We can work it out und Yellow Submarine/Eleanor Rigby waren als doppel-A-seitige Singles deklariert und wurden somit beide als Nr. 1 gewertet. Strawberry Fields forever/Penny Lane erreichte in England - ebenfalls als doppel-A-seitige Single - "nur" Platz zwei.

Genau betrachtet, bietet "1" schlicht die Essenz aus dem "Roten" und dem "Blauen Album" der Beatles, die zusätzlich zu den Singlehits unverzichtbare Albumtitel (All my Loving, Lucy in the Sky with Diamonds, A Day in the Life, Here comes the Sun etc.) enthielten. Brauchen Besitzer dieser beiden Alben also auch "1"? Nun, zum einen besticht die konzentrierte Songauswahl durch die schier unglaubliche Kreativität und Qualität allein der Singles dieser Ausnahmeband: es macht einfach unheimlich Spaß, die rasante Entwicklung der Beatles von Love me do bis The long and winding Road in nur sieben Studio-Jahren anhand ihrer Single-Hits nachzuverfolgen.

Was mich im Jahr 2000 spontan an dieser CD umhaute, war das sensationelle, bis dato beste offiziell erhältliche digitale Remastering von Beatles-Masterbändern. (Die beiden 4-CD-Boxen "The Capitol Albums Vol. 1" u. "Vol. 2" (2004/2005) klingen auch klasse.) Übertroffen wird das Mastering erst vom 2009 wiederveröffentlichten Beatles-Katalog, aus dem dann 2011 die Neuauflage zusammengestellt wurde. Alle Songs klingen weicher, runder und gleichzeitig präsenter und druckvoller, irgendwie wieder "analoger" und mehr nach Vinyl als die doch etwas kälter und dünner klingenden '87er/'88er u. '93er Beatles-CD-Veröffentlichungen. (Schade nur, dass hier wieder die Gelegenheit versäumt wurde, zur Abwechslung endlich mal den Stereomix von From me to you auf CD zu veröffentlichen.) Eine schöne Ergänzung wäre "2" - einer Sammlung aller hier fehlenden B-Seiten!

Weiterhin ist auf technischer Seite anzumerken, dass hier (anders als auf der '93er Ausgabe des "Roten Albums") von Can't buy me Love zum ersten Mal der originale '64er Stereomix verwendet wurde (dort war es zwecks Angleichung im Stereopanorama neu abgemischt worden). Bei Day Tripper wurden der kurze Kanalausfall auf der rechten Seite (direkt nach dem ersten "tried to please her", 1'50) und das überzählige "yeah" (2'32) digital restauriert bzw. "überschminkt". Der Piano-Akkord am Ende von Lady Madonna, der immer abrupt abbrach, wurde hier sanft abgerundet. Von The Ballad of John & Yoko ist hier zum ersten Mal seit der '69er Single bzw. der '70er Vinyl-Ausgabe der LP "Hey Jude" wieder das originale Masterband zu hören; ab 1970 wurde m. W. weltweit die Version verwendet, bei der der allerletzte Schlag auf die Snare leiser gedreht worden war. Gut, das mag nur für Beatles-Freaks wie mich relevant sein; es zeugt aber immerhin von der von mir so geschätzten Liebe zum Detail und Sorgfalt bei der Recherche nach den Originalbändern der 1. Generation. (Leider sind allerdings auf der Original-CD von 2000 Eleanor Rigby und The long and winding Road im Albumkontext zu leise ausgesteuert, Penny Lane dagegen zu laut.)

Im schönen Booklet findet sich ein kurzes Vorwort von George Martin, die Chartnotierungen dokumentierte Beatles-Kenner Mark Lewisohn, und es präsentiert eine Fülle liebevoll zusammengetragener Single-Hüllen aus aller Welt. Die Vinyl-Ausgabe enthält zusätzlich ein schönes Poster mit den Single-Hüllen sowie - in bester "Weißes-Album"-Manier - die 4 psychedelischen Portraits der Beatles als Einzelfotos in 21x28,5.

Selbst Fans, die bereits alles von den Beatles haben, sollte "1" Spaß machen; und wer noch nichts von ihnen hat, müsste mit dieser CD eigentlich unweigerlich zum Fan werden. Irgendwo stand, dass "1", obwohl sie erst Ende 2000 erschien, nicht nur die meistverkaufte Platte des Jahres wurde (und das mit 30 bis 38 Jahre alten Songs!!), sondern auch das meistverkaufte Best-of-Album aller Zeiten. Wenn dem so ist: wen wundert's?
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am 6. November 2015
Da bin ich aber stolz darauf, als erster meinen Senf dazu zu geben.
Das Erscheinungsdatum war, glaube ich, als 6. November angegeben. Und heut' morgen, der 6. November hatte kaum begonnen, da war die Box auch schon hier im Haus.
Ich möchte sagen, lest nicht soviel hier, zu dieser Box (1+: 2x Blu-ray / 1xCD) gibt's absolut nichts negatives zu sagen. 50 Clips ( 3 1/2 Stunden Laufzeit) zu 42 verschiedenen Songs. Alle hervorragend restauriert (ich bin vom Fach) und wundervoll aufgemacht. HD / Blu-ray ist technisch nicht ganz so einfach umzusetzen, wie der Laie vermuten mag, aber in England weiß man mit seinen Helden umzugehen. James Bond & The Beatles sind auf Blu-ray ein Genuss.
Wenn ich an die 80er denke, an die (qualitativ) üblen Videoclips. Man war dankbar, das seltene Zeugs mal zu sehen. Aber eine wirkliche Nähe war aufgrund der technischen Unzulänglichkeiten nicht machbar. Ich lasse "1+" hier gerade laufen und THE BEATLES sind ALIVE & WELL vor meiner Nase. 50 Jahre wie weg gewischt. Natürlich unterscheidet sich die Qualität von 1962 - 1969 aufgrund des Ausgangsmaterials. Auf 35mm Film gedrehte Clips sind einfach fantastisch anzuschauen, aber auch aus den alten 2Zoll Videobändern wurde alles herausgeholt.
Sound ist TOP und das Media-Book ist toll aufgemacht, zu jedem Clip gibt es zwei illustrierte Seiten mit Hintergrundgeschichte. Preis ist ebenfalls TOP für so ein Paket. Die Vorzüge des Digitalzeitalters. Genug palavert - KAUFEN und GENIESSEN.
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55 Kommentare102 von 109 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Dezember 2015
Gleich zum Einstieg etwas Positives : In der Woche vom 21. November 2015 haben die Beatles einen neuen historischen Erfolg verbuchen können : Mit der Neuauflage des Albums "1" haben sie es tatsächlich an die Spitze der weltweiten Charts geschafft ! Die dafür zuständigen "Global Track Charts" -- in erster Linie tonangebend für die Nationen USA, Kanada, Japan, Australien und Europa (hier vornehmlich Deutschland, England, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlanden) -- listen das Album mit 175.000 Verkäufen auf den ersten Platz !

Jawohl, "1" ist wieder da. Zur Erinnerung : Seit seinem ursprünglichen Erscheinen im Jahr 2000 (und 2011 bereits remastered) verkaufte sich das Album über 31 Millionen Mal und gilt schon jetzt als eines der erfolgreichsten des 21. Jahrhunderts !

Doch der Reihe nach : Wer die Beatles tatsächlich noch immer nicht genauer kennen sollte, macht mit "1" einen äußerst guten Kauf ! Ganze 27 Songs, die sich nicht ähneln und allesamt sehr unterschiedlich sind, sind in zeitchronologischer Reihenfolge zu hören. "1" verschafft einen wunderbaren Überblick über die Jahre 1962 bis 1969/70, von dem melodischen, dynamisch anspringenden Gute Laune- Beat der frühen Phase über eine rasante künstlerische Weiterentwicklung bis zu den unvergesslichen Klängen, die gegen Ende des Jahrzehnts geschaffen wurden. Kompositionen wie "Yesterday", "Hey Jude" und "Let it be" stammen aus verschiedenen Schaffensphasen und verbleiben zeitlos. Sie werden ohne Zweifel auch in 200 Jahren noch beeindrucken !

Nicht nur die reine Musik steckt voller Abwechslung. Neben den beiden kreativen Köpfen John Lennon und Paul McCartney treten auch Ringo Starr ("Yellow submarine") und George Harrison ("Something") als Lead- Sänger in Erscheinung. Auch dieses Wechselspiel der "Großen Vier" macht die Musik der Beatles so interessant und vielseitig !

Dank der neuerlichen Abmischung sind die Songs endlich kopfhörerfreundlich(er) ausgerichtet. Speziell die Stimmen sind zentriert -- im Gegensatz zu dem früheren Ping Pong- Effekt, bei welchem die Stimmen vorwiegend auf dem einen und die Instrumente auf dem anderen Kanal zu hören waren. Desweiteren gibt es minimale Veränderungen im Klang. Einzelne Musikinstrumente (z.B. das Schlagzeug) werden hin und wieder stärker hervorgehoben oder zurückgefahren.

Die für mich größten Veränderungen bestehen bei "Paperback writer" und "Eleanor Rigby". "Paperback writer" ist durch den Hall in den A Capella- Teilen, also da, wo die instrumentale Begleitung bewusst aussetzt, noch dynamischer und rockiger geworden (und entspricht so den ursprünglichen Mono- Aufnahmen). Bei "Eleanor Rigby" werden die Streicher nun markanter betont. Sollte es im Verlauf der nächsten Jahrzehnte zu weiteren Dynamisierungen dieser Art kommen, so dürfte aus "Eleanor Rigby" irgendwann ein Rock- Song werden. Erfreulicherweise sind die allermeisten Veränderungen bisher nur geringfügig.

Ohnehin kann man schon etwas den Überblick verlieren. Das ursprüngliche CD- Aushängeschild der Beatles waren die Veröffentlichungen der Jahre 1987 und 1988. Im Jahr 2009 wurden alle Alben remastered. Sie erschienen auch als Mono- und als Stereo- Box. Desweiteren gibt es : den "Yellow Submarine Songtrack" von 1999 (wiederveröffentlicht 2012), die legendären Sampler "The Beatles 1962- 1966" (Rotes Hit- Album) und "The Beatles 1967- 1970" (Blaues Hit- Album). Beide wurden 1993 und erneut 2010 veröffentlicht. "1" selbst erschien erstmals 2000 und wurde bereits 2011 remastered. Nun erneut 2015. Hinzu kommen die US- Boxen "Capitol 1" (2004) und "Capitol 2" (2006) und das 2014 erschienene "Capitol Box- Set". Nicht zu vergessen, der warme füllige Raumklang der Vinyl- Ausgaben ........ !

Für jeden Einsteiger ist das Album "1" natürlich Pflicht. Es ist das bislang einzige Hit- Album, das die gesamte Schaffensphase der Fab Four auf einer einzelnen randvoll gefüllten CD zum Inhalt hat.

Aber auch im Jahre 2015 ist es kompliziert : "1" erscheint als "CD- Einzelalbum" (gelbe 1 mit rotem Hintergrund), zudem als "CD+ DVD- Digipack" und "CD+ Bluray- Digipack" (beide mit roter 1 bei gelbem Hintergrund). Die ersten 27 mitveröffentlichen Video- Clips gibt es auch separat zu kaufen, sowohl als "DVD" als auch als "Bluray" (beide mit einer gelben 1 mit rotem Hintergrund). Darüber hinaus gibt es zwei (angeblich limitierte) Sets : "CD + 2 DVD" und "CD + 2 Bluray" (jeweils nun mit einer blauen 1+ mit rotem Hintergrund). Hierauf sind weitere 23 Clips enthalten. Außerdem gibt es noch Vinyl- Ausgaben (Dp.- LP).

Fans und Sammler werden selbstverständlich nach den Ausgaben mit den 27 Clips (welche songidentisch mit der CD- Ausgabe sind) bzw. vielmehr zu den insgesamt 50 Clips greifen. Denn es lohnt sich : Zum einen sind die Videos musikwissenschaftlich von höchstem Interesse, zum anderen ergänzen sie das Repertoire des Sammlers. Und : Ihre Veröffentlichung war seit vielen Jahren mehr als überfällig !

Auch das Begleitheft der erweiterten Ausgaben sollte nicht vergessen werden : Es ist kein Heft, sondern ein regelrechtes Buch. Jeder Song und jeder Clip ist hinsichtlich der Daten und auch sonstigen Hintergründen per Doppelseite beschrieben (jedoch nur in englischer Sprache). Außerdem sind viele Fotos abgedruckt.

Egal nun, ob man Einsteiger oder Fan ist und für welche Ausgabe man sich beim Kauf entscheidet : Die Musik bzw. auch die Clips sind die 5 Sterne wert !

Bis zu dieser Stelle hin ist alles gut. Daher sollte die eigentliche Rezension hier schließen. Als Langzeitfan jedoch verbleiben Anmerkungen wie Kritikpunkte. Klagen und Beanstandungen auf hohem Niveau. Wer daher mit mir noch ein wenig tiefer eintauchen möchte (per gelbem U- Boot oder auch ohne) mag dies im Folgenden gerne tun ..........

Natürlich ist zunächst die Song- Auswahl umstritten. So hätte man beispielsweise "Please please me" und "Strawberry fields forever" durch Wegfall von "Love me do" und "Penny Lane" hinzufügen können. Aber irgendeine Entscheidung hatte man bereits im Jahr 2000 treffen müssen. So wie man es getan hat, wie man die unterschiedlichen Charts letztlich herangezogen hat, finde ich es vertretbar. Es spricht unendlich für die Beatles, dass so viele ihrer Songs vorzeigbar sind. Dieses Luxus- Problem bestand schon in den 1960er Jahren. Welchen Vorzug soll man geben : "Paperback writer" oder "Rain" (man beachte hierzu die tollen Promo- Clips !) -- "Hello goodbye" oder "I am the walrus" -- "Hey Jude" oder "Revolution" ? Etc, etc ! Aber noch einmal : Auf sich allein gestellt, ist "1" ein supertolles Album !

Bei der Auswahl der Videos hätte ich mich weitgehend anders entschieden ! Ich schildere nun mal einige Auffälligkeiten, positiv wie negativ :

Zunächst ist toll, wie gleich bei "Love me do" der Schallplattenspieler die frühe Beatles- Phase einleitet und ihre Musik als Zeitdokument entstehen lässt. "From me to you" zeigt bereits das frühe (sicherlich auferlegte) Rollenverständnis innerhalb der Beatles auf : John und Paul sind die Chefs, George erscheint schüchtern, beinahe buckelig (auch später bei "Day tripper" muss er abseits stehen) und Ringo ist der große Strahlemann. Dazu ein Insider : Ringos Gesicht wirkt haargenau identisch mit seinem Abbild bei den "Beatles Cartoons". So als ob dieser Auftritt Pate gestanden hätte. Die recht unterhaltsamen und vor allem einfallsreichen "Beatles Cartoons" wurden von 1965 bis 1969 als 39 je 18 minütige Folgen in den USA produziert. Doch wieder zurück zu "1" : In den später gezeigten Clips darf Ringo -- wie auch in den Beatles- Spielfilmen -- aus der Rolle fallen : So fährt er Fahrrad ("I feel fine") oder darf an einem Bus sägen ("Day tripper", Version 3) oder er hält einen Regenschirm ("Help"). Dadurch unterscheidet er sich jedes Mal von John, Paul und George, die sich weitgehend auf die Musik beschränken.

"She loves you" zeigt die Nähe der Beatles zu ihrem Publikum. Hier aber hätte ich mich für den wesentlich rasanteren und zudem auch schon in Farbe gedrehten Clip aus dem 1963er TV- Special "Pathe News- The Beatles come to town" entschieden. Stattdessen ist "Eight days a week" der erste gezeigte Farbclip inmitten der Schwarz- weiß- Darstellungen. Hier ist unverständlich, warum man für diesen 1964er Song ausschließlich Aufnahmen von 1965, speziell von "Beatles live at Shea" verwendet hat. Das passt nicht zu dem Song. Dabei gibt es doch so unermesslich viel an Foto- oder Video- Material (auch aus dem Jahre 1964), das man zur Gestaltung eines neuen Clips hätte verwenden können. Ich nehme an, man wollte Zeit und Kosten sparen (rechtliche Abklärung, Abtretung der Rechte, etc).

Bei "Ticket to ride" ist John ganz und gar nicht lippensyndrom. Warum hat man diesen deshalb unvorteilhaften Clip nicht als Fan- Bonus auf die erweiterte Ausgabe gepackt und stattdessen den wunderbaren Ausschnitt aus dem Spielfilm "Help" genommen ? Die Beatles- Spielfilme "A hard day's night" und "Help" wie auch "Magical mystery tour" sind gespickt mit exzellenten Clips in Bild und Ton und Darstellung. Darunter auch zu Titeln, die bei "1" gelistet sind. Sie hätten daher gut gepasst und wären vor allem eines : einsteigertauglich !

Bei den Clips "Yellow submarine" und "Eleanor Rigby" hat man sich schließlich doch aus einem Beatles- Film, nämlich "Yellow submarine", bedient. Leider zeigen sie daher nicht die echten Beatles. Ein dritter Zeichentrickfilm- Clip ist "Come together". Die Collage von Melon Dezign aus dem Jahre 2000 ist schlichtweg langweilig. So finde ich es auch hier sehr schade, dass man offenbar nicht das Geld investieren wollte, um aus so vielen vorliegenden Fotos von inzwischen so vielen bekannten Beatles- Hausfotografen einen neuen ansehnlichen Clip zurechtzuschneiden !

Richtig sehr gut -- auch für heutige Verhältnisse -- sind die Clips ab 1966. Nicht nur "Strawberry fields forever" (auf der erweiterten Ausgabe) und "Penny Lane", sondern auch "Paperback writer" und "Rain". Sie wirken modern ! Dazu ein weiterer Insider : Paul hatte sich kurz vor den Dreharbeiten einen Zahn im vorderen Bereich abgebrochen. Bei genauem Hinsehen kann man es erkennen. So hätte man doch, wenn man bereits so vieles an den Songs remastert, auch bildtechnisch ein klein wenig retouchieren können ! Übrigens : Schon vor Jahren hatte man bei einigen Beatles- Covern beispielsweise die Zigaretten aus den Händen der Fab Four entfernt.

Weitere Auffälligkeiten : Bei "Hey Jude", jenem 1968er Auftritt für die David Frost- Show, muss John bekanntlich Paul das Singen überlassen. Dafür aber darf John zum Einstieg etwas Spaß machen : "It's now or never" gröhlt er den pikierten Moderator an (DVD 1 / Bluray 1). Noch lustiger wirkt es in dem zweiten Take : "You are my sunshine, my only sunshine", tiriliert er in Richtung des Veranstalters (DVD 2 / Bluray 2). Ebenso interessant : Der Clip "The long and winding road" wird beispielsweise nicht von dem späteren Orchester unterlegt und zeigt die Beatles mit dem frisch herbeigeholten Begleitmusiker Billy Preston. Die 1994er und 1995er Spät- Videos "Free as a bird" und "Real love" (auf der erweiterten Ausgabe) haben überraschenderweise andere Tonspuren mit alternativem Gesang von Paul und George. Auch das Schlagzeug hämmert lauter als zuvor.

Natürlich flunkern die Herausgeber aus Verkaufsgründen ganz gewaltig, wenn sie behaupten, alle Clips befänden sich nun in gestochen scharfer Qualität. Allzu augenscheinlich ist das nicht der Fall. Bereits die frühen Schwarz- weiß- Clips von "I want to hold your Hand" und "A hard day's night" sind nicht besonders scharf. Wie schon gesagt, es hätte hierzu tauglichere Vorlagen gegeben. Doch es geht weiter : "Something" ist nach wie vor grobkörnig. Die Qualität ist nur unwesentlich besser, als wie es sich früher Fans von Video auf Video kopiert hatten. Bei "Get back" und "Let it be" und auch noch "Don't let me down" (auf der erweiterten Ausgabe) hat man nicht einmal die peinlich großen Fussel aus der Vorlage entfernt. Bei "Baby it's you" -- hier fällt es besonders auf -- hat man sich nicht um die sehr störenden senkrechten Striche rechts im Bild gekümmert.

Es ist ein wenig traurig : Per entsprechenden PC- Programmen wäre eine Ausbesserung heutzutage längst kein großer Aufwand mehr (gewesen). Auch etliche weitere Clips sind auf keinen Fall besser als schon 20 Jahre zuvor bei den "Anthology"- Veröffentlichungen. Was hat man -- außer vielleicht "Strawberry fields forever" und "Penny lane" -- wirklich bearbeitet und verbessert ??? Und um noch mehr ins Detail zu gehen : Schon vor mehr als 20 Jahren konnten derartige Promo- Clips in vergleichbar guter Qualität gezeigt werden, z.B. auf Leinwänden bei internationalen Schallplattenbörsen (wie in Utrecht oder Amsterdam). Ach ja, und noch ein Beispiel : Die sehr düster gehaltene Schwarz- weiß- Version von "Rain" (auf der erweiterten Ausgabe) hätte man getrost aufhellen oder nachcolorieren können.

In diesen leider lieblosen Zusammenhang scheint es zu passen, dass selbst Paul und Ringo sich nur dürftig in ihrer Mitarbeit beteiligen. Ringo macht -- wie üblich -- gute Mine zum eingesparten Spiel, wird aber (von einem Camcorder ?) allzu amateurhaft eingefangen. Schon zu Beginn filmt man ihn viel zu lang von hinten, als er noch auf den vor ihm befindlichen Bildschirm schaut. Paul wollte sich die Posse möglicherweise ersparen. Aber selbst seine (wenigen) Audiokommentare wirken müde und erzwungen. Ist es Zufall oder nicht : Auch in der Kurz- Dokumentation zur DVD "Magical mystery tour" wirkte Paul -- im Vergleich zu sonst -- seltsam angespannt. Und wenn man noch weiter zurückblickt : Auch auf den "Anthology"- Videos war die Teilnahme der Ex- Beatles keineswegs euphorisch. Vollkommen anders sieht es aber aus, wenn Paul und Ringo in gelegentlichen Abständen wieder für ein, zwei Songs zusammen auf der Bühne spielen. Da geben sie sich richtig Mühe, sie lachen, machen Faxen, legen sich erfreulicherweise doch noch mal ins Zeug. Toll !!

So, genug geschimpft wie auch geschildert : Letztere Aspekte sollten die Freude beim Ansehen der Videos nicht trüben. Bei sage und schreibe 50 Clips ist der Fan hervorragend beschäftigt. Es gibt so vieles, was man für sich erarbeiten kann, woran man sich erfreuen kann. Viele Clips sind richtig toll : "Words of love", "Revolution" (mit Paul und George als coole Backgroundsänger), "Hey Bulldog", alle Versionen von "Rain" und "Hello goodbye". Etc, etc ! Viel Spaß !!
66 Kommentare24 von 26 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. September 2005
I put off buying "The Beatles 1" for several years because I already had all of the Beatles albums (that is to say, I have all of the CDs of the original UK albums, which, as every American my age and older can tell you were not the same albums that were released in the US; for example, the first album I ever owned was "The Beatles Second Album," the songs of which are scattered over three of the CDs. But I digress). As a general rule my preference is to listen to an entire Beatles album rather than a hits collection, especially since my favorite Beatles songs never seem to be hits (e.g., "If I Fell," "I am the Walrus"). However, I have now added this CD to my music library for reasons that are more academic than anything else.
What "The Beatles 1" provides is the 27 songs that reached #1 on the Pop Charts; usually this happened on both sides of the pond but sometimes a song would make it to the top just in the UK (e.g., "From Me to You," "Day Tripper") or just in the US (e.g., "Eight Days a Week," "Come Together"). The 27 tracks are arranged chronologically, from 1962's "Love Me Do" to 1970's "Let It Be." Consequently, we have a sense of the evolution of the music of the Beatles, from the original Liverpool sound to the Psychedelic Progressive rock at the end. This appeals to me because I can have the students in my Introduction to Popular Culture class pick up this CD for a unit on music and set up a major paper where they talk about stages in the music of the Beatles based on these 27 tracks. Listening to their most popular songs in chronological order gives you a sense of exactly how much they changed. Hopefully in their papers they will be able to articulate a sense of how the Beatles got from "I Want to Hold Your Hand" to "Eleanor Rigby" and on to "Hey Jude."
Yes, there are problems with "The Beatles 1" from this perspective as well. We are talking about a collection that has nothing from the group's greatest album, "Sgt. Pepper." Beyond that there is only one track written by George Harrison; the rest are by John Lennon & Paul McCartney. At least Ringo gets to sing a song ("Yellow Submarine"). But it is a lot easier to say, hey, these are the songs that made #1 on the charts and provide a quantitative rationale for the track selections rather than doing a qualitative approach and eventually offending everyone. Yes, the "red" and "blue" albums provide this same chronological approach, but that would be twice the number of songs at about four times the cost, and either consideration would be a deal breaker for students. Yes, I could put together 27 tracks that would provide a better sense of the evolution of the Beatles' music, but what we have here all nice and pre-packaged for us is pretty good for providing a mini-lesson in rock 'n' roll music appreciation.
Final Note: The accompanying booklet does not provide the lyrics for these songs. Instead, what you will find are pages devoted to each song with some of the jacket covers for each single from around. Also provided are information about when and where the song was recorded as well as the chart history in the UK and US.
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am 7. November 2015
Ohne viele Worte, einfach grandios. Alle Videos zu den einzelnen Titeln erstrahlen in neuem Glanz. Wer diese Aufnahmen von früheren obskuren Veröffentlichungen kennt, wird seine Freude haben, sie jetzt im Rahmen des vermutlich machbaren neu zu entdecken.

Besonders gelungen sind nach meinem Geschmack die 5.1 Remixe der Songs. Wer die Möglichkeit hat, sie auf einer
5.1 Anlage zu hören, bekommt ein neues Gefühl für die Songs. Der heutige Digital-Technik sei dank. Besonders gelungen finde ich den Sound der Titel auf Disk 2 ab Strawberry Fields.

Für mich sind und bleiben die Beatles -auch hinsichtlich der Vielfalt Ihrer Musik- die Gößten. Auf immer zeitlos. Diese BOX ist auch für alle Nachgeborenen geeignet, sich einen eigenen Eindruck vom Phänomen "Beatles" zu verschaffen und vielleicht infiziert zu werden, sofern sie es nicht schon sind. Eine unbedingte Kaufempfehlung für alle.
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am 11. November 2015
Die Deluxe-Ausgabe ist für mich die einzig wahre Version von '1', da sie im Gegensatz zu der normalen etliche interessante Videos - und damit natürlich auch die Audiospuren enthält (u.a. Please please me, A Day in the Life, Strawberry Fields Forever, Hey Bulldog, Revolution, Rain). Wenn schon, denn schon.

Ich habe mich gegen die Blu-Ray und für die DVD-Ausgabe entschieden, da ich DVDs zusätzlich im Computer abspielen und ggf. konvertieren kann. Bild- und Klang sind auch hier sehr gut. Ton ist (glaube ich) gleich wie bei der Blu-Ray (unter Vorbehalt).

Das Buch ist liebevoll gemacht, die Informationen sind super, enthalten technische Details, Aufnahmedaten, erläuternden Text auf Englisch. Je Video eine Doppelseite. In mein DVD-Regal passt das Ganze problemlos, obwohl 5 mm höher als eine normale DVD-Hülle.

Die Menüführung ist gut, es gibt die Möglichkeit alle Tracks nacheinander abspielen zu lassen, sowie einen netten Jukebox Modus, bei dem man die abzuspielende Reihenfolge festlegen kann. Ganz amüsant.

Ich wußte gar nicht, dass es ein Video zu '"A Day in the Life'", einem der besten Songs überhaupt, gibt. Die meisten Videos selbst spiegeln, wie sollte es anders sein, den Zeitgeist wider. Manche haben aus heutiger Sicht fast den Charakter von Homevideos, mit dem zum Overacting neigenden Paul auf 'Hello, Goodbye' zum Beispiel. Das ist sehr witzig und macht jede Menge Spaß.

Zwei Sachen stören mich: (das war aber auch bei der Erstausgabe von '1' schon so): das Erste ist die Songauswahl, die auf die US-Hitparade ausgerichtet ist, was ja aber schon oft auch von anderen bemängelt worden ist. So finde ich den Song 'Love Me Do' auf einer solchen Edition fehl am Platz. Das Lied ist nur im Zuge der Beatlemania im Nachklapp 1964 auf Platz 1 gekommen, in UK war es bei Erscheinen 'nur' auf Platz 17. Die aus meiner Sicht wahre erste Nummer 1 ist in Großbritannien 'Please please me' gewesen, ein ungleich stärkerer Song, der hier nun leider fehlt. (Obwohl beinharter Beatlesfan, mag ich 'Love me do' einfach nicht, mir ist das zu schlicht.). Außerdem fehlt durch dieses Konzept 'Strawberry Fields Forever', ein Song, der auf einer 'Best of' der Beatles einfach nicht fehlen DÜRFTE, weil schlichtweg großartig. Auch großartiger als 'Penny Lane', auf das ich hier zugunsten von 'Strawberry' verzichtet hätte (weil beides nicht gepasst hätte). Auch wenn er im UK nur auf Platz 2 gelandet ist, genau wie Penny Lane. Angeblich soll 'Penny Lane' es in den USA auf Platz 1 geschafft haben, 'Strawberry' aber nicht, obwohl es sich um eine Double-A-Side-Single handelte? Diesen Fall werde ich wohl nie so richtig verstehen. Na ja, außerdem: Geschmackssache.

Außerdem ist ja wenigstens das Video zu '"Strawberry Fields Forever'" (und damit auch der Song) auf dieser Deluxe Edition enthalten.

Das andere Element, das mir nicht gefällt, sind (leider! muß ich sagen) die Audiokommentare von Paul und Ringo, die als Bonus für einige wenige Stücke abspielbar sind. Diese Beiträge sind leider ziemlich öde und überflüssig und wiederholen eigentlich nur, was man sowieso sieht oder im Begleitbuch lesen kann, bzw. hört man Paul dabei zu, wie er in Erinnerungen zu den Dreharbeiten schwelgt. Brauche ich nicht. Schön dabei ist lediglich, das man diese ja nicht anschauen bzw. anhören MUSS. Weglassen wäre hier meiner Meinung nach besser gewesen. Bzw. hätte ich mir gewünscht, dass die beiden sich da mehr Mühe geben.

Trotzdem gebe ich die volle Punktzahl, weil es einfach ein schönes Objekt mit gut durchdachter Gestaltung ist.
1111 Kommentare21 von 25 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. November 2015
Das hat mir noch gefehlt. Beatles- Aufnahmen in hervorragend restauriertem Bild und super überarbeitetem Sound in 5.1. Als Ergänzung der Sammlung sehr zu empfehlen. Hier wurde mit Hingabe und Kompetenz und hohem Verantwortungsbewußtsein gearbeitet.
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The Beatles shaped popular music in many different ways. For a start, they wrote all their own hits and most of their other recordings. Their early albums contained covers but their later ones did not. In the pre-Beatles age, specialist songwriters normally wrote the songs, it being assumed that performers didn't have time. While the Beatles were not the first to write their own songs (Hank Williams and Buddy Holly are earlier examples that spring immediately to mind), the level of their success made it much easier for those that followed. The Beatles were so good at writing songs that they had too many to release as singles, allowing others to have hits with their songs though this compilation is, of course, limited to their own hits.
The Beatles had so many number one hits in Britain and America that some were left out, the main omission being Strawberry fields forever. It was on the same single as Penny Lane but both sides were credited as A-sides. The coupling only made number two in Britain but made number one in America. Another omission is Please please me, which made number one in three British charts but not the one most commonly used these days, in which it peaked at number two. The omission of these tracks is less controversial than the alternative - editing other tracks to make room for them. Imagine the furore if that had been done.
So we are left with twenty-seven of the best Beatles songs that made number one in Britain or America, often both. Some of the differences are fascinating. Love me do, their first UK single, barely made the UK top twenty and wasn't released in America until a year and a half later, following the success of other singles. Eight days a week and Yesterday were not released as UK singles at the time. Yesterday became a UK top ten hit for Matt Monro. The Beatles' version eventually made the UK top ten in the seventies. Eight days a week was given to Alma Cogan who made a brilliant recording of it but it didn't chart for her or anybody else in the UK.
As an introduction to Beatles music, this is outstanding but it should leave you wanting more - much more.
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am 15. November 2000
Alte Beatles Fans wie ich benötigen diese CD eigentlich nicht. Die 27 Titel kennt inzwischen jedes Kind. Wenn man einen CD Brenner hat, ist diese CD mit Hilfe des roten (warum mußte das eigentlich eine Doppel CD werden?) und blauen Albums, die ja schon digital überarbeitet vor 7 Jahren auf den Markt gekommen sind, leicht selbst herzustellen. Also sparst Du das Geld, dachte ich mir. Als ich dann das Booklet durchblätterte, in dem für jeden Titel 4 Single Cover abgebildet sind, habe ich mir die CD dann doch gekauft (so sind Sammler nun mal). Beim Anhören merkte ich plötzlich, daß es bislang kein Album gibt, das auf einer einzigen CD die komplette künstlerische Entwicklung der Beatles im Laufe ihrer 8jährigen Hit-Karriere widerspiegelt. Vorher mußte man dazu mindestens 2 oder 3 CDs anhören, um diese Beobachtung zu machen.
Ein weiterer Effekt ist, daß einem die außerordentliche Kreativität der Beatles nochmal verdeutlicht wird. Man bedenke, was die Liverpooler noch so alles an Meisterwerken abgeliefert haben, die nicht auf dieser CD sind, da sie nicht als Single oder nur auf der B-Seite veröffentlicht wurden bzw. nicht Nr. 1 geworden sind. "Strawberry fields", "I am the walrus", "Here, there and everywhere", "A day in the life" oder "While my guitar gently weeps" sind da nur Beispiele. Die Liste läßt sich beliebig fortsetzen. So bleibt nur zu hoffen, daß als nächster Beatles Coup endlich alle Original Alben digital überarbeitet und mit einem vernünftigen Booklet ausgestattet veröffentlicht werden, so wie es z.B. "The Band" vorbildlich gemacht hat. Die üblichen Bonustracks können sie sich aber sparen. Dafür gibt es schon die Anthology Vol. 1-3.
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am 24. Januar 2005
Meistens sind Bands entweder bekannt und auf lange Sicht belanglos oder einflußreich, aber unbekannt. Nicht so bei den Beatles. Nur die allerwenigsten Bands haben sowohl die Popmusik beeinflußt als auch den Markt dominiert. Von daher muß man als Rezensent auf gängige Klischees bei der Beurteilung eines Beatles-„Best-of"-Albums verzichten, denn hier kann man immer davon ausgehen, daß sowohl Liebhaber tiefgehender Konzept-Alben als auch Freunde der großen, süßen Pop(schein)welt auf ihre Kosten kommen.
Jetzt werden sich die Freunde schwerer Kost darüber aufregen, daß hier wahllos alle Nr. 1-Hits auf eine CD geschmissen worden sind. Das stimmt nur zur Hälfte - Nr. 1-Hits sind es fürwahr (27 an der Zahl!), „wahllos" jedoch trifft bei einer Band wie den Beatles nicht zu, denn die Charts haben trotz der zunehmenden Verfeinerung künstlerischer Stilmittel immer eine Rolle bei dieser Band gespielt.
Die Musik der Beatles hat spätestens seit 1965 nicht nur musikalisch, sondern auch künstlerisch harte Fakten geschaffen, an denen sich Generationen von Konkurrenten die Zähne ausgebissen haben, Zeitgenossen (Rolling Stones) inclusive. Demnach beginnt bei dieser CD so etwa ab Track 9 nicht nur die Revolution der Band-, sondern auch der Popgeschichte, und das macht selbst ein Single-Album wie dieses hier so interessant und hörenswert. Man verfolgt quasi die Geschichte der Band UND die Geschichte der Popmusik, denn (die Fans mögen es mir verzeihen) so hörenswert „Nowhere Man" oder „And your bird can sing" auch sind, auf diesem Album finden wir ausschließlich Tracks vor, die damals jeden Radiohörer zwangsläufig beeinflußt haben, da es ja Nr. 1 Singles sind, so wie „Something", von dem Frank Sinatra gesagt hat, daß es das schönste Liebeslied der letzten 50 Jahre sei.
Man schaut also bei dieser CD auf die öffentlichste aller Shows der Beatles, die Single-Show sozusagen - der Teil des Marktes also, auf den jeder, sei es der Hippie (All you need is love), der Oasis-Fan, der wissen will, woher die Gallaghers klauen (Ticket to ride), der Avantgardist (Eleanor Rigby), der Rockfan (Lady Madonna), der Liebhaber großer Balladen (Let it be) oder eben ein Frank Sinatra geschaut haben. Auf diesem Sektor waren die Beatles eben auch - die Nr. 1, und wenn man die Präsenz der Beatles auf der Spitzenposition der Charts vernachlässigt, ignoiert man einen wesentlichen Teil der Bandgeschichte.
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