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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 26. Februar 2007
Gestern, einem Sonntag, habe ich mir einmal wieder "Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday" angeschaut. Das Wetter stimmte, es regnete und der Himmel hielt sich konstant grau in grau.
Die Handlung des Filmes:
Die "ménage à trois" (Dreiecksbeziehung) zwischen Andras, dem Komponisten von "Gloomy Sunday", dem bodenständigen, jüdischen Restaurantbesitzer Szabo und der schönen Ilona in den Jahren des zweiten Weltkrieges im krisengeschüttelten Budapest/Ungarn. In einer weiteren Hauptrolle Ben Becker, in der Darstellung des kleinen, sehr deutschen Biedermannes, welcher vorallem durch die unerwiederte, hoffnungslose Liebe zur schönen Ilona maßgeblich zum tragischen Ausgang der Geschichte beitragen wird.
Der Regisseur spinnt eine frei inszenierte Handlung rund um die schaurig-schöne Entstehung des alten Klassikers "Gloomy Sunday". Der Film selbst "Gloomy Sunday - Ein Lied von Liebe und Tod" ist frei erfunden, spiegelt aber dennoch gelungen die Stimmung und Tragik dieses Liedes wieder. Meisterhaft getragen von den Darstellern Ben Becker, Erika Maroszánon und allen voran einem grandiosen Joachim Król. "Ein Lied von Liebe und Tod" wird in Rückblenden erzählt. Die Figuren sind detailliert und klar gezeichnet. Die stimmungsvolle Musik, allem voran natürlich immer wieder "Gloomy Sunday", zaubert eine melancholische Grundstimmung, die die Handlung des Filmes sehr gelungen unterstreicht.
Faszinierend ist der authentische Hintergrund dieses Liedes, welches bei seiner Entstehung vor nunmehr fast 70 Jahren durch seine hervorgerufene Sehnsucht und Schwermut hunderte Menschen in eine Art "Todesrausch" versetzt hat.
Die DVD liefert neben dem Hauptfilm ein gut sortiertes Bonusprogramm. Neben Interviews mit den Hauptdarstellern, dem Audiokommentar des Regisseurs findet sich auch Platz für eine Dokumentation über eben genau das Kernstück des Films - dem Lied "Gloomy Sunday".
Alles in allem eine schöne, wenn auch tragische Liebesgeschichte hinter der grausigen Kulisse des zweiten Weltkrieges - ummantelt, mehr als vortrefflich, vom "Lied von traurigen Sonntag/Gloomy Sunday" - welches seine schaurig-schöne Wirkung auch hier nicht verfehlt.
Trotz des ernsthaften Themas und der Tragik, die diesem Stoff inne ist, fehlt es dem Film partiell keineswegs an Komik und Leichtigkeit.
Das Ende des Films überrascht mit einem hevorragenden "Showdown".
5 Punkte von mir für einen schön erzählten, bitter-süßen Film mit schönen Bildern, interessanten Figuren und guten Darstellern.
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HALL OF FAMEam 31. Oktober 2000
In den letzten Jahren mußte man jeden guten deutschen Film als Wunder betrachten. Dies ist ein großes Wunder: einer der besten Filme der 90er Jahre. Ein Glück, daß Rolf Schübel, vorher vor allem Dokumentarfilmer, das Potential dieses Stoffes erkannte und ihn mit einem überragenden Team umsetzen konnte. Da ist zunächst einmal das Lied selbst: ein entrückend schönes, bittersüßes Thema mit traurigem Text, zu Weltruhm gelangt unter anderem in Versionen von Billie Holliday und Sinead O'Connor, begleitete unzählige Menschen in den Selbstmord. Budapest zur Zeit des zweiten Weltkrieges ist mehr als nur eine Kulisse - in den wunderbaren Bildern von Edward Klosinski spiegelt sich die tragische Geschichte dieser Jahre. Doch keine Sorge: Dies ist nicht ein weiterer Betroffenheitsfilm, um der Deutschen schlechtes Gewissen zu beruhigen. Wie Joachim Król richtig sagte, ist mit Spielbergs "Schindlers Liste" die definitive Aussage zu diesem historischen Abgrund bereits getroffen. "Gloomy Sunday" leistet seinen bescheidenen Beitrag zur Erinnerung an diese Periode; die Besetzung Budapests liefert die Umstände für eine tragische Liebesgeschichte, aber diese Dreiecksbeziehung steht im Vordergrund. Ihr Verlauf und Ausgang hinterlassen den Zuschauer sprachlos: Der Film erzeugt ähnlich starke Emotionen wie einst das Lied. Selten ist der Transport einer Aussage von einer Kunstform zur anderen derart geglückt. Jeder Beteiligte hat das seine dazu beigetragen. Joachim Król und Ben Becker zeigen einmal mehr, daß sie zu unseren besten Schauspielern gehören. Stefano Dionisi ("Farinelli") brilliert als Pianist, durch seine Ausstrahlung und sparsame, höchst wirkungsvolle Ausdrucksstärke. Die eigentliche Entdeckung aber ist die Ungarin Erika Marozsán. Sie allein hätte diesen Film sehenswert gemacht - sie ist schön, natürlich, geheimnisvoll, zerbrechlich und stark zugleich (leider erfahren wir nicht, wer sie so perfekt synchronisiert hat); europäischen Koproduktionen sei Dank, daß wir solche Gesichter auf der Leinwand erleben dürfen.
Die "Special Edition" der Universal ist qualitativ dem Inhalts angemessen: Bild und Ton sind perfekt; Interviews und Dokumentationen von zusammen fast einer Stunde Dauer runden das Ausnahmeerlebnis ab. Es ist zu wünschen, daß dieses Meisterwerk durch die DVD eine weite Verbreitung findet.
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am 2. November 2006
meine mutter hat mir vorige woche den film inclusive den soundtack empfohlen , wir telefonierten und sie sagte sie wolle mir etwas laufen lassen , da sie wissen würde das es mir gefällt . und sie behielt recht .

das lied vom traurigen sonntag , war mir bis dato unbekannt muß ich als BEKENNENDER UNGAR gestehen , wahscheinlich weil ich hier in deutschland kaum ungarn kenne und in ungarn selbst leider zu selten bin .

als ich aber die ersten klänge der typischen tonalen ungarischen art hörte (sei es die pianoversion oder auch die klassischen , sowie gecoverten versionen) , fühlte ich es birgt ungarische traditionen und ist ein unmißverständlich ein teil aus ungarn . die daraus resultierende selbstmordrate ist zwar traurig , aber man darf das lied und den text nicht verurteilen , denn eine neigung zu extremitäten besteht schon länger , nicht erst durch ein lied/film/bild e.t.c. auf jedenfall bin ich mit diesem lied und auch dem film der 1999 dazu gedreht wurde 100% bedient . ich bin ein typisch stolzer vertreter der ungarischen wurzel und auch in sachen romantik und oder leidenschaft dem ganzen sehr innig verbunden und nicht zuletzt nah am wasser gebaut wenn es darum geht . es steht also außer frage das daß das thema zum lied vom traurigen sonntag (soundtrack und film nicht zuletzt der original ursprung) vollkommen von mir belobigt wird .

der inhalt des films ist zwar etwas anders ,aber er trifft dennoch den sinn der liedes und verfehlt es in keinster weise , selbst wenn das drehbuch nochmals anders geschrieben worden wäre . der film ansich ist sehr gut und berührt (mich zumindest) sehr . man sollte eine ander für diese art von trauer haben , sowie vertändniß dafür das es mehr gibt als nur das profilieren in einer gegenwärtigen modernen zeit , die überflutet ist von oberflächlichkeit .

der film ist zu empfehlen , wie die musik , für mich ein stück kultur oder heimat und die ungarn sind dafür bekannt melancholie in romantik zu vermischen ,.... was aber immernoch besser ist als überhaupt nichts für emotionen übrig zu haben.

menschen die mit trauer und sehnsucht nach frieden oder lieben umgehen können , das mag nun leicht gesagt sein da es immer schwer ist kummer zu haben , die werden in dem soundtrack und film eine begleitung finden und sich nicht zu sehr unverstanden fühlen in ihrem ineren wirwar der gefühle .

das lied vom traurigen sonntag , eine 100%ige fundamentale ebene von gefühlen .

" ENIS MINDIG SZERELMES VAGIOK "

Alexander Andreska
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am 14. Februar 2005
"Gloomy Sunday" ist einer meiner erklärten Lieblingsfilme, und das, weil an ihm praktisch alles stimmt: eine vielschichtige Story, die von Liebe, Tod, der Entwicklung von Menschen und unerfüllten Träumen und anderem Menschlichen erzählt. Darsteller (allen voran Joachim Krol und Ben Becker), die einfühlsam und absolut glaubwürdig in ihren Rollen aufgehen. Bilder, die stimmiger und schöner - aber auch bedrohlicher - kaum sein könnten. Und natürlich diese wunderbare Musik, die nicht mehr aus dem Kopf gehen will.
Neulich habe ich den Film nochmal spät nachts im Fernsehen gesehen. Eigentlich wollte ich zu Bett, aber diese Musik "drängte" mich dazu, wach zu bleiben und den Film erneut anzuschauen (die Ringe unter den Augen am nächsten Morgen waren nicht übersehbar) ..... aber es hat sich wieder gelohnt, war wunderschön. Jederzeit wieder!
Mit einem Glas Whisky, Kerzenschein, immer wieder ein Erlebnis! Aber Taschentücher bereit halten ...
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am 4. April 2006
Drei Männer und die schöne Ilona. Eine Frau, die so schön ist, daß jeder der drei alles geben würde, um mit ihr zusammen zu sein.
Der Schauplatz: Das Szabo - ein liebevoll geführtes Restaurant, indem es nur das Beste geben soll, für das leckerste Essen sorgt Laszlos Küche, für die schönste Klaviermusik sorgt Andras und für den besten Service sorgt Ilona, die auch in dem Dreiergespann tonangebend ist. Da ist kein Platz mehr für den bemühten Emporkömmling Hans Wieck, der hier auch gern eine tragende Rolle spielen würde. Ilona, dem Rollfleisch und dem Lied vom traurigen Sonntag verfallen, wird er zu einem wiederkehrenden Gast. Als der Krieg beginnt darf der Verschmähte in der deutschen Armee ein Amt bekleiden und nutzt dieses nicht nur, um sich an der Not anderer zu bereichern.
Das melancholisch-schöne "Gloomy Sunday" trägt dieses in Budapest angesiedelten Drama und geht einem tagelang nicht mehr aus dem Kopf.
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am 18. Juni 2005
Gleich in der ersten Einstellung sieht man die zweite Hauptrolle in diesem Film: Die Stadt Budapest.
Der Film spielt Ende der 30er bis Mitte der 40er Jahre zur Zeit der Nazi-Besetzung.
Über den Inhalt ist hier schon genug beschrieben worden.
Der Film lebt von den herrlichen Ansichten der Stadt Budapest, der Musik und besonders von den Schauspielern.
Joachim Król als jüdischer Restaurantbesitzer László, der Italiener Stefano Dionisi als Pianist und Komponist András und Ben Becker als deutschscher Geschäftsmann und späterer Nazi-Sturmbandführer Hans Wieck. Besonders erwähnenswert ist die ungarische Schauspielerin Erika Maroszán, die hier das erste Mal in einem internationalen Film mitspielt. Eine tolle Schauspielerin und wunderschöne Frau, von der gern mehr sehen würde. Alles in allem ein sehr emotionaler Film mit überraschenden Wendungen. Absolut überzeugende Schauspieler bis in die kleinsten Rollen, wunderbare Bilder von Budapest und das traumhaft melancholische Lied, das so viele Menschen in den Selbstmord getrieben hat.
Ein Wort zur DVD: Interessant sind auch die Extras: Interviews mit den 4 Hauptdarstellern, Regisseur Rolf Schübel und Kameramann Edward Klosinski.
Dann eine Dokumentation zur Geschichte des Liedes "Gloomy Sunday".
Zuletzt ein Leckerbissen für Cineasten, die gern hinter die Kulissen schauen: Ein Making of, und der Menüpunkt "Audiokommentar". Hier läuft der Film mit einem begleitenden Kommentar von Regisseur Rolf Schübel. Er erzählt, wie die Szene gedreht wurde, zwischendurch Andekdoten von den Dreharbeiten, macht auf Details im Spiel aufmerksam und geht sehr auf die Schauspieler ein.
Ein sehr wertvolles Extra.
Diesen Film werde ich mir noch mehrmals anschauen.
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am 17. März 2009
Ich habe mir seit mehreren Jahren zur Gewohnheit gemacht, den Film an Freunden und Bekannten zu besonderen Anlässen einfach zu verschenken.
Es macht mir sehr viel Spass zu erleben, wenn nach mehreren Monaten bzw. sogar auch nach Jahren endlich ein Feedback kommt, etwa so, hey das ist ja ein toller Film, warum habe ich ihn blos nicht gleich angesehen. Das komische ist es hinterher, dass jeder "Beschenkte" mindestens zwei- oder drei mal den Film angeschaut hat und keiner mag so richtig zu beschreiben, was an dem Film so faszinierend ist. Perfekt.
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am 8. März 2012
Sein oder Nichtsein (Lubitsch, 1940), Ein Lied von Liebe und Tod (Schübel, 1999)

Eine amüsante amerikanische schwarz-weiß Komödie von 1940 und eine berührend farbige deutsch-ungarische Koproduktion aus dem Jahr 1999: beide Filme sprengen als grandiose, ästhetisch perfekt auskalkulierte Balanceakte zwischen Leichtigkeit und schwarzen Humor, Lebensgenuß trotz Todesgefahr, mit ihren intelligenten, überraschenden Pointen und ihrem politisch-geschichtlichen Hintergrund die Grenzen der Genres.
Auch sonst haben sie viele Motive gemeinsam:

1. Die Zeit - beide spielen Ende der dreißiger Jahre und zugleich in der Gegenwart (ihres Drehens), was bei Schübels Film durch den fast sechs Jahrzehnte versetzten, die Handlung erst abschließenden Rahmen möglich wird.
2. Der Ort, Polen bzw. das Warschauer Theater im einen, Ungarn bzw. das Budapester Restaurant "Szabo" im anderen Film - in beiden Städten erscheint die friedliche Lebenssituationen ihrer Bewohner zunehmend vom Einmarsch der Deutschen bedroht.
3. In beiden Filmen treffen wir auf dieselbe Figurenkonstellation - im utopischen Kern eine emotional bewegliche erotische Dreierkonstellation im künstlerischen Milieu: sehr schöne Frau - hier die blonde Schauspielerin Maria Tura, dort die brünette Sängerin Ilona - lebt ihre Liebe zu zwei Männern, die ihrerseits einander trotz Eifersucht achtungsvoll und freundschaftlich verbunden sind. Als echt lebensbedrohliches Problem tritt erst die dritte Männerfigur hinzu, der Nazideutsche, roh, sentimentalisch und verblendet, gegen den es also in beiden Filmen solidarisch zu gewinnen gilt.
4. Der bereits in den Titeln beschworene künstlerische Hintergrund gibt beiden Filmen die Möglichkeit zum facettenreich abgründigen Spiel mit Fiktion und Realität. In "Sein oder Nichtsein" wird dieser durch das Theaterspiel gebildet, verdichtet im Leitmotiv der Hamletmonologrezitationen des narzisstischen Ehemanns von Maria, Joseph Tura. Das "Lied von Liebe und Tod" verdichtet sich in der doppelten Ambivalenz der Leitmotive Kochkunst und Musik: herrlich die "Rollfleischszene", in welcher - in der Vorphase der nationalsozialistischen Okkupation - der jüdische Restaurantbesitzer Lázló Szabo und Freund Ilonas den Deutschen Eberhard Wieck durch Evokation der Zubereitung von dessen Lieblingsgericht aus seiner durch das Lied des Restaurantpianisten Andras herauf beschworenen Liebesdepression rettet und damit - neben der Rettung seines künftigen Mörders - ästhetisch dezent bereits die Schlusspointe vorbereitet! Das in der Realität 1932 von dem ungarischen Komponisten Reszo Seres aus der Situation eines persönlichen Liebesdramas heraus kreierte melancholisch magische Lied "Gloomy sunday" avancierte in der Tat zum "Selbstmörderlied".
5. Die raffinierte Gestaltung von Zuschauererwartungen und Pointen - die immanente Filmlogik ist stets um eins bis zwei schlauer, als es der Zuschauer erwartet - ist Lubitschs Stärke. Aber Schübel steht ihm nicht nach. Und wider größte auftauchende Bedenken werden in beiden Filmen nicht nur Verstand und Herz, sondern zuletzt auch das Gerechtigkeitsempfinden vollends befriedigt.

Aufgrund dieser vielen Ähnlichkeiten kann man beide Filme auch wunderbar direkt hintereinander ansehen, allerdings in der Reihenfolge: erst "Sein oder Nichtsein", dann "Ein Lied von Liebe und Tod", da man sich mit dem zweiten Film emotional sehr identifiziert, während man den ersten eher analytisch, als amüsierter Beobachter, genießt.
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am 24. Dezember 2003
Der jüdische Restaurantbesitzer Laszlo Szabo (Joachim Krol) ist seit vier Jahren glücklich mit seiner Ilona Varnai (Erika Marozsan) - eine schöne wie ebenso kluge Frau. Nicht nur Glück in der Liebe ist ihm zuteil, auch sein Restaurant, allem voran sein berühmtes Kesselfleisch, läuft von Tag zu Tag besser. Als der Pianist Andras Aradi (Stefano Dionisi) sich dazugesellt und Abend für Abend mit seinem "Lied vom traurigen Sonntag" mehr und mehr Gäste anlockt, scheint das Glück vollkommen - bis Laszlo feststellen muß, daß Erfolg im Beruf den Erfolg in der Liebe schwinden lässt: Ilona und Andras beginnen eine Affäre, Laszlo ist gezwungen Ilona zu teilen: "Eine geteilte Ilona ist mir immer noch lieber als keine Ilona."
Der grandiose Film ist ein Aushängeschild des großen Deutschen Films. Er vereint eine ebenso rührende wie melancholische Geschichte mit grandiosen Schauspielern, untermalt von hinreissender Filmmusik. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit: Tatsächlich komponierte Reszö Seress im Budapest der 30er Jahre das berühmte "Lied vom traurigen Sonntag" in einem Restaurant. Aus diesem Stoff verfilmte Rolf Schübel eine wunderbar ans Herz gehende Geschichte zwischen Liebe, Verlust derselben und Kriegsangst. Die Zeit scheint wie geschaffen für diesen Film, es ist die Zeit als Ungarn Hitler zuliebe aus dem Völkerbund austritt und die Deportation der Juden auch in Ungarn beginnt.
Die ungewöhnliche Dreiecksbeziehung spitzt sich allerdings zu, erst recht als Hans Wieck, ein Deutscher (Ben Becker) sich einmischt und ebenfalls um die Liebe Ilonas buhlt, aber barsch zurückgewiesen wird. Drei Männer sind auch Ilona zuviel, so will sich Hans aus Gram in die Donau stürzen, doch Laszlo rettet ihn. Die aufkeimende Freundschaft ist Laslo eine Weile zuträglich, denn Hans taucht später als Reichsstandartenführer wieder auf und nur seinem Protektorat ist es zu verdanken, daß Laszlo nicht das gleiche Schicksal wie all die anderen Juden erleidet.
Doch "Gloomy Sunday" handelt nicht nur von der Liebe und vom Krieg, auch Zukunftsträume und Ängste spielen eine starke Rolle und prägen den Verlauf. So ist Laszlos größter Wunsch, daß der Mensch frei ist und selbstbestimmt, auch in der Liebe - welch geradezu prädestiniertes Bild für die Zeit der Judenverfolgung und damit seiner eigenen Zukunftsangst. Ilona träumt von einer Karriere als Sängerin, Andras als Komponist - und Hans Wieck träumt von seiner großen Zeit nach dem Krieg als Deutschlands größter Im- und Exporteur.
Kein Film für schwache Gemüter, dazu geht er sehr ans Herz und verbreitet mit seiner fast schon depressiven Grundstimmung Nährboden für eine auch nach dem Film verbleibende düstere Grundstimmung. Ein Film mit einer überraschenden Wendung zum Schluß - und ein Film, dessen Sinn sich für manchen in einem Satz erschließt: "Das Lied war sehr schön, vielen Dank, ich muß jetzt gehn".
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am 2. August 2010
Wiedermal ein sehr schöner, und guter deutscher Film. Ich gebe zu, ich habe mich mit der ersten Filmhälfte ein wenig schwer getan - besonders was den Charakter der jungen Frau anbelangt. Dass sie sich nicht für einen von den beiden entscheiden konnte, ging mir ein wenig auf die Nerven - aber als dann plötzlich die Nazis dort auftauchten bekam der Film eine plötzliche Wendung und wurde richtig spannend.

Wer gutes Kino jenseites des Mainstreams zu schätzen weiß, der wird diesen Film auf jeden Fall mögen. Die Rollen sind sehr gut besetzt und wirken absolut glaubwürdig.
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