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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...ich will dafür mir Jesum wählen..., 4. Oktober 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Bach: Cantata Pilgrimage (Kantaten BWV 94, 168, 105) (Audio CD)
Als John Eliot Gardiner sich mit dem Gedanken trug, sämtliche Kirchenkantaten von Johann Sebastian Bach aufzunehmen, streikte die Deutsche Grammophon, woraufhin er sein eigenes Label "Soli Deo Gloria" gründete. Einige Kantaten jedoch erschienen auch bei der Archiv Produktion. Diese Kantaten wurden über mehrere Jahre in verschiedenen europäischen Kirchen jeweils am (Sonn)Tag ihrer Bestimmung aufgeführt. Die vorliegende CD, die drei Kantaten für den neunten Sonntag nach Trinitatis vereint, welche sich allesamt mit dem Missverhältnis zwischen irdischen und himmlischen Gütern befassen, wurde 2000 im Duomo di San Nicolò in Meran im Rahmen einer Liveaufnahme erstellt.

Da Bach am Leipziger Hof von Zeit zu Zeit miterleben musste, wie seine Vorgesetzten ihre Vormachtstellung dafür missbrauchten, um irdischem Tand zu huldigen und denselben zu mehren, war es ihm besonders wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, wie nichtig doch die menschlichen Güter sind und wie sehr ein jeder bei Gott in der Schuld steht. Die Kantate BWV 94 "Was frag ich nach der Welt" beschäftigt sich eingehend mit diesem Problem. Bach verleiht diesem Werk besonderes Gewicht dadurch, dass er jeder Solosingstimme eine eigene Arie zukommen lässt. Den anfänglichen Choral lässt er zum Abschluss der Kantate wiederholen.
Wie immer kann Gardiner auf erstklassige Solisten und den vielleicht besten Chor weltweit, The Monteverdi Choir, zurückgreifen. Der Chor korrespondiert mit den Solisten comme il faut, der Text ist stets gut verständlich und auch der Vorwurf, Gardiner verwende tendenziell zu große Chöre, kann mit dieser Glanzleistung einer - rein musikalisch betrachtet - weniger zwingenden Bachkantate entkräftet werden.

Von größerer Eindringlichkeit ist die Kantate "Tue Rechnung! Donnerwort" BWV 168, die auf einen anfänglichen Choral verzichtet und stattdessen sogleich mit einer mahnenden Bassarie eröffnet. Aber auch hier kommt Bach zu einem versöhnlichen, hoffnungsvollen Ende.
Der geneigte Hörer kann den Text leicht nachverfolgen, entweder indem er das hervorragende Booklet zur Hand nimmt oder indem er dem glasklaren Gesang lauscht. Die Aufnahme ist nicht nur rein technisch ein Genuss, sondern fängt auch die unbeschreibliche Atmosphäre einer Liveaufnahme wundervoll ein. Das leichte Hallen lässt der Aufnahme zudem etwas Kontemplatives angedeihen - und da sage noch einer, Gardiners Tempi seien überzogen...

In der Kantate "Herr, gehe nicht ins Gericht" BWV 105 entwirft Bach die Vorstellung, dass derjenige, der "des Glaubens voll" ist und "seinen Bürgen weiß", Erbarmen und Vergebung bei Gott finden wird. Diese Kantate zeichnet sich durch besonders schöne Arien aus.
The English Baroque Soloists bieten besonders dieses Werk in selten gehörter Manier transparent, differenziert, farbig, kontrastreich und lauter dar. Der Klang der Originalinstrumente ist immer wieder berauschend. Gardiner wählt grundsätzlich flotte Tempi und erzeugt so den entsprechenden Tonus, der den vorliegenden Kompositionen Not tut.

Fazit: Ein in jeder Hinsicht gelungenes Programm. Die Kombination "Johann Sebastian Bach und John Eliot Gardiner" passt eben wie die Faust aufs Auge...
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