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Live at the Marquee
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am 24. März 2011
In der Diskografie des jüngst verstorbenen Gitarren-Monolithen Gary Moore gibt es sicherlich einige Veröffentlichungen, die nie so in den Fokus der Öffentlichkeit geraten sind wie die Mega-Seller 'Wild Frontier', 'Run For Cover' oder 'After The War'. Dazu gehören die frühen Soloversuche 'Grinding Stone' und 'Back On The Streets'. Richtig gehend schwarze Schafe sind allerdings die drei Jet Records-Alben 'G Force', 'Dirty Fingers' und 'Live At The Marquee'. Der Nordire war von der Zusammenarbeit mit dem Label so enttäuscht, daß er sich gegen die Veröffentlichtung gerade des Live-Albums, das in Japan schlicht unter dem Titel 'Live' erschien, aussprach. Der Mitschnitt - der mit diversen Covergestaltungen erschienen ist - aus dem Jahr 1980 kam dann auch erst drei Jahre später auf den Markt und hatte dann gegen den kurze Zeit später erscheinenden Live-Klassiker 'We Want Moore!' keine rechte Chance mehr.

Aufgenommen wurde im November 1980 während zweier Nächte im Londoner Marquee-Club in der Besetzung Kevin Driscoll (v; LONE STAR), Andy Pyle (b; THE KINKS), Tommy Aldridge (d; BLACK OAK ARKANSAS, PAT TRAVERS, OZZY OSBOURNE, WHITESNAKE, MANIC EDEN, HOUSE OF LORDS, THIN LIZZY) und Don Airey (keys; DEEP PURPLE, OZZY OSBOURNE, JUDAS PRIEST, BLACK SABBATH, WHITESNAKE, MSG).

Aus der Live-Setlist an den beiden Abenden fehlen die Tracks 'White Knuckles' und 'Rockin' & Rollin'', die übrigen neun Songs, die im wesentlichen von den Alben 'Back On The Streets', `G Force` und 'Dirty Fingers' stammen, erreichen dennoch aufrgund diverser Jams und Solo-Parts eine Spielzeit von knapp über 50 Minuten. Der Sound ist ordentlich und kommt sehr roh herüber. Spieltechnisch stechen insbesondere natürlich Moore's Extravaganzen an den sechs Saiten sowie das kraftvolle Drumming von Fellgerber Aldridge hervor.

Höhepunkte des Album sind der Opener 'Back on the Streets', das üppige 'She's Got You', die virtous ausgedehnte, nur instrumental intonierte Bluesballade 'Parisienne Walkways' und der Heavy-Metal-Kracher 'Nuclear Attack' . Erwähnung finden muß sicher auch das Instrumental 'Dallas Warhead', in welchem Aldridge bei einem ausufernden Soloteil zeigt, daß er jedenfalls seinerzeit zu den Schlagzeugern mit den schnellsten Füßen an der Double-Bass gehörte. Nicht unbedingt ein fortwährender Hörgenuß, aber das Solo dürfte optisch ein echter Showeffekt gewesen sein und auch von Platte ringt es einem jedenfalls Anerkennung in bezug auf die sportliche Leistung ab. Wer also des Schlagzeugsolos Aldridge's, das er jahrelang während seiner Einsätze bei THIN LIZZY und WHITESNAKE spielte, überdrüssig ist, hat hier Gelegenheit den Powerdrummer mal etwas anders wahrzunehmen.

Wie gesagt, das Album kann es mit 'We Want Moore!' nicht aufnehmen, aber bei einem günstigen Preis lohnt es sich hier zuzugreifen, um einen der letzten Großen der Stromgitarre bei seinem schweißtreibenden Handwerk zu lauschen.
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