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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die klassische Alternative, 10. März 2003
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Richard Strauss: Der Rosenkavalier (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Seit vielen Jahren streiten sich zwei Aufnahmen um den Titel der Referenz-Einspielung: Auf der einen Seite die schwärmerische Aufnahme unter Karajan mit der sagenhaften Schwarzkopf, einer sehr charmanten Christa Ludwig in ihrer ersten großen Aufnahme, auf der anderen Seite diese klassische Wiener Einspielung.
Der erste große Vorteil dieser Aufnahme ist das Orchester: Die Wiener Philharmoniker spielen brillanter und charmanter als das Philharmonia Orchestra, dazu unter der strengen Leitung von Erich Kleiber sehr transparent. Dazu tut die Tontechnik den Sängern zusätzlich den Gefallen, sie nicht zuzudecken, was bei Karajan durchaus passieren kann. So ist die erste Voraussetzung dafür gegeben, dass man hier einmal wirklich jedes Wort versteht - eine wohltuende Ausnahme.
Kleiber nimmt der Oper das Süßliche, macht sie dadurch zum wirklich charmanten Konversationsstück. Dazu passen auch die Sänger: Weniger raffiniert, dafür aber auch weniger parfümiert als in der Konkurrenz.
Sena Jurinac war der beste Octavian der fünfziger Jahre und ist als schwärmerischer Jüngling in jeder Minute glaubhaft, hat dazu eine der schönsten, wärmsten Stimmen, die ich überhaupt kenne. Hilde Güden ist als Sophie kein kleines Mädchen, sondern durchaus ein Charakter mit sehr spezieller Stimme.
Ludwig Weber schließlich ist ein sehr wienerischer Ochs, der genügend Humor in die Partie einbringt, ohne sie zur Karikatur zu machen. Außerdem ist er in dieser Einspielung auch stimmlich voll auf der Höhe.
Die einzige Einschränkung gilt Maria Reinings Marschallin: Sie ist stimmlich nicht mehr ganz auf der Höhe, ist nicht - wie die Schwarzkopf immer betont hat - eine erwachsene Frau, die sich langsam der 40 nähert, sondern geht eher in Richtung 50. Hier gewinnt den Vergleich eindeutig die Schwarzkopf - aber gegen wen nicht? Trotzdem ist auch Reining eine eindrucksvolle Interpretin, die von jahrzehntelanger Erfahrung in dieser Rolle zehren kann.
Großer Luxus am Rande: Der große Mozart-Sänger Anton Dermota als "Sänger", der aus seiner Minirolle eine Hauptpartie macht.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Referenzaufnahme, 28. August 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Richard Strauss: Der Rosenkavalier (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Zu dieser Aufnahme gibt es nicht viel zu sagen:
Ein phantastisches Orchester, ein legendärer Dirigent und brilliante Solisten!
Exemplarisch ist das Orchesterspiel der Wiener Philharmoniker - transparent und zupackend, voller Charme und Anmut.
Die Hauptpartien sind mit Sena Jurinac, Hilde Güden, Ludwig Weber,Maria Reinig, Hilde Rössl-Majdan und Alfred Poell individuell und tonschön besetzt. In den Nebenrollen ist u.a. der einzigartige Tenor Anton Dermota zu hören.
Die Klangqualität ist ebenfalls hervorragend.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kultklassiker - unerreichte Referenz!, 26. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Richard Strauss: Der Rosenkavalier (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Erich Kleibers Einspielung des "Rosenkavaliers" von 1954 teilt sich seit jeher den Nimbus der Referenzaufnahme mit der des jungen Herbert von Karajan und Elisabeth Schwarzkopf von 1956.
Meiner Meinung nach stellt diese jedoch die unübertroffene erste Wahl dar, und das aus mehreren Gründen.
Vor allem liegt es daran, dass keine andere so sehr den Geist einer Konversationskomödie aus dem historischen Wien zum Leben erweckt, was zum einen am hervorragenden Ensemble liegt, das zur Gänze aus den Mitgliedern der Wiener Staatsoper jener Epoche besteht, als auch am grandiosen Dirigat Erich Kleibers, der mit den herrlich aufspielenden Wiener Philharmonikern jeden Kitsch vermeidet und eine wundervoll unsentimentale und brillante Strauss-Sternstunde zelebriert.
Was für eine Sängerbesetzung! Sena Jurinac galt als DER Octavian der Fünfzigerjahre. Ihre Interpretation ist herrlich stürmisch und leidenschaftlich, ihr Sopran von einer besonders auserlesenen Farbe, herb und sinnlich, der für Hosenrollen ausgesprochen gut passt.
Die Sophie der Hilde Güden würde ich als die definitive Interpretation des Fräulein Faninals bezeichnen. Eine solche Inkarnation ist mir selten in einer Opernrolle begegnet. Das silbrig-süße Timbre scheint wie für die Partie gemacht zu sein, die Piani in der Höhe schweben und leuchten wie Sterne. Und welch ein Ausdruck! Keine andere Sophie ist zu Beginn so verschämt-schüchtern, keine andere zeigt in der Konversationsszene mit Octavian so charmant, was für ein reizendes wienerisches Plappermäulchen hinter der guterzogenen Fassade versteckt, und keine andere blüht in den Duetten und dem Terzett zu so lieblicher Fraulichkeit auf. Unvergleichlich, schon allein wegen Güden ist die Aufnahme unentbehrlich.
Maria Reining war zwar zum Zeitpunkt der Aufnahme schon über ihre stimmliche Glanzzeit hinaus und klingt bei den hohen Tönen etwas angestrengt und kurzatmig. Aber ihre Marschallin ist trotzdem ein wunderschönes Portrait der warmherzigen, großzügigen Edeldame, natürlicher als das Elisabeth Schwarzkopfs (welche allerdings trotzdem die beste Marschallin ist).
Ludwig Webers prachtvoll-blasierter Ochs (der beste neben Otto Edelmann und Kurt Böhme), Alfred Poells Faninal und nicht zuletzt Anton Dermotas italienischer Sänger sind weitere Pluspunkte dieses Opernjuwels, das auch nach fünfzig Jahren noch immer die idiomatischste Aufnahme des "Rosenkavaliers" ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein..., 11. Januar 2014
Von 
Klassikfreund (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Richard Strauss: Der Rosenkavalier (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Unter den zügigen Rosenkavalieren ist mir Erich Kleibers der liebste. Zunächst war ich Feuer und Flamme für die Aufnahme seines Sohnes, Carlos, doch dann entdeckte ich diesen Mitschnitt. Man kann nur bedauern, daß der große Dirigent der Nachwelt nicht sehr viele Zeugnisse seiner Kunst hinterlassen hat. Denkt man an das bekannte Foto mit den legendären Fünf von 1929, (neben Kleiber) Furtwängler, Klemperer, Toscanini und Walter, so sind von ihm vergleichsweise wenige Aufnahmen erhalten.

Kleibers außerordentliche Sicht

Gerade bei dieser Strauß-Oper gehen die Vorlieben des Publikums auseinander: Manch einer bevorzugt einen Rosenkavalier mit viel Wiener Charme, eher langsam schwelgend genommen. Andere favorisieren wiederum einen feurigen, geladenen Ansatz. Und hier wird Kleibers Interpretation interessant!

Schon die Einleitung zeigt, daß es zügig und mit klarem Klang zur Sache geht. Doch sollte man jetzt nicht der Fehleinschätzung unterliegen, daß es damit für diese Aufnahme getan sei. Sicherlich ist Kleibers Rosenkavalier mehr Pfefferschote als Honig. Aber wo steht geschrieben, daß man die Schote nicht mit ein wenig Honig anreichern kann? So liefert der Dirigent eine klare, frische Interpretation, die aber auch den Schmelz des Werks nicht verhehlt. Ich kann es nur schwer in Worte fassen: Es ist wie leichtfüßiger "Schmelz" mit Tiefgang - offensichtlich kommt bei dieser ungewöhnlichen, aber sehr schlüssigen und "natürlichen" Lesart, Kleibers Wiener Herkunft perfekt zum Tragen.

Weitere Höhepunkte sind die glänzend spielenden Wiener Philharmoniker und das erstklassige Sängerensemble. Man versteht es ungewöhnlich gut, und so kann der Musikliebhaber Maria Reinings schon reife Marschällin, Sena Jurinacs überragenden Octavian und Hilde Güdens traumhaft harmonierende Sophie durchweg genießen. Die Gesangsleistungen lassen kaum zu wünschen übrig. Dieses Ensemble versteht zu entzücken.

Der Klang

Das akustische Erscheinungsbild ist sehr gut für eine Aufnahme von 1954. Das heißt, man vernimmt nur sehr wenige Störgeräusche. Generell wird hier ein sehr klarer, rauscharmer Rosenkavalier vorgelegt, was auch diesen Aspekt der Produktion zu einem Hochgenuß macht.

Fazit

Meine erste Rosenkavalier-Erfahrung war live und schrecklich sämig und hat mir die Oper für einige Zeit regelrecht verdorben. Da lobe ich mir diesen Kleiber. Ihm gelingt mit einem unschlagbaren Ensemble und einem Orchester in Höchstform das musikalische Wunder: Der Hörer befindet sich hier auf einer sanft wogenden See, und trotzdem treibt ihn eine starke Strömung voran... ist ein Traum, kann nicht wirklich sein!

(Das Begleitheft beschränkt sich auf die Auflistung der Sänger und der CD-Titel.)
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5.0 von 5 Sternen Zeitlos schöne Einspielung, 24. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Richard Strauss: Der Rosenkavalier (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Trotz zahlenmäßig großer Konkurrenz ist diese Rosenkavaliereinspielung unter Erich Kleiber eine der besten die ich kenne; und sie hat bis heute nichts von ihrer Frische eingebüßt. Kleiber lässt die bestens präparierten Wiener Philharmoniker frisch und transparent aufspielen; was übrigens auch dazu führt, dass man zu fast keiner Zeit nach dem Libretto greifen muss, denn die Sänger singen durch die Bank weg äußerst textverständlich.
Und was ist das für eine Besetzung!
Sena Jurinac und Hilde Güden als mustergültige Besetzung des Octavian und der Sophie, die sich in ihren Duetten auf das herrlichste mit ihren Stimmen umstricken. Dazu der Vorzeige-Ochs der damaligen Zeit des auch im Wagnerfach von mir sehr verehrten Ludwig Weber. Maria Reining ist zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits eine recht reife Marschallin, da klingt die Höhe an vielen Stellen schon recht scharf, aber mit kluger Gestaltung gelingt ihr ein ausgereiftes Portrait. Auch die restliche Besetzung bis hin zum Luxus-Italiener von Anton Dermota ist mit bewährtguten Kräften der Wiener Staatsoper der Nachkriegszeit besetzt. Es ist dies sicher ohne Übertreibung neben dem Karajan-Rosenkavalier die zweite klassische Einspielung des Strauss'schen Meisterwerks.
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