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am 16. Juli 2012
Begeben wir uns in den "Summer of '69": Hat natürlich nichts mit Bryan Adams zu tun, und in Deutschland auch nichts mit Woodstock und einer großen Szene. Das hat man in den USA, in GB und in den Niederlanden, aber in Germany erwacht die Undergroundszene langsam, aber sicher. Bei den Essener Songtagen anno 1968 treten einige dieser Gruppen, die bald Geschichte schreiben werden, schon auf, auch Xhol Caravan aus Wiesbaden. Nur mit den Platten hapert's noch, was auch daran liegt, dass es keine Produzenten und Labels gibt, die diesbezüglich etwas anpacken, doch auch das wird ein Jahr später anders werden. Immerhin, vier LPs erblicken im Sommer 1969 das Licht der Welt, zwei davon gleich von einer Münchner Kommune, die sich in zwei Gruppen gespalten hat: Während Amon Düül II mit "Phallus Dei" ein hörenswertes, aber noch lange nicht echt starkes Album abliefern (was sich bald ändern wird, ein halbes Jahr später kommt mit "Yeti" ein erstklassiges Rockalbum), ist das Debüt der Dilettantencombo Amon Düül I kaum die Rede wert. In Köln veröffentlichen The Can mit "Monster Movie" einen wahren Geniestreich, aber bekannt wird das Album erst im Frühjahr 1970, als der rührige Gerd Augustin für eine Veröffentlichung auf United Artists/Liberty (wo auch Amon Düül II und die exzellenten Krokodil aus Zürich unter Vertrag sind) sorgt, bis dahin verkauft die Band ihre Platte im Eigenvertrieb. Bleibt eine LP, die auf dem Hansa-Label, und produziert von Peter Meisel, heraus kommt; sowohl Hansa als auch Meisel stehen mehr oder weniger für Schlager und Kommerzpop, aber davon ist das vorliegende Produkt Lichtjahre entfernt.

Dass die vorliegende CD die dem Album vorausgegangene Single als Bonustracks bietet, ist musikalisch nicht von hoher Bedeutung, in Bezug auf die Entwicklung der Geschichte dieser Band aber sehr wohl: Waren Amon Düül II pure Psychedeliker, The Can ein bunt zusammengewürfelter Haufen und andere Krautrockbands der ersten Stunde wie Guru Guru, Embryo und Tangerine Dream Coltrane-, Hendrix- und Pink Floyd-Verehrer, die dort weitermachen wollten, wo ihre Vorbilder aufgehört hatten, so hatten Xhol Caravan ihre Roots im Soul. Sie waren eine Soulband, die Psychedelic und Free Jazz für sich entdeckten und verarbeiteten, und waren damit damals einzigartig. Sind die beiden Single-Tracks noch dem Soul und dem Songformat verhaftet, und noch mit dem Sänger der direkten Vorgängerband Soul Caravan aufgenommen, so machten sie dann ab 1968 eine gewaltige musikalische Entwicklung durch: Vom Soul blieb der Groove, der herrliche Swing, der sich vom oft hölzernen Rhythmus vieler Krautrockbands so wohlwollend abhob, der Gesang verschwand weitgehend, stattdessen bestimmten Flöte und Saxofone gemeinsam mit einer diffizil gespielten Hammondorgel das Klangbild. Hätten Xhol Caravan damals im Vorprogramm zu Zappa oder Miles Davis spielen können, hätten sie nicht schlecht abgeschnitten, und gemeinsame Auftritte mit Soft Machine und East Of Eden ebenfalls gut gemeistert. Aber wo war ein Management, das das hingekriegt hätte? Der Verkauf der Platte war bescheiden, und nachdem Hansi Fischer, einer der beiden Holzbläser, rund ein Jahr nach Veröffentlichung der Platte die Gruppe verließ und diese ihren Bandnamen auf Xhol reduzierte, gerieten Xhol langsam aber sicher in Vergessenheit.

Geblieben ist diese wunderbare Platte, die mehr als vier Jahrzehnte später noch immer sehr hörenswert ist. Drei Tracks auf der ersten Seite, darunter der Bandklassiker "All Green" in seiner griffigsten Fassung, auf der LP-Rückseite dann ein Stück fast über die ganze Plattenseite, was im Krautrock schnell modern wurde (die Debütalben der Can und Amon Düül II hatten das ja auch, ein Track pro zweiter LP-Seite), und "Raise Up High" ist ein schön intensiver Jazz-Psychedelic Rock-Trip, die skurrile Schlussnummer "Walla Mashalla" schließt das Hörvergnügen dann ab. "Electrip" ist ein großes Album, das vor der Vergessenheit bewahrt werden sollte, und wer sich näher mit der Geschichte des frühen Krautrocks beschäftigt, sollte an dieser Platte und dieser Gruppe nicht vorbei gehen.
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am 17. Juli 2012
Wir schreiben das Jahr 1969. In der Nachkriegs-BRD machen sich ein paar Bands mit reichlich komischen Namen auf, musikalisches Neuland zu erkunden, das kein vernünftiger Mensch je zuvor betreten hat. Sie heißen Can, Amon Düül, Amon Düül II oder eben Xhol Caravan. Ihre ersten LPs, die den Anfang einer eigenständigen jungen Szene markieren, tragen auch ganz komische Titel: "Monster Movie", "Psychedelic Underground", "Phallus Dei" und "Electrip". Jede davon sollte man wenigstens einmal gehört haben, wenn man sich für die Stunde null deutscher Rockmusik interessiert. Was man von diesem kuriosen Zeug mit Sicherheit noch öfter hören will? Ich sage: "Electrip", das Werk einer fast vergessenen Gruppe hoffnungsloser Hippies aus Wiesbaden, die drei Jahre lang zusammen kifften und musizierten. Bereits 1970 entstanden ihre letzten Studio- und Live-Aufnahmen, die aber erst ein, zwei Jahre später auf dem Ohr-Label erschienen (da hieß die Band nur noch Xhol). Im Rückblick ist klar, dass die Musiker mindestens eine solide Plattenfirma gebraucht hätten, um weitermachen zu können. Vielleicht wäre die Band einen ähnlichen Weg wie Can gegangen, hätte man sich professioneller verhalten und gelegentlich zum Komponieren aufgerafft.

Aber ob nochmal so etwas Großartiges wie "Electrip" dabei herausgekommen wäre? Allein die ersten drei Stücke verdienen mindestens 7,5 Sternchen. Es herrscht ein wunderbarer Flow, alle Beteiligten scheinen telepathisch miteinander verbunden zu sein. Die Musik wird von den zwei kompetenten Bläsern nie erdrückt, der emsige Schlagzeuger rackert mit jazziger Subtilität und lässt pausenlos die Becken zischen, auch der Mann an Orgel und E-Piano versteht sein Handwerk, ob er nun beiläufig mitgroovt oder solo spielt. Außerdem erzeugt er Intensität, indem er Töne einfach länger hält, wo andere Keyboarder schneller in die Tasten hauen würden - sehr ungewöhnlich. Aber alles wirkt organisch, und wenn die Improvisationen in einen rauschhaft-urwüchsigen Klangdschungel münden, nervt es niemals.

Das folgende "Raise up high" trägt nicht ganz so gut über die Gesamtlänge von knapp 18 Minuten. Es beginnt als Song; "Öcki" am Mikrofon gibt den aggressiven Mick Jagger und steigert sich in eine wahre Urschrei-Ekstase hinein, worauf sich die anderen Xholisten entsprechend austoben. Wow! Eine chaotische Free-Form-Passage schließt sich an, wird heftig und schrill, dann wird erst einmal die Bremse gezogen. Allmählich nimmt die Band wieder Fahrt auf, der stets präsente Bass tritt hier besonders hervor. Doch es kommt nicht mehr zu einem melodisch-gelösten Jamming, stattdessen wirbelt die Musik bald wie ein überdrehter Brummkreisel dahin - "rasender Stillstand" der bewusstseinserweiternden Art. Das Ende ist erreicht, als es nicht mehr "higher" geht (oder weil gleich die Instrumente auseinanderfallen). Dass danach jemand wie ein kleines Kind auf einem Cembalo herumklimpert, ist aus psychedelischer Sicht nur konsequent, genauso wie der Muezzin-Gesang auf "Walla Mashalla", dem kurzen, verhaltenen Schlusstitel.

Die feine CD von Garden of Delights (dickes Booklet; Sound ist authentisch, aber keineswegs dumpf) enthält zwei Bonustracks: eine Single, die Monate vor der LP erschien, als der Band noch ein Gitarrist und ein "richtiger" Sänger angehörten. Nicht schlecht, allerdings handelt es sich um herkömmlichen Soul und Blues, der eher auf die frühere Inkarnation der Gruppe namens Soul Caravan verweist.

Fazit: Eine Scheibe, die sich ohne weiteres unter Krautrock einsortieren lässt. Mancher mag diese Aufnahmen als konfus, schräg und veraltet betrachten. Von dilettantischem Geschrammel kann hier freilich keine Rede sein. Ich finde, "Electrip" schafft es wie kaum ein anderes Album, dass man sich wehmütig nach einer Zeit zurücksehnt, die man nie erlebt hat. Wer sich darauf einlässt, wird hoffentlich auch ein Lebensgefühl registrieren, das man in der heutigen Musik (um nicht zu sagen Gesellschaft) mit der Lupe suchen kann: Aufbruch, Freiheit, Spaß, totale Hingabe und "alles ist möglich".
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am 21. Januar 2013
Diese CD ist schon etwas abgefahren, aber ich bin absoluter Fan von "Soul Caravan", "Xhol Caravan" beziehungsweise "XHOL".
Für mich ist sie eine Zeitreise in die 70'er und ich bin immer ein wenig erstaunt, was diese Musiker sich so einfallen ließen.
Das war schon spektakulär und ausgefallen, so wie die Musiker selbst. Die muss ich haben.
Werner D.
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