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Kundenrezensionen

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Spätestens seit dem Doors-"Box Set" von 1995 wissen wir, dass John Densmore mit seiner Feststellung, dass es von den Doors nur deshalb so wenig Bootlegs gäbe, einfach weil noch so wenig Outtakes existierten, wie er 1990 in seiner Autobiographie "Riders on the Storm" konstatierte, nicht ganz Recht hatte. Zum 40. Jahrestag von "L.A. Woman", das zusammen mit ihren ersten beiden zu meinen Lieblings-Doors-Alben gehört, hat man noch mal ein paar alternative Aufnahmen ausgegraben:

CD 1 enthält das '99er Remaster des Originalalbums, an dem es klanglich für mich nie etwas auszusetzen gab.

CD 2 enthält neben sieben alternativen Takes aus den Albumsessions mit She smells so nice und Rock me Baby zwei Outtakes, die direkt hintereinander aufgenommen wurden und von denen mir Rock me Baby besser gefällt. Die Alternativ-Versionen sind allesamt gut, und die eingefangene Studioatmosphäre erfreut zusätzlich, z.B. wenn Morrison vorm 10. Take von Riders on the Storm vorschlägt, den Song mit Gewittergeräuschen zu unterlegen. Andererseits bestätigt die Bonus-CD (wie z.B. auch die "Anthology"-CDs bei den Beatles), dass die besten Takes dann doch auf dem Album gelandet sind.

Die Doppel-CD kommt ökologisch korrekt im reinen Pappschuber, zwar ohne gefütterte Innenhüllen, aber die Silberlinge lassen sich mühelos entnehmen. Abgerundet wird das Ganze durch einen schönen Begleittext von David Fricke; ich vermisse aber ein paar Infos wie Aufnahmedaten, Alter des Remasters oder Take-Nummerierungen.

Und ich finde, zum 40. Geburtstag hätte man der "L.A. Woman" ruhig noch mal das Cover mit der gelben Cellophan-Einlage spendieren dürfen, das das Album schon in der Doors-Box "The Complete Studio Recordings" von 1999 zierte (okay, das wäre dann aber ökologisch nicht mehr korrekt!). Einen Punktabzug muss ich leider vornehmen, weil die Plattenfirma wieder die Gelegenheit hat verstreichen lassen, bei einer Spielzeit von 51 Minuten endlich mal den Single-Edit von Riders on the Storm sowie den Mono-Single-Edit von Love her madly samt der B-Seite (You need Meat) Don't go no further mit auf die Bonus-CD zu packen, vom Outtake Orange County Suite ganz zu schweigen, das ist heute einfach Standard. Für die beiden letztgenannten Titel muss man weiterhin auf den Album-Remix von 2007 zurückgreifen, der natürlich seinen eigenen Reiz hat.

Zu sagen, "L.A. Woman" sei in Würde gealtert, wäre etwas unpassend, denn Jim Morrisons Vermächtnis ist, wie alle großen Rockalben, schlicht zeitlos.

Abschließend empfehle ich begleitend noch die zeitgleich erscheinende DVD/Blue Ray "Mr. Mojo Risin' - The Story of L.A. Woman".
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am 14. Dezember 2009
als ihr langjähriger produzent paul rothchild bei den vorarbeiten zu diesem album das handtuch warf - er fand die songs schwach, spürte die spannungen in der band und hatte vermutlich keine lust mehr, mit einem besoffenen sänger zu arbeiten - rettete er der band noch einmal das leben. denn die vier, inklusive morrison, wurden durch diesen schock wach und rissen sich enorm am riemen.

aus der not wurde eine tugend gemacht: die gruppe beschloss, gemeinsam mit ihrem toningenieur bruce botnick selbst zu produzieren - und zwar nicht in einem studio, sondern im proberaum. aufgenommen wurde schnell und entspannt, in wenigen takes. fehler wurden ausgebügelt oder gleich draufgelassen. das gibt dem album ein enorm lässiges workshop-feeling - es fühlt sich stressfrei, gelöst, aber konzentriert an.

das ist aber nur die halbe wahrheit. die andere hälfte lautet: dieses album klingt nach tod. es hat die anmutung eines letzten, hellen verglühens. jim morrison legt noch einmal alles an kreativität hinein, was ihm geblieben ist. danach war er leer, ein halbes jahr später war er tot.

das macht den speziellen, widersprüchlichen reiz dieser platte aus: sie zelebriert lebensfreude im angesicht des untergangs.

zum spiel: die band (plus rhythmusgitarrist marc benno und elvis-bassist jerry scheff) ist besser denn je, weil lockerer denn je. keine spur von kampf und krampf mehr. ray manzarek hört auf, jeden takt mit orgel-girlanden zuzuhängen, robbie krieger muss nichts beweisen und lässt die akkorde und licks einfach rollen, john densmore bringt ein bisschen funk und soul in die grooves. die band ist deutlich hörbar in den siebziger jahren angekommen - das spiel ist härter und unbehübschter, näher am blues und rock 'n' roll (wie bei vielen anderen bands dieser zeit auch).

zum gesang: jim morrison singt großartig und gespenstisch intensiv. seine stimme klingt auf diesem album ganz anders, als man es gewohnt ist, härter, rauher, der whisky und die zigaretten haben sie deutlich beschädigt, aber dadurch noch eigenartiger gemacht. zudem verzichtet er hier auf pathos und niedlichkeiten.

zu den songs: dass sie zu wenig material hatten, wirkt sich hier sogar gut aus, denn im aufnahmeraum fließt die kreativität. legendäre stücke wie der titeltrack oder "the changling" wachsen spontan aus dem studioboden. inhaltlich gibt es in wahrheit die ganze bandbreite des doors-katalogs. "love her madly" ist ein typischer krieger-pophit und könnte auch aus der frühzeit stammen, der zynische text ist ein hübscher kontrast zu den niedlichen melodien. "la woman" ist harter bluesrock, intensiv, stark, mit einfachen, aber kraftvollen metaphern im text. "hyacinth house" ist ein kuriosum im doors-katalog, es klingt, als würde ein müder frank sinatra ein stück von simon & garfunkel interpretieren (was er ja eh auch getan hat). großartig breitwandiger folkrock, im kern ganz simpel, mit einem mythologischen, aber vielleicht auch nur geblödelten text. morrison singt mit sich selbst zweistimmig, und manzarek zitiert im solo chopin. "the wasp" gibts als rudiment schon länger auf live-konzerten, ist wieder einmal vertonte poesie, fällt aber als einziger track doch ab - es fehlen die packenden ideen, dieses stück ist "nur" doors-routine. "riders on the storm" wäre - spielten sie es nicht so großartig dicht und faszinierend - tatsächlich "cocktail-jazz", wie paul rothchild abfällig urteilte. so ist es ganz großes, düsteres kino. die drei blues-stücke sind weniger infektiös aufregend, sie gefallen eher durch ihre knochentrockeene lakonik. "the changling" klingt, wie schon erwähnt, herrlich spontan, funky, aufbegehrend, wild.
aus dem zusammenhang fällt - ein wenig - "l'america". das stück wurde schon früher aufgenommen (für einen filmsoundtrack, auf den es dann doch nicht kam) und klingt noch ganz anders, sauberer, jünger, frischer. die hochdramatischen, bedrückenden melodiebögen, die sägenden gitarren - das alles passt dann aber doch wieder gut zu den übrigen liedern.

die bonustracks sind beide eh schon bekannt, von boxsets und samplern: "orange county suite" ist eine skizze, interessant, aber unfertig, da fehlt noch der twist, etwas, was das lied aufwertet. "don't go no further" ist ein alter blues, unspektakulär von ray gesungen.

zum sound: die neuauflage ist remaster UND remix. wie auch auf den anderen doors-alben hat bruce botnick den klang wunderbar restauriert, den staub weggewischt, den sound aufgehellt. die lässige proberaum-atmo des originals kommt wunderbar heraus, die instrumente klingen klar und kraftvoll, ganz und gar nicht nach garage oder keller. den gesang hat er auch beim remastern nicht retten können (oder wollen): jim morrison verwendete damals erstmals sein bühnenmikro beim singen, aufnahmekabine war das klo im doors-büro. und das hört man: der gesang übersteuert und verzerrt und wird schmal, wie auch auf den live-aufnahmen der doors. aber natürlich kann man argumentieren, dass gerade dieser räudige klang eben zur stimmung des albums gehört. beim remixen wurde, ebenso wie bei den anderen alben, nichts zerstört, die stimmung bleibt, die songs verändern sich nicht grundsätzlich. es gibt hier und da eine zusätzliche gitarren- oder gesangsspur, ein bisschen percussion, der bass wurde deutlich aufgewertet. wie bei den anderen alben auch: die doors klingen dadurch ein bisschen rauher, weniger brav, weniger sauber. im idealfall müsste man die alte und die neue abmischung als doppelalbum herausbringen.
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am 6. Juni 2013
Die Musik der DOORS steht für sich und ist entsprechend gewürdigt.

Meine Bewertung gilt der LP Edition RHINO Elektra.

Die LP- Neuauflage von Elektra bietet hervorragende Qualität mit 180 g Rhino Vinyl.

Die Pressqualität, das Remastering, sich daraus ergebend der glasklare, detailierte Klang,
mit der LP typischen Räumlichkeit und Wärme macht richtig Spass.
Abgerundet, geerdet mit entsprechendem Baßfundament, absolut erstklassig.
Besonders überrascht hat mich die originale Stereoabmischung.
Bisher habe ich habe ich das musikalische Wechselspiel so ( deutlich) nicht erleben können.
Einfach Klasse !
Dies gilt für dieses, wie gleichermaßen für alle anderen fünf Lps der DOORS aus der RHINO/ELektra Edition.
Für mich vom Höhrerlebnis, kein Vergleich zur CD.
Lediglich die sündhaft teure 24 Karat Gold DCC CD kommt Beschriebenem sehr Nahe.

Klare Kaufempfehlung mit fünf Sternen für jeden Vinyl-Liebhaber.

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am 11. September 2005
... haben später auch die Red Hot Chili Peppers besungen. Auch bei ihnen werden düstere Zeiten in den Armen LA's besungen. Aber das war viel später....
Es ist das letzte Doors Album mit Jim Morrison.
Dieses Album verströmt eine morbide, gegensätzliche Stimmung. Die Instrumentalisten der Band sind gereift, der Sound der 60er ist dem "modernen" der 70er gewichen. Gleichzeitig ist dies ein Blues-Album, rauh und spartanisch.
Relativ sparsam werden die Instrumente verwendet, es gibt weniger Farbe und Verspieltheit als auf den vorherigen Alben der Doors.
Die Stimme Morrisons erschreckt, man glaubt einen gealterten Bukowski zu hören, der trotzig und im aggressiven Suff schlicht am Ende ist.
Und zwischendrin ein Stück wie "Love her madly", leicht und optimistisch.
"LA woman" kommt mit nur 2 Akkorden aus, die Ode an den Lost Angel mit den 2 Gesichtern, Morrisons Gefährtin.
"L`america" und "WASP" sind bizarre Gedichte. Hier nicht mehr die LSD-Visionen eines jungen Rockers, sondern verkaterte, ernüchterte Reportagen über das Land der Selbstgerechten.
In 3 reinen Blues-Nummern riecht es stark nach Whiskey.
Der Erfolg, nach dem die Band strebte, hat sie erfasst und den Poeten Morrison zu einem Star degradiert. Er hat sich aus dem Druck dieser Rolle freigesoffen, enttäuscht von der Leere, die seine anfängliche Vision von "Break on through to the other side" hinterließ. Sein Versuch, die Hörer auf die andere Seite zu führen, wurde als entertainment konsumiert. 4 Jahre nachdem der junge schöne Gott gefährlich und revolutionär die neue psychedelische Rockwelt betrat, geht nun ein gealterter, saufender Dichter.
Die Doors übertreffen sich jedoch noch einmal mit "Riders on the storm". Mystisch und überirdisch beschreibt hier Morrison Wahrheiten mit einer Macht, die man ihm am Ende dieses Albums kaum mehr zugetraut hätte. Er zeigt hier noch einmal, welch schamanische Kraft in ihm steckt, als wäre der versoffene Alte nur eine Maske, mit der er der Welt vielleicht einfacher entgegen treten konnte.
Danach hat man nichts mehr von ihm gehört.
Diese Musik ist meist schwer, kein easy listening. Dafür haben die Doors aber auch nie gestanden. Hier gibt es eher eine authentische, persönliche und rauhe Darbietung der Doors. Ein letztes Mal.
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am 9. Oktober 2005
Viele die Morrison's Gesang bzw. Stimme auf diesem Album als schwach beschreiben, haben schlichtweg keine Ahnung. Sicherlich hört man die Jahre seines Lebens auf der Überholspur heraus, sie ist aber abwechselungsreicher als je zuvor: The Lizard King turns into a chameleon! Er ist der kompromislose Rocker bei "The Changeling" (eines der größten Opener ever) und "L.A. Woman". Der FM-Radio-Top-Ten-Popper auf "Love Her Madly". Der mit seinem Schicksal hadernde Südstaaten-Bluessänger; geil geifernder Trunkenbold in "Been Down So Long" (nie klangen drei Gitarrenspuren so gut) der nach der Entlassung aus einer Zelle Befriedigung bei einer Kniende sucht und findet, um anschließend in "Cars Hiss By My Window" verkatert in einem Motel neben ihr zu erwachen. In "L'America" und "The WASP" (die schleppenden Live-Versionen früherer Tage sind besser) ist er der Musik folgender rezitierende Poet, wie im Cabaret oder in einer Brecht-Oper. Auch in antike Amphitheater darf man sich hierbei versetzt fühlen. Zum samtweichen Crooner wird er in "Hyacinth House", nicht verwunderlich wenn man weiß, dass Sinatra einer seiner Lieblings Sänger war. Was dann auch das Orchestrieren des "Soft Parade" Albums erklärt. Und bei "Riders On The Storm" wird dieses Album endgültig zu einem Road-Movie im Kopf, der Soundtrack zu Jack Kerouac, und mehr als das. Hoffnung, Ankunft und letztlich doch Abschied von einem der nicht mehr wiederkommt. Eines der besten Alben des Rock, von der besten amerikanischen Band - mit Betonung auf Band.
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"Well I'm an old blues man / (...) / I've been singing the blues ever since the world began" - mit diesen Zeilen aus Maggie M'Gill vom Vorgängeralbum "Morrison Hotel" formulierte Jim Morrison das Motto für "L.A. Woman": auf keinem anderen Doors-Album findet sich so viel Blues wie auf dem letzten mit Jim Morrison, und aus dem Adonis von 1967 war ein äußerlich und stimmlich um Jahrzehnte gealterter Säufer geworden, der aber seinen Frieden gefunden zu haben schien. Der Kreis schloss sich: wie schon für das Debütalbum entstanden die Aufnahmen in gut einer Woche (das Mischen kam extra), die Aufnahmen liefen über die Achtspur-Maschine aus den "Strange Days"-Sessions, und John Densmore benutzte sein Schlagzeug aus den Sessions für "The Doors".

Produzent Paul Rothchild hatte nach den Aufnahmen für Janis Joplins "Pearl" das Handtuch geworfen (aus unerfindlichen Gründen empfand er Riders on the Storm als "Cocktail Jazz"), und die Doors beschlossen, die Aufnahmen in ihrem Proberaum zu machen und das Album mit Toningenieur Bruce Botnick selbst zu produzieren, was die entspannte und gleichzeitig äußerst kreative Wohnzimmeratmosphäre des Albums erklärt.

Lediglich Love her madly und Crawling King Snake (aus dem Live-Programm der Doors) scheinen fertig gewesen zu sein; der Rest der Songs entstand überwiegend im Studio, z.B. indem die Doors wie schon früher Gedichte von Jim vertonten (Riders on the Storm entwickelte sich aus dem Rumalbern mit Ghost Riders in the Sky!). Um Robby zu entlasten und weil die Aufnahmen überwiegend live stattfinden sollten, wurde als zweiter Gitarrist Marc Benno engagiert, und am Bass holte man Jerry Scheff, den Bassisten aus Elvis' Band, was Jim als Elvis-Fan begeisterte.

Neben den beiden Singles Love her madly und Riders on the Storm (einem unverwüstlichen Doors-Klassiker) finden sich hier gleich drei reine Blues-Titel: das wütende Been down so long, das schläfrige Cars hiss by my Window und das bedrohliche Crawling King Snake. Auch der Rest des Albums verströmt eine bluesige und etwas unheilvolle Stimmung, wie nicht zuletzt der Titelsong zeigt. The Changeling ist eine starke Eröffnungsnummer, die mit der Zeit wächst.

Zeilen wie "I see that the bathroom is clear / I think that somebody's near / I'm sure that someone is following me /(...)/ I need a brand new friend - the end" (aus Hyacinth House) bekommen angesichts der Tatsache, dass Jim Morrison ein halbes Jahr nach den Aufnahmen in einer Badewanne in seiner Wohnung in Paris starb, den Beigeschmack einer düsteren Vorahnung (ungeachtet der Tatsache, dass der Text in einem recht harmlosen Zusammenhang entstand, wie im Booklet des "Doors Box Set" nachzulesen ist).

Ob es wohl noch ein Doors-Album gibt, bei dem gleich bei zwei Titeln - und dann noch bei zwei aufeinander folgenden - kein Keyboard zu hören ist (Been down so long und Cars hiss by my Window)? Ich vermute, dass es Ray ist, der bei Been down so long die Blues-Licks einspielt, die sehr an seine Rhythmusgitarre in Maggie M'Gill erinnern; ein Foto im Booklet zeigt ihn an der E-Gitarre.

Zum 40. Jahrestag von "The Doors" wurde auch dieses Album von Bruce Botnick neu abgemischt. Dabei hielt er sich im Großen und Ganzen an das Klangbild des Original-Mixes. Ein paar kleinere Änderungen nahm er vor: so sind das Schlagzeug fast durchgängig leicht nach rechts und der Bass leicht nach links gemischt; der Titelsong beginnt jetzt mit ein paar Tönen, die mich entfernt an eine Veralberung der englischen Nationalhymne erinnern, und Jims Gesang klingt hier klarer, ebenso wie bei The WASP. Ein paar Keyboard-Spuren, die bisher nur nacheinander zu hören waren, laufen jetzt parallel (z.B. bei Love her madly, das jetzt mit einem bisher unbekannten Schellenkranz aufwartet), dafür wurde bei The Changeling die dritte Gitarre weggelassen. Botnick konnte sich ein paar Stereo-Spielereien nicht verkneifen: die "Mr. Mojo rising"-Zeilen (in L.A. Woman) werden ebenso wie ein paar kurze Schlagzeug-Breaks übers Stereopanorama geschickt (s. Love her madly und The WASP); das Orgelsolo in Hyacinth House und die Gitarren- und die Orgel-Spur in L'America mäandern ebenfalls über den Stereokanal. Eine kleine Offenbarung ist die bisher unbekannte vierte Strophe in Cars hiss by my Window, die ohne ersichtlichen Grund aus der Originalversion rausgeschnitten wurde (dafür fehlt jetzt die Percussionspur). Der Remix des Albums bietet ein differenzierteres Klangbild und gibt einige unbekannte Details frei.

Die beiden Bonustracks sind das verträumte Orange County Suite (mit Jim am Klavier), das die Doors bereits '95 für ihr "Box Set" nachträglich aufbereitet hatten, und die von Ray gesungene und vermutlich nach Jims Abreise nach Paris und speziell für diesen Zweck aufgenommene B-Seite von Riders on the Storm, (You need Meat) Don't go no further, die die Besetzung der nächsten beiden Doors-Alben ohne Jim Morrison vorwegnahm. (Den Original-Mix findet man nach wie vor nur auf der Doppel-LP "Weird Scenes inside the Goldmine".) Schade, dass man bei dieser Gelegenheit nicht auch den Single-Edit von Riders on the Storm mit veröffentlicht hat; mich hätte interessiert, wo die Doors die Schnitte setzten (dasselbe gilt für den Single-Edit von Light my Fire von 1967).

Das Booklet der Jubiläumsausgabe enthält Erinnerungen von Bruce Botnick und Ben Fong-Torres sowie schöne Fotos aus den Sessions und alle Songtexte. Das Debütalbum der Doors mag ihr erfolgreichstes gewesen sein; "L.A. Woman" ist ein durchgehend starkes Album und hat für mich denselben Klassiker-Status.
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am 18. Dezember 1999
"L.A. Woman" war zwar das letzte Album von The Doors mit Sänger Jim Morrison und die Band hatte aufgrund einiger skandalöser Auftritte einiges an ihrer Popularität bei Fans und Produzenten eingebüßt, jedoch finde ich persönlich dieses Album eines der besten, das sie herausbrachten. Der gewisse Reifungsprozeß ist es nämlich, der einen nach merhmaligem Durchlesen in seinen Bann zieht und nicht mehr losläßt. Jim Morrison, Ray Manzarek, das musikalische Rückgrat der Gruppe (der übrigens nach Morrisons Tod noch weitere Doors-Alben herausbrachte), Robbie Krieger und John Densmore besinnen sich hier nämlich auf den alten "erdigen" Blues. Und so covern sie z.B. John Lee Hookers "Crawling King Snake", und Morrisons Stimme erklärt mit "Cars hiss by my Window" sein Hommage an den Blues. Kernstück des Albums ist natürlich Namensgeber "L.A. Woman", das einen schon nach einmaligem Hören nicht mehr losläßt. Und den goldenen Abschluß bildet natürlich der Leckerbissen "Riders on the Storm", der mit seiner düsteren Atmosphäre und seinem existenzphilisophischen Text aufwartet. Dieses Album steht den beiden Vorgänger-Platten also in keiner Weise nach und ist ein Muß für jeden Doors-Fan. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 11. Januar 2014
lange wollte ich nichts von den remixes der door klassiker wissen...weil, wenns gut ist, warum dann was ändern....aber!: botnick hat mit den neu-abmischungen einen völlig neuen doors-kosmos kreeirt. die panoramen blieben relativ gleich, das frequenzbild ist allerdings wesentlich softer als bei den grundman/botnick orignal masters...und frischer..und überraschend liebevoll equalized.
botnick war ja co-producer von l.a. woman und ist mit dem doors material bestens vetraut, und wie ich glaube, sehr verbunden. die remixe sind im übrigen etwas leiser, zugunsten der tiefen frequenzen
aber nicht so "bullig" wie die 99er grundman/botnick masters.
also : für doors neueinsteiger : die alten grundman/botnick remasters von 99 kaufen,
und für eingefleichte doors fans : die neuen remixe unbedingt dazu kaufen !
ach ja, die bonus tracks sind ebenfalls ein muss (waiting for../soft parade) und die korrigierte
geschwindigkeit bei einigen tracks auf dem 1sten album, wie bei light my fire geschehen, öffnet zumindest mir die ohren was da ursprünglich gemeint war.
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am 19. Oktober 2015
1971 war das letzte große Jahr der Doors! Nach dem Wiederaufstieg der Band mit „Morrison Hotel“ waren die Doors wieder zurück. Vor allem Morrison konnte wieder besser arbeiten. Doch Produzent Paul A. Rothchild verließ die Band vor ihrem letzten Album „L.A. Woman“, was daher rührte, dass er ihnen vorwarf, sie würden ohne großes Engagement an die Musik gehen. Letztendlich beschloss man, dass die Band das nächste Album selber produzieren solle (mit Bruce Botnick) und das war anscheinend auch die wohl beste Entscheidung. „L.A. Woman“ wurde von allen wieder großartig aufgenommen. Man feierte das Comeback der Doors und dann kam natürlich der Schock mit Morrisons Tod, der gerade mal zwei Monate etwa nach dem Release von „L.A. Woman“ passierte…

„L.A. Woman“ ist das längste Doors-Album mit 50 Minuten. Und das ist ja schon mal super, je mehr Doors, desto besser! Nach „Morrison Hotel“ erkannte die Band offensichtlich ihre Vorliebe für Bluesorientierte Musik. „L.A. Woman“ bietet wieder viel Blues, aber auch richtig guten Rock. Neben Morrison, Krieger, Densmore und Manzarek waren diesmal Jerry Scheff am Bass und Marc Benno an der rhythmischen Gitarre. Der größte Unterschied zu den anderen Alben ist für mich aber Morrisons Stimme: Hier merkt man, dass er einiges hinter sich hatte, seine Stimme klingt dunkler, rauchiger und irgendwie „böser“.

Dieses fantastische Album wird eröffnet vom großartigen „The Changeling“! Einfach fetzig, schmissig und saucool!
„Love Her Madly“ versprüht Blues-Esprit und ist wie „The Changeling“ ein klasse Song von diesem Album. Lockere Instrumentierung, toller Text und Morrison, der den Song antreibt.
„Been Down So Long“ wird richtig rockig, aber in einer sehr lässigen Art und Weise, sehr mitreißend.
„Cars Hiss By My Window“ ist ein ruhiger und verrauchter Blues, der wie aus einer dunklen Kneipe zu kommen scheint. Der Bass hat eine hypnotisierende Wirkung.
Dann kommt eins der zwei großen Highlights und einer meiner All-Time-Favorites: „L.A. Woman“. Klingt wie der Song zu einem Roadmovie. Hier kamen nicht nur die berühmten Worte „Mr. Mojo Risin“ zum ersten Mal vor, Morrison harmoniert perfekt mit dem Rest der Musik. Nicht nur die Tempi-Wechsel, auch die lockere und coole Art des Songs ist ein Traum, großartig!
„L'America“ ist ein Song, der sehr seltsam und stellenweise etwas (gewollt) schief klingt. Aber genau das macht den Song so aus und natürlich der Text!
„Hyacinth House“ ist ein Song, der neben Morrison auch von Manzarek geschrieben wurde (ja, erstmals nicht nur Krieger!). Der Track ist vom Klang her etwas zurückhaltender und auch der kürzeste Song mit 3:11 Minuten. Dennoch ein sehr schöner und ruhigerer Doors-Song.
„Crawling King Snake“ ist ein Cover vom Original, welches von John Lee Hooker stammt. Ich kannte das Stück vorher allerdings noch nicht, weswegen ich auch nicht vermutet hatte, dass es nicht original von den Doors ist. Wie auch immer, der Song ist klasse und die Doors können dem Track ihren eigenen Touch verleihen.
Sehr interessant wird’s dann mit „The WASP“, in dem Morrison besonders viele Dialogzeilen hat und über Texas redet. Mir gefällt aber auch der musikalische Teil, besonders der Refrain.
Und nun kommt Highlight Nummer 2 und wahrscheinlich mein Lieblings-Doors-Song überhaupt: „Riders On The Storm“. Was für ein Meisterwerk! Viele werden sicherlich ganz andere Bilder im Kopf haben, wenn sie dieses Lied hören (Vietnam-Krieg etc.), ich persönlich denke an meine alte Heimat, wenn ich dort durch die Wälder spaziert bin. Mit diesem Song verbinde ich persönlich sehr viel, trotzdem ist „Riders On The Storm“ aber auch ein Doors-Klassiker. Der Regen zu Beginn und dann der geniale Bass, mit dem verträumten Krieger-Gitarrenspiel, das einprägsame Orgelspiel von Manzarek und natürlich Morrisons Stimme! Diese sieben Minuten vergehen wie im Flug… Interessant ist auch, dass das erste und das letzte Album der Doors (mit Morrison) jeweils die zwei wohl bekanntesten Stücke enthalten: „Light My Fire“ und „Riders On The Storm“. Beweist für mich einfach, dass diese außergewöhnliche Band durchweg großartige Musik schreiben konnte.

Fazit: „L.A. Woman“ ist, wie auch alle anderen Doors-Alben wieder ein grandioses Musikwerk. Das letzte Morrison-Album ist für viele ihr Bestes. Für mich ist es schwierig zu sagen, welches Album ich am liebsten mag oder am besten finde. Jede Platte hat ihre eigene Atmosphäre, ihren eigenen Stil und ihre eigenen Themen. Jede Platte hat zudem mindestens zwei herausragende und Ohrwurm-verdächtige Stücke. Ich als Doors-Neuling bin begeistert von der Musik und „L.A. Woman“ ist ein sehr wunderbarer Abschluss der Morrison-Ära. Ja, es gibt nämlich noch zwei weitere Alben der Band mit „Other Voices“ und „Full Circle“…
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TOP 1000 REZENSENTam 21. August 2015
Im April 1971 erschien das sechste Studioalbum von den Doors aus den Staaten. Eingespielt haben es Jim Morrison (Lead Vocals, Percussion, Piano), Ray Manzarek (Hammond Organ, Piano, Vocals), Robby Krieger (Guitars) und John Densmore (Drums). Produziert wurde "L.A. Woman" von den Doors und Bruce Botnick. Als Gäste hören wir Jerry Scheff (Bass Guitar) und Marc Benno (Rhythm Guitar).

Der Hausproduzent der Doors, Paul A. Rothchild, weigerte sich "L.A. Woman" zu produzieren. Er war nicht einverstanden mit der musikalischen Richtung und insbesondere dem Zustand der Band. The Doors machten aus der Not eine Tugend und produzierten das Album selber, mit Hilfe des Sound Engineers Bruce Botnick.
"L.A. Woman" ist das letzte Aufbäumen der Band, besonders aber von Jim Morrison. Seine Stimme ist von jahrelangen Excessen gezeichnet. Sie ist tiefer und kratziger geworden. Ausserdem ist das vorliegende Album tief im Blues verwurzelt, mehr als jedes andere Album der Band. Das Album hat einige Bandklassiker an Bord mit `Love her madly`, dem Titelsong `L.A. woman` und dem hypnotischen `Riders on the storm`. Bei `Been down so long` hören wir eine phantastische Slide Gitarre. `L`America` ist irgendwie geheimnisvoll und wurde bereits während einer früheren Bandphase aufgenommen, es passt hier aber sehr gut hin. `Cars hiss by my window` und `Been down so long` sind Blues pur. `Hyacinth house` ist sehr entspannt mit toller Orgel von Ray Manzarek. `L.A. woman` und `Riders on the storm` sind einfach zeitlos. Morrisons (Sprech-) Gesang bei `The WASP` ist grandios!

"L.A. Woman" wurde ein weiterer Bandklassiker. Die Band und insbesondere Jim Morrison haben sich nocheinmal zusammengerissen und liefern eines ihrer besten Alben. Wenige Monate nach dem Release des Albums verstarb Jim Morrison in Paris....
Natürlich 5 Sterne für dieses Werk.
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