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Kundenrezensionen

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am 21. Februar 2008
Hatte das vorgehende Album MISPLACED CHILDHOOD die Band weltweit berühmt gemacht, sollte CLUTCHING AT STRAWS diesen Erfolg bestätigen und sogar noch ausweiten. Doch bis auf FISH dürfte wohl keiner wirklich damit gerechnet haben, dass dies sein letztes Album mit der Band sein sollte (nimmt man die Live-Veröffentlichung THE THIEVING MAGPIE aus). Erst bei den Aufnahmen entwickelte sich eine Dynamik, die dazu führte, dass eine Trennung immer wahrscheinlicher wurde.

Aber was für ein Abschied das werden sollte. Die Band war musikalisch auf einem Höhepunkt (von dem auch später noch einige folgen sollten) und mischte ihrem erfolgreichen melodiösen Neo-Prog-Rock dieses Mal noch eine Prise Bombast bei. Aber selbst für MARILLION-Standards ist Album sehr düster, depressiver und aggressiver ausgefallen, die Themen drehen sich meist um den übermäßigen Genuss von Alkohol (WARM WET CIRCLES, TORCH SONG, SLAINTE MHATH), zerstörte Beziehungen (SUGAR MICE) oder das Erstarken neuer Neo-Nazis (WHITE RUSSIAN). Einmal mehr sind die Lyrics sehr persönlich gehalten und haben dennoch eine Haltung, die jeden Zuhörer anspricht.

Auch was die Songs betrifft besitzt dieses Album eine Dichte von wahren All-Time-Favourites, die auch heute noch bei den MARILLION-Conventions immer wieder von den Fans gefordert werden. Schon das erste Trio von Songs (HOTEL HOBBIES, WARM WT CIRCLES und THAT TIME OF THE NIGHT (THE SHORT STRAW)), die alle am Stück gespielt werden ist ein wahres Fest der Stimmungen und Emotionen. Des Weiteren sind WHITE RUSSIAN, SLAINTE MHATH, INCOMMUNICADO und SUGAR MICE immer noch wahre Klassiker im Bereich der anspruchsvollen Pop/Rock-Musik.

Insbesondere bei CLUTCHING AT STRAWS lohnt sich die Anschaffung der Special Edition Doppel CD, denn auf der zweiten CD befinden sich nicht nur der alternative Mix von INCOMMUNICADO, eine erweiterte Version von GOING UNDER, sondern nichtweniger als neun unveröffentlichte Versionen von Liedern, die zwar in der CLUTCHING-Phase entstanden, es aber nicht auf das Album schafften. Dabei handelt es sich um musikalische Ideen, die später in der ein oder anderen Form von MARILLION aufgegriffen wurden (so handelt es sich bei BEAUJOLAIS DAY um eine frühe Version von SEASON'S END, bei STORY FROM A THIN WALL um die Musik zu BERLIN und den Text von FISHs FAMILY BUSINESS von VIGIL IN A WILDERNESS OF MIRRORS). Die zweite CD ist also auch dann die Anschaffung wert, wenn man als MARILLION- oder FISH-Anhäger sehen will, wie musikalische Ideen sich entwickeln und wandeln.
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am 19. Juni 2009
"Clutching at Straws" ist die letzte reguläre Veröffentlichung der Engländer mit ihrem damaligen charismatischen Frontmann Fish. Der Erfolg der Gruppe hat mittlerweile Riesendimensionen angenommen. Hohe Platzierungen in den LP- und Single-Charts bringen der Truppe allerdings auch einen Riesendruck, der am Ende mit Fishs Ausstieg aus der Band gipfelt.
Dieses Album zeigt die symphatischen Prog-Rocker allerdings noch einmal von ihrer allerbesten Seite. Das Material war unter den MARILLION-Jüngern allerdings sehr umstritten. Mit den Überalben "Script for a Jesters Tear" oder "Fugazi" hat das hier nicht mehr viel zu tun. "Clutching at Straws" ist auf dem ersten Blick wesentlich zahmer, glatter, edler. Der Begriff "Art-Rock" fällt mir zwangsläufig ein.
Die CD beginnt mit einem Dreierpack, der es gleich so richtig in sich hat. Atmosphäre war schon immer MARILLIONS Stärke. Was sie allerdings auf "Hotel Hobbies", Warm Wet Circle" und "That Time of the Night" hinzaubern, ist absolute Champions-League. Fließende Übergänge, wunderschöne Keyboarduntermalung, eine mal harte, mal zarte Gitarre und Onkel Fish am Rande seiner Leistungsfähigkeit. Perfekt. Mit "Going Under" (nicht auf der original LP) und "Just for the Record" gibt es für mich zwei schwächere Stücke. Zeit sich auf den 2. Teil dieser CD vorzubereiten.
"White Russian" mit politisch motiviertem Text ist der längste Song des Albums. Sanfter Beginn mit langsamer Steigerung. Zum Ende schreit Fish seine Ängste in den Himmel. "Incommunicado" war die erste Single. Ein gute Laune Song. Das Teil wurde "damals" sogar in unserer Dorfdisco gespielt. Unglaublich! Waren die ersten 3 Songs schon Atmosphäre pur, so können "Torch Song" sowie "Slainte Mhath" locker mithalten. Der Übergang von "Toch Song" zu "Slainte Mhath" kann mich noch immer begeistern. "Sugar Mice" ist eine weitere Single. Typischer Bombastrock. Fish sagt heute, daß dieser Song sein Lieblings-Marillion-Song ist. Er spielt ihn noch heute auf seinen Konzerten. Den Abschluß bildet "The Last Straw". Dieser Song erinnert mich noch am ehesten an die "alten" Marillion. Live gab es das Teil leider sehr sehr selten. Auch dieser Song ist für mich Kategorie 1a.
Fazit: "Clutching at Straws" ist sicher MARILLIONS (Fish-Phase!!!) modernstes Album. Die CD wirkt noch heute zeitgemäß und frisch. Natürlich kaufen!!
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am 21. Februar 2008
Hatte das vorgehende Album MISPLACED CHILDHOOD die Band weltweit berühmt gemacht, sollte CLUTCHING AT STRAWS diesen Erfolg bestätigen und sogar noch ausweiten. Doch bis auf FISH dürfte wohl keiner wirklich damit gerechnet haben, dass dies sein letztes Album mit der Band sein sollte (nimmt man die Live-Veröffentlichung THE THIEVING MAGPIE aus). Erst bei den Aufnahmen entwickelte sich eine Dynamik, die dazu führte, dass eine Trennung immer wahrscheinlicher wurde.

Aber was für ein Abschied das werden sollte. Die Band war musikalisch auf einem Höhepunkt (von dem auch später noch einige folgen sollten) und mischte ihrem erfolgreichen melodiösen Neo-Prog-Rock dieses Mal noch eine Prise Bombast bei. Aber selbst für MARILLION-Standards ist Album sehr düster, depressiver und aggressiver ausgefallen, die Themen drehen sich meist um den übermäßigen Genuss von Alkohol (WARM WET CIRCLES, TORCH SONG, SLAINTE MHATH), zerstörte Beziehungen (SUGAR MICE) oder das Erstarken neuer Neo-Nazis (WHITE RUSSIAN). Einmal mehr sind die Lyrics sehr persönlich gehalten und haben dennoch eine Haltung, die jeden Zuhörer anspricht.

Auch was die Songs betrifft besitzt dieses Album eine Dichte von wahren All-Time-Favourites, die auch heute noch bei den MARILLION-Conventions immer wieder von den Fans gefordert werden. Schon das erste Trio von Songs (HOTEL HOBBIES, WARM WT CIRCLES und THAT TIME OF THE NIGHT (THE SHORT STRAW)), die alle am Stück gespielt werden ist ein wahres Fest der Stimmungen und Emotionen. Des Weiteren sind WHITE RUSSIAN, SLAINTE MHATH, INCOMMUNICADO und SUGAR MICE immer noch wahre Klassiker im Bereich der anspruchsvollen Pop/Rock-Musik.

Insbesondere bei CLUTCHING AT STRAWS lohnt sich die Anschaffung der Special Edition Doppel CD, denn auf der zweiten CD befinden sich nicht nur der alternative Mix von INCOMMUNICADO, eine erweiterte Version von GOING UNDER, sondern nichtweniger als neun unveröffentlichte Versionen von Liedern, die zwar in der CLUTCHING-Phase entstanden, es aber nicht auf das Album schafften. Dabei handelt es sich um musikalische Ideen, die später in der ein oder anderen Form von MARILLION aufgegriffen wurden (so handelt es sich bei BEAUJOLAIS DAY um eine frühe Version von SEASON'S END, bei STORY FROM A THIN WALL um die Musik zu BERLIN und den Text von FISHs FAMILY BUSINESS von VIGIL IN A WILDERNESS OF MIRRORS). Die zweite CD ist also auch dann die Anschaffung wert, wenn man als MARILLION- oder FISH-Anhäger sehen will, wie musikalische Ideen sich entwickeln und wandeln.
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am 2. August 2003
... das es mit der Entwicklung dieser fantastischen Band in eine andere Richtung geht: Zwar immer noch kompositorisch und lyrisch eine Perle, ist das vorliegende Album ein krasser Gegensatz zu den beiden ersten Alben von Marillion. Es fehlt der gewisse Irrwitz eines Songs wie "Fugazi" oder "Incubus" und die konsequente Tieftraurigkeit eines "Script for a jester's tear"-Albums. Dennoch: "Clutching at straws" ist ein tolles Album dem es an nichts mangelt, was guten Art-Rock der Achtziger ausmacht.
Unbedingt erwähnenswert ist die Bonus-CD auf der deutlich zu hören ist, wohin die Reise nach der Trennung von Frontmann Fish für beide "Parteien" gehen sollte. Man hört viele Elemente des Marillion-Nachfolgers "Seasons End" heraus, aber auch Texte von der "Vigil in the wilderness of mirrors" waren schon 1987 fertig. Interessant zu sehen, was aus anfänglichen Song-Ideen letztendlich wird. Unbedingt kaufen!
Anspieltip: Sugar Mice; The Last Straw
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Ich kenne noch die Originalfassung in Vinyl und den Klang dazu. Diese Remastered Version aus dem Jahr 1999 hat aber einiges verschlimmbessert. Da wäre zunächst mal die gute alte Loudness zu nennen, mit denen uns die meisten Tonjongleuere seit einigen Jahren quälen wollen. "Bei gleichem Aufdrehen der Anlage einfach lauter klingen als die anderen", scheint hier das erklärte Ziel zu sein. Für Kaufhauströten und Autolautsprecher evtl. noch akzeptabel. Für HiFi kommt da nur Tonbrei raus und die Dynamik geht verloren.
Und dann hat uns der Tonmeister noch eine andere Standardmedizin verordnet: Das gute alte "U". Dröhnende Bässe und scheppernde Höhen, dazwischen wenig. Und genau so klingt es dann auch. Geräde von den höhen war ich sehr unangenehm berührt. Das klingt selbst in der Stimme dann bisweilen blechern und unnatürlich.

Fazit: Werde mich beim näcshten Mal genauer über die Verunstaltung der "Remastered" Version im Vorfeld informieren, bevor ich solche eine Verschandelung hervorragender Musik nochmals mit meinem Geld würdige.
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am 23. Mai 2005
Ohne Wenn und Aber, mein Lieblingsalbum von den Marillos!
Schon beim Vorgänger ("Misplaced Childhood") fingen sie an, mit schlankeren Strukturen, kürzeren Stücken, pointierteren Melodien zu arbeiten, packten dies aber in ein Konzeptalbum rein.
Die Entwicklung hin zur knackigeren Songstruktur wird hier eindeutig weiterverfolgt, stört aber noch nicht. Das Gesamtkonzept stimmt einfach. Dazu mehr weiter unten.
Hier ist der Konzeptgedanke nicht mehr so vorherrschend, auch wenn sich ein "Grundfeeling", eine gewisse Gänsehautathmosphäre hindurchzieht. Schon das Cover sagt viel darüber aus, genau das wird musikalisch transportiert: Mitternacht, Bar, Billardtisch, Whisky (oder eben "White Russian"), aber auch einsames Hotelzimmer, Verzweiflung, Wut, Trauer und Unzufriedenheit. Aber auch durch die Texte zieht sich ein roter Faden hindurch. Es geht oft eben um diese Unzufriedenheit und Verzweiflung (lässt für die Zukunft der Band nichts gutes ahnen). Melodisch bilden vor allem die ersten 4 Stücke eine Einheit.
Rothery packt seine charakteristischen Gitarrensounds aus, spielt göttliche Soli und sein typisches Fingerpicking.
Kellys Keyboards nehmen noch die zentrale Stelle ein und Trawavas ist ein Bass-Poet. Der rhythmische Anker des Ganzen, Drummer Ian Mosley haut rein, dass die Fetzen fliegen! Diese Musiker haben es einfach drauf.
Last but not least, Fish wird nie mehr so powervoll und ausdrucksstark singen, sein letzter großer Höhepunkt!
Die Musik macht hier nachdenklich, regt zum (tag)träumen ein (etwa "Going Under"), wieder dort haben wir aggressive Ausbrüche und Bombast neben lyrischen, ruhigen Stellen ("Warm Wet Circles", "That Time of the Night", "Slainte Mhath").
Das längste, emotional dichteste und wohl zentrale Stück des Albums dürfte "White Russian" sein. Der erste Teil besteht aus einem 3/4 Takt, der durch die Akzentuierung mit der verzerrten Gitarre richtig bissig daher kommt! Dies mündet in einen zweiten Teil, der sich, über eine ruhigere "Overtüre" in ein furioses Bombast-Finale entlädt - RACING THE CLOUDS HOME !!! Schon während ich dies hier schreibe, bekomme ich Gänsehaut, obwohl ich diese Platte schon seit mindestens 10 Jahren höre... Einfach sagenhafte Musik.
Etwas lockerer kommt das rhythmisch interessante "Just for the Record" - hier haben wir einen Wechsel zwischen 7/8 und 4/4, sowie ein schönes, stimmungsvolles Keyboard-Solo. Der Text schildert ganz eindeutig Fishs Unzufriedenheit in der Band, sein Problem mit dem Alkohol. Die böse Vorahnung verstärkt sich...
Nr. 7 "Incommunicado" sollte dann wohl der Chartbreaker sein. Im Vergleich mit anderen Stücken eher schwächer geraten, der einzige Schwachpunkt vielleicht. Möglicherweise ein guter Anspieltip für Einsteiger/Innen, da recht eingängig geraten.
Die Musik strotzt nur so vor Leben, Energie, Aggression. Über die herrliche Ballade "Sugar Mice" (was für ein Gitarrensolo!) mündet alles im furiosen Finale "The Last Straw"...
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am 16. Dezember 2015
Artikel wie beschrieben, Lieferung schnell und preis sehr günstig, für die ganze Aktion gibt es 5 Sterne von mir, Verkäufer kann ich sehr empfehlen gerne wieder, Musik gefällt mir ist eben wie alles im Leben Geschmacksache, wer sowas hört dem gefällt Sie auch coole Doppel Cd
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am 11. Februar 2014
Clutching At Straws gehört zu der handvoll legendärer Marillion Alben aus der Feder von Fish. Damit reiht es sich nahtlos und ohne größere Schwäche neben seinen Vorgänger Klassikern ein. Mit That Time Of The Night (The Short Straw), Incommunicado und The Last Straw enthält es drei meiner Lieblingsongs. Die Remastered Version liefert eine zweite CD mit vorher nicht veröffentlichten Werken mit, welche teilweise die Ideen für spätere Marillion und Fish Werke liefern (Vigil, View from the Hill, King of the Sunset Hill). Lohnt sich also.
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am 23. Januar 2002
Ich sehe mich hier veranlasst, eine Lanze für dieses ausgezeichnete Album zu brechen. Es handelt sich um einen weiteren Evolutionsschritt der Band (leider den letzten richtig guten), weg von Genesis, hin zu etwas Eigenem. Natürlich ist Clutching... nur sehr bedingt mit Misplaced Childhood zu vergleichen. Zunächst handelt es sich nicht um ein Konzeptalbum (wenngleich die ersten drei Tracks konzeptionellen Charakter aufweisen), des weiteren wollte sich die Band vermutlich ganz bewusst vom Vorgänger lösen. Damit vermied Marillion nämlich konsequent den Vorwurf, aus kommerziellen Gründen auf dem sehr erfolgreichen Schema des Vorgängers herumzureiten. Die ersten drei Songs bilden einen thematisch zusammenhängenden Longplayer, der eigentlich die gewohnt guten Zutaten aufweist: Butterweiche Übergänge der einzelnen abwechslungsreichen Abschnitte, perfektes Zusammenspiel von Keyboard und Gitarre, intelligente Lyrics, fulminantes Finale. Allerdings wirkt das Ganze etwas straffer und rockiger als bisher gewohnt. Die Verspieltheit fehlt etwas und ist einer perfekt zum Thema des Albums passenden Ernsthaftigkeit gewichen. Ich halte diesen bereits am Anfang der Platte gezeigten dezenten Stilwechsel für sehr gelungen. Es ist nach wie vor schon beim ersten Ton zu hören, dass es sich um ein Marillion-Album handelt, jedoch um ein sehr erwachsenes. „Going Under“ ist bei der CD-Version als Bonus-Track hinzugekommen. Ein Rothery-Fish-Stück, das nicht besonders spektakulär ist, jedoch mit seinem leicht sphärischen Charakter eine interessante Ausstrahlung hat. „Just for the Record“ beginnt mit ungewöhnlich fröhlichem Uptempo und scheint zunächst eher belanglos zu sein. Bemerkenswert ist jedoch der Tonartwechsel in der Liedmitte, bei dem Fish wieder von einer guten Backroundsängerin begleitet wird. Mir gefällt der Titel gut, wenngleich nicht von einem absoluten Höhepunkt gesprochen werden kann. Das trifft schon eher auf „White Russian“ zu. Treibender, anklagender Gesang mit passender Untermalung zu Beginn, wird von einem eindringlichen, ruhigen Mittelteil abgelöst. Das bombastische, sehr ergreifende Finale passt ausgezeichnet zur Gewichtigkeit des Themas: Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus. „Incommunicado“ hat außer dem merkwürdigen Titel nur wenig Überraschendes zu bieten und ist aus meiner Sicht der einzige schwache Song. Auf Hit getrimmt, stimmt Marillion ein irgendwie unpassend wirkendes flottes Tempo mit wirklich schlechtem Dudidu-Keyboard-Sound an. Nur mit viel Wohlwollen kann man ein Drücken der Skip-Taste vermeiden. Schließlich kommt danach „Torch Song“, der stilistisch wieder an den Anfang des Albums anknüpft und mit straffer und dennoch ausdrucksstarker Komposition (einschließlich Hustens eines 29-jährigen, ausgebrannten Rockstars beim Arztbesuch) begeistert. Und wegen des Themas „Fish's Vergangenheitsbewältigung“ erinnert gerade dieser Song doch am deutlichsten an Misplaced Childhood. „Slainte Mhath“ bietet einen unglaublich eingängigen Sound, der vom akzentreichen Spiel des Gitarristen lebt. Auch hier wirkt die Sozialkritik nicht aufgesetzt und kommt ohne unnötiges Pathos rüber. „Sugar Mice“ ist eine der wenigen wirklichen Balladen der Band. Fish singt sehr gefühlvoll, die dezente Musik unterstreicht den eher besinnlichen Charakter des Songs. Auf das für Schnulzen übliche Herzschmerz-Thema wird jedoch verzichtet, auch hier stehen gesellschaftskritische Töne im Vordergrund. Der ausdrucksstarke Mittelteil ist theatralisch, wenn auch haarscharf an der Kitschgrenze vorbei – mir jedenfalls gefällt der Song. Und schließlich folgt das großartige Finale, das passender Weise „The last Straw“ heißt. Der Song stellt eine dezente Reprise des Anfangsthemas dar und ist gleichfalls sehr rockig, sehr kraftvoll und eindringlich. Vor allem das Duo von Fish und den bereits erwähnten Backround-Vocals ist sehr gut gelungen. Fazit: Ob man das Album eher als progressiv oder als Melodic-Rock einordnet, spielt eigentlich keine Rolle, da beide Richtungen anteilig vertreten sind. Jedenfalls hat die Band hier – m.E. letztmalig – bewiesen, zu was sie in der Lage ist (mit dem Weggang von Fish konnte ich mich eigentlich nie richtig abfinden.) Das Album ist sehr gelungen und verdient die Höchstnote! Auch hier gilt: Kaufpflicht
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am 14. März 2001
Dieses Spätwerk der Fish-Ära von Marillion wird von vielen unterschätzt und/oder nicht verstanden. Sicherlich erschließt sich die Musik nicht gleich beim ersten Hinhören (und vielleicht auch noch nicht beim zweiten oder dritten) ... aber wenn man/frau erstmal damit warm geworden ist und vielleicht auch (sei es aus reiner Neugier oder aus Interesse) ein wenig über die Hinter- bzw. Vordergründe dieser LP/MC/CD informiert hat und auch "zwischen den Zeilen" hört ... dann kann man sich ihrem besonderen Flair kaum noch entziehen. Ein in sich geschlossener Abschluß einer fantastischen Zusammenarbeit zwischen dem grandiosen Sänger "Fish" und den anderen Gründungsmitgliedern von Marillion.
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