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118 von 123 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine leichte Kost
Verständlicherweise wird dieser Film stark kritisiert. Er ist nicht geeignet für einfache Gemüter. Das Problem mit ihm ist nämlich, dass man eine Menge Hintergrundinformationen braucht, um ihn wirklich zu verstehen. Selbst die amazon-Redaktion bezeichnet die schiitischen Rebellen, die von den Amerikanern bei ihrem Aufstand gegen Saddam Hussein im Stich...
Veröffentlicht am 10. Juli 2005 von B. Rösch

versus
13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Falsche Werbeaufmachung
Der Film mag ein guter Kriegsfilm sein, aber er ist nicht das, was Cover und Kurztext vorgeben. Nach Cover und Kurzbeschreibung gewinnt man den Eindruck, daß es hier um eine eher realitätsferne, lockere und spannende Heldengeschichte geht, ein Schatzsuchabenteuer mit "three kings", die cool drauflosmarschieren und natürlich glorreich siegen. In...
Veröffentlicht am 25. September 2006 von Lukianos


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118 von 123 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine leichte Kost, 10. Juli 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Three Kings (DVD)
Verständlicherweise wird dieser Film stark kritisiert. Er ist nicht geeignet für einfache Gemüter. Das Problem mit ihm ist nämlich, dass man eine Menge Hintergrundinformationen braucht, um ihn wirklich zu verstehen. Selbst die amazon-Redaktion bezeichnet die schiitischen Rebellen, die von den Amerikanern bei ihrem Aufstand gegen Saddam Hussein im Stich gelassen werden, als Kuwaitis, was aber erstens stark an der Realität vorbei ginge, denn es gab nie kuwaitische Rebellen (die Bewohner dieses Mini-Staates sind so reich, dass sie nur Ausländer körperlich arbeiten lassen) und zweitens die Aussage des Filmes entstellen würde.
Für alle die diesen Film anschauen möchten oder sich für das Thema interessieren, hier also ein paar Informationen:
Saddam Hussein, Angehöriger der mächtigen Minderheit der Sunniten, regierte im Irak seit 1979.
1980 überfiel er den schiitischen Iran, wo kurz zuvor eine islamische Revolution stattgefunden hatte. Unterstützt wurde er dabei von westlichen Staaten, insbesondere Frankreich, Deutschland und den USA, aber auch von der Sowjetunion und von China.
Bei diesem brutalen Krieg, in dessen Verlauf von beiden Seiten Kriegsverbrechen begangen wurden, kam es auch zum Einsatz von chemischen Waffen durch den Irak (u.a. auch gegen die eigene kurdische Minderheit im Norden). Finanziert wurde dieser 1.Golfkrieg, der bis 1988 dauerte von den sunnitischen Golfstaaten. Um diese Schulden zurückzahlen zu können, besetzte Saddam Hussein 1990 das erdölreiche Kuwait.
Daraufhin bildete sich eine Allianz von westlichen und arabischen Staaten unter der Führung der USA, die Kuwait befreite. Dabei kam die amerikanische shock-and-awe-Taktik zum Einsatz, was bedeutet, dass die Zivilbevölkerung mit massiven Bombenangriffen (und entsprechenden "Kollateralschäden") eingeschüchtert wird. Der Öffentlichkeit verkaufte man die Angriffe als chirurgisch-genaue Zielbekämpfung. (Der 2.Golfkrieg 1991 war ohnehin ein Medienkrieg: Nur unkritischen Journalisten bot man Bildmaterial und Informationen.)
Eine Kommission stellte einige Zeit später in New York fest, dass es auf amerikanischer Seite im Verlauf dieses kurzen Krieges auch zu schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen gekommen war. Auf der "Straße des Todes" von Kuwait nach Bagdad, wurde durch US-Kampflugzeuge alles zerstört und getötet, was sich bewegte. Irakische Stellungen wurden mit gepanzerten Bulldozern zugeschoben, so dass die sich darin befindenden Soldaten bei lebendigem Leibe begraben wurden, obwohl sie sich größtenteils ergeben wollten.
Trotz des schnellen Sieges wollte man Saddam Hussein nicht beseitigen und so kam es 1991 zum Waffenstillstand zwischen den Alliierten und der irakischen Armee. Die schiitischen und kurdischen Rebellen, die US-Präsident George Bush (der Vater des heutigen Präsidenten) zum Aufstand gegen Saddam Hussein aufgerufen hatte, überließ man der Vernichtung durch Saddams Truppen.
An diesem Punkt setzt der Film "Three Kings" ein. Kuwait ist befreit, die amerikanischen Truppen überwachen nur noch den Waffenstillstand (der natürlich nicht zwischen irakischer Armee und den Rebellen gilt) und das Flugverbot und warten auf ihre Rückkehr in die Heimat.
Major Gates, Mitglied einer Spezialeinheit, erfährt, dass ein paar Reservisten in dem Hinterteil eines Gefangenen eine Karte gefunden haben, die den Weg zu einem Bunker weist, in dem kuwaitisches Gold gelagert wird. Mit dreien dieser Reservisten macht er sich auf den Weg, zur persönlichen Alterssicherung in den Besitz dieses Goldes zu gelangen.
Das Herausragende an diesem Film sind die psychologischen Details: Schon in der ersten Szene bekommt man einen Eindruck, wie wenig die amerikanischen Soldaten verstehen, was sie dort in der Wüste eigentlich tun.
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schlechtes Bild?, 24. November 2011
Von 
Abby Normal - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Three Kings [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich finde den Film genial! Aber ich möchte nicht auf den Inhalt eingehen. Da gibt es schon etliche Rezensionen dazu. Ich möchte stattdessen speziell auf die Blu-Ray eingehen, die Kritik in vielen Rezensionen etwas relativieren und ein bisschen den technischen Aspekt erläutern.

Ja, das Bild ist komisch. Ja, es gibt viel Korn. Aber: In dem Fall war das die volle Absicht des Regisseurs und des Chef-Kameramanns. Noch auf der DVD wurde vor dem Film eingeblendet:

"The makers of 'Three Kings' used visual distortion and unusual colors in some scenes of this film. They intentionally used these unconventional techniques to enhance the emotional intensity of the story line."

Also, die Macher haben Bildeffekte und ungewöhnliche Farben in einigen Szenen absichtlich verwendet, um so die emotionale Intensität der Geschichte zu unterstreichen.

Das muss man nicht mögen. Aber es war schon im Kino so. Es ist kein Problem der Blu Ray. Sie entspricht durchaus den Standards!

Das Filmkorn kommt durch den Bleach-Bypass-Process, der Bleichbadüberbrückung. Dadurch wird das Silber nicht aus dem Negativ gewaschen, die Farben werden entsättigt, der Kontrast erhöht, aber es gibt auch mehr Korn. Das war den Machern aber sogar recht. Sie wollten damit den sandigen, farblosen Wüstenlook zum Ausdruck bringen.

Zudem wird an manchen Stellen ein Cross-Processing verwendet. Dabei wird der Negativfilm entwickelt wie ein Positivfilm. Dadurch gibt es ein sehr buntes Bild mit verfälschten Farben.

Es gab auch Effekte, wie die mit dem Hubschrauber, bei der das Bild ruckelt. Hier wurde der Shutter auf eine sehr geringe Zeit eingestellt, damit die Einzelbilder möglichst scharf werden. Dann wurde nur jedes zweite Bild verwendet, dieses aber jeweils dreimal infolge gezeigt... Jaja. Spielerei. Aber auch das Ruckeln war schon im Film und ist kein Fehler der DVD.

Auch kameratechnisch gab es eine Besonderheit: Es wurde eine Svivel-Lens eingesetzt. In manchen Szenen sorgt sie für ungewöhnlichste Blickwinkel, bei denen von direkt vor der Kamera bis zu einer großen Tiefe alles scharf abgebildet wird.

Interessant ist dabei, dass alle, wirklich alle Effekte in der Kamera entstanden. Der Look wurde nicht digital am Computer gerichtet!

Das muss man nicht mögen, ist aber für Hobby-Filmer interessant. Und das Beste: Es gibt zwei äußerst interessante Audiokommentare, in denen all diese Sachen genauestens erläutert werden! Insbesondere erläutert der Chef-Kameramann die Effekte selbst! Kompetenz aus erster Hand!

Vergleich mit der DVD (diese Version: Three Kings):

Das Bild hat sich auf jeden Fall verbessert! Es ist schärfer und bietet viel mehr Details! Auch die Farben wirken natürlicher. Auf der DVD sind die Farben satter. Insbesondere der Himmel ist deutlich blauer. Allerdings wirken die Farben nicht immer stimmig. Auf der Blu Ray wurde das behoben!

Auch die Szenen mit dem Cross-Processing wirken anders (Als sie zum Beispiel in die erste Stadt fahren). Ich habe das Gefühl, dass man hier sogar versucht hat, die durch den Prozess entstandenen und im Kino enthaltenen Falschfarben zu korrigieren, sodass die Hauttöne stimmiger sind. Allerdings wird dadurch der Effekt schwächer, oder zumindest sind die Falschfarben weniger krass. Aber das Weiß ist deutlich besser, der Kontrast ebenfalls! (Ich kann nicht wirklich sagen, ob die DVD an diesen Stellen näher am Bild auf der Kinoleinwand ist oder die Blu-Ray. Aber auf der Blu-Ray sieht es viel besser aus!)

Der Ton ist (zumindest auf Englisch) erste Sahne!

Die Blu Ray schlägt die DVD sehr deutlich in Bild in Ton! Die Extras sind identisch.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr überzeugender Spagat zwischen Kriegsfilm und Satire, 26. März 2007
Von 
Florian Hoffmann (Homburg/Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Three Kings (DVD)
Es ist nicht überraschend, dass Three Kings sein Publikum in zwei Lager spaltet. Man kann sich den Film sicherlich zur reinen Unterhaltung ansehen, ohne in irgendeiner Weise darüber nachzudenken. Doch es ist nicht abzustreiten, dass Regisseur Russell Szenen von ungehöriger Intensität geschaffen hat. Bestes Beispiel hierfür ist die Verhörszene zwischen Capt. Said und Mark Wahlbergs Figur Troy Barlow, in der die irakische Sicht auf die USA deutlich wird und in einer abscheulichen Folter endet, bei der Barlow als Feindbild hinhalten muss. Doch diese Szene zeigt auch, welches Leid dem irakischen Volk angetan wurde, wenn Said von seinen eigenen Rückschlägen erzählt. Wahlberg erweist sich in dieser Szene als exzellenter Schauspieler, während Clooney ausnahmsweise seine Rolle nicht auf die Weise ausfüllen kann, wie er es schon so oft getan hat. Der Rest der Besetzung ist dennoch hervorragend, allen voran Spike Jonze, der seiner Rolle viel Komik abgewinnen kann und Ice Cube, der sich als ernst zunehmender Darsteller profiliert.

Der Film hält die Balance zwischen absurd überzogenen, enorm komischen Szenen und wirklich schockierenden, nachdenklich machenden Szenen. Doch die coole Optik legt der Film zu keiner Zeit ab, was sich in diesem Fall vielleicht als eine gewisse Schwachstelle herausstellt. Wenn eine unschuldige Mutter vor den Augen ihres Kindes erschossen wird, dies aber in einer überstilisierten Zeitlupe gefilmt ist, wird die Aussage dieser Szene etwas unklarer. Hierbei könnte man Regisseur David O. Russell unterstellen, ob gewollt oder ungewollt, dass er hierbei die Optik über die Signifikanz einiger Szenen stellt.

Doch da sich Komik und Tragik auf seltsame Weise abwechseln, erscheint dieser Film als etwas Ungewöhnliches und reiht sich in die großen Kriegssatiren zweifelsohne ein.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geniale Satire, aber falsche Vermarktung, 19. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Three Kings [UK Import] (DVD)
Lange habe ich mir den Film nicht ansehen wollen. Ganz einfach aufgrund des Klappentextes, der auf "ein furioses Abenteuer", einen schnittigen, witzigen Actionfilm schliessen will. Aha, ein Film über Amerikaner von Amerikanern, im Golfkrieg, "Actionfilm", Mark Wahlberg und Ice Cube... Nö danke. Doch: THREE KINGS ist KEIN Actionfilm, es werden einem keine spannende Schiessduelle geboten, die eben meistens doch nur langweilen. Ganz im Gegenteil: ein kurzer Schussabtausch wird wie ein rundenbasiertes Computer-Spiel inszeniert: A schiesst einmal auf B, Kamera auf B, der eine halbe Sekunde später mit einem schmerzlich hörbaren Einschuss zu Boden stürzt, C feuert drei Schüsse auf D, Kamera auf D, der eine halbe Sekunde später von drei hörbaren Treffern nach hinten geschleudert wird, etc.
Just nach der Operation DesertStorm gab es unzählige US Soldaten, die sich ernsthaft und zu Recht die Frage stellen mussten "What was that all about? What did we achieve? What did we save?". Saddam's Gold aus Kuweit, von Scheichen entwendet, soll nun ihm selbst wieder entwendet werden. Ein grosser Plan unter ein paar kleinen Soldaten, die eigentlich nach Hause zurückkehren könnten, doch wird hier Irrsinn und Freiheit einer Kriegssituation brilliant widergegeben: Krieg bedeutet eine Art Freiheit, man ist losgelöst von alltäglichen Verhaltensstrategien und sozialen Regeln. Eine Mischung aus eine Art "Ferien" und ultimativem Irrsinn. Wenn man in dieser Welt der komplett anderstartigen, primitiven Gesetze einmal begonnen hat, Menschen umzubringen, verinnerlicht sich im dramatischsten Fall dieses krankhafte Freiheitsgefühl. Genau darin besteht das Trauma von Rückkehrern: eine nie mehr wiederkehrende und gleichzeitig krankmachende Freiheit aufgeben und der Hintergrund dessen gleichzeitig als unglaubliches Sündegefühl auf sich zu tragen.
Um nicht mit leeren Händen aus einer Tragödie in die Heimat zurückzukehren, beschliessen drei ernüchterte Soldaten, sich um besagte Goldbarren zu kümmern. In motivierter, goldgieriger Ferien-Rückkehr-stimmung beginnen sie eine Odysee durch eine Welt, die jene Spuren widergibt, welche die amerikanischen Einheiten TATSÄCHLICH hinterlassen haben: Nebst unzähligen, unschuldigen Ziviltoten eben auch die superlative Unsicherheit und totale Einschüchterung; denn wie ernüchternd und grauenhaft die Tatsache, dass jegliche von der USA motivierte Auflehnungshaltung gegen Saddam nicht mit deren versprochenen Unterstützung beantwortet wird. Stattdessen wird das Volk nach dieser sinnlosen US-Bestichelung erneut ihrem Regime überlassen, welches nun umso härteres Vorgehen an den Tag legt.
Krieg KANN keine saubere Sache sein. Krieg ist ein dermassen komplexes Geflecht, das übermenschliches Verständnis und unmenschliches Vorgehen voraussetzt. Selbst eine Nebensächlichkeit wie ein einziger Schuss kann einen Menschen ins Verderben oder gar den Tod stürzen. Die Bereitschaft, in einem sauberen Krieg ein kleines sauberes Opfer zu bringen, wird dadurch schon mal krass ins Lächerliche gezogen, bedenkt man, was ein kleiner dummer Schuss in die Eingeweide bewirken kann...
Ein geniale Satire, die eben drum eine ist, weil sie gekonnt die Ernsthaftigkeit der Situation einfängt und uns trotzdem schmunzeln lässt. Der Schluss ist für diesen so recht überraschend anderstartigen Film leider zu sehr Hollywood, tut dem Gesamtwerk aber kaum weh. Wahlberg, Ice Cube und Clooney haben alle einen Pluspunkt verdient, vor allem letzterer, der sich scheinbar für die Realisierung dieses Films selbst stark ins Zeug gelegt hat.
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verstörende, interessante Gratwanderung, 2. Mai 2005
Von 
Schulthe, Hendrik "pengoblin" (Rheinhessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Three Kings (DVD)
Es gibt nur wenige Filme, die es schaffen, zwischen Humor und Bitterernstem auf eine Weise hin- und her zu wandern, die das Ganze dramaturgisch nicht auseinanderfallen läßt. Three Kings ist jedoch ein Film, dem das in weiten Teilen gelingt, wie ich finde.
Das eingangs zelebrierte naive Hurraabenteuertum löst sich recht schnell in Verstörung auf, und zwar sowohl bei den Akteuren als auch beim Zuschauer. Eine der großen Leistungen des Films ist, daß man den Perspektivenwandel der Drei nachvollziehen kann: warum die Coolness nach und nach immer erzwungener wird anläßlich der nackten Grausamkeit und des irrwitzigen Kontrastes zwischen bitterer Armut und den zweckfrei angesammelten Statussymbolen. Warum es den Dreien nicht möglich ist, wie eindimensionale Actionhelden stur ihr Ding durchzuziehen, sondern sie sich mehr und mehr gemeint fühlen müssen vom Schicksal der anderen.
Vielleicht war es gar nicht so schlecht, daß der Film so irreführend beworben wurde: das hat ihm zwar münztechnisch nicht gut getan, aber vielleicht auch einige Leute in die Kinos gelockt, denen diese Dosis Kriegsrealität zwischen all den Videoballerspielen guttut. Auch ein Lachen, das im Hals steckenbleibt, kann eine sehr gesunde Reaktion sein.
Was ich dem Film ferner positiv anrechne: er schwelgt nicht in Gewalt, aber ebensowenig in seiner Botschaft - die zwei Überlebenden stehen auch am Schluß nicht als Übermenschen da, sondern einfach als Menschen, die durch die extremen Erfahrungen andere geworden sind: geläutert, aber nicht entrückt.
Das zwischenzeitlich immer wieder kurz aufgeworfene Motiv des Medienkrieges kommt dagegen nicht wirklich zum Tragen; es gerät hinter der Entwicklungsgeschichte der Hauptfiguren fast in Vergessenheit, bis zuletzt die Möglichkeit zur Liveübertragung aus dramaturgischen Gründen wieder bemüht wird.
Alles in allem: ein lustiger Film? Nein. Ein Actionfilm: Ja, aber nur insofern Handlung und Schauplatz das erfordern. Ein Antikriegsfilm: Sicher, aber nicht in erster Linie. Vor allem ist es ein Film über Menschen in Extremsituationen, über die von Menschen geschaffene nackte Realität des Krieges, die sich einen Dreck um das Leben Einzelner schert. Es gibt immer wieder Filme, die mit dem Attribut belegt werden, den Zuschauer verzaubern zu können: Three Kings ist wohl einer der entzauberndsten Filme, die ich kenne. Und das macht ihn sehenswert.
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26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Satire, keine Komödie, 15. August 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Three Kings (DVD)
Wer nach den ersten 30 Minuten noch lacht, der hat den Film leider überhaupt nicht verstanden. Dieser extrem gute Film setzt sich als erster amerikanischer Film mit dem "sauberen" Golfkrieg auseinander und zeigt sehr schön die Bigotterie des "Retters" von Kuwait. Trailer und Beschreibung lassen es nicht ersehen, aber Three Kings ist ein sehr kritischer Antikriegsfilm, der die Gewalt nicht verherrlicht. Dieser Film ist zeitweise brutal, allerdings ist das an diesen Stellen auch mehr als angebracht. Sehr sehenswert und eine beachtliche Leistung für Amerikaner. Die erste wirklich kritische Betrachtung des Golfkriegs.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hollywoodkino goes Realitätssinn, 26. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Three Kings (DVD)
Schade, dass dieser Film seinerzeit relativ unbemerkt Station in deutschen Kinos gemacht hat, aber nachdem man ihn gesehen gesehen hat, ist auch schwer vorstellbar, wie hierfür im Blockbuster-Stil die Werbetrommel hätte gerührt werden können. Er stellt einfach zu viel in Frage, und wirft im Verlauf eigentlich alles über den Haufen, was man sich unter einem Kriegsaction-Film, oder einer Komödie, einem Abenteuerfilm oder einem "Buddy-Movie", aber auch einem Antikriegsfilm, aus den USA so vorzustellen pflegt.
Dies liegt wohl v.a. daran, dass hier die Filmfiguren als Menschen so Ernst genommen werden, dass gar kein Platz für Stereotypen ist, und wenn, dann nur, um diese umgehend zu demontieren oder in ein beunruhigend zwiespältiges Licht zu rücken. Überwiegen anfangs die Züge derben Army-Klamauks im Stil von M*A*S*H, wird den Zuschauern und auch den Anfangs etwas tumben GIs zunehmend klar, dass der Irakkrieg eine ernste Angelegenheit ist, von der sie auf ihrer illegalen Goldsuche nicht unbehelligt bleiben können.
Anfangs nur an ihrer Bereicherung interessiert und sich locker-zynisch gebend, geht den US-Soldaten bald auch das Schicksal der Zivilisten nahe, die hier auch nicht, wie so oft in Kriegsfilmen, nur passiv am Rande vorkommen, sondern zwischen zwei menschenverachtenden Kriegsmaschinerien als Individuen um ihr Leben kämpfen. Ebenso eindringlich sind Szenen wie die unfreiwillige Begegnung eines der GIs mit einem "Befragungsspezialisten" der irakischen Armee, der sein Handwerk einst als Waffe gegen den Iran bei der CIA gelernt hat, und das in aller Gründlichkeit...und der zudem all das im Krieg verloren hat, was zu Hause auf den Amerikaner wartet. Dergleichen Szenen gibt es viele, und immer balanciert der Film gekonnt zwischen scheinbar Gegensätzlichem, was zuweilen ziemlich verstörend wirkt. Teilweise absurde Komik, wie der Flüchtlingstrek in Saddams ehemaligem Rolls-Royce-Fuhrpark, und dann wiederum die detailierte Innenansicht, was eine Kugel anatomisch im menschlichen Körper anzurichten vermag.
Letztendlich sehen die GIs sich nach ihrer Odyssee, auf der der Film immer mehr in der harten Wirklichkeit des Krieges ankommt,gezwungen, nach menschlichen Gesichtspunkten zu handeln, indem sie sich entscheiden, gegen alle Widerstände den Zivilisten zu helfen. Und das vor allem ohne kitschiges US-Pathos, was "Three Kings" zu einer im Ganzen gesehen etwas surrealen, engagierten Tragikkömodie macht, die zu Herzen, aber doch vor allem an die Nieren geht, und von ihrer Aktualität, wie es leider aussieht, noch auf Jahre hin nichts einbüßen wird.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Falsche Werbeaufmachung, 25. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Three Kings (DVD)
Der Film mag ein guter Kriegsfilm sein, aber er ist nicht das, was Cover und Kurztext vorgeben. Nach Cover und Kurzbeschreibung gewinnt man den Eindruck, daß es hier um eine eher realitätsferne, lockere und spannende Heldengeschichte geht, ein Schatzsuchabenteuer mit "three kings", die cool drauflosmarschieren und natürlich glorreich siegen. In Wirklichkeit ist der Film eine ziemlich brutale und z.T. schräge Aufarbeitung der Grausamkeiten eines Krieges, der politisch alles andere als unumstritten ist und war. Nur kaufen, wenn man etwas für Kriegsfilme übrig hat. Es ist nichts für einen entspannenden Abend.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles andere als realitätsfern, 14. Januar 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Three Kings [VHS] (Videokassette)
Dieser Film ist nicht irgendein Pausenfüller für Leute, die nicht wissen, was sie sehen sollen. Wer ihn nicht versteht, kann wohl auch nicht viel über die geschichtlichen Ereignisse, von denen der Film handelt, sagen. Three Kings zeigt manchmal recht trocken die zuweilen fast abartigen Meinungen der US-Soldaten (Private Vig: "Geil, dachte schon, ich sehe gar keinen mehr, der erschossen wird") und die teils grenzenlose Selbstüberschätzung der Amerikaner. Der Filmemacher verzichteten darauf, den Helden irgendwelche Machoallüren anzudichten, sondern ließen einfach Tatsachen sprechen. Three Kings sollte man sich mindestens zwei Mal ansehen, um die vollständigen Hintergründe begreifen zu können. Verstehen kann ihn jeder, weil letztendlich nichts unklar bleibt. Aber wirklich nachvollziehen, den Bogen zur Geschichte schlagen, können wohl die wenigsten.
Three Kings ist nicht einfach ein Film, er ist schon fast ein Politikum.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krasser Film über den Golfkrieg, 14. August 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Three Kings (DVD)
Am Anfang des Films denkt man, es könnte so ein typischer Actionfilm wie die Lethal Weapon Reihe werden. Action mit Humor halt. Explodierende Kühe, Bart Simpson auf der Kühlerhaube des Humwhees und Tontaubenschiessen auf Footballs (mal mit und mal ohne Sprengstoff). Vier Soldaten auf der Suche nach Saddams Gold. Man meint, das Ende schon zu kennen. Aber plötzlich dreht sich der Film um 180° und die US-Soldaten werden mit der krassen Realität konfrontiert und sehen was die Irakischen Soldaten mit der aufständischen Bevölkerung machen (von Städte aushungern bis zu Folterungen). Als sie helfen wollen, werden sie von ihren Vorgesetzten davon abgehalten. Ein Film der sehr zum Nachdenken anregt über das Leiden der Bevölkerung Iraks und die Gleichgültigkeit der US Army. Ich will nicht beleidigend wirken, aber es gibt Menschen, die sollten ihren Standpunkt nochmal überdenken. Wenn ihnen der Film zum Ende hin langweilig vorgekommen ist, dann haben diese Menschen den Film nicht kapiert oder sind einfach nur gefühlslos.
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Three Kings
Three Kings von George Clooney (DVD - 2001)
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