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am 20. März 2008
Das epische Meisterwerk von John Ford, könnte als Technikdemonstration dafür dienen, was Blu-ray wirklich kann. Selten zuvor ist so deutlich geworden was es bedeutet, einen Klassiker zu restaurieren. In Vistavision gedreht, einem der aufwändigsten Aufnahmeverfahren der Filmgeschichte, welches Landschaftsaufnahmen mit fantastischer Tiefenschärfe ermöglicht, ist die Bildqualität wirklich atemberaubend gut. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Film über 50 Jahre alt ist. Niemand, der den Film nicht im Original im Kino oder nun auf Blu-ray gesehen hat, kann wirklich behaupten, ihn richtig gesehen zu haben. Anlässlich eines Warner Jubiläums Anfang der 90er Jahre wurde der Film aufwändig restauriert und zum Teil neu koloriert. Da die Farben des Masters stark verblasst waren, gilt "Der Schwarze Falke" nach seiner Restaurierung als eines der Vorzeigeprojekte von Warner und das mit Recht. Das American Film Institute wählte den Film 2007 auf Platz 12 der besten Filme aller Zeiten. Bei seiner Premiere war der Film zwar kein großer Publikumshit, spielte aber sein Geld wieder ein. Die begeisterte Rezeption des Films beschränkte sich zunächst auf Europa, bis ihn auch die Amerikaner Anfang der 70er Jahre neu entdeckten.

John Fords Einsatz filmischer Mittel um seine Geschichte zu erzählen, trägt ohne Frage die Handschrift eines Meisters. Besonders beeindruckend ist Fords Filmsprache, wenn er Gewalt und Brutalität schildert. Gerade durch die Art und Weise wie er uns etwas nicht zeigt, sondern das Geschehen allein in unseren Köpfen stattfinden lässt, zeigt sich seine Klasse. Niemals wird zu einem dummen oder plakativen Schockeffekt gegriffen, wenn das Kino so viele andere, intelligente und emotional ergreifende Ausdrucksmöglichkeiten bietet. "Der Schwarze Falke" ist ein Western ohne schablonenhafte Gut-Böse Auseinandersetzungen. Die Charaktere sind komplex, glaubhaft und werden durch die starke Besetzung zu Personen aus Fleisch und Blut. John Ford erzählt das menschliche Drama, das sich vor der grandiosen Kulisse des Monuments Valley abspielt, mit Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit. Winton C.Hoch, legendärer Kameramann und Partner von Ford und Wayne in etlichen Filmen, komponiert wundervolle Einstellungen von ungeheurer visueller Kraft und Tiefe, die perfekt auf die emotionale, komplexe und epische Geschichte abgestimmt sind und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die Bildqualität ist phänomenal, wirklich eine Offenbarung. Warners neues digitales Remastering der 1991 restaurierten VistaVision Fassung, sorgt für ein gänzlich neues Erleben des Klassikers. Der verwendete VC-1 Codec liefert ein detailreiches, frisches und lebendiges Bild in voller HD-Auflösung von 1080p. Die Gesichter wirken lebensecht und natürlich, die Farben sind klar und exakt, schwarz ist deckend und kraftvoll. Kontraste und eine wunderbare Tiefenschärfe sorgen für ein fast dreidimensionales Landschaftserlebnis. Wie der Vergleich mit der 2006 erschienenen DVD-Special-Edition zeigt, wurde allerdings das originale Bildformat von 1,75:1 auf bildschirmfüllendes 1,85:1 gemattet, wodurch am unteren und oberen Bildschirmrand etwas fehlt. Die Blu-ray enthält sowohl den deutschen, als auch den Originalton in Dolby Digital 1.0. Im Gegensatz zur normalen DVD in der sich die Laufzeit aufgrund der PAL-Beschleunigung auf 113:57 Minuten reduziert, kann man den Film hier zum ersten mal in originaler Geschwindigkeit erleben, wodurch sich eine Gesamtlaufzeit von 118:47 Minuten ergibt. Vorraussetzung hierfür ist allerdings, das sowohl das Abspielgerät als auch der Fernseher die Bildfrequenz von 24 Bildern pro Sekunde voll unterstützen. Insgesamt ist das Ergebnis auf einem Qualitätsniveau das auch mit aktuellen Filmproduktionen mithalten kann. Der schwarze Falke sieht auf Blu-ray einfach fantastisches aus und besitzt eindeutig Referenzqualität. An diesem Standard werden sich künftige Veröffentlichungen von Klassiker messen lassen müssen.

Als Extras enthält die Disk mehrere Originaldokumentationen und Making-Ofs (herrlich altmodisch und teilweise unfreiwillig komisch), außerdem eine 30minütige Würdigung des Films und seines Regisseurs durch einige Größen des Filmgeschäfts. Peter Bogdanovich, John Milius und Martin Scorsese schildern den Einfluss des Films auf sich und ihre Filme. Beschreiben Besonderheiten der Filmkunst John Fords und geben einen kenntnisreichen Einblick in eines der Meisterwerke des amerikanischen Films. Vervollständigt werden die Extras durch eine Einleitung von Patrick Wayne (John Waynes Sohn) und den sehr unterhaltsamen Audiokommentar von Peter Bogdanovich. Schließlich enthält die Blu-ray noch das Feature "Turning of the Earth", in dem Details zur Produktion und zur Person John Fords von Originalaufnahmen vermittelt werden. Ein Manko ist aber das die Extras nur in der Standardauflösung von 480p enthalten sind. Sie entsprechen bis auf einen der Trailer den Extras der normalen DVD.

Fazit:

"Der Schwarze Falke" ist eine sehr positive Überraschung auf Blu-ray. Es stimmt einfach alles, die einfallsreiche und visuell beeindruckende Cinematografie, die glaubhaften Dialoge und ein John Wayne, der nie besser war als hier. Seine Darstellung des entwurzelten Kriegsheimkehrers, der alles verliert, sich in Obsession, Rassismus, Rache und Hass verliert und am Ende doch seine Humanität wiedergewinnt, ist von berührender Intensität. Aus heutiger Sicht überraschend ist, dass der Film zwar über 50 Jahre alt ist, aber sowohl die inneren, als auch die äußeren Werte jung geblieben sind. Die visuelle Kraft und Schönheit des Westerns beeindruckt immer noch. Ein Pflichtkauf für jeden Filmfan, der sich auf eine Geschichte epischen Ausmaßes einlassen kann, die wunderschön gespielt, fotografiert und inszeniert worden ist.
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TOP 1000 REZENSENTam 25. Juli 2015
Westernregisseur Nr.1 John Ford und Westernstar Nr.1 John Wayne haben mit "Der schwarze Falke" einen der bedeutensten, wenn nicht den bedeutensten Western der Filmgeschichte geschaffen!

Ethan Edwards (John Wayne), der mit einigen anderen Farmern indianische Viehdiebe verfolgt, findet nach seiner Rückkehr seinen Bruder und dessen Familie ermordet vor. Edwards war erst kurz zuvor nach langer Abwesenheit zu ihnen zurückgekehrt. Indianer hatten das Vieh weggetrieben, um die Ranch ungestört überfallen zu können. Mit dem jungen Martin (Jeffrey Hunter), der bei einem früheren Überfall seine Eltern verlor und von Ethan aufgezogen wurde, nimmt er die Verfolgung auf, in der Hoffnung, die beiden Mädchen seines Bruders, die bei dem Überfall verschleppt wurden, retten zu können. Aber schon bald finden sie die Leiche der älteren Tochter Lucie, während sich von Debbie (als Kind: Lana Wood) jegliche Spur verliert.

Weiter streifen die beiden durch die gnadenlose Einsamkeit der wilden Landschaft von New-Mexico. Nach einem strengen Winter und erfolgloser Suche, kehren sie zu ihrer Nachbarschaftsfarm, den Jorgensens zurück. Dort versucht die reizende Laurie (Vera Miles), die sich in Martin verliebt hat, ihn von der weiteren Suche nach Debbie abzuhalten, aber Martin bleibt bei Ethan und sie brechen erneut auf. Immer tiefer reiten beide in das Gebiet der Komantschen. Sie finden Freunde, aber auch Feinde und mit jeder Begegnung, die keine Hoffnung bringt, mit jedem Tag vergeblicher Suche, wächst in Ethan unerbittlicher Haß und der unbeugsame Wille, die zu suchen, die das Leben und Glück seiner Familie zerstörten. Diese Suche wird für ihn zur Lebensaufgabe. Fünf Jahre reitet und reitet er, fünf Jahre voll Not und Haß, aber auch immer voll Hoffnung. Er wird reiten, bis er irgendwann einmal tot aus dem Sattel fällt...

Fünf Jahre mußten vergehen, bis er in einem Lager der Komantschen, in das ihn ein Händler führte, das Mädchen Debbie (als junge Frau: Natalie Wood) entdeckt. Fünf Jahre wurde sie als Indianerin aufgezogen, jetzt ist dieser Stamm ihre Heimat und sie steht auf der Seite der Komantschen, als diese Ethan angreifen. Er wird schwer verwundet von Martin mit knapper Not gerettet.

Aber es war nicht sein letzter Ritt. Übermächtig sind der Haß und der Wunsch nach Rache in ihm. Er will mit einer Kavallerieabteilung unter Capt. Clayton (Ward Bond) nochmal ins Indianerlager reiten um Vergeltung zu üben. Martin, der inzwischen Laurie geheiratet hat, folgt ihm nocheinmal auf seinem Ritt in die Wildnis, in der die Menschen in ihren Gefühlen und Taten so erbarmungslos sind wie die grandiose Natur, die sie umgibt.

Der Überfall auf das Lager gelingt. Martin tötet Häuptling Scar (Henry Brandon), den "schwarzen Falken" und bringt Debbie, die sich zuerst verzweifelt wehrt, dann aber Martin erkennt und mit ihm flieht in Sicherheit. Dann jagt Ethan, nachdem er Scar skalpiert hat, heran. Endlich steht er ihr wieder gegenüber nachdem er sie so viele Jahre gesucht hat. Sie soll sterben. Er schlägt Martin, der sich ihm in den Weg stellt, nieder und legt auf sie an - aber er kann nicht schießen. Zuviel ist in diesem Mädchengesicht, zuviel in diesen großen, klaren Augen, was ihn an die Menschen erinnert, die er vor Jahren liebte. Ethan kommt zur Besinnung, der Kampf ist vorbei...er nimmt Debbie in seine Arme und bringt sie nach Hause, wo sie mit Laurie und Martin wieder eine neue Heimat finden wird. Er aber reitet weiter - irgendwohin.
Vielleicht sucht er jetzt nach denen, die nicht mehr sind. Er bleibt ein "Suchender" und wird reiten, bis er irgendwann einmal tot aus dem Sattel fällt...denn er spürt, dass er nicht wieder durch diese Tür in die Zivilisation treten kann, die sich zu Anfang des Films für ihn geöffnet und zum Ende vor ihm geschlossen hat...

Allein ein Film wie "The Searchers" (Der schwarze Falke) von 1956 wäre es schon wert, John Wayne als Ikone des Western im Gedächtnis zu behalten. In diesem, John Fords bestem Western, wird die Heimat der Pioniere beschworen. Die Farm, der Planwagen, das Lagerfeuer, ein Fort, ein Dorf, eine Postkutsche, die Armee, der Square Dance, Tanz und Prügeleien. Das sind die Teile, aus denen sowohl Ford als auch Waynes USA bestanden. Und in diese romantisch-wehmütige Welt des 19.Jahhunderts ziehen in "Der schwarze Falke" erstmals Risse ein.
Waynes Darstellung des brachialen Bürgerkriegsveteranen Ethan Edwards war mehr als oscarreif. Er liefert hier die großartigste Leistung seiner langen Karriere ab, zeigt eine schauspielerische Bandbreite in einer Rolle, für die man ihm zehn Oscars hinterherschmeißen hätte müssen . doch natürlich gingen Film, Ford und er leer aus - Western waren auch 1956 immer noch Außenseiter - in der heutigen Zeit würde man ihm den Oscar auf einem goldenen Tablett nachtragen!
Aber als Heroe mit Herz, der nach langen Irrtümern zu seinen Familiengefühlen zurückfindet, war John Wayne sowohl ideal als auch ungewöhnlich besetzt. Denn hier spielte er zwar sein politisches Image des Indianer- und Fremdenhassers voll aus, nahm es in der klugen Regie von Ford aber gleichzeitig wieder zurück. Das Ergebnis ist ein vollendeter, sich wie selbst erzählender Film, eine gewaltätige Elegie auf eine ferne, vergangene, aber durch das Kino stets gegenwärtige Zeit.
Und John Wayne steht seitdem in der Landschaft des US-Heimatfilms wie ein Denkmal des zwiespältigen, aber bewundernswerten Helden.

Diese Rezension erfolgt nach Sichtung einer neuen digitalen High-Definition Abtastung von restaurierten Vista Vision der HD-DVD. Die Bildqualität ist so großartig wie dieser Ausnahme-Western und war vorher so noch nie zu sehen.
2020 Kommentare|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 3. November 2015
"Der schwarze Falke" von John Ford ist neben Howard Hawks "Red River" und Fred Zinnemanns "12 Uhr mittags" sicherlich der beste klassische Hollywood Western. Unvergessen schon die erste Einstellung, die Kamera wandert vom Haus hinaus und gibt den Blick auf eine Wüstenlandschaft irgendwo in Texas frei. Jemand reitet auf das Farmhaus zu. Es ist Ethan Edwards (John Wayne), der Kriegsveteran des Bürgerkriegs.

Der Krieg ist schon Jahre zu Ende, nun kehrt der verlorene Bruder heim. Auf der kleinen Farm lebt sein Bruder Aaron (Walter Coy) mit Frau Martha (Dorothy Jordan), den Kindern Lucy (Pippa Scott), Ben (Robert Lyden) und Nesthäkchen Debbie (Lana Wood). Ausserdem gehört Pflegesohn Martin Pawley (Jeffrey Hunter) zur Familie, der als Baby von Ethan gefunden wurde, nachdem die Indianer die Eltern getötet hatten und der geistig etwas zurückgebliebene Mose Harper (Hank Worden) . Das weite, wilde Land ist noch lange nicht erschlossen. Die nächsten Nachbarn sind der aus Schweden Stammende Lars Jorgensen (John Qualen) mit seiner Frau ( Olive Carey) mit den bereits erwachsenen Kindern Brad (Harry Carey Jr.) und Laurie (Vera Miles). Zwischen den beiden einsam gelegenen Farmen weit und breit nur Wildnis, erschwerend kommt hinzu, dass es Indianerland ist. Aus Blicken und Gesten erkennt der Zuschauer die tiefe, heimliche Zuneigung zwischen dem Heimkehrer Onkel Ethan und Martha.

Am nächsten Tag formiert sich unter der Leitung von Reverend Samuel Johnson Clayton (Ward Bond) eine Bürgerwehr, bestehend aus den Jorgensens, den Edwards und weiteren Farmern der Gegend. Die Männer wollen Banditen, vielleicht auch Indianer verfolgen, die Vieh gestohlen haben. Ethan reitet anstelle seines Bruders Aaron mit, der bei der Familie bleiben und diese schützen soll, falls die Indianer tatsächlich auf dem Kriegspfad wären. Als die Männer irgendwann das tote Vieh entdecken ist klar, dass eine der Farmen im Umkreis überallen werden soll. Die Komantschen haben die Männer fortgelockt und tatsächlich wird die Ranch der Edwards vom Häuptling Scar (in der deutschen Fassung "Schwarzer Falke" gespielt von Henry Brandon) dem Erdboden gleich gemacht. Die beiden Mädchen Lucy und Debbie entführt, alle anderen werden tot aufgefunden. Als Ethan die brennende Ranch erreicht ruft er nach Martha, die er tot findet, vorher wurde sie brutal vergewaltigt.
Danach zieht der hasserfüllte Ethan, besessen wie ein Kapitän Ahab aus "Moby Dick" auf der Suche nach den Mädchen kreuz und quer durch den Wilden Westen. Begleitet wird er von dem jungen Martin, der immer mehr erkennt, dass die Suche nur gemeinsam einen Sinn macht, da er merkt, dass Ethan von seinen fanatsichen Rachegedanken geleitet wird und damit das Leben der Verschleppten gefährdet. Zudem erweist sich Ethan als Indianerhasser...

John Ford drehte sein Meisterwerk im bekannten Monument Valley zwischen Utah und Arizona. Die markanten roten Sandsteinfelsen sind grandios einfangen, sie bieten sowohl einen majestätischen als auch einen ehrfruchsgebietenden Anblick. Diese unglaubliche Weite lässt die darin agierenden Menschen sehr verletzlich erscheinen. Es ist der ständige und tagtägliche Kampf ums Überleben spürbar.
Die Haupthandlung erzählt von einer obsessiven Suche. John Wayne spielt als Onkel Ethan die Rolle seines Lebens. Der unbeugsame Antiheld ist verzehrt von Haß und sein unversöhnlicher Rassismus treibt ihn an immer weiterzusuchen. 5 lange Jahre. Gemeinsam mit Martin, dem "Achtel Cherokee, der Rest ist walisisch und englisch" wie der junge Mann zu sagen pflegt. Die gemeinsame Odyssee verbindet die beiden unterschiedlichen Männer. Zuhause wartet Laurie auf Martin. In der Zeit schreibt er seiner Geliebten nur einen einzigen Brief und erzählt darin auch noch wie er bei den Indianern einen Teppich erstehen wollte und schließlich eine junge Squaw (Beluah Archuletta) für einen Hut ihrem Vater abgekauft hat. Mit diesen Szenen lockert John Ford den düsteren Hauptpart immer wieder auf. Der Zuschauer sieht die Freude bei den Jorgensens als innert von einem Jahr sogar ein zweiter Brief durch den Postboten Charlie McCorry (Ken Curtiz) zugestellt wird. Und wie Laurie an ihrem Martin immer wieder verzagt "er unterschreibt so förmlich mit Martin Pawley, warum kann er nicht einfach Martin schreiben". Dies führt auch zum Auftauchen der beiden Heimkehrer, kurz bevor Laurie aus lauter Verzweiflung vorhat Charlie McCorry zu heiraten. Als sich die beiden Kontrahenten prügeln, sieht man im Hintergrund eine begeisterte Laurie, die sehr geschmeichelt zu sein scheint, weil sich zwei Männer wegen ihr raufen.

"Der schwarze Falke" ist ein Film mit unvergessenen Filmszenen, etwa die als der Suchtrupp durch ein breites Tal reitet. Auf den Höhezügen rechts und links erscheinen in Kolonne die Najeki-Komantschen, die nun ihren Verfolgern als tödliche Eskorte folgen und nur der schnelle Ritt zum Fluß kann die fatale Umzingelung auflösen. Am Ende des brillianten Westernepos scheint der Zuschauer zu wissen, dass Ethan die kleine Debbie als unrettbar verdorben durch den Kontakt mit den Indianern hält. In einer Schlüsselszene des Films sitzen Ethan und der Häuptling Auge um Auge im Wigwam. Es wird nicht nur deutlich, dass auch "Scar" geliebte Menschen durch den Kampf zwischen Rot und Weiß verloren hat, sondern er sogar eine Art Spiegelbild von Ethan darstellt. Auch wenn Ethan Edwards, dieser besiegte Soldat in Friedenszeiten, immer wieder Kriegsschauplätze aufmacht und als Rassist auftritt - Ford gelingt es dennoch die Sympathie für den gebrochenen Charakter beim Publikum aufrechtzuerhalten. Vermutlich deshalb weil die Verzweiflung bei ihm viel tiefer sitzt als bei allen andern Figuren. Am Ende des Films kristallisiert sich der Narr Mose Harper sogar als der erfolgreichste Sucher heraus, er gibt Ethan den entscheidenden Hinweis. Mit diesem Ende wird auch ein brutaler Überfall auf das Indianerdorf gezeigt. Eine Szene zeigt einen Indianervater, der ganz schnell sein kleines Kind in Sicherheit bringen will, als die reitende Kavallerie ohne Rücksicht auf Verluste das Dorf niedermetzelt.

Sowohl Ford als auch Wayne waren der Ansicht, dass "The Searchers" der beste Film sei, den sie zusammen gedreht hatten. Deutsche Filmregisseure wählten den Ausnahmewestern 1995 zum besten Film aller Zeiten. Bei den Filmkritikern von "Sight and Sound" rangiert der Film auf Platz 7 der besten Filme aller Zeiten. Auch das American Film Institute wählte ihn auf Platz 12 der einflussreichsten und besten US-Filme. In der Best of Liste von "Cahiers du Cinema" belegt Fords Western mit den vielen Bedeutungen, Inhalten und Sinnebenen ebenfalls einen Top 10 Rang. Bei seinem Erscheinen war er ein guter Publikumserfolg, konnte aber keine einzige Oscar-Nominierung erhalten Kurioserweise gabs dann aber einen Golden Globe - die bekam John Waynes Sohn Patrick, der an der Seite seines Vaters den Grünschnabel Lt. Greehill spielen durfte. Die komisch angelegte Rolle brachte ihm den Preis als Bester Nachwuchsdarsteller ein. RocknRoller Buddy Holly nahm Ethans Spruch "That'll be day" für seinen Song auf und landete damit einen Riesenhit in den Charts des Jahres 1957.
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am 30. März 2008
Ich hatte den Film schon lange Zeit auf DVD. Der Edelwestern ist einer der besten, der je gedreht worden ist. John Wayne in einer seiner besten Charakterrollen. Dies ist mit Sicherheit ein Film, den man sich öfter ansehen kann.

Wenn ich aber doch schon die DVD habe, warum dann noch die Blu-ray?
Ganz einfach: Das wirklich atemberaubende Bild. Noch nie hat dieser Film so auf mich gewirkt. Die Aufarbeitung des alten Filmmaterials (der Film ist über 50 Jahre alt) ist den Herstellern außerordentlich gut gelungen. Ein absolutes Referenzbild, das locker mit den neuen Filmen mithalten kann. Der Ton liegt in Dolby 1.0 (Mono) vor. Natürlich kann man hier deshalb keinen Referenzsound erwarten. Jedoch ist der Ton dem Alter des Filmes angemessen. Die Dialoge sind sehr gut verständlich.

Als Fazit kann ich nur sagen, wer einen wirklich tollen Film auf Blu-ray sehen will, sollte sich "Der schwarze Falke" nicht entgehen lassen.
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Handlung (ohne zu viel zu verraten):
Texas 1868 - Als Comanchen die Gegend unsicher machen bildet sich eine Bürgermiliz um sie zu vertreiben. Bei ihrer Rückkehr stellt diese fest, dass eine Farm überfallen und ein kleines Mädchen (Später als Erwachsene: Natalie Wood) und deren ältere Schwester entführt wurden. Der Indianerhasser Ethan Edwards (John Wayne) und anfangs 2 Youngster (Jeffrey Hunter, Harry Carey Jr.) machen sich auf eine jahrelange Verfolgung, während der sie nicht nur mit Indianern aneinander geraten.
State (allgemein):
Trotz seines Alters ist "Der schwarze Falke" bis heute einer der besten Western, hat daher bisher als einziger mit John Wayne seinen Weg in unsere umfangreiche DVD Sammlung gefunden (Was nicht so bleiben wird). Die bis heute grandios anmutenden Naturaufnahmen, der spannende, für damalige Verhältnisse insgesamt logische Plot, die gute Besetzung, typischer John (Ford und Wayne) Hartemännerhumor („Sieht aus als ob sie dich eingekreist hätten" „Keine Angst, ich werde mich schon wieder auskreisen") und einer der bis heute besten Kauzigetypdarsteller (Hank Worden in der Rolle des alten Schaukelstuhlliebhabers Moose Harper) - all das kann immer noch überzeugen.
State (historisch gesehen):
Obwohl der Film in dieser Hinsicht eine Unmenge von Fehlern aufweist, so kann er doch für sich verbuchen als - soweit mir bekannt - erster (1956) Western um ein realistisches Bild der Zeit bemüht zu haben. Bis dahin galoppelten in den meisten Streifen die Westerner ständig und quasi Endlos durch die Lande - hier zeigt eine Schlüsselszene bei der Indianerverfolgung zu Beginn des Films das selbiges gar nichts bringt - im Gegenteil. Indianer werden nicht mehr nur (aber auch) als dudarfstjetztvompferdfallen Schießbudenfiguren dargestellt, sondern als stolze denkende Wesen, die durchaus ihren Willen artikulieren können. Erstmals wird auch in Frage gestellt ob sie wirklich die einzig Bösen und Schuldigen des WW waren. Zum Thema Entführung weißer Frauen durch die Comanchen gibt es übrigens im wirklich empfehlenswerten Buch "Texas" des Historikers und vielfachen Romanautors James A. Michener einige (wenige) interessante Passagen.
Jedoch muss ich andererseits auch der Rezension von "tiwa72" zustimmen. John Ford verschweigt schlussendlich wie Brutal Milizen und Armee bei Angriffen auf Indianerdörfer vorgingen. Bis heute zeigt tatsächlich nur die englische Produktion "Das Wiegenlied vom Totschlag" (unbedingt anschauen obwohl trotz anders lautender Werbung immer noch gekürzt) ein realistisches Bild dieser Massaker (und wurde prompt in Amerika noch nie in voller Länge gezeigt). Ein amerikanischer Film kann das nicht ohne dabei daheim finanziell "baden" zu gehen (Beispiel: Ciminos "Heaven's Gate"). Die Comanchen allerdings galten bereits vor dem Auftauchen der Weißen auch bei ihren indianischen Nachbarn als sehr brutales Volk.
Anmerkung: Wer realistische Western neueren Datums mag und sich Titel zu bekannten amerikanischen Personen/Ereignissen dieser Zeit anschauen möchte, sollte es mal mit folgenden Scheiben versuchen:
"Long Riders" und "American Outlaws" (James/Younger Bande), "The Broken Chain" (Irokesen), "Geronimo" (Apachen), "Ride with the Devil", "Gettysburg" und "Glory" (Bürgerkrieg), "Heaven's Gate" (Johnson-County-Weidekriege), "Hidalgo" (Frank Hopkins), "Wild Bill" (Wild Bill Hickock), "Tombstone" und "Wyatt Earp" (OK-Corral), "Buffalo Girls" (Calamity Jane). Drei dieser Filme sind auch gemeinsam als Western-Collection erschienen. Zum Zeitpunkt der Einsendung dieser Rezension waren die Titel alle bei Amazon erhältlich.
Die DVD:
Das Bild liegt in anamorphen Widescreen, Verh. 1.85:1 vor, entspricht nicht der vielfache gesendeten TV-Fassung sondern wurde nachkoloriert. Zuckungen, Blitze, dunkle Flecken - alles verschwunden. Natürlich entspricht auch das jetzige Bild nicht der heute übliche Qualität, aber was die Techniker nach über 50 Jahren aus dem Originalmaterial herauszauberten - Hut ab! (Auf der Rückseite der DVD findet sich übrigens die 4:3 Version.)
Die Tonspuren (deutsch, englisch, spanisch) verblieben in Mono, wurden ebenfalls überarbeitet, leider nicht mit so guten Ergebnissen wie das Bild, aber doch so weit zufrieden stellend.
Das sich die Arbeit, die sich die DVD Macher mit der Überarbeitung des Ausgangsmaterials machten definitiv gelohnt hat zeigte mir ein direkter Vergleich (zwischen Videoaufnahme und DVD hin und her schalten) eindrucksvoll. Es liegen (technische) Welten dazwischen.
Untertitel gibt es in 19 Sprachen, sowie in Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte, letztere sind allerdings nicht koloriert und nur zeitweise mit den Namen der Sprecher versehen.
An Extras (auch hier können Untertitel zugeschaltet werden) finden wir:
--- Interview mit Jeffrey Hunter (4:03 Min.)
--- Interview mit Natalie Wood (7:00 Min.)
Beide Interviews zeigen auch Szenen von den Dreharbeiten
--- Dokumentation "Monument Valley" (6:48 Min.)
--- Dokumentation "Setting Up Production" (6:41 Min.)
Wie die Interviews stammen die Dokus aus einer damaligen TV Werbesendung. Lustig: Sogar die Zigarettenwerbung wurde drin gelassen und sogar untertitelt ;-)
Fazit:
Dieser für die DVD Veröffentlichung gelungen aufpolierte Klassiker ist Pflichtprogramm für jeden Western Fan.
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am 22. September 2011
In Joe Hembus' "Western Lexikon" aus dem Jahr 1976 wird jeder aufgeführte Film entweder mit einem, zwei oder drei Sternen bewertet - je nach Güte bzw. dem Eindruck, den der Verfasser von dem jeweiligen Film hatte. Nur ein einziger Film, nämlich "The searchers" oder "Der schwarze Falke" wurde von Hembus mit einer Vier- Sterne- Wertung ausgezeichnet (Hembus 1976, S. 534). Aber auch in manch anderer Sekundärliteratur zum Western wird "Der schwarze Falke" als bester Western aller Zeiten beschrieben. Wie kommt das?

Da wäre zuerst einmal die Story, die alle, wirklich alle Elemente des klassischen Westernfilms in sich vereint: Ein entlegenes Bauernhaus in der Prärie wird von Comanchen überfallen, die Erwachsenen massakriert - und nur die kleine Tochter der Familie, Deborah (oder Debbie) überlebt, um vom Häuptling der Indianer (genannt "Schwarzer Falke") verschleppt zu werden. Debbies Onkel, ein ehemaliger Kavallerist der Konföderation namens Ethan Edwards (John Wayne), der zu spät kam, um das Unglück verhindern zu können, macht sich daraufhin auf die Suche nach ihr; zur Seite steht ihm der Stiefbruder Debbies, ein Halbblut namens Martin (Jeffrey Hunter; Hunter spielte ungefähr zehn Jahre später den ersten Captain des Raumschiffs Enterprise in dem [von der Produktionsfirma verworfenen] Pilotfilm "Der Käfig", bevor er im jahr 1969 an den Folgen eines Unfalls starb; die Rolle in "Star Trek" wurde nach seinem Ausscheiden an William Shatner vergeben). Ethan und Martin irren daraufhin fünf lange Jahre durch die Weiten des Westens, immer auf der Jagd nach dem "Schwarzen Falken", doch als sie ihn schließlich stellen können und Debbie (Natalie Wood) bei ihm finden, kann Martin Ethan nur mit äußerster Mühe davon abhalten, dessen nunmehr zur Comanchenfrau herangereifte Nichte zu erschießen. Doch erneut haben die beiden Cowboys die Spur des Stamms verloren - und die Suche beginnt von neuem...

Die Suche - wonach auch immer - ist ein zentrales Element des Westernfilms. Man sucht nach Schätzen, sucht nach Gold, nach entlaufenen Banditen - hier wird nach einer jungen Frau gesucht, die schließlich in Person Natalie Woods wiedergefunden und wieder in den Kreis der westlichen Welt aufgenommen wird. Niemals in der Geschichte des Westerns wurde aber eine Suche so kraftvoll, so spannend und - vor allem - so entbehrungsreich, voller Strapazen und so realistisch gefilmt wie hier. Auf ihrem Weg begegnen Ethan und Martin vielen Menschen, die ihre Geschichte erzählen, ebenso wie Halunken, Gaunern und Betrügern; sie durchstreifen großartige, bildgewaltige Landschaften im Sommer wie - toll in Szene gesetzt - auch im Winter.

An psychischen Grenzsituationen hat der Film vieles zu bieten - viel mehr als ein "normaler" Western, insbesondere viel mehr als ein normaler John Ford- Western. Der Zuschauer wird mit von Indianern entführten Weißen konfrontiert, die von ihren Erlebnissen tief traumatisiert und halb wahnsinnig sind; er bekommt aber auch die Strenge und Unerbittlichkeit der US- Armee zu spüren, die ohne Mitlied Indianerdörfer auseinandernimmt, die Männer tötet und Frauen und Kinder in Reservate treibt. John Ford war und ist nach wie vor für seine barbarische, reaktionäre Sicht der Ureinwohner Nordamerikas bekannt, doch hier, in diesem Film, wuchs er über sich selbst hinaus und legte ein differenziertes, klischeefreies Porträt der Grenzregionen zur damaligen Zeit (ca. 1870- er Jahre) vor.

Daneben begeistert der Film mit Szenen menschlicher Wärme. Die kleine Debbie (Lana Wood), die vom Pastor gefragt wird, ob sie denn schon getauft ist, und die, nunmehr ganz verlegen, antwortet: "Entschuldigung, ich weiß wirklich nicht", rührt beinahe zu Tränen, ebenso die Frühstücksszene im Hause der Edwards, an der der Pastor und die Mitglieder der Bürgerwehr teilnehmen. Ford und seine Drehbuchautoren bau(t)en auf diese Weise eine häusliche Idylle auf, die dann, in einem großen Knall, beim Überfall der Comanchen zerplatzt wie eine Seifenblase. Wie ein Schock wirken danach die traurigen Ruinen des Edward- Hauses auf den Betrachter; jener Ort, an dem soeben noch Gemütlichkeit und Kameradschaft zu Hause waren, ist nun vernichtet.

Die Schauspieler, allen voran Hunter und Wood als ungleiches Geschwisterpaar, begeistern. Hunter gelangte, aufgrund seines frühen Todes, nie zu Starruhm, doch sein Mitwirken in diesem Film, an der Seite von John Wayne, setzte ihm ein ewiges Denkmal. Wayne selbst wächst über sich selbst hinaus und bringt es fertig, seiner immer gleichen Rolle (konservativer, harter Bursche) eine depressive, einsame und verbitterte Note beizumischen, so dass aus Ethan Edwards der wohl dem Western am angemessensten erscheinende Charakter dieses Filmgenres wird. Und nicht zuletzt stellt Henry Brandon mit Häuptling "Schwarzer Falke" (im Original "Chief Scar", also "Häuptling Narbe") den charismatischsten Indianerhäuptling seit Winnetou (Pierre Brice) dar.

Tja, um zur Beantwortung der eingangs gestellten Frage zu kommen: Warum ist dieser Film der beste aller Western? Ganz einfach: Er ist der mitreißendste, originärste, typischste Western; der Western, in dem alle Motive dieses Genres zur damaligen Zeit wie in einem einzigen Kristallisationspunkt vereinigt wurden. Darüberhinaus ist "Der schwarze Falke" aber auch der mitfühlendste, wärmste, herzlichste und menschlichste aller Western. Ein Juwel der Filmgeschichte - und zu Recht von Hembus mit vier Sternen prämiert, obwohl nur drei zu vergeben waren.
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am 24. Oktober 2012
"The Searchers" erzählt die Geschichte von Mord und Raub und Vergewaltigung und Hass. Und erzählt die Geschichte zweier Familien, der Edwards und der Jorgensens. Die Eine ist englischer Abstammung, die Andere schwedischer. Die Besiedlung des Landes ist erst grade im Gange. Mr. Jorgensen spricht englisch sogar noch mit Akzent. Noch sind die Menschen hier, "a texican (..) out on a limb", es ist ein Land im wunderschönen Nirgendwo, ein Ort, an dem man den Erhalt von zwei (!) Briefen, als regen Briefverkehr ansieht. Ein Land auch, wo die Familie Jorgensen den Tod des eigenen Sohnes nicht sonderlich beweint. Denn es sind harte Menschen, denen der "pursuit of happiness" Einiges abverlangt hat. Und wo man gewillt ist, Opfer zu bringen. Denn es gibt die Hoffnung einer neuen, paradiesischen Gesellschaft, "a Jerusalem on the hill", die sich hier einmal bilden soll und wird, wenn der Mensch die Natur bezwungen hat und die Zivilisation Einzug halten wird. (Und sich selbst bezwungen hat?)
Die beiden Häuser dieser entfernten Nachbarn liegen im tiefsten Westen, umgeben nur von rauher Natur. Und Indianern. Weiter westlich ist nur noch Kalifornien, das Meer also, die Küste, die Grenze. Wo der Trek, die Reise ins Gelobte Land ein Ende hätte. Hier aber, im Monument Valley, sind die Siedler abgeschnitten von jeglichen Outposts der USA. Sie sind selbst der letzte Outpost. Unsere kleine Farm liegt nicht in der Nähe eines kleinen Städtchens, wo Recht und Ordnung herrscht, hier im Monument Valley befinden sich Weiße in Indianerland, im Land der Comanchen, daß einst denen gehörte und, das ihnen jetzt von weißen Europäern geraubt worden ist.

Ethan Edwards, die Hauptfigur des Films, kehrt als ehemaliger Soldat der Konföderierten "nach Hause" zurück. Der Krieg ist zwar seit Jahren aus, aber er irrte und wanderte weiter durchs Land, stahl sogar Geld (Münzen, die er seinem Bruder gibt sind nicht benutzt:"its fresh minted") und kehrt jetzt zum Haus seines Bruders Aaron zurück, der wiederum Ethans große Liebe Martha geheiratet und mit ihr eine Familie gegründet hat. Diese Liebe erzählt Ford nur andeutungsweise, aber hier, wie auch in der Liebesgeschichte zwischen Marty, der zweiten Hauptfigur des Films, und Laurie, der Tochter der Jorgensens, veranschaulicht Ford den Gegensatz zwischen Nomade und Siedler, zwischen Unrast und Dynamik auf der einen Seite, und Statik und Domestizierung auf der anderen. So sind jegliche Hochzeiten in dem Film, die zwischen Martha und Aaron, Ethans Bruder, der Farmer wurde, und die zwischen Marty und der Squaw Look, "falsche Hochzeiten". Auch die bevorstehende Hochzeit zwischen dem Tölpel MacCorrie und Laurie wäre eine solche falsche Vermählung. Es ist die Spannung dieser zwei Pole der Nichtsesshaftigkeit und des sich Niederlassens, die die Gesellschaft prägen. Der Narr Mose Harper spricht auch, wie Narren es eben so tun, den Wunsch des Ankommens, des Nachhausekommens für sich und die anderen Nomaden des Films aus. Er wünsche sich nichts sehnlicher, als "a rocking chair by the fire". Ethan, der Obernomade, der Irre(nde) sieht auch zu Beginn, sieht John Wayne bei seiner Ankunft im Haus seines Bruders richtig wild und gefährlich aus. Die Suche nach Debbie, die folgen wird, ist ja nur eine fortgesetzte Wanderschaft. Die eigentliche Suche, wie der Titelsong erzählt, ist auch viel eher die nach seiner, nach Ethans Seele.

Schon in den ersten Minuten des Films ist Fords meisterhafte Komposition zu bewundern. Die gesamte Familie Edwards stellt er uns vor, wie sie einer nach dem Anderen, aus dem Hause treten und raus auf die Veranda kommen, um den näherreitenden Ethan zu begrüßen. Martha erhält einen Kuss auf die Stirn, und darauf führt sie Ethan teils unterwürfig, teils mit einem verführerischen Lächeln ins Haus, indem sie ihm in keiner Sekunde den Rücken zudreht.
Die nächste Hauptfigur ist Martin Pawley, in dessen Adern das Blut der Cherokee fließt, und von den Edwards adoptiert wurde, nachdem seine Familie von "Indianern" massakriert worden sind. Das Cherokee-Blut muss auch von einer Vergewaltigung herkommen. Oder nicht? Auch Marty, ein Kind der Gewalt. Dieses rauhe Land (aber, oh, mein Gott, wie schön es ist), dies Land mag rauh und schroff und unendlich groß und weit sein, aber brutal und furchtbar ist es für Alle, die es bewohnen. Die Comanchen rächen sich nur für das Unrecht, das ihnen angetan worden ist. Und zum Schluß sind es die Verbitterten, die Erniedrigten und Beleidigten, die "Scars" (Scarface) dieser Welt, die bösen Männer auf beiden Seiten, Ethan und Scar, die sich gegenüber stehen. Und den Krieg fortsetzen. Vielleicht hat Scar, die Narbe, die sein Gesicht ziert von genau solch einem Säbel, wie Ethan ihn mit sich rumschleppt? Die Comanchen sind nicht nur die bösen Wilden, für die man sie in der ersten Hälfte des Films halten kann, sondern Entrechtete und Gedemütigte und Opfer des weißen Mannes, die ihren Schmerz wiederum in die Häuser derer tragen, die ihnen ihr Land und ihre Kinder raubten. Auge um Auge, Zahn um Zahn.
So kommt es, daß das Haus der Edwards überfallen wird, die Mädchen geraubt, Martha vergewaltigt und getötet wird, und Aaron und sein einziger Sohn auch umgebracht werden. Die Suche beginnt. The search. Nach den beiden Mädchen, Lucy und Debbie. Lucy wird geschändet und ermordet von Ethan in einem Canyon gefunden, nur Debbie wird von den Comanchen am Leben gelassen und von Scar zur Frau genommen. Ethans Begehren Marthas gegenüber überträgt sich nach ihrem Tod auf Debbie, wird er doch bei der Suche nach ihr immer obsessiver. Der eigentliche Plan, das Kind zu retten, verändert sich aber irgendwann dahingehend, daß Marty befürchtet, Ethan würde Debbie töten, wenn er sie fände. Wäre ihr Tod eine Art Ehrenmord? Quasi unter dem Motto: besser tot, als rot. Aber viel mehr spricht dafür, daß sich hier ein Rassismus der ganzen, weißen Gesellschaft ausdrückt. So sagt Laurie zum Schluß des Films, daß Martha selbst es lieber hätte, wenn jemand Debbie eine Kugel in den Kopf jagen würde, als daß sie weiter unter Comanchen lebte. Dieser Rassismus ist sozusagen der Virus an dem die Gesellschaft krankt. So ist es auch Marty, der Held der neuen Zeit, der Mischling, der zum Ende der Heldenreise den bösen Scar tötet und verhindert, daß Ethan Debbie tötet. Trotzdem schafft es Ethan Marty abzuhängen und Debbie in eine Schlucht zu jagen, wo sie befürchtet von ihm zur Strecke gebracht zu werden. Die Indianerhure. Die Verräterin, die vorher sagte, die Comanchen seien jetzt ihre Leute. Aber Ethan hebt sie hoch, wie er sie zu Anfang im Haus der Edwards hochgehoben hat, als sie noch ein kleines Mädchen war. Jetzt ist sie eine Frau. Er hebt sie hoch und trägt sie auf den Armen, wie ein Bräutigam seine Braut trägt, wenn er sie über die Schwelle ins Haus bringt. "Let's go home, Debbie!" Aber für diesen Odysseus gibt es kein Zurückkehren zu seiner Penelope. Debbie ist nicht Martha.

Die Veränderung von Ethans Paradigmenverschiebung bei der Suche nach Deborah, vollzieht sich langsam aber stetig. Lucys Auffinden nur eine Episode, die Ethans Hass schürt, der Besuch einer Krankenstation der Army, die von Comanchen misshandelte Frauen beherbergt, eine Andere. Aber viel eher hat es wohl mit der Zeit zu tun, die vergangen ist. Debbie ist mittlerweile eine junge Frau geworden und Scars Ehefrau. Sie wurde demnach "beschmutzt". Scar hat sich alles das genommen, was Ethan gerne gehabt hätte, wenn man Scar, als böses Alter Ego Ethans lesen möchte, wie das viele Interpreten dieses Films getan haben. Er beseitigt die Männer der Edwards-Familie (den lästigen Bruder vor Allem) und raubt bzw. vergewaltigt die Frauen. Scar unterdrückt seine Libido nicht, so wie Ethan es in Bezug auf Martha tut oder tun muß.
Der Entschluß, Debbie dann doch zu verschonen und sie auf den Armen nach Hause zu tragen, wie der Ritter auf dem weißen Pferd, kommt für den Zuschauer jedoch überraschend. Vielleicht, weil Scar tot ist, und damit auch Ethans Scham getilgt wurde. Darum muss Debbie nicht mehr sterben.

Marty ist ein Außenseiter, eine Grenzexistenz, kein Weißer, kein "Indianer", ein Junge mit einer Identitätslücke. Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Doch auch Ethan ist solch eine Grenz-Existenz. Er verachtet den christlichen Glauben, hasst die "Injuns", kennt aber ihre Sitten und Gebräuche aus dem Eff-Eff. "You speak pretty good american," sagt Ethan zu Scar fast zu Ende des Films. " Somebody teach ya?" Scar "retorts": " You speak pretty good comanche. Somebody teach ya?" Ethans Kenntnis der "indianischen" Kultur ist so immens, das man sich fragt, ja, woher? Er gehört keiner Kultur an, er ist ein Mann des Krieges, der auf Seiten des Südens kämpfte (quite a stretch: Yellow Sky). Aber sind es nicht immer die Außenseiter und Grenzgänger gewesen, die in Ford-Filmen im Mittelpunkt standen?(Stagecoach)

Ford zeigt Beide, Marty und Ethan im ersten Kapitel des Films, wie erst Einer alleine auf der Veranda sitzt und ins Innere des Hauses schaut, und Minuten später der Andere, Ethan, der mitansieht, wie seine Liebe, Martha, mit Aaron ins gemeinsame Schlafzimmer geht. Der Unterschied zwischen beiden Einstellungen jedoch besteht schon hier darin, daß wir Marty ins Haus hineingehen sehen, während Ethan "draußen" bleiben muss. Aber Beide kommen von außen.
Schon bei seiner Ankunft, begrüßt die Familie Ethan skeptisch. Viel später, fast zu Ende des Films, kommen Marty und Ethan von ihrem "search" zum Haus der Jorgensens zurück, während dort eine Hochzeit stattfindet. Auch hier wird Ethan ungerne willkommen geheißen. "Look, who's here", sagt Jorgensen betreten und schon ist die ganze Hochzeitsgesellschaft erstarrt. Ethan ist ein Wandernder, ein Irrender. Das Land, das er durchkreuzt, das Gebiet seiner Seele ist eine Einöde, ein No-Woman's-Land. Und im Western sind diese Männer, die nur Männer, als Gesellschaft kennen, die Monate, Jahre in Gesellschaft von Revolverhelden, Viehtreibern, Galgenvögel und sonstigem Männervolk verbracht haben, immer Irre (Lt. Col. Thursday, Dock Tobin). Oder zumindest "Wilde Kerle" (The Wild Bunch). Es ist immer die Frau (Clementine, Mike aus Yellow Sky z. B.), die den Mann zivilisiert. Ethan ist, ganz im Gegensatz zu Scar, kein "lady's man" (gut, Scar nimmt sich Frauen, die ihm "gehören", dieser Barbar). Aber immerhin hatte Scar Kinder. Ethan jedoch ist kein "fruchtbares" Mitglied der Gesellschaft.
Aber Ford lässt genialerweise die Vorgeschichte Ethans im Vagen, was dem Zuschauer die Aufgabe zukommen lässt, die Lücken zu schließen, die der Film offenlässt. Denn Ford begründet nicht, warum Ethan so ist, wie er ist, was ihn zu dem hat werden lassen, was er ist. Der Subtext der Figuren ist deswegen so ungeheuer komplex und erzählt mindestens genauso viel über das Amerika der Post-Bürgerkriegsjahre, wie über das Amerika der Nineteenfifties. Ford entwirft nämlich nicht nur das Psychogramm einer wilden, wütenden, psychotischen Hauptperson, sondern berichtet auch von einem Gezeitenwechsel. Menschen, wie Marty, einem "Mischling", der stellvertretend für den "melting pot" Amerikas, gehört die Zukunft. Während Ethan bezeichnenderweise zum Schluß "draußen" bleiben muss. Eine Szene, die es in den gesammelten Film-Kanon, als eine der berühmtesten und am häufigsten zitierten Kamera-Einstellungen geschafft hat. Und, die ein sehr gutes Beispiel abgibt, von Fords Meisterschaft, Dinge visuell zu erzählen (ein Veteran der Stummfilmjahre). Und es ist vielleicht genau solch eine Szene, die Godard dazu bewog, Fords Filme, als Bilderromane zu bezeichnen. Das alles geht natürlich einher mit den sozialen Umwälzungen der Jahre, in denen der Film gemacht worden ist. ROT kann hier in dem Zusammenhang durchaus SCHWARZ gelesen werden. Und auch als BETTER DEAD THAN RED, also als Studie einer Gesellschaft am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Zur blu-ray-disc: alles wunderbar. Großartiges Bild! Schon die special edition von 2005 war große Klasse, aber was diese blu-ray dem Zuschauer offenbart ist ein Genuss an Genauigkeit und Detailschärfe. Die Extras sind die altbekannten, die es schon auf der dvd gab. Also, das making-of mit Gig Young, sowie eine Würdigung des Films durch Martin Scorsese, John Milius und Curtis Hanson. Dazu gibt es noch eine Special über Ford und Wayne.
Wer Lust hat Filme zu schauen, die von "The Searchers" beeinflußt worden sind, dem sei Taxi Driver [Blu-ray] von Scorsese, Schrader und de Niro ans Herz gelegt.
Auch Star Wars: The Complete Saga I-VI [Blu-ray] ist an Fords Film lose angelegt, geht es hier jedoch wiederum um einen Vater, der seine Kinder sucht, um sie zu töten. Lucas war auch inspiriert von Akira Kurosawa: Die verborgene Festung - The Hidden Fortress (DigiPack) von Kurosawa. David Lean wiederum war so überwältigt von der Art und Weise, wie "Der schwarze Falke" photographiert war, daß er die Landschaftsaufnahmen, als Vorbild für seinen Lawrence von Arabien (2 Disc - Restored Version) [Blu-ray] nutzte. So, das sollte reichen, was die Filmtitel angeht.
Zur Literatur sei Jim Kitses' [HORIZONS WEST] by (Author)Kitses, Jim on Aug-01-04 Jedem ans Herz gelegt. Und Hannes Boehringers Auf dem Rücken Amerikas. Eine Mythologie der neuen Welt im Western und Gangsterfilm, erschienen im Merve Verlag. Tag Gallaghers "John Ford and his films ist für Jeden, der sich mit dem Gesamtwerk auseinandersetzen möchte. Und wer immer noch nicht genug hat, dem sei Jim McBrides "Searching for John Ford" angeraten. Viel Spaß.
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am 26. Mai 2016
Texas 1868,
als die Ranch der Edwards von Komanchen überfallen wird, alle getötet und die zwei
Mädchen entführt werden, beginnt für den Kriegsheimkehrer und Bruder Ethan Edwards,(John Wayne)
die Jagd nach den mordenden Komanchen unter der Führung ihres
Häuptlings Scar, genannt "der schwarze Falke".

Anfangs mit der Bürgerwehr, dann aber allein mit dem Pflegesohn der Edwards, Martin Pawley (Jeffrey Hunter).
Von Hass getrieben und Rache in Gedanken, vergehen fünf Jahre, bis sie eine Spur finden.

Dies ist einer der bedeutensten und besten Western der Filmgeschichte.
Unter der Regie von John Ford, behauptet dieser und sein Freund und Darsteller John Wayne,
dass sie hiermit ihren liebsten und besten Film zusammen geschaffen haben.

Gedreht wurde hauptsächlich im Monument Valley, wo schon einige Western gedreht wurden,
und wo Ford und Wayne am liebsten drehten.
Wie Harry Carey jr. sagte: Vermutlich ist ihr Geist immer noch hier, eigentlich müssten sie
hier begraben sein, beide nebeneinander.

Als Extras gibt es ein Kommentar von Patrick Wayne,
Interviews mit Jeffrey Hunter und Natalie Wood und
Making Of vom Monumental Valley, kommentiert von Gig Young,
Trailer und mehr.
kein Wendecover

...auf meinem 82cm Flachbildschirm hatte ich mit dieser BluRay ein exzellentes Bild
und sauberen Ton.

Noch was in eigener Sache:
Als ich den Film zum ersten mal sah, vor ein paar Jahrzehnten, war eine Szene drin,
die ich seither nie wieder sah.
Nicht das es tragisch wäre, doch es fiel mir immer wieder auf, ich nehm an das es sie
nicht mehr gibt.
Folgende Szene:
Als Ethan Edwards mit Martin und Brad die Komanchen verfolgt.
Die Komanchen sich trennten und Edwards den vier Spuren hinterher ritt.
Es fehlt: Als Edwards Lucy findet und sie in seinen Rock wickelte und begrub.
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TOP 1000 REZENSENTam 17. Oktober 2011
Produkt: Blu-Ray (1 Stück). Vertrieb: Warner Home. ASIN: B000O59PI4 (Infos über DVD-Ausgabe am Fuß des Textes)
Originaltitel: The Searchers
Deutscher Titel: Der Schwarze Falke (irreführender Titel, weil der Originalname Scar - "Narbe" eine wesentliche Bedeutung in der Handlung hat).
Produktionsland: USA. Premiere: 1956
Mit:
Familie Edwards:
John Wayne als Ethan Edwards (Bruder des Familienoberhaupts)
Walter Coy als Aaron Edwards (Familienoberhaupt)
Dorothy Jordan als Martha Edwards (Ehefrau und Mutter)
Pippa Scott als Lucie Edwards (ältere Tochter)
Lana Wood als Deborah "Debbie" Edwards (zehnjährige (Tochter)
Natalie Wood * als Deborah "Debbie" Edwards (sechzehnjährige Tochter)
Robert Marinus Lyden ** als Ben Edwards (jugendlicher Sohn)
Jeffrey Hunter *** als Martin Pawley (Adoptivsohn)
Familie Jorgensen:
John Qualen als Lars Jorgensen (Familienoberhaupt)
Olive Carey als Mrs. Jorgensen (Ehefrau und Mutter)
Harry Carey Jr. als Brad Jorgensen (Sohn)
Vera Miles als Laurie Jorgensen (Tochter)
Sonstige:
Ward Bond als Samuel Johnson Clayton (Hauptmann der Texas Rangers und Pastor)
Henry Brandon als Chief Scar / Cicatriz / Narbe (Häuptling der Komantschen)
Hank Worden als Moses "Mose" Harper (gutmütiger, weiser Narr und unermüdlicher Sucher nach Debbie)
Ken Curtis als Charlie McCorry (Freund und erfolgloser Freier von Laurie)
Beulah Archuletta als Look (das eingehandelte Komantschenmädchen)
Antonio Moreno als Emilio Figueroa (mexikanischer Händler)
u. A.
Patrick "Pat" Wayne als Leutnant Greenhill (Armeeoffizier)
Peter Mamakos als Jerem Futterman (geldgieriger Händler)
Mae Marsh als ehemals von Komantschen entführte Weiße
Chuck Roberson als Texas Ranger
Terry Wilson als Texas Ranger
Frank McGrath als Texas Ranger
William Steele als Nesby (älterer Mitbeteiligter an der Suche, der verwundet wird)
Regie: John Ford. Musik: Max Steiner
Genre: Westernfilm
Bild: ausgezeichnet
Ton: sehr gut. Die deutschen Synchronstimmen sind trotz NTSC-Laufgeschwindigkeit in der Tonhöhe identisch mit den Synchronstimmen auf den DVD-s im PAL-Geschwindigkeitsverfahren.
Sprache: Englisch. Synchronisation: Deutsch und Französisch. Untertitel: Deutsch, Englisch und Französisch
Filmlänge: 118 Minuten und 47 Sekunden (Originallänge im NTSC-Geschwindigkeitsverfahren)
Specials: alle in Englisch mit deutschen, englischen und französischen Untertiteln außer der Audiokommentar von Peter Bogdanovich während des Filmes
a.) Audiokommentar von Peter Bogdanovich
b.) 2 Minuten Einleitung von Patrick Wayne mit Szenen in englischer Sprache
c.) 31 Minuten Film-/Produktionsdoku mit Interviews von den bekannten Filmregisseuren Curtis Hanson, Martin Scorsese und John Milius mit Szenen
d.) 33 Minuten Film-/Produktionsdoku mit unveröffentlichten Aufnahmen, Filmszenen, Hintergrundinfos, historischen Dokumentaraufnahmen, Kommentaren von Patrick Wayne, John Milius, Pippa Scott, Lana Wood, Dan Ford, sowie Zitaten von Harry Carey Jr.
e.) ca. 20 Minuten vier Kurzsendungen mit Gig Young über den Film The Searchers samt vorgestellten Schauspielern Jeffrey Hunter, Natalie Wood und Locations des Monument Valley
f.) Trailer

Vorbemerkung zu unterschiedlichen Lauflängen auf DVD und Blu-Ray:
Die Originallänge von 114 Minuten auf der DVD ist identisch mit der Originallänge von 119 Minuten auf der Blu-Ray, weil der Film auf der DVD im PAL-Verfahren schneller läuft, als auf der Blu-Ray im originalen NTSC-Verfahren. Das bedeutet, dass die kürzere Laufzeit auf der DVD weder geschnitten ist, noch weniger Szenen aufweist.
Aufgrund der verschiedenen Laufgeschwindigkeiten ist auch die Tonhöhe unterschiedlich, was vor Allem beim Hören der Filmmusik leicht erkennbar ist, wenn man sowohl die DVD als auch die Blu-Ray parallel und gleichzeitig abspielt. Zudem läuft die schnellere Aufnahme der DVD der Aufnahme auf der Blu-Ray ständig davon.
Nun zur neu auftretenden Problematik mit alten deutschen Synchronstimmen auf der Blu-Ray:
Wenn man die Originallänge des Filmes auf Blu-Ray im NTSC-Geschwindigkeitsverfahren verwendet, dann passt die Tonspur mit den deutschen Synchronstimmen zeitlich nur dann mit der Laufgeschwindigkeit zusammen, wenn sie im Gesamten verlängert wird. Die Stimmen erlangen auf diese Weise einen tieferen, unnatürlichen, undeutlicheren Ton. Dieser Misstand wird bereits bei vielen Blu-Ray-Veröffentlichungen praktiziert.
Die einzige Möglichkeit, um die deutschen Stimmen annähernd authentisch auf die langsamere Laufgeschwindigkeit anzupassen, besteht in dem Aufwand, die deutsche Tonspur alle paar Sekunden zwischen den Dialogen zu unterbrechen und neu einzusetzen. Auf diese Weise können innerhalb von mehreren Sekunden die schnelleren deutschen Synchronstimmen an die langsamere NTSC-Geschwindigkeit so angepasst werden, dass ein zeitlicher Unterschied innerhalb von ca. zwanzig bis dreißig Sekunden nicht merkbar ist. Das ist aber nur dann möglich, wenn die deutsche Tonspur alle zwanzig bis dreißig Sekunden geschnitten wird und neu begonnen wird. Diesen Aufwand an technischer Neueinrichtung sparen sich viele Produktionen und setzen dem Kunden verzerrte Synchronstimmen vor.
Umso schöner, dass die hier vorliegende Fassung im deutschen Synchronton keine Verzerrungen aufweist.
Eine äußerst unangenehme Tonverzerrung der deutschen Synchronstimmen weist zB. der Western "Die glorreichen Sieben" der Blu-Ray auf.
Schlimm ist es, wenn der Kunde vor dem Blu-Ray Kauf nicht informiert wird, ob die deutschen Synchronstimmen authentisch oder verzerrt sind.

Für mich handelt es sich bei diesem Film um den besten Western aller Zeiten. Zu diesem Schluss bin ich gekommen aufgrund mehrmaliger Betrachtungen des Filmes. Er beinhaltet in sich eine solche Ballung von Gegensätzlichkeit, Zerrissenheit, Komplexität, Unvorhersehbarkeit, Überraschung, Schmerz und Tragik, Glück und Heimat, dass man ihn lieben muss. Man muss an diesem Film alles lieben, weil er das Leben darstellt, wie es uns in der Fragwürdigkeit des Lebens oft erscheint, als einen qualvollen Kampf zwischen Gut und Böse, der sich oft in einem selbst abspielt.
Es ist mir erst nach und nach bewußt geworden, dass man über den Film und seine Handlung einen dicken Roman schreiben könnte, welcher die vorhandene literarische Vorlage um Vieles überbieten würde. Denn der Film ist viel besser als der Roman, John Ford hat dem Film viel mehr gegeben, als der Roman der Handlung. Die unüberbietbare Leidenschaft, welche oft durch animalische Triebe zum Ausdruck kommt, hinter welchen sich jedoch unartikulierte, unbewältigte Leiden, Gefühle und Erfahrungen verbergen, ergreift und überwältigt das Herz des Zuschauers. Paradoxer Weise könnte man diesen Western auch als einen Western der Liebe ansehen, denn letztlich geht es um die tiefen Werte der Beheimatung, des Friedens, der Harmonie. Aber wiederum paradox ist, dass diese Beheimatung angefochten ist durch ihrer Heimat Entrissene. Die Indianer sind ja ihrer Heimat beraubt, in welcher sich weiße Siedler breitmachen, also schlagen sie zurück und berauben die Menschen ihrer Häuser und oft auch Leben. Aber dennoch sucht der Mensch auch in diesem Chaos nach Frieden, Geborgenheit und Heimat. Diese Lösung durch Gewalt, damit Gewalt überwunden wird, ist sehr schmerzlich und John Ford hat sich dem Anspruch gestellt, die fast unlösbare Komplexität dieses ewigen Konfliktes zu visualisieren. Es ist eine Aufgabe, die kaum machbar ist. Aber er hat es vollbracht und fand ein Ende, welches irgendwie versöhnt und Hoffnung gibt. Die entführte Debbie wird als Indianerin nach Hause gebracht und nicht als verachtete Rothaut zugrundegerichtet.
Dass es so werden konnte, verdankt die Geschichte einzig Martin Pawley. Ich habe den Film nun mehrmals gesehen und komme zum Schluss, dass dieser Martin Pawley dem John Wayne als Ethan Edwards in jeder Weise vollkommen ebenbürtig ist und diesen sogar überragt in seiner unbeirrbaren Menschlichkeit. Und obwohl er grüner, unerfahrener und naiver ist, so ist er im Instinkt des Richtigen stärker, bedeutsamer und erfolgreicher als Ethan Edwards.
Seine stärkste Leistung offenbart sich in dem Moment, als er sich allen Beteiligten an dem Angriff auf das Indianerdorf konsequent entgegenstellt, um Debbie zu retten. Da ist auch der sogenannte christlich orientierte Pastor unnachgiebig und zum Angriff bereit, auch um den Preis, dass dabei Debbie getötet werden kann. Diese Tatsache nehmen alle Weissen in Kauf, angeführt von dem Hassenden Ethan Edwards. Aber Martin Pawley sagt nein und riskiert sein Leben, um Debbie vor dem Angriff aus dem Dorf zu retten. Auch als Ethan den Hass Martins entfachen und schüren will, indem er ihm erzählt, dass ihnen seinerzeit Häuptling Scar den Skalp von Martins Mutter zeigte, lässt sich Martin nicht umstimmen. Gegen den Strom der Allgemeinheit schleicht er sich ins Dorf, um Debbie zu finden. Wenn dieser selbstlose, couragierte Martin nicht gewesen wäre, würde Ethan Edwards wohl nicht in der Lage gewesen sein, um von sich aus Debbie am Leben zu lassen. Erst das Handeln Martins gegen alle Gewalten hat in Ethan wieder Menschlichkeit gezeugt.
Die zweite Betrachtung möchte ich anstellen aufgrund der Tatsache, dass Ethan Edwards von Anbeginn die Gesetze der Komantschen so gut kennt, als ob er mit ihnen zusammen gelebt hätte. In der Handlung wird evident, dass er nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg drei Jahre lang immer noch in der Uniform der Südstaaten agierte mit Säbel in der Hand und einem eingemauerten Eid auf die Südstaaten. Von diesem Hintergrund her lässt sich schließen, dass er in den drei Jahren nach dem Bürgerkrieg im Dienste jener unbelehrbaren Südstaatler stand, welche in den Gebieten des Südwestens der USA versuchten, unabhängige Imperien zu errichten. Diese versprengten Banden von ehemaligen Südstaatlern agierten zusammen mit den Comancheros und Komantschen, je nach Interesse, Handelsvorteil und Einflussnahme auf die historische Entwicklung. Es gibt Filme, welche diese Thematik aufgreifen, wie zB. Rio Conchos. Es scheint sehr glaubwürdig, dass Ethan Edwards diese drei Jahre zusammen mit diesen Gruppierungen lebte und dabei auch die Komantschen kennenlernte, sogar möglicherweise mit ihnen auf Du und Du stand.
The Searchers ist ein unerbittlicher Film eines verbitterten Helden ohne Heimat, der seine Heimatlosigkeit kompensiert mit einer Hassprojektion auf den Feind. Wenn er Bisons abschießt und dadurch Indianern die Lebensgrundlage nimmt, dann muß man sich dabei vor Augen führen, dass er dabei gleichzeitig Kinder, Frauen und Alte verhungern lässt, nicht nur die feindlichen Krieger allein. Er hasst nicht nur Indianer, welche Menschen töteten und Kinder entführten, sondern alle Indianer generell vom Säugling bis zum Greis und hätte am liebsten, wenn es sie auf der Erde nicht geben würde. Das ist Rassismus pur. Gleichzeitig sieht man, dass sich der Mann selbst nicht mag und sich dessen auch bewußt ist.
Der Grund für seine Verhärtung liegt in der Tragödie, die er gleich im Anbeginn der Geschichte erduldet. Das Geheimnis der Pein offenbart sich aus der beinahe sakralen Verehrung von Martha, der Gattin seines Bruders Aaron. Martha (Dorothy Jordan) symbolisiert den Sinn des Daseins überhaupt, indem sie erstens als Gattin und Mutter die Wärme des Heimes personifiziert, wie eine Flamme, die ewig brennt; zweitens, als Frau, welche zu Ethan Edwards eine unausgesprochene Verbindung erhält, die jenen Liebespaaren eigen ist, welche sich als Liebespaar nie begegnen dürfen. Sie ist für Ethan unantastbar und unberührbar als Weib und berührbar als Inbegriff weiblicher Reinheit, weswegen er ihr einen innigen Kuss auf die Stirne zu drücken pflegt.
Und dieser Inbegriff aller Güte und Heiligkeit wird auf grausamste Weise zerstört. Hier ist für Ethan Edwards alles zusammengebrochen, was er keineswegs sagen oder zeigen darf - denn offiziell verlor nicht er seine Gattin, sondern das Unaussprechliche, das er in seinem Inneren verborgen trug wie einen funkelnden Edelstein. Das alles ist in einem kurzen Moment vernichtet, verdichtet worden, und von da an kennt er nur noch Hass. Abgrundtiefen Hass gegen alles Indianische. Er wird am Ende des Filmes von diesem Hass geheilt werden, ehe es zu spät ist.
John Ford hat keineswegs einen rassistischen Western gemacht, weil er sonst beim Angriff auf das Indianerdorf nie eine Szene hineingestellt hätte, wo ein Mann mit einem Kind in den Armen um sein Leben rennt. Er hätte auch nie eine Szene gestaltet, wo reitende Soldaten eine verängstigte Gruppe von Frauen und Kindern brutal ins Gefangenenlager treiben. Das sind Bilder, die das Gegenteil von Rassismus vermitteln.
Ethan Edwards als die Indianer hassender Wanderer zwischen den Welten ist nicht der ideale Heldentypus edler Güte, sondern viel mehr ein abschreckendes Beispiel eines zerrissenen Antihelden, dessen Schicksal beinahe am eigenen Hass zugrundegeht.
Im wunderbar schön gefilmten Moment, als er Debbie in die Arme nimmt und sprichwörtlich nach Hause trägt - ereignet sich seine Heilung, bzw. Rückkehr in die Menschlichkeit, auch wenn er am Ende davongeht. Er wird heimatlos bleiben, weil Martha nicht mehr ist, aber er bleibt beheimatet als Mensch, der seinen Hass für immer beigelegt hat.
Das hat John Ford sehr gut psychologisch mit starker Bildersymbolik abgebildet.
Insofern ein ganz großartiger, unausgesprochen tiefsinniger, weiser und meisterlicher Western, der mühelos unter den Top-Ten angesiedelt ist.
Die Außenaufnahmen sind eine eine Klasse für sich, die Kameraleistung genial.

*) Natalie Wood (20.7.1938 - 29.11.1981 mit erst 43 Jahren). US-amerikanische Schauspielerin. Filme: Denn sie wissen nicht, was sie tun; Rivalen; Fieber im Blut; West Side Story u. a.

**) Robert Marinus Lyden (28.5.1942 - 17.1.1986 mit erst 43 Jahren). Seinerzeit populärer Kinderschauspieler, dem jedoch als Erwachsenen keine Schauspielkarriere beschieden war.

***) Jeffrey Hunter (25.11.1926 - 27.5.1969 mit erst 42 Jahren). Populärer amerikanischer Schauspieler. Filme: Lockruf der Wildnis; Die weiße Feder; Die sieben goldenen Städte; Ein Kuss vor dem Tode; Rächer der Enterbten; Mit einem Fuß in der Hölle; Die Wölfe von Los Angeles; König der Könige u. a.

Von den am Film beteiligten Schauspielern leben noch vier Personen: Lana Wood, Pippa Scott, Patrick Wayne und Vera Miles (letzter aktueller Stand 25.11.2014)

Kurze technische Info zur DVD-Ausgabe:
Produkt: DVD (1 Stück / doppelseitig). Herausgeber: Warner Home Video - DVD. ASIN: B00004TVWV
Diskseite A: Film - Bild gut / Format - Breitbild
Diskseite B: Film - Bild gut / Format - 4:3
Sprache: englisch. Synchronisation: deutsch und spanisch. Untertitel: deutsch, englisch u. a.
Filmlänge: 114 Minuten (Originallänge im PAL-Verfahren)
Specials:
a.) ca. 25 Minuten Kurzsendungen über den Film mit Jeffrey Hunter und Natalie Wood, sowie Szenen und Hintergrundinfos in englischer Sprache mit deutschen UT
alle mit deutschen UT
b.) Kinotrailer

Mladen Kosar
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am 12. Mai 2008
Der schwarze Falke ist wie schon in diversen Rezensionen erwähnt ein Klassiker. Um den Film ansich soll es mir hier auch nicht so sehr gehen. Sondern eher auf die technische Umsetzung auf Blu-Ray Disc.
Der Transfer ist vorzüglich gelungen. Man darf ein sehr scharfes Bild bewundern und zwar sowohl in ruhigen als auch actionreichen Szenen. Sowohl die Innenszenen, als auch die Passagen in den diversen wunderschönen Außen-Drehorten sind erstaunlich klar, kontrastreich und scharf. Das einzige Manko ist das relativ konstate Grieseln im Hintergrund. Doch dieses rührt sicherlich daher, dass der Film bereits so alt ist. Die Extras, welche aus einem Interview mit Jeffrey Hunter und einem mit Natalie Wood, sowie einem ausführlichen Behind-the-Scenes liegen in Schwarzweis und SD vor.
Alles in Allem kann man zusammenfassen, das der Film eine lohnende Investition ist. Auch wenn man die DVD eventuell schon sein Eigen nennt.
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