Kundenrezensionen


95 Rezensionen
5 Sterne:
 (70)
4 Sterne:
 (10)
3 Sterne:
 (3)
2 Sterne:
 (8)
1 Sterne:
 (4)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


92 von 99 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der schwarze Falke - Blu-ray Version
Das epische Meisterwerk von John Ford, könnte als Technikdemonstration dafür dienen, was Blu-ray wirklich kann. Selten zuvor ist so deutlich geworden was es bedeutet, einen Klassiker zu restaurieren. In Vistavision gedreht, einem der aufwändigsten Aufnahmeverfahren der Filmgeschichte, welches Landschaftsaufnahmen mit fantastischer Tiefenschärfe...
Veröffentlicht am 20. März 2008 von Joss

versus
38 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Betrug?!
Die Verantwortlichen von WB gehören für diese DVD-Ausgabe mit einem nassen Handtuch durch die Straßen gejagt!
Zwar liegt die 16:9-Fassung auf der einen Seite der DVD wirklich in anamorpher 16:9-Auflösung vor. Das "Original"-Breitbild-Format des Films erhält man allein damit jedoch nicht: Erst wurde hier beim Scannen des Zelluloid-Kino-Prints...
Am 26. Mai 2004 veröffentlicht


‹ Zurück | 1 210 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

92 von 99 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der schwarze Falke - Blu-ray Version, 20. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Der schwarze Falke [Blu-ray] (Blu-ray)
Das epische Meisterwerk von John Ford, könnte als Technikdemonstration dafür dienen, was Blu-ray wirklich kann. Selten zuvor ist so deutlich geworden was es bedeutet, einen Klassiker zu restaurieren. In Vistavision gedreht, einem der aufwändigsten Aufnahmeverfahren der Filmgeschichte, welches Landschaftsaufnahmen mit fantastischer Tiefenschärfe ermöglicht, ist die Bildqualität wirklich atemberaubend gut. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Film über 50 Jahre alt ist. Niemand, der den Film nicht im Original im Kino oder nun auf Blu-ray gesehen hat, kann wirklich behaupten, ihn richtig gesehen zu haben. Anlässlich eines Warner Jubiläums Anfang der 90er Jahre wurde der Film aufwändig restauriert und zum Teil neu koloriert. Da die Farben des Masters stark verblasst waren, gilt "Der Schwarze Falke" nach seiner Restaurierung als eines der Vorzeigeprojekte von Warner und das mit Recht. Das American Film Institute wählte den Film 2007 auf Platz 12 der besten Filme aller Zeiten. Bei seiner Premiere war der Film zwar kein großer Publikumshit, spielte aber sein Geld wieder ein. Die begeisterte Rezeption des Films beschränkte sich zunächst auf Europa, bis ihn auch die Amerikaner Anfang der 70er Jahre neu entdeckten.

John Fords Einsatz filmischer Mittel um seine Geschichte zu erzählen, trägt ohne Frage die Handschrift eines Meisters. Besonders beeindruckend ist Fords Filmsprache, wenn er Gewalt und Brutalität schildert. Gerade durch die Art und Weise wie er uns etwas nicht zeigt, sondern das Geschehen allein in unseren Köpfen stattfinden lässt, zeigt sich seine Klasse. Niemals wird zu einem dummen oder plakativen Schockeffekt gegriffen, wenn das Kino so viele andere, intelligente und emotional ergreifende Ausdrucksmöglichkeiten bietet. "Der Schwarze Falke" ist ein Western ohne schablonenhafte Gut-Böse Auseinandersetzungen. Die Charaktere sind komplex, glaubhaft und werden durch die starke Besetzung zu Personen aus Fleisch und Blut. John Ford erzählt das menschliche Drama, das sich vor der grandiosen Kulisse des Monuments Valley abspielt, mit Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit. Winton C.Hoch, legendärer Kameramann und Partner von Ford und Wayne in etlichen Filmen, komponiert wundervolle Einstellungen von ungeheurer visueller Kraft und Tiefe, die perfekt auf die emotionale, komplexe und epische Geschichte abgestimmt sind und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die Bildqualität ist phänomenal, wirklich eine Offenbarung. Warners neues digitales Remastering der 1991 restaurierten VistaVision Fassung, sorgt für ein gänzlich neues Erleben des Klassikers. Der verwendete VC-1 Codec liefert ein detailreiches, frisches und lebendiges Bild in voller HD-Auflösung von 1080p. Die Gesichter wirken lebensecht und natürlich, die Farben sind klar und exakt, schwarz ist deckend und kraftvoll. Kontraste und eine wunderbare Tiefenschärfe sorgen für ein fast dreidimensionales Landschaftserlebnis. Wie der Vergleich mit der 2006 erschienenen DVD-Special-Edition zeigt, wurde allerdings das originale Bildformat von 1,75:1 auf bildschirmfüllendes 1,85:1 gemattet, wodurch am unteren und oberen Bildschirmrand etwas fehlt. Die Blu-ray enthält sowohl den deutschen, als auch den Originalton in Dolby Digital 1.0. Im Gegensatz zur normalen DVD in der sich die Laufzeit aufgrund der PAL-Beschleunigung auf 113:57 Minuten reduziert, kann man den Film hier zum ersten mal in originaler Geschwindigkeit erleben, wodurch sich eine Gesamtlaufzeit von 118:47 Minuten ergibt. Vorraussetzung hierfür ist allerdings, das sowohl das Abspielgerät als auch der Fernseher die Bildfrequenz von 24 Bildern pro Sekunde voll unterstützen. Insgesamt ist das Ergebnis auf einem Qualitätsniveau das auch mit aktuellen Filmproduktionen mithalten kann. Der schwarze Falke sieht auf Blu-ray einfach fantastisches aus und besitzt eindeutig Referenzqualität. An diesem Standard werden sich künftige Veröffentlichungen von Klassiker messen lassen müssen.

Als Extras enthält die Disk mehrere Originaldokumentationen und Making-Ofs (herrlich altmodisch und teilweise unfreiwillig komisch), außerdem eine 30minütige Würdigung des Films und seines Regisseurs durch einige Größen des Filmgeschäfts. Peter Bogdanovich, John Milius und Martin Scorsese schildern den Einfluss des Films auf sich und ihre Filme. Beschreiben Besonderheiten der Filmkunst John Fords und geben einen kenntnisreichen Einblick in eines der Meisterwerke des amerikanischen Films. Vervollständigt werden die Extras durch eine Einleitung von Patrick Wayne (John Waynes Sohn) und den sehr unterhaltsamen Audiokommentar von Peter Bogdanovich. Schließlich enthält die Blu-ray noch das Feature "Turning of the Earth", in dem Details zur Produktion und zur Person John Fords von Originalaufnahmen vermittelt werden. Ein Manko ist aber das die Extras nur in der Standardauflösung von 480p enthalten sind. Sie entsprechen bis auf einen der Trailer den Extras der normalen DVD.

Fazit:

"Der Schwarze Falke" ist eine sehr positive Überraschung auf Blu-ray. Es stimmt einfach alles, die einfallsreiche und visuell beeindruckende Cinematografie, die glaubhaften Dialoge und ein John Wayne, der nie besser war als hier. Seine Darstellung des entwurzelten Kriegsheimkehrers, der alles verliert, sich in Obsession, Rassismus, Rache und Hass verliert und am Ende doch seine Humanität wiedergewinnt, ist von berührender Intensität. Aus heutiger Sicht überraschend ist, dass der Film zwar über 50 Jahre alt ist, aber sowohl die inneren, als auch die äußeren Werte jung geblieben sind. Die visuelle Kraft und Schönheit des Westerns beeindruckt immer noch. Ein Pflichtkauf für jeden Filmfan, der sich auf eine Geschichte epischen Ausmaßes einlassen kann, die wunderschön gespielt, fotografiert und inszeniert worden ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Verlorene, 24. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Der schwarze Falke [Blu-ray] (Blu-ray)
"The Searchers" erzählt die Geschichte von Mord und Raub und Vergewaltigung und Hass. Und erzählt die Geschichte zweier Familien, der Edwards und der Jorgensens. Die Eine ist englischer Abstammung, die Andere schwedischer. Die Besiedlung des Landes ist erst grade im Gange. Mr. Jorgensen spricht englisch sogar noch mit Akzent. Noch sind die Menschen hier, "a texican (..) out on a limb", es ist ein Land im wunderschönen Nirgendwo, ein Ort, an dem man den Erhalt von zwei (!) Briefen, als regen Briefverkehr ansieht. Ein Land auch, wo die Familie Jorgensen den Tod des eigenen Sohnes nicht sonderlich beweint. Denn es sind harte Menschen, denen der "pursuit of happiness" Einiges abverlangt hat. Und wo man gewillt ist, Opfer zu bringen. Denn es gibt die Hoffnung einer neuen, paradiesischen Gesellschaft, "a Jerusalem on the hill", die sich hier einmal bilden soll und wird, wenn der Mensch die Natur bezwungen hat und die Zivilisation Einzug halten wird. (Und sich selbst bezwungen hat?)
Die beiden Häuser dieser entfernten Nachbarn liegen im tiefsten Westen, umgeben nur von rauher Natur. Und Indianern. Weiter westlich ist nur noch Kalifornien, das Meer also, die Küste, die Grenze. Wo der Trek, die Reise ins Gelobte Land ein Ende hätte. Hier aber, im Monument Valley, sind die Siedler abgeschnitten von jeglichen Outposts der USA. Sie sind selbst der letzte Outpost. Unsere kleine Farm liegt nicht in der Nähe eines kleinen Städtchens, wo Recht und Ordnung herrscht, hier im Monument Valley befinden sich Weiße in Indianerland, im Land der Comanchen, daß einst denen gehörte und, das ihnen jetzt von weißen Europäern geraubt worden ist.

Ethan Edwards, die Hauptfigur des Films, kehrt als ehemaliger Soldat der Konföderierten "nach Hause" zurück. Der Krieg ist zwar seit Jahren aus, aber er irrte und wanderte weiter durchs Land, stahl sogar Geld (Münzen, die er seinem Bruder gibt sind nicht benutzt:"its fresh minted") und kehrt jetzt zum Haus seines Bruders Aaron zurück, der wiederum Ethans große Liebe Martha geheiratet und mit ihr eine Familie gegründet hat. Diese Liebe erzählt Ford nur andeutungsweise, aber hier, wie auch in der Liebesgeschichte zwischen Marty, der zweiten Hauptfigur des Films, und Laurie, der Tochter der Jorgensens, veranschaulicht Ford den Gegensatz zwischen Nomade und Siedler, zwischen Unrast und Dynamik auf der einen Seite, und Statik und Domestizierung auf der anderen. So sind jegliche Hochzeiten in dem Film, die zwischen Martha und Aaron, Ethans Bruder, der Farmer wurde, und die zwischen Marty und der Squaw Look, "falsche Hochzeiten". Auch die bevorstehende Hochzeit zwischen dem Tölpel MacCorrie und Laurie wäre eine solche falsche Vermählung. Es ist die Spannung dieser zwei Pole der Nichtsesshaftigkeit und des sich Niederlassens, die die Gesellschaft prägen. Der Narr Mose Harper spricht auch, wie Narren es eben so tun, den Wunsch des Ankommens, des Nachhausekommens für sich und die anderen Nomaden des Films aus. Er wünsche sich nichts sehnlicher, als "a rocking chair by the fire". Ethan, der Obernomade, der Irre(nde) sieht auch zu Beginn, sieht John Wayne bei seiner Ankunft im Haus seines Bruders richtig wild und gefährlich aus. Die Suche nach Debbie, die folgen wird, ist ja nur eine fortgesetzte Wanderschaft. Die eigentliche Suche, wie der Titelsong erzählt, ist auch viel eher die nach seiner, nach Ethans Seele.

Schon in den ersten Minuten des Films ist Fords meisterhafte Komposition zu bewundern. Die gesamte Familie Edwards stellt er uns vor, wie sie einer nach dem Anderen, aus dem Hause treten und raus auf die Veranda kommen, um den näherreitenden Ethan zu begrüßen. Martha erhält einen Kuss auf die Stirn, und darauf führt sie Ethan teils unterwürfig, teils mit einem verführerischen Lächeln ins Haus, indem sie ihm in keiner Sekunde den Rücken zudreht.
Die nächste Hauptfigur ist Martin Pawley, in dessen Adern das Blut der Cherokee fließt, und von den Edwards adoptiert wurde, nachdem seine Familie von "Indianern" massakriert worden sind. Das Cherokee-Blut muss auch von einer Vergewaltigung herkommen. Oder nicht? Auch Marty, ein Kind der Gewalt. Dieses rauhe Land (aber, oh, mein Gott, wie schön es ist), dies Land mag rauh und schroff und unendlich groß und weit sein, aber brutal und furchtbar ist es für Alle, die es bewohnen. Die Comanchen rächen sich nur für das Unrecht, das ihnen angetan worden ist. Und zum Schluß sind es die Verbitterten, die Erniedrigten und Beleidigten, die "Scars" (Scarface) dieser Welt, die bösen Männer auf beiden Seiten, Ethan und Scar, die sich gegenüber stehen. Und den Krieg fortsetzen. Vielleicht hat Scar, die Narbe, die sein Gesicht ziert von genau solch einem Säbel, wie Ethan ihn mit sich rumschleppt? Die Comanchen sind nicht nur die bösen Wilden, für die man sie in der ersten Hälfte des Films halten kann, sondern Entrechtete und Gedemütigte und Opfer des weißen Mannes, die ihren Schmerz wiederum in die Häuser derer tragen, die ihnen ihr Land und ihre Kinder raubten. Auge um Auge, Zahn um Zahn.
So kommt es, daß das Haus der Edwards überfallen wird, die Mädchen geraubt, Martha vergewaltigt und getötet wird, und Aaron und sein einziger Sohn auch umgebracht werden. Die Suche beginnt. The search. Nach den beiden Mädchen, Lucy und Debbie. Lucy wird geschändet und ermordet von Ethan in einem Canyon gefunden, nur Debbie wird von den Comanchen am Leben gelassen und von Scar zur Frau genommen. Ethans Begehren Marthas gegenüber überträgt sich nach ihrem Tod auf Debbie, wird er doch bei der Suche nach ihr immer obsessiver. Der eigentliche Plan, das Kind zu retten, verändert sich aber irgendwann dahingehend, daß Marty befürchtet, Ethan würde Debbie töten, wenn er sie fände. Wäre ihr Tod eine Art Ehrenmord? Quasi unter dem Motto: besser tot, als rot. Aber viel mehr spricht dafür, daß sich hier ein Rassismus der ganzen, weißen Gesellschaft ausdrückt. So sagt Laurie zum Schluß des Films, daß Martha selbst es lieber hätte, wenn jemand Debbie eine Kugel in den Kopf jagen würde, als daß sie weiter unter Comanchen lebte. Dieser Rassismus ist sozusagen der Virus an dem die Gesellschaft krankt. So ist es auch Marty, der Held der neuen Zeit, der Mischling, der zum Ende der Heldenreise den bösen Scar tötet und verhindert, daß Ethan Debbie tötet. Trotzdem schafft es Ethan Marty abzuhängen und Debbie in eine Schlucht zu jagen, wo sie befürchtet von ihm zur Strecke gebracht zu werden. Die Indianerhure. Die Verräterin, die vorher sagte, die Comanchen seien jetzt ihre Leute. Aber Ethan hebt sie hoch, wie er sie zu Anfang im Haus der Edwards hochgehoben hat, als sie noch ein kleines Mädchen war. Jetzt ist sie eine Frau. Er hebt sie hoch und trägt sie auf den Armen, wie ein Bräutigam seine Braut trägt, wenn er sie über die Schwelle ins Haus bringt. "Let's go home, Debbie!" Aber für diesen Odysseus gibt es kein Zurückkehren zu seiner Penelope. Debbie ist nicht Martha.

Die Veränderung von Ethans Paradigmenverschiebung bei der Suche nach Deborah, vollzieht sich langsam aber stetig. Lucys Auffinden nur eine Episode, die Ethans Hass schürt, der Besuch einer Krankenstation der Army, die von Comanchen misshandelte Frauen beherbergt, eine Andere. Aber viel eher hat es wohl mit der Zeit zu tun, die vergangen ist. Debbie ist mittlerweile eine junge Frau geworden und Scars Ehefrau. Sie wurde demnach "beschmutzt". Scar hat sich alles das genommen, was Ethan gerne gehabt hätte, wenn man Scar, als böses Alter Ego Ethans lesen möchte, wie das viele Interpreten dieses Films getan haben. Er beseitigt die Männer der Edwards-Familie (den lästigen Bruder vor Allem) und raubt bzw. vergewaltigt die Frauen. Scar unterdrückt seine Libido nicht, so wie Ethan es in Bezug auf Martha tut oder tun muß.
Der Entschluß, Debbie dann doch zu verschonen und sie auf den Armen nach Hause zu tragen, wie der Ritter auf dem weißen Pferd, kommt für den Zuschauer jedoch überraschend. Vielleicht, weil Scar tot ist, und damit auch Ethans Scham getilgt wurde. Darum muss Debbie nicht mehr sterben.

Marty ist ein Außenseiter, eine Grenzexistenz, kein Weißer, kein "Indianer", ein Junge mit einer Identitätslücke. Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Doch auch Ethan ist solch eine Grenz-Existenz. Er verachtet den christlichen Glauben, hasst die "Injuns", kennt aber ihre Sitten und Gebräuche aus dem Eff-Eff. "You speak pretty good american," sagt Ethan zu Scar fast zu Ende des Films. " Somebody teach ya?" Scar "retorts": " You speak pretty good comanche. Somebody teach ya?" Ethans Kenntnis der "indianischen" Kultur ist so immens, das man sich fragt, ja, woher? Er gehört keiner Kultur an, er ist ein Mann des Krieges, der auf Seiten des Südens kämpfte (quite a stretch: Yellow Sky). Aber sind es nicht immer die Außenseiter und Grenzgänger gewesen, die in Ford-Filmen im Mittelpunkt standen?(Stagecoach)

Ford zeigt Beide, Marty und Ethan im ersten Kapitel des Films, wie erst Einer alleine auf der Veranda sitzt und ins Innere des Hauses schaut, und Minuten später der Andere, Ethan, der mitansieht, wie seine Liebe, Martha, mit Aaron ins gemeinsame Schlafzimmer geht. Der Unterschied zwischen beiden Einstellungen jedoch besteht schon hier darin, daß wir Marty ins Haus hineingehen sehen, während Ethan "draußen" bleiben muss. Aber Beide kommen von außen.
Schon bei seiner Ankunft, begrüßt die Familie Ethan skeptisch. Viel später, fast zu Ende des Films, kommen Marty und Ethan von ihrem "search" zum Haus der Jorgensens zurück, während dort eine Hochzeit stattfindet. Auch hier wird Ethan ungerne willkommen geheißen. "Look, who's here", sagt Jorgensen betreten und schon ist die ganze Hochzeitsgesellschaft erstarrt. Ethan ist ein Wandernder, ein Irrender. Das Land, das er durchkreuzt, das Gebiet seiner Seele ist eine Einöde, ein No-Woman's-Land. Und im Western sind diese Männer, die nur Männer, als Gesellschaft kennen, die Monate, Jahre in Gesellschaft von Revolverhelden, Viehtreibern, Galgenvögel und sonstigem Männervolk verbracht haben, immer Irre (Lt. Col. Thursday, Dock Tobin). Oder zumindest "Wilde Kerle" (The Wild Bunch). Es ist immer die Frau (Clementine, Mike aus Yellow Sky z. B.), die den Mann zivilisiert. Ethan ist, ganz im Gegensatz zu Scar, kein "lady's man" (gut, Scar nimmt sich Frauen, die ihm "gehören", dieser Barbar). Aber immerhin hatte Scar Kinder. Ethan jedoch ist kein "fruchtbares" Mitglied der Gesellschaft.
Aber Ford lässt genialerweise die Vorgeschichte Ethans im Vagen, was dem Zuschauer die Aufgabe zukommen lässt, die Lücken zu schließen, die der Film offenlässt. Denn Ford begründet nicht, warum Ethan so ist, wie er ist, was ihn zu dem hat werden lassen, was er ist. Der Subtext der Figuren ist deswegen so ungeheuer komplex und erzählt mindestens genauso viel über das Amerika der Post-Bürgerkriegsjahre, wie über das Amerika der Nineteenfifties. Ford entwirft nämlich nicht nur das Psychogramm einer wilden, wütenden, psychotischen Hauptperson, sondern berichtet auch von einem Gezeitenwechsel. Menschen, wie Marty, einem "Mischling", der stellvertretend für den "melting pot" Amerikas, gehört die Zukunft. Während Ethan bezeichnenderweise zum Schluß "draußen" bleiben muss. Eine Szene, die es in den gesammelten Film-Kanon, als eine der berühmtesten und am häufigsten zitierten Kamera-Einstellungen geschafft hat. Und, die ein sehr gutes Beispiel abgibt, von Fords Meisterschaft, Dinge visuell zu erzählen (ein Veteran der Stummfilmjahre). Und es ist vielleicht genau solch eine Szene, die Godard dazu bewog, Fords Filme, als Bilderromane zu bezeichnen. Das alles geht natürlich einher mit den sozialen Umwälzungen der Jahre, in denen der Film gemacht worden ist. ROT kann hier in dem Zusammenhang durchaus SCHWARZ gelesen werden. Und auch als BETTER DEAD THAN RED, also als Studie einer Gesellschaft am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Zur blu-ray-disc: alles wunderbar. Großartiges Bild! Schon die special edition von 2005 war große Klasse, aber was diese blu-ray dem Zuschauer offenbart ist ein Genuss an Genauigkeit und Detailschärfe. Die Extras sind die altbekannten, die es schon auf der dvd gab. Also, das making-of mit Gig Young, sowie eine Würdigung des Films durch Martin Scorsese, John Milius und Curtis Hanson. Dazu gibt es noch eine Special über Ford und Wayne.
Wer Lust hat Filme zu schauen, die von "The Searchers" beeinflußt worden sind, dem sei Taxi Driver [Blu-ray] von Scorsese, Schrader und de Niro ans Herz gelegt.
Auch Star Wars: The Complete Saga I-VI [Blu-ray] ist an Fords Film lose angelegt, geht es hier jedoch wiederum um einen Vater, der seine Kinder sucht, um sie zu töten. Lucas war auch inspiriert von Akira Kurosawa: Die verborgene Festung - The Hidden Fortress (DigiPack) von Kurosawa. David Lean wiederum war so überwältigt von der Art und Weise, wie "Der schwarze Falke" photographiert war, daß er die Landschaftsaufnahmen, als Vorbild für seinen Lawrence von Arabien (2 Disc - Restored Version) [Blu-ray] nutzte. So, das sollte reichen, was die Filmtitel angeht.
Zur Literatur sei Jim Kitses' [HORIZONS WEST] by (Author)Kitses, Jim on Aug-01-04 Jedem ans Herz gelegt. Und Hannes Boehringers Auf dem Rücken Amerikas. Eine Mythologie der neuen Welt im Western und Gangsterfilm, erschienen im Merve Verlag. Tag Gallaghers "John Ford and his films ist für Jeden, der sich mit dem Gesamtwerk auseinandersetzen möchte. Und wer immer noch nicht genug hat, dem sei Jim McBrides "Searching for John Ford" angeraten. Viel Spaß.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen John Fords komplexester und düsterster Western: Ein Jahrhundertfilm!, 18. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der schwarze Falke [Blu-ray] (Blu-ray)
Texas, 1868: Drei Jahre nach Ende des Bürgerkrieges kehrt Ethan Edwards (John Wayne) in seine Heimat zurück und wird von seinem Bruder Aaron (Walter Coy), seiner Schwägerin Martha (Dorothy Jordan) und deren Familie aufgenommen. Bereits in der ersten Szene werden wesentliche Elemente der Geschichte etabliert. Die Familie tritt ins Freie, als sie eine Gestalt, die wie aus der Unendlichkeit zu kommen scheint, auf das Haus zureiten sieht. Es ist Ethan.

Da die Gegend von Indianern unsicher gemacht wird, hat sich unter Führung von Captain Samuel Johnson Clayton (Ward Bond) eine Bürgerwehr formiert. Schon am nächsten Tag muss die Einheit ausrücken, da dem befreundeten Farmer Lars Jorgensen (John Qualen) Vieh abhanden gekommen ist. Ethan kommt mit ihnen. Die daheim gebliebenen Angehörigen sehen den Männern nach, wie sie der Gefahr entgegen reiten. Ein klassisches Motiv aus anderen Filmen John Fords, das der Meister diesmal mit tragischer Ironie umkehrt, denn es sind letztlich die daheim Gebliebenen, denen Gefahr droht. Die Indianer wollten den Trupp nur herauslocken, um eine der Farmen plündern und niederbrennen zu können. Die Farm von Ethans Bruder wird nachts überfallen. Ethan kommt zu spät. Das Haus ist zerstört, sein Bruder, seine Schwägerin und sein Neffe sind tot. Ethans Nichten Lucy (Pippa Scott) und Deborah (Lana Wood) wurden verschleppt. Ein Vergeltungsschlag der Bürgerwehr auf die Indianer schlägt fehl. Ethan ist mehr denn je entschlossen, die Entführten zurückzubringen und sucht auf eigene Faust weiter. Das Halbblut Martin Pawley (Jeffrey Hunter) und Lucys Verlobter Brett Jorgensen (Harry Carey jr.) begleiten ihn.

In einer Schlucht findet Ethan Lucys Leiche. Offenbar ein Racheakt für die Vergeltungsaktion. Der verzweifelte Brett wird nach einem selbstmörderischen Alleingang von den Indianern erschossen. Ethan und Martin setzen die Suche nach Deborah dennoch fort. Sie wird fünf Jahre dauern...

John Fords atemberaubend gefilmtes Meisterwerk spielt vor dem Hintergrund realer, prägender Ereignisse der amerikanischen Geschichte, ein verbindendes Merkmal unzähliger Filme dieses Regisseurs. Der Film steckt trotz seiner Düsternis voller Poesie und zeigt in Ethan Edwards einen der unvergesslichsten Charaktere der Filmgeschichte. Man verabscheut diesen Mann immer wieder für sein Verhalten, gleichzeitig empfindet man aber auch Mitgefühl für ihn, obwohl er ein Rassist ist. Denn die Figur ist so lebensecht gestaltet, dass man sich in ihn hineinversetzen kann. Man versteht ihn und ist gleichermaßen schockiert.

Wenn man diesen Film zum ersten Mal als Kind sieht, stuft man ihn wahrscheinlich als "normalen" Western ein. Cowboys gegen Indianer, ein paar Schießereien und wunderschöne Landschaftsaufnahmen. Sieht man ihn bis ins Erwachsenenalter immer wieder und konzentriert sich mehr auf die Figuren und die Geschichte, deren Zentrum Ethan Edwards ist, wird klar, wie unglaublich vielschichtig dieses Werk ist. Die Figuren sind psychologisch unglaublich ausgefeilt und alle Schauspieler setzen dies grandios um. John Ford hatte einen einmaligen Instinkt, wie ein Schauspieler vor der Kamera am besten wirkt und wie man ein Ensemble führen muss. Dieses Ensemble wird angeführt von einem überragenden Hauptdarsteller.

Wer immer dachte, John Wayne sei kein großer Schauspieler gewesen, wird spätestens nach diesem Film seine Meinung revidieren müssen. Wayne spielt diese monströse Rolle einfach unfassbar gut! Seine Performance ist unglaublich feinfühlig, nuanciert und in jeder Sekunde absolut wahrhaftig. Hier stimmt jede Geste, jeder Blick. Der Duke machte sich mit diesem Auftritt endgültig selbst zur Legende!

In praktisch allen Filmen, die John Wayne und John Ford zusammen gedreht haben, enthält die von Wayne gespielte Figur nicht nur Charakterzüge seiner selbst, sondern auch des Regisseurs, was ihren gemeinsamen Arbeiten eine sehr persönliche Note verleiht. Auch Ford war ein Kriegsveteran wie Ethan Edwards. Als Admiral diente er den USA im Zweiten Weltkrieg. Mutter und Vater emigrierten unabhängig voneinander aus Irland in die USA. Irische Auswanderer, die seinerzeit in großer Zahl nach Amerika kamen, um im Gelobten Land neu zu beginnen, sahen sich dort meist offener Ablehnung ausgesetzt. John Ford muss also von Kindesbeinen an gewusst haben, was es heißt, ein Außenseiter zu sein. Obwohl er selbst in Amerika geboren wurde und aufwuchs, blieb die Grüne Insel, die er oft besuchte, daher immer die Heimat seines Herzens. Davon zeugt vor allem sein wohl persönlichster Film "Der Sieger" (The Quiet Man, 1952).

Der Regisseur galt als verschlossen, mürrisch, zu Wutanfällen neigend und wie John Wayne als politisch sehr konservativ und patriotisch. Wayne und Ford sahen sich im Laufe ihrer jahrelangen Zusammenarbeit vor allem wegen der Darstellung der Indianer und Mexikaner in ihren Western mehrfach mit dem Vorwurf konfrontiert, sie seien Rassisten. Allein die Tatsache, dass Regisseur und Star sich in "The Searchers" mit einem so komplexen Thema wie Rassismus Mitte der 1950er Jahre so differenziert auseinandersetzen, zeigt, wie mutig die beiden waren und dass ihnen unglaublich viel an diesem Film lag. Davon zeugen auch die Änderungen, die der Film im Vergleich zu Alan LeMays Buchvorlage vollzieht.

Der Film zeigt zudem, wie sehr sich John Ford im Vergleich zu seinen früheren Western in der Behandlung für ihn typischer zentraler Themen und Motive im Laufe der Jahre gewandelt hat. 17 Jahre zuvor, als seine Zusammenarbeit mit seinem Lieblings-Star John Wayne begann, hätte er einen Western niemals so düster, realistisch und ambivalent in der Charakterisierung der Figuren gestaltet, obwohl natürlich auch dieser erste gemeinsame Film, "Stagecoach" (1939), ein nicht nur für das Western-Genre wegweisendes Werk war, das bis heute beeindruckt und unzählige Nachahmer gefunden hat.

Ethan Edwards ist kein von Grund auf böser Mensch, doch er ist innerlich zerrissen, zornig, verzweifelt. Er hat im Bürgerkrieg gekämpft. Die furchtbaren Erlebnisse haben ihn sicher seelisch gezeichnet. Nun wirkt er wie ein Fremdling in der eigenen Heimat. Dies wird bereits in der allerersten Szene deutlich. Die Begrüßung bei seiner Ankunft verläuft fast wortlos. Ethan drückt seinem Bruder nur kurz die Hand und küsst seine Schwägerin sanft auf die Stirn. Ethans Einsamkeit, seinen Status als Außenseiter, macht Ford immer wieder spürbar. Zum Beispiel sitzt er nach dem Abendessen allein in der Dämmerung vor dem Haus und krault den Hund, während sein Bruder hinter ihm die Tür des Schlafzimmers schließt. Wo er sich in den drei Jahren seit Ende des Krieges aufgehalten hat, wird nicht näher erläutert. Er führt mehrere Beutel mit frisch geprägten, noch unbenutzten Goldmünzen mit sich. Möglicherweise hat er das Geld gestohlen oder sogar einen Mord dafür begangen und ist auf der Flucht.

Dass er ein Rassist ist, wird schon in seinen abschätzigen Bemerkungen gegenüber dem Halbblut Martin zu Beginn des Filmes angedeutet. Die genauen Ursachen für seinen Rassismus werden zwar nicht explizit genannt, eine mögliche Erklärung für seinen Hass auf Indianer gibt aber einer der beiden Grabsteine vor der Edwards-Farm. In der Szene, als die kleine Deborah von den Komantschen entdeckt wird, ist die Inschrift kurz zu erkennen: Sie gilt einer Mary Jane Edwards, liebende Ehefrau und Mutter, die von Komantschen ermordet wurde. Vielleicht, wahrscheinlich sogar, handelt es sich bei dieser Frau um seine Mutter. Spätestens als die Indianer auch noch seinen Bruder und dessen Familie ermorden, sind sie für ihn dann nur noch Bestien.

Martin Pawley ist, im Gegensatz zum Roman, im Film teilweise indianischer Abstammung. Nachdem seine Eltern von Komantschen ermordet wurden, wurde der Junge von Ethan gefunden und von der Edwards-Familie adoptiert. Die Beziehung zwischen ihm und Ethan während der Suche nach Deborah wird zu einem der zentralen Elemente des Filmes. Nichts hat John Ford dem Zufall überlassen.

John Ford war ein zutiefst katholischer Filmemacher. Seine Filme setzen sich mit Moral, mit dem, was richtig und was falsch ist, sehr eindringlich auseinander. Dass Religion auch ein zweischneidiges Schwert sein kann, zeigt er uns in der Figur des Samuel Clayton, der nicht nur ein Hauptmann, sondern auch ein Prediger ist.

Ethan Edwards ist sowohl mit der eigenen religiösen Kultur vertraut, als auch mit den Bräuchen der Indianer. Seine eigene Einstellung zu religiösen Themen zeigt die Szene, in der er einem toten Indianer die Augen ausschießt, damit dessen Seele ewig umherirren und nie mehr ihren Frieden finden möge. Der körperliche Tod des Indianers genügt ihm nicht. Er soll auch spirituell sterben. Ethan selbst fühlt sich keiner Religion, keinem Glauben verbunden, beendet sogar die Beerdigung seiner Angehörigen abrupt mit den Worten: "Put an Amen to it!", findet also auch bei diesem Ford-typischen christlichen Ritus keinen rechten Halt in der Gemeinschaft. Er erscheint wie Gottes einsamster Krieger.

Die fünfjährige zermürbende, entbehrungsreiche und von ständigen Rückschlägen geprägte Suche nach Deborah lässt ihn immer besessener werden. Ethan wird mehr und mehr zur furchteinflößendsten Figur des Filmes. Er will Deborah finden, aber vor allem will er Rache. Einmal feuert er voller Wut wahllos in eine Büffelherde, nur damit seine Feinde weniger zu essen haben...
In seiner Besessenheit und seinem Verlangen, sich an dem Indianerhäuptling zu rächen, der seine Angehörigen massakrieren ließ, erinnert Ethan Edwards durchaus an Kapitän Ahab aus Herman Melvilles Roman "Moby Dick". Ahab will mit allen Mitteln Rache an dem weißen Wal, der ihn an Leib und Seele zum Krüppel machte.

Die großen Filme John Fords, speziell "The Searchers", gelten für viele Regisseure bis heute als Referenzwerke. George Lucas hat sich vor diesem Klassiker in "Star Wars" (1977) ebenso verbeugt wie Steven Spielberg in "Unheimliche Begegnung der dritten Art" (1978) oder Wim Wenders in "Paris-Texas" (1985). Und Peter Bogdanovichs bittersüßes Meisterwerk "Die letzte Vorstellung" (The Last Picture Show, 1971) huldigt eindeutig dem Inszenierungs-Stil John Fords. Martin Scorsese ist auch einer dieser Filmschaffenden, die immer wieder auf Ford Bezug nehmen. Travis Bickle, die Hauptfigur in Scorseses "Taxi Driver"(1974) steht klar in der Tradition eines Ethan Edwards. Und das bei Ford so oft wiederkehrende Motiv der Familie und Gemeinschaft findet sein Echo in Filmen wie "Goodfellas"(1990).

Martin Pawley entwickelt ein immer feineres Gespür dafür, wie es wirklich seelisch um Ethan Edwards steht. Während ihrer gemeinsamen Suche reift Martin zu einem echten Mann mit klaren moralischen Prinzipien heran, und als die beiden Deborah (jetzt: Nathalie Wood) nach fünf Jahren schließlich im Dorf des Schwarzen Falken finden, ist er es, der Ethan vom Äußersten abhält. Deborah ist mittlerweile eine der Ehefrauen des Häuptlings geworden. In Ethans Augen wurde sie also auch sexuell korrumpiert und hat es demnach nicht verdient, weiter zu leben.

Bereits die Nahaufnahme von John Waynes Gesicht beim Anblick der psychisch gebrochenen, halb wahnsinnigen weißen Frauen, die die Armee nach langer Gefangenschaft aus den Händen der Indianer befreien konnte, spricht Bände. Nach der Bemerkung eines Soldaten: "It`s hard to believe they are white", antwortet Ethan: "They ain`t white any more. They are Comanches". Darauf wendet er sich zur Tür, dreht sich aber kurz vor dem Hinausgehen noch einmal um. Die Bewegung der Kamera verstärkt den Effekt. Obwohl Ethans Augen praktisch im Dunkeln liegen, kann man aus der Miene all die Kälte und den Hass ablesen, der ihn umtreibt. In diesem Moment will er Deborah nicht mehr nur finden. Er will sie töten!

Dieser Film ist vom ersten bis zum letzten Bild perfekt durchkomponiert. Jede Einstellung, die Höhe der Kamera und jeder Schnitt sind genau so beabsichtigt. "The Searchers" (Die Suchenden), so der viel passendere Originaltitel, wurde 1956 im Vista Vision-Format gedreht. In diesem Verfahren war das Negativ des Filmes fast zweimal so groß wie bei einen "normalen" Kinofilm. Zu der bestechenden Klarheit des Vista Vision- Bildes kommt hier noch der Einsatz von satten Technicolor-Farben.

John Ford war ein echter Filmpionier, dessen Karriere als Regisseur in der Stummfilm-Zeit begann. Diese Ausbildung prägte seine Inszenierungen auch nach dem Wechsel zum Tonfilm. Ford nutzt seine Möglichkeiten bis zur absoluten Perfektion. Eines seiner obersten Prinzipien lautet: Weniger ist mehr! Um eine oder mehrere Figuren in die Handlung einzuführen, genügen wenige Momente, oft nur eine einzige Einstellung. Andere Regisseure hätten dafür minutenlange Sequenzen gebraucht. Das Vista Vision Format kommt seiner Art zu inszenieren besonders entgegen. Mehr als jeder andere amerikanische Filmemacher gestaltet Ford visuell. Seine Bildkompositionen wirken vor allem bei Außenaufnahmen wie die Werke eines großen Malers. Er schreckt auch nicht davor zurück, Dialoge auf das Notwendigste zu reduzieren oder sogar ganz zu streichen und gerade dadurch die Wirkung einer Szene zu maximieren. Er lässt Blicke und Gesten sprechen. John Wayne schaut in einer der berühmtesten Einstellungen über den Rücken seiner Pferdes hinweg in die Ferne. Sein Gesichtsausdruck sagt alles. Ethan Edwards ahnt, dass seinen Angehörigen etwas Furchtbares zustoßen wird. Es handelt sich um eine der wenigen Nahaufnahmen, die John Ford seinem Star zugesteht. Die Kamera bewegt Ford wie eigentlich immer nur in ganz besonderen Momenten. Das hier genutzte Filmformat ermöglicht es ihm besonders, sowohl einzelne Figuren als auch auch hektisches Treiben vieler Personen in einer einzigen oder nur sehr wenigen Einstellungen zu zeigen, in Totalen oder Halbtotalen ohne die Effekthascherei vieler Großaufnahmen von Gesichtern oder Schwenks der Kamera und mit einem Minimum an Schnitten, etwa beim Frühstück im Haus der Edwards. Als später draußen alle zum Aufbruch bereit sind, steht Reverend Clayton noch am Frühstückstisch. Er trinkt Kaffee und sieht Martha Edwards, die allein im Nebenzimmer voller Zärtlichkeit Ethans Kleider umsorgt. Während Clayton geradeaus schauend noch darüber nachdenkt, was er da gerade gesehen hat, verabschieden sich hinter ihm Ethan und Martha voneinander. All das geschieht ohne Worte. Der Regisseur schafft, indem er die Vorteile des Filmformats nutzt, ein viel wirkungsvolleres Medium der Kunst des Schauspielers. Man hat bei Vista Vision, gepaart mit John Fords typischem Stil der Inszenierung den Eindruck, die Schauspieler würden sich auf einer Bühne bewegen.

Nur wenige Filme sind überhaupt in diesem Format gedreht worden, manche gelten heute als Klassiker. Unter anderem haben damals Regie-Größen wie William Wyler (An einem Tag wie jeder andere, 1955), Cecil B. de Mille (Die zehn Gebote, 1956) und Alfred Hitchcock (Vertigo, 1958, Der unsichtbare Dritte, 1959, Über den Dächern von Nizza, 1955) ein paar ihrer besten Filme in Vista Vision gedreht.

Vieles wird in "The Searchers" nur angedeutet. John Ford hat diese ausgeklügelte, subtile Bildsprache, die Informationen über Charaktereigenschaften von Figuren oder Handlungselemente knapp und effizient vermittelt, maßgeblich entwickelt und geprägt. Zum Beispiel impliziert er durch einen einfachen Kuss auf die Stirn, dass Ethan Edwards in die Frau seines Bruders verliebt ist. Oder Martin Pawleys erstes Erscheinen im Film: Als er beim Haus der Edwards zum Abendessen ankommt, springt er von seinem Pferd, wie ein Indianer es tun würde.

Dass dieser Western hauptsächlich in und um Monument Valley gedreht wurde, ist natürlich auch ein Markenzeichen John Fords. Die Landschaftsaufnahmen des Monument Valley, das Ford als Kulisse für insgesamt neun Filme diente, wirken hier besonders beeindruckend. Die Weitläufigkeit des Gebietes betont zusätzlich die unglaublichen Entfernungen, die bei dieser an Homers Odyssee erinnernden Suche zurückgelegt werden. Die Landschaft wird in Fords Werken zu einem tragenden Element. Die Natur und das Wetter sind hier eigene Charaktere, die er dazu nutzt, die Geschichte zu erzählen.

Und wie in praktisch jedem großen Ford-Film gibt es rituelle Sequenzen, in denen, vornehmlich beim gemeinsamen Tanzen und Feiern, der enge Zusammenhalt der Gemeinschaft und der Familie beschworen wird. Ford huldigt solchen Bräuchen sowohl im Kontext des Militärs und der indianischen Kultur, etwa in seiner berühmten Trilogie über die US-Kavallerie, als auch in Zusammenhang mit festlichen Anlässen im eigenen Heim. Dass die Familie davon bedroht ist, von innen heraus zu zerfallen, wie etwa in "How Green Was My Valley"(1941) oder, wie hier, das Idyll durch äußere Gewalteinwirkung zerstört wird, ist ein Motiv, das uns in John Fords filmischem Schaffen immer wieder begegnet. "The Searchers" zeigt außerdem die Störung eines so typischen festlichen familiären Ritus durch eine handfeste Rauferei. Eines Abends platzen Ethan und Martin unvermittelt in die Hochzeitsfeierlichkeiten im Hause Jorgensen. Laurie (Vera Miles), eigentlich in Martin verliebt, hat durch dessen jahrelange Abwesenheit bestärkt, halb aus Trotz den Entschluss gefasst, Martins Rivalen Charlie McCory (Ken Curtis) zu heiraten...

Ken Curtis, später berühmt geworden als Festus in der TV-Serie "Rauchende Colts", trat wie John Qualen, Olive Carey, Ward Bond und andere in mehreren Filmen John Fords als Nebendarsteller auf. Hier spricht er im Original mit einem breiten Colorado-Akzent, was sicher schon beim damaligen Kino-Publikum manchen Lacher hervorgebracht hat. Und natürlich fehlt auch ein sehr kauziger, verschrobener Charakter nicht. Moses Harper (Hank Worden) verkörpert diese Figur, eine Art Narr mit gelegentlichen lichten Momenten, der Ethan und Martin letztlich auf die richtige Spur bringt.

Ford erweist sich zudem als unglaublich präziser Erzähler im Umgang mit Zeit. Laurie Jorgensen erhält eines Tages einen Brief von Martin Pawley, auf dessen Rückkehr sie sehnsüchtig wartet. Die in dem Brief geschilderten Ereignisse decken viele Monate ab. Während Laurie den Brief vorliest, zeigt Ford mit direkten Schnitten ohne Überblendungen, was Ethan und Martin erlebt haben. Er verdichtet die zeitlichen Abläufe und schafft gleichzeitig einen optischen Kontrast zwischen der eher gedrängten Situation im Haus und der immer noch andauernden Suche unter freiem Himmel. Lauries Stimme und später Martins Stimme sind das akustische erzählende Instrument in dieser Sequenz. In den 1950er Jahren war eine solche Erzähl-und Montagetechnik, insbesondere in einem großen Hollywood-Epos, noch nicht angewandt worden. Gerade diese Sequenz zeigt besonders eindrucksvoll, wie meisterhaft John Ford es verstanden hat, die erzählerischen Mittel des Mediums Kino zu nutzen und, wenn möglich, weiter zu entwickeln.

Der Film transportiert, obwohl nicht frei von Humor, durchgehend eine unheilvolle, bedrohliche Stimmung. Der Humor leitet sofort wieder zu einem Moment über, der einen pessimistischen Grundton hat. Ford unterfüttert in seiner typischen Art häufig eine Szene mit amüsanten Momenten, um zu vermeiden, dass die Szene insgesamt zu ernst, bleischwer oder zu sentimental wirkt. Andererseits versteht er es gerade in einem Film wie "The Searchers", eine auf den ersten Blick etwas lächerlich wirkende Szene später wieder auf den Kopf zu stellen und das Publikum zum Nachdenken zu bringen: Als Martin Pawley nach einem Tauschgeschäft in einer Indianer-Siedlung ungewollt eine etwas pummelige Indianerin zur Frau bekommt, wirkt dies auf den Zuschauer zunächst amüsant. Später finden Ethan und Martin die Frau tot unter den Resten eines von der US-Kavallerie zerstörten Dorfes. Mit Menschen zu handeln und sie einem ungewissen Schicksal zu überlassen ist mindestens so barbarisch wie der Akt des Tötens selbst. Da sich in den 1950er Jahren die Restriktionen durch die Filmzensur in Hollywood allmählich zu lockern begannen, konnte Ford auch solche Begebenheiten erstmals ungeschönt in einem großen Spielfilm zeigen, wobei er die Armee, in vielen seiner früheren Western die strahlenden Retter der stets von Indianern Bedrängten und Unterdrückten, hier in ein besonders schlechtes Licht rückt.

Die Figur des Ethan Edwards macht den Film zudem zeitlos. Die Themen sind bis heute brennend aktuell. In diesem Mann werden Rassismus und Bigotterie auch heutiger Gesellschaften reflektiert. Den Zuschauer befällt daher immer wieder ein bedrückendes Gefühl, da man sich in Ethan Edwards ein Stück weit selbst wiedererkennt.

Bestechend subtil, fast unmerklich, nimmt John Ford in "The Searchers" Bezug auf die politischen und gesellschaftlichen Befindlichkeiten der USA zur Entstehungszeit des Filmes und den immerwährenden, allgemeinen Hang der Gesellschaft zur Gewalt, der sich über Generationen hinweg bis heute fortpflanzt. Bezeichnend ist der Dialog zwischen Ethan und den Jorgensens. Mrs. Jorgensen (Olive Carey), früher Lehrerin, und auch aufgrund dieser Eigenschaft eine im Ford-Kosmos klassische Vertreterin der Pionier-Frau, macht folgende Bemerkung: "Vielleicht müssen auch unsere Knochen erst unter der Erde liegen, damit man in diesem Land endlich in Frieden leben kann." Und ihr Gatte wird noch deutlicher, als Ethan auf Bretts Tod zu sprechen kommt: "This country killed my boy!"

Rassismus ist ein schleichendes Gift, gegen das niemand wirklich immun ist. Als Laurie Jorgensen am Abend ihrer Hochzeit mit Martin über Deborah spricht, erkennt man plötzlich, dass auch sie eine Rassistin ist. Nicht nur, dass sie Martin, einem Habblut, sagt, Ethan würde Deborah töten. Schlimmer noch: Martha hätte es so gewollt! Der Hass reicht so tief, dass eine Mutter den gewaltsamen Tod ihrer eigenen Tochter gebilligt hätte, nur weil diese seit Jahren unter Indianern lebt.

Die Gewalt, die diesen Film durchzieht, wirkt sehr effektiv auf den Zuschauer. Dass John Ford sie nicht im Detail zeigt, vieles nur andeutet, etwa durch ein zerrissenes, mit Blutflecken bedecktes Kleid und andere subtile Bilder, macht alles erst so schockierend. Fritz Lang hat dies einmal so bezeichnet: "Der Regisseur macht den Zuschauer zu seinem Komplizen". Damit ist gemeint, dass der Horror sich im Kopf des Zuschauers formt und durch die raffinierte Bildsprache und die Schauspieler transparent wird. Zum Beispiel als Ethan seinen Bruder, seine Schwägerin und seinen Neffen in dem noch brennenden Haus findet. Die Leichen sieht man nicht. Statt das Feuer zu löschen und die Toten zu bergen lässt Ethan das Haus einfach abbrennen und hindert Martin mit Gewalt daran, hineinzugehen, so sehr hat der Anblick ihn schockiert. Ähnlich verfährt John Ford später in der Szene, als Ethan aus dem Canyon zurückkehrt. Was er dort gesehen hat, kann man nur erahnen. Sein Verhalten macht deutlich, dass etwas nicht in Ordnung ist. Erst später erzählt er Martin und Brett die schreckliche Wahrheit: Lucy ist tot. Er hat sie im Canyon begraben. Weitere Einzelheiten bringt er nicht über die Lippen.

John Ford geht es nicht darum, Grausamkeiten möglichst graphisch darzustellen. Er will zeigen, was Gewalt aus Menschen macht, welche Auswirkungen sie auf die Psyche hat. Er zeigt den Indianerhäuptling Schwarzer Falke (Henry Brandon), der im Original "Scar" (Narbe) heißt, als Alter Ego des Protagonisten Ethan Edwards. Der Häuptling trägt auf seiner Seele mindestens so viele Narben wie Ethan, seit zwei seiner Söhne von Weißen ermordet wurden. Wie zahlreich die Gemeinsamkeiten zwischen den Feinden Ethan und Scar sind, zeigt besonders der kurze Dialog vor dem Zelt des Häuptlings über die Sprachkenntnisse des jeweils anderen. Da ist unverhohlener Hass, aber auch ein Funken Respekt.

Das Aufeinanderprallen zweier Kulturen. Die drohende Auslöschung einer Kultur durch eine andere mündet in eine Spirale der Gewalt, die nur auf eine Weise durchbrochen werden kann: Indem man bereit ist, zu vergeben!

Niemand wird in diesem Film als strahlender, edler Held oder seelenloser Schurke porträtiert. Beide Seiten, Indianer wie Weiße, werden als Antipoden einer Gesellschaft gezeigt, die einander unsagbares Leid zugefügt haben. Die dunklen Seiten der menschlichen Natur werden dabei schonungslos offen gelegt. Als Ethan den von Martin Pawley in Notwehr erschossenen Häuptling beim Sturm auf das indianische Dorf in seinem Zelt findet, skalpiert er ihn und verfolgt danach Deborah, die in eine Höhle zu fliehen versucht.

Anders als die Buchvorlage hat der Film aber ein etwas optimistischeres Ende. Ethan bringt Deborah lebend zurück. John Ford geht hier den entscheidenden Schritt weiter. Martin Pawley hilft Ethan Edwards, seine Mission zu erfüllen. John Ford lässt seinen Protagonisten absichtlich genau diese Entwicklung durchlaufen. Er tötet das Mädchen nicht, sondern gibt mit Martins Unterstützung seinem eigenen Leben wieder einen Sinn. Indem er sich nicht vom Hass überwältigen lässt, sondern den einzigen Menschen rettet, der ihm von seiner Familie noch geblieben ist, zeigt sich im entscheidenden Moment seine wahre Menschlichkeit. Ethan nimmt Deborah auf seine Arme, wie er es am Beginn des Filmes getan hat als er auf der Farm seines Bruders ankam. "Lets go home, Debbie" sind die letzten Worte, die Ethan Edwards spricht. Die letzte Szene, die eigentliche Rückkehr, enthält wiederum keinerlei Dialog. John Ford lässt den Zuschauer mit den Bildern und Emotionen allein.

Am Ende schließt sich eine Tür, wie sich am Anfang eine Tür geöffnet hat. Es ist aber kein typisches Hollywood Happy End. Anstatt in Kitsch zu versinken, trifft Ford auch hier genau den richtigen Ton. Ethan Edwards betritt das Haus nicht. Er gehört nicht wirklich zu diesen Leuten. Ein echtes Zuhause hat er nicht mehr. Er gleicht der Seele jenes toten Indianers, die zwischen den Winden umhergetrieben wird. Und doch bleibt der Eindruck, dass er zumindest mit gewissen Dingen seinen Frieden gemacht hat oder auf dem Weg dazu ist.

In der berühmten letzten Einstellung, bevor er sich umwendet und voller Würde dem Horizont entgegengeht, steht Ethan Edwards dem Publikum zugewandt im Türrahmen und verschränkt die Arme, indem er mit einer Hand seinen Ellenbogen umfasst. John Wayne verbeugt sich hier vor seinem Idol Harry Carey senior, der in der Stummfilm-Ära ein gefeierter Western-Held war und mehr als zwei Dutzend Filme mit John Ford drehte. Carey wandte diese Armbewegung in seinen Filmen oft an. John Wayne empfand dies stets als die Geste eines zutiefst einsamen Mannes...

Das Ende ist typisch für Ford. Oft wandert sein Protagonist am Ende scheinbar ziellos in die Ferne oder als winzige Silhouette am Horizont entlang, wie der von Henry Fonda gespielte Tom Joad in "Früchte des Zorns" (1940) oder der ebenfalls von Fonda verkörperte Abraham Lincoln in "Der junge Mr. Lincoln" (1939).

"The Searchers" ist unter anderem deshalb ein Klassiker, weil er bis heute zum Nachdenken anregt und Anstöße für Diskussionen liefert. Etwa die subtil angedeutete, mögliche Liebesbeziehung zwischen Ethan Edwards und seiner Schwägerin Martha. Könnte Deborah aus einem solchen Verhältnis hervorgegangen sein und hat Ethan sie am Ende vielleicht auch deshalb verschont, weil sie seine Tochter ist und nicht bloß seine Nichte? Ein paar kleine Indizien lassen diese Interpretation zu, etwa Deborahs Haarfarbe, aber wirklich beweisen kann man es natürlich nicht. Nach einigem Nachdenken habe ich für mich die Entscheidung getroffen, dass Deborah Ethans Nichte ist und bin damit bei meiner ursprünglichen Einschätzung geblieben. Doch auch die andere Auffassung ist natürlich absolut vertretbar.

Die Extras der Bluray sind identisch mit den Extras der alten Doppel-DVD, die ebenfalls die restaurierte Fassung enthielt.

- Einführung durch Patrick Wayne, der im Film als Soldat Lt. Greenhill auftritt
- Würdigung des Films durch Martin Scorsese, Curtis Hanson und John Milius
- "Turning of the Earth": Making-Of, in dem auch auf die wahren Ereignisse eingegangen wird, die Buch und Film zugrunde
liegen
- Original-Einblicke hinter die Kulissen, Interviews mit Jeffrey Hunter und Nathalie Wood, Trailer
- Audio-Kommentar über die gesamte Filmlänge von Filmemacher und John Ford-Experte Peter Bogdanovich

Auf der HD-Scheibe wird erst deutlich, wie gut die Restaurierung gelungen ist. Das Bild hat absoluten Referenzwert, auch der Ton klingt hervorragend. Auf einem großen Flachbild-Fernseher bekommt man einen erstklassigen Eindruck davon, wie der Film damals in Original Vista Vision im Kino gewirkt haben muss.

Das Bildformat liegt anamorph in 16:9 Widescreen vor, erscheint auf einem entsprechend kompatiblen Fernseher auch im Format 1.1:85, also wie im Kino ohne Balken oben und unten. Es gibt mehrere Tonspuren und entsprechende Untertitel.

Die amerikanische Original-Version von "The Searchers" ist der deutschen Synchronisation klar vorzuziehen. Der eigentliche tiefere Sinn vieler Dialoge wird im Original erst richtig klar. Außerdem erkennt man viel besser, wie vor allem John Wayne Sprache und ihren Rhythmus nutzt, seine Figur zu gestalten. Ein wunderbares Beispiel ist die berühmte "Turning of the Earth"-Szene im Schnee. Gerade das, was nicht ausgesprochen wird und wegen der Zensur wohl auch nicht ausgesprochen werden durfte, macht diese Szene unglaublich beklemmend und lässt erschaudern. Er ist ein Poet, dieser Ethan Edwards. Ein Poet des Hasses!

Wiederholt spricht John Wayne im Original den Satz "That will be the day". Dieser zum geflügelten Wort gewordene Ausspruch wird in besonderen Situationen im Film immer wieder eingeflochten... Bedenkt man Waynes eigentliches Helden-Image,und seinen Status als größter männlicher Star Hollywoods seinerzeit, beeindruckt dieses schockierende Psychogramm eines Rassisten und Atheisten umso mehr.

Nicht wenige halten "The Searchers" für John Fords bestes Werk überhaupt. John Wayne sprach nur sehr selten über den Film, nannte ihn aber mehrfach seinen persönlichen Favoriten und Ethan Edwards die beste Rolle, die er je gespielt habe.

Dieser Film war bei seinerzeit im Kino zwar kein Flop, aber auch kein Riesenerfolg. Vermutlich wollten die meisten John Wayne-Fans ihren Liebling einfach nicht in einer solchen Rolle sehen. Für die anderen war es einfach nur ein weiterer Ford/Wayne-Western. Auch die Filmkritiker schlossen ihn nicht gerade ins Herz. Bei den großen Preisverleihungen wurde er nicht berücksichtigt. Es gab keine einzige Oscar-Nominierung. Der Academy war dieses Werk wohl einfach zu unbequem und zu düster. Als Meisterwerk wurde der Film erst viele Jahre später gefeiert, was mal wieder zeigt: Zeit ist der beste Kritiker!

In der aktuellsten Liste der 100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten, herausgegeben 2008 vom American Film Institute, belegt "The Searchers" Rang 12. Dass die Mitglieder des AFI ihn in der Kategorie Western sogar noch vor dem Über-Klassiker "High Noon" auf Platz 1 wählten, sagt über seinen heutigen Status eigentlich alles.

The Searchers: John Ford nimmt uns mit auf eine Reise in das dunkle Herz Amerikas. Unvergesslich, überragend inszeniert unglaublich aufwühlend, mit einer Jahrhundert-Performance von John Wayne. Unbedingt (wieder) sehen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisches Bild - Großartiger Film, 30. März 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der schwarze Falke [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich hatte den Film schon lange Zeit auf DVD. Der Edelwestern ist einer der besten, der je gedreht worden ist. John Wayne in einer seiner besten Charakterrollen. Dies ist mit Sicherheit ein Film, den man sich öfter ansehen kann.

Wenn ich aber doch schon die DVD habe, warum dann noch die Blu-ray?
Ganz einfach: Das wirklich atemberaubende Bild. Noch nie hat dieser Film so auf mich gewirkt. Die Aufarbeitung des alten Filmmaterials (der Film ist über 50 Jahre alt) ist den Herstellern außerordentlich gut gelungen. Ein absolutes Referenzbild, das locker mit den neuen Filmen mithalten kann. Der Ton liegt in Dolby 1.0 (Mono) vor. Natürlich kann man hier deshalb keinen Referenzsound erwarten. Jedoch ist der Ton dem Alter des Filmes angemessen. Die Dialoge sind sehr gut verständlich.

Als Fazit kann ich nur sagen, wer einen wirklich tollen Film auf Blu-ray sehen will, sollte sich "Der schwarze Falke" nicht entgehen lassen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Strahlendes Juwel des Western, 22. September 2011
Von 
Jimmy K. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Schwarze Falke (DVD)
In Joe Hembus' "Western Lexikon" aus dem Jahr 1976 wird jeder aufgeführte Film entweder mit einem, zwei oder drei Sternen bewertet - je nach Güte bzw. dem Eindruck, den der Verfasser von dem jeweiligen Film hatte. Nur ein einziger Film, nämlich "The searchers" oder "Der schwarze Falke" wurde von Hembus mit einer Vier- Sterne- Wertung ausgezeichnet (Hembus 1976, S. 534). Aber auch in manch anderer Sekundärliteratur zum Western wird "Der schwarze Falke" als bester Western aller Zeiten beschrieben. Wie kommt das?

Da wäre zuerst einmal die Story, die alle, wirklich alle Elemente des klassischen Westernfilms in sich vereint: Ein entlegenes Bauernhaus in der Prärie wird von Comanchen überfallen, die Erwachsenen massakriert - und nur die kleine Tochter der Familie, Deborah (oder Debbie) überlebt, um vom Häuptling der Indianer (genannt "Schwarzer Falke") verschleppt zu werden. Debbies Onkel, ein ehemaliger Kavallerist der Konföderation namens Ethan Edwards (John Wayne), der zu spät kam, um das Unglück verhindern zu können, macht sich daraufhin auf die Suche nach ihr; zur Seite steht ihm der Stiefbruder Debbies, ein Halbblut namens Martin (Jeffrey Hunter; Hunter spielte ungefähr zehn Jahre später den ersten Captain des Raumschiffs Enterprise in dem [von der Produktionsfirma verworfenen] Pilotfilm "Der Käfig", bevor er im jahr 1969 an den Folgen eines Unfalls starb; die Rolle in "Star Trek" wurde nach seinem Ausscheiden an William Shatner vergeben). Ethan und Martin irren daraufhin fünf lange Jahre durch die Weiten des Westens, immer auf der Jagd nach dem "Schwarzen Falken", doch als sie ihn schließlich stellen können und Debbie (Natalie Wood) bei ihm finden, kann Martin Ethan nur mit äußerster Mühe davon abhalten, dessen nunmehr zur Comanchenfrau herangereifte Nichte zu erschießen. Doch erneut haben die beiden Cowboys die Spur des Stamms verloren - und die Suche beginnt von neuem...

Die Suche - wonach auch immer - ist ein zentrales Element des Westernfilms. Man sucht nach Schätzen, sucht nach Gold, nach entlaufenen Banditen - hier wird nach einer jungen Frau gesucht, die schließlich in Person Natalie Woods wiedergefunden und wieder in den Kreis der westlichen Welt aufgenommen wird. Niemals in der Geschichte des Westerns wurde aber eine Suche so kraftvoll, so spannend und - vor allem - so entbehrungsreich, voller Strapazen und so realistisch gefilmt wie hier. Auf ihrem Weg begegnen Ethan und Martin vielen Menschen, die ihre Geschichte erzählen, ebenso wie Halunken, Gaunern und Betrügern; sie durchstreifen großartige, bildgewaltige Landschaften im Sommer wie - toll in Szene gesetzt - auch im Winter.

An psychischen Grenzsituationen hat der Film vieles zu bieten - viel mehr als ein "normaler" Western, insbesondere viel mehr als ein normaler John Ford- Western. Der Zuschauer wird mit von Indianern entführten Weißen konfrontiert, die von ihren Erlebnissen tief traumatisiert und halb wahnsinnig sind; er bekommt aber auch die Strenge und Unerbittlichkeit der US- Armee zu spüren, die ohne Mitlied Indianerdörfer auseinandernimmt, die Männer tötet und Frauen und Kinder in Reservate treibt. John Ford war und ist nach wie vor für seine barbarische, reaktionäre Sicht der Ureinwohner Nordamerikas bekannt, doch hier, in diesem Film, wuchs er über sich selbst hinaus und legte ein differenziertes, klischeefreies Porträt der Grenzregionen zur damaligen Zeit (ca. 1870- er Jahre) vor.

Daneben begeistert der Film mit Szenen menschlicher Wärme. Die kleine Debbie (Lana Wood), die vom Pastor gefragt wird, ob sie denn schon getauft ist, und die, nunmehr ganz verlegen, antwortet: "Entschuldigung, ich weiß wirklich nicht", rührt beinahe zu Tränen, ebenso die Frühstücksszene im Hause der Edwards, an der der Pastor und die Mitglieder der Bürgerwehr teilnehmen. Ford und seine Drehbuchautoren bau(t)en auf diese Weise eine häusliche Idylle auf, die dann, in einem großen Knall, beim Überfall der Comanchen zerplatzt wie eine Seifenblase. Wie ein Schock wirken danach die traurigen Ruinen des Edward- Hauses auf den Betrachter; jener Ort, an dem soeben noch Gemütlichkeit und Kameradschaft zu Hause waren, ist nun vernichtet.

Die Schauspieler, allen voran Hunter und Wood als ungleiches Geschwisterpaar, begeistern. Hunter gelangte, aufgrund seines frühen Todes, nie zu Starruhm, doch sein Mitwirken in diesem Film, an der Seite von John Wayne, setzte ihm ein ewiges Denkmal. Wayne selbst wächst über sich selbst hinaus und bringt es fertig, seiner immer gleichen Rolle (konservativer, harter Bursche) eine depressive, einsame und verbitterte Note beizumischen, so dass aus Ethan Edwards der wohl dem Western am angemessensten erscheinende Charakter dieses Filmgenres wird. Und nicht zuletzt stellt Henry Brandon mit Häuptling "Schwarzer Falke" (im Original "Chief Scar", also "Häuptling Narbe") den charismatischsten Indianerhäuptling seit Winnetou (Pierre Brice) dar.

Tja, um zur Beantwortung der eingangs gestellten Frage zu kommen: Warum ist dieser Film der beste aller Western? Ganz einfach: Er ist der mitreißendste, originärste, typischste Western; der Western, in dem alle Motive dieses Genres zur damaligen Zeit wie in einem einzigen Kristallisationspunkt vereinigt wurden. Darüberhinaus ist "Der schwarze Falke" aber auch der mitfühlendste, wärmste, herzlichste und menschlichste aller Western. Ein Juwel der Filmgeschichte - und zu Recht von Hembus mit vier Sternen prämiert, obwohl nur drei zu vergeben waren.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dem Duke sein bester Film!, 24. Oktober 2011
Von 
SAINT (South Of Heaven, West Of Hell) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der schwarze Falke [Blu-ray] (Blu-ray)
"Tapferkeit bedeutet sich schrecklich zu fürchten und trotzdem aufzusatteln" - John Wayne. Ich muss zugeben, ich habe als Kind zwar die alten Western gesehen, aber mein Auge ist im Laufe der Jahre zusehends verwöhnt worden von der Effekthascherei Hollywoods und von daher traute ich mich als Westernfan trotzdem nicht so ganz an die alten John Wayne Filme, weil mir das ganze zu Altbacken schien... Und doch habe ich aufgesattelt und wurde nicht enttäuscht ;)!
Aber ich habe es dann doch gewagt, nachdem ich schon fast alles an Western im Regal stehen habe und kann nur sagen ich bin begeistert. Der Duke verkörpert den schier Griessgrämigen Veteran, der seine Nichte aus den Händen der Indianer retten will. So viel zur Bekannten Story... Die mich trotz des Alters und der damaligen "Schauspielkunst", mehr als Unterhalten hat. Nun kann ich auch verstehen, warum dieser mit als einer der besten Western gilt, die je gedreht wurden.
Aber das Bild hat mich wohl am meisten Überrascht, ich schaue auf einem neuen Bravia Sony TV "40" Zoll Full HD und bin von dem remasterten Bild mehr als Beeindruckt. Wenngleich man an einigen wenigen Stellen eine grobe Körnung erkennen kann. So wirkt der Film von seinem Bild her nicht wie aus den 50ern. Sondern eher wie eine Neuproduktion. Einfach Fantastisch, was eine richtige Bildbearbeitung in Combination mit der Blu Ray ausrichten kann.
Der Ton ist ist in Ordnung, da gibt es sehr viel bombastischeres, aber auch sehr viel schlechteres. Zu dem Film passt es würde ich sagen.
ICh kann diesem Kunstwerk nur die Höchstwertung geben, der Film ist Qualitativ sehr liebevoll umgesetzt worden und die Story mitsamt dem Duke ist ihr GEld mehr als Wert! *****

Best Regards
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


47 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der vielleicht erste relativ realistische Western, 4. November 2004
Von 
realkenai & family (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Schwarze Falke (DVD)
Handlung (ohne zu viel zu verraten):
Texas 1868 - Als Comanchen die Gegend unsicher machen bildet sich eine Bürgermiliz um sie zu vertreiben. Bei ihrer Rückkehr stellt diese fest, dass eine Farm überfallen und ein kleines Mädchen (Später als Erwachsene: Natalie Wood) und deren ältere Schwester entführt wurden. Der Indianerhasser Ethan Edwards (John Wayne) und anfangs 2 Youngster (Jeffrey Hunter, Harry Carey Jr.) machen sich auf eine jahrelange Verfolgung, während der sie nicht nur mit Indianern aneinander geraten.
State (allgemein):
Trotz seines Alters ist "Der schwarze Falke" bis heute einer der besten Western, hat daher bisher als einziger mit John Wayne seinen Weg in unsere umfangreiche DVD Sammlung gefunden (Was nicht so bleiben wird). Die bis heute grandios anmutenden Naturaufnahmen, der spannende, für damalige Verhältnisse insgesamt logische Plot, die gute Besetzung, typischer John (Ford und Wayne) Hartemännerhumor („Sieht aus als ob sie dich eingekreist hätten" „Keine Angst, ich werde mich schon wieder auskreisen") und einer der bis heute besten Kauzigetypdarsteller (Hank Worden in der Rolle des alten Schaukelstuhlliebhabers Moose Harper) - all das kann immer noch überzeugen.
State (historisch gesehen):
Obwohl der Film in dieser Hinsicht eine Unmenge von Fehlern aufweist, so kann er doch für sich verbuchen als - soweit mir bekannt - erster (1956) Western um ein realistisches Bild der Zeit bemüht zu haben. Bis dahin galoppelten in den meisten Streifen die Westerner ständig und quasi Endlos durch die Lande - hier zeigt eine Schlüsselszene bei der Indianerverfolgung zu Beginn des Films das selbiges gar nichts bringt - im Gegenteil. Indianer werden nicht mehr nur (aber auch) als dudarfstjetztvompferdfallen Schießbudenfiguren dargestellt, sondern als stolze denkende Wesen, die durchaus ihren Willen artikulieren können. Erstmals wird auch in Frage gestellt ob sie wirklich die einzig Bösen und Schuldigen des WW waren. Zum Thema Entführung weißer Frauen durch die Comanchen gibt es übrigens im wirklich empfehlenswerten Buch "Texas" des Historikers und vielfachen Romanautors James A. Michener einige (wenige) interessante Passagen.
Jedoch muss ich andererseits auch der Rezension von "tiwa72" zustimmen. John Ford verschweigt schlussendlich wie Brutal Milizen und Armee bei Angriffen auf Indianerdörfer vorgingen. Bis heute zeigt tatsächlich nur die englische Produktion "Das Wiegenlied vom Totschlag" (unbedingt anschauen obwohl trotz anders lautender Werbung immer noch gekürzt) ein realistisches Bild dieser Massaker (und wurde prompt in Amerika noch nie in voller Länge gezeigt). Ein amerikanischer Film kann das nicht ohne dabei daheim finanziell "baden" zu gehen (Beispiel: Ciminos "Heaven's Gate"). Die Comanchen allerdings galten bereits vor dem Auftauchen der Weißen auch bei ihren indianischen Nachbarn als sehr brutales Volk.
Anmerkung: Wer realistische Western neueren Datums mag und sich Titel zu bekannten amerikanischen Personen/Ereignissen dieser Zeit anschauen möchte, sollte es mal mit folgenden Scheiben versuchen:
"Long Riders" und "American Outlaws" (James/Younger Bande), "The Broken Chain" (Irokesen), "Geronimo" (Apachen), "Ride with the Devil", "Gettysburg" und "Glory" (Bürgerkrieg), "Heaven's Gate" (Johnson-County-Weidekriege), "Hidalgo" (Frank Hopkins), "Wild Bill" (Wild Bill Hickock), "Tombstone" und "Wyatt Earp" (OK-Corral), "Buffalo Girls" (Calamity Jane). Drei dieser Filme sind auch gemeinsam als Western-Collection erschienen. Zum Zeitpunkt der Einsendung dieser Rezension waren die Titel alle bei Amazon erhältlich.
Die DVD:
Das Bild liegt in anamorphen Widescreen, Verh. 1.85:1 vor, entspricht nicht der vielfache gesendeten TV-Fassung sondern wurde nachkoloriert. Zuckungen, Blitze, dunkle Flecken - alles verschwunden. Natürlich entspricht auch das jetzige Bild nicht der heute übliche Qualität, aber was die Techniker nach über 50 Jahren aus dem Originalmaterial herauszauberten - Hut ab! (Auf der Rückseite der DVD findet sich übrigens die 4:3 Version.)
Die Tonspuren (deutsch, englisch, spanisch) verblieben in Mono, wurden ebenfalls überarbeitet, leider nicht mit so guten Ergebnissen wie das Bild, aber doch so weit zufrieden stellend.
Das sich die Arbeit, die sich die DVD Macher mit der Überarbeitung des Ausgangsmaterials machten definitiv gelohnt hat zeigte mir ein direkter Vergleich (zwischen Videoaufnahme und DVD hin und her schalten) eindrucksvoll. Es liegen (technische) Welten dazwischen.
Untertitel gibt es in 19 Sprachen, sowie in Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte, letztere sind allerdings nicht koloriert und nur zeitweise mit den Namen der Sprecher versehen.
An Extras (auch hier können Untertitel zugeschaltet werden) finden wir:
--- Interview mit Jeffrey Hunter (4:03 Min.)
--- Interview mit Natalie Wood (7:00 Min.)
Beide Interviews zeigen auch Szenen von den Dreharbeiten
--- Dokumentation "Monument Valley" (6:48 Min.)
--- Dokumentation "Setting Up Production" (6:41 Min.)
Wie die Interviews stammen die Dokus aus einer damaligen TV Werbesendung. Lustig: Sogar die Zigarettenwerbung wurde drin gelassen und sogar untertitelt ;-)
Fazit:
Dieser für die DVD Veröffentlichung gelungen aufpolierte Klassiker ist Pflichtprogramm für jeden Western Fan.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der vielleicht beste John Wayne, 12. Mai 2007
"Der schwarze Falke" gilt als der beste Western von John Ford und als einer der besten Western überhaupt. Er erzählt die Geschichte zweier Männer - John Wayne und Jeffrey Hunter - , die über Jahre hinweg einen Komantschenstamm verfolgen, die ein kleines Mädchen verschleppt haben, nachdem sie den Bruder und dessen Frau von Wayne getötet haben.

Die Rolle des Indianershassers Ethan Edwards schien John Wayne auf den Leib geschrieben zu sein, jedenfalls ist es für mich seine beste Darstellung, denn Wayne ist natürlich kein Bösewicht, aber er hat einige Züge, die abstoßend sind. So sind Indianer und speziell Komantschen für ihn keine Menschen: "Ein Mensch reitet ein Pferd, bis es zusammenbricht, dann geht er zu Fuß weiter. Dann kommt ein Komantsche vorbei. Er nimmt das Pferd, reitet noch zwanzig Meilen auf ihm, dann frisst er es auf." Sein Hass auf Indianer geht soweit, dass er sogar die (inzwischen halbwüchsige) entführte Debbie erschießen will, weil er meint, dass sie keine Weiße mehr sei, sondern eine Komantschin.

Trotzdem ist dieser Ethan Edwards kein eindimensionaler Charakter. Man spürt seinen Schmerz, als er seine Schwägerin tot auffindet (der Film macht keinen Hehl daraus, dass er in sie verliebt war) und so nach und nach hat er Zuneigung für Jeffrey Hunter, dessen Figur immerhin "ein Achtel Cherokee" ist. Es ist zuletzt Hunter zu verdanken, dass Wayne Debbie (gespielt von Natalie Wood) zum Schluss in die Arme nimmt.

Überhaupt gibt es in "Der schwarze Falke" kaum eine eindimensionale Figur. Fast jede hat mindestens zwei Seiten. Am deutlichtsten ist das zu sehen in der Figur des Priesters (Ward Bond), der gleichzeitig Chef der Bürgermiliz ist.

"Der schwarze Falke" hat unglaublich starke Szenen. Berühmt wurde die Anfangs- und Schlusssequenz, bei der sich eine Tür öffnet bzw. schließt und der Zuschauer durch diese Tür ins Freie blickt. Wayne ist in diesen Momenten jeweils außerhalb der Tür, eine Metapher dafür, dass er ein Außenseiter ist. Ebenso spricht der Blick Waynes Bände, als er nicht sofort zur Farm zurückreitet, weil er weiß, dass sein Pferd das nicht mehr schaffen wird, ohne zusammen zu brechen. Sein Blick zeigt, dass er genauso gut weiß, was nun mit seinem Bruder und dessen Frau passiert. Dabei ist auch ein für alle Mal die Behauptung widerlegt, dass Wayne eigentlich nie ein Schauspieler gewesen sei.

Warum vergebe ich trotzdem nur vier Sterne? Nun, für meinen Teil hängt der Film in der Mitte durch. John Ford musste einen Zeitraum von mehreren Jahren überbrücken und benutzte dazu den Kunstgriff, die Geliebte von Jeffrey Hunter einen Brief vorlesen zu lassen, in dem dieser die zurückliegenden Ereignisse erzählt. Hier kommt für meinen Teil das Tempo des Films ins Stottern. Das mag nicht mal am Film selbst liegen, sondern an der deutschen Synchronisation, die teilweise fürchterlich statisch ist. Schlimmer noch, sie verfälscht an manchen Stellen. Das fängt schon beim Titel an. Sicher lässt sich der Originaltitel "The Searchers" schlecht eins zu eins in "Die Sucher" oder "Die Suchenden" übersetzen, aber "Der schwarze Falke", der sich auf den Komantschenhäuptling bezieht, ist einfach falsch, denn er macht zumindestens eine Textzeile unverständlich. Als Wayne und der Häuptling sich erstmals gegenüber stehen, macht Wayne eine Bemerkung zu dessen Namen und der Häuptling greift sich ins Gesicht. Das macht aber nur im Original Sinn, den im Original ist der Name des Häuptling Scar (Narbe). Bei der zweiten DVD wird "The Searchers" beim Bonusmaterial (das im übrigen sehr gelungen ist) in den Untertiteln mit "Die Verfolgung" übersetzt, was sicherlich nicht gerade ein reißerischer Titel ist, aber immerhin einen wesentlichen Punkt trifft.

Ein weiteres Mal schafft es die Synchronisation dann auch noch, einen Charakterzug Waynes zu verheimlichen. Wayne, Hunter, Bond und einige andere finden einen toten Komantschen und Wayne schießt ihm die Augen aus, weil der dann nicht in die ewigen Jagdgründe zurückkehren kann, sondern ewig zwischen den Winden wandern muss. Als an dieser Stelle Wayne von Bond gefragt wird, wozu das gut gewesen sein soll, antwortet er auf Deutsch: "Nach UNSEREM Glauben, nichts". Im Original heißt der Satz: "By What YOU Preach, None", ein Hinweis darauf, dass Wayne nicht unbedingt religiös ist.

Trotzdem ist "Der schwarze Falke" ein ungeheuer kraftvoller Western, bei dem es sich lohnt, ihn mehrmals anzusehen.

Kleiner Hinweis noch: Der geckenhafte Charlie McCorry, der Hunters Geliebte umwirbt, ist Ken Curtis, der später in der Westernserie "Rauchende Colts" als komischer Hilfssheriff Festus Haggen ("Du bist gar nicht so dumm, wie ich nicht aussehe") bekannt wurde.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Special Edition, 21. September 2006
Von 
Anton Beat Riess "Toni Riess" (Buch, CH Switzerland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein John Wayne Fan war ich nie und Western mag ich ansonsten auch nicht. Aber dieser Western ist wirklich grossartig. Die Landschaftaufsnahmen vom Monument Valley gehören zum besten (in VistaVision) was je gedreht wurde. Das Bild wurde grossartig restauriert, man fühlt sich, als blicke man durch ein Fenster nach draussen.

Zum Bonusmaterial kann ich nur sagen: Warner Bros. hat, tief in den Archiven gegraben

- private Filmaufnahmen von Crewmitgliedern (zusehen in einem Doku),

- Gig Young's "Hinter der Kamera-Besuche" mit Jeffrey Hunter und Natalie Wood,

- Einleitung durch Patrick Wayne (The Duke's Sohn) der ebenfalls im Film mitspielte,

- ein John Ford Doku,

sowie ein Trailer zu einem neuen Film (über Jesse James) mit Brad Pitt, sowie ein Audiokommentar (NICHT DEUTSCH UNTERTITELT) mit Peter Bogdanovich.

Der Trailer ist meiner Meinung nach fehl am Platz. Stattdessen hätte man den Audiokommentar untertiteln können. Ebenso fehlt eine Fotogallerie.

Trotzdem: eine gelunge Edition!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen exrem gute Restauration eines extrem guten Films, 12. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Der schwarze Falke [Blu-ray] (Blu-ray)
Der schwarze Falke ist wie schon in diversen Rezensionen erwähnt ein Klassiker. Um den Film ansich soll es mir hier auch nicht so sehr gehen. Sondern eher auf die technische Umsetzung auf Blu-Ray Disc.
Der Transfer ist vorzüglich gelungen. Man darf ein sehr scharfes Bild bewundern und zwar sowohl in ruhigen als auch actionreichen Szenen. Sowohl die Innenszenen, als auch die Passagen in den diversen wunderschönen Außen-Drehorten sind erstaunlich klar, kontrastreich und scharf. Das einzige Manko ist das relativ konstate Grieseln im Hintergrund. Doch dieses rührt sicherlich daher, dass der Film bereits so alt ist. Die Extras, welche aus einem Interview mit Jeffrey Hunter und einem mit Natalie Wood, sowie einem ausführlichen Behind-the-Scenes liegen in Schwarzweis und SD vor.
Alles in Allem kann man zusammenfassen, das der Film eine lohnende Investition ist. Auch wenn man die DVD eventuell schon sein Eigen nennt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 210 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der Schwarze Falke
Der Schwarze Falke von John Ford (DVD - 2000)
Gebraucht & neu ab: EUR 4,60
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen