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Felix Mendelssohn Bartholdy zählt zu den Komponisten, von denen weite Teile des Gesamtoeuvres kläglich vernachlässigt werden. Freilich sind seine Verdienste im sinfonischen und im Bereich der geistlichen Musik weitaus bedeutender, doch lieferte er in seinem kurzen Leben auch zahlreiche Beispiele dafür, dass er es trefflich verstand, die intimere Form zu bedienen. Auf dieser Doppel CD sind neben seinem recht bekannten Oktett noch das zweite von sechs Streichquartetten und die beiden Streichquintette versammelt.

Der Musikwissenschaftler Misha Donat schrieb einstmals passend, dass die Nachwelt es Felix Mendelssohn nie so recht verzeihen konnte, dass er bereits im Alter von 17 Jahren ein derart vollkommenes Werk wie sein Oktett Es Dur op. 20 komponierte. Ohne Frage darf dieses Stück für doppeltes Streichquartett als der Gipfelpunkt seines (kammermusikalischen) Schaffens betrachtet werden. Bereits der umfangreiche Kopfsatz eröffnet dem Hörer fast unerhörte Welten, orchestralen Glanz, wie ihn die Kammermusik vormalig nur selten erlebt hatte. Auch im elysischen Andante und im berühmten Scherzo lässt sich der Eindruck eines Kammerkonzertes nicht ganz abschütteln, indes die erste oder die ersten beiden Geigen quasi im Dialog mit dem "Tutti" stehen. Das flinke Finale kehrt in gewisser Weise auf irdische Gefilde zurück, schließlich ist hier die Gattungsbezeichnung "Kammermusik" am meisten gerechtfertigt.

In unmittelbarer Umgebung zum Oktett entstand auch Mendelssohns erstes Streichquintett in A Dur op. 18. Dieses Stück eröffnet mit einem gut gelaunten, gelösten Allegro. Auch wenn der zweite Satz nur als "Intermezzo" bezeichnet ist, so forscht er doch in Tiefen, die mehr als Zwischenspielcharakter aufweisen. Das flinke, typisch mendelsohnsche Scherzo macht Platz für ein recht knappes Finale, das ähnlich zwingend und kernig daherkommt wie der Kopfsatz.
Dem zweiten Quintett B Dur op. 87 wird oftmals nachgesagt, dass es eines der weniger geglückten Spätwerke des Komponisten sei. Doch dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass diese Komposition erstaunlich wenig von dem Schicksal ahnen lässt, dass die Mendelssohns in dieser Zeit so grausam heimsuchte. Sowohl der erste Satz als auch das knappe Scherzo des zweiten Satzes überzeugen in ihrer freundlichen Anlage. Lediglich im langsamen Satz scheint die Musik bisweilen in schreckliche Tiefen entgleiten zu wollen, die aber im spritzigen, espritvollen Finale beizeiten vergessen sind.

Als Zugabe gibt's einen Stellvertreter aus dem Streichquartettschaffen Mendelssohns, namentlich das zweite Quartett a moll op. 13, ein ausgesprochenes Frühwerk. Die langsame Einleitung zum Kopfsatz wird mottoartig noch mehrmals innerhalb des leidenschaftlichen Allegros erscheinen. Damit ist das Vorbild des beethovenschen a moll Quartett op. 132 leicht auszumachen. Das Adagio spendet Ruhe und Einhalt und auch das pittoreske Scherzo bereitet den Hörer auf das stürmische, erbarmungslose Finale vor.

Die vorliegende Einspielung durch das Streicherensemble "Hausmusik London" entstand 1990 und 1995 und erfreut sich bester Aufnahmequalität. Ästhetische und philosophische Durchdringung sind die Grundlage des harmonischen, empathischen Musizierens. Sich auf diese weniger häufig gespielten Stücke einzulassen und sie dennoch als voll und selbstbestimmt zu respektieren, ist ein weiterer tugendhafter Bestandteil dieser Darbietung. Dabei vereinigen sich farbige Schattierungen mit klanglicher Finesse, perlende Nuancen mit der vollkommenen Transparenz des Vortrags und treffsichere Akzente mit differenzierter Balance.

Fazit: Eine phänomenale Darbietung! Vor allem das Oktett wird man selten derart inbrünstig vorgetragen hören wie hier.
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