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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterlich
Die Amazon-Kritik ist befremdent. Diese Einspielung ist vorzüglich gesungen, bis auf kleine Unebenheiten, und Josef Krips dirigiert und interpretiert mit ungeheurer Verve und Feinfühligkeit. Besonders die Ensembles sind klar und zwingend ausbalanciert. Diese Aufführung atmet und hat Seele. Siepi,Güden,Berry,Corena sind fantastisch. Anton Dermota mag...
Am 30. August 2001 veröffentlicht

versus
2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine verzichtbare Aufnahme
Das große Problem dieser Einspielung ist die rolleninadäquate Besetzung der weiblichen Hauptrollen. Birgit Nilssons Stimme ist zu schwer und unflexibel, um die Partie der Donna Anna zu bewältigen. Ihre Koloraturen sind eine einzige Zumutung und in den Rezitativen fehlt ihrem Vortrag die dramatische Akzentuierung. Lediglich einige lyrische Passagen (v.a. in...
Veröffentlicht am 30. Juli 2004 von P. Scheid


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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterlich, 30. August 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mozart: Don Giovanni (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Die Amazon-Kritik ist befremdent. Diese Einspielung ist vorzüglich gesungen, bis auf kleine Unebenheiten, und Josef Krips dirigiert und interpretiert mit ungeheurer Verve und Feinfühligkeit. Besonders die Ensembles sind klar und zwingend ausbalanciert. Diese Aufführung atmet und hat Seele. Siepi,Güden,Berry,Corena sind fantastisch. Anton Dermota mag zwar technisch etwas überfordert sein, überzeugt und berührt aber mit glutvoller Interpretation. Suzanne Danco ist ganz sicherlich als Donna Anna nicht überfordert. Sie ist technisch sehr sicher und brilliert mit großer Emphase. Sie ist bedeutent besser als S.Jurinac,A.Tomowa-Sintow oder L.Welitsch in dieser Rolle. Natürlich erreicht sie nicht die Donna Annas'von E.Grümmer oder J.Sutherland. Einzig Lisa della Casa hat Probleme in der Tiefe und wirkt ein wenig deplaziert als Donna Elvira. Dafür glänzt sie in den Ensembles um so mehr. Die klangtechnische Aufbereitung und das Booklet sind hervorragend!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dies ist die 3. Aufnahme der Wiener Operntradition;, 13. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Mozart: Don Giovanni (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
auch hier muss man sagen, dass es bis heute kaum eine bessere Aufnahme gibt. Josef Krips betreut die Wiener Philharmoniker und Cesare Siepi als Giovanni ist schon ein Erlebnis, Fernando Corena als Möchtegern Giovanni/Leporello, die Güden als wissende naive Zerlina, Lisa della Casa als noble Donna Elvira die immer große Dame bleibt, Susanne Danco als etwas stimmschwache Donna Anna, Anton Dermota als männlicher (hört man heute selten) Don Ottavio. Es blinkt und blitzt Mozart auf. Ich selbst habe zwar auch hier nur noch die alten LPs aber wenn jemand einen so eleganten Don Giovanni hören will dann rate ich nur sofort kaufen, denn den bekommt man nicht alle Tage mehr, die alte Wiener Mozart Tradition des Theater a/d. Wien zwischen 1945 /55 lebt hier wieder auf - und ich weiß aus eigener Erfahrung es war die beste Zeit der Mozart Pflege dort, mit Josef Krips an der Spitze, Mozart war damals ein Kassenschlager aller ersten Ranges!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kongeniales Testament !, 16. Juni 2009
Über die insgesamt geniale Besetzung hinaus setzen Grümmer und Simoneau
die Maßstäbe, an denen sich alle ihre Nachfolger messen lassen müssen !

Sehr wahrscheinlich wird es äußerst lange dauern bis diese wieder erreicht
werden können. Wenn dies überhaupt möglich sein sollte !

Kontrollierter Gesang unter voller Ausnutzung von Stimmaterial, Klangfarben,Gesangstechnik und stimmlicher Darstellungskraft wie von einem anderen Stern.

Kräftig unterstützt von einem ihnen gleichwertigen Dirigenten Mitropoulos !!!

Erstaunlich immer wieder wie auch Rita Streich ihre Zerlina darzustellen in
der Lage ist. Immerhin kommt sie ihrer Vorgängerin und Mentorin, der grandiosen Erna Berger gleich.

Auffällig: So wie Elisabeth Grümmer die Maßstäbe für Agathe und Donna Anna setzt,so setzt Streich die Maßstäbe für Ännchen und Zerlina.

Verglichen mit der Furtwängler Aufnahme von 1954 dürfen die Sänger hier ihre stimmlichen Möglichkeiten mehr in die Waagschale werfen, was die Wirkung auf den Zuhörer merlich erhöht. Deshalb denke ich, daß diese Aufnahme noch höher einzuschätzen ist. Allerdings denke ich hierbei an die 1954er Furtwängler Aufnahme, bei der Donna Elvira ebenfalls mit Lisa della Casa besetzt ist und gerade im Fernsehen zu sehen war.

Über Leopold Simoneau erübrigt sich jegliche Diskussion :
Er ist wie immer sensationell. Ein nicht hoch genug einzuschätzender
Gewinn für diese Aufführung

Alle anderen sind ebenfalls über jeden Zweifel erhaben

Fazit : Ohne Kenntnis dieser Einspielung ist eine Einordung aller anderen
"Giovannis" nicht möglich. Es gibt nur wenige Opernaufnahmen, die dies von
sich behaupten können.

Zusätzliche Anmerkungen zu den vorigen Rezensionen:
Ich glaube, daß Lisa della Casa in dieser Aufnahme der Schwarzkopf ebenbürtig ist. Ich behaupte, daß Simoneau in einer anderen Liga singt als Anton Dermota, der nichtsdestotrotz ein hochkarätiger Mozart Sänger war.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Pracht Aufnahme von 1956, 9. September 2008
Wenn man etwas über Cesare Siepi schreiben muss, dann muss man sich wiederholen, der beste Don Giovanni, edel und vornehm.

Elisabeth Grümmer als Donna Anna ist eine Prachtstück und Simoneau ist für mich kein Ersatz für Anton Dermota auf der Decca Aufnahme.

Lisa della Casa war jahrzehntelang - mit - Elisabeth Schwarzkopf die Donna Elvira und Fernando Corena war ein herrlicher Leporello. Gottlob Frick als dröhnender Komtur und Rita Streich eine bezaubernde Zerlina, Walter Berry als stimmlich blendender Masetto.

Eine Prachtaufnahme aus Salzburg, 1956.

Warum muss man in Salzburg jetzt immer "Bravourstückerln" machen, in Bezug auf Regie, kann man sich nicht mehr auf die Stimmen und auf Mozart verlassen?

Es hat doch schon , nach dem 2. Weltkrieg, gepasst, aber an Siepi als Giovanni ist halt keiner mehr rangekommen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit anderer Donna Anna perfekt, 2. Mai 2004
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mozart: Don Giovanni (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Eigentlich ist es ein Armutszeugnis für die Gesangskunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Die beiden besten Studioaufnahmen des Don Giovanni überhaupt - zumindest was die Leistung der Sänger angeht - stammen aus der Mitte der 50er Jahre: Diese und die EMI-Aufnahme unter Giulini. Giulini kann als Pluspunkte das Temperament und die bessere Aufnahmetechnik, vor allem aber die bessere Besetzung bei den weiblichen Rollen verbuchen, Krips dafür die besseren Männer:

Cesare Siepi war - vielleicht nach Ezio Pinza - der beste Giovanni des 20. Jahrhunderts. Die Besetzung des Giovanni mit einem Bariton ist historisch nicht zwingend, genau genommen sogar falsch: Geschrieben war die Rolle (wie auch der Leporello) für einen Basso Cantante - einen Baß mit guter Höhe und flexibler Stimme, und genau das war Siepi. Mit seiner samtigen, trotzdem virilen Stimme ist er der Verführer par excelence.

Fernando Corena war ein beweglicher, komödiantischer Leporello - bei ihm fehlen dafür die dämonischen Elemente der Rolle. Seine Stimme wirkt im Vergleich zu Siepi recht leicht, aber nicht schlecht.

Anton Dermota war für mich der beste Ottavio überhaupt: Er hatte nicht nur eine sehr schöne, herbe Stimme, die ihn mit Recht zum Star der Wiener Staatsoper über drei Jahrzehnte machte, sondern hatte auch charakterlich das Ideal der Rolle gefunden: Meist ist der Ottavio entweder zu passiv und damit etwas langweilig (Alva, Haefliger, Schreier), oder ein jugendlicher Held (Wunderlich, Gedda, Kraus), bei dem man sich dann aber fragt, warum er den Giovanni eigentlich nicht zur Strecke bringt. Dermota dagegen singt die Rolle als einen Mann mittleren Alters, für den die viel jüngere Donna Anna einen nicht mehr erwarteten Glücksgriff bedeutet, und der deshalb auch ihre Extravaganzen stoisch erträgt - perfekt! Allerdings sollte nicht verschwiegen werden, dass er die zweite Strophe von "Dalla sua pace" so leise zu singen versucht, dass die Stimme nicht mehr anspricht. Nicht seine beste Aufnahme dieser Arie.

Hilde Güden ist eine hervorragende Zerlina - keine Soubrette, sondern eine Frau mit Charakter (und guter Tiefe, die für die eigentlich für eine Mezzosopranistin geschriebene Rolle extrem wichtig ist).

Lisa della Casa singt die Elvira mit sehr schöner, leuchtender Stimme, wenn auch nicht so kraft-, temperament- und ausdrucksvoll wie Elisabeth Schwarzkopf. Ein Einwand betrifft die Donna Anna: Mir persönlich ist die Stimme von Suzanne Danco einfach zu hart, zu uncharmant. Eine interessante, technisch souveräne, ausdrucksvolle, aber keine anrührende Anna wie etwa Elisabeth Grümmer.

Josef Krips dirigiert mir insgesamt etwas zu vorsichtig - gerade im Vergleich zu der fast zeitgleich mit größtenteils denselben Sängern entstandenen Aufnahme von Figaros Hochzeit unter dem grandiosen Erich Kleiber - etwas mehr Temperament hätte nicht geschadet. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass der Produzent die eine oder andere Stelle noch einmal hätte wiederholen lassen sollen - einige kleine Wackler (v. a. von Dermota) hätte man noch ausbügeln können.

Aus diesen Gründen finde ich die Giulini-Einspielung insgesamt etwas überzeugender. Trotzdem ist auch diese immer noch eine der schönsten Eispielungen dieser Oper aller Opern.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr alte Live-Aufnahme mit großen Sängern, 12. April 2003
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zunächst mal eine kurz Warnung: Von einem Live-Mitschnitt einer Freiluft(!)-Aufführung des Jahres 1956 darf man keine Studio-Qualität erwarten, und so braucht man hier einige Geduld, um sich durch die Hintergrund-Geräusche, Bühnengeräusche und alte Mikrophone, von denen die Sänger unterschiedlich weit entfernt sind, durchzuhören.
Dafür wird man entschädigt durch eine Besetzung, die nicht einen Ausfall hat, einige der Sänger sind sogar bis heute unübertroffen, insbesondere Cesare Siepis Don Giovanni und Elisabeth Grümmers Donna Anna.
Das war die Kurzkritik, jetzt zu den Einzelheiten:
Die Inszenierung, die hier mitgeschnitten worden ist, war für die Salzburger Festspiele 1953/54 in der Felsenreitschule entwickelt und ursprünglich von Wilhelm Furtwängler dirigiert worden. Nach dessen Tod 1954 musste er von Dimitri Mitropoulos ersetzt werden.
Auch die Furtwängler-Produktion ist mitgeschnitten und bei EMI veröffentlicht worden, so dass sich ein Vergleich anbietet:
Während Furtwängler durchgehend sehr langsame und feierliche Tempi gewählt hatte, dirigiert Mitropoulos meist schneller und entspricht so mehr unseren Hörgewohnheiten. Merkwürdigerweise wirkt die Aufnahme dadurch nicht wesentlich spannender, was aber mehr ein Kompliment an Furtwänglers Kunst, die Spannung zu halten, als eine Kritik an Mitropoulos ist.
Eine negative Folge der schnelleren Tempi ist allerdings eine geringere Präzision: Da ist öfter mal das Orchester nicht mit den Sängern und dem Chor zusammen, Einsätze kommen nicht präzise. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Wiener Philharmoniker bei Furtwängler sauberer spielten.
Von den Sängern der Furtwängler-Produktion sind nur drei geblieben: Zum einen Cesare Siepis Don Giovanni, für mich der beste, den ich kenne: Ein Basso Cantante mit großer, mächtiger und doch flexibler Stimme. Er konnte sowohl auftrumpfen als auch erotisch säuseln. Endlich ein Giovanni, dem man seine sexuelle Anziehungskraft glaubt. Er profitiert hier von den etwas flotteren Tempi und kann noch mehr Eleganz entfalten (außer in der "Champagner-Arie", die hier merkwürdig langsam gespielt wird).
Die zweite "Hinterbliebene" ist die wunderbare Elisabeth Grümmer als Donna Anna. Eine der schönsten Stimmen der Nachkriegszeit, mit einem immer sehr reinen, innigen Klang. Hier klingt sie heller, jugendlicher als bei Furtwängler, wo sie steifer (aber nicht schlechter) klingt. Ich kenne keine bessere Donna Anna.
Als Dritter übriggeblieben schließlich ist Walter Berry als Masetto, damals in Wien längst der Leporello. Eine Luxusbesetzung der kleinen Rolle, mit der kleinen Einschränkung, dass sein Italienisch noch etwas unbeholfen klang.
Die restliche Besetzung ist neu, aber nicht unbedingt schlechter: Als Leporello ersetzt Fernando Corena den Österreicher Otto Edelmann. Er ist ein flexiblerer, komödiantischerer Leporello, singt zudem - natürlich - akzentfrei. Auf der anderen Seite hat seine Stimme nicht die Wucht des Deutschen. Außerdem nimmt er dem Leporello die vorhandene ernste Komponente, die die Rolle durchaus auch braucht, und übertreibt die Komik teilweise zu Lasten der Gesangslinie. Der Mittelweg wäre ideal gewesen - eben Walter Berry.
Lisa della Casa muss als Donna Elvira Elisabeth Schwarzkopf zu ersetzen versuchen. Sie singt edel, mit silbern glänzender Stimme, und ist am überzeugendsten in den melancholischen Momenten der Rolle und in der Verführungsszene im zweiten Akt. Auch den Zorn der Elvira stellt sie angemessen dar. Trotzdem fehlt mir hier die hysterische Seite der Elvira ebenso wie ihre alles verzeihende Liebe am Ende - da war die Schwarzkopf gerade auch im Furtwängler-Mitschnitt unübertroffen, erreicht am ehesten vielleicht von Sena Jurinac.
Auch Léopold Simoneau hat es nicht einfach, weil er ausgerechnet Anton Dermota ersetzen muss, bei Furtwängler ein perfekter Don Ottavio mit edler, männlich herber Stimme. Der Kanadier kommt diesem Maßstab überraschend nahe, ein fast italienischer Ottavio.
Rita Streich ersetzt ihre Lehrerin Erna Berger bei Furtwängler und hat die eindeutig schönere, jugendlichere Stimme und das bessere Italienisch. Sie singt auch ausdrucksvoller als in ihren Studioaufnahmen und ist eine ausgezeichnete Zerlina. Allerdings kann man an einigen Stellen merken, warum die Zerlina heute mit Recht meist mit Mezzosopranistinnen besetzt wird: Dann nämlich verliert die Stimme der Sopranistin in der Tiefe an Klang.
Zum Schluß der größte Trumpf dieser Aufnahme: Gottlob Fricks großartiger Komtur: Er ist nicht nur ein beeindruckender steinerner Gast (das sind viele), sondern auch ein überzeugender Vater. Wo sonst kann man den Unterschied hören? Ideal! Bei Furtwängler orgelt der Ungar Deszö Ernster wenig überzeugend.
Das Fazit: Teilweise bessere Sänger-Leistungen bei Mitropoulos, dafür aber insgesamt eine präzisere Aufführung - auch im Orchester - bei Furtwängler. Zudem sind seine Tempi durchgehend langsam, während bei Mitropoulos einige Verlangsamungen etwas willkürlich erscheinen.
Vor allem aber fehlt dieser Aufnahme die großartige Elvira der Schwarzkopf: Das Team Siepi, Grümmer, Schwarzkopf ist unübertrefflich.
Und so ist dies hier eine sicherlich sehr gute Aufführung, macht aber weniger als der Furtwängler-Mitschnitt den Eindruck, einem sensationellen, unwiderbringlichen Ereignis beizuwohnen.
Und schließlich ist merkwürdigerweise die Aufnahmetechnik hier eher schlechter als zwei Jahre vorher - oder die Mikrophone sind schlechter aufgestellt: Anders als bei Furtwängler sind nämlich gerade in den Ensembles einige der Sänger nur schlecht zu hören, weil einfach zu weit weg.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen immer noch der beste Giovanni, 5. April 2011
Von 
Wilhelm Kaiser "Alexander" (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni-Comp Opera (Audio CD)
Der 'Don Giovanni' gehört zu den wichtigsten Opernwerken Mozarts und wird scherzhaft auch als 'Oper aller Opern' bezeichnet. Als legendär wird bereits eine Aufführung beim Glyndebourne Festival im Jahr 1936 angesehen, obwohl die Sänger recht unterschiedliche Leistungen geboten hatten. Ein weiterer Meilenstein datiert aus den vierziger Jahren, nämlich eine Aufführung an der Metropolitan Opera unter Bruno Walter im Jahr 1942, die lange Zeit vom Markt verschwunden war (mit Enzio Pinza und dem ebenso berühmten Alexander Kipnis), allerdings ist sie klangtechnisch äußerst problematisch. - Nicht umsonst gehört 'Don Giovanni' jeher bis heute zum Standardprogramm der Salzburger Festspiele. Unter Wilhelm Furtwängler kam es in den fünfziger Jahren bis einschließlich zum Sterbejahr des Dirigenten 1954 zu Aufführungen, die vor allem durch eine glanzvolle Sängerbesetzung zu recht als legendär angesehen werden.

Problematisch ist allerdings die für das heutige Hörempfinden ungewohnte Dirigierkunst von Wilhelm Furtwängler, die sich vornehmlich durch breite Tempi und massiven Orchesterklang äußert. Aber wäre es nur das, wäre der Dirigentenruhm von Furtwängler nicht zu verstehen. Tatsächlich wurde es von ihm verstanden, eine bis zum Zerreißen gehende Hochspannung zu erzeugen. Der Mythos der Musik insbesondere im Bereich der Romantik war quasi sein Markenzeichen. Auch durch gekonnte Einstreuung von Accerlandi und Tempoverrückungen reißt die Spannung niemals ab und tritt keine Langeweile ein.Aber neben geladener Spannung fehlt es auch nicht an überaus eleganten Passagen in hierfür wesentlichen Teilen der Handlung.

Ezio Pinza hatte wohl als erster für legendären Ruhm gesorgt, dem die Partie des Don Giovanni wie auf den Leib geschneidert war. Anlässlich der bereits erwähnten Aufführung im Jahr 1942 unter Bruno Walter wurde er von einem Kritiker als 'erotischer basso cantante' bezeichnet. Eine kräftige und geschmeidige Stimme und eine erotische Ausstrahlung sind die absoluten Prämissen für eine überzeugende Interpretation der Titelpartie. Wie kein anderer nach ihm und nicht weniger beeindruckend als Pinza hat Cesare Siepi die Rolle gestaltet. Die Mitschnitte der Aufführungen während der Salzburger Festspiele von 1951 bis 1954 mit dem jeweils gleichen Ensemble sind legendäre Dokumente in verhältnismäßig guter Tonqualität.

Alle Mitwirkenden können als das denkbar beste Aufgebot angesehen werden, das selbst bis heute nicht übertroffen wurde: Cesare Siepie (Don Giovanni), Elisabeth Grümmer (Donna Anna), Anton Dermota (Don Ottavio), Raffaele Arie (Commendatore), Elisabeth Schwarzkopf (Donna Elvira), Otto Edelmann (leporello), Walter Berry (Masetto) und Erna Berger (Zerlina). Es ist völlig überflüssig, hier weiter ins Einzelne zu gehen. Allenfalls mag die Stimme von Anton Dermota vielleicht nicht jedem zusagen, weil sie leicht nasal erscheint, aber eine vornehme Ausstrahlung hat. Die Stimmführung ist gleichwohl technisch perfekt und im erforderlichen Maße kernig. Er ist auch ein überaus sympathischer Mensch und hoch musikalisch.

Eine spätere weitere Einspielung mit teilweise anderen Protagonisten aus dem Jahr 1958 unter Josef Krips wird überwiegend gelobt, jedoch kann ich mich dem nicht anschließen. Krips lässt die Spannung von Furtwängler im Großen und Ganzen vermissen, mögen auch die Protagonisten teilweise dieselben und auch die Zugänge erstklassig sein, wie z.B. Lisa della Casa und Hilde Güden. Die Krips-Aufnahme sehe ich daher nicht als Alternative zu Furtwängler. Zu den besten Giovannis gehört bis heute wegen ihrer Ausgewogenheit eine Aufnahme aus dem Jahr 1959 unter Giulini mit Eberhard Waechter als überzeugender Don Giovanni. Die Sutherland als Donna Anna ist allerdings weniger mein Fall, aber ihre technischen Leistungen sind lobenswert. Der Name Gardiner sorgt zwar für Qualität, aber seine Aufnahme aus den neunziger Jahren ist doch wenig berauschend. Die eingestreuten Appoggiaturen tragen zum Spannungspotenzial nichts bei und bereichern nicht wirklich Galanterie. Die Solisten erscheinen überwiegend recht blass. Im Ergebnis kann ich nur Giulini als Ergänzung zu Furtwängler empfehlen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachtstück, 4. August 2006
Von Don Giovanni, der Oper der Opern, liegen nun wirklich viele Aufnahmen vor. Und auch viele gute bis hervorragende. Das macht die Auswahl schwer, aber vielleicht geht es ja nicht um die Feststellung der "Besten". Mit wechselnden Besetzungen und Dirigaten wird hörbar, wie viele unterschiedliche Zugänge zu diesem Werk möglich sind und gleichermaßen zu überzeugen vermögen. In der vorliegenden Aufnahme wird Don Giovanni zum dämonischen Nachtstück. Der Dramatiker Mitropolus holt aus der Partitur alle Wucht und Schwärze heraus. Schon die ersten Takte der Ouvertüre stoßen uns in ein finsteres Drama der Verlockung, ein böses Spiel von sexuellem Übergriff und Verbrechen. Und mit nie abreißender Spannung entwickelt sich die Geschichte gegenseitigen Belauerns, gegenseitigen Mißtrauens. Alle Personen bewegen sich auf brüchigem Boden, ihre Welten erfahren Erschütterung und die Verunsicherung packt sie im Genick und beutelt sie so kräftig durch, dass sie sich nicht mehr davon erholen werden. So klingen die Zukunftspläne der nach Giovannis Tod verstört Zurückgebliebenen zaghaft, ängstlich, fast traumatisiert. Das alles bildet sich in einem hervorragenden Ensemble ab. Siepi, ein durch und durch (be-)drängender, betörender, leidenschaftlich unmoralischer Giovanni mit schon hinreichend gelobter Stimme. Elisabeth Grümmer als eine der besten Donna Annas, ein Musterstück traumhaft schönen und zugleich erzählenden Gesanges. Lisa della Casa, eine intensive Elvira über deren Stimmqualität man nichts mehr sagen muß. Der kanadische Tenor Leopold Simoneau ist die stimmliche Antithese zu Don Giovanni. Sonnenhell leuchtend, edel geführt, strahlend und sauber geht er seinen Weg der Moralität. Fernando Corena ist als Leporello eine Spur überzogen in seiner Don Pasquale-bewährten Spaßigkeit. Walter Berry als Masetto auf dem Weg zum Leporello und Rita Streich als denn doch etwas sehr putzige Zerlina vervollständigen ein Ensemble, dass mit dieser Aufnahme eine große Aufführung lebendig hinterlassen hat. Da es sich um eine Live-Aufnahme handelt, soll man sich auf alle Arten Bühnengeräusche, ein etwas halliges Klangbild und eine unstete Balance von Stimmen und Orchester einstellen.
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5.0 von 5 Sternen Zu Recht ein Klassiker geworden, 22. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Mozart: Don Giovanni (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Giulini und Krips - dann hat man zwei der besten Einspielungen des Mozart-Krimis Don Giovanni bei sich zu Hause. Beide haben ihre Meriten, hier die perfekte Giovanni-Leporello-Paarung mit Siepi und Corena. Auch die Herren Berry, Böhme (mit kleinen Einschränkungen) und der hervorragende Anton Dermota als Don Ottavio machen ihre Sache sehr gut. Bei den Damen gibt es sängerisch nahezu ebenfalls eitel Sonnenschein, einzig Suzanne Danco ist in der Partie der Donna Anna vielleicht etwas zu leicht besetzt, wenn man Vergleiche mit anderen Interpretinnen dieser doch recht dramatischen Mozartpartie heranzieht. Krips könnte am Pult der Wiener Philharmoniker ebenfalls den einen oder anderen dramatisch-zupackenderen Akzent setzen, alles in allem aber ist dieser Don Giovanni ein Klassiker der Mozart-Diskografie.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei Bässe der Sonderklasse auf einen Schlag, 9. März 2001
Cesare Siepi und Gottlob Frick! Zwei Bässe der Sonderklasse und das auf einer CD. Einfach wunderbar. Es ist ein Erlebnis das die Gänsehaut steigen läßt wenn diese beiden "Superstars" gemeinsam singen hört. Einfach empfehlenswert!
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