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4.0 von 5 Sternen Diese schmutzigen Blues!, 26. August 2008
Von 
Dr. Horst Wolfgang Boger (Berlin & Potsdam, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Them Dirty Blues (Audio CD)
Diese Platte ist allein schon wegen des Sückes "Dat Dere" (geschrieben von Bobby Timmons) ein absolutes Kauf- und Hör-Muss. "Dat Dere" ist neben "Moanin'" und "This Here" eine der großen kompositorischen Leistungen dieses Musikers. Es wurde von Oscar Brown jr. mit Text versehen ("Hey daddy, what dat dere? And what dat doing dere? / Hey daddy, hey daddy, hey look at dat over dere? / And what dat doing dere? And where're dey going dere? And daddy, can I have dat big elephant over dere?") und gesungen und wurde u. a. von Sheila Jordan, Tony Bennett, Rickie Lee Jones und Katharina Debus erfolgreich gecovert.

Meine Rezension von Art Blakeys "The Big Beat" habe ich genau mit diesen Worten begonnen.

Vergessen hatte ich den Hinweis, dass Timmons' "Dat Dere" hier, auf Cannonball Adderleys Platte "Them Dirty Blues", zum zweiten Mal erschienen ist. Die Platte ist am 1. Februar (Titel 5 - 9) und am 29. März 1960 (Titel 1 - 4) aufgenommen worden, während "The Big Beat" am 6. März 1960 aufgezeichnet wurde.

Es ist überaus reizvoll, die beiden Einspielungen miteinander zu vergleichen. Gemeinsam ist ihnen, dass auf beiden das Klavier erheblich klirrt. Dabei sind die Aufnahmeorte, die Toningenieure und sicherlich auch die Klaviere nicht identisch. Sollte der Pianist einen klirrenden Anschlag haben, vielleicht sogar einen klirrenden Anschlag haben wollen?

Sie unterscheiden sich aber ebenso erheblich in der rhythmischen Auffassung der Schlagzeuger. Art Blakey akzentuiert viel härter und schärfer als Louis Hayes, der eher eine geschmeidige Art des Spielens hat. Auch die 'front lines' klingen naturgemäß anders: Bei Art Blakey bestehen sie aus Lee Morgan (Trompete) und Wayne Shorter (Tenorsaxophon), bei Adderley aus Nat Adderley (Kornett) und Julian 'Cannonball' Adderley (Altsaxophon). Morgan und Shorter erzeugen eher harsche Zweistimmigkeiten, die beiden Adderleys eher gefällige.

Art Blakeys Einspielung von "Dat Dere" ist um einen erheblichen Dreh jazzmäßiger, zumindest aber hardboppiger als Adderleys, auch ist sie mit 8:48 wesentlich länger als die von Adderley, die es nur auf 5:28 bringt. Im allgemeinen sind längere Titel besser als kürzere, in drei Minuten lassen sich selten Thema - Chorusse - Thema vorstellen.

Aber an der Adderley-Platte ist ganz gewiss nichts auszusetzen, sie ist einfach gute, swingende, blues- und funk-orientierte Musik. Außer "Dat Dere", das in zwei Fassungen zu hören ist, sind noch Nat Adderleys "Work Song" (ebenfalls in zwei Fassungen) und Duke Pearsons "Jeannine" bemerkenswert.

In den ersten zwei Dritteln der 1960er Jahre gab es vier führende, den Ton angebende und stilbildende Quintette im Jazz: Art Blakey & His Jazz Messengers, das Miles Davis Quintet, das Horace Silver Quintet und das Cannonball Adderley Quintet.

Alle vier haben Geschichte geschrieben und haben uns mit vorzüglicher Musik versorgt. Dafür werden wir sie immer schätzen und lieben.
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Them Dirty Blues
Them Dirty Blues von Cannonball Adderley (Audio CD - 2000)
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