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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel besser als sein Ruf
Um sich FEGEFEUER DER EITELKEITEN in der Filmversion nähern zu können, muss man zunächst auf seine Schwächen hinweisen:
Tom Hanks ist nichts anderes eine eklatante Fehlbesetzung. Er verkörpert nicht den Sherman McCoy, der er sein müsste, um in dieser Rolle glaubhaft zu sein. Man stelle sich diesen Wallstreet-Softie im Duell mit einem...
Veröffentlicht am 10. Oktober 2006 von Christian Herweg

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hollywood in ablehenswertester Verfassung
Dieser Film hat rein garnichts mit dem Buch zu tun. Ich erwarte nicht das ein Film in der Lage ist ein Buch wieder zugeben. Schon gar nicht eines von Tom Wolfe. Aber dsieser Film ist eine Zumutung. Filmmusik wie beim "Traumschiff", Dialoge bei denen einem Schlecht wird, zur Komödie verunglimpft. Und natürlich - die können es eben nicht anders - mit...
Vor 8 Monaten von Caroline veröffentlicht


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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel besser als sein Ruf, 10. Oktober 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer der Eitelkeiten (DVD)
Um sich FEGEFEUER DER EITELKEITEN in der Filmversion nähern zu können, muss man zunächst auf seine Schwächen hinweisen:
Tom Hanks ist nichts anderes eine eklatante Fehlbesetzung. Er verkörpert nicht den Sherman McCoy, der er sein müsste, um in dieser Rolle glaubhaft zu sein. Man stelle sich diesen Wallstreet-Softie im Duell mit einem Gegner vom Kaliber eines Gordon Gekko aus Oliver Stones WALLSTREET vor '
Die Synchronstimme von Melanie Griffith ist furchtbar. Obwohl sie sonst passabel spielt, wird ihre Rolle in der deutschen Version einfach nur lächerlich.
Und das Schlussplädoyer des Richters ist viel zu dick aufgetragen, noch verstärkt durch die fratzenhaft abgebildeten Gesichter der Scheinheiligen, als wenn uns hier die Message mit dem Holzhammer eingetrichtert werden soll.

Nimmt man aber diese Mängel in Kauf und ignoriert die zahlreichen Kritiker, deren Enttäuschung wie bei jeder Literaturverfilmung vor allem in einer ihrer Meinung nach ungenügenden Umsetzung der Romanvorlage auf Zelluloid motiviert ist, so kann man einen großen Film entdecken.

Die Handlung ' Wallstreet-Yuppie biegt auf dem Highway falsch ab, wird dadurch in einen Unfall verwickelt und gerät durch eigene Ignoranz in einen katastrophalen Strudel aus Einzelinteressen und Medienhype - ist spannend erzählt.
Die visuelle Umsetzung durch die Kamera ist genial. Jede Szene ist stimmig und elegant gefilmt, ob in der Subway, vor und im Gericht, in der schnittlosen Peter Fellows-Szene in den von Komparsen wimmelnden Hotelkatakomben oder in der Eingangssequenz mit dem Wasserspeier des Chrysler-Buildings.
Bruce Willis spielt hervorragend. Zwar löst auch er sich sehr von seinem Konterpart im Buch, aber seine Interpretation der Rolle ist sehr gut gelungen.
Morgan Freeman ist die Idealbesetzung des Richters und stellt ihn dar voll von respekteinflößendem Sarkasmus.
Und auch das Drehbuch fängt glaubhaft die ganze Scheinheiligkeit, Ego-Zentriertheit, Boshaftigkeit und den Zynismus des Romans ein ' auch wenn hier natürlich weitreichende Zugeständnisse an Filmlänge und Sehgewohnheiten der Zuschauer zu machen waren.

Fazit:
Dieser Film hat es nicht verdient, nur als Oberflop in die Annalen des Kinos einzugehen. Trotz aller vorgenannten deutlichen Schwächen ist er dafür einfach zu gut.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hollywood in ablehenswertester Verfassung, 8. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer der Eitelkeiten (DVD)
Dieser Film hat rein garnichts mit dem Buch zu tun. Ich erwarte nicht das ein Film in der Lage ist ein Buch wieder zugeben. Schon gar nicht eines von Tom Wolfe. Aber dsieser Film ist eine Zumutung. Filmmusik wie beim "Traumschiff", Dialoge bei denen einem Schlecht wird, zur Komödie verunglimpft. Und natürlich - die können es eben nicht anders - mit Happy End. Und obendrein von fast allen Darstellern, inklusvie Tom Hanks, grotten schlecht gespielt.

Ein Machwerk ohne Konturen, was einfach nur in den Mülleimer gehört.

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23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leute, es ist EIN FILM und KEIN BUCH!!, 21. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer der Eitelkeiten (DVD)
Nun muss ich meinem Ärger darüber, dass die Literaturfans ewig über Literaturverfilmungen herziehen, doch mal Luft machen. Immer wieder die gleichen Kritikversatzstücke, wenn doch angeblich für Bücherwürmer die Filme so miserabel sind, dann bleibt doch bei den Büchern. Zwei so unterschiedliche Medien können kaum miteinander verglichen werden, bei einem Film kommen meines Erachtens nach völlig andere Kriterien in Betracht. Hier zählen die visuelle Umsetzung, die Leistung der Schauspieler, Schnitt, Kamera, Regie und vieles mehr. Detaillierte, ausufernde und nicht enden wollende Monologe und Charakterstudien sind bei einigen Filmen sicherlich gefragt, aber beim Großteil der Produktionen kaum das Hauptaugenmerk. Die oben genannten Kriterien sind bei dem vorliegenden Werk allesamt über Durchschnitt, daher vier Sterne. Im übrigen denke ich nicht, dass Filme von Literaturvorlagen zum Zweck des direkten Vergleichs gedreht werden. Den Film kann ich jedem empfehlen, der auf fast perfektes Hollywoodkino mit Starbesetzung und hervorragender Optik steht. Die DVD-Umsetzung ist einwandfrei!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Große Gesellschaftssatire mit genauso großartigen Darstellern - Tom Wolfes Roman mal anders, 14. September 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hillershausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer der Eitelkeiten (DVD)
Der Börsianer Sherman McCoy hat eine Affäre mit Maria Ruskin, die er am Flughafen abholt um gemeinsam in ein Appartement zu fahren. Beide verirren sich mit dem Auto jedoch in der gefährlichen Bronx, die von Schwarzen dominiert wird. Sherman fühlt sich von zwei Schwarzen bedroht und Maria fährt gegen einen von ihnen, der fortan dann im Koma liegt. Sherman möchte zur Polizei, doch Maria hält ihn davon ab und überredet ihn lieber mit ihr ins Bett zu steigen. Die Sache scheint schon halb vergessen, doch die Polizei rollt den Fall auf und kommt Sherman auf die Spur. Dieser fängt daraufhin an seine gesellschaftlich hochgelegenen und noblen Kreise zu missachten...

Diese Tragikomödie und Verfilmung von Tom Wolfes Roman blüht nur geradezu vor Satire. Die höheren Kreise werden entlarvt und bloßgestellt durch die Figur Sherman und dies wird auf so abstruse Weise getan, dass es schon nahezu witzig wirkt zu erkennen, wie Gesellschaft durch filmische Darstellung parodiert werden kann. "Fegefeuer der Eitelkeiten" ist durchsetzt von Sex, Humor und Tragik, insofern möchte man als Betrachter zwar einerseits lachen, doch andererseits fühlt man sich schuldig für die Figuren Sherman und Maria, die mit ihren Offenbarungen gegenüber der Polizei viel zu lange warten. Die Figur Maria ist gut charakterisiert: Nymphomanisch,selbstsüchtig, wenig Aufmerksamkeit besitzend und das Leben genießend ohne dabei auf andere Menschen mit Problemen zu achten. Dieser Charakter spielt eine entscheidende Rolle, denn dies wird ihr letztendlich zum Verhängnis. Brian de Palma hat als Regisseur die Darsteller gut ausgesucht, denn Tom Hanks kommt fabelhaft zur Geltung durch sein sehr markantes amerikanisches Gesicht und insbesondere durch diese Rolle als Verführter, stressiger Börsenmakler und letztendlich Gewinner der ganzen Geschichte, der sich über die Abstrusität des ganzen Falls insgeheim mokiert.

~Bücher-Liebhaberin~
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29 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen nur für Leute mit Humor, 3. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer der Eitelkeiten (DVD)
Bei dem Fegefeuer der Eitelkeiten wartet eine brilliante Satire auf den Zuschauer. Wie üblich ging der Film unter, da die Masse der Menschen wohl zu blöd ist um den Humor des Ganzen zu verstehen. Sicherlich mag das Buch besser sein als der Film, aber ist es das nicht immer?
Für alle diejenigen, die Zweifel an der Art und Weise unseres Lebenswandels haben, ist dieser Film nur zu empfehlen!
Für alle Spiesser kann ich nur sagen schaut euch lieber James Bond oder die neueste erfolgreiche Hollywood-Komödie an!
Peace!
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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Top Persiflage, 17. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer der Eitelkeiten (DVD)
Ich finde diesen Film super. Ich habe das Buch nie gelesen und somit den Abstand, den Film frei zu bewerten, der meinen Vorschreibern teilweise scheinbar fehlt: Ja - die Personen sind übertrieben und alles ist überzogen, denn es handelt sich hier um eine Persiflage. Nicht gemerkt? Schade, denn der Film ist amüsant und zugleich spannend. Die dargestellten Personen sind Karikaturen, jede große amerikanische Interessengruppe wird hier durch den Kakao gezogen. Das ist gelungen.

Vergleiche mit Filmen wie Wall Street sind fehl am Platze und glaubt vielleicht jemand ernsthaft, die Leute an der Wall sind so wie in dem gleichnamigen Film?
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein beispielhaftes, waschechtes Hollywood-Debakel - Fehlgeleitet, unausgewogen, aber trotzdem sehr interessant und unterhaltsam, 3. Oktober 2012
Von 
Florian Hoffmann (Homburg/Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer der Eitelkeiten (DVD)
HINTERGRÜNDE:

"Fegefeuer der Eitelkeiten" ist ohne Zweifel ein ganz besonderer Film, so wie es ihn nur alle paar Jahre gibt. Leider rührt das weniger von der Qualität des Films selbst, sondern wegen seiner unrühmlichen Bedeutung für das Filmgeschäft selbst. Auf dem Papier las sich alles wie ein unschlagbares Unterfangen: Ein großer Studiofilm, der das Ende der Achtziger Jahre wohl heißeste literarische Material adaptierte, geführt von Meisterregisseur und Enfant Terrible Brian De Palma und besetzt mit Superstars wie Tom Hanks, Bruce Willis und Melanie Griffith, konnte eigentlich nur ein Gewinner rauskommen.

Doch es entstand ein beispielloses Hollywood-Fiasko, das nach einer sehr problematischen Produktion, bei der sich das ursprüngliche Budget von knapp über 20 Millionen Dollar fast verdoppelte, von Kritikern genüsslich abgeschlachtet wurde und mit nur 14 Millionen Dollar Einspiel eine erschütternde finanzielle Bauchlandung machte. Das Problem lag schon in der Wurzel: Trotz aller Popularität und Kontroverse um Tom Wolfes Vorlage, wie macht man aus einem bitterbösen, satirischen, hochkomplexen, fast 700-seitigen Roman, der fast ausschließlich von unsympathischen Charakteren besetzt ist, einen erfolgreichen Hollywoodfilm, der ein großes Publikum anspricht?

Schon bei der Besetzung konnte man als Beobachter feststellen, dass das eigentlich nicht möglich ist: Der bislang primär comedy-erprobte Tom Hanks war für viele von Beginn an eine Fehlbesetzung als arroganter, unmoralischer Schnösel und Protagonist Sherman McCoy, doch besonders Bruce Willis Casting als britischer Journalist und Autor Peter Fallow sorgte für großes Kopfschütteln bei Lesern des Buches. Als dann noch der Afro-Amerikaner Morgan Freeman Alan Arkin als Bronx-Richter Kovitsky zum "rassischen Gleichgewicht" ersetzt hat, wusste wohl auch spätestens Tom Wolfe, dass die Adaption seines Stoffes mit seinen Intentionen nicht mehr viel zu tun haben wird.

Dann ist da natürlich der Anführer der Gruppe, als eindrucksvoller visueller Stylist, Meister des Makabren und des Suspense-Thrillers bekannt, war Brian De Palma von Anfang an eine eher unkonventionelle Besetzung des Regiestuhls. Seit Jahren versuchte er seine exzentrische und außergewöhnliche Art mit Mainstream-Kost zu verbinden, was ihm auch zweifelsohne mit seinem bis dato größten Erfolg "The Untouchables" eindrucksvoll gelang. Sein darauf folgender, vielleicht komplettester Film "Die Verdammten des Krieges" floppte jedoch leider. Mit "Fegefeuer der Eitelkeiten", einem Buch, das er sehr mochte, bat sich eine einmalige Möglichkeit für den Filmemacher.

Doch bei einem so großen Studiofilm musste De Palma schnell feststellen, dass er um jede kreative Entscheidung vor seinen Vorgesetzten kämpfen musste, viele Köche wollten an dieser Suppe mitkochen und die Produktion rutschte schnell in chaotische Bedingungen, bei der das Budget mehr und mehr eskalierte. Die Medienaufmerksamkeit war bei dieser bis dato größten Produktion in New York City enorm, ein möglicher Flop wurde schon von aussen herbeigeschwört.

Nach unzufriedenstellenden Testscreenings wurde der Film schließlich umgeschnitten, um das ohnehin schon verwässerte Material einer breiten Masse bekömmlicher zu machen, heraus kam ein denkwürdiger Hollywood-Fehlschlag, der brilliant und mit großer Objektivität von der Autorin Julie Salamon in The Devil's Candy: The Anatomy Of A Hollywood Fiasco festgehalten wurde. Salamon hatte kompletten Zugang zur Produktion, war von Beginn an bis zum bitteren Ende hautnah dabei und erstellte ein faszinierendes Buch, das einen beispiellos ungeschönten Blick auf die Entstehung einer Hollywood-Produktion wirft.

RE-EVALUATION:

Doch ist der Film tatsächlich so schlecht, wie er von allen gemacht wurde? Eher nicht. "Fegefeuer der Eitelkeiten" ist ein faszinierender Film, ein großes, aber sehr unterhaltsames Durcheinander, bei dem man, besonders nach Lektüre von Salamons Buch, merkt, dass eine größere Vision von De Palma unter der aalglatten Hollywood-Oberfläche schlummert, aber einfach nicht ganz zum Vorschein kommen kann. Er versucht das Material ironisch zu überspitzen, doch wird immer wieder ausgebremst, wodurch der Film nie scharfzüngig genug ist, nie weit genug geht und nicht ausreichend übertreibt.

Es ist letzten Endes nichts Halbes und nichts Ganzes, ein unausgewogener satirischer Blick auf die Dekadenz des Amerikas der Achtziger und das unmoralische, geheuchelte, eigeninteressierte Handeln wichtiger Personen, etwa des Bezirksstaatsanwalts Abe Weiss (F. Murray Abraham) oder des Reverends Bacon (John Hancock). So bleibt ein unfokussierter Film zurück, der einfach nicht genau weiß, was er eigentlich ausdrücken will. De Palma-Fan Quentin Tarantino brachte es auf den Punkt, denn er sagte, dass nur ein Spitzenfilmemacher wie De Palma im Hollywood-Studiosystem einen solchen Fehlschlag produzieren konnte, der anstatt alles auf sicher zu spielen, versucht nach den Sternen zu greifen und etwas ganz Außergewöhnliches zu erschaffen und dabei glorreich und mit Pauken und Trompeten scheitert.

So mangelt es "Fegefeuer der Eitelkeiten" einfach einer einzigartigen Vision, einem deutlich erkennbaren roten Faden. Tom Hanks ist durchaus amüsant in seiner Rolle, er macht seine Sache gut und es gelingt ihm, sein sympathisches Image zumindest teilweise abzulegen, wodurch er schon öfter angenehm schmierig rüberkommt. Bruce Willis ist fehlbesetzt, besonders wenn man das Buch kennt, er wirkt einfach neben der Tatsache, dass kaum weniger britisch sein könnte, als Journalist recht unglaubwürdig.

Melanie Griffith, na ja, an ihr scheiden sich ein wenig die Geister. Ihr Charakter der Sherman-Geliebten Maria Ruskin soll eigentlich die begehrenswerteste Frau sein, die man sich vorstellen kann. Ob es ihr gelingt, diese Qualität rüberzubringen sei dahingestellt, ihre überdrehte, leicht dumpfbackige Art weiß aber schon stellenweise zu amüsieren. Morgan Freeman ist natürlich grundsätzlich auch krass fehlbesetzt, da er eben kein weißer Jude wie im Buch ist, dennoch strahlt er gewohnte Autorität aus und verlässt den Film eigentlich unbeschadet.

Nette Akzente in den Nebenrollen bietet vor allem der großartige F. Murray Abraham als gnadenlos eigennütziger Bezirksstaatsanwalt Abe Weiss. Bei seinen Szenen funktioniert der Film gut, Abraham scheint das Material zu verstehen und übertreibt teilweise köstlich. Auch überzeugend ist John Hancock als Prediger Bacon, der auch herrlich überspitzt spielt. Kim Cattrall als Shermans Ehefrau Judy McCoy mag zwar für den ein oder anderen etwas nervig sein, jedoch macht ihre ebenfalls übertriebene Spielweise durchaus Spaß. Alan Kings Restaurantszene, bei der er nahezu hyperventilierend eine absurde Geschichte über etwas weltfremde arabische Touristen erzählt, und sich dabei zu Tode lacht, ist eines der seltsamen Highlights des Films, die die satirische Art des Materials auf den Punkt bringt. Donald Moffat als Shermans Vater setzt auch gute Akzente, die dem Film jedoch etwas Emotionalität geben.

Ausser Frage steht die Tatsache, dass "Fegefeuer der Eitelkeiten", wie von De Palma gewohnt, wunderbar aussieht. Meisterstück ist wohl die Eröffnung des Films, die fast fünfminütige, atemberaubende Plansequenz, bei Bruce Willis eingeführt wird. New York sieht großartig aus, wird wunderschön und mit bewusst eigesetzter Künstlichkeit fotografiert.

Gerade für Nichtkenner des Buches ist "Fegefeuer der Eitelkeiten" wohl durchaus eine angenehme, wenn auch hier und da irritierende Unterhaltung. Das Material wurde leider trivialisiert und am Ende fühlt man sich irgendwie leer und kaum schlauer wie vorher. Was der Film genau ausdrücken will, bleibt eher unklar. Die groß angelegte Rede von Morgan Freeman am Ende wirkt irgendwie fehlplatziert, die Funken sprühen nicht, wie sie sollen. Man merkt (und wenn man "The Devil's Candy" gelsen hat, weiß), dass De Palma sich bei solchen Szenen einfach nicht wohl fühlt. Der Film bietet einfach keine sinnvolle Katharsis, als interessanten, oft mutigen und oft fehlegeleiteten Fehlschlag ist "Fegefeuer der Eitelkeiten" sicher ein sehenswertes Werk.

DVD:

Die DVD bietet leider keinerlei Bonusmaterial. Das Bild ist auch eher schwach, der Original-Ton jedoch weiß durch angenehme Räumlichkeit und deutliche Stimmen durchaus zu überzeugen.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Brian De Palma zeigt sich auch hier als würdiger Hitchcock-Schüler, 13. Juli 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer der Eitelkeiten (DVD)
Starbesetzte, routinierte Gesellschaftssatire mit Tom Hanks, Melanie Griffith und Bruce Willis. Meines Erachtens war der Film zu Unrecht für fünf Goldene Himbeeren nominiert.
Tom-Hank-Fans sollten die Tom Hanks Box (mit zusätzlich The Green Mile und E-Mail für Dich) in Erwägung ziehen, was bei dem derzeitigen Angebotspreis der Einzel-DVD aber keine lukrative Alternative darstellt.
Leider bietet die DVD keinerlei Extras. Die Bildqualität ist nur durschnittlich, das Bild leicht überbelichtet.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehenswert nach Finanzkrise und Strauss-Kahn!, 1. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer der Eitelkeiten (DVD)
Ich habe "Fegefeuer der Eitelkeiten" gerade nach langer Zeit wiedergesehen. Der Film gewinnt neue Aktualität nach der Finanzkrise mit dem kläglichen Scheitern der "Masters of the Universe" und nach der Affäre Dominique Strauss-Kahns in New York, die ihm (und uns) ähnliche Bilder bescherte wie hier Sherman McCoy. Ich habe (leider) Tom Wolfes Buch noch nicht gelesen und sehe mir daher den Film unbefangen an. Ich finde ihn gut! Eine böse und sicher gültige Satire auf die New Yorker Gesellschaft. Natürlich ist Tom Hanks als Börsenhai unglaubwürdig - dafür dann als tumber Tor durchaus einleuchtend. Bruce Willis ist grossartig als heruntergekommener Reporter, Melanie Griffith ist schrecklich nervig aber überzeugend. Am besten gefällt mir allerdings Morgan Freeman als Richter, zynisch aber mit Moral. Auch die anderen, kleineren Rollen sind gut besetzt. Insgesamt machte mir der Film viel Spass - und ich denke, dass ich das Buch doch noch lesen sollte... Noch ein Rat: wer kann, sollte sich den Film auf Englisch ansehen.
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12 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hanks als souveräner Alter Ego Tom Wolfes..., 14. Juni 2001
Von 
R. Schmid (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer der Eitelkeiten (DVD)
Unter anderem durch die überzeugende Darstellung Tom Hanks` gelingt die filmische Umsetzung der literarischen Vorlage: intelligent, spannend, witzig. Bravo !
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