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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unzeitgemäß!, 21. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Makes A New Impression / Phase II (Remastered) (Audio CD)
Jaaaa, doch, irgendwie schon....

....dachte ich zunächst "die hätt's nicht auch noch gebraucht" - klang sie doch einfach wie eine Kopie von Diana Ross & The Supremes - so verschiebt sich Stück um Stück dieser Eindruck. Dass es überhaupt zu dieser Erstimpression kommt ist eindeutig den beiden auffälligsten Songs dieser Zusammenfassung ihrer ersten und zweiten LP geschuldet: "Stop! In the Name of Love" und "My World ist empty...", beides zentrale Songs des Supremes Katalogs und zu diesem Zeitpunkt schon 5 bzw. 6 Jahre alt, also mit bereits erprobtem Hitpotential. Hinzu kommt, dass Frau Joseph entspannt die Stimme von Frau Ross doubeln könnte.

Doch führt dieser vorläufige Eindruck in die Irre. Das hier besitzt jede Menge Eigenständigkeit - oder, vielleicht besser, beinhaltet jede Menge sonstige Einflüsse, so dass es in Summe durchaus für sich stehen kann. Es handelt sich z.B. um keine Motown/Detroit-Aufnahme sondern um eine von Stax in den Muscle Shoals- und Memphis-Studios produzierte. Das alleine erzeugt schon einen eigenen Klangeindruck - Southern- statt Northern-Soul eben. Zudem sind die Musiker halt auch die studiotypischen: Barry Beckett, Eddie Hinton, David Hood, Roger Hawkins, Jimmy Johnson, Cornell McFadden etc.

Was ihre Einzigartigkeit aber im Besonderen ausmacht, ist die Tasache, dass gerade diese beiden allseits bekannten Supremes-Songs - beide selbstverständlich von Holland-Dozier-Holland geschrieben - von ihrem süßlich-eleganten Motown-Popgewand befreit werden, geradezu geschlankt, entschlackt, ohne ihren Charakter zu verlieren, ohne Potential einzubüßen. Außerdem werden sie instrumentell verlängert. "Stop!..." auf sage und schreibe 8.06. Sie werden damit dem Zeitgeist der frühen 70er angepasst, der Zeit der Improvisation und des Ausspielens von musikalischen Ideen.
Was hier aber versucht wird, und das ist das Zweifelhafte an diesen beiden Aufnahmen, ist den zu diesem Zeitpunkt bereits überholten Soul der frühen Supremes in ein Gladys Knight- und Aretha Franklin Gewand zu kleiden, ihn eben nochmals verkaufbar zu machen. Doch die Zeit dieses Soul stand schon kurz vor ihrem Ende - Disco stand vor der Tür, Aufbruch, nicht wertkonservatives Festhalten an Althergebrachtem.

Dies klärt bereits, warum es nicht zu 5 Sternen gereicht hat. Auch wenn man im Nachhinein immer schlauer ist. Hinzu kommt, dass die sonstigen Songs, meist von Fred Briggs geschrieben, nicht an das H-D-H-Niveau heranreichen - auch wenn Margie Fosters Stimme es spielend schafft eine Diana Ross nahe Qualität zu erzeugen. Dass das dann aber eben auch mit dem eigenen Starstatus nicht so richtig klappen wollte, liegt vermutlich eben auch genau daran: wer benötigt schon eine zweite Frau Ross, wo das Original doch schon so überwältigend....war?!
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