Fashion Sale Hier klicken reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos Microsoft Surface Learn More Eukanuba Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
40
3,8 von 5 Sternen
Format: DVD|Ändern
Preis:17,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 29. November 2006
Es gibt Filme, bei denen stimmt irgendwie alles und jedes Detail fügt sich in ein harmonisches Ganzes. Frantic ist so ein Film. SchauspielerInnen, Sets, Dialoge, Spannungsbogen, Regie, Story und manches mehr tragen das ihrige bei, einen athmosphärisch dichten, spannenden und zeitlosen Film über eine Entführung, eine amouröse Zweckgemeinschaft und den Machtkampf konkurrierender Geheimdienste zu schaffen. Ohne Polanskis Zutun wäre Frantic vermutlich zur Mainstream-Dutzendware geworden - mit ihm jedoch liegt über diesem Movie eine Aura des Besonderen, die man in jeder Szene spürt. Man atmet ganz beiläufig noch viel Pariser Lokalkolorit der 80er Jahre, z.B. mit der tollen Musik von Grace Jones (I've seen this face before), den damals starken Outfits, der übertriebenen Schminke etc. Aber alles ganz dezent eingebaut und nicht übertrieben dominant. Harrison Ford spielt wie immer engagiert, überzeugend und ein wenig abgeklärt - die eigentliche Hauptrolle aber ist der herausragend gespielte weibliche Part seiner Filmpartnerin Emmanuelle Seigner. Warum die junge Frau nach dieser Top-Glanzleistung nicht zum internationalen Star avancierte ist mir ein echtes Rätsel! Nicht nur das sie toll aussieht - das tun viele und ist keine Kunst - Seigner hat echte Stärke im Charakterfach, Ausdruck und Charisma. Eben das, was das Busenwunder vom Star unterscheidet wie die Bravo vom Stern.

Mein Fazit: Frantic ist vielleicht nicht der Beste Film aller Zeiten - aber zu allen Zeiten der beste Film für einen schönen, spannenden Kino-Abend.
22 Kommentare| 22 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Dezember 2005
An diesem Film stimmt nun einfach wirklich alles. Die Geschichte ist absolut perfekt konstruiert und ist spannend von der ersten Minute bis zum Schluss. Die Akteure sind bis in die Nebenrollen erstklassig besetzt und dieser Film hat, was ganz wenige Filme haben: Ambience!
Beispiele gefällig?
Nur schon die Eröffnungsszene, wo Ford und seine Frau im Taxi vom Flughafen nach Paris gefahren werden: Der Taxi hat einen Plattfuss, und Ford kann kein Französisch. Der Afrikanische Taxifahrer flucht in bestem Französisch und Ford steht recht dumm und aufgeschmissen daneben.
Oder dann die Szene, wo der Hoteldirektor (gewohnt, von seinen Angestellten stets als kleiner König behandelt zu werden) dem Concierge nach Hause anruft, und dessen Sohn hängt das Telefon auf, weil sein Vater ihm verboten hat, ihn zu wecken: Nur schon das Gesicht des Direktors spricht Bände!
Oder die Szene im Blumenladen. Oder diejenige rund um die Freiheitsstatue. Ach, die Liste könte noch so lange werden...
Der Schauplatz Paris ist sehr stimmig inszeniert: mit all seinem Dreck, seiner winterlichen Kälte, seinen Bistros und seinem Leben und den muffigen Hinterhöfen. Wer einmal in Paris gewesen ist, weiss:
Genau so fühlt es sich an.
Fazit:
Dieser Film ist für die Ewigkeit. Man kann ihn sich auch nach Jahren immer wieder anschauen und damit eine Reise nach Frankreich tun.
Polanski hat ja einige grosse Filme gedreht, aber meiner Meinung nach ist dieser sein Meisterwerk.
11 Kommentar| 26 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Februar 2014
Diesen Film habe ich mindestens 5 Mal im Fernsehen gesehen und nun läuft er leider nicht mehr so oft, so habe ich mich dazu entschieden, ihn zu kaufen, denn er hat einen ganz speziellen Rhythmus, eine ganz spezielle Story und ist einfach super gemacht und super gespielt! Ein Genuß!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Oktober 2010
Film:
Der hier vorliegende 120 min. Film von Roman Polanski aus dem Jahre 1987 ist die identische dt. & US Kinofassung.
Harrison Ford spielt einen amerikanischen Arzt, dessen Frau (Betty Buckley) in Paris plötzlich spurlos verschwindet. Auf der Suche nach ihr schlägt er sich mit einer ungewohnten Sprache in einer unbekannten Stadt herum, mit trägen Polizisten, Bürokraten, die stets auf drei Durchschlägen bestehen, und auch mit einer aufmüpfigen, geheimnisvollen Obdachlosen (Emmanuelle Seigner), die mehr weiß, als sie zugibt. Der Streifen fängt harmlos an und wird zunehmend spannender und bedrohlicher. Ganz zu schweigen von Polanskis und Fords Präzision, die in jeder Filmeinstellung spürbar ist.

Bild: HD-Widescreen (16:9, 1.85:1) 1920x1080p. Der Bildtransfer in Farbe u. Detailtiefe ist nur akzeptabel und liegt leider nur auf DVD-Niveau. In einigen Szenen ist auch starkes Rauschen oder Filmkorn erkennbar. Das liegt auch am vorliegenden Ausgangsmaterial, bei dem auf ein aufwendiges Bildmastering leider verzichtet wurde. Halber Punktabzug!

Ton: Auch hier nur ein Minimum an Ton. Englisch in DTS 2.0 und Deutsch in Dolby Digital 2.0 und weitere 6 europäische Fremdsprachen (siehe Amazonbeschreibung).
Die Englische Tonspur ist noch mit gut zu bewerten, doch die deutsche Synchro hängt hier leider stark nach. Befriedigende Tonspur, die Sprachausgabe wechselt zwischen zu hoch und dumpf. Eine Abmischung mindestens in DD 5.1 hätte hier viel gebracht und wäre ein Qualitätssprung gewesen. Daher halber Punktabzug!

Die Untertitel sind in Englisch, Deutsch, Französisch, Portugiesisch, Tschechisch, Rumänisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Bulgarisch, Polnisch, Italienisch, und Thailändisch vorhanden. Offensichtlich war hier noch viel Platz auf der Scheibe.

Extras: Fehlanzeige! (Leider kein Making-of, Interviews mit Schauspielern, Deleted Scenes, Bilder vom Set, Trailershow, Darstellerinfos, Bildergalerie u.s.w.) Daher Punktabzug.

Ausstattung: Cover mit FSK-Logo ohne Wendemöglichkeit. Ein Booklet gibt es auch nicht.

Fazit: Ein wirklich spannender Thriller von Roman Polanski. Die Blu-ray Umsetzung von den Warner Filmstudios ist lieblos. Ich hätte mir ein besseres Bild- u. Tonmastering, umfangreiche Extras und ein weiterführendes Booklet gewünscht.
11 Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Juni 2013
Tolles Drehbuch und Superbesetzung zeichnen diesen schon etwas älteren Film aus.
Handlung und Atmosphäre halten den Zuschauer gefangen.
Wer den Film noch nicht gesehen hat,sollte dies tun-vorausgesetzt er nimmt sich Zeit und Ruhe dafür.
Allerdings sollte keiner glauben soviel Atmoshäre sei langweilig.Es fällt einem nicht schwer sich mit
den Caracteren des Filmes zu identifizieren.
Sehr Empfehlenswert!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. März 2016
Nachdem ich den Film mit meinen Kids angeschaut habe, muss ich eingestehen, dass er aus meiner heutigen Sicht schlecht und kein Filmklassiker ist. Ich hatte den in den 80ern als guten Thriller in Errinnerung behalten.

Dann noch diese zig mal diesen unmusikalischen Amanda Lear Sing-Sang im Film - wobei der Soundtrack von Morricone ordentlich ist, und auf der Habenseite steht.

Ich mag jetzt gar nicht im Detail eingehen wo es aus heutiger Sicht überall hackt. Einen guten Thriller von heute, mit einem gewissen künsterischen Anspruch, den Frantic ja hat, wäre für mich z.B. Drive von Nicolas Winding Refn. Da liegen aber Welten zwischen beiden Filmen, was die Athmosphäre und filmischen Qualitäten angeht.

Frantic war ein guter 80er Jahre Thriller, weil so viele Filme (natürlich nicht alle) noch schlechter waren.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 19. Februar 2014
...aber so wie weiland Gene Kelly mit quietschbunten Farben, Künstlerromantik, einem giggelnden Mädel und oh là là ergeht es Chirurg Paul Walker (Harrison Ford) nicht. Angeblich hat er einmal eine klassische Paris- Romantik genossen, 1968, ausgerechnet. Nun, 1987, hat er ganz andere Gründe, auf die Barrikaden zu gehen: Beim Revival anlässlich eines Ärztekongresses läuft so einiges schief, erst sind es die kleinen Missgeschicke und Missverständnisse des Alltages, dann ist auf einmal Pauls Frau Sondra verschwunden. Entführt, wie Paul annahmen muss. Was ihm niemand glaubt. Und französisch kann er auch nicht. Ausgangspunkt für eine abenteuerliche Odyssee...

Roman Polanskis Paris-Thriller ist vieles in einem. Zuvörderst meines Erachtens eine Hitchcock-Hommage, eine der besten, die nicht einfach nur zitiert, sondern Hitchs Elemente zu etwas eigenständigem verarbeitet. Viele kleine Zeichen: Aus den Vögeln ist eine schwarze Katze als Unheilsbotin geworden. Paul, der auf eigene Faust in der Fremde agieren muss, wirkt wie einer von Hitchs vielen unschuldig Verdächtigten, oder wie jemand, der fremde Rollen annehmen muss, ohne eigentlich je genau zu verstehen, was da eigentlich gespielt wird. Cary Grant ist so einer in "Der unsichtbare Dritte"; wie auch Paul Walker spielt er einen Nicht-Fachmann, der zur Detektiv- und Agententätigkeit kommt wie die Jungfrau zum Kinde. Und der sich in der Fremde zurechtfinden muss, die im Falle des Polanski-Filmes noch zusätzlich eine äußere Fremde ist. Auch die Identitätswechsel haben wir: So wird Paul auf die schöne junge Französin Michelle treffen und muss sich ein ums andere Mal als fremdgehender verheirateter Mann ausgeben. Wir wissen nie ganz genau, ob es ihm nicht auch ein bisschen gefällt. Kleine Blicke und Zeichen in der Anfangs- und Schlussphase, die hektischen Planungen des Alltags und was dabei schief geht suggerieren, dass diese Ehe vielleicht nicht schlecht, aber vielleicht auch nicht gerade aus dem Bilderbuch ist. Hitchcocks spöttische Seite, sie ist auch hier.

Die Spionagegeschichte kommt wie eine abenteuerliche Schnitzeljagd vom Hundertsten ins Tausendste, allzu wahrscheinlich ist das alles nicht. Und wer da nun genau was mit einem zigarettenschachtelgroßen Bauteil anfangen will, mit dem man angeblich Atombomben zünden kann, bleibt ebenfalls im Dunkeln. Dafür wird das Teil schon mal im Pulver einer Kaffeedose versteckt. Oder taumelt haarscharf am Abgrund über den Dächern von Nizza, äh, Paris.

Man kann das alles undurchsichtig und hanebüchen finden, man kann sich aber auch an diesem herrlich McGuffinesken roten Faden ergötzen. Nur zur Erinnerung: Der McGuffin, ein Fantasiewort von Hitchs Gnaden, ist etwas, das für die Handlung total unwichtig ist, aber für die Motivation der Protagonisten total wichtig. Zum Beispiel Hitchs "Eine Dame verschwindet": Was ist die Botschaft, die eine alte Dame verschlüsselt in einer Melodie überbringt, warum ist sie für die Britische Landesverteidigung so wichtig? Wir erfahren es nie, aber es ist das Öl, das die Thrillermaschine am Laufen hält. Nun also dieses Atombombenzündteil. Wir spüren, dass Polanski sich durchaus etwas dabei gedacht hat, dass es nicht nur Mittel zum Zweck der Spannung ist, dass darin auch ein bissiges Misstrauen gegenüber jeglichen Bemühungen um terroristische Macht oder nationale Sicherheit zu sehen ist. Polanski zeigt, darin wiederum "Der unsichtbare Dritte" ähnlich, dass Geheimdienstler wie Terroristen für ein undefinierbares Nichts buchstäblich über Leichen zu gehen bereit sind. Und dass die klassische Gut-Böse-Unterscheidung wegfällt. Nicht nur die im Genre üblichen Schnarchnasen von Polizei und Botschaft, sondern auch zwei üble Gewalttäter, die wie Verbrecher auftreten, sind "wahrscheinlich unsere Leute", wie ein US-Botschaftsangehöriger einmal sagt. Irre, boshaft, scharfsinnig. Undurchsichtig, weil auch die Moral die Übersicht verliert.

Polanski ist insoweit noch etwas besser, als er die Örtlichkeit, das fremde Land, besser nutzt als Hitch, der oft nicht frei von einem touristischen Klischeeblick ist (Schokoladenfabrik in der Schweiz in "Secret Agent", Windmühle in den Niederlanden in "Foreign Correspondent" usf., bis hin zu "Der Mann, der zuviel wusste", wo sich Jimmy Stewart für die Sitten und Kultur Marokkos einen Dreck interessiert). Das ist ein Paris-Film, und was für einer! Obwohl es zu kurz gegriffen wäre, zu sagen, hier räumt endlich einmal jemand mit den romantisierenden Hollywoodparisfilmen auf. Die berühmten Gebäude und Plätze, sie kommen in hoher Anzahl vor, Eiffelturm, Seineufer, was weiß ich. Auch Kraxeleien über die schiefen Dächer von Paris sind schon fast ein Klischee, bis zu Charlie Chaplin zurückreichend. Eine "Ente" ziert in einer wichtigen Szene die Straße, und seltsamerweise findet man immer einen Parkplatz genau dort, wo man ihn braucht. So ganz cinéma vérité ist das dann auch wieder nicht. Gleichwohl unterstreicht diese Gleichzeitigkeit von örtlichen Erwartungen und inhaltlich-emotionalen Enttäuschungen, dass Polanski sehr lustvoll mit den Klischees spielt und etwas ganz Neues daraus macht, statt sich in bloßen Zitaten und Präsentationen zu ergehen. Im Übrigen beschränkt der Film seinen galligen Spott ja nicht auf die französische Hauptstadt; auch die USA kommen, wie sie ihre Finger in schmutzigen Geschäften haben, schlecht weg, auch hier über die Pervertierung eines nationalen Ortssymbols: Das Atomwaffenteil ist ausgerechnet in einem Freiheitsstatuenmodell versteckt, eine zweite Freiheitsstatue mitten in Paris lässt den armen Walker noch stärker (wenn auch nur kurzzeitig) die Orientierung in jeglicher Hinsicht verlieren. Das Mini-Modell wird übrigens abstürzen, zerbrechen und sein hässliches Inneres freigeben. Wenn das nicht politische Symbolik ist, was dann?

Obschon keine reine Komödie, sondern ein Thriller, übernimmt Polanski von Hitch auch die kleinen humoristischen Spitzen am Rande, auch im Makaberen, wenn Paul nonchalant noch mal eben den Kopf eines Toten hebt, um die Autotüre schließen zu können, nur so als Beispiel. Und den Trick, dass der zur Verstellung genötigte Held gerade in einem Umfeld, das ihm Geborgenheit geben sollte, verloren ist. Die freundlich wirkenden Sicherheitsleute des Hotels sind ihm ebenso wenig Hilfe wie die gar nicht mal unfreundlichen Polizisten bei Hitch (z.B. "The Wrong Man"). Und mehr als einmal trifft Paul in den unpassendsten Situationen auf angestrengt joviale Ärztekollegen, die ihn angesichts seiner jungen schönen Begleitung für einen alten Bock halten, natürlich anerkennend.

Was dann aber ganz und gar eigenständig ist, ist die Fotografie. Das ist lupenreiner Neo-Noir, mit einem zwischen Realismus und ganz eigenwilliger Künstlichkeit schwankenden Paris. Dunkle Straßen mit sich spiegelndem Kopfsteinpflaster, Fluchtperspektive, das Blau der Neonreklamen und das Gelb der Autoscheinwerfer, wie das in den 1980ern in Paris noch war. Die schummrigen Bars aller Art, die geheimnisvolle fremde femme fatale, von der wir nicht genau wissen, wie fatale sie ist. Auffällig, dass Paris fast zu jeder Tages- und Nachtzeit gefilmt wird, immer mit jeweils ganz eigenwilliger Beleuchtung und anderen ästhetischen Entscheidungen. Gelegentliche Tiefenschärfe und eine Linse, die alles im Vordergrund unnatürlich groß werden lässt, erinnern uns daran, dass man auch auf den Hintergrund achten sollte, in jeglicher Hinsicht. Oder das lässt erkennen, wie blank die Nerven Pauls bereits liegen, dessen übergroß fotografierten Händen das Zittern trotz ansonsten äußerlicher Ruhe deutlich anzumerken ist. Das Finale im wolkenverhangenen Morgengrauen mit viel Weichzeichner wirkt verwaschen und somnambul statt geschönt; man denkt fast an die archaische Atmosphäre eines Duells im Morgengrauen. Das feuerrote Kleid Michelles bringt ein Mal glühende Erotik in die Kälte. Auch wenn Polanski, der sich hier wohl in die Darstellerin Emanuelle Seigner (nunmehr seine Frau) verliebte, bei einem sexy Tanz der Dame ein wenig die Gäule durchgegangen sein mögen: Immer schwebt da eine Unsicherheit, ob sich Michelle nicht tatsächlich in Paul verliebt hat und sein Herz so feuerrot erglühen lassen möchte, statt alles nur aus kriminalistischen Gründen zu spielen. Umgekehrt kann man ebenfalls spekulieren... Die Schlussszene ist die letzte gemeine Spitze der Ästhetik, kehrt sie doch die Kamerafahrt des Anfangs um und suggeriert, dass man Paris nun so unspektakulär verlässt, wie man gekommen ist. Für manche mag es so wirken, dass "eigentlich gar nichts passiert ist" und das Leben schlicht weitergeht. Angesichts des Gesehenen der blanke Hohn, und ich vermute, dass das so beabsichtigt ist; es würde zu dem oben beschriebenen galligen Biss des übrigen Inhalts hervorragend passen.

Alles in allem ein grandioser Film, der - das mögen andere als Nachteil sehen, ich nicht - anscheinend ganz bewusst nicht DER ganz großartige neue Paris-Realfilm sein will, sondern ganz und gar Genrefilm, mit allen Augenzwinkereien, die es da so geben kann. Darin aber genauso herausragend wie irre. Dass Polanski die (Atom?-)Bombe nicht platzt, sondern man den Eindruck hat, der prall gefüllte Sack hat dennoch einen homogenen Inhalt, ist fast ein Wunder. Der Film möchte schier zerbersten, ist aber ein geschlossenes Ganzes. Passenderweise ist die Musik ebenso. Grace Jones mit Musette-Klängen, traditionell Französisches, ein Oldie, 80er-Pop, da kommt schon bei der score music ganz schön was zusammen. Und dann erst die Hintergrundmusik von Urgestein Ennio Morricone: seine elegischen Streicherklänge, diesmal kombiniert mit Schlagzeug, sodass es ein bisschen nach seinen Themen für frz. Actionfilme der 1980er klingt (z.B. "Der Profi"), ein bisschen nach blechernem 80er-Pop und ein bisschen auch nach ganz ureigenen Morricone-Schwelgereien. All das in einem Film. Und siehe da, es hält zusammen!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Januar 2007
Ein amerikanischer Herzchirurg reist mit seiner Frau nach Paris um an einem Kongreß teilzunehmen. Im Hotel angekommen, nimmt der Mann eine Dusche und die Frau telefoniert. Als er ins Zimmer zurückkehrt ist seine Frau zunächst nicht da. Er schläft ein. Stunden später ist er immer noch allein im Zimmer. Er fragt an der Rezeption nach.

Seine Frau bleibt verschwunden. Er geht zur Polizei und zum Konsulat. Muss sich beleidigende Anspielungen gefallen lassen und versucht auf eigene Faust zu ermitteln. Es gibt einen fragwürdigen Mann, der die gewaltsame Entführung einer Frau gesehen haben soll. Eine weitere Spur ist der getauschte Koffer seiner Frau. Er bricht ihn gewaltsam auf und durchsucht ihn. Nichts bemerkenswertes, nur Streichhölzer mit einer Telefonnummer darauf. Als der Arzt den Mann findet, ist er bereits seit Tagen tot. Auf seinem Anrufbeantworter befindet sich der Arzt und eine weitere Frauenstimme.

Diese Frau war der Kurier des Toten und hat den Koffer verwechselt. Die vorübergehende Zweckgemeinschaft scheint nützlich. Schnell gelingt es Übergabeverhandlungen aufzunehmen. Doch diese scheitert. Eine weitere Partei scheint involviert zu sein. Bei der finalen Übergabe kommt es dann zum Showdown.

Das Spannungsniveau ist von Anfang an sehr hoch. Pittoreske Bilder wichtiger Szenen, markanter Details oder einfach nur die Ohnmacht eines Ausländers gegenüber der einheimischen Sprache vermitteln Authentizität und Mitgefühl. Ein gewaltiger Polansik-Film der manchmal an den Altmeister Hitchcock erinnert.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Juli 2015
Hhhmm, - ich weiß nichtmal wo ich anfangen soll; handwerklich zweifellos sauber gemacht, vom Regiegenie eben.

Man erkennt Polanskys Handschrift wieder: Kleiner Mann wie du und ich (der Hauptdarsteller auch hier, wie oft, Polansky ähnelnd, wenn ich mich nicht irre), wird aus dem Alltagsleben unversehens in den Realhorror geschleudert. Wenn hier auch bei weitem nicht so fies wie z.B. in "Der Mieter",- habe ich vor vierzig Jahren mal in Paris im Kino gesehen, und mir ist heute noch mulmig wenn ich dran denke! Das Gruseligste vom Allergruseligen; ehrlich, ich würde es mir auf garkeinen Fall noch einmal ansehen. Zudem total subtil und gemein rübergebracht, ganz ohne Monster, Gespenster, Blut tropft aus der Tapete und derlei KInderschreck. Die Monster sind die Anderen, die Normalen, die Nachbarn, - und das Schicksal grausig, unerklärlich, unentrinnbar!

Man wird vermuten dürfen, daß Polansky das Schicksal seiner in Auschwitz ermordeten Eltern zu verarbeiten versuchte, denn das hatte verdammt viel gemein mit Filmen wie "Der Mieter"!!

Aber nun zu "Frantic", die Handlung ist - jedenfalls im Ausgangspunkt, im Kern der Sache -, nicht unrealistisch, nach dem was sich am Schluß herausstellt, etwas das man aber nicht verraten sollte. Sie ist auch durchaus spannend, ich habe aber eine Eigenart, die mich im Kino manchmal selber stört: ich bin ein Realitäts- und Logik-Junkie!

Ich will es ja garnicht immer, aber ich kann nicht anders, und daher ist mir meist die Freude am Film erheblich geschmälert, wenn Spannungssituationen nur dadurch entstehen, daß die Handelnden im Film sich verhalten, wie sich in der Wirklichkeit kein vernünftiger oder normaler Mensch verhalten würde!

Selbst in berühmten Filmen (hier leicht verändert) , - da rüttelt der Mörder an der Tür, drinnen läuft das Opfer wie ein kopfloses Huhn hin und her, will den Ehemann anrufen (warum auch die Polizei, nicht wahr?) der tausend Kilometer weg in New York auf Geschäfstreise ist, natürlich verwählt sie sich, es meldet sich ein Pizza-Dienst, schließich fällt ihr der Hörer tutend aus den zitternden Händen, die sie dann mit angstvoll aufgerissenen Augen vor den Mund hält. Gleich wird der Mörder zuschlagen. Na und so weiter. Fenster auf und laut um Hilfe rufen, woraufhin selbst ein abgebrühter Mafia-Killer sich erstmal wieder zurückziehen würde, ist nunmal nicht so spannend.

Im vorliegenden Fall nicht unähnlich. Der Hauptdartsteller wird zunächst vom Hoteldetektiv und der Polizei mit Skepsis betrachtet, fühlt sich zu recht auch nicht ernst genommen usw. Bis hierhin herscht auch - einigermaßen -, Realismus, denn tatsächlich kann die Polizei nicht viel tun, wenn zunächst nur der einfache Umstand bekannt ist, daß die Ehefrau weg ist. Sie kann ja durchaus mit einerm Liebhaber durchgebrannt sein.

Wenn aber andererseits der Ehemann aussagt, daß ein Penner aus einer Kneipe, wo er nach seiner Frau suchte, ihm den Ort gezeigt habe, an dem seine Frau von zwei Männern in ein Auto gezerrt wurde - und er genau d o r t ihren Armreif gefunden habe -, dann würde wohl jeder Kriminalbeamte der Welt hellwach, und nicht mehr nur verständnisvoll bis anzüglich lächeln! Der naheliegende Gedanke wäre immerhin, daß die vermutlich doch Entführte den Armreif extra als Hinweis hat fallenlassen. In "Frantic" aber muß der Ehemann sich immer noch nun wirklich verharmlosende, ja alberne Alternativerklärungen eines Kripomannes anhören: vielleicht wäre ja beim ganz normalen einsteigen in ein Auto zufällig der Verschluß des Armreifs aufgegangen usw..

Reaktion des kritischen Zuschauers: so'n Quatsch! Der Film-Ehemann reagiert natürlich verzweifelt, aber - siehe oben -, nur weil die Regie eine Situation kreiert hat, die in Wirklichkeit so niemals entstanden wäre. Man sollte die Pariser Kollegen von Kommissar Maigret nämlich nicht so pauschal als Idioten auftreten lassen, nur damit es spannend wird!

Der Ehemann folgt dann dem klassischen Thema "Allein gegen die Mafia", - und wendet sich auch dann nicht wieder an die Polizei als er nun wahrlich genug auf der Hand hat, um diese vom tatsächlich kriminellen Hintergrund des Verschwindens seiner Frau zu überzeugen. Ja er behaupet später sogar, das von den Bösen zerwühlte Hotelzimmer entgegen seiner ersten Anzeige selber durcheinander gebracht zu haben, usw.

Null Grad auf dem Realismus-Thermometer: in der Realität hätte der Mann absolut garnichts erreicht, während die immerhin nicht unerheblichen Möglichkeiten der Pariser Polizei brachgelegen hätten.

Ich habe übrigens einmal selber eine verschwundene seit kurzem Geliebte (Südamerikanerin aus dem Rotlichtmilieu) als vermißt gemeldet; es sprachen auch einige sehr merkwürdige Dinge für eine Entführung, u.a. gab es keine Adresse, sondern nur eine Telefonnummer in Athen, unter der sich aber nur eine unfreundliche alte Frau meldete usw. Es war allerdings doch keine Entführung durch Zuhälter, wie sich schließlich herausstellte. Aber es gab auch keine trotteligen Kripoleute (" Wird schon nichts passiert sein..!") wie im Kino. Gegen Ende der Geschichte wurde mir telefonisch mitgeteilt, mit welchem Flug die Lady in Frankfurt ankommen würde,in Begleitung eines Ausländers, und daß man sie dann abfangen würde.

Und ganz zum Schluß hatte ich noch ein Telefongespräch mit einem wütenden griechischen Schiffsingenieur, dem die über Interpol informierte griechische Polizei die Haustür seiner Ferienwohnung auf einer kleinen ruhigen Insel eingetreten hatte, wonach er dann noch in Handschellen abgeführt wurde und eine Woche in U-Haft saß. Dabei wollten die beiden nur mal in Ruhe Sex-Urlaub machen. Gleichwohl empfindlich gestört wegen meiner Vermißtenanzeige bei der deutschen Kripo. Also, - so blöd ist die Polizei garnicht, in Paris sicher auch nicht!

Aber gut, in "Frantic" zeigt sichr im weiteren Verlauf doch die Kunst Polanskys, - wenn man bereit ist, den Realismusanspruch eine Weile ruhen zu lassen. Der Handlungsverlauf ist zweifellos spannnend, turbulent und zeitweise auch sehr erheiternd. Was sozusagen die andere Seite von Polansky ausmacht. An einigen Stellen habe ich mich übrigens gefragt, ob die ganze Story vielleicht a b s i c h t l i c h so übertrieben unrealistisch angelegt wurde? Als eine Art Jahrmarkts-Possenstück, intelligentes Kasperle-Theater für Erwachsene sozusagen? Hereinspaziert, hier geht die Post ab! Etwa, wenn der Hauptdarsteller über die Dächer von Paris klettert, natürlich ausrutscht, in letzter Sekunde an der Antenne hängen bleibt, - wobei der (übrigens verwechselte) Koffer, in dem offenbar das ist, was die Bösen suchen, aufgeht und sein Inhalt sich (zunächst) unerreichbar über tiefer gelegene Dächer verstreut.

Da geht man doch mit, ist zugleich auch köstlich amüsiert und sagt sich außerdem: "Det jibt et doch janich sowat! Polansky, det haste nu aber jeklaut, wa?" Klar hat er das, aber augenzwinkernd, - man soll es merken!

Fazit und Empfehlung: ruhig ansehen, ist spannend, streckenweise auch witzig und last not least hervorragend geschauspielert; mir hat am besten die Darstellerin der kiffenden amerikanischen Studentin gefallen, die der Ehemann in Paris kennenlernt, die ferner eine Schlüsselrolle im ganzen Drama einnimmt, sich auch in den Mann verliebt, am Ende aber leider stirbt. Muß sie auch, weil sonst das Happy End der innigen Umarmung der wieder vereinten Eheleute geschmälert worden wäre.

Nur eines bitte nicht tun: die Story nicht allzu ernst nehmen!
22 Kommentare|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. November 2000
Dies ist ein schöner Thriller, den man einfach gesehen haben sollte, mit zunehmender Zeit stiegt die Spannung immer mehr. Einem amerikanischem Arzt, brilliant von Harrison Ford gespielt, wird seine Frau in Paris bei einem Ärzte Kongreß entführt. Der Arzt versucht nun natürlich seine Frau zu finden, stoplert völlig unerwartet über ein Komplott, spätestens hier hebt der Film wie eine Rakete ab. Sollte man gesehen haben.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

14,25 €