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am 24. September 2014
Die Handlung dürfte den meisten bekannt sein, weshalb sie hier nur stichwortartig und zu Referenzzwecken verschiedener anderer Aspekte des Films wiedergegeben werden soll. Jedenfalls darf "verraten" werden, dass High Noon alles andere als ein konventioneller Western ist, er bietet keine heldenhafte Vision der Geschichte Amerikas und seines Erbes, hier wird auch nicht der Pionier und die Natur besungen. Drehbuchautor Carl Foreman, Cinematographer Floyd Crosby und Regisseur Fred Zinnemann benutzten das Westernthema in einer bisher unbekannten Strenge und Kargheit allegorisch, um eine jederzeit brüchige Gesellschaft darzustellen. Auch die scheinbare Einheit von Echtzeit und Filmzeit (tatsächlich sind rund 100 Minuten Echtzeit auf 85 Minuten Filmzeit komprimiert), sowie die dokumentarisch wirkende Photographie (Floyd Crosby hatte durchgesetzt, auf jegliche Filter zu verzichten) und das psychologisierende Spiel der Darsteller machen High Noon zu einem über das Genre hinausweisenden Werk - und zeitlos.

Drei Männer reiten in eine unbedeutende Kleinstadt irgendwo um 1880 im Westen, die Einwohner beobachten sie misstrauisch und gehen ihnen aus dem Weg. Sie kennen die drei, vor allem kennen sie den Mann, der nicht mit ihnen reitet, Frank Miller (Ian MacDonald) der etwas später mit dem Zug eintreffen soll. Sie sind die Desperados von denen Marshal Will Kane (Gary Cooper) die Stadt einst gesäubert hatte. Die Reiter passieren das Fenster des Justice of the Peace wo gerade eine Trauung stattfindet. Der soeben zurückgetretene Kane heiratet die junge Amy Fowler. Als sich die beiden das Ja-Wort geben zeigt die Wanduhr 10:33, es ist die erste Uhr in einem Film in dem die Zeit die wichtigeste dramaturgische Rolle spielt. Schnitt zum Bahnhof wo der Station Master um 10:35 ein alarmierendes Telegram erhält. Kanes Erzfeind soll hier um zwölf Uhr mittags eintreffen. Kane hatte ihn einst verhaftet worauf Miller zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt, aber nun aus unerfindlichen Gründen nach nur fünf Jahren begnadigt wurde und zurückkehrt um Rache zu nehmen.

Bürgermeister, Richter und Freunde drängen Kane, die Stadt trotzdem wie vorgesehen zu verlassen, schliesslich würde der neue Marshal tags darauf eintreffen, weshalb die Stadt sicher sei. Nachdem Will Kane und Amy mit ihrem Buggy bereits einige Meilen hinter sich gebracht haben, kommen Kane Zweifel an der Richtigkeit dieser Entscheidung, die er nun als Flucht empfindet und realisiert, dass er sich Miller sowieso irgendwann stellen muss wenn er nicht ewig flüchten will. Als Kane den Buggy wendet kann die kurze Ehe als gescheitert gelten, zumal ihn Amy nach der Rückkehr sofort vor das Ultimatum stellt, entweder sie oder die Stadt. An diesem Sommersonntag wird Kane in 85 Minuten entscheidende Lebenserfahrungen machen. Bereits um 10:53 kauft sich Amy ein Ticket um mit dem selben Zug die Stadt zu verlassen mit dem Frank Miller eintreffen soll und zwei Minuten später stellt ihm sein Deputy Harvey Pell (Lloyd Bridges) ein weiteres Ultimatum, entweder er wird der neue Marshal oder schmeisst hin - Kane lehnt ab und Bridges schmeisst Stern und Waffe auf Kanes Schreibtisch.

Regisseur Fred Zinnemann beschrieb selbst [1] wie er den Film basierend auf drei Elementen visualisierte: 1. Die bedrohliche Atmosphäre, die den ganzen Film bestimmt, symbolisiert durch die ewig statischen Eisenbahnschienen. 2. Gary Cooper in konstanter Bewegung nach Hilfe suchend, schwarz kontrastierend gegen einen weissen Himmel. 3. Der Mangel an Zeit, die als Gegner empfunden werden muss, weshalb in fast jeder Szene mit geradezu obsessiver Präzision eine Uhr gezeigt wird. Somit gewinnt jede einzelne Minute an Bedeutung und erhöht die Spannung, hier ist kein Platz für Füllmaterial, weder szenisch noch in Dialogen.

Zinnemann hatte sich bereits in den 1930er Jahren einen Namen gemacht für low-budget Filme mit ambitioniertem Anspruch. Sein erstes A-picture The Seventh Cross (1944) der mit Spencer Tracy in Hitler-Deutschland spielt, bezeichnete er als Vorahnung für High Noon (1952): "In a country gone berserk a man is running for his life, unable to trust anyone..." [2] Offensichtlich ist High Noon kein Western der den Pionier und das weite Land besingt, er wird vielmehr bestimmt durch die wechselnden Bedingungen denen Hollywood in den frühen 1950er Jahren sowohl kulturell als auch politisch unterworfen war, was sich auch in der Handlung zeigt. Zinnemann drehte 1953 mit From Here to Eternity ein kritisches Drama über das Leben in der US Army, mit dem er Frank Sinatra endgültig zu Starruhm verhalf und insgesamt 8 Oscars einfuhr, was Zinnemann in die Top Liga amerikanischer Regisseure katapultierte.

Den eigentlichen Anstoss zur Produktion dieses Films gab ein Repräsentant der UN, der Stanley Kramer mehrfach mit der Bitte kontaktierte, einen Film über die Gründungsgeschichte der 1945 in San Francisco gegründeten Organisation zu drehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte keiner der später Beteiligten eine inhaltliche Vorstellung, Drehbuchautor Carl Foreman war jedoch am Thema interessiert und schrieb bereits 1948 eine dreiseitige Synopsis ohne Titel in der er das politisch neutrale Vehikel eines Western als strategischen Vorwand für politische und gesellschaftliche Kritik benutzte. Dieser Grobentwurf enthielt bereits das komplette Skelett der späteren Handlung [3]. Mitte 1949 berichtete die New York Times über die fortschreitenden Pläne Kramers einen Western zu produzieren "which would tell the story of a town which died because it lacked sufficient fibre of citizenship to stand behind a man on moral grounds." [4] Damit wurde auch der Titel High Noon erstmals bekanntgegeben.

High Noon entstand in einer politisch brisanten Zeit in der Präsident Harry Truman Stärke demonstrieren wollte. Der Krieg zwischen Nord- und Südkorea führte 1950 zur Intervention der USA und endete erst 1953 mit einem Waffenstillstand. Der republikanische Senator Joseph McCarthy heizte seit 1950 im House Committee on Un-American Activities (HUAC) auf der hysterischen Suche nach angeblichen Kommunisten im öffentlichen Leben der USA die innenpolitische Stimmung auf. Auch für High Noon bleibt gerade dies nicht ohne Folgen: Drehbuchautor Carl Foreman wird im April 1951 als "unfriendly witness" vorgeladen und verweigert die Aussage. Das bringt ihn auf die berüchtigte Blacklist und führt zu Spaltungen im Team. Produzent Stanley Kramer bricht die Beziehungen ohne persönliche Begründung ab und - etwas später - auch Gary Cooper. Lediglich Fred Zinnemann bleibt bis zum Ende an Foremans Seite. Nun folgt eine öffentliche Hetzkampagne der High Noon-Gegner angeführt von John Wayne. Als Präsident der rechtskonservativen Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals bekämpft er Foreman und hört nicht einmal auf, nachdem er selbst mit mit Howard Hawks als Regisseur hingebungsvoll in der Hauprolle von Rio Bravo (1958) einen Gegenschlag gelandet hatte, der als Anti-High Noon-Film in die Westerngeschichte eingehen sollte. Sogar noch in den siebziger Jahren rühmte er sich in einem Playboy Interview seiner Mithilfe, Foreman nach England gejagt zu haben.

Für das Publikum machten vor allem die Darsteller High Noon attraktiv. Die Persönlichkeit mit der grössten Hollywood Erfahrung, von der auch High Noon profitierte, war natürlich Gary Cooper. Er war der höchstbezahlte Star in Amerika und ein geradezu globales filmisches Ikon von "understated masculinity", er galt als gradlinig, moralisch, lakonisch. Cooper war der Westerner, der Kavallerist, aber auch der solide ordinary joe. High Noon war sein 11. Nachkriegsfilm und aus mehreren Gründen war er eine Idealbesetzung für den vereinsamten Will Kane, ein eigentlich müde gewordener Held, der noch einmal über sich hinauswachsen muss. Stanley Kramers wichtigste Entdeckung war zweifellos die 21jährige Grace Kelly als Amy Kane, die direkt vom Broadway kam, keinerlei Filmerfahrung besass und anfangs noch etwas ungelenk wirkt aber durch Zinnemanns Führung plötzlich auf der Weltbühne stand und triumphierte. Katy Jurado als Kanes frühere Geliebte hatte bereits in über 40 Filmen mitgewirkt und war ein "top star south of the border". Sie kam aus einer wohlhabenden Falmilie und benötigte auch keinen Presse-Agenten, da sie ihre eigenen Kolumnen schrieb. Dann Thomas Mitchell als Bürgermeister, Lloyd Bridges als Hilfssheriff. Diese Schauspieler stehen vollkommen im Dienst der Handlung, sie haben kein Eigenleben, sie haben auch keinen Ausweg in eine komische Situation denn der Film ist ernst bis in die Knochen - und dies ist ausnahmsweise als Kompliment gemeint.

Der Film hat drei Handlungsstränge, zuerst die Beziehung zwischen Will Kane und Frank Miller die in einer Neuinszenierung der Vergangenheit die Gegenwart in ein explosives Gemisch verwandeln. Daraus entsteht gleich der zweite, in dem die Ehe von Will Kane und Amy unterbrochen wird, da deren Glaubensprinzipien sich nicht mit Wills Engagement für Gewalt in Einklang bringen lassen. Der dritte Handlungsstrang betrifft Kanes Beziehungen mit einer Reihe von Bürgern und deren Verhandlungen untereinander. Und da kommt auf geniale Weise Katy Jurado als Helen Ramirez ins Spiel, psychologisch und strukturell verbindet sie die drei männlichen Hauptrollen. Denn sowohl mit Kane als auch Miller und nun auch mit dem verhinderten und eifersüchtigen Deputy Harvey, dem labilsten Glied dieser Kette, hatte und hat sie romantische Affairen. In der Tat dominiert sie auf unterschiedliche Weise jeden der drei.

Aber Helen Ramirez, die Besitzerin des Hotels und Saloons, bezieht keine Stellung in diesem Konflikt, sie denkt pragmatisch, verkauft ihre Anteile und packt ihre Koffer und um 11:06 hat sie mit dem schwächlich eifersüchtigen Harvey Schluss gemacht. Kane erhält eine einhellige Abfuhr von den Gästen des vollbesetzten Ramirez Saloon und seine weitere Suche nach Deputies bleibt ebenfalls erfolglos. Sein ehemaliger Deputy Sam Fuller lässt sich aus Angst von seiner Frau verleugnen. In der ebenfalls vollbesetzten Kirche zeigt man ihm zwar mit vielen Worten Verständnis, aber dies ist hohl und vor allem von kommerziellen Interessen geprägt. Letztendlich kommt die Gemeinde zum Ergebnis, dass es für alle das Beste sei, wenn Kane die Stadt sofort verlässt. Kanes Vorgänger und langjähriger Freund Mart Howe (Lon Chaney Jr.) verweist auf seine Arthritis und betont, er wäre deshalb eher hinderlich. Mit jeder Verhandlung und Ablehnung verrinnt wertvolle Zeit und Kane wird zunehmend verzweifelter und bitter enttäuscht über seine Freunde, die sich in ihren Häusern verbarrikadieren. Es wird ruhig in Hadleyville.

Auch wenn die erste Stunde des Films nicht von herkömmlicher Action bestimmt wird, ist jede Minute bedeutungsvoll und konzentriert, dass man einfach mit Kane mitlebt. Jede Minute hat ihre Symbolik und eigene Spannung und fordert vom Zuschauer äusserste Konzentration, man spürt am eigenen Leib, wie Kane die Zeit davonläuft, seine Enttäuschung wächst, er wirkt zwar nicht mutlos, aber man sieht und fühlt wie er langsam an der Situation zu verzweifeln droht, sodass er vor der Abfassung seines Testaments fast zusammenbricht. Es ist 11:55 und die Schnitte werden rasanter, vom Uhrenpendel in Kanes Büro zu den ewig statischen und bedrohlichen Bahnschienen, zu den Desperados die zum letzten Mal ihre Waffen inspizieren, zur leeren Mainstreet, Grossaufnahme der Fullers, Grossaufnahme von Mart Howe. Um 11:58 Grossaufnahmen von Helen Ramirez und Amy Kane, zurück in Will Kanes Büro und den Sessel in dem einst Frank Miller Rache schwor - in diesem Moment pfeift der ankommende Zug.

In diesem Moment fällt aber auch plötzlich auf, dass der andere Hauptdarsteller Frank Miller, während einer vollen Stunde nicht einmal aufgetreten ist. Sein Charakter wurde lediglich durch Gespräche und andere verbale Hinweise gezeichnet, es gibt weder irgendeine Einleitung noch Rückblenden, was ihn zu einer irgendwie abstrakten Bedrohung macht. Wollte Drehbuchator Foreman durch den physisch abwesenden Frank Miller die unheimliche Bedrohung des HUAC und die Kapitulation Hollywoods kommentieren oder demonstrieren? Immerhin war er Zeuge, wie weit über hundert bedeutende Schauspieler, Regisseure, Drehbuchautoren und andere boykottiert und teilweise ruiniert wurden. Denn HUAC wollte genau wie Frank Miller radikal aufräumen.

Dann Schnitt auf Will Kane, der allein und verlassen in der Mitte der Main Street steht. Nun folgt die berühmteste Einstellung des Films indem die Kamera von einem Kran langsam nach oben geführt wird, wodurch Kane kleiner und kleiner und machtloser wirkt.

Pünktlich um 12 Uhr mittags trifft Frank Miller ein, zunächst sieht man ihn nur von hinten um die Neugier zu erhöhen bevor er sich umdreht und sein pockennarbiges Gesicht zeigt. Gleichzeitig steigen Amy Kane und Helen Ramirez in den Zug. Nun marschieren die Desperados auf die menschenleere Stadt um Kane zu suchen. Kane überlistet zwei der Bande und erschiesst sie. Dann wird er von einer Kugel getroffen und geht zu Boden. Bevor ihn der dritte Gangster erledigen kann, taucht überraschend Amy auf die bereits beim ersten Schuss aus dem Zug in die Stadt geeilt ist und erschiesst den dritten Gangster von hinten. Aber sie wird von Miller als Geisel genommen, kann sich aber losreissen und gibt damit Kane freies Schussfeld, sodass dieser seinen Widersacher endlich zur Strecke bringen kann. Und nun tauchen plötzlich aus allen Richtungen die Bürger auf um erleichtert den Tatort zu begaffen und Kane zu gratulieren. Aber der Marshal blickt sie nur kalt an und wirft ihnen den Stern vor die Füsse. Anschliessend besteigt er mit Amy wieder den Buggy aus der Anfangsszene und verlässt endgültig die Stadt.

Abschliessend noch eine Anmerkung zu dem berühmten Urteil John Waynes, der den Film als un-amerikanisch abtat. Dies hatte nicht nur mit der Rettung von Kane durch eine Frau zu tun, Howard Hawks störte vor allem der Gedanke, dass Gary Coopers Marshal geradezu kopflos durch die Stadt rennt, um die Bürgerschaft um Hilfe zu bitten, dies empfand er als politisch unkorrekt und moralisch geradezu verwerflich. Um den Kontrast zu High Noon zu betonen, stellte Hawks dem einsamen Gary Cooper die camaraderie von John Wayne, Dean Martin und Walter Brennan gegenüber, die zudem auch mit einer gesunden Portion Humor ausgestattet ist. Hinzu kam, dass der Duke die Schluss-Szene mit dem Stern missverstand. Er dachte nämlich, dass Kane den Stern nicht nur in den Staub warf, sondern diesen auch noch mit dem Stiefelabsatz hineinstampfte. Hierzu muss man verstehen, dass die Amerikaner gewissen nationalen Symbolen wie der Flagge und eben auch Dienstabzeichen (ein Marshal war ein Bundesbeamter) mehr Respekt entgegenbringen als wir Europäer. 1971 nutzte Don Siegel die Symbolik, indem er Dirty Harry Callahan (Clint Eastwood) am Ende seine Dienstmarke verächtlich ins Wasser werfen lässt.

Ausgewiesene Kenner den Western Genres liebten High Noon nicht wirklich. André Bazin nennt ihn zwar in den Cahiers du cinéma einen Superwestern und zieht ihn Shane vor, kritisiert aber die Macher, weil sie den Western wie eine Form behandeln. Jean Mitry zog uneingeschränkt Rio Bravo vor. Robert Warshow empfand High Noon als Beispiel für die geistige Unordnung, die sozialer Realismus hervorrufen kann.

High Noon wurde 1953 für sieben Oscars nominiert. Ausgezeichnet wurden Gary Cooper als bester Darsteller, Dimitri Tiomkin und Ned Washington für den Song "Do Not Forsake Me, oh My Darlin'", Tiomkin für die Musik, Elmo Williams und Harry Gerstad für den Schnitt. Bester Film wurde The Greatest Show On Earth von Cecil B. DeMille. Im Gegensatz zu High Noon ist er inzwischen fast vergessen. Aber Western hatten selten die Chance, einen Oscar als bester Film zu gewinnen.

1. Fred Zinnemann: An Autobiography. London 1992
2. Phillip Drummond: High Noon. BFI 1997
3. Foremans Agent fielen einige Übereinstimmungen mit der 1947 erschienen Kurzgeschichte The Tin Star von John Cunningham auf, worauf Foreman die Rechte kaufte und Cunninghams Name im Vorspann angegeben wurde.
4. New York Times, 8 May 1949
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Ein atemberaubend guter Film! Gibt es jemanden, der ihn noch nicht gesehen hat? Ein Vorzeige-Western! Großes Kino! Filmkunst! Ein typischer Western, der kein Western ist, wie Regisseur Fred Zinnemann selbst sagte, sondern ein Kommentar der Mc Carthy Ära, also der Zeit der Kommunistenverfolgung in den USA der 1950er Jahre. „12 Uhr mittags" hat bis heute nicht das geringste von seiner Genialität verloren. Das er in Schwarz-Weiß gedreht wurde, läßt ihn nicht unmodern aussehen. Ein Klassiker für die Ewigkeit! Die Geschichte um den aufrechten, pflichtbewußten, mutigen und grundguten Sheriff (ein brillanter Gary Cooper!), der seinen Mann steht und die Stadt verteidigt, in der er für Recht und Ordnung sorgen soll, ist immer wieder sehenswert. Ein Mann, der nicht viel redetet, sondern handelt. Etwas spießig ist er, aber doch ein strahlendes Vorbild. Was man von seinen „Hilfssheriffs" wahrlich nicht behaupten kann. Erst sagen sie ihre Hilfe zu, doch als es hart auf hart kommt, kneift einer nach dem andern. Aus Angst um ihr eigenes Leben, verraten sie ihren Sheriff und arrangieren sich lieber mit dem Verbrecher Frank Miller, der mit dem 12-Uhr-Mittags-Zug eintreffen wird und die kleine Stadt bereits zuvor terrorisiert hat. Neben dieser geistreichen Geschichte um Gut und Böse, Moral und menschliche Schwächen ist „12 Uhr mittags" aber natürlich auch ein spannender Western mit allem, was dazu gehört: Revolverhelden-Duelle, Pferde, Saloon, alles mit dabei!
Die technische Ausstattung dieser DVD ist sehr erfreulich. Der Titelsong „Do not forsake me" von Tex Ritter kann separat abgespielt werden, ein Wahnsinnsohrwurm! Es gibt zwar keinen Audiokommentar, dafür aber ein äußerst interessantes Interview mit Fred Zinnemann, das mehr Informationen enthält und mehr Spaß macht, als der Audiokommentar manch anderer DVD.
Wie alle großen, zeitlosen Geschichten, läßt auch „12 Uhr mittags" dem Zuschauer genug Raum, um seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Es geht um Themen, die für jeden Menschen relevant sind. Frank Miller kann als Platzhalter für Hitler, Stalin, Mc Carthy oder jeden anderen stehen, der sich mit Hilfe von Angst und Terror andere Menschen untertan macht, die sich lieber verkriechen und anpassen, statt Konflikte auszutragen und für ihre Überzeugungen aufzustehen. Einer der besten Filme aller Zeiten!
55 Kommentare| 37 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 31. Oktober 2015
Bereits das Intro in Fred Zinnemanns "High Noon" nimmt die Handlung vorweg: Zu den Klängen von "Do not forsake me oh my Darling" von Tex Ritter, der zu einem der berühmtesten Filmsongs aller Zeiten wurde, sieht der Zuschauer wie sich drei Männer in der Prärie treffen. Es sind Ben Miller (Sheb Wooley), Jack Colby (Lee van Cleef) und Jim Pierce (Robert J. Wilke), die dann gemeinsam weiterreiten. Der Ritt verrät, dass sie ein bestimmtes Ziel haben: Die aufstrebende Kleinstadt Hadleyville, wo gerade der verdienstvolle Sheriff Will Kane (Gary Cooper) in seiner Amtsstube die Quäkerin Amy Fowler (Grace Kelly) standesamtlich geheiratet hat. Ihm gilt dieser Song, in dem er bittet, dass seine große Liebe ihn nicht verlassen soll. Denn sein größter Feind schwor im Staatsgefängnis bittere und tödliche Rache und nun muss er sich ihm stellen.

Mit diesen 3 Reitern wird die Gefahr auch real. Als sie an diesem Sonntagmorgen, kurz vor 10 Uhr, die Stadt erreicht haben ziehen sie die überraschten und teilweise geschockten Blicke der Bewohner auf sich. Eine Frau begreuzigt sich als sie die drei reitenden Halunken sieht. Im Saloon wird deren Eintreffen auch wahr genommen, der Saloonbesitzer (Larry J. Blake) ist sogar begeistert, denn er erwartet dadurch einen gewinnbringenden Tag für seinen Laden. Die drei reiten zum Bahnhof runter, wo der Bahnhofvorsteher (Ted Stanhope) gerade ein Telegramm in den Händen hält, aus dem er erfährt, dass der Gangster Frank Miller (Ian McDonald) überraschend begnadigt wurde. Da die drei Galgenvögel sich nach dem Mittagszug erkundigen, wird klar, dass in diesem Zug, der weiter nach St. Louis fährt, der besagte Frank Miller aussteigen wird. Der Vorsteher rennt schnell mit der Neuigkeit in die Stadt und gibt dem Gesetzeshüter die bittere Nachricht, gerade eben hat Kane aber seinen Sheriffstern schon an den Nagel gehängt.

Die Stadt wird morgen einen neuen Sheriff bekommen und am heutigen Sonntag ist man davon ausgegangen, dass man einige Stunden ohne Gesetzeshüter klar kommt. Immerhin hat man ja noch den jungen und hitzköpfigen Deputy Harvey Pell (Lloyd Bridges), der sich zu dieser Zeit bei seiner neuen Freundin Helen Ramirez (Katy Jurado), der Besitzerin des örtlichen Hotels, aufhält. Er hat eine große Wut auf Kane, denn er glaubt, dass Kane dafür gesorgt hat, dass er den Sheriffposten nicht bekommen hat und ein Mann von Auswärts ihm vorgezogen wurde, ausserdem plagt ihn eine Eifersucht. Helen Ramirez war vor ihm mit Kane liiert und die Frau zieht ihn immer damit auf, dass er noch ein grüner Junge ist, während sie Kane als ganzen Mann betrachtet. Die Freunde von Kane raten ihm sofort mit seiner Amy die Stadt zu verlassen. Der Bürgermeister (Thomas Mitchell), der Richter (Otto Kruger) und auch Martin Howe (Lon Chaney jr.) , der ehemalige Sheriff wissen um die Gefahr, sie sind sich sicher, dass es zum tödlichen Duell kommen wird. So verabschieden sie die Brautleute um 10 Uhr, Kane hat nicht mal eine Waffe - die Kutsche wird sie aber in den nächsten 2 Stunden hoffentlich weit genug weg bringen, dass sie für das Gangster-Quartett unerrichbar sein wird. Doch es wird nicht lange dauern, bis Kane sich besinnt und der Flucht und der damit verbundenen ständigen Angst vor seinen Verfolgern eine Absage erteilt. Er kehrt - trotz Protest seiner jungen Frau - in den Ort zurück. Dort hat er noch etwas Zeit, um Freiwillige zu finden, die ihn in seinem Kampf gegen die Banditen unterstützen. Doch diese Suche führt zur bitteren Erkenntniss, dass er am Ende völlig alleine auf sich gestellt ist. Es kommt zum Showdown um 12 Uhr mittags...

für viele Filmfans ist und bleibt "High Noon" ein elementares Meisterwerk des Western, auch wenn es immer wieder negative Stimmen gab. Für viele Amerikaner war die Aussage dieses Films viel zu pessimistisch und auch unamerikanisch. Für den sehr konservativen John Wayne war "High Noon" sogar das "unamerikanischste Ding, das er jemals in seinem Leben gesehen habe" und er war froh, dass Drehbuchautor Carl Foreman der USA wieder den Rücken kehrte. Auch Howard Hawks drehte später mit "Rio Bravo" eine Art Gegenentwurf zu "High Noon". Hawks konnte nichts mit der Story anfangen - ihm missfiel die tragische Geschichte, dass ein Mann Hilfe sucht und jeder im Ort diese Hilfe ihm dann verweigert. Er hielt es für unmöglich, dass ein guter Marshall feige im Ort herumrennen würde, um andere Leute zu bitten, ihm bei seinem Job zu helfen. Auch Kritikerpapst Roger Ebert mochte den Film nicht. Dennoch ist gerade "High Noon" so sehr und überzeugend nach den gängigen Regeln des Westerns aufgebaut. Die Charaktere sind aus vielen anderen Filmen bekannt. Es ist die Geschichte eines Einzelgängers, der erkennt, dass es besser ist sich seinem Konflikt sofort zu stellen, da die Alternative ein Leben in Angst und Furcht bedeutet. Hinzu kommt mit seiner jungen Braut Amy, die zweifelnde Braut, die aber am Ende die Einzige ist, die ihm in seiner schwersten Stunde beisteht und ihm hilft die Banditen zu erledigen. Gerade dieser Aspekt, dass das Zusammenstehen eines Paars auch in der dunkelsten Stunde funktioniert, weil man zueinander hält, ist doch eine der schönsten Aussagen der Filmgeschichte und wenn Gary Cooper und Grace Kelly sich am Ende umarmen, dann wird eine der schönsten Filmszenen überhaupt offenbar. Diese Facette des Zusammenhalts gibt dem Film am Ende nicht nur die Verbitterung über die Leute in der Stadt, über diese angeblichen Freunde, die sich aus dem Staub gemacht haben, sondern auch eine schöne Poesie - man soll sich eben nicht immer auf die Gemeinschaft verlassen, aber es ist vielleicht wahrscheinlicher, viel schöner und auch eher möglich, dass zwei Menschen, die etwas für einander empfinden, in der schwersten Stunde zusammenhalten. Natürlich kommt auch noch der Aspekt dazu, dass das Duell zwischen Kane und den Gangstern auch tatsächlich etwas ganz persönliches hat - es wäre zwar toll gewesen, wenn er von den Menschen Hilfe bekommen hätte. Aber die Rache von Frank Miller galt vor allem ihm und am Ende wird ihm dies auch klar, dass er diesen Job alleine machen muss. Diese Verzweiflung und Verbitterung machen Kane zu einem sehr authentischen Kämpfer. Er ist einerseits Sheriff - ein Mann des Gesetzes, andererseits auch ein Mensch mit vielen Stärken und Schwächen.
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am 10. Juli 2007
Als der gebürtige Wiener Fred Zinnemann "Hign Noon" Mitte 1952, das heisst inmitten der McCarthy-Ära, drehte und in die US-Kinos brachte, waren die Meinungen geteilt. Rechte Kräfte fanden den Film "unamerikanisch" und den Sheriff Will Kane (Gary Cooper) zu verweichlicht und verbittert, angeblich drehten Howard Hawks und John Wayne 1959 "Rio Bravo" daher als Antwort auf "High Noon".
Die amerikanische Linke hingegen identifizierte sich mit dem von der Gemeinschaft (aus Angst) im Stich gelassenen Kane. Als eine Art Parabel auf die Kommunistenhetze war der Film wohl auch gemeint.

Tatsache ist jedenfalls, dass "12 Uhr mittags - High Noon" einer der besten Western (oder sogar der besten Filme) überhaupt ist, dass es kaum je einen großartigeren Showdown in der Filmgeschichte gegeben hat und Grace Kelly als prüde-pazifistische Ehefrau von Kane alle Sexsymbole der Neuzeit um Längen schlägt.

Die DVD-Ausgabe (Ton: deutsch und englisch mit Untertiteln) ist solide, als Extras gibt es eine kurze Doku über Fred Zinnemann und außerdem den genialen, von Tex Ritter gesungenen, Titelsong.
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am 26. Juli 2015
Hallo
Schon die ersten knapp zweieinhalb Minuten Filmszenen in schlechtester Schwarzweißqualität, lassen vermuten was da zumindest bez.der Bildqualität auf mich zukommt.Soundtechnisch gesehen vor allem auch die etwa ersten zweieinhalb,klingen als kämen sie vom Gramophon.Szenenwechsel.....Der Film beginnt,die Story dürften Freunde alter Westernklassiker wohl bekannt sein.Ich werde darauf auch nicht weiter eingehen.Die Sprachqualität ist klar verständlich, ich Schaue den Film in deutscher Sprache diese nicht so übel für einen alten Film aus dem Jahr 1952.Die sehr stimmungsvolle Atmosphäre des films begleitet einen über die Gesamtlänge also knapp 80 Minuten lang.Wer jetzt Geballer auf billigem Western Niveau vermutet,liegt falsch.Natürlich kommt es auch zum Schußwechsel,aber begrenzt.Dieser Film würde auch ohne Schießereien, zu einem der besten Western überhaupt gehören,wenn nicht der Beste überhaupt.
Hochklassige Film Besetzung, ab und zu erklingt der Titesong The Ballad of High Noon.
12 Uhr mittags - High Noon ... Ein Film der Superklasse,ohne High End Sound und in Schwarzweiß.Nicht Reproduzierbar,und ein absoluter Klassiker.Unbedingt Ansehen.
Als Extras befinden sich auf der DVD Starinfos über Grace Kelly,Garry Cooper und Fred Zinnemann.Diese aber nur in Textform.
unter dem Punkt Weitere Highlights finden sich noch Filmtrailer zu Citizen Kane,Der dritte Mann,Der Tod auf dem Nil,Berühre nicht die weiße Frau,Arthaus Collection und Kinowelt TV. Zur Sprachauswahl stehen Deutsch in Mono Digital mit oder ohne Untertitel, sowie
Eine Englische Fassung in Mono Digital.
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am 27. Januar 2008
Der Film ist zweifellos ein Klassiker und Gary Cooper ein Superschauspieler aber: diese DVD-Ausgabe enthält die gleichen DVD-Extras wie die Einzelausgabe bis auf die Doku:Gary Cooper-Face of a Hero (US,1997,v. Gene Feldman).Diese lief 2006 auf den Dritten der ARD unter dem Titel:Gary Cooper-Ein scheuer Held.Ob sich die Anschaffung dieser "Premium"-Ausgabe deswegen lohnt muß jeder selbst entscheiden, aber mein Rat:Wer die Einzel-DVD bereits besitzt kann sie sich getrost sparen!!! Deshalb auch nur 4 Sterne!!! (der Film allein hat 5 Sterne verdient)
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VINE-PRODUKTTESTERam 11. Juni 2014
High Noon - 12 Uhr mittags ist ein Meilenstein der Filmgeschichte, ein wahres Meisterwerk und zeitloser Western-Klassiker. Ein Mann, der sich ohne Hilfe einer Übermacht stellt, die sich an ihm rächen wollen. Ein Wettlauf gegen die Zeit, auf der verzweifelten Suche nach Hilfe, ohne diese gewährt zu bekommen. Und der unvergessene Gary Cooper als Held, der sich seinem Schicksal stellt und dennoch eine wirklich menschliche Seite zeigt.

Ich liebe einfach diese tolle Atmosphäre des Films, z.B. wenn die Musik anschwillt, er am Schreibtisch sitzt und sein Testament aufsetzt - bis die Signalpfeife des herannahenden Mittagszugs ertönt und somit die Ankunft seines rachsüchtigen Feindes gekommen ist.

Dazu diese einfach gehaltene Filmmusik von Dimitri Tiomkin mit den Trommeln, die die Situation einfängt und nachhaltig wirkt, besonders wenn Tex Ritter zur Filmmusik den High Noon Song zur Untermalung singt. Einfach klasse.

Diesen Klassiker sollte man unbedingt gesehen haben. Für den Film selbst würde ich der DVD volle Punktzahl geben, denn die Bildqualität ist in Ordnung. Was mich etwas stört ist die schmale Ausstattung der DVD. Ich hätte mir mehr Bonusmaterial zum Film gewünscht, aber ansonsten bin ich zufrieden mit der DVD. Von daher auf jeden Fall vier verdiente Sterne von mir.
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am 25. Februar 2003
Für mich ist das einer der besten Filme aller Zeiten. Ich habe den Film zum ersten Mal in der Grundschule gesehen und bin seitdem in Gary Cooper vernarrt.
Gary Cooper verstand es in genialer Weise, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Selbstzweifel und Enttäuschung allein durch seine Mimik auszudrücken. Für diese grandiose Leistung erhielt er den Oscar.
Der Film zeigt, in Echtzeit, circa eineinhalb Stunden in der Stadt Hadleyville. Den Großteil der Handlung macht das Warten auf den Mittagszug und die verzweifelte Suche nach Unterstützung aus.
Durch das unerbittliche Fortbewegen der Uhrzeiger baut sich eine schier unerträgliche Spannung auf. Als der Zug um 12 Uhr mittags eintrifft, kommt es endlich zum Showdown.
Die Filmmusik ist ein echter Ohrwurm. Dieser Film gehört in die Sammlung eines jeden Cineasten.
Die Extras der DVD lassen zu wünschen übrig. Der Trailer ist furchtbar altmodisch aufgemacht. Die angepriesene Filmmusik besteht einfach nur aus dem Filmvorspann; das hätte man sich sparen können. Das Interview mit Fred Zinnemann empfand ich persönlich als nicht besonders reizvoll.
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TOP 500 REZENSENTam 25. Juli 2015
Es sollten eigentlich seine letzten Minuten als Marshall der Kleinstadt Hadleyville werden.
Nach der Hochzeit mit der Gewalt hassenden Quäkerin Amy wollte Will Kane in Ruhe und Frieden leben, aber dieser Plan wird jäh zunichte gemacht.
Vor 5 Jahren hatte er dem Schwerkriminellen Frank Miller das Handwerk gelegt und ihn Lebenslang einsperren lassen.
Nun wurde er Begnadigt und er kündigt seine Rückkehr nebst Gang an die schon am Bahnhof der Stadt wartet.
Kane beschließt also zu Bleiben und erneut den Kampf gegen Miller aufzunehmen der geschworen hatte ihn zu Töten.
Das Problem diesmal: Keiner der Bürger hat Interesse Kane zu helfen.
Weder sein missgünstiger Deputy, noch sein Vorgänger noch irgendein anderer Bewohner bietet ihm Hilfe an...im Gegenteil.
Völlig desillusioniert und enttäuscht muss Kane sich den 4 Revolverhelden nun alleine stellen....

12 Uhr Mittags aus dem Jahr 1952 von Fred Zinnemann inszeniert ist zurecht ein Meilenstein des Western-Genres.
Anklage gegen das Wegschauen eigentlich guter Menschen und spannender Shoot-Out Western in einem und das auf konstant hohem Niveau.
Gespickt mit tollen Dialogen, viel Atmosphäre und hervorragenden Darstellern zieht einen dieser Schwarz-Weiß Film sofort in seinen Bann.
Untermalt von einem ungewöhnlichen aber mehr als passenden Soundtrack sicherlich ein Western den man so schnell nicht wieder vergisst.
Mit dabei sind u.a.: Gary Cooper, Grace Kelly, Katy Jurado, Lloyd Bridges, Lon Chaney Jr., und Ian MacDonald.
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am 7. Juli 2015
Viel Wind wurde um High Noon gemacht: als Allegorie auf die Kommunistenhetze der MccCarthy-Ära wurde er gedeutet, von anderen als das genaue Gegenteil, die im unerschrockenen Kampf des Einzelnen gegen fraglos als böse Stereotypen-Gangster gezeichnete Schurken faschistoide Züge entdecken wollten. Als Pflichtfilm für den Schulunterricht wurde er genutzt, einerseits als Beispiel für Zivilcourage und andererseits um Schwächen von demokratischen Entscheidungsprozessen bei einer unmittelbaren Bedrohung aufzuzeigen.Unglaubwürdig fand Howard Hawks, daß Gary Cooper - wie von den Stadtjujoren vorgeschlagen - sich nicht einfach mit seiner frisch Angetrauten aus dem Staub macht und die Arbeit seinem Nachfolger als Marshal überläßt. Gary Cooper gibt darauf Grace Kelly schon am Anfang des Films die logische Antwort, nämlich daß Frank Miller und seine Bande ihn verfolgen und aufspüren würden, egal wohin er mit seiner Frau gehen würde. Zieht man den ganzen Interpretationshokuspokus ab, bleibt ein guter Western mit glaubhaften Charakteren, einem packenden Finale und einer - bei näherer Untersuchung - zeitlich eben nicht lupenreiner Einheit von Handlungsablauf und Filmlänge. Die eigentliche Kern-Erklärung - abgesehen von der Feigheit einiger Bürger - warum Kane keine Unterstützung bekommt, liegt in der Saloon-Szene und in den Aussagen des Hotelbesitzers: Kane hat die Stadt befriedet und damit die Voraussetzungen für die einkehrende Zivilisierung geschaffen: Schulen werden gebaut, die Legislative braucht bald keine Sheriffs mehr, das Faustrecht des alten Westens neigt sich dem Ende. Cowboys und Verbrecher wie die Millers haben aber früher für Konjunktur gesorgt, für einen vollen Saloon und belegte Hotels und Bordelle.Schlichtweg die Geldquelle versiegt denjenigen, die solchen Banditen früher Gastfreundschaft gewährt haben. Deswegen ist Will Kane nur für wenige ein Held, vielmehr eine Art Volksfeind im Sinne von Ibsen. Die Desillusioniertheit, Verzweiflung und Angst verkörpert Gary Cooper mit eindrucksvollem "Underacting". Das Leiden, das sich in seinem Gesicht widerspiegelt, wurde in seiner Überzeugungskraft bekräftigt durch ein echtes Leiden: Cooper spielte mit einem Magengeschwür. Die bewußt grobkörnige Schwarzweißfotografie mit dem ausgebrannten Himmel, die geschickten Schnitte und die Montagetechnik wirken auch heute noch - die offensichtliche Hitze, die über der Stadt liegt, symbolisiert auch die "Ausgebranntheit" des gedemütigten Gesetzeshüters. Und schließlich ist da noch Dmitri Tiomkins berühmte Musik, dessen pulsierendes Titelthema "Do not forsake me oh my Darling" zu den ewigen Ohrwurm-Soundtracks der Filmgeschichte gehört.
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