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4.0 von 5 Sternen Verbotene Liebe in Pilgerväterklamotten
Die Europäer kamen im 17. JH. nach Amerika, um im "gelobten Land" eine neue Heimat zu finden. Einige suchten eine Welt, in der sie ihren sittenstrengen puritanischen Glauben ausleben konnten, ohne den kirchenkritischen Tendenzen und staatlichen Zwängen Europas ausgesetzt zu sein. Nathaniel Hawthorne erzählt in seinem 1850 erschienenen Roman "Der...
Veröffentlicht am 2. Juni 2009 von Ophelia

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Schönste sind seine Haare... aber sonst??!
Vorweg: Ich bin ein riesen Fan von Gary Oldman - meiner Meinung nach ist er einer der besten Schauspieler die ich kenne... aber hier ist es selbst ihm nicht gelungen, einen Film mit einem grottenschlechten Drehbuch und eine grauenvollen Regiearbeit noch zu retten.
Kein Wunder, dass der Film die goldene Himbeere in der Kategorie "schlechtestes Remake" bekommen hat -...
Veröffentlicht am 9. April 2008 von Dagmar


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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verbotene Liebe in Pilgerväterklamotten, 2. Juni 2009
Von 
Ophelia (Helsingör) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe (DVD)
Die Europäer kamen im 17. JH. nach Amerika, um im "gelobten Land" eine neue Heimat zu finden. Einige suchten eine Welt, in der sie ihren sittenstrengen puritanischen Glauben ausleben konnten, ohne den kirchenkritischen Tendenzen und staatlichen Zwängen Europas ausgesetzt zu sein. Nathaniel Hawthorne erzählt in seinem 1850 erschienenen Roman "Der scharlachrote Buchstabe" vom neu besiedelten Ort Salem in Neuengland, wo die Bewohner zwar einen Neubeginn versuchten, aber ihre puritanische Ordnung und die strengen Regeln als das Allerwichtigste betrachten und noch dazu so manch anderes im Gepäck aus Europa mitbrachten: Hexenjagd, Läuterung von Menschen, die anders waren und die verblendete Ideologie eines bigotten Christentums.
Ein Klassiker in seiner neusten Schmacht-Verfilmung von Roland Joffés aus dem Jahre 1995 mit Demi Moore und Gary Oldman.

Zur Handlung:
1666: Hester Prynne (Demi Moore) hat ebenfalls den weiten Seeweg aus England auf sich genommen, um im gelobten Land eine neue Heimat zu finden. Sie wird schnell fündig und erwirbt ein beträchtliches Anwesen in Salem, in einer neuenglischen Kolonie. Ihren Mann erwartend, der noch längere Zeit auf dem Seeweg ist, lebt sie sich langsam in das Gemeindeleben ein, wenn auch zunächst nur mühselig. Hester wirkt oft zerstreut und durcheinander und bewirkt seit ihrer Ankunft ein leichtes Unbehagen bei den Gemeindemitgliedern, gerade auch weil sie, auch als vorübergehend alleinstehende Frau, allein im eigenen Haus leben will. Noch dazu schafft sie sich einen Badezuber an! Mit ihrem selbstbewussten und freizügigen Wesen, ihrer Pflichtvergessenheit und Unzuverlässigkeit hat sie es schwer, vor allem von den männlichen Geistlichen der Kolonie als ehrbare Frau wahrgenommen zu werden.
Aber sie findet Verständnis: Pfarrer Arthur Dimmesdale (Gary Oldman) ist völlig eingenommen von ihrer Lebensweisheit und ihrem Interesse an der Literatur. Schnell jedoch wird aus dem eifrigen Austausch von Büchern und Nettigkeiten mehr: Dimmesdale kann bald seine Liebe zu Hester nicht mehr verleugnen. Hester ergeht es ebenso, doch der strenge puritanische Glaube der beiden hält sie davon ab, etwas Verbotenes zu tun - die Schuld vor Gott und vor allem die Läuterung vor der Gemeinde wären zu groß.
Als eines Tages der Gemeindepfarrer vom vermeintlichen Tod von Hesters Ehemann Dr. Prynne in einem Indianer-Massaker hört, ist es um ihn geschehen. Das Verlangen nach Hester lässt sich nicht mehr länger unterdrücken! Hach! In einer stürmischen Liebesnacht schwängert er Hester, die das gemeinsame Kind in Gefangenschaft zur Welt bringen muss, denn sie weigert sich, den Namen des Schändlichen preiszugeben.
Nach der Geburt des Babys, kehrt zu allem Übel der tot geglaubte Dr. Prynne aus seiner Gefangenschaft zurück. Der geprellte Ehemann mischt sich inkognito als Arzt unter die Gemeinde spinnt und Intrigen gegen das ungetreue Weib. Er möchte um jeden Preis den Ehebrecher ausfindig machen. Hester aber schweigt beharrlich: Folterungen, Läuterungen, Monate in Gefangenschaft und der psychische Terror ihres Mannes überzeugen sie nur noch mehr davon, wie verdorben und bestialisch diese Menschen sind, die in Gottes Namen reden und in Teufels Willen handeln. Ein scharlachroter Buchstabe auf ihrer Kleidung soll sie zu jeder Zeit für alle kenntlich machen: Die Sünderin.

Darsteller:
Ich bin eigentlich so gar kein Fan von der Demi Moore, dafür aber um so mehr von Gary Oldman. :-o) Ich muss aber Demi Moore zugestehen, dass ich sie eigentlich recht überzeugend agieren sah. Trotzdem musste sich die Moore natürlich beim Baden, in lasziver nackter Pracht zeigen, das macht sie immer in so einer Weichzeichner-Posing, die ich gar nicht leiden kann, und darüber hinaus erschien mir ihr erotisch aufgeladenes Posieren, dem Film und der Figur die sie verkörpert gegenüber, absolut unpassend. Da wurde, auch bei manch anderen Szenen, zu tief in den Schmalztopf gegriffen. Die Liebesszenen fand ich wiederum eigentlich ganz gelungen ;-)
Die Intensität und die Spannung wird allein von diesem unglücklichen Paar getragen und zwischen den beiden stimmt auch zum Glück die Chemie. Trotzdem hätte ich mir für den weiblichen Part lieber eine andere Darstellerin gewünscht, die uneitler und ernsthafter rüberkommt. Kate Winslet vielleicht?
Gary Oldman kann mit einem einzigen Blick Gänsehaut erzeugen. Mit ihm als Pastor und Liebhaber wider Willen hätte man keine bessere Wahl treffen können. In tiefer Gespaltenheit trägt er seinen ganz persönlichen Konflikt aus. Der Kampf seines eigenen Willens, sein Scheitern an seinem religiösen Anspruch, sein Hadern mit der Moral. Genial verkörpert! Die langen Haare und die Pilgervater-Klamotten samt hochschaftigen Stiefel stehen im ausnehmend gut und auch ihn darf man übrigens nackt beim Schwimmen bewundern. Aber bei ihm sieht es wenigstens unaffektiert aus.;-)
Als Hesters Ehemann Prynne agiert Filmlegende Robert Duvall (der Pate, Apocalypse Now) wie gewohnt ausgesprochen gut und er lässt den Psychopathen herrlich fies heraustreten. Aber drehbuchbedingt dürfen sowohl er, als auch die anderen Nebendarsteller, nicht in die Vollen gehen und bleiben aber alle ein wenig blass und unausgegoren, da das Hauptgewicht ganz auf dem Liebespaar liegt. Schade eigentlich.

Mein Senf:
Unzählige Filme und das gleiche Thema: Verbotene Liebe. Abgesehen davon, dass "Der scharlachrote Buchstabe" auf einem literarischen Meisterwerk basiert, erinnert die Geschichte in seiner Grundkonzeption an eine der etlichen gängigen Liebesdramen, die Filmemacher und Schriftsteller aus allen Jahrzehnten hervorgebracht haben. Die Sitte als ewiger Wächter der Liebe, daraus wurden die Tragödien und Dramen dieser Welt gemacht: Tristan und Isolde, Romeo und Julia, Faust und Gretchen, Jack und Rose ;-) usw. Was macht diesen Film also besonders?
Was den Film auf alle Fälle sehenswert macht, sind die wunderschönen Landschaftssaufnahmen an der Küste von Massachusetts. Sie erwecken Sehnsucht nach unberührter Natur und romantischer Schlichtheit. Auch ansonsten ist das Gründerzeit-Set nicht schlecht in Szene gesetzt. Dass Themen wie die Integration der Indianer und Sklaverei angesprochen werden kann man an dem Film absolut nicht lobend erwähnen, denn die Ansätze verpuffen so dermaßen im Nichts! Die Indianer werden nur noch mal hervorgeholt um die Story am Ende, an den Haaren ziehend, voranzutreiben. Ganz schlecht. :-(
Ich finde den Film unterhaltsam und auch ziemlich spannend. Ich habe das Buch von Hawthorne nicht gelesen und so, ganz unvoreingenommen, hat mich die Dramaturgie dieser Geschichte eigentlich doch recht überzeugt. Die Spannungskurve verläuft gemächlich aber stetig ansteigend und der Plot lässt einen ja nicht unempört, hegt man als Zuschauer doch eine natürliche Abwehrhaltung gegen eine Gesellschaft, die Ideologien über den Menschen selbst stellt. Auch das tapfere Ankämpfen gegen das tragische Schicksal ließ mich nicht unberührt. Ein wenig mehr Herzblut und Engagement, vor allem aber mehr Innehalten und Detailreichtum in einzelnen Szenen hätten "den scharlachroten Buchstaben" für mich zu einem Herzensfilm gemacht.
Die Geschichte geht im Roman anscheinend nicht nur ganz anders zu Ende, sondern legt auch den eigentlichen Focus, gerade was Hester betrifft, auf die innere Auseinandersetzung mit dem Thema Schuld und puritanischer Moral. Hier im Film wehrt sich einfach eine emanzipierte Frau gegen die Chauvies und die heuchlerischen Bürger. Das Ganze hat einen zu modernen Blickwinkel. Gepaart mit der sich seufzend, räkelnden, nackten Moore ist das nicht glaubhaft als Literaturverfilmung eines Romans von 1850! Da hilft es auch nicht, dass der Film vorab als eine "freie Adaptation" bezeichnet wird.
Zuletzt bleibt die Frage nach der Lehre des Films beziehungsweise der Geschichte. Dass diese Geschichte "lehren" will, ist unschwer erkennbar. Die Gesellschaftskritik spannt ja doch einen ziemlich weiten Bogen und steht im eigentlichen Mittelpunkt der Aussage. Durch das etwas merkwürdige, und gegenüber der Vorlage veränderte Ende, fällt die Gesellschaftskritik aber irgendwann einfach in sich zusammen. Der Film schafft es leider nicht die Themen auch abschließend zu bearbeiten und so verblieb doch Summa Summarum ich ein wenig unbefriedigt. Es kommt weder zur endgültigen Katastrophe, noch zur einheitlichen Lösung des Konflikts - eigentlich ein Fauxpas. Aber seht selbst....

Zusammenfassend:
Ist der Scharlachrote Buchstabe nicht etwas schwülstig? Jaaa!!! Aber mit Gary Oldman besetzt, lasse ich mir eine wenig emotionale Plüschigkeit gerne gefallen, ;-) hat mir doch sein Pathos auch als Dracula und als Beethoven schon so gut gefallen. Tatsächlich ist "Der scharlachrote Buchstabe" dann am besten, wenn er sich einfach zur Liebeschnulze bekennt und andere (künstlerische) Ambitionen hinten anstellt. Kitsch ist schließlich nicht gleich Kitsch, denn auch den kann man kultivieren und dies ist Kitsch in Hochkultur. ;-)
Als Literaturverfilmung bestimmt sehr schwach (max. 2 Sterne) aber unabhängig davon, als Film für eine unkritischen Period-Dramen-Abend gut geeignet. Und wer womöglich Demi Moore in Pose mag, wird vielleicht sogar begeistert sein. ;-)
3.5 auf 4 aufgerundete großzügige Sterne, da mir dieser Fetzen einfach gefällt!

An dieser Stelle kann ich nur jedem am Thema Interessierten das Meisterwerk Hexenjagd ans Herz legen. In dieser Literaturverfilmung von Arthur Millers Buch wurde alles richtig gemacht. Da klappt es dann sogar mit der Hauptdarstellerin.
Oder man probiert tatsächlich mal den heftig umstrittenen The New World aus, der dann die Siedlerproblematik wirklich an der indianischen Kultur spiegelt und auch eine sehr unglücklichen Liebe schildert. Der ist dann auch an den richtigen Stellen langsam und detailreich und Kitsch wird durch Poesie ersetzt. Ich liebe ihn.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Schönste sind seine Haare... aber sonst??!, 9. April 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe (DVD)
Vorweg: Ich bin ein riesen Fan von Gary Oldman - meiner Meinung nach ist er einer der besten Schauspieler die ich kenne... aber hier ist es selbst ihm nicht gelungen, einen Film mit einem grottenschlechten Drehbuch und eine grauenvollen Regiearbeit noch zu retten.
Kein Wunder, dass der Film die goldene Himbeere in der Kategorie "schlechtestes Remake" bekommen hat - für schlechtestes Drehbuch hätte es die aber auch noch verdient (war ja auch nominiert...)

Hat der Regisseur nicht begriffen, dass es hier um Schuld, Sühne und den Umgang damit geht? Um eine starke Frau und einen ehrfürchtigen Geistlichen, der an seiner eigenen Feigheit zerbricht? Dabei hat der Film eine wundervolle Besetzung mit Gary Oldman und Demi Moore in den Hauptrollen - doch was nutzt es, wenn jede Szene zwar für sich genommen großartig gespielt ist, die Szenen zusammengenommen jedoch zerfallen und eine Charakterdarstellung bzw. -entwicklung gar nicht mehr zulassen.

Da ist Reverend Dimmesdale einmal der hilfsbereite, charmante Helfer, dann der beeindruckend pathetische und innige Priester der an das Gute glaubt und eine reine Seele bewahren will - nur um dann 10 Minuten später von lauter Geilheit (anders kann man das doch nicht nennen) getrieben seine Liebe zu Hester zu gestehen (die ebenso geil schon die ganze Zeit darauf gewartet hat), dann kurz was von "sind wir vom Weg abgekommen" faselt nur um ihr "nein" gleich als absolute Wahrheit zu interpretieren und in der Scheune über sie herzufallen.
Warum er dann a) mit ihr nicht flieht (denn bitteschön welchen Grund haben die beiden denn schon, dort zu bleiben?? Wenn er doch schon sagt "wir können hierfür gehängt werden"...) b) bis zum Letzten wartet, c) nicht zu ihr steht (nur weil sie sagt: nein, lass es bleiben?????), sich dann in einem winzigen Moment mal kurz die Hände blutig reibt um zu zeigen dass ihm das alles doch nahe geht und schließlich wieder die Klappe hält, dann auf einmal doch gehängt werden will (Feigheit? Lieber soll sie zugucken wie er stirbt, als dass er es andersrum ertragen muss, oder wie?) und schließlich wie ein Glücksritter-Dandy mal eben mit ihr auf die Kutsche springt und doch davonfährt bleibt ein Rätsel - vor allem wenn man bedenkt, dass ebendieser Charakter im Buch das Schweigen nicht aushält und so daran zerbricht, dass er letztendlich an der eigenen Schuld stirbt.

Aber hach, ist es nicht schön, dass Demi Moore im 17. Jahrhundert aussieht wie von der Beautyfarm entsprungen? Und das selbst noch nach monatelangem Eingesperrtsein in einem dunklen und feuchten Gefängnis und nach einer Geburt? Wie man bei derartig harter Feldarbeit so wunderschön manikürte Fingernägel bewahren kann wie in besagter Scheunen-Liebesszene möchte ich gern wissen.

Traurig, dass ein Film so schlecht gestrickt ist, dass gerade diese Details so spöttisch auffallen.
Für Leute die gerne mal Garys attraktiven nackten Hintern sehen wollen lohnen sich die ersten 20 Minuten, aber dann bleiben nur noch seine Haare als "awwww-Faktor"... und peinliche Momente, wenn er sich albern Tinte auf die Stirn schmiert... und vielleicht noch Demi Moores elfenhafter Blick. Emotionen darf man hier jedenfalls nicht erwarten, außer man ist bereit, sie sich einprügeln zu lassen.

2 Sterne - einer weil Gary gar so niedlich aussieht und einer dafür, dass man wenigstens auf billige und schlechte Computereffekte verzichtet hat.

Für Oldman- und Moore-Fans ok, aber für Leute die eindringliche Filme mit Gefühl mögen definitiv die falsche Wahl. Hexenjagd ist um 1000% besser!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr frei nach Hawthorne, 26. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe (DVD)
Im Vorspann des Filmes heißt es, dass dieser Film frei auf Nathaniel Hawthornes Meisterwerk "The Scarlet Letter" basiert. Dies trifft voll zu, und man sollte es sich zu Herzen nehmen. Wer das Buch gelesen hat und nun erwartet, das Buch Szene für Szene nacherzählt zu sehen, wird enttäuscht werden. Es gibt andere Verfilmungen, die sich wesentlich enger an die Vorlage halten. Allerdings halte ich diesen Film trotzdem für eine der besten Scarlet-Letter-Adaptionen die es gibt, denn der Film hält sich zwar nicht an die Szenenfolge, wohl aber (zumindest größtenteils) an den Geist des Buches. Man könnte auch sagen, der Film ist eine Interpretation des Buches, so wie eine Theatervorstellung die Interpretation eines Dramas ist.
Der Film erzählt die im Buch nur angedeutete Vorgeschichte des Paares Hester Prynne und Arthur Dimmesdale und eröffnet damit einen faszinierenden neuen Blick auf die Figuren: Während dem Leser des Buches der Reverend Dimmesdale immer unsympathischer wird, weil er sich nicht dazu durchringen kann, sich zu Hester zu bekennen, deutet der Film die Möglichkeit an, das Dimmesdale das anfangs durchaus tun wollte, aber von Hester davon abgehalten wird. Mir war Dimmesdale beim Lesen zwar eher unsympathisch wegen seiner Feigheit, aber ich hatte das Gefühl, dass ein guter Schauspieler diesen Eindruck durchaus revidieren könnte. Gary Oldman vollbringt diese Glanzleistung - er ist ein Dimmesdale, mit dem man mitfühlen kann, auch wenn er später immer konservativer wird. Ich habe das Buch danach nochmals gelesen und finde die Interpretation durchaus konform mit dem Text des Buches. Apropos Text: Der Film zitiert an mehreren Stellen den Originaltext von Hawthorne - eine bemerkenswerte Leistung, weil die Sprache des Films so gestaltet wurde, dass der Text von 1850 darin überhaupt nicht auffällt.
Wie gesagt, der Film hält sich größtenteils an den Geist des Buches - je weiter er zum Schluss kommt, desto weiter weicht er jedoch davon ab. Hesters Ehemann wird als ein mordender Verrückter dargestellt, der Hesters Liebe zurückwill, was dem Roman völlig widerspricht. Zwar kann auch Robert Duvalls Chillingworth noch als Interpretation der Figur gelten, aber in vielen Stellen geht der Film hier zu weit darin, unbedingt einen Bösewicht zu schaffen. Das Buch möchte genau das nicht tun. Es gibt im Originaltext keinen echten Bösewicht, sondern nur Opfer der puritanischen Gesellschaft. Eben dieser Effekt fehlt am Ende, da die Spannung durch äußeren Einfluss - einen Indianerüberfall - gelöst wird. Dass Hester und Dimmesdale am Ende zusammenleben können, widerspricht zwar auch völlig Hawthornes Figurenführung, mag aber ebenfalls als freie Interpretation durchgehen. Die letzte Zeile der Erzählerin Pearl greift den Geist des Buches dann wieder auf: "Wer vermag zu sagen, was eine Sünde ist vor Gott?"
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kostümfilm mit Starbesetzung!, 27. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe (DVD)
Zum Inhalt:
Die schöne und selbstbewußte Hester Prynne (Demi Moore) erregt bei ihrer Ankunft 1666 in der neuenglischen Siedlung New Jerusalem im Staate Massachusetts gleich aus mehreren Gründen den Unmut ihrer neuen Nachbarn. Sie trägt zuviel Spitze an ihrer Kleidung, sie ist ohne ihren Ehemann Roger Prynne (Robert Duvall) angereist und sie gedenkt, allein in einem Haus zu wohnen. Als sie durch ihre neue Umgebung streift, sieht sie einen nackten Mann im See baden - es ist der Reverend Arthur Dimmesdale (Gary Oldman)wie sie bei dem ersten Gottesdienst feststellt.
Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, und schon bald treffen sie sich zu heimlichen Rendeszvous. Doch ihre Liebe bleibt nicht ohne Folgen - Hester wird schwanger. Hester, die den Namen des Vaters nicht preisgibt, zieht sich nicht nur den Zorn der Gesellschaft zu. Fortan wird sie geächtet und muß ein rotes A (für Adultery = Ehebruch) auf ihrer Brust tragen.
Dann taucht plötzlich ihr totgeglaubter Ehemann auf. Wie der Satan persönlich verfolgt er seine Frau und schwört ewige Rache. Er will ihr sündiges Verhalten austreiben und bezichtigt ihre kleine Tochter Pearl der Hexerei. Nichts scheint Hester und ihre Tochter jetzt vor dem Galgen bewahren zu können, da kündigt sich ein Indianeraufstand an ...
Zum Film:
Wow, dieser Film schlägt mit seinen schönen Kostümen und den wunderbar gelegenen Drehorten manch andere Kostümfilme um Längen. Dieses liegt aber auch an den schauspielerischen Leistungen der Darsteller. Besonders gut gefallen hat mir Gary Oldman als Reverend.
Auch wenn der Film in der ersten Std. etwas langsam zur Sache kommt, so wird man doch belohnt, wenn man diese Durststrecke erst einmal hinter sich gebracht hat.
Kurios:
Gary Oldman soll wohl während 99% der Drehzeit betrunken gewesen sein. Da fragt man sich doch, wie er seinen Text behalten konnte. Denn davon hat er mehr als reichlich...
Falls ihr Euch fragen solltet, wieso die (Film-)Tochter von Hester dieser so ähnlich sieht...es ist die leibliche Tochter von Demi Moore und ihrem damaligen Ehemann Bruce Willis.
Also wenn einen 2:10 Std. Spielzeit des Filmes nicht abhalten, ihr Kostümfilme mögt und auch mal einen splitternackten Gary Oldman sehen wollt, dann kauft Euch diese DVD.
Ich musste lediglich einen Stern abziehen für die Ausstattung der DVD. Es gibt lediglich eine deutsche Tonspur in DD 5.1, sowie 2.0. Auch sind die Extras mit ein paar Produktionsnotizen, Infos zu Schauspieler und Crew, sowie Trailern zu 3 weiteren DVD-Titeln (Das Geisterhaus, Fräulein Smilas Gespür für Schnee und In Love And War)sehr mager ausgefallen.
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3.0 von 5 Sternen wunderschön, wenn auch nicht dem Buche treu, 9. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe (DVD)
Der Scharlachrote Buchstabe mit Oldman und Moore zeigt zweifelsohne neue Blickwinkel auf, die das Buch von Hawthorne gänzlich verschweigt oder nur kurz darauf eingeht und beim Namen nennt, z.B. die tiefgründige Liebe der Zwei Leidenden, welche überdeutlich in dem Film zu Tage tritt. Mit den wunderbaren Symbolen im Film, tut der Regisseur manchmal, wie etwa mit dem roten Vogel, zu viel des Guten, ebenso wie mit den unmissverständlichen Nahaufnahmen bei der Teich-szene des Pfarrers, was mit mehr Diskretion ebenso eindrucksvoll gewirkt hätte. Moores Schauspiel wird ihrer literarischen Vorlage vollkommen und noch mehr gerecht und die neu interpretierten Szenen im Gefängnis, die im Buch eher flach wirken, sind durch und durch eindrucksvoll. Oldman muss neben so einer Frau einfach etwas blasser wiken und gibt dennoch sein, damaliges, Bestes. Die Dialoge scheinen an vielen Stellen gestelzt und wirken eher peinlich, jedoch emfinde ich dieses Werk als Bereicherung und kann nur empfehlen durch die Bildgewaltigkeit die eine scheinbare Reise in eine andere Welt ermöglicht, sich anzusehen und erst anschließend das Buch zu lesen, um ener Entäuschung zu entgehen, da ich persönlich auf den großen Show-down gewartet habe, wenn der Pfarrer seine gebrandmarkte Brust entblöst, was dem Film eine noch geisterhaftere Marke verliehen hätte. Auch tritt der scharlachrote Buchstabe allgemein eher in den Hintergrund, aber durch die hervorrragend herausgearbeitetn Gefühle, ist dieser Film dennoch 3 Sterne allemal wert. Die DVD hingegen ist ein Witz, weder die englische Originalsprache, noch weiteres Interessantes vorhanden, lediglich kurze Biogarphien. Trotzdem, klasse Film
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Peinlich!, 29. April 2002
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe (DVD)
Wenn das eine Adaption von Nathaniel Hawthornes 'The Scarlet Letter' sein soll, dann... dann weiss ich auch nicht weiter. Bei Hollywoods Versuch, einen der symbolisch staerksten Romane Amerikas zu verfilmen, ist eine kitschige Liebesgeschichte herausgekommen. Meiner Meinung nach eine fuerchterliche Blamage. Diese Geschichte ist voll von Symbolen, die in der Verfilmung noch nicht einmal ansatzweise erwaehnt wurden; statt dessen bekommt man Sachen zu sehen, die hier gar nichts zu suchen haben. Noch ein Minus: die Schauspieler und die Dialoge wirken wie aus einer Soap-Opera entsprungen.
Hm... man lese das Buch, schaue dann den Film, dann muesste man mit mir uebereinstimmen.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufwühlende Love Story im Abenteuergewand, 19. März 2001
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe (DVD)
Die schöne und selbstbewußte Hester Prynne erregt bei ihrer Ankunft 1666 in der neuenglischen Siedlung New Jerusalem im Staate Massachusetts gleich aus mehreren Gründen den Unmut ihrer neuen Nachbarn. Sie trägt zuviel Spitze an ihrer Kleidung, sie ist ohne ihren Ehemann Roger Prynne angereist und sie gedenkt, allein in ihrem Haus zu wohnen. Als sie durch ihre neue Umgebung streift, sieht sie einen nackten Mann im See baden - es ist der Reverend Arthur Dimmesdale wie sie bei dem ersten Gottesdienst feststellt. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, und schon bald treffen sie sich zu heimlichen Rendeszvous. Doch ihre Liebe bleibt nicht ohne Folgen - Hester wird schwanger. Hester, die den Namen des Vaters nicht preisgibt, zieht sich nicht nur den Zorn der Gesellschaft zu. Fortan wird sie geächtet und muß ein rotes A (für Adultery = Ehebruch) auf ihrer Brust tragen.
Dann taucht plötzlich ihr totgeglaubter Ehemann auf. Wie der Satan persönlich verfolgt er seine Frau und schwört ewige Rache. Er will ihr sündiges Verhalten austreiben und bezichtigt ihre kleine Tochter Pearl der Hexerei. Nichts scheint Hester und ihre Tochter jetzt vor dem Galgen bewahren zu können, da kündigt sich ein Indianeraufstand an ...
Roland Joffé legte mit der Klassikerverfilmung 'Der scharlachrote Buchstabe' (1850) von Nathaniel Hawthorne eine sehr freie Filmadaption vor, die das tragische Drama um Ehebruch und Prüderie in eine Love Story mit Happy End ummünzte.
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5.0 von 5 Sternen Schööööön, 24. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe (DVD)
Schöner alter Film ,der mir gefällt ,sonst würde ich ihn nicht mit gut bewerten.warum so viel Worte reicht nicht die Hälfte
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5.0 von 5 Sternen einfach toll!!, 15. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe (DVD)
super!! kann ich nur empfehlen!! auch ein toller film!! ich kaufe immer wieder gerne bei ihnen...liebe grüße aus stralsund =)
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5.0 von 5 Sternen Well done!, 12. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Scarlet Letter [UK Import] (DVD)
Great adaptation of a book, which is always tricky to do. Great actors and great settings. A film worth watching if one is interested in early American Puritanism and the concept of national Identity.
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Der scharlachrote Buchstabe von Nathaniel Hawthorne (DVD - 1999)
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