Kundenrezensionen


91 Rezensionen
5 Sterne:
 (61)
4 Sterne:
 (15)
3 Sterne:
 (8)
2 Sterne:
 (2)
1 Sterne:
 (5)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein düsteres Gemälde aus Gewalt und Wahnsinn - David Lynchs: Lost Highway
Fred Madison (Bill Pullman) und seine Frau Renee (Patricia Arquette) erhalten von einem Unbekannten Videobänder, die das Innere ihres Hauses und die beiden im Schlaf zeigen. Das letzte Band zeigt die ermordete Renee und ihren Mann, der zwischen ihren Überresten kauert. Fred wird von der Polizei verhaftet und des Mordes angeklagt. Doch in der einsamen...
Veröffentlicht am 26. November 2009 von Amigo Del Sol

versus
35 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider keine perfekte DVD ...
Wer nach der idealen DVD-Fassung von David Lynch's "Lost Highway" sucht, wird leider auch von der deutschen DVD enttäuscht werden. Zwar ist der Film entgegen anderslautenden Gerüchten trotz FSK 16 Freigabe absolut ungeschnitten und auch die Bildqualität kann überzeugen, die Tatsache jedoch, dass der Ton gegen Ende - gerade als Trent Reznor's genialer...
Veröffentlicht am 23. März 2002 von Kemushi


‹ Zurück | 1 210 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein düsteres Gemälde aus Gewalt und Wahnsinn - David Lynchs: Lost Highway, 26. November 2009
Von 
Amigo Del Sol "ADS" (Fürstentum Lippe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lost Highway (DVD)
Fred Madison (Bill Pullman) und seine Frau Renee (Patricia Arquette) erhalten von einem Unbekannten Videobänder, die das Innere ihres Hauses und die beiden im Schlaf zeigen. Das letzte Band zeigt die ermordete Renee und ihren Mann, der zwischen ihren Überresten kauert. Fred wird von der Polizei verhaftet und des Mordes angeklagt. Doch in der einsamen Gefängniszelle geschieht etwas Wundersames. Fred verwandelt sich plötzlich in Peter Raymond Dayton (Balthazar Getty) einem jungen Automechaniker...

Es gibt in Hollywood wohl keinen Regisseur, der es so genial versteht den Zuschauer zu fesseln und gleichzeitig bis zur letzten Sekunde im Unklaren zu halten, wie die Filme von David Lynch. Seine Filme kann man in keine Schublade stecken, sie sind wahre Kunstwerke mit reichlich, wenn nicht sogar unendlich viel Platz für Interpretationen. Lynch liefert mehr Fragen als Antworten, er reiht verwirrende Szenen aneinander und lässt sie dann mit ungeahnter Leichtigkeit entwirren. Wobei er es regelmäßig dem Zuschauer oblässt seine Filmkunst zu verstehen.

"Lost Highway" ist eines dieser bildgewaltigen Kunstwerke von Lynch. Er perfektioniert das Spiel mit Licht und Schatten und schafft es alleine damit schon Botschaften zu vermitteln. Dabei spielt er gekonnt mit den menschlichen Urängsten von Gewalt und puren Wahnsinn. Was ein wichtiges Element seiner Filme ist, ist der Einbau der Femme Fatale, wie schon in Mulholland Drive - Straße der Finsternis ist sie der erotische Schlüssel zwischen den Figuren. Patricia Arquette verkörpert diese Rolle in ähnlicher Perfektion, wie Laura Harring in "Mulholland Drive". Ebenso ist der Auftritt einer mephisto-ähnlichen Figur auch in "Lost Highway" nicht zu übersehen, als Verkörperung vom absolut Bösen, welches wohl einhergeht mit Lynch Interpretation des Wahnsinns.

Die Verwobenheit der einzelnen Szenen miteinander ist dabei der große Pluspunkt, diese Umsetzung sorgt dafür, dass "Lost Highway" bis zum Ende hin spannend bleibt, auch wenn der aufmerksame Zuschauer sich sicherlich schon sein eigenes Bild des Filmendes gemacht hat. Dieses ist zwar definitiv gelungen, allerdings fehlte mit die ganz große "Überraschung" am Ende doch irgendwie, dass ist David Lynch in "Mullholland Drive" definitiv besser gelungen. Daher sehe ich "Lost Highway" hinter der Produktion aus 2001. Ebenso ist die Filmmusik, mit der Einspielung von den Rammstein-Songs "Heirate mich" und "Rammstein" grundsätzlich eine gute Idee, hätte als Akustik-Version aber besser gewirkt. Aber eigentlich ist das auch nur eine Nuance an Kritik in einem starken Film. "Lost Highway" ist ein surreales Meisterwerk mit reichlich Platz für Interpretationen, dass ein mehrmaliges Sehen eigentlich zur Pflicht macht und alleine damit schon sein Ziel erreicht hat - 5 Sterne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Surreales Meisterwerk, 15. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Lost Highway (DVD)
Als ich vor vielen Jahren dieses Machwerk zum ersten Mal gesehen hatte, war meine erste Reaktion: "Wahnsinnsfilm, aber was habe ich da eigentlich gerade gesehen?". Ich denke, das Problem, das viele Zuschauer mit diesem Film haben, ist, daß er gängige Konventionen durchbricht. Insofern werden Liebhaber des Hollywoodheldenepos mit Happy End an diesem Film zweifelsohne keine Freude haben.
Da ist zum einen die fehlende Stringenz der Handlung, die unmerkliche Vermischung von Realität und Illusion, die Absenz eines Helden. Zum anderen wird das Verwirrspiel untermalt von beklemmenden Bildern, einer surreal bedrückenden Stimmung, dem Gefühl des Ausgeliefertseins (nicht nur als Zuschauer, sondern auch als Akteur). David Lynchs Stärke liegt darin, daß er polarisiert, und das durchaus absichtlich. Seine Filme kann man nur lieben oder hassen; es gibt kein dazwischen. Darüber hinaus bietet er in seinen Geschichten natürlich nicht immer leicht verdauliche Kost (von „The Straight Story" einmal abgesehen). Da werden in "Blue Velvet" Ohren abgeschnitten und Oedipuskomplexe aufgedeckt oder in "Mulholland Drive" Personen ausgetauscht und allgegenwärtige Albträume visualisiert. Nicht viel anders verhält es sich mit "Lost Highway", dem für mich persönlich besten Lynch-Streifen.
Kurz zur Handlung: "Dick Laurant ist tot". Das sind bedeutungsschwangere Worte, die da (zweimal) durch Freds (Pullman) Sprechanlage geflüstert werden. Dazu kommen anonyme Videobotschaften vom Innenleben seines Hauses. Einige Zeit später wird der Saxophonist unter Mordverdacht an seiner Frau verhaftet und weggesperrt. In Haft verwandelt er sich auf einmal in den jungen Mechaniker Pete (Getty), der anscheinend durch einen unbekannten Vorfall sein Gedächtnis verloren hat. Dieser läßt sich nach seiner Entlassung auf eine gefährliche Affäre mit der Freundin (Arquette) des Pornoproduzenten Dick Laurant ein, die noch dazu Freds ehemaliger Ehefrau verblüffend ähnlich sieht.
Soviel fragmentartig zur Story, die ebenso fragmentartig von Lynch umgesetzt wurde. An einer Interpretation versuche ich mich erst gar nicht. Interessant finde ich allerdings den Hinweis auf einer amerikanischen Internetseite, auf der vom Wunschdenken des impotenten Fred, als omnipotenter Sexmaniac dastehen zu wollen, gesprochen wird. Das Machwerk Lost Highway besticht daher nicht nur durch seine unergründliche Geschichte (ich habe den Film mehr als 10 mal gesehen und komme jedesmal zu einer anderen Schlußfolgerung), sondern vor allem durch seine grandiosen Bilder und Kameraperspektiven. Alltagsgegenstände wie eine simple Videokamera werden auf einmal zu Angstobjekten, ohne daß man den Grund dafür ausmachen könnte. Für mich absolut unschlagbar umgesetzt ist der mysteriöse schwarze Mann, der wie ein Deus ex machina die Geschicke des (der) Protagonisten zu lenken scheint. Die Begegnung zwischen Fred und dem geheimnisvollen Mann auf der Party gehört meiner Meinung nach zu den besten Szenen der Filmgeschichte.
David Lynch hat mit Lost Highway ein Meisterwerk des Surrealismus oder Film Noir abgeliefert. Bill Pullman überzeugt fern seines Komödienfachs als kafkaeske Hauptfigur mit ernsthaften Problemen auf ganzer Linie. Unabhängig davon, ob der Film nun eine Aussage, geschweige denn Lösung hat oder einfach nur als Kunstwerk stehen bleibt, bietet er unendlich viel Gesprächsstoff und treibt das Verlangen an, sich alles nochmals anzusehen. Für eine DVD, mit der man genau das tun kann, ist also meiner Meinung nach das Geld nirgendwo besser angelegt. Minimale, aber unmerkliche Abzüge muß ich der DVD allerdings für die mangelhaften, da kaum vorhandenen Features bescheinigen, was allerdings für Lynch DVD Releases nichts neues ist. Wer diesen Silbling kauft, kauft also quasi nur den Film, das aber in bester Bild- und Tonqualität. Für mich ist dieser allerdings auf der Liste der ewigbesten Filme nach Memento die unangefochtene Nummer 2.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es hat lange gedauert., 13. April 2003
Von 
Rasmus Fuhse (Göttingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lost Highway (DVD)
Dieser Film ist mir ein Phänomen. Mein Freund lädt mich zu ihm ein mit dem Kommentar, dass er einen neuen Lieblingsfilm hat. Bei diesem Film handelte es sich natürlich um Lost Highway (wer hätte das jetzt gedacht). Und um ganz ehrlich zu sein, ich fand den Film scheiße. Es ist einer dieser jener Film, bei denen plötzlich alles schwarz wird, die Namen des Regisseurs und der Darsteller über den Bildschirm fliegen, und man sich fragt, ob das nicht eine weitere Finte des Regisseurs ist, um den Zuschauer zu verunsichern.
Und dann steht man auf mit dem Gefühl, dass man den Film nicht mal verstehen könnte, wenn er noch eine Stunde länger gegangen wäre und mit dem Akte-X-Brechteisen alle Zusammenhänge auf den Tisch gelegt hätte.
Die Verwirrung, die entsteht, ist nicht zu vergleichen mit der von Filmen wie Memento oder Pi. Sie resultiert einfach aus der Tatsache, dass man da keine Klarheit entdecken kann, nicht davor, während des Sehens oder danach.
Und jetzt ist bestimmt ein Jahr vergangen, und ich habe einen riesengroßen Heißhunger, den Film nochmal zu sehen. Und nochmal und noch einmal! Warum dem so ist, kann ich nicht so ganz erklären. In diesem Film steckt eine Bildgewaltigkeit, die einen umhauen kann. Und dann fühlt man den Traum mit. Ich weiß nicht, wie es den anderen ging, aber ich habe in diesem Film den verzweifelten Traum gesehen, tatsächlich jemand anderes zu sein, jemand, der dumm, ungehobelt und extrem sexy ist. Und dieser Traum kann gar nicht wahr sein und er ist rückwirkend betrachtet auch gar nicht schön. Aber genau deswegen will ich ihn vielleicht als Film sehen und nicht selbst erleben müssen.
Ich wette, Sie wissen nicht im Geringsten, was ich damit meine. Schauen Sie sich den Film an! Vielleicht werden sie es in einem Jahr wissen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


35 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider keine perfekte DVD ..., 23. März 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: Lost Highway (DVD)
Wer nach der idealen DVD-Fassung von David Lynch's "Lost Highway" sucht, wird leider auch von der deutschen DVD enttäuscht werden. Zwar ist der Film entgegen anderslautenden Gerüchten trotz FSK 16 Freigabe absolut ungeschnitten und auch die Bildqualität kann überzeugen, die Tatsache jedoch, dass der Ton gegen Ende - gerade als Trent Reznor's genialer Track "Driver Down" anfängt - ins Stottern gerät (und zwar sowohl auf der deutschen als auch auf der englischen Tonspur), vergällt das Anschauerlebnis gründlich.
Wirklich schade, denn aufgrund der erbärmlichen DVD-Fassungen, die bisher weltweit von diesem Film erschienen sind, war die deutsche DVD so etwas wie meine letzte Hoffnung. Um es kurz zusammenzufassen: die kanadische DVD ist in Vollbild, die australische DVD hat eine ziemlich schlechte Bildqualität, die Bildqualität der japanischen DVD ist streckenweise so schlecht, dass man nicht mehr erkennen kann, was gerade am Bildschirm vor sich geht, die französische DVD hat nicht ausblendbare französische Untertitel und eine amerikanische oder englische DVD gibt es schlicht und ergreifend nicht.
Für Fans von David Lynch's brilliantem "21st century noir horror film" geht das Warten also weiter. Ich persönlich halte noch immer an der englischen VHS Kassette fest, denn diese präsentiert den Film eindeutig in der besten Version, die zur Zeit erhältlich ist. Und das im Zeitalter der DVD!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


34 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein weiterer großartiger Lynch-Film!, 21. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Lost Highway (DVD)
David Lynch kann man wohl nur lieben oder hassen. Ich liebe ihn und war auch von "Lost Highway", dem letzten Film, den ich von ihm noch nicht kannte, absolut begeistert.
Was ich an Lynchs Filmen so mag, ist die Tatsache, dass es eigentlich gar keine Filme im klassischen Sinne sind. Lynch kommt aus der Malerei und da ihm das "stehende Bild" auf Papier nicht genügend Raum für seine künstlerischen Visionen gegeben hat, ist er zum Film gekommen. Er malt sozusagen Filme. Und so kann man sich vorstellen, dass das Betrachten von "Lost Highway" so wie ein Museumsbesuch ist: Man steht vor einem surrealen Gemälde, das an sich keine tiefe Intention oder Moral enthält, aber eine absolut prickelnde Stimmung erzeugt. Wie auf Bildern Dalis werden Dinge vermischt und zusammengebracht, die in der Realität niemals zusammenpassen. Die Leute zerbrechen sich den Kopf, wie sie dieses Filmgemälde nun interpretieren könnten oder müssten, dabei ist des Rätsels Lösung ganz einfach, dass es keine Lösung gibt. Die einzelnen "Puzzleteile" passen schlicht und einfach nicht zueinander, man kann sie drehen und wenden wie man will. Ich glaube, was den Leuten den Antrieb gibt, sich so das Hirn zu zermatern, um den tieferen Sinn in "Lost Highway" und Lynchs weiteren Werken zu entdecken, ist die Tatsache, dass David Lynch immer noch den Eindruck am Leben erhält, dass seine Filme lösbare Rätsel wären. Es treten Parallelen zwischen verschiedenen Ereignissen darin auf, bei denen man aufgrund seiner "Standard-Film"-Erfahrung meint, sie würden irgendwas bedeuten. Tun sie nicht! Allerdings möchte ich anmerken, dass es zweifelsohne einen riesigen Spaß macht, alleine oder in der Gruppe zu versuchen, Zusammenhänge zu finden und immer wieder zu scheitern - ich persönlich genieße das auch immer wieder.
Lynchs Filmmalereien sind etwas komplett Neuartiges - so etwas hat es noch nicht gegeben. Und deswegen stellt sich auch bei "Lost Highway" die Frage, ob man sich auf ihn einlassen WILL. Ist man bereit, seine üblichen Vorstellung der Nutzung des Mediums Film über Bord zu werfen und etwas Innovatives zu sehen? Man kann niemanden dafür verurteilen, der das nicht möchte, es geht schließlich auch nicht jeder gerne ins Museum. Aber auch die Fans von Lynch sollten nicht einfach, wie es leider viel zu oft geschieht, als "Pseudo-Intellektuelle" abgetan werden, die sich nur wichtig machen wollen.
"Lost Highway" ist eines der gelungensten Filmbilder eines ganz virtuosen Malers.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abgründe der Seele, 11. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Lost Highway (DVD)
Es geht um die Fragen, wer bin ich, wer ist die Frau die ich glaube zu lieben und was für eine Beziehung habe ich zu ihr. Diese drei Fragen, so alltäglich und harmlos sie auf den ersten Blick scheinen, führen den Zuschauer in einen unaufhaltsamen und faszinierend verstörenden Albtraum, der in einer Endlosschleife gefangen ist. Es gibt kein Erwachen daraus. Im Gegenteil, je mehr Fred über sich selbst und seine Frau Renee glaubt herausfzufinden, um so abgründiger und verworrender werden Personen und Geschichte.

Es ist eine scheinbar normale Beziehung, in der sich jedoch beide fremd sind. Fred weiss nicht mehr wer er selbst und seine Frau eigentlich ist. Als er versucht sich darüber klar zu werden und seine Frau verdächtigt ihn zu betrügen, geschehen plötzlich mysteriöse Dinge um sie herum, die Fred in einen Strudel von Ereignissen ziehen, gegen die er absolut machtlos zu sein scheint und die in ihrer Tragweite unüberschaubar werden. Auf einer Party begegnet er plötzlich dem "Mystik Man", der Freds eigene Manifestation des Wahnsinns ist. Langsam wird Fred klar, dass er die Kontrolle über sein Leben verliert und es der "Mystik Man" ist, der die Fäden in der Hand hat. Am Ende dieser psychotischen Achterbahnfahrt bringt Fred seine Frau um.

In seiner Verzweiflung betritt Fred nun eine Parallelwelt - eine Realität in einer anderen Wahrscheinlichkeit und versucht die Geschichte von sich als Pete und seiner Frau als Alice neu zu ergründen. Die Beziehung und der Handlungsrahmen verwandeln sich plötzlich in einen erotischen Thriller. Auch dieses Szenario wird zu einem skurilen, bedrängenden Albtraum, der jede Minute gefährlicher wird. Auch hier gibt es kein Entkommen. Alice ist nun die verlockende Femme Fatale, doch bleibt für Pete unerreichbar, auch wenn er alles für sie tut, sogar einen Mord.
Beide Szenarios vermischen sich nun miteinander und suchen verzweifelt nach einem Ausweg. Doch nichts wird aufgeklärt und nichts wird gelöst. Es bleibt eine psychotische Reise in die Abgründe der Seele, gefangen in der eigenen Interpretation, aus der es kein Entrinnen gibt. Der "Mystik Man" gewinnt die Oberhand, während Fred sich selbst hoffnungslos in beiden Realitäten verrennt. Fred wird schließlich zum Tode verurteilt.

Der Film ist unter anderem eine Hommage an "Blood Simple" der Coen Brüder, die in ihrem Thriller eine Vorlage geschaffen haben, in dem die Geschichte von 4 Personen erzählt wird, die in einem Netz aus Eifersucht und Wahnsinns gefangen sind und sich gegeneinander ausspielen. Das wiederkehrende Bild des Wagens der nachts auf einem Highway fährt und im Scheinwerferlicht die gelben Mittelstreifen zu sehen sind, stammt aus diesem Film der Coen Brüder, der Menschen im selben konfusen Zustand zeigt, die verzweifelt versuchen wieder Herr der Lage zu werden.
Ein Film für Leute die fremde Dinge mögen, nicht alles verstehen müssen und sich auch Zeit zum Nachdenken lassen. Aber das macht die Filme von David Lynch ja gerade aus, dass sie sich einem nicht sofort erschliessen, sondern erst später und auf einer anderen Ebene, als man vermutet.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ästhetische Werk, 27. Juni 2004
Von 
Leif Boysen (Wassersleben, Harrislee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lost Highway (DVD)
"Lost Highway" beginnt unheimlich. Als Liebhaber der allerbesten Psychofilme war ich einiges gewöhnt und befürchtete, auch dieser Film könne mir keine Gänsehaut einjagen. Aber genau diese Gänsehaut stellte sich unvermittelt ein. Die erstenn zwanzig Minuten sind gruselig, rauben den Atem vor Angst - und dann geht es Schlag auf Schlag. Die Handlung, die ein Rätsel ist, verliert sich in immer neuen Rätseln. Eine plausible Erklärung bleibt aus. Aber die Ästhetik der Bilder, auch die blutigen, macht David Lynch keiner nach. Ein Meistwerk? Ja, wegen des visuellen Festes, das hier mit viel Liebe zum Detail gefeiert wird.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dämonen des Unterbewußtseins, 4. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Lost Highway (DVD)
David Lynch gehört für mich zu den besten amerikanischen Regisseuren, denn er trotzt dem ewigen Hollywood-Plot beständig und mit Bravour.
Ein Beispiel für seine Kunst ist "Lost Highway".
Zur Handlung möchte und kann ich hier nicht viel sagen, denn es ist eigentlich unmöglich die Handlung kurz mal eben zu beschreiben ...
"Lost Highway" ist nämlich kein typischer Thriller oder Horrorfilm, der mal eben so eine Geschichte erzählt.
Der Handlungsrahmen bildet eher eine Art Gerüst für Stimmungen und Gefühle, die David Lynch seinem Zuschauer intensiv übermittelt. Dabei spielt er raffiniert mit Urängsten, wie dem Kontrollverlust, dem Identitätsverlust, unberechenbarer Gewalt, der Angst vor dem vollkommen Unbegreiflichen. Wo andere Regisseure Serienkiller oder Mutanten durch ihre Filme huschen lassen, läßt David Lynch etwas ganz Anderes auf seine Zuschauer los ... wahre Dämonen des Unterbewußtseins. Ungreifbar, unsichtbar aber ständig präsent und beängstigend.
Alles was auf den ersten Blick normal und vertraut wirkt, wird sehr schnell zu einer Fassade, hinter der sich äußerst seltsame Dinge verbergen.
Wer die besondere Gänsehaut liebt und auch Lust hat, sich tiefer auf einen Film einzulassen als sich den rein vordergründigen Kick zu holen, sollte sich Lost Highway nicht entgehen lassen!
Tausendmal beängstigender und verstörender als die ganzen Hollywood-Shocker à la "Ring" und Co. Lynch does it better!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen RocknRoll, Video, Sex and Crime...., 3. September 2012
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lost Highway (DVD)
Einer der besten fünf Filme der 80er Jahre führte den Zuschauer in die friedliche Kleinstadt Lumberton, dort wo viele Blumen vor den strahlend weißen Gartenzäunen wachsen und der Feuerwehrmann den Bewohnern winkt, wenn er mit seinem Feuerwehrwagen vorbeifährt.
Doch unter der Obefläche des idyllischen Örtchen brodelt es gewaltig, es herrschen Gewalt, Sadomasochismus und Korruption. Dort findet der Collegestudent Jeffrey Beaumont auf der Wiese ein abgeschnittes Menschenohr und seit diesem Moment hat es Filmemacher David Lynch erreicht, seine Zuschauer immer auf eine perfide und verstörende Höllenfahrt mitzunehmen, egal ob seine Helden nun Sailor und Lula oder Laura Palmer heissen.
"Lost Highway" aus dem Jahr 1992 ist vielleicht eine Quintessenz seiner Filme "Blue Velvet", "Wild at Heart" und "Fire walk with me" und ist vielleicht sogar sein bester Film überhaupt.
Es ist viele seiner Themen sichtbar: Zum einen ein böser amerikanischer Traum, mit einer guten Portion RocknRoll angereichert, das Mysterium natürlich, das lauernde Böse oder aber auch die perfekte Modernisierung des Film Noir in unsere heutige Zeit.
Der Film teilt sich in 2 große Teile und einen kleineren zusammenfügenden Schlußakkord am Ende auf, was bleibt ist das Rätsel und die verstörende Element.
Der Tenorsaxofonist Fred Madison (Bill Pullmann) sitzt gedankenversunken in seiner Wohnung, als es an der Haustür klingelt und eine Stimme ihm die Nachricht "Dick Laurent ist tot" überbringt. Am Tag danach findet seine Frau Renee (Patricia Arquette) ein anonymes Päckchen vor der Haustür, darin befindet sich eine Videocassette.
Als die beiden sich die Cassette anschauen, befindet sich lediglich eine Aussenaufnahme ihres Hauses darauf. Sie können sich keinen Reim darauf machen. Doch es kommt noch schlimmer. Die ohnehin angespannte Beziehung wird noch zusätzlich belastet, weil Fred einen sehr seltsamen mysteriösen Mann (Robert Blake) auf einer Party kennenlernt.
Teil Zwei geschieht durch eine Verwandlung, die aus Fred den jungen Automechaniker Pete Raymond (Balthazar Getty) macht.
Dieser findet in dem Gangsterboss Mr. Eddy (Robert Loggia) einen Gönner, doch als er dessen schöne blonde Freundin Alice Wakefield (ebenfalls Patricia Arquette) kennenlernt, spielen die Hormone verrückt und er verliebt sich in das Liebchen des Gangsters.
Damit mündet die Geschichte in einen lupenreinen Film Noir mit einer unberechenbaren Femme Fatale...
Das rätselhafte Meisterwerk lässt viel Interpretationsmöglichkeiten zu, seine große Stärke ist aber die brilliante und wuchtige Bildsprache mit viel Surrealismus, die vor allem die Emotion weckt auf ein Szenario, dass gar nicht alle Geheimnisse preisgeben soll. In seinem Mysterium liegt auch die große Kraft, die den Film zu einem der wichtigsten amerikanischen Movies der 90er macht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schockierend und faszinierend, 3. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Lost Highway (DVD)
Als großer Twin Peaks und Blue Velvet Fan mußte ich mir diesen David Lynch Film natürlich auch ansehen. Der Film schleicht sich mit seinen eindrucksvollen Bildern und der unheimlichen Geräusch- und Musikkulisse in das Unterbewußtsein. Die schnellen und oft undeutlichen Bilder sind unheimlicher als jede offensichtliche Brutalität. Der Film ist ein großes Mysterium, man weiss nicht, was ist real und was Traum. Lynch benutzt in diesem Film wieder sehr viel Symbolik und seine liebsten Elemente aus Twin Peaks, wie den roten Vorhang , das namenlose Böse wie Bob, das Doppelleben einer Frau wie bei Laura Palmer. Doch auch Blue Velvet scheint man an bestimmten Stellen und Charakteren wiederzuerkennen. Nur hat er diese Elemente in diesem Film zu einem noch viel wirreren und rätselhafteren Werk zusammengefasst. Wer große Rätsel mag und einen Film gerne selber interpretiert, der wird diesen Film lieben. Alle die auf ein Ende hoffen, das die große Erleuchtung in diesen Film bringt, sollten lieber einen anderen sehen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 210 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Lost Highway [VHS]
Lost Highway [VHS] von Bill Pullman (Videokassette - 1998)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,90
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen