Kundenrezensionen


27 Rezensionen
5 Sterne:
 (13)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:
 (5)
2 Sterne:
 (3)
1 Sterne:
 (3)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich........
Es ist so eine Sache mit den Thomas Mann-Verfilmungen: Entweder man reduziert den Stoff auf das Vordergründige (wie zum Beispiel die Buddenbrook-Verfilmung mit Buchholz) oder man verheddert sich in der filmischen Umsetzung des Stoffes, weil man der Komplexität der Vorlage gerecht werden möchte (die Reitz-Verfilmung von Doktor Faustus). Ich selbst kenne vier...
Vor 17 Monaten von Billy Budd veröffentlicht

versus
33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein anderer Zauberberg
Thomas Manns Romane authentisch zu verfilmen, hieße den Versuch unternehmen, einem Blinden Bilder zu malen. Daher muss ein solcher Film stets eine Bearbeitung sein. Als solche kann ich die Leistung akzeptieren. Indes: Warum macht der Film aus (eigentlich nahezu) allen Protagonisten schreiende Hysteriker?! Das tut weder Not, noch wird es dem Buche gerecht, geschweige...
Veröffentlicht am 28. Januar 2009 von Clemens Strauss


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich........, 1. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist so eine Sache mit den Thomas Mann-Verfilmungen: Entweder man reduziert den Stoff auf das Vordergründige (wie zum Beispiel die Buddenbrook-Verfilmung mit Buchholz) oder man verheddert sich in der filmischen Umsetzung des Stoffes, weil man der Komplexität der Vorlage gerecht werden möchte (die Reitz-Verfilmung von Doktor Faustus). Ich selbst kenne vier hervorragende Mann Verfilmungen: Viscontis "Tod in Venedig" und Geissendörfers "Zauberberg"; beide sind grandios gelungen. Dann noch Rolf Thieles Verfilmung von "Wälsungenblut" und "Doktor Faustus" von Reitz aus dem Jahre 1982. "Wälsungenblut" und "Doktor Faustus" sind als Verfilmungen gescheitert. "Wälsungenblut" ist in der Besetzung der Hauptdarsteller zu schwach (dafür sind die Nebenrollen vorzüglich) und "Doktor Faustus" scheitert einfach an der Komplexität der Vorlage, aber beide haben eine unglaublich dichte Atmosphäre und fangen das faszinierende der Belle Epoque sehr gut ein. Wer wissen möchte, welche geistigen Kräfte das alte Europa vor 1914 bestimmten, der schaue sich diese vier Filme an. Dann bekommt man ein Gefühl dafür, was 1914 eigentlich endete.

Geissendörfers Verfilmung ist ein Meisterwerk. Warum? Weil sie aus meiner Sicht die Leseerfahrung, die dieses gewaltige Werk bedeutet, visualisiert. Und das wirklich in einer phantastischen Weise. Viele geistige Strömungen haben zum Selbstmord des alten Europa geführt.

Und alle werden sie in diesem Roman angesprochen: Das hohle Pathos einer europäischen Aufklärung, die geistig noch in den Pariser Salons des 18. Jahrhunderts beheimatet ist, aber ratlos einem weltanschaulichen Extremismus gegenüber steht, für den sie keine Kategorie mehr hat; Settembrini hört die Worte des Gesinnungsterroristen Naphta, allein er hört sie nur, er hört sie nur. Das sich in ihnen die Welt der totalitären Oger brauner und roter Gesinnung ankündigt, kann Settembrini, für den Zerstörung immer nur Mangel an Vernunft ist, aber niemals Selbstzweck sein kann, nicht verstehen. Naphta hingegen sieht die Blutmühlen der neuen Zeit anbrechen. Allein die Szene, wie Castorp und Settembrini gebannt den Ausführungen Naphtas über den vermeintlichen Durst einer Jugend nach Terror schildert, ist schon den ganzen Film wert: Das Mienenspiel von Castorp und Settembrini, die unheimliche Musikuntermalung, die das kommende Grauen andeutet - einfach großartig. Noch heute läuft mir Schauer den Rücken hinunter, wenn ich diese Szene sehen. Die großen und pervers-reinen Gesinnungsmörder wie Fouqier-Tinville, Dscherschinski, Best - bei der Szene sehe ich sie förmlich hinter Naphta stehen. Diese Geisteshaltung, die letztendlich nach Auschwitz und Kolyma führte, in die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts - Mann hat sie meisterhaft vorausgeahnt und dargestellt. Das ist nicht mehr nur literarischer Text auf Zelluoid gebannt. Die glänzenden Schauspieler Bucci und Azanavour transponieren diesen weltanschaulichen Konflikt in großes Kino. Und in diesem Sinne steht Geissendörfers Werk auf der gleichen Stufe mit Visconts Mann-Verfilmung und "Der Leopard" oder mit David Wards "Cannery Row" - die besten Literaturverfilmungen, die ich kenne und gesehen habe.

Die Welt des alten Europas vor dem Beginn des europäischen Selbstmordes ab 1914 ist einmalig eingefangen. Jede Rolle, ausnahmslos jede Rolle (überspitzt geschrieben bis zu den Türgriffen) ist perfekt besetzt. Man kann sie nicht alle aufzählen: Aber was Hielscher, Herrmann, Raab und viele andere in den Nebenrollen leisten, ist ausgezeichnet. Ich kann es bis heute nicht begreifen, warum Geissendörfer von diesem künstlerischen Weg abgewichen ist um dann in den Niederungen der Lindenstraße mit ihren drittklassigen Kleindarstellern zu enden.

Keine Rezension kann den Feinheiten dieser Verfilmung gerecht werden werden. Und es ist nun ein großes Glück, dass endlich die Fernsehfassung erscheint. Der Film war immer nur ein Torso, dem zu viele Nuancen verloren gehen. Das ist nun endlich ab kommenden Freitag anders. Jetzt kann man diesen Glücksfall einer Literaturverfilmung endlich vollständig genießen.
Jeder Mann-Liebhaber wird diesen "Zauberberg" nicht sehen, sondern darin schwelgen und eintauchen wie es der Wagnerianer im Vorspiel zu "Tristan". Diese Verfilmung ist ein bleibendes Meisterwerk, weil sie nicht jedes Detail der Vorlage einfängt, aber sehr wohl das geistige Klima und die visuelle Welt dieses Gipfelwerks in überwältigender Weise einfängt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein anderer Zauberberg, 28. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg (DVD)
Thomas Manns Romane authentisch zu verfilmen, hieße den Versuch unternehmen, einem Blinden Bilder zu malen. Daher muss ein solcher Film stets eine Bearbeitung sein. Als solche kann ich die Leistung akzeptieren. Indes: Warum macht der Film aus (eigentlich nahezu) allen Protagonisten schreiende Hysteriker?! Das tut weder Not, noch wird es dem Buche gerecht, geschweige denn, dass es dem Film nützte! Und wo bleibt der Humor? Hans Castorp ist, wie uns Thomas Mann schon frühzeitig in seinem Roman informiert, ein simpler Held, kein hysterisch schreiender Dandy. Er ist ein homo technicus, dem auf dem Zauberberg ein Traum der Liebe ahnt. Davon zeigt der Film so gut wie nichts. Wenig sinnvoll auch der äußerliche Verfall des Helden. Kurz: Guter Film, schlechte Verfilmung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


39 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stimmungsvolle Umsetzung des Jahrhundertromans!, 26. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg (DVD)
Wer den "Zauberberg" gelesen hat, wird während der Lektüre seine eigenen Bilder im Kopf gehabt haben. Davon muss man sich lösen, wenn man diesen Film genießen will!

Dann aber verspricht die Verfilmung aus den achtziger Jahren nicht zu viel: Sie fängt sehr genau die Atmosphäre zwischen Todessehnsucht und Übermut, Vorkriegsdekadenz und Prachtentfaltung, geschliffenen Dialogen und ironisch-distanzierter Betrachtung dümmlicher Kommentare ein.

Überzeugend in der Darstellung und der Ausstattung kann dieser Film das Leseerlebnis natürlich nicht ersetzen aber durchaus sinnvoll ergänzen!

Sehenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nur die kurze Fassung..., 17. Juli 2008
Von 
N. Gramling "Carhelan" (Wilder Süden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg (DVD)
Eigentlich verdient die Verfilmung 5 Sterne. Ursprünglich lief ein 3-Teiler im TV, auf VHS und DVD ist leider nur diese um die Hälfte (!) gekürzte Version erhältlich...sehr schade, denn es fällt doch viel interessantes Material weg.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr schön !, 5. Januar 2006
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg (DVD)
Ich kann nicht verstehen, warum viele (auch bei IMDB) den Film so schlecht finden. Für mich ist es einer meiner Lieblingsfilme. Vielleicht ist es auch die Enttäuschung über die Single-DVD und die Kurzfassung des Films auf der DVD. Es existiert ja die wesentlich längere 3-Teiler-Fassung die schon mehrmals in den letzten 20 Jahren in der ARD zu sehen war. Es wäre super wenn diese Extended-Fassung auch noch als Double oder Triple-DVD herauskommen würde, am besten noch mit einigen neuen Deleted-Szenen (aber um Himmels Willen keine Neu-Synchronisation !!!, sonst wirds total ungenießbar !!). Das wäre immer wieder für jeden ein wunderbares Weihnachtsgeschenk.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Längst überfällig, 1. April 2013
Nach über 20 Jahren ist es nicht nachvollziehbar, dass wirklich mittlerweile jeder Blödsinn auf DVD erhältlich ist, und ein Meisterwerk von Geißendörfer bisher nur in der extrem gekürzten Kinofassung, käuflich zu erwerben war. Die Kinofassung kann das, bei vielen Kritikern als langatmig bezeichnete Werk Thomas Manns, niemals so widergeben. Für einen Fan Thomas Manns, dieser Epoche und Lebensart ein absolutes Muss. Auf eine etwaige erneute Austrahlung im TV kann man sich nicht immer verlassen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Literatur - Kino in erstmals digitaler Restaurierung, 8. November 2013
Von 
Hans-Georg Seidel "opera" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als Erstes der Hinweis, dass die Verlinkung von Amazon unter diesem Produkt, fehlerhaft ist.

Hier handelt es sich um die 3-teilige Fassung der Verfilmung, e r s t m a l s in digitaler Aufbereitung.
Enthalten sind im Gesamtpaket: - 4 - DVD -

Die Verfilmung in drei Teilen auf DVD 1 - 3 .

Bonusmaterial : Die komplette Filmversion, also, die geschnittene, gekürzte Fassung.

Interview mit W. Geißendörfer beides auf DVD - 4 - .

Das Ergebnis ist insgesamt herausragend, wenn man die Schwierigkeiten bedenkt, dieses genialische Buch zu verfilmen.
Die Langfassung bietet das komplexere Bild, längere Szenen vermitteln mehr Atmosphäre, bieten dialogisch wesentlich mehr und das ist entscheidend für das Gesamtbild.

Die handelnden Personen sind bis in kleinste Nebenrollen mit großartigen Schauspielern geradezu ideal besetzt. Die Charaktere werden ungemein hautnah und echt, exemplarisch herausgearbeitet, so dass man schon von Verkörperung sprechen kann. Die bildliche Umsetzung hat eine morbid, magisch ambivalente Ebene, die den Gesamtcharakter des Buches trifft.

Insgesamt ganz großes Literatur- Kino.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach nur klasse..., 15. September 2013
Als ich diese DVD-Box in Händen hielt, war ich anfangs schon ziemlich skeptisch. Ist es wirklich möglich, einen Tausend-Seiten-Roman zufriedenstellend zu verfilmen? Diese Bedenken waren absolut haltlos - ich bin einfach begeistert. Regisseur Hans W. Geißendörfer tat schließlich auch das, was man bei einem solchen Roman tun sollte. Er schuf eine siebenstündige Langfassung.

Die Langfassung ist noch werkgetreuer als der auch entstandene, deutlich kürzere, Kinofilm. Dem Team ist es stark gelungen, das Skurrile und Makabre der von Thomas Mann verfassten literarischen Vorlage hervorzuheben. So entstand eine, trotz der Länge, temporeicher, mitreißender und atmosphärisch dichter Mehrteiler, der den Zuschauer so in seinen Bann zieht, dass er am Ende verblüfft feststellt, wie viel Zeit vergangen ist. Bis in die Nebenrollen hinein wurde "Der Zauberberg" exzellent besetzt, und Michael Ballhaus hat mit seiner eleganten Kameraführung und kunstvoll komponierten Bildern maßgeblich zu der Perfektion der großartigen Literaturverfilmung eindeutig beigetragen.

Ein großer Teil der Dialoge stammt auch wirklich aus dem Roman, in einigen Szenen weicht Hans W. Geißendörfer von der Vorlage ab. Das ist aber weniger schlimm, ist es doch absolut nachvollziehbar, dass auch die ein oder anderen Teile verfilmbar gestaltet werden müssen. Alles in allem eine top Verfilmung.

Die DVDs erhält man in Amaray-Slim-Hüllen, welche in einem hochwertigen Schuber enthalten sind. Als besonderes Highlight liegt dieser Edition sogar als Bonusmaterial die Kino-Schnittfassung bei. Eine super Idee für alle, welche gern nochmal in Kino-Erinnerungen schwelgen wollen oder einfach nicht ganz so viel Zeit investieren können. ;-) Außerdem liegt ein Booklet mit allem Wissenswerten und den verschiedensten Hintergrundinformationen sowie Biographien bei.

Fazit:

Eine top Verfilmung in einer hochwertigen Edition. Absolut zu empfehlen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompletter Dreiteiler als Langfassung, 28. Juli 2013
Bei Der Zauberberg handelt es sich um einen Bildungsroman von Thomas Mann, der 1924 erschienen ist. Der Roman fand gleich zu Erscheinen viele Anhänger, schon nach vier Jahren war die Auflage auf 100.000 Exemplare gestiegen. Der Zauberberg wurde in 27 Sprachen übersetzt, auf englisch gibt es fünf Versionen, auf japanisch zwei.

Nun hat Fernsehjuwelen den kompletten Dreiteiler zum Roman auf dem Markt gebracht. Hier ist zu sehen, wie Hans Castrop seinen lungenkranken Cousin in einem Sanatorium in der Schweiz besucht. Eigentlich wollte Hans bald weiter , doch er wird von der luxuriösen Zauberwelt und der Atmosphäre der todessüchtigen Gesellschaft gefesselt. Eine kleine Welt in der großen Welt...

Der Dreiteiler kommt mit einer intensiven Stimmung daher, der man sich kaum entziehen kann. Hans W. Geissendörfer schuf hier einen faszinieren Film, der auch nach über 30 Jahren nach der Erstausstrahlung den Zuschauer in den Bann ziehen kann. Dazu kommt die Filmmusik von Jürgen Kniepe, die hier hervorragend passt. Wer sich den Roman nicht durchlesen will, bekommt mit diesem Dreiteiler eine sehr gute Alternative geboten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die mit einem Budget von zwanzig Millionen DM umgesetzte Literaturverfilmung, in der sowohl TV-Langfassung wie Kinoversion, 20. Juli 2013
Von 
DVD-Rezensionen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Thomas Mann: Der Zauberberg in der Kino und TV-Fassung

In einer wirklich gelungenen exklusiven Box bringt hier das Label der Fernsehjuwelen eine der wohl mit aufwendigsten und spektakulärsten deutschen Literaturverfilmungen zur Veröffentlichung auf DVD. Der von dem deutschen Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann (1875-1955) unter Verwendung eigener Erlebnisse im Jahr 1924 veröffentlichte gleichnamige Roman gilt bis heute als Jahrhundertwerk der Weltliteratur. Daher verwundert es auch nicht, dass sich bisher nur wenige an eine filmische Umsetzung der ebenso faszinierenden, wie in deren Komplexität gewaltigen und irgendwie schon beinahe beängstigend schönen Romanvorlage wagte.

Im Januar 1981 fiel die erste Klappe für die mit einem Budget von zwanzig Millionen DM veranschlagte deutsch-französisch-italienische Co-Produktion. Das ganz besondere an dieser durch den Produzenten Franz Seitz umgesetzten opulenten Verfilmung war, dass sie zugleich für die Kinoleinwand, als auch als konzipierter Mehrteiler für das Fernsehen entstand. Zum ersten Mal überhaupt bringt die hier durch das Label der "Fernsehjuwelen" zur Veröffentlichung gebrachte DVD-Box zugleich beide Fassungen, in einer exklusiven Komplettbox an den Start.

Aus heutiger Sicht kann es als absolut positive Fügung des Schicksals gesehen werden, dass Hans W. Geißendörfer das Angebot zur Umsetzung der dann hoch prominent besetzten Verfilmung erhielt. Er führte dann nicht nur die Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch, das sich in der in ihm erzählten Geschichte relativ nah an der großen literarischen Vorlage hält.

Man mag geteilter Meinung über die beiden Fassungen sein. Ihre Daseinsberechtigungen haben wohl beide, wobei mir persönlich die als Dreiteiler für das Fernsehen entstandene, mit deren üppigen um die 329 Minuten Laufzeit, mehr zusagt, als die deutlich gekürzte für das Kino, die mit einer Gesamtlaufzeit von gerade einmal gut 153 Minuten zu Buche schlägt. Als interessantes Detail am Rande sei hier erwähnt, dass für die Kinofassung anfangs eigentlich eine um die vier Stunden dauernde Umsetzung vorgesehen war, die dann allerdings inmitten der laufenden Produktion auf die letztendlichen nur noch gut zweieinhalb Stunden reduziert wurde. Für Regisseur und Drehbuchautor Hans W. Geißendörfer war diese Beschneidung seiner künstlerischen Integrität dann auch die Initialzündung dafür, seine eigene Produktionsgesellschaft zu gründen.

Es ist schier unmöglich, da auch einfach zu umfassend und zudem meiner Meinung nach auch einfach nicht angebracht, an dieser Stelle den Versuch einer ausführlichen Inhaltsangabe zur Verfilmung zu machen. Selbst Hans W. Geißendörfer äußerte sich sinngemäß, dass es extrem schwer war, Thomas Mann und dessen Worte in deren Aussage in das Medium Film zu transportieren und der Vorlage dabei möglichst nah und gerecht zu werden.

Absolut fasziniert hat mich der Schauspieler Christoph Eichhorn in der zentralen Hauptfigur der Verfilmung als "Hans Castorp". Der zu Beginn gerade einmal um die vierundzwanzig Jahre alte "Hans Castorp" reist aus Hamburg hin zu seinem Vetter "Joachim Ziemissen" (Alexander Radzun) in die Schweiz, der sich dort seit längerer Zeit in einem Sanatorium und Luftkurort für Tuberkulose-Erkrankte aufhält. Dort angekommen ist "Hans" von der eigentümlichen Atmosphäre und dem direkten Nebeneinander von Tod und zugleich obsessiver Lebensfreude bis hin zur Selbstverleugnung, nach nur kurzer Zeit absolut fasziniert. In seiner eigenen Wahrnehmung geht er soweit, in der Krankheit des Menschen eine diesen in seiner Individualität und geistigen Größe sogar förderliche Tugend zu sehen.

Immer weiter wird "Hans" in den Sog seiner eigenen abstrusen Ansichten gezogen und von dem eigentlichen Besucher des Sanatoriums wird ein sich selbst zum Patienten ernannter Dauergast. Er befindet sich dabei in einem illusteren Kreis von Mitpatienten, die einer um den anderen an dieser Stelle, ganz ohne Übertreibung, als Unikum bezeichnet werden können. Von Anfang an hat es "Hans" dabei eine ihn in seinen Gefühlen zu ihr ebenso faszinierende wie beschäftigende "Clawdia Chauchat" (Marie-France Pisier) angetan. Aber auch seinen Weg kreuzende Mitpatienten und Menschen wie der Literat "Ludovico Settembrini" (Flavio Bucci) oder auch Jesuit "Naphta" (Charles Aznavour) sowie "Mynheer Peeperkorn" (Rod Steiger) prägen die Zeit und geradezu metamorphosische, leider nicht nur positive, Entwicklung von "Hans".

Als Zuschauer sitzt man überwältigt ob der Vielfalt des hier aufgezeigten, um es etwas trivial zu sagen, "Panoptikums", beinahe wie hypnotisiert vor dem Bildschirm. Neben den bereits Erwähnten sind auch noch Darsteller wie Margot Hielscher, Gutron Gabriel, Hans Christian Blech, Rolf Zacher und Tilo Prückner oder auch Kurt Raab und Helmut Griem u. a. m. zu erleben.

Die vier DVDs der Veröffentlichung lagern einzeln entnehmbar in zwei Slim-Case in Klarsichtoptik. Diese finden ihren Platz in einem repräsentativ gestalteten Pappschuber in Hochglanzoptik ohne störenden FSK-Hinweis.

Die Gesamtlaufzeit aller vier DVDs dieser Veröffentlichung beträgt laut Cover in etwa 475 Minuten. Das Bild präsentiert sich dabei laut Coverangaben im 4:3 Vollbild, mit akzeptablen Einstellungen und Werten. Insgesamt wirkt es recht weich, was der insgesamt bisweilen doch recht surrealen Stimmung des Films, mit dessen auch okkulten und zum Teil in Traumsequenzen umgesetzten Inszenierung recht gut zu Gesicht steht. Die in den sechs Monaten Drehzeit von Kameramann Michael Ballhaus u. a. in der Schweiz, Jugoslawien aber auch Hamburg, Sylt und Italien auf Film gebannten Aufnahmen sind ein echtes Erlebnis für die Augen. Mir gefielen dabei besonders die langen Kamerafahrten oder so spielerisch wirkenden Lichtdramaturgien, die nur erahnen lassen, können welche Arbeit und Vorbereitungen dahinter stehen.

Auch wenn das Bild in einer Gesamtwertung sicherlich nicht als Reverenz weisend beurteilt werden kann, bin ich, auch in Anbetracht der inzwischen vergangenen mehr als dreißig Jahre seit dem Dreh und der Produktion der Verfilmung, insgesamt recht zufrieden.

Die DVD-Menüs zeigen sich in deren Gestaltung mit einigen animierten Filmszenen und im Hintergrund zu hörender Musik übersichtlich wie auch gut bedienbar. Jede der drei Folgen der Fernsehserie wie auch die Schnittfassung als Kinofilm finden ihren Platz auf einer eigenen DVD. Unmittelbar nach Einlegen der jeweiligen DVD in den Player lässt sich die Wiedergabe starten. Sowohl zum TV-Dreiteiler wie auch Kinofilm lässt sich ein separates Kapitelmenü zur Szenenanwahl öffnen.

Neben einigen Trailern zu weiteren Veröffentlichungen aus dem Hause der "Film- und Fernsehjuwelen", kann auch noch der originale Kinotrailer zum Film angesehen werden. Die vierte DVD bietet ein sehr interessantes und speziell für diese Veröffentlichung im Auftrag der Fernsehjuwelen von Arild Rafalzik produziertes und gut vierzig Minuten dauerndes Interview mit dem Regisseur Hans W. Geißendörfer als Extra an.

Ein zwanzigseitiges Booklet bietet neben Informationen über den Werdegang "Vom Buch zur Serie" und den "Inhalt" auch Kurz-Biografien einiger der Darsteller. Hinweise auf weitere, durch den Filmverlag der Fernsehjuwelen verlegte DVDs, schließen das Booklet inhaltlich.

Tonbewertung:

Der deutschsprachige Ton kommt sowohl in der für das TV erstellten Schnittfassung, wie auch bei der für den Kinofilm, im Format Dolby digital 2.0 zu Gehör. Da die Produktion eine mehrsprachige war, musste die im Studio nachsynchronisiert werden. Ich finde, das ist sehr gut gelungen. Jürgen Kneiper, als für die Musik Verantwortlicher hat einen guten Job gemacht. Seine fantastische Musik unterstützt in vielen Momenten sehr stimmungsvoll die Szenerie und Filmhandlung. Untertitel für Gehörlose wie Hörgeschädigte zählen leider nicht mit zum Angebot der Veröffentlichung.

Gesamteindruck:

Die vorliegende Veröffentlichung aus dem Hause der "Filmjuwelen" bringt nicht nur eine spektakulär umgesetzte Verfilmung eines literarischen Jahrhundertwerks an den Start. Zudem erfolgt das auch noch in der für das TV produzierten dreiteiligen Langfassung wie auch dem Kinofilm. Top!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der Zauberberg [VHS]
Der Zauberberg [VHS] von Hans W. Geißendörfer (Videokassette - 1998)
Gebraucht & neu ab: EUR 3,39
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen