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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. April 2013
Da es bei den Rezensionen hier oftmals mehr um Kinski/Herzog geht, als um die Story selbst, möchte ich auf das Bonus-Material der BluRay hinweisen. Da gibt es einmal den Audiokommentar Herzogs, durch den man sehr viel über die Dreharbeiten und die Hintergründe des Films erfährt. Zum anderen gibt es als Bonus den Film „Mein liebster Feind“ (den es auch als Solo-DVD zu kaufen gibt), in dem Herzog die Hassliebe Kinski/Herzog beschreibt mittels Erinnerungen, Filmmaterial von den Dreharbeiten und durch Aufsuchen alter Drehorte und Zeitzeugen. Zusammen, also die Konquistadoren-Geschichte, Geschichte der (oftmals improvisierten) Dreharbeiten im Dschungel und das explosive Gemisch Kinski/Herzog machen die BluRay zu einem sehr vielschichtigen und unterhaltsamen Filmerlebnis. Wer sich für Aguirre selbst interessiert, dem sei das Buch „Aguirre“ von Stephen Minta empfohlen, der vor 30 Jahren die Route Aguirres nachgereist ist und in seinen Ortsbeschreibungen immer wieder die geschichtlichen Ereignisse einblendet.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Juni 2002
Dieser Film verkörpert wie kein anderer die Magie der Zusammenarbeit von Herzog und Kinski. Die ständige unterschwellige Bedrohung des Dschungels, dessen schwüle Hitze man förmlich zu spüren scheint, und das beständige abgleiten Aguirres in immer tiefere Regionen des Wahsinns fesseln ungemein! Fitzcarraldo mag spektakulärer sein, doch Aguirre ist ein Film, der einen noch nach seinem Ende gefangen hält. Unvergesslich Kinskis Monolog mit dem Äffchen, der seinen ganzen Wahsinn offenbart - " [...]und dann werden wir Trinidad der spanischen Krone entreißen!" Ein Meisterwerk des Erlebniskinos und eine beklemmende Studie einer Menschengruppe, die durch einen Einzelnen langsam, aber sicher ins Verderben gestürzt wird...
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. März 2002
Nach dem Einlegen der DVD gab es zwei Überraschungen:
1) Der Soundtrack ist in Deutsch - war mir recht
2) Die englischen Untertitel sind nicht abschaltbar - weniger schön
Von einer Umsetzung auf DVD hatte ich mir in dieser Hinsicht
mehr versprochen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Oktober 2013
Ein faszinierender Film, der einen immer mehr gefangen nimmt. Der Gegensatz zwischen dem schweißtreibenden Klima im Amazonas Regenwald und
der durch Popol Vuhs Musik unterstützten ruhigen Stimmung ist beeindruckend. Dazu kommt der sich immer wahnsinniger gebärdende Klaus Kinski,
der unter guten Regiesseuren bedeutende Leistungen ablieferte. Die verheerende Wirkung von Fanatismus wird bildhaft vor Augen geführt, das
zeigt sich einmal an dem Geistlichen, der die Expedition begleitet, und dann natürlich an Aguirre, der mit seiner Tochter als Partnerin eine
neue Dynastie gründen will. Was meiner Meinung nach die Atmosphäre des Films ausmacht, ist die geschickte Mischung von Sprache und Schweigen.
Dazu kommen die weitgehend unbekannten Schauspieler, welche nicht auf irgendwelche Klischees festgelegt werden können, und welche gerade des-
halb in ihren Rollen so überzeugend wirken. Die Schlussszene wirkt ungeheuer nachhaltig auf jeden, der den Film genießen kann.
Die Lautstärke der Tonspur ist manchmal etwas schwankend, und auch beim Bild tritt von Zeit zu Zeit ein leichtes Flackern auf. Neben zwei Au-
diokommentaren (Werner Herzog und Laurens Straub) gibt es als Extras nur Fotos, Biographien und Trailer, ein wenig mehr zum geschichtlichen
Hintergrund wäre mir lieber gewesen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. März 2010
Trotz eines ziemlich niedrigen Budgets (von dem der größte Teil für Kinskis Gage eingesetzt wurde), hat Werner Herzog einen beeindruckenden Film gezaubert. Klaus Kinski finde ich persönlich in dem Film gar nicht so überragend, er ist eher nur ein Baustein, der im Gesamtgefüge einen einzigartigen Film repräsentiert.

Psychopathen und Wahnsinnge kann Klaus Kinski wie kein anderer überzeugend darstellen, so Geschehen auch mit dem wahnsinnigen Konquistatoren "Aguirre". Der erst die Meuterei wagt und anschließend mit seinem Trupp auf einem Floss den Amazonas entlang reist, um dass sagenumworbene "El Dorado" zu finden. Indianerangriffe, das Klima und die schlechte Ernährung sorgen dafür, dass Aguirre am Ende alleine auf dem Floss steht, umgeben von Leichen und seinem "Wahnsinn" freien Lauf lässt.

All dies ist in wunderschönen Bildern festgehalten worden. Auch eine regelmäßige Stille verleiht dem Film eine gewisse Intensität, so dass man die Strapazen dieser "Abenteurer" förmlich spüren kann.

Obwohl sich der Dreh als ziemlich schwierig erwiesen hat - musste Kinski doch mit Waffengewalt zum schauspielern gezwungen werden - so hatte ich irgendwie den Eindruck, dass man die Spannungen zwischen ihm und Werner Herzog bis auf die Leinwand spüren konnte. Was dem Film aber eine passende Würze gibt. 5 Sterne.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
In fünf seiner Filme (Aguirre, Nosferatu, Woyzeck, Fitzcarraldo, Cobra Verde) besetzte Werner Herzog die Hauptrolle mit seinem Jugendfreund Klaus Kinski. Über die oftmals schwierige Beziehung der Männer drehte er 1999 den Dokumentarfilm Mein liebster Feind.
Aguirre ist die erste Arbeit der beiden Egozentriker, entstand 1972 und avancierte sehr schnell zum Kultfilm, vor allem in Frankreich und in den USA. Er taucht regelmässig in vielen Best of Listen auf.
16. Jahrhundert...Erzählt wird von einer fiktiven Expedition spanischer Eroberer durch den Dschungel des Amazonas, welche das Goldland Eldorado ausfindig machen soll.
Nachdem die Expedition zu Lande kaum mehr vorankommt und sich eine Odyssee ohne Rückkehr anbahnt, wird eine 40 Mann starke Gruppe zusammengestellt, die per Floß weitersuchen soll. Unter ihnen befinden sich ein christlicher Missionar und zwei Frauen.
Aber auch diese Mission steht unter schlechten Sternen, nach diversen Fehlschlägen befiehlt der Anführer Don Pedro die Rückkehr zum vielleicht noch wartenden Basislager, deshalb meutert aber der stellvertretende Befehlshaber Don Lope de Aguirre (Klaus Kinski), setzt nach der erfolgreichen Meuterei einen Marionettenführer ein und treibt das merkwürdige Himmelfahrtskommando weiter in Richtung unbekannter Dschungel an.
Innere Konflikte, Fieber, Krankheit...aber auch kriegerische bis kanibalische Eingeborene dezimieren die Mannschaft. Am Ende bleibt nur noch der wahnsinnig gewordene Conqusitator Aguirre übrig und erklärt einer Meute von kleinen Affen, die inzwischen das Floß übernommen haben, seine Eroberungspläne von Süd- und Mittelamerika.
Tatsächlich sind gewisse Ähnlichkeiten zu "Apocalypse Now" vorhanden,beide Verfilmungen sind wohl inspiriert von Joseph Conrads Erzählung "Herz der Finsternis".
Aguirre ist ein Verwandter von diesem Colonel Walter Kurtz. Im Dschungel wahnsinnig geworden, das humanistische Denken über Bord geworfen und zum Tier des Dschungels geworden.
Allerdings ist der Herzog Film sehr suggestiv, mental und unglaublich ruhig. Er fliesst sozusagen wie ein ruhiger langer Fluss, kein klassischer Aufbau einer Dramaturgie mit einem Höhepunkt...der Film steuert ohne Rücksicht fast emotionslos dem Untergang entgegen. Die 70s Psychedelic Mucke von Popol Vuh verstärkt diesen Charakter. Action gibt es bei Herzogs Abenteuer natürlich keine, allerdings sind die 90 Minuten (nach meinem Empfinden) durchgehend faszinierend...
Kann mir aber gut vorstellen, dass viele Zuschauer den Film als kalt und langweilig empfinden. Ein Film, der sicherlich polarisiert.
Es ist m.E. Herzogs bestes Werk, allerdings muss man sich auf die eigenwillige Inszenierung mit viel Bildsprache einlassen können.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Handlung dieses faszinierenden Films des Regisseurs Werner Herzog spielt 1650 in Peru und dort in den Anden. Thema sind die Geschehnisse während eines spanischen Expeditionszuges in den Anden auf der Suche nach dem sagenumwobenen Goldland "El Dorado".

Mit dem Begriff "El Dorado" wurde ein sagenhaftes Goldland im Innern des nördlichen Südamerikas bezeichnet. Die Sage von einem vergoldeten Mann entstand aufgrund eines Ritus der Muisca in Guatavita, Kolumbien, bei dem der Häuptling vollkommen mit Goldstaub bedeckt wurde, der dann bei einem zeremoniellen Bad in einem See wieder abgewaschen wurde. Diese Sitte, schon einige Zeit vor der Ankunft der Spanier nicht mehr ausgeführt, war Anlass zur Suche nach weiteren Goldschätzen Altamerikas, die sich vom Amazonasbecken bis in die nordamerikanischen Prärien erstreckte. Die Fabel vom Goldland "El Dorado" blieb übrigens bis ins 18. Jahrhundert lebendig.

Don Lope de Aguirre (Klaus Kinski) wiegelt gleich zu Beginn der Filmhandlung die Soldaten eines Stosstrupps des besagten Expeditionszuges gegen dessen Anführer auf.

Dieser möchte aufgrund der Gefahren zurückkehren zu Pizarro, dem Anführer der Expedition. Aguirre will sich stattdessen von der spanischen Krone lossagen und unabhängig von ihr El Dorado erobern.Am Zug durch die grüne Hölle nehmen auch zwei Frauen teil: die Verlobte des Anführers und die Tochter Aguirres.

Da der Weg durch den Urwald voller Gefahren steckt, versucht man mit einem Floß das gelobte Land zu erreichen.
Aguirre schafft es die Soldaten hinter sich zu scharen, indem er ihnen sagenhaften Reichtum verspricht und bewegt sie so dazu mit ihm das Abenteuer mit ungewissem Ausgang zu begehen.

Ein Scheingericht verurteilt den ehemaligen Anführer zum Tode. Das Urteil wird schließlich mit Verzögerung vollstreckt. Nunmehr hindern Aguirre "nur" noch die vielen Gefahren der Wildnis und nicht zuletzt die überall lauernden, kannibalischen Indianer am glücklichen Ausgang seines Abenteuers.

Jetzt müssen sich alle dem Machtrausch Aguirres unterordnen. Für ihn bedeutet Reichtum mehr als Gold, für ihn bedeutet Reichtum in erster Linie Macht und Ruhm.Aguirre besitzt alle negativen Eigenschaften eines Konquistadors.

Er ist größenwahnsinnig, machthungrig und habgierig. Kinski schafft es diese Eigenschaften nicht nur sprachlich, sondern auch mimisch hervorragend umzusetzen.

Gezeigt werden zudem anhand des bigotten Verhaltens eines Paters die indifferente Haltung der katholischen Kirche während der Eroberung Südamerikas und die Brutalität bei der Christianisierung der Indianer.Gezeigt wird die Menschenverachtung der Spanier gegenüber der Indianern und auch den Schwarzen.

Dass der blonde Kinski die Rolle des brutalsten Spaniers mimt und dabei die Herrenmensch- Attitüde extrem visualisiert, erinnert sofort daran, dass gerade die blonde Herrenmensch-Attitüde im letzten Jahrhundert fünfzig Millionen Tote zum Ergebnis hatte.

Größenwahn, Machthunger und Habgier sind von je her die Geisel des Menschheit, die nie etwas anderes als Leid und verbrannte Erde hervorbrachte.

Herzog lässt den Zuschauer in die Natur am Amazonas - Gebietes eintauchen. Es wird wenig gesprochen in diesem Film, stattdessen hört man die Geräusche des Urwaldes, sieht die Strömung des Amazonas, ahnt die Gefahren, die man beinahe mitzuerleben glaubt.

Wie groß muss die Habgier gewesen sein, dass man sich all der Gefahren aussetzte?

Die Ton- und Bildqualität sind o.k.

Ein empfehlenswerter Film!
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23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Oktober 2006
Dieser Werner Herzog-Streifen, der von der Suche der Conquistadoren nach dem legendären Goldland El Dorado im 16. Jahrhundert handelt, ist m.E. einzigartig. Schon die Eingangssequenz, die den Abstieg der spanischen Expedition vom Andenplateu in die damals völlig unbekannte Amazonassenke beschreibt, ist symbolhaft zu verstehen: Es steht eine Reise in den menschlichen Abgrund bevor, die ein wenig an Joseph Conrads berühmte Novelle "Heart of Darkness" erinnert, nicht nur, weil sie das Motiv der Flussfahrt ins Innere eines Kontinents aufgreift. Es geht um die dünne Schicht Zivilisation, die den Menschen ausmacht. Macht- und Geldgier treiben die Spanier in das unbekannte Land, ihre mangelnde Ehrfurcht vor der Natur und fremden Kulturen, die sich aus dem jahrhundertelangen Kampf gegen die Mauren speist, bringt sie dazu, selbst in Momenten höchster Bedrohung und absoluter Orientierungslosigkeit die neu entdeckten Lande ihren Vorstellungen von Politik gemäß zu einem neuen Staat zu erklären, lange bevor die eigentliche Lebensgrundlage überhaupt gesichert ist. Anstatt Solidarität zu üben werden Ränke nach dem Vorbild europäischer Fürstenhäuser geschmiedet, an der Behandlung der Indios zeigt sich bereits die Menschenverachtung europäischer Kolonisatoren und Faschisten, die die Weltgeschichte vom 16. bis ins 20. Jahrhundert prägen sollte. Und am Schluss sterben natürlich alle, und verdient haben sie's irgendwie auch. Die Szene, die den sterbenden Kinski, umgeben von wilden Äffchen zeigt, bringt es wunderbar auf den Punkt: Evolutionär ist es nur ein Steinwurf vom Homo sapiens sapiens zu seinen tierischen Vettern, die schnell die Position des Menschen auf dem Floß einzunehmen verstehen und es nicht schlechter machen als diese "Krone der Schöpfung" - der Mensch, das Schwein.
Offensichtlich inspirierte der Film Francis Ford Coppolas "Apocalypse Now", ebenfalls ein fantastischer Streifen. Aber der Herzog-Film ist einfach wesentlich poetischer, weniger effekthascherisch und erlangt m.E. durch die größere historische Distanz zum Dargestellten fast schon archetypische Wucht. Absolut empfehlenswert! Kauft ihn Euch!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. April 2012
Der Film hat mich total begeistert. Er gibt in vielen Facetten unsere Menschheit aber nicht Menschlichkeit wieder. Das schönste ist der Gang durch die Anden, durch die Wolken, wo wir exemplarisch nachvollziehen, wie wir getrieben werden durch Wünsche, Machthaber und eigenes Unvermögen; die Wolken reißen auf, die Wünsche werden stärker als das Profane, substantiell werden Beine schwer, der Magen der Hunger nach Befriedigung und körperlicher Befriedigung werden und bleiben so groß, dass keine Möglichkeit bleibt an das Substantielle wie Nachsichtigkeit, Teilen, Altruismus, alles geht den Berg herunter.
Wahnsinnig gehen wir herunter in das Eldorado.
Alles wird der Machtgier untergeordnet,so wie wir auch heute alles dem Kapitalen unterordnen. Die Zeitzeugen sterben wie die Fliegen, aber sie sind christlich getauft und dürfen auf ein Himmelreich hoffen in einer anderen Welt; nur nicht jetzt. Sie dürfen die Welt so einehmen wie es ihnen bestimmt ist im hier und jetzt; ähnlich der Hartz 4 Empfänger. Lasse mit dir machen so lange Du lebst und abhängig bleibst, so wirst du missbraucht, ohne fürchten zu müssen , dass Du auffälst oder gar vor Gericht stehst. Der Richter wird dich wissen lassen, wie es ist satt zu sein; nimmt keine Rücksicht weiter satt zu sein, wird sein Napf weiter verteidigen mit allen Mitteln die Ihm zur Verfügung stehen. Diese Mittel wird Träger, Diener nie und nimmer jemals haben und das ist auch nicht erwünscht. Wer soll den bitte das Geld das Gold verdienen?
Gold, Geld, Eldorado, wer soll den nicht verrückt sein, nach dem Eldorado? Alles löst sich auf mit der Formel: Glück hat der, der stark genug ist, alles zu unterdrücken, dass ihm der größte Freßnapf und die sinnlichste Erfüllung an Heim stehen.
Prost Mahlzeit!
Doch der Film zeigt dass verrückte Leben, wie es sich ständig verschiebt, zwischen Glück, kuzfristigem Erfolg und kurzfristiger Gewalt die nötig ist, so wie es scheint halten alle es für notwendig. Wir ignorieren den Tod, damit wir leben können,solange wir ihm nicht zu nahe kommen. Danach fahren wir mit dem Floß dahin, wo wir meinen, dass es gut geht,gutes Ende ? Nein, wir alle sind besessen von dem Wunsch: Eldorado finden! Lassen uns weiter dirigieren von denen, die uns vieles versprechen. Wir benötigen Schutz und erhalten nichts als Schmutz. Yeeeeah. Gut gemacht Kinski und Herzog und alle Helfeshelfer; ihr hattet einen interessanten Ausflug! Respekt!!!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. September 2008
Für das bessere Verständnis dieser ersten Zusammenarbeit zwischen Regisseur Werner Herzog und Klaus Kinski sollte man sich unbedingt einmal Herzogs Dokumentarfilm "Mein liebster Feind" ansehen und Kinskis doch sehr eigenwillige Autobiographie "Ich brauche Liebe" lesen. Beide berichten aus ihrer jeweiligen (und oftmals komplett anderen) Ansicht über die unter katastrophalen Bedingungen erfolgten Dreharbeiten in Peru. Nach Herzogs Angaben stand sein Hauptdarsteller damals noch völlig unter dem Einfluß der in einem Desaster geendeten "Jesus Christus Erlöser"-Aufführung in der Berliner Deutschlandhalle, was sich stark auf die schauspielerische Leistung Kinskis auswirkte, welcher immer noch in seiner Jesus-Rolle gefangen schien.

Die Handlung des Filmes (spanische Conquistadoren suchen im Amazonas-Dschungel das Goldland Eldorado und scheitern bei einer Floßfahrt, die in einer Katastrophe endet) ist in nur wenigen Worten erzählt, dennoch halte ich diesen Film für ein Meisterwerk, GERADE weil er oftmals unfertig und improvisiert wirkt. Kinski als Don Lope de Aguirre entwickelt seine Rolle des leicht verkrüppelten Aufrührers, der die Führung der Expedition an sich reißt bis zum Äußersten, in der beeindruckenden Schlußeinstellung spricht der Wahnsinn praktisch aus jeder seiner Gesten und Gesichtsbewegungen. Da der Film durch technische Mängel leider nachsynchronisiert werden mußte und Kinski als Sprecher seiner eigenen Rolle nicht zur Verfügung stand, hört man in der Endfassung des Films statt Herzogs "liebstem Feind" den Schauspieler Gerd Martienzen.

Eine besondere Bedeutung fällt im Film der Musik von Popol Vuh zu. Bereits die Eingangssequenz, die auf den Zugangspfaden der Inkastadt Machu Picchu gedreht wurde, ist von sphärisch-schwebenden Klängen von atemberaubender Schönheit begleitet, die perfekt zu den Bildern, die die im Nebel vom Berg absteigenden Spanier zeigen, passen.

"Aguirre, der Zorn Gottes" ist sicherlich kein leichtverdaulicher Film für das Mainstream-Kino und -Publikum. Aber deutsche Filme, die es zur Kunst von Weltrang gebracht haben sind nicht so zahlreich, als das man sie der heimischen DVD-Sammlung vorenthalten sollte. Einer meiner Lieblingsfilme, volle Punktzahl!
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